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Leserstimmen (41)

Paula Hawkins: Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst.

Into the Water - Traue keinem. Auch nicht dir selbst. Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-7645-0523-3

NEU
Erschienen: 24.05.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 3
Spiegel Paperback Belletristik

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Drowning Pool

Von: Melanie E. Datum : 21.06.2017

melbuecherwurm.blogspot.de/

"Girl on the Train" hinterließ seine Leserschar zwiegespalten und dies weckte meine Neugier auf den neuen Thriller der Autorin. Klappentext und Cover sprachen mich sehr an und ich war mehr als gespannt, ob mich "Into the Water - Trau keinem. Auch nicht dir selbst" letztendlich begeistern kann. Ein recht ungewöhnlicher Schreibstil und jede Menge Nebenschauplätze und Personenbeschreibungen nehmen sehr viel Raum ein und wenn nicht jedes Kapitel eine Überschrift getragen hätte, hätte ich schnell den Überblick verloren. Es ist verwirrend und die Orientierung zu behalten ist nicht einfach, dennoch bekommt die Story nach und nach einen Sinn. Leider ist der erhoffte Spannungsbogen zäh und nimmt erst recht spät an Fahrt auf. Das Ende ist recht offen und fordert mich heraus, mir meine eigenen Gedanken zusammen zu schustern. Der Grundgedanke von "Into the Water - Trau keinem. Auch nicht dir selbst" ist definitiv gelungen, dennoch bin ich nicht komplett überzeugt worden. Irgendetwas fehlt, obwohl ich nicht wirklich benennen kann, was es letztendlich war. Es ist ein Familiendrama, eine alte Schuld und vieles mehr, was uns durch den Thriller begleiten wird und sich nach und nach präsentiert. Sofort zu wissen, was es es mit dem Drowning Pool und dessen Umgebung auf sich hat, wäre ermüdend gewesen und hätte dem Thriller komplett die Spannung entzogen, dennoch fehlte mir der Überraschungsmoment. Es hängen viele Personen in dieser Story fest und jede trägt ihr Päckchen. Schuld? Verdrängung? Eine Vergangenheit, die wieder auflebt? Emotional gesehen ist hier vieles zu finden und dennoch berührte es mich nur bedingt. Julia selbst, die in den Ort ihrer Kindheit zurückreist kann nur bedingt glänzen, da sie doch recht oberflächlich bleibt. Bei mir konnte sie leider nur wenig Sympathiepunkte einheimsen. Sie wurde für mich einfach zu blass gezeichnet, um zu überzeugen.

Insgesamt gesehen ist "Into the Water - Trau keinem. Auch nicht dir selbst" ein ruhiger vor sich hin plätschernder Psychothriller, der erst am Ende leicht an Fahrt aufnimmt. Komplett überzeugt bin ich leider nicht und kann daher nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen. Versprochen hatte ich mir um einiges mehr, zumal das Buch auf vielen Seiten hoch gelobt und beworben wurde. Für mich fehlte es hier und da an Spannung, denn die Story selbst hat viel Potential, die mir aber zu oberflächlich geblieben ist.

★★★★ (3,5 Sterne)

Spannend und tiefgründig...

Von: Nahrung fürs Gehirn Datum : 17.06.2017

nahrungsfuersgehirn.blogspot.de/

Hallöchen und einen schönen Samstag Vormittag wünsche ich euch. :) Kürzlich habe ich den neuen Roman von Paula Hawkins gelesen und heute möchte ich euch meine Meinung dazu mitteilen. Ich zähle mich zu den "Girl On The Train" Fans und habe mich deshalb sehr auf das neue Werk von ihr gefreut. Erschienen ist das Buch bei blanvalet.

Inhalt:

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

Meine Meinung:

Wie schon erwähnt, habe ich Paula Hawkins' ersten Roman sehr gemocht. Und auch bei diesem konnte ich kaum eine Pause machen, weil er so spannend war. Die Handlung entrollt sich so nach und nach, man erfährt mit jeder Seite neue Dinge und auch das Ende birgt die ein oder andere Überraschung. Auch wenn einiges vielleicht schon sehr früh klar wird, hat es mich ziemlich umgehauen. Was immer ein gutes Zeichen ist und definitiv für das Buch spricht.
Das Buch wird aus der Sichtweise von verschiedenen Protagonisten erzählt, die immer wieder wechseln.
Der Schreibstil war wieder sehr angenehm zu lesen und die Geschichte hat mich persönlich sehr fasziniert. Ein paar Fakten sind ebenfalls enthalten. Damit meine ich bestimmte Orte, die vor allem Selbstmörder anziehen.
Macht euch auf ein besonderes Lese-Erlebnis gefasst. :D

