Leserstimmen zu
Die Schuld jenes Sommers

Katherine Webb

(28)
(36)
(21)
(6)
(1)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Verdrängen ist keine Lösung

Von: Catharina Luft genannt Pläsir

21.12.2019

Frances wird verfolgt von Trauer und der Frage, was mit ihrer besten Freundin Wyn vor vierundzwanzig Jahren geschehen ist. Im Jahr 1942 verschwindet auch der kleine Davy in der Nacht eines Bombenangriffs. Frances wird geplagt von Schuldgefühlen, denn sie hätte auf ihn aufpassen sollen in dieser Nacht. Als dann durch den Einschlag einer Bombe das Skelett ihrer verschwunden Freundin auftaucht, kommen Erinnerungen hoch. Während für die Polizei der Fall der verschwunden Wyn abgeschlossen ist, gibt es einige Ungereimtheiten. So stellt sich ziemlich schnell heraus, dass ein Unschuldiger für eine Tat büßen musste, die er nicht begangen hat. Frances muss sich an das erinnern, was passiert ist, damit der wahre Mörder gefasst werden kann. Die Geschichte von Frances und dem was geschehen ist, wird von Katherine Webb aus zwei verschiedenen Zeiten erzählt. So wird die Geschichte begonnen mit den Bombenangriffen im Jahr 1942, dem Jahr, in dem die Erinnerungen an das Verschwinden von Wyn wieder an die Oberfläche gelangen. Auf der zweiten Zeitebene ist es das Jahr 1918. Es ist das Jahr, in dem Wyn verschwunden ist. Frances versucht ihre verdrängten und tief in ihr verborgenen Erinnerungen an diese Zeit und ihr Wissen rund um die Geschehnisse zurückzuholen. Katherine Webb beschreibt die innere Zerrissenheit von Frances auf eindrucksvolle Weise. So will sie das Verschwinden ihrer besten Freundin endlich aufklären und hat gleichzeitig aber große Angst vor der Wahrheit. Die dunklen Schatten der Vergangenheit werden mit der fortlaufenden Handlung immer lebendiger. Die Geschichte rund um das tatsächliche Geschehen und um das Verschwinden bietet einige dramatische Elemente, die die Spannung im Laufe des Romans immer höher treiben. Auch dass sich langsam herauskristallisiert, wer der wirkliche Mörder Wyns ist, tut der Spannung keinen Abbruch. "Die Schuld jenes Sommer" zeichnet sich aus durch die hohe Intensität und Spannung, die im Laufe der Handlung immer weiter aufrecht erhalten werden. Es ist ein Roman, der seinen Leser in den Bann zieht, ihn am Geschehen teilhaben lässt und nicht mehr loslässt. Die Geschichte rund um das Verschwinden von Wyn und Davy ist so bewegend wie authentisch. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr ansprechend, sodass ich diesen Roman kaum aus der Hand legen konnte.

Lesen Sie weiter

April 1942. Die englische Stadt Bath wird angegriffen. In diesem Tumult verschwindet der kleine Davy. Frances, die auf ihn achten sollte, hat schwere Schuldgefühle, da ihre beste Freundin, Davys Tante, vor 24 Jahren ebenfalls spurlos verschwand. Es wurden nur Teile ihrer Kleidung gefunden. Die dunklen Schatten der Vergangenheit sind bis heute Teil von Frances' Leben. Sie weiß, dass ein Unschuldiger für den Mord an ihrer Freundin getötet wurde. Ihr fällt nicht ein, was sie damals beobachtete, als sie Wyn zum letzten Mal sah. Frances ist fest entschlossen, das Rätsel um Wyns Ermordung und Davys Verschwinden zu lösen. Die Charaktere sind gut gezeichnet und haben Tiefgang. Die Geschichte ist spannend erzählt und lädt zum Weiterlesen ein. Man bekommt Lust auf andere Werke der Autorin. Allerdings konnte ich nicht nachvollziehen, warum Frances sich von Davys Mutter, die gleichzeitig Wyns Schwester ist, wegen seines Verschwindens solche Vorwürfe und Beschimpfungen gefallen lässt. Frances ist letztendlich die Einzige, die unermüdlich nach ihm sucht und daran glaubt, dass er noch lebt. Dennoch ist der Roman sehr gut geschrieben und bekommt von mir 5 Sterne. Das Bedrückende des Krieges wird in diesem Roman greifbar. Das tragische Schicksal zweier Familien lässt einen auch nach Beendigung des Romans nicht los. Falls diese Rezension noch nicht gelungen ist, möge man mir verzeihen. Es ist meine erste.

