Leserstimmen zu
DIE SONNE, DER MOND & DIE ROLLING STONES

Rich Cohen

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Ich durfte „Die Sonne, der Mond & Die Rolling Stones“ von Rich Cohen lesen. Da ich die Rolling Stones kenne und sehr interessant gefunden habe, fand ich das Buch eigentlich perfekt um hier in die Hintergrundgeschichte tauchen zu können. Rich Cohen, der Autor von diesem Buch war in den 90er Jahren auf einer Tour mit dabei und berichtet hier von seinen Erlebnissen. Er selber war eigentlich nur Redakteur und bekam sehr schnell und in sehr jungen Jahren hier die Chance überhaupt. Die hat er auf jeden Fall sehr gut genutzt. Denn „Die Sonne, der Mond & Die Rolling Stones“ ist wirklich gut geschrieben und kann einen einfach lesen lassen. Es gab eigentlich keinen Momenten, an dem ich stockte, weil ich mit der Geschichte einfach nicht konform geworden bin. Als großer Musikfan, kann ich auch genau mitempfinden, was er hier meint. Es sind viele Erlebnisse, die ein Fan mit Sicherheit schon weiß. Aber ich, als kein Fan, findet hier nichts, was man schon weiß. Rich Cohen ist auf jeden Fall ein Riesen Fan von Keith Richards, worüber er auch kein Geheimnis macht. Würde ich persönlich aber auch nicht, weil aus welchem Grund sollte man das machen? Man hat in jeder Band einfach einen Liebling. Ich beneide ihn für das, was er hier erlebt hat. Wobei ich nicht genau sagen kann, ob man das genau erlebt haben muss. Wobei ich denke, es ist schon cool, wenn. „Die Sonne, der Mond & Die Rolling Stones“ ist ein Buch, was nicht nur für Fans gemacht ist, sondern auch für welche die es werden wollen. Und ich denke, dass es nicht nur bei den Rolling Stones so läuft, sondern auch bei vielen anderen Rock Bands auf dem Planeten. Wenn ihr also auf Storys steht, solltet ihr euch das Buch auf jeden Fall durchlesen. Ich finde es gut und kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Ich habe noch nie zuvor eine Biografie gelesen, die in Romanform zu Papier gebracht wurde und fand es daher unglaublich spannend, endlich so etwas zu lesen. Die Thematik hier fand ich genial, da ich die Rockmusik einfach mag und gerne mal den ein oder anderen Blick hinter die Kulissen werfe. Hinter den Kulissen ist es immer spannend, aber Rockmusiker machen das ganze noch viel besonderer. Als nicht Involvierter empfindet man dies als magisch und dunkel, voll Zigarettenqualm, Frauen, Sex und was auch immer man sich vorstellt. Und siehe da, natürlich geben Rockmusiker diesen Klischees immer wieder Stoff zum Überleben. Doch wer liebt nicht das Abenteuer? Wenn ihr auch Menschen seid, die so etwas reizt, dann seid ihr bei diesem Buch richtig. Und Fans der Stones sollten dieses Buch sowieso gelesen haben. Lustig, erschreckend, traurig - es ist alles dabei und man fühlt sich, als wäre man selbst ein Teil davon gewesen.

