Leserstimmen zu
Die Erfindung der Flügel

Sue Monk Kidd

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eBook
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Nachdem ich bereits „Die Bienenhüterin“ von Sue Monk Kidd gelesen hatte, war ich wieder sehr berührt von der Schreibweise der Autorin. Es ist ein Roman mit wahrem Hintergrund. Der Roman basiert auf der Geschichte der Grimké- Schwestern und ihrem Engagement gegen die Sklaverei im 19. Jahrhundert. Ein Roman, in dem Überliefertes und Fiktion sehr gelungen miteinander verwoben sind. Die Autorin hat sehr viel Recherche betrieben und die Ergebnisse dieser Recherche in die Geschichte einfließen lassen. Hervorragend schildert sie das Leben der Sklaven, vergisst aber nicht die Schilderung der Zwänge, denen auch Mädchen aus „guten Hause“ unterlagen. Es war nicht üblich, Mädchen zu gestatten, egal ob sie klug waren oder nicht, einen Beruf zu erlernen, geschweige denn ein Studium aufzunehmen. Auch diese Mädchen waren wie die Sklaven nicht frei, mussten sich unterordnen. Die tragende Darstellung und geschilderte Freundschaft zwischen Sarah und der Sklavin Hetty ist Fiktion, aber passend für den Charakter der Sarah Grimké . Für mich als Quilterin war es ebenfalls berührend, wenn von Charlottes Story-Quilt erzählt wurde. Diese Quilts mit ihren genähten oder gestickten Bildern waren so etwas wie ein Tagebuch der Sklaven. Nadel und Faden waren ihr Papier und ihre Feder, das Sticken war der Ersatz für das Schreiben. Noch heute sind solche ausdrucksstarken Quilts in amerikanischen Museen zu besichtigen. Mich hat dieses Buch sehr und nachhaltig berührt. Es ist ein Buch welches flüssig zu lesen ist, aber keine leichte Lektüre darstellt. Sehr angenehm war für mich das kleine Format, passend in jede Handtasche, zum Lesen unterwegs. Wirklich sehr empfehlenswert.

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Von: Influenza Bookosa

29.04.2018

Als ich den Klappentext zu Die Erfindung der Flügel las, wusste ich: das ist ein Buch für mich. Die Thematik finde ich zum einen durch persönliche Bezüge sehr interessant, zu anderem finde ich es wichtig über Misstände in unserer Gesellschaft – vergangene und aktuelle – informiert zu sein. Sue Monk Kidd erzählt in ihrem Bestseller die Geschichte zweier Mädchen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Schaut man genauer hin erkennt man diese eine wichtige Gemeinsamkeit: beide wollen etwas verändern. Sarah, die als Tochter einer gut bürgerlichen Familie aufwächst und zu ihrem 11. Geburtstag eine eigene Sklavin geschenkt bekommt, weckte von Beginn an Sympathie. Ihr Out-Of-The-Box-Denken imponierte mir sehr und auch ihrem Umgang mit Handful, ihrer Sklavin, gefiel mir. Die Autorin erzählt diese besondere Geschichte aus Sicht der beiden Mädchen, was einen optimalen Rundum blick der Geschehnisse ermöglicht. Handfuls Sicht der Geschichte ergibt einen herrlichen Kontrast zu Sarahs Sichtweise. Am Ende treffen sie sich wohl irgendwo in der Mitte.

