Leserstimmen zu
Rückkehr der Wölfe

Eckhard Fuhr

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Die Wölfe kehren zurück. Für die einen eine gute Nachricht, für andere – nicht nur für Schafbesitzer – eine besorgniserregende. Wölfe faszinieren uns Menschen. Sie sind mystisch, geheimnisvoll, elegant. Und sie töten Tiere; manchmal auch Schafe. Das Zusammenleben mit den in Deutschland einst ausgerotteten Jägern bringt Probleme mit sich. Die Forderung auf unbeschränkten Schutz auf der einen Seite prallt zusammen mit dem Ruf nach Abschuss und Bejagung. An vielen Orten, an denen die Rückkehrer sich niederlassen, kommt es zu harten Auseinandersetzungen. Manchmal enden sie tödlich für den Wolf, weil Wilderer mit dem unerwünschten Canis lupus kurzen Prozess machen. Eckhard Fuhr versucht in seinem Buch, sachlich an die Wiederkehr der Wölfe heranzugehen. Er erklärt, was das Faszinosum Wolf ausmacht, lässt aber auch die Probleme (und sogenannten Problemwölfe) nicht aus. Der Autor studierte Geschichte, war Feuilleton-Chef der Welt und ist Jäger und Hundebesitzer. Mag sein, dass die Kombination dieser so unterschiedlichen Qualifikationen nicht gängig ist. Um sich dem Thema „Wolf“ zu nähern, ist der facettenreiche Background Fuhrs jedoch ein großer Vorteil und ermöglicht einen unparteiischen Zugang. Als er die ersten freilebenden Wölfe (in der Lausitz) beobachten konnte, lief das unspektakulär ab: „Die Begegnung mit ihnen war kein Erweckungserlebnis, sondern eine Ernüchterung im besten Sinne: Die Wölfe selbst sind das klare Kontrastprogramm zu den Hysterien, die sie bei ihren menschlichen Zeitgenossen mitunter erfassen.“ Nüchternheit anstelle Hysterie, ein guter Ansatz um dieses Thema bewältigen zu können. Fuhr erzählt von der erbarmungslosen Ausrottung des Wolfes (bis ins 20. Jahrhundert hinein) und rollt dann die Etappen seiner schrittweisen Rückkehr auf. Gerade für „Hundemenschen“ wie mich, ist Fuhrs Buch ein wichtiges Buch. Unser Haushund Canis lupus familiaris ist schließlich ein hundertprozentiger Abkömmling des Wolfes, was mich natürlich per se für den genetischen Urvater meiner Hunde und seine undomestizierten Verwandschaft einnimmt. Fuhr erklärt einiges zur Hundwerdung des Wolfes, zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Hund und Wolf, spricht aber im Schwerpunkt „von Menschen, von Politik, von Kultur, von Mythen“. Der Konflikt „Pro und Contra Wolf“ beziehungsweise „Pro und Contra Abschuss“ ist – so kristallisiert sich Fuhrs Analyse immer mehr aus – vor allem auch ein Konflikt von „städtischem“ und „bäuerlichem“ Naturkonzept; einem Konflikt, bei dem es „beileibe nicht nur um materielle Interessen (geht), die durch großzügige Entschädigungen zu befriedigen wären.“ Für die industrielle Massentierhaltung in hermetisch abgeriegelten Großstallanlagen stellt der Wolf kaum ein Problem dar. Gerade die extensive Landwirtschaft (Weidehaltung von Schafen), artgerecht und notwendig für die Landschaftspflege, ist durch den Wolf gefährdet. Es zeichnet sich ein Zielkonflikt ab, für den es keine simplen Lösungen gibt. Das macht nachdenklich. Das Buch widmet sich intensiv der Mensch-Wolf-Beziehung, der sowohl das Bild des friedlichen Zusammenlebens (gipfelnd in der Domestizierung des Hundes) inne wohnt, als auch die Angst vor dem „bösen Wolf“. Fuhr hat für sein Buch mit vielen Menschen gesprochen. Mit Forschern und wolfbegeisterten „Wolfsfrauen“, mit Schäfern und Jägern. Er ringt um ein realistisches Wolfsbild, zeichnet nichts weich. Mein persönliches Fazit: Eckhard Fuhrs Buch hat meinen Blick auf das Thema „Rückkehr der Wölfe“ erweitert. Obgleich auf dem Land lebend, entspricht mein persönliches Naturkonzept wohl eher dem „städtischen“ also – vereinfacht gesagt – „pro-wölfischen“ Konzept. Die Lektüre hat an meiner grundsätzlichen Einstellung „pro Wolf“ nichts geändert, meine Augen aber für die Komplexität des Themas geöffnet. Dank der prägnanten Schreibweise Eckard Fuhrs (und hier zeigt sich der ehemalige Feuilleton-Chef) ist mit „Rückkehr der Wölfe“ ein spannendes und gut lesbares Buch geglückt, dass zum Nachdenken nötigt. Was will man mehr?

