Leserstimmen zu
Die Schuld jenes Sommers

Katherine Webb

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Ich habe es gern gelesen.

Von: TubiBrest

04.09.2020

Der Schreibstil ist für mich neu. Ich habe vorher noch kein Buch von Katherine Webb gelesen. Ist aber sicherlich nicht das Letzte. Die Geschichte ist spannend und gut zu lesen. Ich konnte mich sehr gut in sie hinein versetzen.

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Inhalt: Auch vierundzwanzig Jahre nach ihrem Verschwinden hat Frances ihre beste Freundin Wyn nicht vergessen und möchte an derem Geburtstag ein wenig allein sein und an sie denken. Deshalb gibt sie den kleinen Davy zu Freunden, die inzwischen auf ihn aufpassen sollen. Doch ausgerechnet in dieser Nacht werden überraschend Bomben über Bath abgeworfen und Davy verschwindet spurlos. Frances macht sich sofort auf die Suche nach dem Jungen. Während Davy verschwunden ist, haben jedoch die Bomben etwas anderes ans Licht gebracht: Wyns sterbliche Überreste. Was ist damals wirklich passiert und wieso kann Frances sich kaum an den letzten Sommer mit ihrer besten Freundin erinnern? Je mehr die junge Frau in die Vergangenheit zurückreist, desto deutlicher wird ihr bewusst, dass sie damals eine entscheidende Rolle gespielt hat … . Meine Meinung: Ich liebe die Bücher von Katherine Webb, deswegen musste ich auch dieses hier lesen. Anders, als bei ihren anderen Werken spielen hier jedoch nicht zwei verschiedene Protagonisten eine Rolle, sondern nur Frances, deren Leben einmal in der Gegenwart als junge Frau und das andere Mal in der Vergangenheit als kleines Mädchen erzählt wird. Dabei bewegen sich die Erzählstränge zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg. Ich fand es anfangs etwas schade, dass die Protagonistin hier in ihre eigene Vergangenheit eintaucht und wir keinen außenstehenden Blick bekommen, aber im Nachhinein war das genau die richtige Wahl. Zu Beginn lernt man Frances als erwachsene Frau kennen, die gerade nach einer gescheiterten Ehe wieder bei ihren Eltern eingezogen ist und auf den kleinen Davy aufpasst. Dieser ist der Neffe ihrer verstorbenen besten Freundin. Rasch merkt man, dass die Protagonistin auch vierundzwanzig Jahre nach dem Verschwinden von Wyn immer noch nicht damit abgeschlossen hat. Das wird dadurch verstärkt, dass nach einem Bombenangriff auch noch Davy verschwindet, auf den sie eigentlich aufpassen sollte. Von Schuldgefühlen überwältigt, macht sich die junge Frau auf die Suche nach dem Jungen. Diese gerät jedoch ein wenig in den Hintergrund, als die Knochen von Wyn gefunden werden. Sofort ist Frances sich sicher, dass an der Geschichte irgendetwas nicht stimmt und sie möchte Antworten auf all ihre Fragen und stellt deswegen Nachforschungen an. Dabei kommen auch immer wieder Erinnerungsfetzen ans Licht. Scheinbar hat Frances die Ereignisse aus dem Sommer von Wyns Verschwinden total verdrängt. In diese Erinnerungen tauchen wir durch Rückblenden hautnah ein und können so selbst erleben, was damals passiert ist. Allerdings bekommen wir nie einen Wissensvorsprung als Leser, sondern können nur Frances‘ Erinnerungen folgen. Dadurch hat man manchmal das Gefühl, nicht so recht in der Geschichte voran zu kommen