Lesen Sie weiter

Die Frage nach der "Schuld"

Von: Tanjas Buchgarten

18.12.2019

Eine berührende, melancholisch angehauchte Geschichte über persönliche Schuld und Verdrängen sowie die daraus resultierenden Folgen. Eingebarbeitet in den historischen Kontext, vor dessen Hintergrund die Reaktionen und Handlungsweisen der Protagonisten verständlich werden. Die Geschichte selbst wird in zwei Zeitebenen erzählt. Mit dem Verschwinden Davys und der Entdeckung von Wyns Leiche wird ihre beste Freundin Frances von ihrer verdrängten Vergangenheit eingeholt. So erlebte ich als Leser die Suche nach Davy und das Leben in Bath im Jahre 1942 mit. Ging mit Frances auf Spurensuche – und erfuhr durch die langsam und bruchstückhaft wiederkehrenden Erinnerungen von Frances, was zur Zeit von Wyns Verschwinden geschah. Sehr gut herausgearbeitet wurde hier die Frage/die verschiedenen Aspekte der Schuld. Wer ist Schuld am … Krieg, wem wird die Schuld in die Schuhe geschoben, wer ist für meinen Kummer verantwortlich, gebe ich mir selbst – gerechtfertigt – oder ungerechtfertigt die Schuld an den Geschehnissen. Von mir eine klare Leseempfehlung für alle, die sich mit dem Thema der „Schuld“ auseinandersetzten möchten.

Lesen Sie weiter

Die Schuld jenes Sommers

Von: dorli

17.12.2019

Bath im Südwesten Englands, 25. April 1942. Wie so oft passt Frances Parry auf den 6-jährigen Davy auf. Da dieser Tag der Geburtstag ihrer vor 24 Jahren verschwundenen Freundin Wyn Hughes ist, lässt Frances Davy am Abend bei dem befreundeten Ehepaar Landy zurück, um für ein paar Stunden allein mit ihren Erinnerungen zu sein. Als sie auf dem Beechen Cliff hoch über der Stadt zur Ruhe kommen will, bricht das Chaos in Form eines deutschen Luftangriffs über Bath herein. Am nächsten Tag muss Frances erfahren, dass die Landys ums Leben gekommen sind und von Davy jede Spur fehlt. Während der verzweifelten Suche nach dem Jungen trifft Frances der nächste Hieb – der Einschlag einer Bombe hat im Garten der Hughes Wyns Skelett zu Tage gefördert… Schon nach wenigen Seiten zeigt sich, dass die Erlebnisse in ihrer Kindheit Frances’ Lebensweg umfassend geprägt haben und sie eine ungeheure Last mit sich herumschleppt, die sich einfach nicht abschütteln lässt. Die aktuellen Ereignisse lassen die alten Wunden aufbrechen - die Sorge um Davy und die damit einhergehenden Selbstvorwürfe, für sein Verschwinden verantwortlich zu sein, geben jahrelang schwelenden Schuldgefühlen neue Nahrung: Frances fühlt sich nicht nur mitschuldig an Wyns Tod, sie ist sich jetzt auch sicher, dass ein Unschuldiger für die Tat büßen musste, weil sie damals nicht in der Lage war, über ihre Beobachtungen zu sprechen. Sie will den wahren Mörder zur Strecke bringen, doch das ist leichter gesagt als getan, denn die tief in ihrem Gedächtnis vergrabenen Erinnerungen an die Geschehnisse im Sommer 1918 weigern sich hartnäckig, wieder zum Vorschein zu kommen. Katherine Webb gelingt es ausgezeichnet, Frances innere Zerrissenheit darzustellen - dem Drang, die tatsächlichen Ereignisse von vor 24 Jahren endlich ans Licht zu zerren und damit den damals verurteilten Kriegsgefangenen zu rehabilitieren, steht die fast übermächtige Angst gegenüber, der Wahrheit ins Gesicht sehen zu müssen. Die Geschichte wird im Verlauf der Handlung immer dramatischer; sich ständig wiederholende Erinnerungsfetzen und das Entdecken kleiner Hinweise bringen nicht nur Frances immer näher an die Wahrheit, sie treiben die Spannung auch mehr und mehr in die Höhe und haben mich durchweg mit Frances mitfiebern lassen. Dass man als Leser schon recht bald eine Ahnung hat, um wen es sich bei dem wahren Täter handelt, nimmt der Geschichte dabei zu keiner Zeit die Intensität. In die laufende Handlung sind mehrere Rückblenden in die 1910er Jahre eingeflochten, in denen man die gemeinsame Zeit der Mädchen von ihrem Kennenlernen bis hin zu Wyns plötzlichem Verschwinden mitverfolgen kann. Diese Einschübe runden Frances Spurensuchen ab und liefern darüber hinaus auch die Begründung dafür, warum die damals 8-jährige Frances nicht in der Lage war, ihr Wissen preiszugeben, sondern dieses hinter hohen Mauern in den Tiefen ihres Gedächtnisses vergraben hat. „Die Schuld jenes Sommers“ hat mir sehr gut gefallen - ein mitreißender Roman, der anschaulich und eindringlich erzählt wird und den Leser intensiv an dem Schicksal der Akteure teilhaben lässt.

Lesen Sie weiter

Kurzweiliger Roman

Von: Gabi

15.12.2019

Der Roman "Die Schuld jenes Sommers" spielt in zwei Zeitebenen: Im Jahr 1918 kurz vor Ende des Krieges und im Jahr 1942. Durch die Verknüpfung der beiden Handlungen, wird man immer zum weiterlesen animiert. Die Autorin schreibt eine spannende Geschichte über Schuld, Gefühle, das Erwachsen werden in Zeiten der beiden Weltkriege. Die Entwicklung/Lösung der Geschichte habe ich so nicht erwartet. Der Roman hat mich bestens unterhalten!

