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Elizabeth George: Bedenke, was du tust (Ein Inspector-Lynley-Roman) (19)

Bedenke, was du tust Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-31372-3

Erschienen: 19.10.2015
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Lynley and Havers are back!

Von: Annika Datum : 13.07.2016

https://bibliotaphblog.wordpress.com

Die Feministin und Autorin Clare Abbott feiert gerade große Erfolge mit ihrem jüngst erschienen Buch „Auf der Suche nach Mr Darcy“, in dem es über die Institution Ehe geht. Auf ihren Lesereisen begleiten sie die Verlagsmitarbeiterin Rory Statham und ihre dominanten Assistentin Caroline Goldacre. Barbara Havers besucht eine ihrer Lesungen und führt auch ein kurzes Gespräch mit der Autorin und ihren beiden Begleitungen. Als Clare Abbott kurz danach von ihrer Assistentin tot in ihrem Hotelzimmer gefunden wird, setzt sich Rory mit Barbara Havers in Verbindung, da sie nicht an eine natürliche Todesursache glauben kann, sie verdächtigt Clares Assistentin, die ein sehr eigenartiges Verhalten an den Tag legt, ihrer Chefin etwas angetan zu haben. Doch DS Barbara Havers steht aufgrund von Fehlentschlüssen in ihrem letzten Fall unter strenger Beobachtung ihrer Chefin Isabelle Ardery, ihrer beruflichen Karriere droht ein schnelles Ende, wenn sie sich noch einen Fehltritt erlaubt. Nichtsdestotrotz überzeugt sie ihren direkten Vorgesetzten DI Lynley davon, sich des Falles anzunehmen und bald stellt sich heraus, dass die berühmte Feministin vergiftet worden ist. Isabelle Ardery ist gegen die Ermittlungen in diesem Fall, da Clare Abbott in Dorset lebte und in Oxford starb und es somit nicht in das Arbeitsgebiet von Scotland Yard fällt. Lynley übergeht ihre Anweisungen jedoch und kurz darauf macht Havers sich gemeinsam mit ihrem Kollegen Winston Nkata auf den Weg nach Dorset, um herauszufinden, wer Interesse an dem Tod der bekannten Feministin gehabt hätte. Besonders interessieren sie sich für Caroline Goldacre, da ihr Verhältnis zu Clare ungewöhnlich zu sein schien. Nach dem Suizid ihres Sohnes Will vor zwei Jahren scheint sie sehr labil, doch hatte sie einen Grund, ihrer Arbeitgeberin den Tod zu wünschen?

Eigentlich spielt die Krimihandlung in diesem Roman nur eine Nebenrolle (der Mord geschieht erst nach 200 Seiten), auch Thomas Lynleys und Barbara Havers' Privatleben wird relativ wenig Aufmerksamkeit gewidmet, was aber der Lesefreude keinen Abbruch tut. Die Autorin hat sich auch schon in einigen vorherigen Romanen nicht hauptsächlich auf das Verbrechen, sondern auf die Psychologie ihrer Charaktere konzentriert und beherrscht dies wirklich meisterhaft. Statt der Geschichte eines Mordes wird vielmehr die Geschichte der Familie Goldacre erzählt, von Caroline, ihrem zweiten Mann Alistair, ihrem Sohn Will, der Selbstmord beging, ihrem Sohn Charlie, der als Psychologe in London lebt und arbeitet und dessen Frau India, die sich vor Kurzem von ihm getrennt hat. In dieser Familie ist jeder auf seine Weise unglücklich, was aber zumeist ihren Ursprung in dem unberechenbaren Verhalten Carolines hat. Sie will alles und jeden kontrollieren und schreckt auch nicht vor Lügen zurück, um ihre Macht, die sie über die einzelnen Familienmitglieder hat, zu behalten. So versuchen ihr Mann, ihre Kinder und selbst India es ihr recht zu machen, doch Wills Suizid bringt Carolines Machtverhältnisse ins Wanken. Man könnte meinen, dass der Selbstmord die Familie zerstört, doch die Frage ist eigentlich, ob es überhaupt etwas zu zerstören gab, da die gesamte Familiengeschichte nur auf Lügen aufgebaut zu sein scheint. Die Charaktere und ihre Geschichten sind das, was diesen Roman so lesenswert macht, die Perspektivwechsel zwischen Havers, Lynley, Alistair, Charlie India und Rory unterstützen dies noch. Der Roman ist flüssig zu lesen und da dies nun schon der 19 Band mit den beiden Hauptermittlern ist, fühlt man sich gleich „zu Hause“. Auch wenn, wie schon erwähnt, der größte Teil des Romans nicht unbedingt von Lynley und Havers handelt, so ist es doch offensichtlich, dass ihre Charaktere sich innerlich und- in Havers Fall- auch äußerlich entwickeln. Diese Entwicklung ist etwas, das mir bei den drei vorangegangenen Romanen gefehlt hat, hier aber nun endlich geschieht. Besonders Barbara Havers, die schon seit dem ersten Buch der Reihe größere Veränderungen strikt abgelehnt hat, scheint langsam zu begreifen, dass sie sich selbst verändern muss, um ein erfüllteres Leben zu haben. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band der Reihe, nicht nur, um die Entwicklungen der Hauptfiguren zu verfolgen, sondern auch, weil Elizabeth George mich wunderbar unterhalten kann, was sie mit diesem Buch endlich wieder bewiesen hat.