Von mir gibt es ⭐⭐⭐⭐⭐ und wie immer eine Lese-Empfehlung. Begebt euch an den Drowning Pool. ;) Aber bitte nicht hinein.^^

Mysteriöser Todesfall in ruhiger Atmosphäre

Von: Laura von Eden Datum : 16.06.2017

www.lauravoneden.de

'Into The Water' hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt, als ich gesehen hatte, dass es von der selben Autorin wie 'Girl On The Train' ist. Das Buch habe ich damals sehr gut gefunden, einfach weil es für die damalige Zeit etwas vollkommen Neues für mich war. Umso gespannter war ich natürlich auf 'Into The Water' und meine Erwartungen waren recht hoch gesetzt.

Leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Wer eine Geschichte wie bei 'Girl On The Train' erwartet, der wird vermutlich, wie ich, enttäuscht werden. Das Buch ist allerdings auch 'nur' als Roman deklariert, auch wenn es einige Thriller Elemente aufweist. Die Story baut sich nur sehr langsam auf und die Stimmung würde ich durchgehend als dahinplätschernd bezeichnen.

Am Anfang steht der Todesfall von Nel, weshalb ihre Schwester Julia in ihre Heimat zurückkehrt. Dort angekommen, wird schnell klar, dass die Todesumstände sehr mysteriös sind und nichts so ist, wie es scheint. Hinzu kommt, dass die Story aus der Sicht von sehr vielen Personen erzählt wird. Diese Personen erzählen im Grunde alle etwas anderes und so weiß man nie genau, woran man nun ist. Durch den stetigen Perspektivwechsel war es für mich auch sehr schwierig an der Geschichte dran zu bleiben. Positiv fand ich jedoch, dass unten neben der Seitenzahl immer der Name der Person stand, die gerade erzählt. Das hat zwar etwas geholfen, trotzdem war es mir insgesamt etwas zu viel. Durch die vielen Personen kam die Geschichte wirklich sehr langsam in Fahrt und ich habe mich durch die ersten zwei Drittel durchkämpfen müssen. Im letzten Drittel nimmt die Story durchaus noch an Fahrt auf, jedoch muss man dafür wirklich Geduld mitbringen.

Dass ich mich trotzdem durch das Buch gekämpft habe, lag wohl zum Großteil am recht angenehmen Schreibstil der Autorin. Außerdem wollte ich natürlich trotzdem gerne wissen, wie sich alles am Ende auflöst und das hat mir dann letztlich auch ganz gut gefallen. Insgesamt ist 'Into The Water' ein recht durchschnittliches Buch mit einigen Minuspunkten. Ich würde vermutlich trotzdem weitere Bücher von Paula Hawkins lesen, denn 'Girl On The Train' konnte mich auch begeistern, obwohl es ebenfalls kein Buch mit vielen Spannungsspitzen war. Vielleicht war 'Into The Water' einfach nicht meine bevorzugte Art von mysteriösem Mordfall.

Into the Water

Von: angeltearz Datum : 14.06.2017

www.angeltearz-liest.de

Bei "Girl On The Train" hat die Autorin schon bewiesen, dass sie es schafft die Leser zu verwirren. Einen Thriller eigentlich gar nicht wie ein Thriller wirken zu lassen. Sie erzählt eine Geschichte, die dann hier und dann ihre Spannung aufbaut und behält.
Der Schreibstil ist allerdings nach wie vor schwierig. Ich hatte wieder damit zu kämpfen mich einzufinden.
Bei jedem Kapitel springt die Autorin zwischen verschiedene Charaktere hin und her. Leider wechselt sie auch in den Schreibweisen. Mal aus der "ich"-Version, mal spricht der eine Charakter wie in einem Brief mit dem Anderen. Was mich leider oft aus dem Lesefluß gezogen hat.