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Ladies and Gentlemen, The Rolling Stones … Böse Schreiberlinge nannten die Stones vor etlichen Jahren – Jagger und Richards waren da gerade mal 51 – die „Strolling Bones„. Sie waren not amused. Keith Richards nölte, dass die Band an einem durchschnittlichen Abend immer noch ne „verdammt gute Band“ wäre, an einigen sogar die „beste Band der Welt“. Man kann von ihnen halten was man will, wenn man den Blues liebt, kommt man um die Typen nicht rum, genauso wie um den Rolling Stone, einst DAS Musikmagazin für Liebhaber lärmiger Töne. Autor Rich Cohen wurde vom RS in den 90ern gesandt um die „Schtones“, wie sie hier im Schwabenland liebevoll genannt werden auf ihrer US Tour zu begleiten. Über die Jahre hinweg ergab sich so, die „beste Stones Bio seit langem“ (O-Ton Klappentext und ausnahmsweise komplett zutreffend). Cohen kann verdammt gut schreiben und erzählt seine zusammengetragenen Fakten rund um das Stones – Universum super interessant und begnadet flüssig, obwohl er gerne ein wenig abschweift, aber gerade dieses macht die Bio so reizvoll. Sie ist ein Pageturner der sich nur so wegliest und rockt, so dass unbeteiligte Nichtleser, die sich im Umkreis des Lesers aufhalten damit rechnen müssen, mit Buchinterna belästigt zu werden. Cohen mag die Band, bleibt aber meist distanziert kritisch. Nur bei Keef (Nickname etlicher Fans für Keith Richards) – für mich absolut nachvollziehbar – macht er da ab und an Ausnahmen, diese allerdings durchaus reflektiert. So entspringt der Titel dieser Band – Biographie einer Frage von Richards an ihn, als er 94 mit auf Tour durfte: Ich frage dich. Ich weiß es nämlich nicht. Was ist das für ein Gefühl, in einer Welt aufzuwachsen, in der es die Stones schon immer gab? Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones – damit bist du doch aufgewachsen? Mir geht es, wie Keith Richards es schildert. Die Stones waren immer da, seit ich auf der Welt bin. Ihre Musik begleitete mich und die alten Songs brennen manchmal noch immer. Auch die Faszination, die von dieser Bluestruppe ausgeht ist nach wie vor vorhanden. Wie Rich Cohen es beschreibt, sie haben Charisma und er behauptete dieses würde sich geradewegs aus ihren Exzessen speisen. Sie hatten zu viel gezecht, zuwenig geschlafen, hatten bereits schlappe Hirnlappen und knorrige Finger – aber bei Gott: Sie konnten spielen. Sie waren die letzten einer Generation großer Rockstars, die inzwischen ebenso vom Aussterben bedroht ist, wie der Schneeleopard. Er nennt sie „Relikte eine Ära“, in der Musik wichtiger und bedeutsamer, ja weltrettend war. Klar er ist ein Nerd, aber einst war ich, was Musikhören und besonders das Erleben betrifft, genauso nerdig, wie viele aus Cohens und meiner Generation. Musik hatte früher zu Zeiten von LPs und meinetwegen auch CDs einen anderen Stellenwert als heute für die Kids. Cohen recheriert akribisch, – im reichhaltigen Anhang gut zu erkennen – er analysiert die feinen und weniger feinen Seiten der Bandmitglieder, erzählt ihre Geschichte und Entwicklung von Beginn bis heute mit immensem Fach- und Hintergrundwissen. Wer bisher keine Stones Interna kannte ist mit diesem Buch bestens bedient und Fans der Zeit und/oder der Band kommen um Cohens Werk nicht herum, weil er die wichtigen Fragen stellt und sie fast immer auch beantwortet. Interessant ist für ihn Musikgeschichte, Entwicklung und ja, auch ein wenig Philosophie. Cohens und die Geschichte der Stones sind in diesem Buch miteinander auf unaufdringliche und seinerseits sympathisch bescheidene Weise verwoben. Er glorifiziert nicht, arbeitet jedoch den verdienten Nimbus und die Rolle der Stones für die Musik und den Raum, den Musik damals im Vergleich zu heute einnahm, sauber heraus. Auch im Hinblick auf die Veränderungen und die gesellschaftliche Entwicklung von den 50ern bis heute, die von etlichen Bands und Künstlern angestoßen oder zumindest supported wurde. Dabei trauert er den alten Zeiten nicht nach, versucht aber zu verstehen und ja, ein wenig Mitleid mit den heutigen Kids kann er sich nicht verkneifen. Mir geht es genauso. Die fortschreitende Kommerzialisierung ist ein seelenloses Drecksgeschäft, das der Musik viel von ihrem Zauber nehmen kann. Kann, nicht zwingend muss. Cohen beschreibt diesen Zauber, beleuchtet das Mysterium und belässt ihm seine Würde. So bleibt mir ein Buch voll mit Klebezetteln zu Ideen, Anekdötchen, Aussagen, Tipps zu weiterführender Lektüre und Zitaten. Eine Hommage an den Rock ’n Roll und dessen Wurzeln und Stars, angefangen bei Robert Johnson. Ein Buch für Liebhaber, Fans voller Reminiszenzen an die Großen des Genres. Die Ursprünge der Musik der Stones, die Faszination, die sie als junge Männer gepackt hatte, als sie den Aufnahmen alter Blueser und Jazzer lauschten. Noch gibt es die Stones und die Faszination ist noch immer existent. Mit Rich Cohen kommt man ihr auf die Spur und weiß sie zu würdigen. Die Stones, jene lebenden Dinosaurier des Rocks, die es nicht nötig haben in Würde zu altern, sondern das tun können, worauf sie Bock haben. Vielleicht ist das die ewige Faszination des Rock.

