Leserstimmen zu
Das überreizte Kind

Dr. Stuart Shanker

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Zugegeben, ich habe mir unter der »weltweit bewährten Methode der Selbstregulierung« - wie es so schön am Cover heißt - etwas mehr »Methode« erwartet. Aber tatsächlich funktioniert die Selbstregulierung nach einem ganz einfachen Prinzip: sei achtsam, nimm deine Gefühle bewusst wahr und bemerke so, wann es dir zu viel wird, um rechtzeitig die erregende Situation bzw. den erregenden Ort zu verlassen. Aber wenn man bereits überreizt ist, müssen Mittel und Wege gefunden werden, um wieder runterzukommen. Das kann für jedes Kind/jeden Menschen etwas anderes sein. In den meisten Fällen hilft jedoch Bewegung bzw. sportliche Aktivitäten (am besten in der Natur), um von seinem Stress abzukommen. Nun ist es nicht immer leicht, andauernd seine Gefühle bewusst wahrzunehmen - als Erwachsener nicht und als Kind noch viel weniger. Oft merkt man, dass man irgendwie angespannt ist (da ist es dann schon zu spät) und weiß gar nicht so recht, warum eigentlich, oder warum gerade jetzt? Was ist passiert? Es gibt für Kinder und Jugendliche Körper- und Gefühlswahrnehmungsübungen und -spiele, von denen der Autor in seinem Buch schreibt, aber leider geht er darauf nicht näher ein. Bei Kindern zeigt sich Anspannung immer entweder in einem "schwierigen Verhalten" oder durch Zurückgezogenheit. Kleine Kinder und Säuglinge können sich noch nicht selbst regulieren. Die brauchen immer einen Erwachsenen/ein vollständig entwickeltes Gehirn dafür. Mittels der Gehirnbrücke (wird ausführlich im Buch erklärt, was das genau ist und wie sie wirkt) können Eltern ihre Kleinen runterregulieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Regulator ruhig ist und keinen Stress empfindet. Nur wenn wir Eltern entspannt sind, ist es uns möglich, auf den Stress unserer Kinder optimal zu reagieren und sie erfolgreich zu entstressen. Was sagt uns das? Dass wir als allererstes bei uns selbst anfangen müssen. Wir müssen unsere eigenen Gefühle besser beobachten, schneller auf einen Gefühlsumschwung reagieren bzw. dem schon im Vorfeld entgegenwirken und wenn der Stress schon voll eingeschlagen hat, eine passende Methode finden, die uns hilft, ihn schnell wieder abzubauen. Nur so sind wir auch gewappnet, wenn unser Kind uns in so einem Fall braucht. Am besten ist es natürlich, Stressfaktoren zu ermitteln und diesen schon im Vornherein aus dem Weg zu gehen. Wenn man ihnen nicht aus dem Weg gehen kann, ist eben die Selbstregulierung gefragt. ~ Aber am wichtigsten ist, dass wir unsere Kinder als das sehen und wertschätzen, was sie sind, statt sie an irgendeiner persönlichen oder gesellschaftlichen Norm zu messen. ~ (S. 204) Mir persönlich hat das Buch ein wenig geholfen, um mich selbst und meine Tochter in manchen Situationen besser zu verstehen, ja. Mein fast fünf Monate altes Baby ist relativ schnell überreizt, da es sehr geräusch- und lichtempfindlich ist und ich auch das Gefühl habe, dass es schnelle Bewegungen rasch überfordern. Ich weiß schon länger, dass meine Tochter eine (teilweise sehr extreme) Form der Bewegung braucht, um sich zu beruhigen, Stress abbauen und einschlafen zu können. Ich habe mich also absolut bestätigt gefühlt, als ich gelesen habe, dass Bewegung und Sport dabei meistens hilfreich ist. Und das ist es schon bei den Kleinsten! Besonders interessant fand ich vor allem auch den Teil, in dem sich der Autor ausführlich der Gehirnentwicklung von Kindern widmet. Als weniger hilfreich/unnötig habe ich hingegen die Fallbeispiele empfunden. Es kommen zwar nicht allzu viele davon im Buch vor, aber die, die vorkommen, waren mir erstens viel zu lang und zweitens für meine Situation wenig brauchbar. Um schwieriges Verhalten bei Kindern zu verdeutlichen, waren sie gut, ja. Aber ich konnte mir für mich persönlich nichts daraus mitnehmen. Ich empfehle das Buch gerne weiter, da ich mir absolut sicher bin, dass jede Mutter/jeder Vater von dem Inhalt profitieren kann!

