Leserstimmen zu
Die Schuld jenes Sommers

Katherine Webb

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Schatten der Vergangenheit

Von: Snowbell aus Bad Nauheim

03.11.2019

Vor einigen Jahren habe ich die historischen Romane der englischen Schriftstellerin Katherine Webb entdeckt. Seitdem fiebere ich jeder Neuerscheinung entgegen. In ihrem Buch "Die Schuld jenes Sommers" führt sie ihre Leser in eine dunkle Epoche. Im April 1942 verschwindet der kleine Davy im Chaos eines Bombenangriffs auf die englische Stadt Bath. Frances wird von schrecklichen Schuldgefühlen geplagt. Warum nur hat sie Davy allein gelassen? Und lebt er noch? Am nächsten Morgen wird das Skelett eines kleinen Mädchens gefunden: Die Tote ist Frances Freundin Wyn, die vor über 20 Jahren spurlos verschwand. Und so taucht Frances während ihrer unermüdlichen Suche nach Davy ein in die Vergangenheit, deren dunkle Schatten sie bis heute begleiten. Doch sie ist fest entschlossen herauszufinden, was in jenem Sommer vor 20 Jahren geschah ... Das ansprechende Cover ist in warmen Farben gehalten. Der Betrachter blickt direkt auf einen gewundenen Weg, der durch eine naturbelassene Landschaft zu einem alten Haus führt. Es scheint ein warmer Sommerabend zu sein, die Sonne scheint untergegangen zu sein, aber von einer heiteren ländlichen Idylle kann keine Rede sein. Man ahnt eine drohende Gefahr, die irgendwo im Nirgendwo auf einen nichtsahnenden Spaziergänger lauert. Auch der aussagekräftige Titel zielt in die gleiche Richtung und weckt eine gewisse Erwartungshaltung , Angesiedelt ist der Roman in der englischen Stadt Bath im Südwesten Englands, wo die Schriftstellerin Katherine Webb ganz in der Nähe lebt. Diesmal nimmt sie ihre Leser mit in eine dunkle Epoche Europas, die von zwei Weltkriegen geprägt ist. Die Handlung spielt auf zwei zeitlichen Ebenen, nämlich im Jahre 1942 und in der Zeit des Ersten Weltkriegs, an die sich die Protagonistin Frances in Form von Rückblenden erinnert. Zentrales Motiv ist die verzweifelte Suche nach einem vermissten Kind, das in dem Leben von Frances eine besondere Rolle einnimmt. Man kann das literarische Können von Katherine Webb nur bewundern. Einfühlsam schildert sie die schreckliche Bombardierung Baths durch die deutsche Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Man erlebt das Chaos der Kriegswirren, man fühlt Hunger, Not und Verzweiflung der Zivilbevölkerung, die viele Schicksalsschläge ertragen muss. Die Grundstimmung dieses Romans ist düster; auch die Protagonistin Frances ist eine depressive, gebrochene Figur, die mit dem Gefühlschaos in ihrem Inneren ringt, als die Leiche ihrer ehemals besten Freundin Wryn gefunden und ein "cold case" wieder aufgerollt wird. Vorsicht: Spoiler! Mit einem Schlag wird die lange verdrängte Vergangenheit wieder lebendig, und Frances erinnert sich an ihre Kindheit in Bath. Während sie selbst in einer liebevollen Familie aufgewachsen war, stammte Wryn aus einer bitterarmen dysfunktionalen Familie, in der brutale Gewalt an der Tagesordnung war. Frances hat den Verlust ihrer besten Freundin nicht verarbeitet, nur verdrängt. Die schrecklichen Ereignisse haben ihr Leben zerstört. Nach dem Verschwinden von Wryn war ein geflohener deutscher Kriegsgefangener, der losen Kontakt zu den kleinen Mädchen hatte, für den Tod von Wryn verantwortlich gemacht und hingerichtet worden. Nun kämpft sie mit tiefen Schuldgefühlen, weil sie selbst niemals über eine an ihr begangene sexuelle Gewalttat in jenem Sommer gesprochen und durch ihr Schweigen wider besseres Wissen mitschuldig an einem grausamen Verbrechen geworden ist. Mit dem Roman "Die Schuld jenes Sommers" ist Katherine Webb ein packender historischer Roman um einen lange zurückliegenden Mord gelungen, in dem ein schockierendes Familiengeheimnis aufgedeckt wird. Mich hat dieses dramatische, emotionale Buch trotz einiger Längen überzeugt, und ich spreche eine klare Lese-Empfehlung aus.