Der Klappentext hat mich sehr angezogen. Das Ganze klingt sehr mystisch und in Verbindung mit einem Psychothriller verspricht es wirklich spannend zu werden.
Ich hatte allerdings das Gefühl, dass die ganze Geschichte eigentlich kurz erzählt ist. Aber so viel drum herum geschrieben wurde, um ein Buch zu füllen. Ich würde das jetzt nicht als Längen bezeichnen, denn so ist es nicht. Es ist einfach eine kurze Geschichte, die in ein dickes Buch gepackt wurde.
Wie es ausgeht, hatte ich mir schon von Anfang an gedacht. Finde ich etwas schade, dass es mich dann doch nicht mehr überraschen konnte. Ich hatte so auf ein anderes Ende gehofft!
Vom Ende weiß ich auch nicht so, was ich davon halten soll. Einerseits ist es abgeschlossen, andererseits leicht offen gehalten. Ob das Absicht der Autorin ist, kann ich nicht sagen. Es gefällt mir jedenfalls nicht.

Die Charaktere sind aber dafür unheimlich gut ausgearbeitet. Jeder hat doch irgendwie sein Päckchen zu tragen. Und manchmal wird man von der Vergangenheit eingeholt, ob man will oder nicht. Sympathische Charaktere würde ich jetzt nicht sagen, aber sie passen sehr gut zum Buch.
Gut gemacht fand ich, dass neben der Seitenzahl immer der Name des Charakters steht, der "gerade dran ist". Da ich die einzelnen Charaktere nicht herauslesen konnte, konnte ich mich da dran orientieren.

Mich hat das Buch unbefriedigt zurück gelassen. Vielleicht habe ich mir auch einfach zu viel versprochen.
Es war ganz nett zu lesen. Wer Lust hat, auf einen Psychothriller, aber sich nicht traut, der kann gerne zu diesem Buch greifen. Psycho und Thriller ja, aber eher von der ruhigen, leichten Seite.

Das Cover: Schon ein Hingucker! Ich mag dieses kräftige Blau. Es ist auch nicht abzustreiten, dass es einfach passt.

Fazit: Es ist nicht einfach zu lesen. Dennoch fand ich es okay, da das Buch mich gefesselt hat.

besser als ihr erstes Buch

Von: Caröchen Datum : 13.06.2017

foodmeetsbooks.blogspot.com


Inhalt
Nel hat sich im Fluß ertränkt. Doch daran glaubt ihre Schwester nicht, denn seit Jules denken kann liebte Nel das Wasser. Aber Jules hat schon seit Jahren nicht mehr mit Nel gesprochen. Was ist geschehen, dass sie sich so entzweit haben und vor allem: Was ist die Wahrheit hinter Nels Selbstmord?

Eigene Meinung
Das neue Buch von Paula Hawkins konnte mich mehr begeistern, als das davor. Hier hatte ich mehr das Gefühl, einer richtigen Geschichte zu folgen, bei der ich mir auch keine Sorgen gemacht habe, dass sie vernünftig zu Ende geführt werden wird.

Die Charaktere waren interessant und es wurde aus allen möglichen Sichten erzählt. Über den Kapiteln und unten neben der Seitenzahl stand jeweils der Name des Erzählers im jeweiligen Kapitel, was mir sehr gut gefallen hat und wovon sich viele Autoren mal eine Scheibe abschneiden sollten.

Stück für Stück wurde die Geschichte aufgelöst und mit jedem Kapitel mehr wurde klar, dass anscheinend jeder Dreck am Stecken hat. Alle hatten etwas zu verbergen, wie schlimm die Sache jedoch war, wurde erst später aufgelöst.

Das Übernatürliche, in Form einer Seherin, fand ich so najaaaaaa.... Wahrscheinlich ist Paula Hawkins keine schönere Möglichkeit eingefallen, wie alles halbwegs logisch aufgelöst werden könnte. Aber dafür war es wirklich nicht schlecht gemacht.

Fazit
Ein spannender Roman bei dem garantiert keine Langeweile aufkommt, da man sehr zum Miträtseln animiert wird.

Atmosphärisch dicht, vielschichtig und spannend!

Von: Marie Datum : 11.06.2017

wortmalerei.org

Nach dem Tod ihrer Schwester Nel kehrt Julia Abbott in den Ort ihrer Kindheit zurück, an den sie eigentlich niemals zurückkehren wollte: Beckford. Voller Angst vor den vielen Erinnerungen und dem Fluss, der den Ort umgibt, versucht Julia herauszufinden, wie Nel gestorben ist - denn obwohl jeder behauptet, sie sei gesprungen, ist sich Julia sicher, dass irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Schließlich hat Nel wenige Tage vor ihrem Tod versucht, Julia zu erreichen - und dann ist da noch der Drowing Pool, der schon so mancher unbequemen Frau in Beckford zum Verhängnis wurde...