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Titel: Die Sonne, der Mond & die Rolling Stones; Ein Leben im Schatten der größten Rockband der Welt Autor: Rich Cohen Verlag: btb Sprache: Deutsch Seiten: 528 Seiten ∞ Taschenbuch Preis: D ∞ 11,00€ A ∞ 11,40€ Genre: Musik ∞ Biographie ∞ Reihe: Nein Als junger Journalist erhält Rich Cohen in den Neunzigern einen Auftrag, der alles verändert. Er bekommt die einmalige Chance, die Rolling Stones auf ihren US-Touren zu begleiten. Unterwegs mit der Band, verfällt er rasch ihrer einzigartigen Faszination. Wird Teil des Epos "Rolling Stones". Und schneller, als er sich umschauen kann, zum Insider, eingeweiht in die typischen Witze, die Kameradschaft, die bisweilen bissigen Umgangsformen, das harte Leben der größten Rockband aller Zeiten. Doch neben all den Drogen und Affären, den Auseinandersetzungen und zahllosen Wiedervereinigungen ist es die Musik, die bleibt. Dieses Buch ist inspiriert durch Cohens Bewunderung für die Songs der Stones, die an Besessenheit grenzt. Es ist der rigorose Blick eines Mannes, der ganz nah dran war und noch immer ist an der legendären Band, die Generationen prägte. Und zugleich eine bahnbrechende Kulturgeschichte, verfasst von einem preisgekrönten Autor zahlreicher New-York-Times-Sachbuchbestseller. Ein Buch, so gut, so frech, so elegant – so anders, dass es sich liest wie ein Roman. Meine Meinung: Rolling Stones. Für mich schon immer einer der Bands die man kennen musste, und als ich dieses Buch gesehen habe, dachte ich mir das dies eine gute Gelegenheit wäre sie noch ein stück weit besser kennen zu lernen. " Ich frage dich. Ich weiss es nämlich nicht. Was ist das für ein Gefühl, in einer Welt aufzuwachen, in der es die Stones immer schon gab? Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones - damit bist du doch aufgewachsen." Keith Richards im Gespräch mit Rich Cohen, 1994 Der Einstieg in das Buch fiel mir wirklich leicht. Der Schreibstil ist sehr lebhaft und flüssig. Ich bin sofort in meinen Lesefluss gekommen. Da ich ja auch nicht der Überflieger Fan bin waren auch sehr viele dinge dabei die ich noch nicht wusste und das Buch hat mich wirklich sehr fesseln können. Ich kann mir zwar vorstellen das es für einen richtigen Fan nicht wirklich neue Info bereit hält, aber der Autor hat es wirklich sehr gut umgesetzt und alles wirklich sehr spannend und packend verpackt. Der Autor hat auch eine besondere liebe zur Musik, und das spürt man auf jeder Seite des Buches. Was einen natürlich mit reisst. Für mich daher wirklich ein top buch das mir tolle lese stunden bereitet hat. Auch sind einige Fotos im Buch abgebildet. Das finde ich hätte ruhig noch mehr sein können, find sowas immer toll. :) Für mich aber ein wirklich tolles Buch. Das Cover find ich wirklich toll. Wobei die Abbildung der Zunge auch auf dem Cover mehr Glitzer vertragen hätte. Die Erhebung des Titels fühlt sich aber wirklich super an. Wertet das ganze Taschenbuch doch etwas auf :) Fazit: Absolut tolle Biographie. Als richtiger Fan erfährt man wahrscheinlich nichts weltbewegendes neues. Aber es liest sich wirklich gut, der Schreibstil gefällt mir hier wirklich gut. Für Fans sicherlich ein wunderbares Buch was man in seiner Sammlung haben sollte. Für mich als allgemeiner Musik Fan ist es auch auf jeden fall ein hingucker und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Für mich gibts daher 5 von 5 Masken!