Familienschande

Von: wal.li Datum : 11.06.2016

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Caroline Goldcares jüngerer Sohn Will, der eigentlich die Versöhnung mit seiner Freundin Lily geplant hat, begeht völlig unerwartet Selbstmord. Ein schwerer Schlag, von dem sich seine Familie kaum erholen kann. Noch drei Jahre später ist nichts verarbeitet, die Wunde immer noch offen. Auch Charlie, der Ältere der beiden Brüder, kommt nich über Wills Tod hinweg. Erst die Trennung von seiner Frau India rüttelt ihn ein wenig auf. Caroline, die ihre manipulativen Finger immer mit im Spiel hat, tut das Ihrige, um ihre Welt wieder in ein gutes Licht zu rücken. Plötzlich jedoch stirbt Carolines Arbeitgeberin, die feministische Schriftstellerin Clare Abbott, an einem Herzinfarkt. Barbara Havers hatte während einer Lesung eine kurze Begegnung mit der Autorin und als deren Lektorin sie bittet, den Todesfall genauer unter die Lupe zu nehmen, nimmt Havers die Gelegenheit wahr, einen eigenen Fall zu lösen.

Havers, die sich während des letzten Falles heftig mit ihrer Chefin überworfen hat, ist praktisch nur noch zur Bewährung in London. Sie darf sich keinen Fehler mehr erlauben, sie ist so damit beschäftigt, keine Fehler zu machen, dass ihre eigentliche Tätigkeit kaum noch stattfindet. Lynley und die Polizeisekretärin Dorothea hecken einen Plan aus, wie sie Barbara auf die Sprünge helfen wollen.

Mit einer fast 200 Seiten langen Einleitung nimmt sich Elizabeth George viel Zeit, das Feld für ihre Geschichte zu bereiten. Dabei gelingt es ihr, das sich zusammenbrauende Gewitter herbei zu schreiben, ohne etwas über die geheimen Strukturen zwischen den handelnden Personen zu verraten. Wenn man sich auf diese langsame Erweckung der Neugier einlassen kann, wird man schließlich ein spannenden Psychogramm einer gestörten Familie entdecken, das einen schaudern lässt. Ob man diesen Roman noch als Kriminal bezeichnen kann, mag fraglich sein, denn die Untersuchung der Polizei bildet eigentlich eher einen Nebenschauplatz. Dennoch fesselt dieses Geflecht an offenen und unterschwelligen Beziehungen außerordentlich. Beinahe wie ein Korken, der so langsam immer mehr unter Spannung gerät und endlich aus dem Flaschenhals gesprengt wird. Doch jede Andeutung über die Ermittlung könnte schon zu viel verraten. Deshalb sei nur und das gerne gesagt, die Autorin hat vielleicht keinen typischen Kriminalroman aber ein herausragendes Stück Spannungsliteratur geliefert. Der geneigte Leser muss für die über 700 Seiten etwas Zeit mitbringen, Zeit, die ausgesprochen gut verwendet ist.

