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Leserstimmen (71)

Paula Hawkins: Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst. Reinhören

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Hörbuch MP3-CD (gek.) ISBN: 978-3-8371-3749-1

NEU
Erschienen: 24.05.2017
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Viel besser, als ihr Debütroman. Spannend bis zum Schluss!

Von: printbalance Datum : 06.08.2017

printbalance.blogspot.de/

Inhaltsangabe:
In dem Hörbuch geht es um Nel Abbott, die am 10. August 2015 in ihrem Heimatort Beckfort von Hunden eines Spaziergängers tot aufgefunden wurde. Zu Beginn der Ermittlungen glauben sowohl die Anwohner als auch die örtliche Polizei an eine Suizidtat, da die Spur des Leichnams zum berühmten "Drowning Pool" führt.

Diese idyllische Umgebung mit ihren zwei Gesichtern ist für die einen ein wahres Bade- und Wohlfühlparadies und für die anderen, verzweifelten und glücklosen Menschen ein Ort des Todes. Die Tiefe des Wasser birgt viele Gefahren, nämlich die schroffen Felsen die das Fleisch aufschneiden können sowie die heimtückischen Schlingpflanzen- die den Körper nicht mehr freigeben. Alle, die trotz dieser Gefahr sich von der Provokation der hohen Klippe leiten lassen, wollen absichtlich ihr Leben beenden und stürzen sich in die unsichtbaren Gefahren des Sees.

Als Jules Abbott umgehend vom Tod ihrer älteren Schwester benachrichtigt wird, war die Trauer zu Beginn verhalten, da die beiden Geschwister sich nicht sonderlich gut seit Kindesalter verstanden haben. Nel war schon immer die beliebte, schlanke Schwimmerin, während Jules in ihrer Schulzeit wegen ihrer Körperfülle immer wieder gemobbt wurde. Dennoch fährt Jules an ihren verhassten Heimatort zurück, bei dem ihr während der Fahrt alle schrecklichen Erlebnisse in den Kopf kommen die sie dort durchstehen musste.

Beim Betreten des ehemaligen Elternhauses schließt sie schnell Bekanntschaft mit Nel's 15-jähriger Tochter Lena, die über ihre Ankunft nicht sonderlich glücklich ist. Es stellt sich heraus, dass Nel seit Jahren immer wieder versucht hat Kontakt zu ihrer jüngeren Schwester aufzunehmen, in dem sie ihr regelmäßig auf den Anrufbeantworter gesprochen hat- ohne je eine Antwort zu erhalten. Wie auch in jener Nacht, als Nel den Tot an der Klippe fand.

Bei der Leichenschau stellt Jules fest, dass Nel's geliebtes Armband fehlt, dass einst die Mutter der beiden getragen hat- bis nach deren frühen Tod Nel sich dieses angeeignet hat. Ebenfalls wird ihre beschädigte Kamera ohne Speicherkarte an der steilen Klippe gefunden. Langsam wird immer klarer, dass der vermeidliche Selbstmord nur getarnt war-, denn Danielle Abbott wurde von der Klippe gestoßen. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, das die leidenschaftliche Fotografin und auch Autorin ein Buch in Planung hatte in dem sie über das Phänomen des Ertrinkens am "Drowning Pool" berichten wollte. Das Ganze sollte mit realen Geschichten der Anwohner untermalt werden. Je weiter sie mit ihren Recherchen voran schritt, desto mehr brachte sie eine Lawine ins Rollen. Was hat der Englischlehrer Mark Hendriks damit zu tun? Oder die ehemalige beste Freundin von Nel? Auch der Ortspolizist hat etwas zu verheimlichen und die tote Nel ist der Schlüssel zur Wahrheit

Eigene Meinung:
Paula Hawkins war mir nicht ganz unbekannt. Ich habe bereits ihr erstes Buch "Girl on the Train" gelesen und war nicht sonderlich begeistert. Dennoch wollte ich ihr eine zweite Chance geben und dieses Mal hat mich die Autorin regelrecht umgehauen. Die Geschichte war wieder in die einzelnen Protagonisten aufgeteilt worden, in der jeder aus seiner Sicht erzählt, aber dennoch war alles sehr stimmig und absolut nachvollziehbar. Die Autorin hat oft eine Situation geschildert die ich selbst als beklemmend befand und durch die drei Synchronsprecher war es wirklich ein absolutes Hörvergnügen.
Vom Anfang bis zum Ende war eine Spannung aufgebaut- und was ich besonders schätze: Die Autorin hat jeden Protagonisten ein eigenes Ende vergeben, sodass für mich alle offenen Fragen am Schluss aufklärt wurden.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Psychologisch gut austarierter Krimi

