Leserstimmen zu
Todschick

Gisela Burckhardt

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Spätestens seit dem Brand der Tazreen Fashion Fabrik (2012) sowie dem Einsturz des Rana Plaza (2013) und der damit verbundenen Bilder und Berichterstattungen kann niemand mehr sagen, er hätte von den Arbeitsbedingungen in Bangladesh nichts gewußt. Die breite Öffentlichkeit scheint genauer hinzusehen, aber trotzdem nicht genügend Informationen zu erhalten. Gisela Burckhardt, u.a. Vorstandsmitglied von FEMNET, hat hinter die kulissen geschaut und Näherinnen in Bangladesh befragt, verschiedene Nähfabriken der „besseren Art“ unter die Lupe genommen, Gründe und Hintergründe durchleuchtet und hat einen sehr gut recherchierten und belegten Bericht darüber geschrieben. Angefangen mit den skandalös bleibenden und sich nur ganz langsam wandelnden Zuständen in Bangladesh, z.B. den gekauften Baugenhmigungen oder -abnahmen, der schleppenden oder unterlassenen juristischen Aufarbeitung der Unfälle, aus denen sich die Betreiber der Fabriken frei kaufen konnten über die Arbeitsbedingungen, Arbeitsgesetze, Unterbindung von Gewerkschaften, bis zu Bezahlung oder Darstellung des Frauenbildes. Arbeitsplätze in Bangladesh erfordern niedrigre Qualifikationen, werden entsprechend gering bezahlt, sind lebensgefährlich und die Bekleidungsindustrie verursacht zudem enorme Umweltschäden. Mehr als die Hälfte dieser Waren landen in europäischen Warenhäusern; Bangladesh hat sich zum zweitwichtigstes Importland von Bekleidung für Deutschland entwickelt. Die Profite mit Kleidung aus Bangladesh sind weltweit enorm, wobei nur 1-3% des Endpreises Arbeitskosten ausmachen und eindeutig einhergehen mit Ausbeutung der Arbeitskräfte, niedrigen Umweltstandarts, wie z.B. gedankenloser Umgang mit Giftstoffen, die inzwischen in unseren Gewässern angekommen sind. Gisela Burckhardt zeigt auch die Folgen der beiden oben genannten Unfälle, die übrigens nur einzelne von vielen sind, auf, belegt, dass sowohl Premiumlabel als auch Billigmarken in denselben Fabriken fertigen lassen und hinterfragt die Bereitschaft der profitorientierten Bekleidungsfirmen, die sich ganz unterschiedlich in ihren Verantwortung sehen. Einige leisteten auf freiwilliger Basis kleine Zahlung in Opferentschädigungs- und Vorsorgefonds und andere schleichen sich bis zum heutigen Tag aus der Verantwortung und lehnen Zahlungen ab. Die vielen Vorschläge und Empfehlungen auf freiwilliger Basis regen ganz offensichtlich eher zu kreativen Umgehungsstrategien als zu ethisch korrekten Maßnahmen an und demzufolge bleibt die Forderung nach und Verabschiedung von Gesetzen, die die Sozialstandarts für die komplette Wertschöpfungskette regeln, unumgänglich. Eindeutig ist aber nicht nur die Politik, sondern jeder Einzelne von uns ist in der Pflicht, sich für die Einhaltung von Sozialstandarts in der gesamten Lieferkette einzusetzen. Im Buch stellt Gisela Burckhardt drei Siegel vor, die als vertrauenswürdig gelten; aber durch ethischen Konsum, u.a. auch durch Tausch statt Neukauf oder dadurch, sich zu informieren und gezielt einzukaufen, läßt sich von jedem Einzelnen etwas verändern. Das Buch „Todschick“ ist 2014 erschienen; in ihm finden sich viele schöne Worte von Firmen und Regierungen, aber was ist inzwischen daraus geworden? Ich hoffe, dass es bald ein Folgebuch gibt, für das genauso gut recherchiert wurde und die Veränderungen aufzeigt und weiterhin informiert, nicht vergessen läßt und immer mehr Menschen umdenken läßt.