und auf der Stelle zu treten, denn die Geschehnisse jenes Sommers kommen nur sehr langsam und Stück für Stück ans Licht. Für mich war das jedoch kein Problem, weil ich einfach das Ende etwas queer gelesen habe und somit schon wusste, was passiert war. Und ich muss gestehen, die Geschichte ging mir wirklich ordentlich unter die Haut. Es war so unglaublich schrecklich und erschütternd, was da passiert war, in welche Not sowohl Wyn, aber auch Frances geraten waren und wie die junge Frau mit den Ereignissen all die Jahre umgegangen ist und wie sie auch in Zukunft damit leben muss. Doch nicht nur die Geschehnisse jenes Sommers haben mich wirklich aufgewühlt, sondern die gesamte Familiengeschichte der Hughes. Jedes einzelne Mitglied hat sein eigenes Päckchen zu tragen und dabei war ich vor allem von Carys‘ (Wyns älteste Schwester) Schicksal ziemlich aufgewühlt und obwohl ich ihre Handlungen nicht verstehen konnte, konnte ich trotzdem ein Stück weit nachvollziehen, warum sie sich für diesen Weg entschieden hatte. Katherine Webb ist es mit ihren Figuren wirklich gelungen, mich sehr zu berühren. Ihre Charaktere handeln absolut authentisch und sie zeigt schonungslos auf, wohin sie deren Entscheidungen führen. Nicht immer ist nämlich der einfachste Weg, auch der bessere, was in dieser Geschichte ganz deutlich wird. Obwohl das Hauptaugenmerk in diesem Buch ganz klar auf der Familiengeschichte und dem Schicksal der beiden jungen Frauen liegt, bekommt man auch die Schrecken des Krieges hautnah mit. Doch dieses Mal geht es nicht um das Leid der Juden, denn es gab auch andere Unschuldige, die der Krieg hart getroffen hat. Man kann förmlich die Verzweiflung der Menschen spüren, die ihren ganzen Besitz oder Angehörige verloren haben, die ihre Liebsten vermissen und nicht wissen, was aus ihnen geworden ist, die Tag und Nacht im Einsatz sind, um anderen zu helfen und doch oft nur schlechte Nachrichten überbringen können. Man fühlt den Hunger und die Angst vor einem erneuten Angriff und würde so gerne vor all dem fliehen. Doch ich fand es wirklich gut, dass Katherine Webb hier auch einmal den Zweiten Weltkrieg aus einer anderen Sicht geschildert hat. Dieses Buch ist aber wirklich nichts für schwache Nerven. Insgesamt hat es eine sehr düstere Stimmung und auch, wenn es immer wieder kleine Lichtblicke gibt, begleitet man doch eine Protagonistin, die unter den Entscheidungen, die sie im Leben getroffen hat, sehr leidet, fast schon verzweifelt. Das kann einem beim Lesen sehr aufs Gemüt schlagen, ich fand es jedoch passend zur Geschichte. Trotzdem hat auch mich das Buch sehr aufgewühlt und konnte mich lange nicht loslassen. Doch das macht für mich eine gute Geschichte aus: Wenn sie in einem nachhallt. Fazit: „Die Schuld jenes Sommers“ von Katherine Webb ist in meinen Augen anders, als ihre anderen Romane. Er ist fast schon etwas schwermütig und hat mich mit seiner erschütternden Familiengeschichte wirklich sehr aufgewühlt. Trotzdem war dieses Buch ein echtes Highlight für mich, weil es mich auch sehr berührt, weil es mich zum Nachdenken gebracht hat und weil mir die Schicksale der Figuren sehr nahe gingen. Ein Buch, das definitiv unter die Haut geht. Von mir bekommt das Buch 5 Punkte von 5.