4,5 Sterne

Eine Lanze brechen

Von: Elke Heid-Paulus Datum : 05.02.2016

www.lovelybooks.de/mitglied/Havers/rezensionen/

Ich möchte eine Lanze für Elizabeth George brechen. Die Leser der Lynley/Havers-Reihe, die noch immer Kriminalromane erwarten, sollten bemerkt haben, dass seit geraumer Zeit diese Bücher verlagsseitig bereits auf dem Schutzumschlag als Roman bezeichnet werden. Der Todesfall ist mittlerweile nur noch Beiwerk, das tragische Ende. Der Schwerpunkt der Autorin liegt in der Charakterisierung der Personen und in der Beschreibung des unheilvollen Beziehungsgeflechts, innerhalb dessen sie sich bewegen. Und das macht sie mit Bravour!

Diese Verlagerung des Schwerpunkts ist bei George seit dem gewaltsamen Tod von Thomas Lynleys Frau Helen zu beobachten, und auch in den nachfolgenden Romanen ist sie dieser Linie treu geblieben. Unter diesem Aspekt betrachtet, fügt sich der aktuelle, neunzehnte Band der Reihe, „Bedenke, was du tust“ (erschienen bei Goldmann, in der Übersetzung von Charlotte Breuer und Norbert Möllemann), hier nahtlos ein.

Im Zentrum der Handlung steht Caroline Goldacre, und die Geschichte beginnt mit dem Selbstmord ihres Sohnes Will. Ehefrau und Mutter beschuldigen sich wechselseitig für dessen Tod verantwortlich zu sein und hassen sich bis aufs Blut. Dass Caroline kein einfacher Charakter ist, zeigt sich auch an dem Verhältnis zu ihrem Ehemann, den sie mit ihren Verbalattacken und ihrer offensichtlichen Verachtung dazu bringt, sie zu verlassen. Und auch ihre Arbeitgeberin Clare Abbott, eine feministische Autorin, hat unter ihren Launen zu leiden. Es scheint, als hätte Caroline die Autorin in der Hand, würde über Insiderwissen verfügen, das nicht an die Öffentlichkeit gelangen sollte. Doch dann wird Clare Abbott tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden, sie wurde vergiftet, und es stellt sich die Frage nach dem Mörder.

Da Barbara Havers die Autorin von einer Lesung kannte und sympathisch fand, möchte sie den Fall unbedingt übernehmen. Aber weil sie noch immer wegen der „italienischen Affäre“ auf Bewährung ist, muss sich Lynley einschalten, um die Chefin zu überzeugen. Gemeinsam mit ihrem „Aufpasser“ Winston Nkata beginnt Havers zu ermitteln und fördert äußerst intime Geheimnisse der Akteure zutage. Die Frage ist nur, würde jemand töten, um zu verhindern, dass diese öffentlich werden?

Reine Krimileser werden eher enttäuscht sein, denn Mord und Totschlag treten in diesem Roman in den Hintergrund. Und auch Havers und Lynley bleiben blass, hier ist kaum eine Entwicklung zu erkennen. Speziell bei Havers sollte sich Frau George jetzt bremsen, denn mittlerweile ist hinreichend bekannt, dass ihre optische Erscheinung nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht und ihrer Chefin ein Dorn im Auge ist.

Ganz anders die psychologische Komponente des Romans. Die Autorin zeichnet das Bild einer dysfunktionalen Familie so bravourös, wie ich es bisher selten gelesen habe. Die manipulative Mutter, der durchsetzungsschwache Stiefvater - die Beschreibungen runden die Persönlichkeiten und verleihen ihnen Tiefe. Aber gleichzeitig sezieren sie auch die komplizierten und verhängnisvollen Familienstrukturen bis ins Detail. Das ist einfach nur großartig!