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Der vermehrt hektische Alltag, der Einfluß der Medien, Zeitmangel und berufliche Anforderungen, sowie Unerfahrenheit der Eltern, vermischt mit Unsicherheit und Perfektionsdrang haben die Aufzucht des Nachwuchses in den letzten Jahren nicht einfacher gemacht. Erziehungstheorien, Anleitungen und selbsternannte Gurus gibt es zuhauf. Was Dr. Stuart Shanker wohltuend aus der Masse der Erziehungsratgeber heraushebt ist seine Wissenschaftlichkeit und sein Blick auf den Gesamtzustand des Kindes oder Jugendlichen. Shankar hat die Selbstregulation als jenes Tool ausgemacht, das Kindern mit problematischen Verhaltensweisen an die Hand gegeben werden muss, um überhaupt eine Chance zu haben zur Selbstkontrolle zu gelangen. Selbstregulation macht Selbstkontrolle erst möglich, wenn nicht gar überflüssig, denn dem jeweiligen Kind zu helfen, sein Stresslevel zu senken, macht es erst Aufnahme- und lernfähig. Shanker verdeutlicht seine jahrelange wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema mit vielen Beispielen, mit aktuellen Studien und Erkenntnissen zu Bindungsverhalten, Hirnforschung und Entwicklung. Das ist spannend, hat auch mir etliche neue Perspektiven eröffnet und ganz besonders hilfreiche Maßnahmen an die Hand gegeben, um den Entwicklungsstand von Kindern besser einzuschätzen und da anzuknüpfen, wo sie sich momentan befinden. Man kann sich viel Gutes für die praktische Arbeit mit Kindern und Menschen allgemein aus seinem hervorragend aufgebauten Buch herausholen. Die Reflektion der eigenen Haltung ist für Pädagogen Business as usual, aber wie wichtig sie ist, verdeutlicht Shanker an etlichen beeindruckenden Beispielen. Er verwendet den Begriff „Gehirnbrücke“ bei der Interaktion zwischen Kindern und Eltern, der mir wegen seiner Eindringlichkeit sehr gefiel. Nur so kann man die Bedürfnisse des Kindes erspüren und ihm helfen diese zu erreichen. Shankar zeigt deutlich auf, dass Verhaltensweisen, die wir mit böse, faul oder langsam assoziieren, sehr oft ein Zeichen dafür sind, dass beim Kind „kein Benzin mehr im Tank ist“, der Kampf/ Flucht-, oder Erstarrungsmodus greift. Es geht bei Selbstregulation ausdrücklich nicht um Impulskontrolle, sondern um Achtsamkeit, um die Wahrnehmung des Impulses und die Frage, weshalb er da ist. Weshalb spielt das autonome Nervensystem verrückt und wie kann es wieder zur Ruhe kommen. Nicht Stärke und „Zusammenreißen“, sondern innere Ruhe finden ist die Aufgabe. Das vegetative Nervensystem in Entspannung zu bringen, den Stresszyklus zu unterbrechen. Hierfür macht Shanker fünf Domänen aus: emotional – biologisch – kognitiv – prosozial – sozial die in Wechselwirkung mit der Energie des Menschen stehen. Es ist müßig, hier ausführlich alle Erkenntnisse und Anregungen des Buches aufzuzählen. „Das überreizte Kind – Wie Eltern ihr Kind besser verstehen und zu innerer Balance führen“ ist ein Brain-Opener und eine hervorragende Anleitung und Sammlung wichtiger Fakten zur menschlichen Entwicklung und deren Förderung und, das gefiel mir besonders, es ist respekt- und liebevoll dargelegt. Dr. Shanker lehrt die eigene Empathie für Kinder gezielt zu nutzen, wie man sie vertieft, mit wissenschaftlichem, erläutertem Hintergrund, der einem den Empathieerwerb deutlich erleichtert. Ein Must-Have für alle Eltern und Pädagogen.

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Ich gebe zu: Ich habe keine Kinder, ich habe das Buch für mich selbst gelesen. Selbstregulierung ist ein schweres Thema, auch für Erwachsene. Schön finde ich, dass von Anfang an erklärt wird, dass extreme Reaktionen nichts mit “böse” oder “schwer erziehbar” zu tun haben. Viel zu leicht wird abgestempelt und stigmatisiert, statt genauer nachzuforschen. Ich fand das Buch vor allem auch interessant, weil Dr. Shanker auf viele neuropsychologische Zusammenhänge eingeht. Zwar findet man in diesem Buch keine konkreten Praxis-Übungen, aber allein die ganzen Hintergründe und Zusammenhänge geben einem viel Klarheit.