VIELSCHICHTIGER, KOMPLEXER PLOT & ATMOSPHÄRISCH DICHT

Stille Wasser sind tief. Dieses Sprichwort mag im Bezug auf die offensichtliche Wasserbezogenheit von "Into the Water" stumpf wirken, doch in vielerlei Hinsicht scheinen diese Worte zum Buch zu gehören. Auf so vielen Ebenen wirkt die Geschichte um Beckford und seine unbequemen Frauen wie eine stille Wasserfläche, die sich hier und da leicht kräuselt, doch darunter brodelt die Vergangenheit wie kochendes Wasser - inhaltlich, charaktertechnisch, ja, sogar sprachlich. Durch diese unterschwellige, aber doch deutlich wahrnehmbare Spannung, die sich durch das komplette Buch zieht, begleitet den Leser stets eine unheimlich dichte Atmosphäre, die man beinahe zu spüren glaubt. Hinzu kommt die polyperspektivische Struktur, die nicht nur einen vielfältigen Blick auf eine komplexe Geschichte erlaubt, sondern auch zu einem reichhaltigen und vielschichtigen Plotkonstrukt führt. Still und heimlich sieht man sich schließlich von dieser Geschichte von allen Seiten umgeben und verfällt der ruhigen, aber doch intensiven Atmosphäre, ohne dass man es wirklich merkt.

Dennoch gilt: "Into the Water" braucht Zeit. Mehr noch: "Into the Water" braucht Aufmerksamkeit und Konzentration. An die vielen perspektivischen und zeitlichen Wechsel muss man sich anfangs noch gewöhnen und die vielen Namen und Figuren scheinen zunächst zu verwirren, doch spätestens nach fünfzig Seiten weiß man jeden Charakter einzuordnen. Das Buch verfolgt mehrere Handlungsstränge auf verschiedenen zeitlichen Ebenen, die letztlich aber alle in die eine große Geschichte münden und unerlässlich sind, um ebendiese zu verstehen. Hier gilt eindeutig: der Weg ist das Ziel, denn auch wenn die Auflösung nicht von Anfang an ersichtlich ist, sonderlich überraschend ist sie irgendwie auch nicht. Gerade die Komplexität und die dichte Atmosphäre machen "Into the Water" aus und geben dem Buch diese permanente unterschwellige Spannung. Sonderlich viel Action oder nervenaufreibende Spannung sollte man - wie auch bereits bei "Girl on the Train" - nicht erwarten. Die Geschichte lebt von dem psychologischen Aspekt, da sie sehr auf ihre Figuren fokussiert ist und die Vergangenheit und die verschiedenen Schicksale in den Vordergrund rückt.

EIN POLYPERSPEKTIVISCHES PUZZLE AUF VERSCHIEDENEN EBENEN

Die beinahe unzähligen Figuren sind allesamt schwierig und komplex und durch die schiere Anzahl fällt es schwer, sich als Leser auf eine von ihnen zu konzentrieren. Hinzu kommt die Tatsache, dass alle von ihnen sehr viele Ecken und Kanten haben - ein richtiger Sympathieträger ist daher nicht unbedingt dabei. Diese Gegebenheit macht das Buch jedoch einmal mehr interessant und bringt viel Dynamik mit sich. Besonders die verschiedenen Beziehungen und Figurenkonstellationen sind geschickt eingebunden und spannend kontruiert.

"Into the Water" ist ein polyperspektivisches Puzzlespiel, bei dem man, von der unterschwelligen und stets konstanten Spannung getrieben, immer tiefer in einen Sog gezogen wird, dem man kaum entkommen kann. Stille Wasser sind tief, heißt es, und wenn dieses Sprichwort auf ein einziges Buch zutrifft, dann muss es "Into the Water" von Paula Hawkins sein. Eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne ruhige und psychologische Thriller lesen, in denen es vornehmlich um die Figuren und deren Vergangenheit geht.