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Eine Zeitreise

Von: Sannesu

24.04.2020

Ich finde es sehr spannend, wie die Geschichte immer wieder zwischen Davy und Wyn erzählt wird. Die Geschichte bewegt sich zwischen zwei Zeiten. Ich mag das Buch, obwohl es nicht gerade einfach zu lesen ist; man muss auf die Parallelen der beiden Zeiten achten. Ich bedanke mich dafür, dass ich das Buch vorweg lesen durfte!

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Fesselnd!

Von: derMaerzhase

14.04.2020

Irgendwie war der Winter so trubelig, dass es mir erst jetzt gelungen ist, dieses Buch zu lesen - aber dafür konnte ich es nun kaum aus der Hand legen. Der Autorin gelingt es wunderbar, den Leser gefangen zu nehmen in dieser Geschichte die so voll mit Rätseln und Geheimnissen ist. Die Figuren sind so lebhaft gezeichnet, dass man sich nicht wundern würde, wenn man mal auf eine trifft und auch das Setting im Weltkrieg ist sehr bildhaft beschrieben. Obwohl ich das normalerweise gar nicht mag, wenn eine Geschichte im Krieg spielt, so finde ich es hier passend und gut geschrieben. Definitiv eine Empfehlung!

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Ganz ok, aber leider nicht mehr

Von: Mirjam Lutter

07.04.2020

Als im britischen Bath 1942 ein Bombenangriff der Deutschen stattfindet, wird die Protagonistin Frances schmerzlich an den Sommer 1918 erinnert. Damals verschwand ihre gleichaltrige Freundin Wyn mit 6 Jahren spurlos. Nun wird nach einem Bombeneinschlag ihr Skelett nach all den Jahren gefunden. Gleichzeitig ist der kleine Davy nach dem Bombenangriff spurlos verschwunden und Frances, die auf ihn aufpassen sollte, sucht ihn verzweifelt. Hängen die Ereignisse zusammen? Was passierte im Sommer 1918 wirklich? Ich fand das Buch ganz ok - nicht mehr und nicht weniger. Es war relativ flüssig zu lesen und hatte auch eine gewisse Spannung zu bieten. Aber (es gibt leider ein deutliches Aber) die ständigen Versuche von Frances, sich an die Ereignisse im Sommer 1918 zu erinnern, wurden immer zäher und gingen mir zunehmend auf die Nerven. Außerdem war die eingestreute Liebesgeschichte für meinen Geschmack auch sehr platt und überflüssig für die Story. Ich hätte mir grundsätzlich etwas mehr Tiefgang gewünscht!

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1918 : Wyn verschwindet an einem Augusttag spurlos. Verantwortlich dafür gemacht wird ein geflüchteter Kriegsgefangener. 24 Jahre danach: der kleine Davy verschwindet in der Bombennacht auf Barth. 1942: Bombenangriffs auf Bath. Die Überbleibsel von Wyn werden durch eine Bombe freigelegt.  France Leben gerät vollkommen aus den Fugen. Erst verschwindet ihre beste Freundin spurlos und 24 Jahre später Wyns Neffe, auf den sie aufpassen sollte. France lässt beides keine Ruhe und setzt alles dran, Davy zu finden, aber auch endlich den Mord an Wyn aufzuklären. Sie hat nie dran geglaubt, dass der gefangene es war. Mit viel Geduld und einem wahnsinnigen Willen wird das Knäul der verstrickten Fäden und Handlungen nach und nach von France aufgerollt und die Wahrheit kommt ans Tageslicht. Meine Meinung: Das Buch ist in zwei Zeitebenen geteilt. Immer wieder wird man ins Jahr 1918 zurückversetzt und fängt nach und nach alles an zu verstehen. Diese Rückblende ist manchmal sehr düster und manchmal wahnsinnig bedrückend. Man erfährt, dass Wyn kein leichtes Leben hatte, auch wenn sie als Lieblingstochter ihres Vaters galt, musste sie sich oft seiner Willkür aussetzen. Viel Schläge, wenig Essen, keine schöne Zeit. Da war die Freundschaft zu France für Wyn ein echter Segen. Beeindruckt hat mich der kämpferische Wille von France, zu beweisen, dass der eigentliche Mörder noch rumläuft. Auch etliche Rückschläge bringen sie nicht ab alles ans Tageslicht zu holen. Mir kam es manchmal so rüber, dass France mehr als leidet und sich auch eine riesige Schuld gab. Ihre Nachforschungen und Fragen, sind für viele ein Dorn im Auge.  Ich muss gestehen, ich brauchte schon 100 Seiten, um endlich ins Buch zu kommen. Öfter hatte ich überlegt, ob ich abbrechen soll.  Hat man sich erst einmal durchgebissen, wird es ein spannend interessantes Buch, was manchmal gewaltig an die Nieren geht. Die Protagonisten werden ausdrucksstark dargestellt, die mit Verzicht, Verlust und viel Schmerz leben müssen. Dadurch kommt dieser Roman sehr komplex und stark rüber. Man spürt beim Lesen, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat.  Wäre diese lange Anlaufzeit ins Buch nicht gewesen, hätte ich 5 Sterne vergeben.