Rezension zu Bedenke, was du tust von Elizabeth George

Von: Bücherserien.de Datum : 13.11.2015

www.buecherserien.de/rezension-bedenke-was-du-tust-von-elizabeth-george/

Inhalt zu „Bedenke, was du tust“ von Elizabeth George:

Bedenke, was du tust von Elizabeth GeorgeSeine Partnerin Barbara Havers glaubt nicht an einen natürlichen Tod bei der Bestsellerautorin Clare Abbott, deren Lesung sie erst kürzlich besucht hat. Es steht viel auf dem Spiel, denn Havers ist bei ihrer Vorgesetzten in Ungnade gefallen und muss sich dringend bewähren: „Bedenke, was du tust“ gibt ihr die Chefin mit auf den Weg.

Schließlich wird auch noch die Freundin und Lektorin der Toten vergiftet. Barbara Havers sieht als Einzige eine Verbindung zum Selbstmord eines jungen Mannes, der sich bei Dorset von einer Klippe stürzte. Sie überredet Inspector Lynley, ihr den Fall zu übertragen, der ihre große Chance sein könnte.

Kritik zu „Bedenke, was du tust“ von Elizabeth George:

Ein bisschen kompliziert ist sie ja schon, diese weitschweifige Familiengeschichte, die Elizabeth George ihren Fans hier serviert. Notwendig ist sie allerdings, um die Hintergründe der Kriminalhandlung zu verstehen. Doch hätte ein bisschen mehr Inspector Lynley und etwas weniger Nebenfiguren mir besser gefallen. Das Hauptaugenmerk von „Bedenke was du tust“ liegt diesmal eindeutig auf dessen Partnerin Barbara Havers. Dafür erfährt Lynley auch mal wieder etwas Liebesglück – man gönnt es ihm, auch wenn die Handlung doch ein wenig straffer sein könnte.

Was die Spannung dann doch 700 Seiten lang aufrecht hält, ist die Frage nach dem Motiv. Hier ist sie wieder typisch Elizabeth George: Sie führt den Leser durch Irrungen und Wirrungen, streut Fährten und so manches Geheimnis ist eigentlich gar keins; und erst ganz zum Schluss wird klar, wie alles zusammenhängt. Letztendlich ist das Buch auch ein Fest für alle, die Barbara Havers in allen vergangenen Bändern liebgewonnen haben. Sie ist, zugegeben, auch eine meiner Lieblingsfiguren im Inspector-Lynley-Universum – und wird sich hoffentlich auch weiter ab und zu nicht ganz regelkonform verhalten.

Fazit zu „Bedenke, was du tust“ von Elizabeth George:

„Bedenke, was du tust“ bietet eine bewährte und solide, vor allem aber spannungsreiche Handlung, gespickt mit malerischer englischer Kulisse und liebevollen Schrulligkeiten. Der Roman ist in weiten Teilen mehr ein Familiendrama als ein echter Krimi. Es entstehen zahlreiche Beziehungsgeflechte, und Krimi-Puristen werden sich damit vielleicht manchmal schwer tun. Doch echte Inspector-Lynley-Fans werden das verzeihen. Wie immer schreibt Elizabeth George flüssig, detailliert und pointiert, so dass allein der Stil ihrer Bücher sie zu einem Genuss macht.

Langatmig und unübersichtlich

Von: Leapunch Datum : 06.11.2015

leas-lesezauber.blogspot.de

Das Cover gefällt mir ganz gut, mit der Küste und dem Weg, der dorthin führt, wirkt es sehr idyllisch und doch irgendwie unheilvoll, vielleicht liegt es aber auch an dem riesigen Autorennamen. Elizabeth George wird in höchsten Tönen gelobt, ich habe bisher nur ein Buch von ihr gelesen, da waren gleich zwei Fälle in einem Buch und ich war wirklich begeistert und konnte voll und ganz nachvollziehen warum sie so begeistert. Natürlich hatte ich deshalb hohe Erwartungen an das Buch, leider wurde ich sehr enttäuscht.

