Leserstimmen zu
Adams Apfel und Evas Erbe

Axel Meyer

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Hardcover
€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

„In diesem Buch geht es mir unter anderem darum, zu vermitteln, dass ein wissenschaftlicher Ansatz und die Kenntnis eines Mittelwerts…. Viel aussagekräftiger Sind als Geschichtchen, die vielleicht typisch, vielleicht aber auch gerade nicht typisch sind“. Und dieser wissenschaftliche Ansatz, den Axel Meyer in dieser umfassenden und detaillierten Darstellung des aktuellen Standes der Forschung in Bezug auf die Gene nun vorlegt, wendet sich unter anderem auch der aktuell so breit und teils scharf diskutierte Gender-Frage zu. Vorweggenommen, ohne diese nun letztendlich zu lösen. Ein Zusammenspiel von Kultur und genetischem Erbe ist es, welches die individuellen Möglichkeiten und Wege von Menschen bestimmt. Mit Vehemenz wehrt sich Meyer daher gegen, in seinen Augen, extreme Ideologien (die zu sehr auf „Geschichtchen“ beruhen, denn auf Tatsachen), denen er gesellschaftlich „zersetzende Wirkung“ attestiert. Und das nicht grundlos, wie er auf den knapp 380 Seiten des Buches aufzeigt. Dass man sich in seinem Denken eben nicht gegen Tatsachen stellen kann, sondern sowohl die Gemeinsamkeiten wie auch die Unterschiedlichkeiten zwischen Menschen, auch zwischen Mann und Frau, einzubinden hat in das kulturelle Geflecht von zu eröffnenden Möglichkeiten. Wobei deutlich wird, dass diese konkrete Frage der Genderdiskussion zwar ein Anstoß zu diesem Buch gewesen sein kann, dass in einzelnen Kapiteln der Beitrag, den die Biologie zu dieser Frage leisten kann ausführlich dargelegt wird, dass aber im Gesamten die Gender Frage nicht das einzig zentrale Thema dieses Buches ist. Meyer nimmt diese Frage eher zum Anlass, den gesamten aktuellen Stand der genetischen Forschung im Rahmen der Evolutionsbiologie breit vorzutragen. Seien es die Erkenntnisse von Mendel, die Fragen nach dem Erbgut, die „evolutionäre Fitness“, sprich die inhärente Motivation zu möglichst vielen Nachkommen, sie Sexualität des Menschen an sich (und was sie für Folgen hat), Fragen der Intelligenz und der „beschränkten Möglichkeiten“ werden ebenso behandelt, wie Meyer dann am Ende zu seinem Ursprungsthema zurückkehrt und bindet diese kulturelle Frage und Diskussion ein in die wissenschaftlichen Fakten. „Wir konnten uns unsere Eltern nicht aussuchen und damit auch nicht unsere Gene…. Wir sind nicht gleich, denn jeder von uns ist genetisch einmalig…. Und so sollte Gleichmacherei nicht im Zentrum einer klugen, menschenfreundlichen Politik stehen“. Wahlfreiheit und Chancengleichheit, dafür plädiert Meyer allerdings ebenso vehement. So bleibt im Blick auf das Buch zu unterscheiden zwischen der sachlichen und breiten wissenschaftlichen Darlegung und den Folgerungen, die Meyer für das gesellschaftliche Miteinander zieht. Fundiert im wissenschaftlichen Teil und durchaus mit bedenkenswerten Mahnungen zur „Mitte“ und zur „Sachlichkeit“ in den Folgerungen, bietet das Buch eine Vielzahl an Informationen zur Genetik und zur Forschungsgeschichte. Allerdings benötigt die Lektüre eine hohe Konzentration und die Bereitschaft, bestimmte Abschnitte zum besseren Verständnis mehrfach zu lesen.

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