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de Datum : 17.07.2017

www.hallo-buch.de

Aus verschiedenen Perspektiven erzählt Paula Hawkins ihren neuen Krimi “Into the water”. Da ist Sean, der Ortspolizist, Josh, Katies Bruder, Lena, Nes Tochter, Jules, die Schwester der Ermordeten, deren Nichte Lena und eine Ermittlerin, die gerade erst aus London ins nordenglische Beckford strafversetzt wurde und wenig Lust hat, aus dem Selbstmord- einen Mordfall zu machen. Alle berichten peu à peu aus ihrer Vergangenheit und den Entwicklungen der Gegenwart, so dass sich ganz allmählich ein völlig anderes Bild der Ereignisse ergibt, als anfänglich erwartet. Das macht die Autorin genauso geschickt, wie bereits in ihrem Erstlingswerk “Girl on the train”. So ist “Into the water” ein unterhaltsamer, psychologisch gut austarierter Krimi, der sich auch mit ernsten Themen wie Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigung Minderjähriger und Missbrauch Schutzbedürftiger auseinandersetzt. Die Sprecher und Sprecherinnen Britta Steffenhagen, Simon Jäger und Marie Bierstedt erzählen den Plot eindringlich und atmosphärisch dicht.

Dieses Hörbuch fesselt dich

Von: Lepaunch Datum : 10.07.2017

leas-lesezauber.blogspot.de

Paula Hawkins bekannt durch "Girl on the Train", hat mich schon damals begeistert, ich habe das Buch nur so verschlungen und war umso gespannter als ich das neue Buch der Autorin entdeckt habe. Ich habe mich für ein Hörbuch entschieden weil ich total gerne mal wieder ein spannendes Hörbuch, hören wollte. Genau die richtige Entscheidung, denn das Buch hat mich einfach gefsselt und ist wunderbar gesprochen. Ich habe an meinem Autoradio gehangen wie ein Zombie.

Ich kann schonmal vorab verraten, dass mich die Tatsache der gekürzten Lesung nicht im geringsten gestört hat und ich hatte auch nicht das Gefühl etwas würde fehlen! Das Cover hat mich schon am Buch fasziniert und ich war froh, das Hörbuch im selben "Gewand" zu sehen. Ich mag die Spiegelung auf der Wasseroberfläche und es wirkt schon sehr düster und in blau gehalten, passt es auch sehr gut zum Titel.

Der Wechsel der Perspektiven, wurde durch den Erzählerwechsel unterstrichen und hat die Story noch dynamischer und vor allem spannender gemacht!

Aber jetzt mal endlich zur Story, ich weiß gar nicht wo ich da am Besten anfange! Gleich zu Anfang werden wir in einen Mord katapultiert und nach und nach wird die Story immer spannender. Wie schon erwähnt war ich teilweise echt zombie-ähnlich weggetreten! Mehrere Handlungststränge finde ich bei Hörbuchern meistens verwirrend, das war hier jedoch nicht der Fall. Nach und nach führten alles zusammen.

Fazit:

Wer "Girl on the train" mochte, wird auch dieses Buch verschlingen, für mich ein absolutes Monatshighlight und das Hörbuch bekommt einen schönen Platz in meiner Sammlung. Jeder der Spannung pur bei Hörbuchern bevorzugt sollte sich dieses Schätzchen mal näher anschauen. Ich war fast schon schockiert als es zu Ende war und warte nun auf ein neues Werk der Autorin!

Tolle Produktion und packender Inhalt kommen zusammen!

Von: Emma Zecka Datum : 13.06.2017

ge-h-schichten.blogspot.com

Gestaltung
Into the water ist ja eine gekürzte Lesung. Allerdings hatte ich hier nicht das Gefühl, irgendetwas von gekürzten Stellen gemerkt zu haben. Aufmerksame Hörer meinen ja, gekürzte Hörbücher erkennen zu können. Ich verliere meine Vorurteile gegenüber gekürzten Hörbüchern immer mehr und habe das Gefühl, dass die Verlage in diesem Bereich dazu gelernt bzw. sich weiterentwickelt haben.