Der Schreibstil ist wieder sehr detailreich, Charaktere sind gut beschrieben und wenn Spannung da war, hat sie mich gleich mitgerissen. Für meinen Geschmack waren es jedoch viel zu viele Charaktere, ich hatte zwischendurch wirklich den Überblick verloren und ich schätze einige werden auch nicht im Gedächtnis bleiben. Situation wurden sehr ausführlich beschrieben wodurch das ganze sehr langatmig wurde. Der Klappentext hatte mich so sehr begeistert, doch es gibt zu viele Nebenstränge, es ist alles so komplex das es fast schon anstrengend war, der Story zu folgen.

Ich bin nicht wirklich eine geduldige Leserin, auf den ersten 200 Seiten sollte es schon hier und da mal richtig krachen, sodass es sich lohnt weiter zu lesen. Es fehlten mir einfach die Erfolgserlebnisse wodurch der Spaß verloren ging. George hat die Familiengeschichte so ausführlich beschrieben, was mich einerseits auch begeistert, aber auf der anderen Seite einfach viel zu überladen wirkt.

Die Dialoge sind ebenfalls bis ins kleinste Detail ausgereizt, dadurch hat man das Gefühl, die Charaktere sitzen beim Kaffeklatsch und finden kein Ende. Lynley und Havers wirkten eher wie Nebendarsteller, sie war selten präsent und das fand ich ebenfalls sehr enttäuschend.

Ein unheimlich positiver Aspekt war, das die Spannung, wenn sie da war, auch wirklich unerträglich war, Spuren waren so offensichtlich gelegt, man konnte schnell den Eindruck bekommen, jetzt haben sie den Mörder und dann wurde doch wieder alles umgeschmissen und in eine neue Richtung ermittelt, dieser Aspekt hat auch dazu geführt, das ich das Buch beendet habe. Schon alleine um zu erfahren wer der wirkliche Täter ist. Das hat George grandios gemacht und genau deswegen werde ich auch Fan bleiben und hoffe natürlich das andere Bücher mir wieder besser gefallen.


Fazit:

Leider viel zu langatmig, die Spannung kam nur in Wellen und teilweise war es fast schon langweilig. Ich finde es sehr gut, wenn Bücher präzise und ausführlich geschrieben sind aber ich möchte trotzdem noch unterhalten werden und es spannend finden.

Verschlungene Pfade

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 05.11.2015

www.rezensions-seite.de

Eigentlich könnte man diesen Tod doch einfach unter „natürliche Umstände“ vermerken und zur Tagesordnung übergehen, denn die bekannte Autorin Clare Abbot scheint in ihrem Hotelzimmer an „einfachem“ Herzversagen gestorben zu sein.

Doch ihre Lektorin, als einzige, glaubt nicht an eine natürliche Todesursache und wendet sich an Barbara Havers. Die nun ihrerseits eine Vielzahl an Gründen eigentlich hätte, sich weit von solchen Ermittlungen auf zunächst eigene Faust fernzuhalten. Genügend Ärger aus früheren Fällen und „Eskapaden“ der eigensinnigen Polizistin steht bereits im Raum.

Doch Havers wäre nicht Havers, wenn sie nicht ebenfalls einen ersten Verdacht schöpfen würde, wenn sie nicht bereit wäre, sich in direktem Kontakt verpflichtet zu fühlen, den Dingen ein stückweit auf den Zahn zu fühlen.

Sicherlich spielt es auch eine gewichtige Rolle, dass dieser Fall eine gute Gelegenheit ergibt, der engen Kontrolle durch ihre Chefin zu entfliehen, wich wieder ein wenig frei bewegen zu können.

So beginnt ein, gewohnt, muss man sagen, Reigen vielfacher Personen und offener und verdeckter Beziehungen dieser zueinander, die sich im Lauf des umfangreichen Buches erst langsam zeigen und entwirren werden. Wie auch schon in den letzten Bänden der Reihe, ein ganzes Stück zu breit und zu langsam, um beim Leser eine durchgehende Spannung aufkommen zu lassen.