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Von den schlechten Arbeitsbedingungen in Ländern wie Bangladesh dürfte mittlerweile jeder bereits gehört haben. Spätestens nach Rana Plaza waren die fatalen Bedingungen der Sweatshops schließlich in aller Munde - doch hat, wie von zahlreichen Unternehmen angekündigt, eine Verbesserung stattgefunden? Noch immer neigen wir dazu, teureren Marken eher unser Vertrauen zu schenken und die schlechten Arbeitsbedingungen und mangelhaften Sicherheitsstandarts auf Billigproduzenten zu schieben. Doch ist dies leider auch heute noch ein unglaublicher Trugschluss. Gisela Burckhardt hat viele Recherchen betrieben und zeigt nun in ihrem Buch auf erschreckende Weise, wie wenig sich trotz der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nach Rana Plaza getan hat. Dabei geht sie ungeschönt auf die zahlreichen Probleme ein, zeigt die Geschichte von Betroffenen und lässt sie zu Wort kommen, nennt Firmen beim Namen und erklärt, worauf man als Konsument achten kann. "Pro Kopf kauft eine Deutsche jährlich rund 14 Kilogramm Kleidung (das sind z.B. 23 Jeans oder 140 T-Shirts) und entsorgt in den Altkleidermüll wiederum neun Kilogramm (das sind z.B. 15 Jeans oder 90 T-Shirts). So landen jedes Jahr 750.000 Tonnen Altkleider in den Sammelcontainern, was Einnahmen von 375 Mio. Euro bedeutet." (S.166) Für mich war beim Lesen nicht nur erschreckend, wie die Bedingungen in den produzierenden Ländern sind, sondern auch wie sorglos in Deutschland mit Kleidung umgegangen wird. Es ist schier unglaublich, wie viel Kleidung unter Verletzung der grundlegendsten Rechte und Gefährdung der Gesundheit produziert wird, nur um kurz darauf in die Mülltonne zu wandern. Äußerst interessant waren für mich auch die abwechslungsreichen Darstellungen, welche beispielsweise die Preiszusammensetzung eines T-Shirts von H&M für 4,95€, bei dem der Lohnanteil lediglich 2,6% beträgt, verdeutlichen. (S.201) Ebenso tragen Fotografien oder Steckbriefe dazu bei, dass die Lektüre niemals langweilig wird. Darüber hinaus ist der Schreibstil sehr packend und keineswegs trocken oder ermüdend, obwohl zahlreiche Informationen genannt werden. Meines Erachtens sind außerdem die Recherche-Ergebnisse zu verschiedenen Fabriken, den dort herrschenden Bedingungen und Standarts sowie den jeweiligen Einkäufern, in verschiedene Preissegmente gegliedert, höchst interessant. So erhält man einen guten Einblick und weiß mit Beteuerungen großer wie auch kleinerer Firmen, von solchen menschenverachtenden Praktiken bei der Textilproduktion nichts zu wissen, besser umzugehen. Erstaunlich ist, wie viele bekannte Firmen tatsächlich bei den diesem Buch zugrunde liegenden Recherchen auftauchen... Ansprechenderweise nennt die Autorin am Ende "zentrale Stellschrauben, die für eine menschenwürdige Zukunft der Arbeiterinnen in den asiatischen Textilfabriken entscheidend sind", sodass man als Leser abschließend einen Ausblick erhält, was sich wie ändern muss. (S. 208) Darüber hinaus werden Alternativen und Weiterführendes wie Kleidertausch, Minimalisten, hilfreiche Internetadressen z.B. zu Öko-fairer Mode genannt. Zudem werden drei empfehlenswerte Label vorgestellt: Global Organic Textile Standarts (GOTS), Fairtrade International (FLO) sowie Fair Wear Foundation. Für ein durchgehendes Verständnis beim Lesen sorgt außerdem Glossar, in dem Abkürzungen erklärt werden. In meinen Augen handelt es sich bei "Todschick" um ein sehr wichtiges Buch, dessen Thematik in der Öffentlichkeit viel präsenter sein sollte. Daher kann ich es auch jedem nahe legen, da sich nur etwas ändern kann, wenn man sich informiert hat und wachgerüttelt worden ist - und dass sich etwas ändern muss, dürfte offensichtlich sein. Ein Buch, bei dem man die Augen nicht mehr verschließen kann.

