Leserstimmen zu
Mordsommer

Rudi Jagusch

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Der renommierte Schönheitschirurg von Stollwerk wird in einer Tiefgarage überfallen und im Kofferraum eines Autos entführt. Etwa zeitgleich erhält die erfolgreiche Staatsanwältin Nina Lehmann eine schriftliche Nachricht mit der Behauptung, dass der anonyme Absender ihr Geheimnis aus dem Jahr 1992 kenne. Wenig später folgt eine weitere Mitteilung mit der Aufforderung, sich am kommenden Tag in dem Gasthaus eines abgelegenen Eifel-Ortes einzufinden. Droht nun, nach gut 20 Jahren, etwa ihr sorgsam gehütetes Geheimnis aufzufliegen? Das würde Ninas verheißungsvolle Karriere abrupt beenden. Sie will Klarheit, folgt der Forderung und ist überrascht, als nach und nach weitere 5 Freunde ihrer Clique aus Jugendzeiten bei dem Treffpunkt ankommen. Nur Steff, ihre einstige große Liebe, fehlt. Genau wie sie hatten auch alle anderen 1992 schwere Schuld auf sich geladen, als einer ihrer blutrünstigen Zeitvertreibe furchtbar aus dem Ruder gelaufen war. Am nächsten Morgen überbringt der Wirt der Gruppe die Anweisung eines Unbekannten, ihm ihre Handys abzuliefern und mit bereits von dem geheimnisvollen Fremden gepackten Rucksäcken zu einem einsamen Ort zu wandern. Verunsichert, voller Fragen, aber auch mit einer gewissen Abenteuerlust brechen alle auf - doch jemand treibt ein grausige Spiel mit er einst so verschworenen Gemeinschaft. Nach und nach sterben immer mehr der ehemaligen Freunde, den anderen ist der Weg zurück verwehrt. Man verdächtigt sich gegenseitig, Urheber der mörderischen Aktion zu sein, befürchtet, das nächste Opfer zu werden. Wer steckt hinter all dem? Und vor allem: warum – jetzt, nach gut 20 Jahren? Resümee: Mir hat dieser Thriller nicht gefallen. • Die Spannung eines an sich gut angelegten Plots wird durch viele zu langatmige Beschreibungen und Gedankengänge kaputt gemacht. Einzig die kursiv gedruckten Schilderungen einer Person bilden hier eine Ausnahme. • Nina ist die zentrale Figur, die relativ gut herausgearbeitet ist und zumindest ein wenig Tiefe bekommen hat; alle anderen bleiben mehr oder weniger blass. Keine der Personen kommt positiv herüber, und Nina Lehmann ist mir sogar von Anfang an extrem unsympathisch gewesen. Das bedeutet in der Konsequenz, dass ich mit niemandem mitgefiebert habe. Mehr noch: Auf Grund der in Rückblenden erzählten Ereignisse aus den Jahren 1991 und 1992 hat sich mein Mitleid in Bezug auf das gegenwärtige Schicksal der ehemaligen Jugendfreunde in sehr engen Grenzen gehalten. • Die Handlung ist mir viel zu blutrünstig. Das betrifft vor allem die ausführlich geschilderten Ereignisse aus der gut 20 Jahre zurückliegenden Vergangenheit der Clique, aber zum Teil auch die gegenwärtigen. Das dargestellte widerwärtige Abgeschlachte erzeugt bei mir keinen Thrill, sondern nur Ekel und Übelkeit. • Gut ist im Prinzip, dass bis zum Schluss unklar bleibt, wer der Urheber des aktuellen Geschehens ist, und der „Favorit“ ständig wechselt. Dem geübten Krimi-Leser und jemandem, der sich ein wenig mit Psychopathie beschäftigt hat, ist jedoch nach ca. der Hälfte ziemlich klar, wer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hinter den Ereignissen steckt. Darüber hinaus habe ich dann bei der enormen Fülle an Verdächtigen auch bald keine Lust mehr gehabt, noch weiter mitzurätseln. Genau wie beim ersten Punkt gilt hier: Weniger wäre mehr gewesen. • Die anfangs geschilderte Entführungs-Episode fällt aus dem Zusammenhang der Gesamthandlung heraus, ist weglassbar. Das würde sogar zu einer Spannungssteigerung führen, zumal der Leser in Bezug auf die Identität Stollwerks ziemlich schnell eins und eins zusammenzählen kann. Fazit: handwerklich zu grob, unbeholfen, durchsichtig (kurz: all' das, was das Synonym-Wörterbuch unter dem Begriff „plump“ anbietet) und für meinen Geschmack viel zu blutrünstig.

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