Kommen wir aber nun zu der Sprecherwahl: Marie Bierstedt ist die Tochter des Schauspielers und Synchronsprechers Detlef Bierstedt. Ich wollte unbedingt ein Hörbuch von ihr hören und war froh, dass ich mit Into the water endlich die Gelegenheit dazu hatte.
Britta Steffenhagen ist nicht nur als Hörbuchsprecherin, sondern arbeitet auch als Synchronsprecherin. So leiht sie hier Charakteren in den Animationsfilmen Drachenzähmen leicht gemacht und Zomania sowie einem Charakter in ein paar Folgen Supernatural ihre Stimme. Vom Namen her, kam mir sie mir sehr bekannt vor, obwohl ich wieder einmal nicht sagen könnte, woher ich sie kenne.
Und zu Simon Jäger muss ich wohl nicht mehr viel sagen. So wie Rufus Beck die Hörbuchstimme von Harry Potter ist, verknüpft man Simon Jäger sofort mit den Thrillern von Sebastian Fitzek. Schön fand ich hier, dass ich ihn als Sprecher bereits kannte. Also selbst, wenn die anderen beiden Sprecherinnen schlecht sein sollten, wusste ich, dass seine Parts das Ganze rausreißen würden.

Nun ist es leider bei Hörbüchern mit mehreren Sprechern so, dass ich nicht viel über die einzelnen Sprecher sagen kann, weil ich gerade bei unbekannten Sprechern, ja nicht genau weiß, wer welche Parts gelesen hat.
Die Lesung von Into the water hat mir aber unglaublich gut gefallen. Die Stimmen haben toll miteinander harmoniert. Ich konnte mich kaum von Into the water trennen. Das passiert nur, wenn Geschichte und Sprecher wie die Faust aufs Auge zueinander passen. Kurzum: Eine sehr schöne Produktion!

Inhalt
In Into the water begegnen wir verschiedenen Handlungssträngen. Die Geschichte steigt mit einem sehr starken Prolog ein, in dem wir hautnah miterleben, wie jemand ermordet wird. Wer genau, möchte ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen. Hier wird dem Leser schnell klar: Wir bewegen uns auf gefährlichem Terrain!

Dann führt uns Paula Hawkins in die Geschichte ein und stellt uns eine Reihe von Charakteren vor. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich eine Weile gebraucht habe, um den Überblick zu bekommen. In Beckford gibt es eine Tote: Nel Abbott. Angeblich Suizid. Doch ihre Schwester Julia ahnt, dass da etwas faul ist. Obwohl das Verhältnis zu ihrer Schwester alles andere als gut war, kehrt sie in die alte Heimat zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Lenna hat nicht nur an dem Verlust ihrer Mutter zu knabbern. Auch ihre beste Freundin Katie nahm sich scheinbar völlig grundlos das Leben.

Into the water wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen aus Lennas Sicht, die uns an einem typischen Teenager Leben teilhaben lässt. Dann lernen wir auch Nels Schwester Julia besser kennen, die keine positiven Gefühle mit ihrer Schwester verbindet. Wie das bei einem waschechten Thriller so ist, gibt es auch diesmal zwei Ermittler, aus deren Sicht ebenfalls ein paar Parts erzählt werden.

Das Tolle war, dass diese verschiedenen Handlungsstränge die Geschichte abwechslungsreich gemacht haben. Zum Schluss hat Paula Hawkins alles zusammengefügt und es war völlig logisch wie die Verbindung der einzelnen Stränge war.

Spannung
Während ich am Anfang noch orientierungslos durch die Geschichte tappte und mehr fasziniert von den Sprechern und dem Schreibstil war, fand ich irgendwann den roten Faden und konnte mich kaum noch von der Handlung trennen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Paula Hawkins baut die Handlung gekonnt auf und lässt zum Schluss auch keine Frage offen. Wobei... Gerade der letzte Satz hat bei mir noch ein paar Fragezeichen aufgewirbelt. Andererseits dachte ich aber auch: Genial!

Schreibstil
Während ich bei Girl on the train nicht wirklich mit dem Schreibstil klar kam, retteten mich bei Into the water die unterschiedlichen Perspektiven aus denen die Geschichte erzählt wird. Ich hatte auch den Eindruck, dass Paula Hawkins so zeigen konnte, was wirklich in ihr steckte. Sie schrieb aus der Sicht der jugendlichen Lenna, konnte Julias Hass auf ihre Schwester Nel durch deren direkte Anrede glaubhaft darstellen und schlüpfte nebenbei noch in Ermittler Rollen oder in die Rolle einer alten Dame, die noch wichtige Dinge ans Tageslicht befördern könnte. Wenn ihr denn endlich mal jemand zuhören würde.

Gesamteindruck
Ich bin von Into the water positiv überrascht. Nie hätte ich damit gerechnet, dass mich der Inhalt so packen konnte. Hier kommen wieder eine tolle Hörbuchproduktion verknüpft mit einer guten Buchvorlage zusammen.
Ich hoffe, dass Into the water in vielen Bücherregalen ein flauschiges Zuhause findet.