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Bath 1942: Im Chaos eines Bombenangriffs ist der kleine Davy plötzlich unauffindbar. Frances, die auf den Jungen aufpassen sollte, macht sich auf die Suche. Sie ist verzweifelt, denn schon einmal ist ein Kind verschwunden: Vierundzwanzig Jahre zuvor war ihre beste Freundin Wyn nach einem Streit nie wieder aufgetaucht. Ausgerechnet in dieser schicksalhaften Nacht fördert der Einschlag einer Bombe das Skelett eines Kindes zutage. Das tote Mädchen ist Wyn. Frances ist zutiefst erschüttert, und dunkle Erinnerungen aus der Vergangenheit werden lebendig. Was geschah in jenem Sommer vor über zwanzig Jahren? Wo ist Davy? Und hat er überlebt? Vita : Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im englischen Hampshire auf und studierte Geschichte an der Durham University. Später arbeitete sie mehrere Jahre als Wirtschafterin auf herrschaftlichen Anwesen. Auf ihr großes internationales Erfolgsdebüt »Das geheime Vermächtnis« folgten weitere SPIEGEL-Bestseller-Romane. Nach längeren Aufenthalten in London und Venedig lebt und schreibt sie heute in der Nähe von Bath, England. Meine Meinung : In ihren neuesten Roman nimmt uns Katherine Webb mit auf eine Zeitreise. Wir befinden uns in Bath im Jahre 1942. Unsere Protagonistin, die zweiunddreißigjährige Frances soll während der Bombenangriffe auf den kleinen Davy aufpassen. Während sie ihn für kurze Zeit einem befreundeten Ehepaar überläßt, fallen die Bomben auf Bath und richten große Schaden an. Während dieser Kriegswirren verschwindet der kleine Davy. Das Ehepaaar, in dessen Obhut er sich befand, ist ums Leben gekommen und von dem kleinen Davy fehlt jede Spur. Tragischerweise ist Frances etwas ähnliches schon einmal passiert. Vor vierundzwanzig Jahren verschwand ihre achtjährige Freundin Wyn spurlos und tauchte nie wieder auf. Schrecklicherweise wurden jetzt in einem Bombenkrater die sterblichen Überreste der kleinen Wyn gefunden. Sie wurde im Garten ihres Elternhauses vergraben. Was ist damals passiert und was ist mit Davy geschehen? Wir lernen Frances kennen, die diesen tagischen Verlust nie überwunden zu haben scheint. Damals wurde zwar ein vermeintlicher Täter gefasst und hingerichtet, aber war er auch tatsächlich der Mörder? Da Frances mit zur damaligen Verhaftung beigetragen hat, bekommt sie nun Gewissensbisse. Hat man den falschen Mann hingerichtet? Unser Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Parallel zur aktuellen Zeit werden wir ins Jahr 1916 zurückversetzt. Dort lernen sich die zwei unterschiedlichen Mädchen Frances und Wyn als knapp sechsjährige kennen. Unterschiedlicher könnten die beiden kaum sein. Frances ist für ihr Alter gross und schlaksig, während die kleine, unerschrockene Wyn nur aus Haut und Knochen zu bestehen scheint. Trotzdem werden die beiden Freundinnen. Wir begleiten die beiden temporär bis zu Wyns Verschwinden. Uns als Leser ist schnell klar, dass damals der falsche Mann verhaftet wurde. Doch was ist zu jener Zeit wirklich geschehen ? Katherine Webb hat hier einen eindringlichen Roman über Freundschaft, Schuldgefühle und auch verdrängte Erinnerungen geschrieben. Bei mir hat es einige Zeit gebraucht, bis ich mit Frances warm geworden bin. Trotzdem habe ich mit ihr gefühlt und konnte mich gut in ihr Seelenleben hineinversetzen. Auch am Ende schaffte es Ketherine Webb wieder mühelos, mich mit der Auflösung komplett zu überraschen. Auf dieses Ende wäre ich so nicht gekommen. Dank der Erzählkraft der Autorin konnte ich mir das zerstörte Bath jener Zeit bildlich genau vorstellen. Das macht Katherine Webb für mich zu so einer hervorragenden Autorin. Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher dieser wunderbaren Schriftstellerin. Ich vergebe für dieses Buch die Höchstbewertung von 5 Sternen. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

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Katherine Webb Die Schuld jenes Sommers Hier wurde ein grandioser runder Roman der Extraklasse in Hörformat veröffentlicht. Die Erzählerstimme hätte passender nicht sein können. Perfekt! Der Roman ist auf zwei Zeitebenen aufgeteilt, die ideal miteinander verbunden sind. Die Protagonistin Frances hat vor dreißig Jahren ihre beste Freundin verloren. Wyn ist von jetzt auf gleich spurlos verschwunden und Frances fühlt sich auch heute noch mit verantwortlich. Sie passt seit ihrer Rückkehr nach Brain, hin und wieder auf den kleinen Davy auf dem sechsjährigen Neffen Wyns. Als Davy nach einem Bombardement spurlos verschwindet und Wyns Leichnam in den Trümmern gefunden wird glaubt Frances nicht an einen Zufall. Die Autorin versteht es meisterhaft ihre Leser zu fesseln. Ich war fasziniert und vollkommen gefangen in dieser inhaltsreichen und imposanten Geschichte. Die Protagonisten werden allesamt brillant beschrieben und sind fantastisch ausgearbeitet. Ich durfte die junge Frances ebenso erleben wie die Frau die sie dreißig Jahre später ist. Über die komplette Buchlänge legt sich eine magische Spannung, die mitreißend und einvernehmend ist. Hinzu wurde ich mit einem großartigen geschmeidig, fokkusiert und fliessenden Schreibstil verwöhnt. Ein wahrhaft gigantischer Roman der seinem Hörer eine unvergesslich Zeit schenkt und nachhaltig beeindruckt.