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Viele von uns Konsumenten kaufen in Geschäften, die ihre Ware extrem billig unter die „Leute“ bringen. Viele Medien haben in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen unter welche Bedingungen die Kleidung dieser Billig Discounter produziert werden. Aber ändern wir das so einfach wenn wir jetzt umdenken und zu Kleidungsstücken greifen, die im Preis höher sind, oder, wenn wir gar verstärkt, zur Markenmode greifen? Hier muss der Leser feststellen, dass wir mit dieser einfachen Veränderung unseres Kaufverhaltens keine Veränderung herbeiführen. Denn auch die Hersteller von dieser Kleidung lassen ihre Produkte in den armen Ländern herstellen. Unmenschliche Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten jenseits unserer Vorstellungskraft finden wir in diesen Fabriken vor. Verbote von Getränken während der Arbeitszeit, weil die Arbeiter sonst zur Toilette gehen müssten oder unzumutbare bauliche Zustände in den Fabriken sind nur einige der unzumutbaren Zustände in diesen „Firmen“ Mein Fazit: Hier wird nicht um den heißen Brei geredet, hier werden Fakten genannt, Firmen beim Namen genannt, aber auch Lösungsansätze für uns Kunden beschrieben. Auch wenn das alles noch nicht das eigentliche Problem lösen kann – so sind es doch zumindest die richtigen Anfänge. Das Buch rüttelt wach, schockiert und lässt mich als Leser mit einem Kopfschütteln über diesen Missstand in der Wirtschaft zurück. Jeder der dieses Buch gelesen hat, denkt garantiert anders über das ein oder andere Label. Ein Buch, was jeder gelesen haben sollte!

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Viele von uns Konsumenten kaufen in Geschäften, die ihre Ware extrem billig unter die „Leute“ bringen. Viele Medien haben in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen unter welche Bedingungen die Kleidung dieser Billig Discounter produziert werden. Aber ändern wir das so einfach wenn wir jetzt umdenken und zu Kleidungsstücken greifen, die im Preis höher sind, oder, wenn wir gar verstärkt, zur Markenmode greifen? Hier muss der Leser feststellen, dass wir mit dieser einfachen Veränderung unseres Kaufverhaltens keine Veränderung herbeiführen. Denn auch die Hersteller von dieser Kleidung lassen ihre Produkte in den armen Ländern herstellen. Unmenschliche Arbeitsbedingungen, Arbeitszeiten jenseits unserer Vorstellungskraft finden wir in diesen Fabriken vor. Verbote von Getränken während der Arbeitszeit, weil die Arbeiter sonst zur Toilette gehen müssten oder unzumutbare bauliche Zustände in den Fabriken sind nur einige der unzumutbaren Zustände in diesen „Firmen“ Mein Fazit: Hier wird nicht um den heißen Brei geredet, hier werden Fakten genannt, Firmen beim Namen genannt, aber auch Lösungsansätze für uns Kunden beschrieben. Auch wenn das alles noch nicht das eigentliche Problem lösen kann – so sind es doch zumindest die richtigen Anfänge. Das Buch rüttelt wach, schockiert und lässt mich als Leser mit einem Kopfschütteln über diesen Missstand in der Wirtschaft zurück. Jeder der dieses Buch gelesen hat, denkt garantiert anders über das ein oder andere Label. Ein Buch, was jeder gelesen haben sollte!

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In dem Buch ,,Todschick'' von Gisela Burckhardt wird aufgeklärt, wie es wirklich in der Kleiderproduktktion für H&M, PRIMARK, Hugo Boss, und vielen anderen in Bangladesch zu geht. Wie die Arbeitsbedingungen, und zum Beispiel die Löhne sind. Welche Tragödien schon passiert sind. Was alles nicht mit rechten Dingen zu geht, und an welchen Lösungen gearbeitet wird. Ein sehr informatives Buch, welches einem die Augen öffnet. Mir Haben die Tipps am Ende sehr gut gefallen! Sie waren nützlich und auch als Studentin mit geringen Burger umsetzbar. Denn immer Fairtrade, Bio, oder am besten vor Ort produziert mit nur aus Deutschland kommenden Materialien kann sich wohl kein Student leisten. Kann das Buch super weiter empfehlen!