‚Es gibt keinen Grund, das zu tun, was sie getan hat.‘

Von: Travel Without Moving Datum : 11.06.2017

www.travelwithoutmoving.de

Nel Abbott ist tot - anscheinend ist sie in den Fluss gesprungen, in dem schon so viele Frauen ihren Tod gefunden haben und dessen Flussbiegung aus diesem Grunde ‚Drowning Pool‘ genannt wird. Vor ihrem Tod hat Nel anscheinend mehrfach ihre Schwester Julia angerufen, doch Julia hat ihr jede Hilfe verweigert, hat nicht einmal auf die Anrufe reagiert.

Julia kehrt nach Nels Tod in ihre gemeinsame Heimat Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern, und dort wird sie von ihrer Vergangenheit und von ihren Ängsten eingeholt.

Ich habe ‚Girl on the train‘ gelesen, das mir gut gefallen hat, so dass ich entsprechende Erwartungen an ‚Into the water‘ hatte. Im Vergleich zu Paula Hawkins‘ Erstling ist ihr zweiter Thriller meiner Meinung nach jedoch weniger packend, weniger stimmungsvoll und weniger eindrücklich.

Ich fand den Einstieg ins Hörbuch eher schwierig, denn durch die wechselnden Erzähler und die Rückblenden war ich anfangs eher verwirrt als gefesselt. Ich mag Geschichten, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden, aber hier empfand ich es als zu schnell wechselnd und als zu konfus, so dass ich mich schlecht eindenken und erst spät in die Geschichte finden konnte.

Nach dem erschwerten Einstieg hat mir die Geschichte um den mysteriösen Drowning Pool, um die Konkurrenz zwischen den Schwestern Nel und Julia, um Freundschaft, Liebe, Hass und Neid sehr gut gefallen. Vor allem die Rückblenden zu den Hexenprozessen und die Geschichten verschiedener Personen, die im Drowning Pool ertrunken sind, fand ich sehr gelungen und spannend. Nichtsdestotrotz empfand ich die Geschichte im weiteren Verlauf ein wenig zu konstruiert und dadurch unglaubwürdig.

‚Into the water‘ wird abwechselnd von Britta Steffenhagen, Simon Jäger und Marie Bierstedt gelesen. Dabei empfand ich die aufgesetzt kratzige Stimme von Steffenhagen als unnatürlich, extrem störend und unfreiwillig komisch, so dass mir diese Passagen (nicht inhaltlich, sondern lediglich aufgrund der Stimme) am wenigsten gefallen haben und ich jedes Mal froh war, wenn Steffenhagen von den anderen beiden Vorlesern abgelöst wurde.

‚Into the water‘ weist durchaus spannende Passagen auf und ist spannend erzählt, wirkte auf mich aber zu konstruiert und zeitweise zu ausufernd und konfus.

Girl on the water ?

Von: WolfgangB Datum : 07.06.2017

www.buecherkaffee.de

Mit "Girl on the Train" ist der britischen Autorin Paula Hawkins ein sentationeller Debüterfolg mit zahlreichen Übersetzungen und einer Verfilmung gelungen, wie ihn sich im Literaturbetrieb wohl nicht wenige erträumen. Geschickt hat sie dabei das verbreitete Faible für unzuverlässige Erzählerinnen mit dem diffusen Gefühl urban bedingter gegenseitiger Entfremdung kombiniert.

Wie aber komponiert man nach einem solchen Einstieg in die schrifstellerische Karriere seinen zweiten Roman, ohne als Eintagsfliege rasch wieder vergessen zu werden?

Paula Hawkins nimmt dabei am Setting von "Girl on a Train" mehrere Veränderungen vor. Zunächst ist "Into The Water" nicht mehr in der Gartenzaun-Vorortidylle einer Metropole, sondern in einem kleinen Dorf angesiedelt, in dem aufmerksame Zeitgenossen oft besser über den Tagesablauf ihrer Mitmenschen bescheid wissen, als den Beobachteten lieb ist. Angesichts des Orts ist die Erzählung nicht mehr nur auf wenige zentrale Persönlichkeiten fokussiert, sondern wartet mit einer Vielzahl von verschiedenen Figuren auf. Mit diesem Strukturmerkmal wird der Leser auch als erstes konfrontiert: Ausgehend von einem bestimmenden Ereignis, dem vermeintlichen Selbstmord einer jungen Frau, wird die weitere Entwicklung in kurzen Kapiteln jeweils in personaler Perspektive aus der Sicht eines einzelnen Charakters erzählt. Folglich dient der erste Abschnitt des Romans vorerst dazu, die betreffenden Figuren einzuführen, sie bei ihren angestammten, alltäglichen Aktivitäten darzustellen, die eigentliche Handlung bestenfalls andeutungsweise, in kleinen Schritten voranzutreiben. Gerade dieser Einstieg gestaltet sich für den Leser als sperrig, da er die vielen, innerhalb kurzer Erzählzeit eingeführten Namen im Gedächtnis behalten muß und noch nicht erahnen kann, wem eine Haupt- und wem eine Nebenrolle zufällt.