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Noch ein Buch? Noch eine Biographie? Gibt es irgendein Detail aus dem Leben der größten Rock'n'Roll Band der Welt, welches noch nicht mit dem Mikroskop ausgeleuchtet und in allen Sprachen der kompletten Welt mitgeteilt wurde? Rich Cohen, Schreiberling beim amerikanischen Rolling Stone, ein 1968 Geborener, hat den Aufstieg der Band nicht selbst miterlebt. Er muss sich auf bekannte Fakten verlassen, wenn es um die Anfangstage der Band geht. 1994 hat Cohen die Chance mit den Stones auf Tournee zu gehen und sozusagen ihr Tourneetagebuch zu schreiben. Als Stones-affiner seit Ende der 70er Jahre habe ich sowohl alle Platten der Band mit den jeweiligen Solo-Exkursionen in meiner Sammlung sowie an die 50 Bücher in meinem Regal stehen. Ich hab mit Mick Taylor Witze gerissen und mit Ronnie Wood philosophiert ... beide im Vollrausch, auf dem Boden einer Münchner Diskothekentoilette sitzend. Ich weiß also sehr vieles über die Band. Erwartet hatte ich bei der Lektüre des Buches eigentlich den Hauptschwerpunkt auf der 94er Tour. Stattdessen ging es gleich beim Anfang los. Die Stationen über Dartfort, Little Boy Blue & The Blue Boys, Edith Grove, Crawdaddy Club weiß man ... trotzdem nimmt einem das Buch durch den Schreibstil von Cohen von Anfang an gefangen. Man merkt seine Liebe zur Band und vor allem zur Musik der Rolling Stones. Fakten beschrieben und erzählt wie ein Roman, in dem man selber mitspielt. Man ist beim Lesen mittendrin in der Geschichte. Zwischendrin versteht es Cohen sehr gut, umzuschwenken in die Zeit der Tourbegleitung und trotzdem bald wieder in die chronologische Reihenfolge einzubiegen. Speziell Keith hat es ihm angetan. Der knorrige alte Wurzelstock, der immer noch grün austreiben kann - wenn er will. Der seltsame Humor eines Charlie Watts, den man erstmal kapieren muss, um zu begreifen, wenn Charlie einen mag. Mick Jaggers Unterschied, wenn er einerseits nur ein Teil der Glimmer Twins ist, aber andererseits als aktiver Teil einer Filmproduktion mitverantwortlich ist. Rich Cohens Schreibstil ist trotz erzählter Fakten so flüssig zu lesen wie ein Roman - in dem man selbst mitspielt. Zu bildhaft und deutlich kommt einem so manche Begebenheit beim Lesen vor. Trotz zigfach bekannter Fakten lernt man immer wieder neue Kleinigkeiten kennen. Manch einem mag der etwas seltsam anmutende Buchtitel verwirrend vorkommen. Was haben jetzt Sonne, Mond und Stones in einem Atemzug gemeinsam? Auf der Tourbegleitung wurde Cohen von einem Stone gefragt, wann er geboren ist. Auf Cohens Antwort "1968" wurde er von der Frage überrascht. "Wie ist das, wenn man in eine Welt hineingeboren wird, in der die Rolling Stones schon da waren? Alles gab's schon ... die Sonne, den Mond und die Rolling Stones". Eine kleine Antwort auf diese Frage mag dieses mit Liebe geschriebene Buch liefern. Die meisten von uns Lesern sind zu spät geboren, um die ersten Tage der neuen Band miterlebt zu haben. Alles war schon da - Die Sonne, der Mond, und die Rolling Stones.