Lesen Sie weiter

Ein Roman in zwei Kriegen

Von: ManuKind

13.12.2019

Die Schuld jenes Sommers Von Katherine Webb Für Frances ist es ein Albtraum, als der kleine Davy verschwindet, der sich in ihrer Obhut befindet. Durch diesen schrecklichen Vorfall tauchen Erinnerungen aus ihrer Kindheit auf, die lange Zeit verdrängt wurden. Vor vielen Jahren verschwand ihre beste Freundin Wyn und wurde nie gefunden. Was passierte damals mit der kleinen Wyn? Wurde der kleine Davy beim Bombenangriff getötet? Frances durchlebt zwei Höllen gleichzeitig. Sie sucht verzweifelt nach Davy und stellt sich den langsam greifbar werdenden Erinnerungen ihrer Kindheit. Sie fühlt sich an so vielen Dingen schuldig, aber ist sie es auch? Ich habe den Roman von Katherine Webb sehr gerne gelesen, konnte ich mich doch in ihren Beschreibungen regelrecht suhlen. Das hat mir sehr gefallen. Einfühlsam und bilderreich erzählt sie die Geschichte über die Zeit aus Frances Kindheit, als ihre beste Freundin plötzlich verschwand. Ebenso gekonnt bringt sie dem Leser die erwachsene Frances nahe. Man versteht, warum Frances ihren Mann verließ, wonach sie sucht. Am Ende des Buches hat man auf jede Frage eine Antwort. Ab und zu hätte die Autorin die Geschichte ein klein wenig kürzen können, denn ich hatte hin und wieder das Gefühl, die Geschichte geht stellenweise nicht voran. Trotzdem hat das Lesen mir Freude bereitet und ich folgte der Autorin gerne durch ihre Erzählung. Die Protagonistin ist mir ans Herz gewachsen, ebenso die kleine Wyn und ihr Bruder Owen. Die Charaktere sind stark und einprägsam und das ist für eine Geschichte sehr wesentlich. Ein großes Dankeschön möchte ich der Übersetzerin aussprechen. Mir bereitet es jedesmal große Freude, wenn ich ein fehlerfreies Buch in den Händen halte.

Lesen Sie weiter

Oft sind die Buchrücken verziert mit eher geschwollenen Sprüchen – bei diesem Buch ist die Widmung, wenn man es so nennen kann, zumindest zur Hälfte gut getroffen. Die Geschichte dreht sich wahrlich um „die Macht eines Versprechens“. Was sich zwei Mädchen versprechen, als sie gerade mal 8 Jahre alt sind, soll die Geschichte verhängnisvoll vorantreiben. Eigentlicher Kern der Erzählung ist nach meiner Meinung jedoch vielmehr die Macht, die Scham und Schuldgefühl, vor allem aber Angst über uns haben. Wir starten quasi mitten in der Geschichte und lernen zunächst kurz den kleinen Davy kennen, der direkt am Anfang in einer Bombennacht verschwindet, und natürlich Frances, in deren tragische, aber zugleich wunderbare Geschichte wir nun eintauchen dürfen. Wir erleben zwei sehr gut strukturierte Handlungsstränge, die sich am Ende wunderbar ineinander auflösen. Einerseits dürfen wir der kleinen Frances folgen und ihre Freundin Bronwyn kennenlernen, die am Ende des Ersten Weltkrieges nach einem Streit mit Frances spurlos verschwindet. Im Hier und Jetzt erleben wir mit, wie Frances nicht aufgibt, den kleinen Davy zu suchen aber vor allem bis sie endlich herausfindet, was sie so tief in sich vergraben und vergessen hat und somit aufdeckt, was damals 1918 wirklich geschehen ist. Eine fesselnde Geschichte, die einen nach ein paar Seiten erfasst und nicht mehr loslässt. Die Atmosphäre der beiden Zeiten hat mich absolut erreicht, ebenso die erschaffenen Charaktere, sodass ich es sehr bedaure, dass die Geschichte nach „nur“ 460 Seiten zu Ende ist.

Lesen Sie weiter

Geschichte in zwei Zeiten

Von: meg

10.12.2019

Die Schuld jenes Sommers erzählt die Geschichte von Frances im Jahr 1918 und 1942. Als Kind erlebt sie das ungeklärte Verschwinden ihrer besten Freundin, als Erwachsene wird diese Geschichte durch das Verschwinden eines kleinen Jungen, den sie betreut hat, wieder "hervorgeholt" . Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist interessant erzählt, sehr spannend, fast ein Kriminalroman. Man lebt und fiebert in beiden Zeiten mit, mit Frances als Kind und als Erwachsene. Durch diese Erzählweise wird die Geschichte an keiner Stelle langweilig. Man erfährt auf interessante Weise etwas über die Kriegszeiten und auch "fürs Herz" ist etwas dabei. Meine Meinung : Ein Buch, das sich wirklich zu lesen lohnt.

Lesen Sie weiter