Leserstimmen zu
Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte

Linda Rodriguez McRobbie

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Über dieses Buch bin ich zufällig in der Buchhandlung gestolpert. Da sieht man mal wieder, das sich zielloses herumstöbern auszahlt. Schon beim Klapptext, aber spätestens beim herein schnuppern war für mich klar: Dieses Buch muss ich haben und ich wurde nicht enttäuscht Ich muss zugeben, ich war zwar ein sehr unmädchenhaftes Kind, konnte pink und rosa nicht ausstehen, aber die Disney Prinzessinnen mochte ich auch. Am liebsten Mulan (Wo wir wieder bei der untypisches Auswahl wären). Das Disney Princess Universum ist das größte Merchandising der Welt und Millionen kleiner Mädchen träumen vom Prinzessinnen Leben. Dass dieses gerade in der Vergangenheit oft alles andere als rosig war, zeigt uns dieses Buch. Es handelt sich hier um ein Sachbuch, aber es ist alles andere als öde oder trocken. Unterteilt ist es in 7 Kategorien: Kriegerinnen, Thronräuberinnen, Intrigantinnen, Kämpferinnen, Party-Girls, Flittchen und Prinzessin von Sinnen. Besonders die ersten drei, sowie die letzte Kategorie fand ich sehr spannend und unterhaltsam. Pro Kategorie werden dann 4-5 Prinzessinnen näher beleuchtet und hin und wieder kommt noch ein Sonderabschnitt z.B "Prinzessinnen als Kriegsbeute" Einige Damen wie Hatschepsut, Lucrezia Borgia oder Elisabeth von Österreich alias Sisi kennt man, vom Großteil hat man aber wohl noch nie was gehört. Das hat mir gut gefallen, da es dadurch spannender war. Neben der sehr interessanten Auswahl an Blaublütern liegt die Stärke des Buches in der Erzählweise. Die Autorin schreibt in einem lockeren Ton und streut immer wieder fleißig Humor und Sarkasmus mit ein. Bei aller Leichtigkeit lässt sie es aber auch nicht aus, darauf hinzuweisen dass der Wahrheitsgehalt, gerade der frühen Überlieferungen zweifelhaft ist und das wir die Geschichteten zwar durchaus von unserem heutigen feministischeren Standpunkt aus betrachten können, jedoch nicht vergessen dürfen, dass damals andere "Wahrheiten" herrschten und auch Frauen selbst ein anderes Weltbild für sich hatten. Diese Mischung zwischen Humor und historischer Forschung fand ich sehr gut gelungen. Trotz bibliografischer Angaben ist das Buch nicht für wissenschaftliche Zwecke geeignet, aber diesen Anspruch hat es ja auch nicht. Es soll dem Interessierten Leser einen unterhaltsamen Einblick in die dunkle Seite der Monarchie bieten und diesen Zwecke erfüllt es mehr als ausreichend. Fazit: Ein wirklich unterhaltsames Sachbuch für jeden der mal die andere Seite des Prinzessin-Daseins kennen lernen will. Dank des humoristischen Schreibstils ist es auch für diejenigen die um Sachbücher sonst einen Bogen machen geeigent und man kann immer mal wieder darin herum stöbern.

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"Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte" das klingt auf den ersten Blick nach einem Titel, der auffällt und neugierig macht. Und tatsächlich verbirgt sich dahinter eine ganze Ansammlung skurriler Geschichten, genau wie der Titel des Buches verspricht. Hierbei handelt es sich nicht um einen Roman oder eine Sammlung von Kurzgeschichten, sondern um ein Sachbuch. Die darin angesprocheneren Prinzessinnen, jeglicher Art, gab es wirklich und ihre Geschichten, auf Grund derer sie in diesem Buch versammelt sind, sind hier nicht auf trockene Sachbuchart, sondern vollkommen unterhaltsam und fesselnd erzählt. Das ein oder andere mal sarkastisch mit einem zwinkernden Auge oder spannend unterhaltsam, aber nie langweilig. Am Anfang dachte ich, ich kenn ja kaum eine der hier genannten Personen, da wird man sicherlich auch mal die ein oder andere "Prinzessin" überblättern, wenn man nichts mit anfangen kann, aber das war gar nicht der Fall. Jede Geschichte wusste auf ihre Art zu fesseln. Wie gesagt gibt es sicherlich einige "Prinzessinnen" von denen man selber noch nichts gehört hat, sei es da Jahrhunderte dazwischen liegen oder andere Kulturen, doch es gibt auch einige uns bekannte Namen : Hatschepsut, Lucretia Borgia, Elizabeth von Österreich (Sissi), aber auch heutige Persönlichkeiten wie Gloria von Thurn und Taxis und Margaret von England, die Schwester der Queen finden sich hier drin wieder. Persönlich überrascht war ich auch eine Prinzessin aus meiner Heimatstadt Sophie Dorotha von Braunschweig-Lüneburg darin zu finden. Für jeden ist sicherlich mindestens 1-2 bekannte Personen dabei und den Rest lernt man hier drin kennen... von ja wohl all ihren guten und schlechten Seiten... Doch Moment ! Der Titel spricht von "bösen Prinzessinnen, die Geschichte schrieben" - oh Schreck was macht dann die oben genannte ein oder andere Persönlichkeit bitte dann darin? Sissi ? Eine böse verschlagene Prinzessin / Kaiserin ?! Tatsächlich befasst sich das Buch mit verschiedenen "Kategorien", nach denen die Prinzessinnen eingeteilt sind. Die Kriegerinnen, die Thronräuberinnen, den Intrigantinnen, den Kämpferinnen (positiv wie negativ) bis hin zu den aus der Reihe tanzenden Party-Girls, Flittchen und Prinzessinnen von Sinnen, die dem Wahnsinn oder anderen Krankheiten verfielen. Eine bunte Mischung, genau wie die Damen selbst und ebenso unterhaltsam, man lernt so manch neue Fakten. Mich konnte das Buch sehr gut unterhalten und ich habe Lust bekommen mal mehr Bücher solcher Art zu lesen, wenn sie genauso amüsant geschrieben sind. Und wer auch eine ganz andere Seite der Geschichte kennen lernen will, der soll hier getrost zugreifen. Für gute geschichtsträchtige Unterhaltung ist gesorgt. Eine klare Leseempfehlung der etwas anderen Art von mir.