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Sue Monk Kidd erzählt in diesem halb fiktiven, halb historischen Roman die Geschichte der Schwestern Sarah und Angelina Grimké, die Anfang des 19. Jahrhunderts für die Abschaffung der Sklaverei und Gleichberechtigung der Frauen kämpften. Mithilfe des (erfundenen) Sklavenmädchens Hetty „Handful“ geht Monk Kidd der Frage nach, wie Sarah als höhere Tochter einer wohlhabenden, sklavenhaltenden Südstaatenfamilie dazu kam, für die bedingungslose Freilassung aller Sklaven und Gleichberechtigung der Farbigen und der Frauen einzutreten und sich damit gegen ihre Herkunft und ihre eigene Familie zu stellen. Sarah war schon immer wissensdurstig und haderte damit, als Frau nicht studieren zu dürfen. Nach dem Tod ihres Vaters konvertierte sie zu den Quäkern und zog als alleinstehende Frau von Charleston nach Philadelphia – ein Skandal! Ihre jüngere Schwester Angelina folgte ihr alsbald und beide fingen an, gegen die Sklaverei anzuschreiben und später auch als erste Frauen überhaupt vor Publikum Reden zu halten. Zuerst wusste ich nicht so recht, ob ich dieses Buch überhaupt lesen wollte – ich mag zur Entspannung keine schweren Themen. Als ich damit mal anfing, konnte ich gar nicht mehr aufhören. Beeindruckend fand ich, wie geschickt die Autorin den Kontrast, aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen der jungen Sklavin namens „Handful“ und Sarah, der privilegierten Tochter aus reichem Haus herausgearbeitet hat: Beide sind Gefangene der jeweiligen Umstände, aber der goldene Käfig der Einen ist trotzdem nicht zu vergleichen mit der totalen Hörigkeit einer Sklavin. Bei allen Benachteiligungen, denen sie als Frau ihrer Zeit ausgesetzt ist, kann Sarah trotzdem ausbrechen. Sie bezahlt einen hohen Preis dafür, aber nicht mit dem Leben oder ihrer körperlichen Unversehrtheit. Aber im Kopf ist Hetty Handful eben so frei, weil sie weiss, dass nur ihr Körper anderen gehört. “Die Erfindung der Flügel” ist eine spannende Lektion in der Geschichte der Anti-Sklaverei-Bewegung und der Frauenbewegung, die beide untrennbar zusammenhängen. Die Autorin schont ihre Leserschaft nicht, sondern lässt sie an den inneren Konflikten und äusseren Zwängen der Protagonistinnen manchmal fast verzweifeln. Trotzdem ist es kein schweres Buch, sondern gute Unterhaltung und dafür, dass ihr dieser Spagat zwischen Unterhaltung und ernstem Hintergrund so gut gelungen ist, hat die Autorin meinen tiefsten Respekt!

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Wo und wann wir geboren werden, in welches Umfeld wir dadurch geraten und welche Privilegien oder Nachteile sich daraus ergeben, scheint dem Zufall überlassen zu sein. Ich finde diesen Gedanken immer wieder sehr spannend: Die unterschiedlichen Startbedingungen für uns Menschen, die mit unserer Geburt festgelegt werden und einen sehr großen Einfluss darauf haben, wer wir sind und wer wir im Laufe unseres Lebens werden. Sarah und Handful wachsen in einem Haus auf. Sarah ist weiß und Tochter einer reichen Familie. Handful ist schwarz und eine Sklavin, die mit ihrer Mutter im Haus der Familie von Sarah lebt und arbeitet. In diesem Buch begleiten wir Sarahs und Handfuls Leben in den Jahren von 1803 bis 1838. Beide Frauen verspüren die tiefe Sehnsucht in sich, etwas in der Gesellschaft zu verändern. Sarah stellt schon in ihrer Kindheit die Sklaverei in Frage und die mangelnden Rechte der Frauen. Und Handful träumt von einem Leben in Freiheit und lauscht den Geschichten ihrer mutigen Mutter, die sich immer wieder gegen ihr Leben als Sklavin aufbäumt. Die beiden Frauen verbindet eine Freundschaft, was zu dieser Zeit ein Verstoss gegen das Gesetz darstellte. Als sich ihre Wege trennen, bleibt eine Verbindung bestehen, beide haben das Leben der anderen beeinflusst und die Wege führen eines Tages wieder zusammen. Sue Monk Kidd lässt Sarah und Handful kapitelweise abwechselnd zu Wort kommen, ich mag diesen Erzählstil sehr, weil das Buch dadurch sehr lebendig wird. Leider habe ich erst in den Anmerkungen der Autorin am Ende des Buches festgestellt, dass große Teile des Romans der Wahrheit entsprechen und es Sarah und ihre Schwester Angelina Grimké tatsächlich gegeben hat. Sie haben für die Rechte der Frauen gekämpft und die Abschaffung der Sklaverei. Im Nachhinein hat dieser Aspekt das Buch für mich noch ein Stück lesenswerter gemacht.