Rezension: Into the Water

Von: Der Bücherwald Blog Datum : 11.06.2017

derbuecherwald.blogspot.de/

Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe!
Dies war mein erster englischer Roman seit langem und ich muss sagen ich bin begeistert. Paula Hawkins hat mich mit ihrem Buch unglaublich fesseln können und ich werde mir sicher auch noch "The Girl on the Train" zulegen.
Ich hatte ein bisschen Angst, nicht so recht mitzukommen, weil mein Englisch ein wenig eingerostet ist. Aber der Schreibstil ist auch im Englischen gut verständlich und nicht zu schwer.

Man könnte vielleicht sagen, dass dieser Roman eher ein Krimi ist als ein richtiger Thriller, denn es geht wirklich im wesentlichen darum, dass Nachforschungen angestellt werden und die Fälle um den "Drowning Pool" aufgelöst werden. Trotzdem ist dieses Buch spannend bis zur letzten Seite.
Besonders hat mir gefallen, das hin und wieder Abschnitte aus Nels Buch "zitiert" werden. Diese Stellen haben nochmal einen besonderen Thrill.

Außerdem ist das Buch aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Man erlebt die Gedankengänge und Gefühle der Personen also aus nächster Nähe. Dadurch konnte ich mich gut in die Personen hineinversetzen. Besonders Jules habe ich anfangs nicht verstanden. ich konnte mir nicht vorstellen warum sie sich so von ihrer Familie und Nel abgrenzt. Doch als sie ihre Geschichte erzählt hat, konnte ich nachempfinden warum sie das getan hat.
Das Schöne an diesen wechselnden Perspektiven ist, dass sich auch der Sprachstil ändert. Die Kapitel aus Sicht der jugendlichen Lena sind zum Beispiel ganz anders geschrieben, als die der kühlen Polizistin Erin.
Ein wenig gestört hat mich nur, dass man ab ungefähr 2/3 des Buchs mit einer Halbauflösung schon teilweise zufrieden gestellt wird und dann weniger Motivation hat weiterzulesen. Doch natürlich erweist sich letzten Endes alles anders als ursprünglich gedacht.

Into the Water

Von: Niklas' Leseblog Datum : 10.06.2017

niklas-leseblog.jimdo.com

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …



"Girl on the Train" hat mir ja damals als Buch überhaupt nicht gefallen, "Into ther Water" dagegen konnte mich überzeugen. Zunächst ist man nach den ersten Seiten ein bisschen überfordert - so viele Charaktere, so viele Perspektiven, so viele Gehemnisse, so viele Probleme. Und doch schafft es die Autorin, alles am Ende zu einem guten und passenden Abschluss zu kombinieren.

Die Kapitel werden aus den verschiedensten Sichten der Dorfbewohner erzählt, jeder hat irgendetwas zu verbergen und immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und so baut sich eine schleichende Spannung auf - und immer wieder gibt es unerwartete Wendungen.

Insgesamt ein überzeugender Psychothriller - ich hoffe, dass auch dieses Buch der Autorin verfilmt wird.



Fazit:
Spannend, gute Ideen, toller Story-Aufbau: Überzeugender Psychothriller.