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So hin und wieder finde ich Sachbücher ja doch wirklich mal ganz interessant, wobei natürlich das Thema passen muss und interessante weibliche Persönlichkeiten der Geschichte sind definitiv ein interessantes Thema, das mich ja schon in „Frauen, die Geschichte schrieben“ von Peter Arens und Stefan Brauburger begeistern konnte. Dementsprechend neugierig war ich auch auf Linda Rodriguez McRobbies „Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte“. Und auch wenn man schon nach wenigen Seiten merkt, dass dieses Buch sehr viel weniger ‚wissenschaftlich‘ ist, hat es mich doch gut unterhalten können. Was mir als erstes aufgefallen ist, war die in meinen Augen unglückliche Titelgebung und Strukturierung des Inhalts. So geht es hier bei weitem nicht nur um ‚böse‘ Prinzessinnen, sondern Prinzessinnen aller Arten, Zeiten und Kulturen, die teilweise nicht einmal ‚echte‘ Prinzessinnen sind – und ‚echt‘ hat in diesem Fall direkt eine doppelte Bedeutung: Denn a) sind nicht alle Prinzessinnen, die die Autorin hier vorstellt, tatsächlich real gewesen, oder zumindest kann nicht belegt werden, inwiefern die Mythen und Erzählungen über sie der Wahrheit entsprechen und b) haben nicht alle der vorgestellten Frauen überhaupt je den Titel ‚Prinzessin‘ getragen. Und was die Strukturierung angeht: Inhaltlich ist das Buch in sieben Themenbereiche gegliedert (Kriegerinnen, Thronräuberinnen, Intrigantinnen, Kämpferinnen, Party-Girls, Flittchen, Prinzessinnen von Sinnen), die sich jeweils aus fünf bis acht Teilpunkten zusammensetzen – einigen Biographien und zwischen einer und vier Einschübe, die alles mögliche behandeln. Leider fand ich nicht immer zu 100% überzeugend wie die einzelnen Elemente zugeordnet wurden, aber das kann auch an den Übersetzungen liegen? Auf jeden Fall ist mir das schon beim Blick ins Inhaltsverzeichnis als nicht direkt positiv aufgefallen. Auch sprachlich ist dieses Buch weit entfernt von ‚wissenschaftlich‘ und liest sich über weite Teile eher wie die Klatschspalte einer Boulevardzeitung, was an sich ja nicht unbedingt negativ sein muss, man muss sich halt nur darauf einstellen können und da das Buch auf den ersten Blick – und auch auf den zweiten, nach dem Lesen des Vorworts -, einen ganz anderen Eindruck vermittelt bzw. einen anderen Anspruch für sich erheben will. Das hängt auch eng mit den schon erwähnten ‚unechten‘ Prinzessinnen zusammen, denn immerhin wird mehrfach betont, dass es sich hier um ‚wahre Geschichten‘ handelt, viele Abschnitte fangen aber erstmal mit fiktiven oder zumindest nicht belegbaren Geschichten an, deren ‚unwahrer‘ Charakter, dem Leser aber erst nach einigen Seiten offenbart wird. Alles in allem hat mir „Gute Prinzessinnen kommen ins Märchen, böse schreiben Geschichte“ von Linda Rodriguez McRobbie trotz allem doch ziemlich gut gefallen, nachdem ich meine anfängliche Skepsis erstmal überwunden hatte. Die Aussage, dass es sich um wahre Geschichten handelt, mit denen die Autorin der ‚Disneyfizierung‘ von Prinzessinnen entgegen wirken will, wird zwar sowohl durch die oftmals auf Mythen und/oder Gerüchten basierende Erzählung als auch deren sehr oberflächlichen Ton entgegen gewirkt, aber wenn man es schafft, sich auf dieses Buch als ein Stück leichte Unterhaltungslektüre mit dezent wissenschaftlich-historischem Anklag einzulassen, dann bekommt man einige unterhaltsame Lesestunden.

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