Auch die Erzählperspektive trägt nicht dazu bei, den Einstieg in den Roman zu erleichtern. Die Passagen der meisten Figuren werden in der ersten Person erzählt, sodaß dem Leser unmittelbaren Einblick in ihre Gefühle und Gedanken gewährt wird. Für andere hingegen wir die dritte Person verwendet, was naturgemäß Distanz schafft. Offensichtlich sollte durch eben diese Wahl der Perspektive die Figuren in zwei Gruppen geteilt werden, tatsächlich wird dadurch mehr Verwirrung gestiftet als beseitigt. Einzig Julia Abbot tritt immer wieder in der zweiten Person in einen Dialog mit ihrer verstorbenen Schwester Nel, was ihr die Rolle einer neutralen Instanz, eines Bezugspunktes für den Leser verleiht.

Ein weiterer Unterschied zu "Girl on the Train" besteht darin, daß diesmal bewußt keine unzuverlässige Erzählinstanz genutzt wird. Die Autorin verzichtet damit mutig genau auf jenes Stilmittel, das wesentlich zur Popularität des Erstlings beitrug und derzeit im Thrillergenre bevorzugt eingesetzt wird. Daß der Leser dennoch im Ungewissen über die tatsächlichen Vorgänge belassen wird, liegt an der Unvollständigkeit der individuellen Sichtweisen, jeder Erzähler kann immer nur einen Teil des Gesamtbildes liefern.

Während Paula Hawkins also die Chronologie der Ereignisse, die zum Tod von Nel Abbott führten, langsam aufrollt, portraitiert sie mit scharfem Blick und spitzer Feder die Lebensbedingungen in einem kleinen Dorf, wo eine überschaubare Anzahl von Menschen auf begrenztem Raum einander tagtäglich begegnen. Dem distanzierten Desinteresse am anderen, mit dem in der Stadt unsichtbare Mauern errichtet werden, stellt sie die kaum verhohlene Neugier kleinerer Ortschaften gegenüber.

"Into the Water" ist ein Beispiel dafür, daß ein mit hohen Erwartungen beladener Roman, eingesprochen von hochkarätigen Sprechern, nicht notwendigerweise zu einem außergewöhnlichen Hörbuch führt. Besonders in der vorgelesenen Version ist es eine Herausforderung, zu Beginn den Überblick über die zahlreichen Figuren und deren Beziehungen zueinander zu bewahren. Daher empfiehlt es sich, für die ersten beiden Stunden Papier und Bleistift bereitzuhalten ... was zwar dem Verständnis der Geschichte, nicht jedoch dem entspannten Genuß eines Romans zuträglich ist. Die Aufteilung der Sprecherrollen erfolgt nach dem einfachsten denkbaren Schema: Britta Steffenhagen leiht den weiblichen Figuren ihre Stimme, Simon Jäger den männlichen. Diese Gruppierung zieht zusätzlich eine künstliche Linie und wirft Fragen auf, die der Roman nicht beantworten kann. Fragmente einer Chronik über die ertrunkenen Frauen von Beckford, für die Nel Abbott recherchiert hat, werden außerdem durch eine dritte Sprecherin, Marie Bierstedt, hervorgehoben. Im Interesse der Konsistenz des Hörbuchs wäre es wahrscheinlich günstiger gewesen, lediglich diese Unterscheidung zwischen Chronik und Handlung zu akzentuieren. Des weiteren ist Britta Steffenhagen mit ihrer kratzigen, sich in den Höhen überschlagenden Stimme nicht für alle Figuren gleichermaßen geeignet. Jugendliche oder aufmüpfige Charaktere wie Lena Abbott oder die verschrobene Nici Sage treten durch Steffenhagen wahrlich aus dem Roman hervor, erwachsenere, nüchterne wie Erin Morgan wirken dagegen in ihrem Wesen verfälscht.

Fazit

Ohne "Girl on the Train" wäre "Into the Water" eine Studie über dörfliche Borniertheit anhand eines mysteriösen Todesfalls. So aber ist es der gefürchtete zweite Roman, dem die Erwartungshaltung der Leserschaft zu hoch hängt.