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„Es war einmal eine Zeit, da konnten die Menschen in Afrika fliegen“ Inhalt: 1803 in Charleston. Sarah Grimké ist die Tochter angesehener und kinderreicher Plantagenbesitzer. Zu ihrem 11. Geburtstag bekommt sie von ihren Eltern gegen ihren ausdrücklichen Willen das 10-jährige Sklavenmädchen Handful - von den Weißen Hetty genannt - als Dienstmädchen, und mit einer lila Schleife versehen, geschenkt. Zwischen den beiden Mädchen entsteht, trotz aller Unterschiede, eine Freundschaft und Sarah bringt Handful das Lesen bei - mit schlimmen Folgen für beide. Im Laufe der Jahre lockert sich die Beziehung der beiden und Sarah kann Handful nicht immer beschützen, doch Jahrzehnte später beweist sie, was ihr Handful bedeutet. Meine Meinung: Das Buch beginnt 1803 und erstreckt sich in mehreren Zeitsprüngen bis 1838. Die Kapitel sind relativ kurz und wechseln regelmäßig zwischen Handful und Sarah. Das fand ich sehr gelungen, denn es macht die Unterschiede der beiden Lebensweisen sehr deutlich. Sarah ist schon als Kind gegen die Sklaverei und möchte später einmal Anwältin werden. Für Frauen in der damaligen Zeit unmöglich. Eine Zeit lang fügt sie sich dem Willen der Eltern, doch irgendwann rebelliert sie und geht ihren eigenen Weg. Später wird sie von ihrer jüngsten Schwester Angelina unterstützt. Handful ist die Tochter einer Näherin der Familie Grimké. Genauso wie ihre Mutter ist sie rebellisch, begehrt gegen die Sklaverei auf und ist sehr mutig. Den Wunsch nach Freiheit haben beide Frauen, nur in unterschiedlicher Weise. Zitat von Handful, Seite 273: „Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist. Bei dir ist es umgekehrt“. Sarah kämpft später gegen die Sklaverei und für die Frauenrechte, Handful für ein selbstbestimmtes freies Leben. Der Schreibstil ist wunderschön und sehr bildhaft. Beide Protagonistinnen sind authentisch und haben mir gut gefallen, Handful noch etwas besser als Sarah. Leider zieht sich Sarahs Geschichte ab der Hälfte des Buches etwas. Ihre Geschichte in Philadelphia hat mich nicht so ganz fesseln können. Natürlich werden in diesem Buch auch Bestrafungen und Misshandlungen der Sklaven geschildert, aber nicht reißerisch, sondern eher emotional aufwühlend und tief berührend. Das offene Ende hat mich nicht gestört, ich fand es passend. In den Anmerkungen der Autorin habe ich später gelesen, dass es Sarah Grimké, ihre Schwester Angelina und einige andere Charaktere des Buches wirklich gab. Handful ist dagegen eine fiktive Protagonistin. Sarah und Angelina waren die ersten offiziellen Rednerinnen der Anti-Sklaven-Bewegung und zählten in den USA zu den ersten bedeutenden Frauenrechtlerinnen. Fazit: „Die Erfindung der Flügel“ hat mir insgesamt wirklich gut gefallen. Eine berührende Geschichte, die ich gerne weiter empfehle.