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Der Roman „Die Schuld jenes Sommers“ aus der Feder der Bestsellerautorin Katherine Webb führte mich als Leserin in das im Südwesten Englands gelegene Bath ins Jahr 1942. Damals wurde die Stadt am 25. und 26. April von der deutschen Luftflotte bombardiert. Die 32-jährige Protagonistin Frances Parry lebt nach der Trennung von ihrem Ehemann wieder bei den Eltern in Bath im Haus am Holloway. Neben ihrem Job als Gepäckträgerin am Bahnhof passt sie gerne auf den sechsjährigen Davy auf. Der Kleine ist der Neffe ihrer Freundin Wyn Hughes, an deren ungeklärtem Verschwinden im Jahr 1918 sie sich eine Mitschuld gibt. Der Roman beginnt am Tag vor der Bombardierung. An diesem Tag hätte Wyn Geburtstag gehabt und wie immer denkt Frances daran. Den Nachmittag über hat sie mit Davy gespielt, doch sie möchte eine Weile allein sein, darum bringt sie den Jungen zu Bekannten, die in der folgenden Nacht beim Luftangriff getötet werden, aber von Davy fehlt jede Spur. Dadurch wird bei Frances die Erinnerung an die Begebenheiten in jenem Sommer vor über zwanzig Jahren in besonderem Maße geweckt. Als bei den anschließenden Aufräumarbeiten in Bath die skelettierte Leiche eines Kindes gefunden wird und sich herausstellt, dass es sich dabei um Wyn handelt, ist Frances aufgewühlt. Zwar ist jetzt der Verbleib ihrer Freundin geklärt, aber sie fürchtet sehr, dass Davys Verschwinden ebenso fatal enden könnte. Nach Frances‘ Meinung ist der damals als Straftäter Verurteilte unschuldig gewesen und der tatsächliche Mörder ist immer noch frei und könnte wieder tätig geworden sein … Die Erzählung spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen erlebte ich als Leserin den Tag vor und die folgenden Tage nach der Bombardierung von Bath im Jahr 1942, zum anderen konnte ich die Entwicklung der Freundschaft zwischen Frances und Wyn vom Jahr 1916 an durch Rückblicke auf die Kindheit der beiden verfolgen. Schon auf den ersten Seiten spürte ich deutlich, dass die Ereignisse rund um das Verschwinden der Freundin immer noch bei Frances nachhallen, weil sie das Geschehen nie aufarbeiten konnte, sondern erfolgreich verdrängt hat. Aufgrund ihrer damaligen Erfahrungen hat sie persönliche Entscheidungen getroffen. Katherine Webb gestaltet ihre Geschichte von Beginn an interessant, denn natürlich wollte ich wissen, wie es zum Mord an Wyn kommen konnte und auch, warum Frances glaubt, dabei schuldig geworden zu sein. Frances wächst in bescheidenen, aber soliden Verhältnissen als Tochter eines Mechanikers auf. Die Hughes wohnen unweit der Familie, aber in deutlich ärmlicher Umgebung. Wyn hat schon als Kind einen ausgeprägten eigenen Willen mit dem sie sich gegen die älteren Geschwister und den trinksüchtigen Vater durchsetzt. Frances ist eher zurückhaltend und setzt gerne die burschikosen Ideen ihrer Freundin um. Um der Realität zu entfliehen, träumt sich Wyn in Gedanken oft ihre eigene Welt. Innerhalb kurzer Zeit bauen beide zueinander eine starke Bindung auf, das Vertrauen zueinander wächst. In diesem kindlichen Alter gestaltet sich ihre Freundschaft zunehmend fragiler in Bezug auf äußere Einflüsse. Frances hat an der Seite ihres Ehemanns versucht die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen, doch jetzt ist wieder Krieg und wieder verschwindet ein Kind, dem sie zugeneigt ist. Katherine Webb versteht es, mir als Leserin die Verzweiflung, die Traurigkeit und die Wut ihrer Protagonistin auf der zweiten Zeitebene zu vermitteln, die dazu führt, dass Frances entschlossen ist, die neuen Ereignisse nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern diesmal ihre ganze Energie für die Suche nach Davy einzusetzen, um die absehbare Entwicklung zu ändern. Einfühlsam schildert die Autorin, wie Frances an ihrer Aufgabe wächst. Die Handlungsorte hat Kathrine Webb mit Liebe zum Detail und eigener Ortskenntnis so ins Bild gesetzt, dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte. In diesem Rahmen agieren ihre Figuren realitätsnah. Mit einigen Wendungen in der Geschichte sorgt die Autorin für manchen überraschenden Verlauf. „Die Schuld jenes Sommers“ ist ein bewegender, gefühlvoll geschilderter historischer Roman mit Kriminalelementen und kleinen Geheimnissen, deren schrittweise Aufdeckung auf den Leser wartet. Gerne vergebe ich hierzu eine Leseempfehlung.

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