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Ja, es ist eine Biographie der Rolling Stones. Aber auch deutlich mehr. Und das hebt dieses, nebenbei bemerkt mit Herzblut geschriebenes und im sprachlichen Fluss wunderbar zu lesendes, Buch ab von den vielen, vielen anderen Betrachtungen der (fremdernannten) „Greatest Rock´n Roll Band oft he World“. Denn Rich Cohen, „zu spät Geborener“, fängt vor allem eins ein, wenn er den Weg der Band und der einzelnen Band-Mitglieder (auch den von Ian Stewart, dem „6. Stone“, der schon früh „nicht mehr auf die Bühne sollte“ (zu hässlich) nachvollzieht. Die Kraft der Musik, der Lebenshaltung, der „Gang“, für die die Stones in den ersten 20 Jahren standen (mit allen Brüchen des Bildes). Dieses Anliegen strömt dem Leser aus jeder Seite des Buches entgegen. Die „Verfallenheit“ an eine Kraft der Musik, die „Milleniumskinder“ mit ihrem Napster und Spotify nicht nachfühlen können (woran die Stones nicht unschuldig sind in späteren Jahren) und die Cohen intensiv vermittelt. Was erklärt, warum eine prägende Figur für die westliche Blues Musik, Muddy Waters, in seiner biographischen Darstellung mehr Platz erhält als mancher Rolling Stone, der auf einer Seite in seinem Lebenslauf abgehandelt wird. Journalist beim „Rolling Stone“, Tour-Begleiter der Stones bei der 94er Tour, vor allem Keith Richard (besser dem, für das er steht) fast Verfallen, dennoch aber auch im Buch in der Lage, hohe Distanz zu wahren und die Schattenseiten, die Arroganz, die Kälte vor allem der beiden „Haupt-Stones“ ohne Schnörkel in den Raum zu stellen. Was umso klarer und prägnanter wirkt, wenn es von einem „Insider“, einem echten Fan der Band festgestellt wird (jener „alten Band“, nicht der „Vermarktungsmaschine“ der letzten 25 Jahre). So ist es kein Widerspruch, wenn Cohen einerseits wie ein schwärmender Teenager formulieren kann: „Ich liebe Keith. Er verkörpert für mich die Kunst des Lebens und Überlebens. Er weist den Weg, in Würde zu altern. Mick ist eine Laune der Natur, man kann ihn nicht kopieren, nur genießen. Keith hingegen----- Ich befürchte, ich kann es nicht leugnen, ich hätte wirklich gern ein Baby von Keith“. Womit, das erschließt sich aus dem Kontext, eher grundsätzlich gemeint ist, dass Keith Richards für den Autor die Summe echten Rock´n Rolls darstellt. Das immer leicht vernebelt Wirkende, die völlige Hingabe an die Musik. Eine Musik, die für eine ganze Generation (im Gesamten all der Blues und Rockbands jener Tage), Lebenselixir war. Wo ein Lied das Leben verändern konnte, wo in der Musik Geheimnisse, Aufstand, Rebellion, Freiheit winkte. Ohne dass dies Cohen daran hindern könnte, die brachiale Kälte auch eines Keith Richards (und eines Mick Jagger) zu beleuchten. Die Weggefährten einfach so entsorgten, wenn es zu viel wurde (gerade Gram Parson ist hier ein tragisches Beispiel von Richards Seite aus, tragischer noch als Brian Jones). „Keith sollte die nächsten Jahre damit verbringen, Gram und ihre besondere Beziehung zu verklären, doch als Gram auf ein Häufchen Elend reduziert war, glänzte Keith durch Abwesenheit“. Wie Keith und auch Mick selbst bei der Beerdigung von Brian Jones abwesend waren. So, wie Mick und Keith einander abwesend wurden. Und nur noch mit Häme miteinander kommunizieren. Mit dem Höhepunkt der Autobiographie „Live“ von Richards. Aber schon lange zuvor war dieses „Buddy-Getue“ auf der Bühne nur noch Show. Fein arbeitet Cohen heraus, dass „das Ende einer intimen Freundschaft“ Ende der 70er die Zäsur bedeutet hat, nach der die Stones nur noch als eine Art „Musical“ auf die Bühne kletterten. Als galt: „It´s only Rock´n Roll“ und eben nicht mehr ein Mysterium des Lebens und für das Leben. Und dennoch, davor lagen Jahre von intensiver Bedeutung, der Kraft, sich neu zu erfinden, der Kraft, „echte“ Musik zu schreiben, die Millionen mitriss. Davor lag Altamont, die erste Tour vor leeren Hallen in Amerika, der kleine Club in London, wo der Schweiß von der Decke troff und die gesamte Wucht der technisch noch höchst unfertigen Band alle elektrisierte. Auch wenn Lennon / Mccartney zunächst einen Hit für die Stones schrieben. „Es ist mehr als nur Musik. Es ist das Land, das Königreich, in dem ich mein ganzes Leben verbracht habe“. Denn als Cohen geboren wurde, gab es die Stones bereits. Es gab die Sonne, den Mond und die Rolling Stones. Zur eigentlichen „Party“ kam Cohen zu spät, wie er 94 feststellt, als er all die gestandenen, faltigen Ikonen der 60er Jahre im Umfeld der Stones trifft. Aber zur inneren Bedeutung, da kam er gerade zur rechten Zeit. Und ist in der Lage, diese Essenz, dieses Lebensgefühl, den Sog der Band und der Zeit, das scheitern an neuen Lebensmodellen samt häufig frühem Tod durch Drogen, den Unterschied zwischen Beatles und Stones und den kreativen Prozess des Schaffens in den „besten Jahren“ emotional dicht für den Leser nachzuvollziehen. Ein grandioses Buch über die Liebe zur Musik, über die Bedeutung des Rock´n Roll, über eine andersartige Band und, auch, über den Verfall der Musik und des Lebens an sich. „Am Ende des Tages mag es zwar verletzte Gefühle geben, doch die Sprache des Geldes ist lauter“. „Restverwertung“, das mag die Gegenwart sein (die Cohen nicht auslässt, aber recht kurz abhandelt), aber „die Fülle des Lebens“, das war der Teil des Wegs, den Cohen bis heute in sich trägt und hier vor Augen legt.