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Sarah Grimké, Tochter eines Plantagenbesitzers in den Südstaaten der USA, bekommt zu ihrem elften Geburtstag im Jahr 1803 eine fast gleichaltrige Sklavin als Kammerzofe geschenkt. Sie möchte dieses Privileg gar nicht haben, kann sich aber aufgrund ihres Standes nicht dagegen wehren und beschließt, dieser eines Tages die Freiheit zu schenken. Hetty "Handful" schläft von nun an vor der Tür von Sarahs Zimmer, die ihr verbotenerweise das Lesen und Schreiben beibringt, bis ihr selbst die Bücher aus der Bibliothek des Vaters verboten werden. Handful ist die Tochter einer Näherin im Haushalt der Grimkés, die mit Tricks klammheimlich gegen das Sklaventum aufbegehrt. Handful lernt von ihrer Mutter und erhält von Sarah Passierscheine, so dass sie den Hof verlassen kann und, nachdem ihre Mutter fliehen konnte, an Treffen von aufständischen Sklaven teilnehmen kann und diese unterstützt. Sarah träumt seit ihrer Kindheit davon, wie ihr ältere Bruder Thomas Rechtsanwalt zu werden und äußert sich schon früh kritisch gegen die Sklavenhaltung. Gerade von ihrem Vater wird sie für ihr Engagement als Frau nur belächelt. Sie begleitet ihn, als ihm wegen einer Lungenerkrankung ein Aufenthalt im Nordern der USA empfohlen wird. Als Sarah nach seinem Tod allein auf der Rückreise nach Charleston ist, lernt sie auf dem Schiff den Quäkerprediger Israel kennen. Sie fühlt sich zu dem verheirateten Mann hingezogen, der ihr ein Buch über die Quäkerbewegung schenkt. Zurück bei ihrer Mutter ist sie erschrocken darüber, wie es Handful ohne sie ergangen ist. Nach einer Bestrafung ist sie körperlich massiv gezeichnet und muss am Stock gehen. Sarah schafft es lange nicht, in Briefkontakt mit Israel zu treten, fühlt sich aber berufen, selbst Predigerin zu werden. 1827 schreibt sie einen Brief an Handful "Nun drängt es mich, Predigerin bei den Quäkern zu werden. Dies wird mir zumindest einen Weg aufzeigen, das zu tun, was ich an meinem elften Geburtstag versucht habe, als Du mir so grausam übereignet wurdest. Es wird mir gestatten, alle, die es hören wollen, zu sagen, dass ich so etwas nicht hinnehmen kann, dass wir die Sklaverei nicht hinnehmen dürfen, dass sie ein Ende haben muss. Dafür bin ich geboren - nicht für das Amt der Predigerin, auch nicht für das Rechtswesen, sondern für die Abschaffung der Sklaverei." Als Israels Frau verstorben ist, zieht Sarah in seinen Haushalt, um die Kinder zu unterrichten. Aufgrund Israels Schwester Catherine und der streng gläubigen Gemeinde der Quäker hat ihre Liebe aber trotz der räumlichen Nähe keine Chance. Später lehnt sie einen Heiratsantrag von Israel ab, um sich ganz für ihre Ideale einzusetzen. Zusammen mit ihrer kleinen Schwester Nina engagiert sie sich für die Abschaffung der Sklaverei und geht sogar noch einen Schritt weiter, für die Gleichstellung der Sklaven und der Frauen mit den Männern. Sie nimmt dafür in Kauf, dass sie nie eine eigene Familie gründen kann und auch aus ihrem Heimatort Charleston verstoßen wird. Die Bewegung ist allerdings nicht aufzuhalten. Bei öffentlichen Auftritten, zunächst in Krichen, später unter freiem Himmel, haben die beiden Schwestern bei ihren Reden einen massiven Zulauf von Frauen und dann selbst von Männern. Der Roman "Die Erfindung der Flügel" handelt von zwei Schwestern, die tatsächlich im 19. Jahrhundert existierten. Die Grimké-Schwestern, Sarah und Nina, lebten in Charleston im Bundesstaat South Carolina und waren die ersten offiziellen Rednerinnen der Anti-Sklaverei-Bewegung und zählten in den USA in den 1830er-Jahren zu den bedeutendsten Frauenrechtlerinnen. Es ist eine Biographie, die nicht nur die Geschichte von Sarah Grimké im Zeitraum von 1803 bis 1838 erzählt, sondern auch die Situation der schwarzen Sklaven in den Südstaaten der USA und die ungerechte Ausbeutung und Herabwertung vermeintlich minderwertiger Menschen sehr eindrucksvoll verschreibt. Als Roman werden die Lebensgeschichten von Sarah und Handful verknüpft und jeweils abwechselnd aus deren Sicht erzählt, wobei Handful eine fiktive Figur ist, die die Autorin bewusst gewählt hat, um die Situation der Sklaven noch lebensnaher und brutaler darzustellen. "Die Erfindung der Flügel" ist eine gelungene Mischung aus Biographie und Fiktion und in Bezug auf die Anti-Sklavereibewegung sehr lehrreich. In dem Buch werden zwei (nimmt man Sarahs zwölf Jahre jüngere Schwester Angelina, "Nina", noch dazu, drei) starke Frauen porträtiert, die sich allen Widrigkeiten zum Trotz für ihre Ideale einsetzen und für ihre persönliche Freiheit, aber auch für eine ganze Freiheitsbewegung einsetzen und Vorbildcharakter haben. Als (Unterhaltungs-)roman fand ich es schade, dass der Roman bereits im Jahr 1838 endete und nicht noch bis zum Tod von Sarah weitererzählt wurde. Im Gegensatz zu Handful fehlte mir bei ihr ein Abschluss ihrer Geschichte, die dann aber zumindest im Nachwort von Sue Monk Kidd nachzulesen ist