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Es scheint, als ob die Zahl der hyperaktiven, übergewichtigen, verhaltensauffälligen Kinder zunimmt. Dr. Stuart Shankers Buch setzt sich durch sein Statement „Es gibt keine schwierigen Kinder!“ wohltuend vom Mainstream ab. Sein Hauptanliegen: Viele Probleme beruhen auf der Fehlinterpretation des kindlichen Verhaltens. Unangepasstes Benehmen wird allzu schnell auf Mutwillen oder Charakterschwäche zurückgeführt – statt die Ursachen der Gesamtsituation zu betrachten. Es ist nicht so, dass Kinder und Jugendliche nicht hören wollen - sie können es oft nicht! Sind sie aufgrund körperlicher, emotionaler, kognitiver oder sozialer Faktoren überreizt, übernimmt der älteste Teil des Gehirns, das Reptiliengehirn, die Kontrolle. Es schaltet in Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodus, dafür werden „unwichtige“ Funktionen wie rationales Denken blockiert. Haben sich die Kinder beruhigt, werden sie wieder aufnahmefähig für Argumente. Um diesen Zustand zu erreichen, liefert Dr. Shanker Tipps und Schritte zur Selbstregulierung. Dafür zieht der Mediziner etliche Fallbeispiele heran. Vom Baby, das nicht schlafen will über den aggressiven Problemschüler bis zur Jugendlichen, die sich heimlich ritzt. Dr. Stuart Shanker ist Professor für Psychologie und Philosophie in Toronto und Gründer des MEHRIT-Centre, einem Forschungszentrum für kognitive und soziale Neurowissenschaften. Zur Veranschaulichung werden Erkenntnisse aus der Gehirnforschung zitiert wie das Zusammenspiel der drei Gehirnebenen. Das Buch wartet mit einigen Aha-Effekten auf, die fast an Schockeffekte grenzen. Ein gelangweiltes Kind ist nicht unterfordert, sondern überreizt! Sämtliche Bespaßungsversuche, die Eltern daraufhin unternehmen, bewirken das genaue Gegenteil. Es gibt wohl kaum einen Erwachsenen, der sich beim Lesen der Episoden nicht „ertappt fühlt“. Der Ratgeber wendet sich nicht nur an Eltern, sondern auch an Lehrer, Trainer und Personen, die mit Kindern zu tun haben. Sehr beeindruckend ist das Thema Pubertät dargestellt. Die massiven Umbrüche samt „irrationaler Verhaltensweisen“, die Jugendliche in dieser Zeit durchleben, werden zuerst aus Sicht der Evolution erklärt: Warum sind wir die einzigen Lebewesen, die pubertieren? Dann aus Sicht der Neurowissenschaft: Was geht im Kopf der Halbwüchsigen vor? Warum machen Videospiele süchtig? Dabei übt der Autor auch Kritik am heutigen Lebensstil – von medialer Reizüberflutung über das Schulsystem bis zu überzogenen, gesellschaftlichen Erwartungen. Der Ratgeber „Das überreizte Kind“ öffnet die Augen und zeigt, wie Eltern ihre Kinder besser verstehen und zu mehr innerer Ruhe führen. Es gilt, einen neuen Standpunkt einzunehmen. Zumal sich die Strategien zur Selbstregulierung auch für viele dauergestresste Erwachsene als hilfreich erweisen können.