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Fast jede Woche tauchen neue Meldungen über Wölfe in Deutschland auf: es gibt neue Wolfssichtungen, es bilden sich neue Rudel und immer öfter gibt es Berichte über von Wölfen gerissene Schafe oder Gänse. Diskussionen darüber, den Wolf aus dem Artenschutz zu entfernen und in das Jagdrecht zu überführen sind fast an der Tagesordnung. Objektive und sachliche Informationen findet man kaum. Eckhard Fuhr ist mit seinem Buch: “Rückkehr der Wölfe- Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert” genau das gelungen. Der Journalist und Jäger bearbeitet dabei u.a. die Themen Rudelwanderungen Wolf und Schafe Wolf und Hunde Wolf und Jäger Er hat dafür Naturschutzstationen besucht und sich mit Wolfsexperten unterhalten, Wolfsstationen besucht und Wölfe in freier Wildbahn beobachtet. Die Not der Schäfer, ihre Herden zu schützen, kennt er ebenso wie die Vorbehalte vieler Jäger, die Beutegreifer als Konkurrenten wahrzunehmen, da durch ihn die Abschusszahlen des Wildes verringert werden müssen. Die “Rückkehr der Wölfe” beleuchtet umfassend alle Facetten des Zusammenlebens von Mensch und Wolf. Romantische und Angstvorstellungen hält Eckhard Fuhr Fakten und Forschungsergebnisse entgegen. Dabei ruft er deutlich ins Bewusstsein: Die Geschichte des Menschen ist eng gekoppelt an das Zusammenleben mit den Wölfen. Es geht daher um viel mehr als die Auseinandersetzung mit der physischen Präsenz der Wölfe. Entscheidend ist, ob es Menschen gelingt zuzulassen, dass im gut kontrollierten mitteleuropäischen Raum die wilde Natur noch immer mächtig ist oder wieder wird. Wie ein Heimkehrer unser Leben verändert, wird in dem Buch aus dem Riemann Verlag München klar dargestellt.

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Was macht der Wolf im Parkhaus? Müssen wir beim nächsten Shopping-Ausflug damit rechnen, in der Tiefgarage vom Wolf verfolgt zu werden? Das Cover des Buches könnte das vermuten lassen. Ein großes Kompliment an den Verlag für diese Cover-Idee, die überspitzt das Thema auf den Punkt bringt. Und genauso originell ist auch der Inhalt des Buches. Eckard Fuhr ist Journalist, Hundefreund, leidenschaftlicher Jäger und Autor der wöchentlichen Kolumnen "Fuhrs Hund" und "Fuhrs Woche" in der WELT. Eines seiner Lieblingsthemen ist der Wolf. Und so verwundert es nicht, dass man in seinem Buch "Rückkehr der Wölfe" viele dieser Kolumnen wiederfindet. Es geht dabei um die Rückkehr des Wolfes und was sie mit uns macht – unseren Ängsten, Leidenschaften, Vorurteilen. Wie verändert – und bereichert – der Wolf unser alltägliches Leben? Dabei spricht der Autor alle wichtigen Themen an, die mit der Rückkehr des Wolfes verknüpft sind: Herdenschutz, Jagd, Angst vorm Wolf, Wolf und Hund. Interessant zu lesen auch die "Auswüchse", die der Kommerz mit dem Wolf nehmen kann, seien es Seminare, in denen Manager in einem Wolfsgehege "Führungsqualitäten" lernen sollen (übrigens der völlig falsche Weg!) oder den Markenschutz der Wolfstatze. Mein Lieblingskapitel – verständlicherweise – ist der Abschnitt: "Wolfsküsse. Wölfe und Frauen", in dem der Autor auf die besondere Beziehung von Frauen und Wölfen eingeht. Fuhr ist überzeugter Jäger ("Jagdlust"), und so verwundert es nicht, dass er auch das heiße Eisen "Wölfe und Jagd" aufgreift. Dabei geht er durchaus kritisch mit seiner Zunft um. So kritisiert er die klassische Rotwildhege ("Halbdomestikation"), die mit der Anwesenheit des Wolfes auf Dauer nicht vereinbar sei, und weist darauf hin, dass in den Wolfsgebieten die Jagdstrecken des Schalenwildes nicht – wie angekündigt – eingebrochen, sondern insgesamt sogar angestiegen ist. Stets um neutrale Distanz bemüht – sofern das bei einem Thema wie dem Wolf überhaupt möglich ist – kommt er dem Wolf emotional so nah, dass er dies sicher vehement bestreiten würde, denn niemals würde er sich selbst als "Wolfsromantiker" oder sogar "Wolfskuschler" bezeichnen. Für Eckhard Fuhr ist der Wolf das, was er ist: ein faszinierender, intelligenter und sozialer Beutegreifer, der einfach nur sein Leben leben will. Oft habe ich mich bei Buchrezensionen über die Unfähigkeit von Wissenschaftlern beklagt, Sachbücher zu schreiben, die auch für Laien verständlich sind. Eckhard Fuhr zeigt mit seinem populärwissenschaftlichen Sachbuch, wie es sein sollte: verständlich geschrieben, leicht lesbar, ungeheuer unterhaltend und dennoch äußerst informativ. Großartig auch die wunderschönen Farbfotos im Mittelteil vom Autor selbst und von Sebastian Körner. Ich wünsche mir mehr solche Bücher und empfehle "Rückkehr der Wölfe" als Pflichtlektüre, für jeden, der sich für Wölfe, Natur und unser Ökosystem interessiert.

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