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"Mein Körper mag ein Sklave sein, aber nicht mein Geist." (Hetty) Die Heldinnen Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Sarah Grimké und der Sklavin Hetty - jeweils in der Ich-Perspektive - erzählt. Da sich die Handlung über mehr als drei Jahrzehnte erstreckt, lernen wir die beiden Protagonistinnen zuerst als junge Mädchen und dann später als "reife" Persönlichkeiten kennen. Sarah Grimké wächst als Tochter eines wohlhabenden Anwalts in Charleston auf - mit zehn Geschwistern und etlichen Sklaven. Sie ist wissbegieriger und intelligenter als andere Mädchen ihres Alters und liebt es, sich in Bücher zu vertiefen. Der Sklaverei steht sie von Kind auf äußerst kritisch gegenüber, sie würde den Haussklaven - insbesondere Hetty - am liebsten die Freiheit schenken. Mit ihrer aufmüpfigen Art handelt sie sich so manchen Ärger ein. Aber sie bleibt ihrem Prinzip, sich für die Sklaven stark zu machen, durchweg treu und setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten hingebungsvoll für die Abschaffung der Sklaverei ein. Dabei werden ihr von ihrer Familie, von den Bewohnern Charlestons und von der presbyterianischen Kirche nicht wenige Steine in den Weg gelegt. Schließlich ist Sarah ja "nur" eine Frau - und Frauen hatten zu Beginn des 19. Jahrhunderts keinerlei Mitspracherecht, was Politik anging. Als Abolitionistin (Gegnerin der Sklaverei) wird sie von ihren Mitmenschen zunehmend geächtet und verspottet. Aber als starke Frau hält sie diesen Anfechtungen und Angriffen stand und geht mutig weiter ihren Weg. Unterstützt wird Sarah dabei von ihrer jüngeren Schwester Angelina, die ebenso wie sie ein großes Herz für die Sklaven hat, und von der Haussklavin Hetty. Auch Hetty, die eigentlich Handful heißt, wächst bei der Familie Grimké in Charleston auf - allerdings nicht als gleichwertiges Familienmitglied, sondern als Eigentum der Grimkés. Im Alter von zehn Jahren wird Hetty der damals elfjährigen Sarah zugeteilt - als Geschenk zu deren Geburtstag. Die Mädchen freunden sich rasch an, und Sarah lehrt Hetty das Lesen und Schreiben, obwohl dies strengstens untersagt ist. Aber auf diese Weise erlangt Hetty wenigstens ein Stück Freiheit, nämlich die Freiheit ihres Geistes. Und so entwickelt sie sich immer mehr zu einem Freigeist, der sich innerlich weder brechen noch verbiegen lässt, auch wenn das äußerlich - durch harte Bestrafungen bedingt - manches Mal so wirkt. Hetty erträgt ihr Schicksal mit viel Ausdauer und Mut, aber sie findet sich niemals mit ihrer Situation ab. Anstatt zu resignieren, würde sie (fast) alles für ihre Befreiung tun, denn ihr Wunsch nach Freiheit und Gleichheit ist unfassbar groß. Beide Frauen haben ihr Ziel - die Befreiung der Sklaven - stets vor Augen und kämpfen mit ihren Mitteln unerschrocken, leidenschaftlich und hartnäckig für ihre Ideale. Dabei stehen sie räumlich nicht immer Seite an Seite, sind aber in ihrem Inneren stark miteinander verbunden. Während die Figur der Hetty fiktiv ist, hat sich Sarah Grimké tatsächlich als Abolitionistin für das Ende der Sklaverei eingesetzt sowie sich für die Rechte der Frauen stark gemacht. Ich empfinde großen Respekt für ihr Engagement und bewundere ihren Mut, ihre Kraft und ihre Entschlossenheit. Für mich sind beide Frauen - sowohl die fiktive Hetty als auch die "echte" Sarah - wahre