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Frances und Wyn waren unzertrennliche Freundinnen, so verschieden sie auch waren. Wir erleben sie in der früheren Zeitebene 1918 in Bath und lernen die beiden aufgeweckten Mädchen im Alter von 7 kennen. Welche Geheimnisse dazu führen, dass Wyn plötzlich wie vom Erdboden verschwindet müsst ihr natürlich selbst lesen. :) In der 2. Zeitebene ist Frances erwachsen und hat auch heute ihre Freundin nie vergessen. Aber das Leben ging natürlich weiter und Frances ist heute eine Frau die ihren Mann steht. 1938 wird Bath bombardiert und der Junge Davy, auf den Frances aufpassen soll, verschwindet im Chaos des Bombenangriffs. Frances sucht ihn verzweifelt. Ob sie ihn lebend wieder finden kann? Was eine der Bomben zu Tage fördert, reißt alte Wunden in vielen der Einwohner wieder auf. Ich finde, dass Katherine Webb gewohnt flüssig schreibt. Sie springt geschickt in den Zeitebenen und hält den Spannungsbogen so gekonnt aufrecht. Die Umgebung Bath‘ wird sehr lebendig beschrieben. Ich konnte mir alle Figuren sofort lebhaft vorstellen. Die weiblichen Protagonistinnen vor allem, sind allermeist sehr fortschrittliche Frauen, die für die Zeit sehr modern und stark wirken. Frances als Protagonistin zB ist getrennt lebend von ihrem Mann und das war sicherlich damals sehr ungewöhnlich. Das Kriegsgeschehen spielt eine eher untergeordnete Rolle, daher kann man das Buch auf jeden Fall auch dann empfehlen, wenn man ein „Zweiter Weltkriegs Setting“ nicht so gern liest. Die Geschichte ist ungewöhnlich, verzwickt und spannend. Ich habe super gern mitgerätselt und fand das Ende sehr stimmig. 4,5 Sterne ⭐️

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Die Schuld jenes Sommers

Von: Bookgirl

19.01.2020

Die Autorin entführt in dem historischen Roman „Die Schuld jenes Sommers“ die Leser ins England des 20. Jahrhunderts. Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen, die durch die Kapitelüberschriften leicht zu unterscheiden sind. 1916 - 1918: Das schüchterne Mädchen Frances freundet sich mit der gleichaltrigen furchtlosen Wyn an. Sie werden zu besten Freundinnen und haben ein gemeinsames Geheimnis. Eines Tages verschwindet die 8-jährige Wyn spurlos. Bei der Suche nach ihr findet man Kleidungsstücke, ein vermeindlich Verdächtiger wird verurteilt. Die inzwischen erwachsene Frances quält sich auch über 20 Jahre nach dem Verschwinden ihrer Freundin mit quälenden Fragen: „Wurde ein Unschuldiger verurteilt? Hätte ich das Verbrechen verhindern können?“ 1942 Nacht der Bombardierung und die Tage danach : Die kinderlose Frances, die regelmäßig auf den Neffen ihrer damals verschwunden Kindheitsfreundin Wyn Davy aufpasst, übergibt den Jungen an ein älteres Ehepaar zur Aufsicht. Sie selbst braucht Zeit zum Nachdenken, da es sich an diesem Tag um den Geburtstag von Wyn handelt. Erinnerungen an damals werden wieder wach. In dieser Nacht wird Bath bombardiert. Das Ehepaar, welches auf Davy aufgepasst hat, wird tot in den Trümmern seines Hauses gefunden. Von Davy jedoch fehlt jede Spur. Die Mutter Carys gibt Frances die Schuld an seinem Verschwinden. Frances macht sich große Vorwürfe, dass sie nicht bei Davy geblieben ist. Als dann noch bei Aufräumarbeiten das Skelett von Wyn vor deren Elternhaus gefunden wird, weckt die Konfrontation mit der Vergangenheit wieder Zweifel bei Frances: Hat sie sich als Kind richtig verhalten? Von Schuldgefühlen geplagt macht sie sich auf die Suche nach Davy. Dieses gestaltet sich zwar als schwierig, aber Frances gibt nicht auf und sucht verzweifelt und hartnäckig, bis sie das Kind tatsächlich lebend findet. Doch selbst jetzt ist Frances nicht beruhigt, schließlich stellt sie sich der Vergangenheit und will ihre verdrängten Erinnerungen aufarbeiten. Sie ist überzeugt, dass man damals die falsche Person verurteilt hat und ist entschlossen, immernoch den wahren Mörder von Wyn zu finden. Der Leser fragt sich: Wieso fühlt sich Frances schuldig? Was hat sie versucht zu verdrängen, dass sie bis heute verfolgt? Durch den bildhaften Schreibstil der Autorin konnte ich mich gut in die Gefühlslage der Hauptdarstellerin versetzen. Man spürt die Traurigkeit über den Verlust der Freundin, die Verzweiflung, in Kindheitstagen etwas falsch gemacht zu haben. Aus dem damals ängstlichen Kind Frances wurde mit der Zeit eine mutige, starke Frau im Erwachsenalter. Der Krieg als historischer Hintergrund spielt für die Handlung eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht die Protagonistin mit Ihrem Gefühlchaos und der Suche in ihren Erinnerungen nach der Wahrheit. Leicht zu lesen. Gute Unterhaltung. Gern spreche ich eine Leseempfehlung dafür aus.

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