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Dr. Stuart Shanker hat mit seinem sehr empfehlenswerten und gut lesbaren Buch "Das überreizte Kind" einen wichtigen Beitrag zur Beruhigung von Eltern und vor allen Dingen der Kinder geschrieben. In Hektik des Schulalltags mit seinem Leistungsdruck und dem immensen Lernpensum seitens der Schulen, aber auch der Eltern, fällt es vielen Kindern zunehmend schwerer, sie selbst zu sein. Die einen benehmen sich schlecht, andere Kinder verschließen sich völlig. Und hier setzt die Selbstregulierungs-Methode von Dr. Shanker an: In diesem fabelhaften Buch zeigt er uns, wie Kinder und Jugendliche lernen, sich selbst zu regulieren, wie sie sich entspannen können, ruhig, aufmerksam und aufnahmefähig werden, wie Kinder ihre Lese- Schreib- und Rechenfähigkeiten verbessern können und ihren Alltag besser bewältigen können und Konflikte leichter lösen können. Wir Eltern neigen oft - wenn auch vielmals unbewusst - dazu, unseren beruflichen Stress und den hektischen Alltag auf unsere Kinder zu übertragen. Und genau an diesem Punkt setzt die Methode von Stuart Shanker an, denn sie zeigt, dass auch Kinder oft schon extrem unter Druck und Anspannung leiden, sei es im schulischen, emotionalen oder sozialen Bereich. Der dann noch zusätzliche von den Eltern kommende Druck kann zu Verhaltensstörungen führen, das Kind also "überreizt" wird. Schon von klein auf wirken so viele Reize auf unsere Kinder ein, die sich spätestens ab dem Schulalter immens vervielfachen. Dies macht die Kinder unruhig, unkonzentriert, aggressiv und hyperaktiv. Problematische Verhaltensweisen von Kindern sind ein Hinweis darauf, das ein Kind zuviel Stress hat. Dr. Shankers Methode der Selbstregulierung zeigt uns, die Stressfaktoren eines Kindes zu erkennen und zu reduzieren. Kindern helfe es oft schon, sich einmal zurückzuziehen und wieder Energie zu tanken. Dieser Rückzug von allen Stressoren, reicht meist schon aus, um wieder ins innere Gleichgewicht zu kommen. Und das ganze ohne Medikamente und Therapien. "Es gibt kein Kind, das nicht mit Verständnis und Geduld auf den Weg zu einem erfüllten leben geführt werden kann. Aber Stereotypen in Bezug auf schwierige Kinder trüben unseren Blick ebenso wie unsere eigenen Hoffnungen, Träume, Frustrationen und Ängste als Eltern. Verstehen Sie mich nicht falsch: Manche Kinder können eine deutliche Herausforderung darstellen als andere. Aber oft sind unsere negativen Urteile über ein Kind einfach nur Selbstverteidigungsmechanismen, eine Möglichkeit, die Probleme, die wir mit dem Kind haben, auf seine Natur zu schieben. Das kann noch zu stärkeren Gegenreaktionen, Abwehrmechanismen, Ängsten oder Rückzugstendenzen des Kindes führen. Aber so muss es nicht sein. So muss es nie sein." Dr. Stuart Shanker, gelesen auf Seite 10) Fazit: Ein absolut empfehlenswertes und sehr intensives Buch für alle, die Kinder haben oder mit Kindern zu tun haben! Sehr liebevoll in der Grundhaltung und wertschätzend den individuellen Bedürfnissen der wunderbaren Kinder unserer Welt gegenüber! Weiterlesen ... Das schreibt der Mosaik Verlag: Dr. Stuart Shanker revolutioniert die Erziehung unserer Kinder: Seine Methode der Selbstregulierung ermöglicht Kindern aller Altersstufen – und deren Eltern – zu einer besonderen inneren Balance zu finden, einem Zustand von ruhiger Wachsamkeit. Von klein an wirken zu viele Reize auf sie ein, spätestens ab dem Schulalter sind sie einem oft unvorstellbaren Stress ausgesetzt. Das macht unruhig, unkonzentriert, aggressiv und hyperaktiv. Erwachsene reagieren meist mit einer Forderung nach Gehorsam – was leider nur dazu führt, dass der Druck weiter erhöht wird. Dr. Shankers Methode geht an die Wurzeln und bietet eine wirkliche Lösung. So kann Kindern – vom Kleinkind bis zum Teenager – geholfen werden. Jedem einzelnen. Über den Autor: Dr. Stuart Shanker ist Professor für Psychologie und Philosophie an der York University, Toronto, sowie Gründer von The MEHRIT Centre. Er ist ein international gefragter Experte auf dem Gebiet der frühkindlichen Entwicklung sowie führender Vertreter der vielfach bewährten Methode der Selbstregulierung. Als wissenschaftlicher Direktor der staatlich geförderten Canadian Self-Regulation Initiative etablierte er seine Methode an öffentlichen Schulen. Nun trägt Dr. Shanker sein Wissen mit diesem Buch an alle Eltern und Erzieher heran. Buchinformationen: Gebundene Ausgabe: 384 Seiten Verlag: Mosaik Verlag, erschienen am 29. August 2016 Preis: 21,99 Euro ISBN-13: 978-3442392674 Originaltitel: SELF-REG

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