Wozu auch beiträgt, dass die vielfachen Kontroversen Inspector Lynley und seiner (nun ihm nicht mehr persönlich zugeteilten) Untergebenen Havers, das Aufeinanderprallen so kontroverser Personen und Weltanschauungen (das lange Zeit einen hohen Reiz der Reihe ausgemacht hatte), nunmehr weitgehend nicht mehr vorkommen. Lynley selbst, Hauptperson der bisher erschienen Romane der „Inspector Lynley“ Reihe von Elizabeth George, spielt in diesem Band an sich weitgehend nur eine Nebenrolle, das Hauptaugenmerk ist in diesem Roman weitgehend auf Barbara Havers gerichtet.

Was vielleicht auch eine ganz weise Entscheidung der Autorin ist, denn das nun wiederum gerade um Lynley herum die „Frauenfrage“ zunehmend von Bedeutung ist (ähnlich konzipiert wie bei „Helen“, seiner ermordeten, früheren Frau und ähnlich langgezogen (auch Helen benötigte mehrere Bände, bis man zueinander gefunden hatte), dass, wieder einmal, der vom Schicksal gebeutelte Inspector hart dafür kämpfen muss, dass eine Frau sich für ihn entscheidet, das ist nun wirklich nur mehr eine sattsam bekannte Wiederholung einer schon längt in allen Spannungskurven erzählten Liebesgeschichte. Wie das wäre, wenn Lynley einfach einmal eine „normale Beziehung“ eingehen könnte, das wäre schon eine Lektüre wert.

Dennoch, flüssig erzählt, sprachlich ausgereift, Elizabeth George legt wiederum einen unterhaltsamen, „dicken“ Band über das Ermittlerpaar Havers / Lynley vor, bei dem allerdings in vielleicht noch folgenden Romanen die ein oder andere Stellschraube anderes gestellt oder „neu gedreht“ werden sollte, um aus den inzwischen sattsam gewohnten und routinierten persönlichen Verhältnissen der beiden neue Impulse hervor zu rufen.

Bedenke, was du tust

Von: Manuela Hahn Datum : 02.11.2015

Elisabeth George lässt sich in ihrem neuen Buch viel Zeit, ihre Charaktere zu entwickeln. Die braucht man aber auch, um mit den ganzen Protagonisten klar zu kommen, denn das sind ganz schön viele. Ich musste oft überlegen, wer denn nur wieder wer ist. Zudem ähneln sich die Namen: Charles/Charlie, Clare, Caroline – was oftmals beim schnellen Lesen zu Verwechslungen führt. Alle Charaktere sind sehr überzeichnet und warm wurde ich mit keinem. Am meisten genervt hat mich die schreckliche Caroline!

Alles in allem war es mir in diesem Band zu wenig Lynley und zu viel Problemfamilie. Sicher, sehr interessant und anspruchsvoll geschrieben, aber wenn halt auf dem Cover Inspector Lynley steht, dann erwarte ich auch, dass er im Mittelpunkt steht. Ich mag diesen Mann einfach! Auch Havers, seine Assistentin, die auf der Abschussliste der Chefin steht. Immerhin durften wir von ihr viel lesen, was mich gefreut hat. Unbeschreiblich, wie sie beim Speeddating reagiert oder wie alle sie immer ummodeln wollen – dabei ist sie doch ein so toller Charakter! Leider erkennt das ihre Chefin nicht und die Versetzungsurkunde liegt immer drohend in der Schublade. Zum Glück kann sie im Giftmordfall zeigen, was in ihr steckt.

Nur, hat sie auch Recht? Oder lief doch alles ganz anders als sie dachte? Für überraschende Wendungen ist Frau George ja bekannt!

Das Buch krankt an Spannung und ist reich an Emotionalität. Allerdings an manchen Stellen zu viel des Guten. Der Schluss ist das Beste am Buch und nicht nur, weil es dann zu Ende ist. 700 Seiten sind ein ganz schöner Wälzer und man will schon wissen, warum denn nun die Schriftstellerin ermordet wurde. Motive gab es ja genug. Dennoch empfand ich vielerseits dann doch etwas Langeweile.