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Gibt es da draußen eigentlich wirklich noch jemanden, der die Rolling Stones nicht kennt? Kaum vorstellbar, denn immerhin sind Hits wie „(I can't get no) Satisfaction“, „Angie“ und „Start me up“ absolute Welthits. Wnngleich der letzte Nummer 1 Titel schon sehr, sehr lange her ist, sind die Altrocker immer noch eine der beliebtesten und bekanntesten Bands überhaupt und dürfen sich nach Jahrzehnten im Business über eine riesige Fanbase freuen. Das bedeutet auch, dass es kaum etwas an Merchandising gibt, das es nicht gibt. Auch Biografien gibt es massenhaft, ob offiziell oder inoffiziell, ob von Fans geschrieben oder von Fachjournalisten. Bedarf es da tatsächlich einer weiteren Biographie über die Briten? Eigentlich nicht. Das Wörtchen „eigentlich“ ist hier aber nicht nur ein Füllwort, sondern eine Einschränkung, die besagt: eigentlich nicht, in diesem Fall aber schon! „Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones“ stammt aus der Feder von Rich Cohen und ist im btb Verlag erschienen. Und dieser Rich Cohen ist nicht irgendjemand, der die Stones mal flüchtig getroffen hat oder mit gefährlichem Halbwissen glänzt. Rich Cohen war selbst mit der Band unterwegs und durfte sie als Journalist wirklich gut kennenlernen, wurde zum wahren Stones-Insider. Die Informationen, die er in diesem Buch veröffentlicht, stammen also aus erster Hand. Gut, das ist nun für eine Biografie nicht unbedingt außergewöhnlich, was jedoch wirklich außergewöhnlich ist, ist der Schreibstil des Buches. Wir bekommen es hier nämlich nicht mit einer trocken runter geschriebenen Chronik zu tun – obwohl die Ereignisse natürlich in chronologischer Reihenfolge erzählt werden. Vielmehr schreibt Cohen so, dass man sich als Leser so fühlt, als wäre man mitten im Geschehen. Wer gerne spannende Romane liest, kennt sicher dieses Gefühl, in eine fiktive Welt abzutauchen, wenn er ein spannendes Buch in der Hand hält. Und genau dieses Gefühl stellt sich auch beim Lesen von „Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones“ ein. Tatsächlich mischt der Journalist, der längst zum Stones-Fan geworden ist, trockene Fakten mit erlebten Ereignissen, sodass sich das Buch phasenweise wie ein Roman liest und nicht wie eine Biographie. Das wiederum führt dazu, dass der Leser – selbst wenn er bereits noch so viel über die Band weiß – unbedingt erfahren möchte, wie es denn nun weiter geht. Ebenfalls besonders ist, dass Rich Cohen zwar der Band sehr nahe gekommen ist und seine Liebe zu der Musik deutlich heraus zu lesen ist, er aber dennoch die nötige journalistische Distanz besitzt, um ernste Themen wie die Drogenexzesse nicht zu beschönigen. Es mag zwar sein, dass die vor wenigen Jahren veröffentlichte Stones-Biografie „Life“ von Keith Richards himself als DIE Stones-Biografie überhaupt in die Geschichte eingehen wird, aber „Die Sonne, der Mond und die Rolling Stones“ reiht sich garantiert direkt dahinter ein, sodass das Buch einfach ein Muss für jeden Stones-Fan und Musik-Interessierten ist!

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