Heldinnen! :-) Die Autorin Der Schreibstil der Autorin ist schlichtweg hervorragend. Sie bedient sich einer bildlichen und an manchen Stellen poetischen Sprache. Sue Monk Kidd versteht es ganz wunderbar, gezielt mit Worten umzugehen und ihre Leserschaft tief in die Geschichte um Sarah und Hetty hineinzuziehen. Dabei vermeidet sie unnötige Dramatisierungen und drückt niemals bewusst auf die "Tränendrüse". Sue Monk Kidd lässt Hetty ihre Erlebnisse sachlich, ja fast schon nüchtern und ohne jegliches Selbstmitleid schildern. Für mich hat diese Erzählweise die Grausamkeiten, die mit der Sklaverei einhergehen, noch verstärkt und die Geschehnisse eindrücklicher wirken lassen. Die Charaktere des Romans zeichnet die Autorin sehr glaubhaft, lebendig und vielschichtig. Auch die historischen Hintergründe bindet sie geschickt in die Handlung ein, so dass man beim Lesen bzw. Zuhören ein vielseitiges Bild von der Situation der Sklaven und den Aktionen der Abolitionisten bekommt. Man merkt, dass Sue Monk Kidd für ihren Roman äußerst gründliche Recherchen betrieben und sich ausführlich mit der wahren Geschichte von Sarah Grimké auseinander gesetzt hat. Die Sprecherinnen "Die Erfindung der "Flügel" wird von den Schauspielerinnen Inka Friedrich und Bibiana Beglau gelesen, wobei Inka Friedrich den Part von Sarah Grimké spricht und Bibiana Beglau in die Rolle der Hetty schlüpft. Zuerst ist es mir schwer gefallen, den beiden Sprecherinnen zu folgen und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an ihre Stimmen gewöhnt hatte. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Sarah und Hetty zu Beginn der Geschichte noch Kinder sind und die Sprecherinnen über sehr "reife" Stimmen verfügen, die nicht gerade einer Kinderstimme entsprechen. Im weiteren Verlauf der Handlung haben mich Inka Friedrich und Bibiana Beglau dann doch überzeugt. Ihre Stimmen passen hervorragend zu den Charakteren von Sarah und Hetty und man kann sich als Zuhörer somit bestens in die Protagonistinnen hinein versetzen und ihr Schicksal fast hautnah miterleben. Während Frau Beglaus Stimme an den Klang eines Reibeisens erinnert - und dies passt sehr gut zu Hetty und ihrer rauen Schale - klingt Frau Friedrichs Stimme eher streng und ein wenig affektiert - so wie man sich eine gebildete Südstaaten-Dame aus gutem Hause vorstellt. Die eigene Meinung "Die Erfindung der Flügel" hat mich bewegt, aufgewühlt, berührt, erschüttert und - beflügelt. Sue Monk Kidd hat mich mitgenommen auf eine Reise in das South Carolina des 19. Jahrhunderts - mitten hinein in das Übel und die Grausamkeiten der Sklaverei. Ich habe Sarah und Hetty bei ihrem Kampf um Freiheit begleitet, habe mit ihnen gelitten, gefühlt und gehofft, habe das Schicksal anderer Sklaven kennen gelernt und die Entstehung des Widerstands gegen die Sklaverei miterlebt. Diese Reise, auf die ich mich lesend begeben habe, war nicht immer unbeschwert und leicht, hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und mein "Literatur-Leben" mit vielen wertvollen Eindrücken bereichert. Besonders schön fand ich auch, dass die Autorin trotz der harten Schicksale ihrer Charaktere stets einen Funken Hoffnung aufschimmern lässt. Ich möchte diesen großartigen und bewegenden Roman aus vollem Herzen weiterempfehlen - sei es als Hörbuch oder in Buchform. :-)

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