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“Todschick” ist der klingende Titel von Burckhardts Buch, welches Anfang des Jahres bei Heyne erschienen ist. Die Autorin ist Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsvereinigung Femnet und kennt sich in entwicklungspolitischen Fragen aus. Bangladesch kennt sie durch regelmässige Besuche, bei welchen sie sich auch die Arbeitsstätten ansieht, an welchen unsere Mode produziert wird, mit diversehen Näherinnen hat sie in geschütztem Rahmen Interviews geführt. Kein Zugang zu Wasser und Beleidigungen Die Geschichten der ausnahmslos jungen Frauen zwischen 18 und 26 erzählt Burckhardt teilweise im Buch nach. Sehr jung müssen die Arbeiterinnen deshalb sein, weil ihre Arbeiten körperlich so streng sind, dass ältere Frauen sie nicht mehr schaffen würden. Burckhardt spricht von bis zu 100 Arbeitsstunden pro Woche, davon, dass den Näherinnen der Zugang zu Wasser verweigert wird, weil der Gang zur Toilette die Frauen weniger produktiv werden lässt. Baumängel wie Risse in den Mauern oder freigelegte elektrische Leitungen sind gemäss der Autorin keine Seltenheit. Aber von auch körperlichen Übergriffen und regelmässigen Beschimpfungen und Beleidigungen durch die Vorgesetzten ist im Buch die Rede. Burckhardt nennt in ihrem Buch Namen von europäischen Modekennten, die in Bangladesch produzieren lassen. Sie räumt auf mit dem Vorurteil, dass teure Mode automatisch fair produziert worden ist und stellt Hugo Boss und H&M in einem direkten Vergleich einander gegenüber. Und vor allend Dingen macht Burckhardts Buch deutlich, wie sorg- und gedankenlos wir mit Mode und den Ressourcen, die dahinter stehen, umgehen. Second-Hand und Kleidertausch Gisela Burckhardt hat ein wichtiges Buch zu einem schwierigen Thema geschrieben. Lösungsvorschläge gegen das Problem der unfairen Produktionsbedingungen kann die Autorin leider auch nicht auf dem Silbertablett präsentieren. Einkaufen im Second Hand-Laden oder die Teilnahme an Kleidertauschbörsen sind immerhin erste Ansätze, die dem hemmungslosen Kauf von Neuware etwas entgegenstellen. Dennoch ist ihr Schlussfazit verhalten optimistisch: “Seit dem verheerenden Brand der Tazreen-Fabrik und dem Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes ist Bangladesch das bittere Synonym für die unmenschlichen Produktionsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie. Gleichzeitig aber hat die Debatte um den Schutz der Arbeiterinnen für erste wichtige Schritte wie den Accord gesorgt. Und auch zwei Jahre nach den tragischen Unglücken hält der öffentliche Druck auf den Moderiesen unvermindert an….” Bleibt zu hoffen, das dieser Druck weiterhin bestehen bleibt und Wirkung zeigt. Und dass die Arbeiterinnen von Rana-Plaza nicht umsonst gestorben sind.

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Tolles Buch

Von: Lena

05.05.2015

Todschick ist ein bewegendes Buch, dass einem die Augen öffnen will. Es geht vorallem um Modemarken, wo und unter welchen Umständen die Labels ihre Ware herstellen, welchen Gefahren die Näherinnen dort ausgesetzt sind, welche Unglücke bereits passiert sind und was die verschiedenen Labels dazu sagen und unternehmen. Mir hat das Buch richtig gut gefallen, tortz des Themas gelang es der Autorin, dass es richtig spannend war. Es wurden immer wieder Erzählungberichte, Erfahrungen und Lebensberichte von Näherinnen und anderen Arbeitern in das Buch miteingebaut. Auch kurz Informationen, Statistiken und Bilder peppen das Buch auf. Die Autorin will uns klar machen, dass wir immer mehr zu einer wegwerf Gesellschaft montieren. Wir wollen alle up to date sein und achten gar nicht mehr wirklich wo unsere Produkte produziert und unter welchen Umständen hergestellt werden. Was mir besonders gefallen hat ist, dass die Autorin selbst nach Bagladesch gereist ist und sich dort ihr eigenes Bild gemacht hat, sie besuchte die Fabriken und die verschiedensten Leute um sie zu interviewen.

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