Fazit: reicht leider nicht an die Anfänge der Serie heran und ist wenig spannend.

Für Fans der Reihe ist das Buch ein

Von: Numinala Datum : 27.10.2015

numinala.blogspot.de/

Chefin Isabelle Ardery hat Barbara Havers nach ihren ganzen Alleingängen nun endgültig auf dem Kieker. Nur noch einen Fehltritt und Barbara findet sich im nirgendwo wieder und das ist keine leere Drohung. Dabei bemüht sie sich nun ernsthaft sich anzupassen - und das nicht nur in Bezug auf die Kleidung, nein - sie bemüht sich ruhig zu bleiben, sich nirgendwo mehr einzumischen, einfach nicht mehr aufzufallen. Leider schnüren die ganzen Bemühungen ihrem Können als Polizeibeamtin die Luft ab - und so kann es auch nicht weitergehen, sagt sich Inspector Lynley.

Als die Feministin und Bestsellerautorin Clare Abbott tot in ihrem Hotelzimmer aufgefunden wird - kurz nachdem Barbara eine ihrer Lesungen besucht hat - setzt sich Lynley für Barb ein, damit sie sich die Sache genauer ansehen kann. Handelt es sich tatsächlich nur um einen Herzinfarkt oder ist Barbaras 'komisches Gefühl bei der Sache‘ real und jemand hat da nachgeholfen?

Fazit
Der erste Inspector-Lynley-Roman erschien 1988 - ich denke, dass ich die Serie nun seit gut 25 Jahren verfolge. Das heißt für mich sind die Protagonisten mittlerweile richtig gute Freunde die ich leider nur ca. alle 2 -3 Jahre treffe.

Es genügen ein paar Sätze und schon bin ich 'zu Hause' - obwohl ich glaube, dass ich schneller altere als alle anderen :0)

Bei diesem Krimi darf man kein rasantes Buch mit Explosionen und Hetzerei erwarten. Es ist eher das psychologische Schälen einer Zwiebel. Schicht für Schicht nähert man sich dem Kern der Geschichte und es ist sowohl für die Zwiebel, als auch für den Schälenden nicht immer angenehm - dabei geht es nicht um ein Brennen in den Augen, sondern eher im Magen... aber auf 'so etwas' reagiert ja jeder anders :0)

Für Fans der Reihe ist das Buch ein MUSS - den Quereinstieg würde ich nicht empfehlen, dafür ist die Serie schon zu weit fortgeschritten und für mich beginnt nun wieder das Warten auf den nächsten Teil...

Viele Grüße von der Numi

Mehr als "nur" ein Krimi: Bedenke, was du tust

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 26.10.2015

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Bedenke, was du tust, von Elisabeth George, ist mehr als ein Krimi: Auf der einen Seite ist es eine Familientragödie, die sich nach und nach offenbart. Der Protagonistin Caroline möchte man im wahren Leben nicht begegnen und sie schon gar nicht zur Schwiegermutter haben. Auf der anderen Seite ermittelt die unangepasste Polizistin Barbara Havers in einem Mordfall. Sie muss sich vor ihrer Vorgesetzten als korrekte Polizistin beweisen, weil ihr sonst die Strafversetzung droht. Von Anfang an fesselt das Buch und die Spannung hält sich bis zur letzten Seite.
Es ist der 19. Roman rund um Inspektor Lynley und der gefühlt dickste. Es ist bislang der spannendste, den ich von dieser Autorin las! Wer einen reinen Kriminalroman erwartet, wird enttäuscht. Wer neben dem Krimi auch psychologische Verstrickungen innerhalb von Familien lesen mag und einen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite, der kommt hier voll auf seine Kosten. Eine fast unfassbare Familiengeschichte kommt am Ende heraus und es ist vom Stil her ein “typischer” George. Etwas anders als gewohnt, gediegen skurril britisch und sehr, sehr spannend.