Zu gehyped

Von: gedankenbuecherei Datum : 09.06.2017

gedankenbuecherei.wordpress.com

MEINE MEINUNG:
Into the water - das Buch, an dem momentan wirklich niemand vorbeikommt, sobald er eine Buchhandlung betritt. Überall wird dieses Buch fett beworben, aber ist es das auch wirklich wert? Mit Into the water hat Hawkins einen weiteren Spannungsroman nach Girl on the train geschrieben und da mich das schon schwer begeistert hat, habe ich mich umso mehr auf ihr neues Buch gefreut. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch, allerdings konnten diese nicht erfüllt werden. Im Großen und Ganzen dreht sich die Geschichte um den Drowning Pool, einem Fluss, der schon viele Opfer gefordert hat. Das Neueste ist Danielle Abbott, Fotografin und sehr fasziniert von dem Fluss und seiner Geschichte. Deswegen stellte sie Nachforschungen an und untersuchte die mysteriösen Todesfälle der Frauen, die in diesem Fluss schon ums Leben gekommen sind. Das hat einigen Dorfbewohnern nicht wirklich in den Kram gepasst und so hatte Nel viele Feinde, die nicht unglücklich darüber waren, als auch sie im Drowning Pool zu Tode kam. Nel hinterlässt ihre Schwester, zu der sie jahrelang keinen Kontakt hatte und eine fünfzehnjährige Tochter, Lena. Sie glauben beide nicht an einen Selbstmord und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Die Geschichte beginnt mir Julia, genannt Jules. Sie erzählt in der Ich-Perspektive und richtet sich dabei an eine noch unbekannte Person. Es wird klar, dass sie ein sehr schwieriges Verhältnis zu dieser Person hat und schnell wird auch deutlich, dass es sich dabei um ihre Schwester Nel handelt. Das Ganze spielt im Jahr 2015. Insgesamt lässt Hawkins elf Personen in ihrer Geschichte zu Wort kommen. Meiner Meinung nach, hätte man hier auch durchaus etwas sparen können, zumal es einige Zeit dauert, bis man jede der Personen genau zuordnen kann. Alle Charaktere sind dabei Bekannte des Opfers, Bewohner des Dorfs rund um den Drowning Pool. Somit sind sie alle Nachbarn, jeder kennt jeden und doch niemanden tatsächlich. Die Perspektiven wechseln hier, mal wird aus der Ich-Perspektive erzählt, mal in der dritten Person. Ein Pluspunkt, da ich die Erzählweise der Autorin als sehr spannend und abwechslungsreich empfand. Man erfährt viel über die einzelnen Charaktere, aber gleichzeitig auch zu wenig, da alle Charaktere scheinbar ihr eigenes, kleines Geheimnis hüten. Dadurch verfügt die gesamte Story über sehr viele kleinere Handlungsstränge, was mit der Zeit einfach zu viel war. Das Buch wirkte einfach überladen, irgendwie hat mir die Konzentration auf das Wesentliche gefehlt. Die Geschichte plätschert vor sich hin, was wirklich sehr schade ist, denn ich habe immer auf etwas „Krasses“ gewartet, das sicherlich bald passieren würde. Ich wurde enttäuscht, mir scheint, als wäre wirklich rein gar nichts passiert. Das Positive daran, war dann natürlich, dass sich das Buch sehr schnell gelesen hat, immer in Erwartung der Überraschung, dem Schockmoment. Das mag auch am Schreibstil der Autorin gelegen haben, dieser konnte mich, im Gegensatz zur Geschichte an sich, wieder vollkommen überzeugen. Paula Hawkins schafft es, allein durch Worte eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen und Spannung aufzubauen. Sie hat eine ganz eigene, unkonventionelle Art zu Erzählen, was mich auch schon bei Girl on the train mitreißen konnte. Aber das war nun mal leider nicht genug.

Durch die hohe Personenanzahl war es wohl leider nicht möglich, die einzelnen Charaktere näher kennen zu lernen. Sogar die Protagonistin Jules war mir immer ein Rätsel und obwohl sie wiederholt von ihrer schweren Zeit als Jugendliche erzählt, wie sie unter ihrer großen Schwester litt, konnte ich nicht wirklich mitfühlen. Jeder Charakter blieb auf Distanz. Sympathisch erschien tatsächlich keiner von ihnen, bis auf Lena, Nels Tochter, die sich als eine starke, kämpfersiche Persönlichkeit erwies. Ich hatte das Gefühl, nur diese eine Person wirklich kennenlernen zu können, was bei einer Anzahl von etwa 475 Seiten doch eher ernüchternd ist.

Sehr gut haben mir die Passagen um den Drowning Pool gefallen, eine Einsicht in die Recherchen Nel Abbotts. Sie haben einen Einblick in die Vergangenheit geliefert und von den Frauen berichtet, die im Fluss ihr Leben ließen.

Einen Schritt nach dem anderen, bis sie aus dem Gehölz kam, einen Schritt nach dem anderen, vom Weg ab, leicht stolpernd die Uferböschung hinab, und dann, einen Schritt nach dem anderen, ins Wasser. (Hawkins, S. 220)

Das Ende war sehr unbefriedigend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mit mehr gerechnet habe. Jede Person ist irgendwie mal verdächtig und man kann auch miträtseln, was das Ende wohl bringen mag – es gibt verschiedene Möglichkeiten, aber keine davon wäre wirklich überraschend. Deswegen hatte ich bis zum Schluss mit einem anderen Ausgang gerechnet.

FAZIT:
Ich finde nicht, dass hier ein Spannungsroman im Sinne von „spannender Roman“ vorliegt. Es ist mir schlichtweg einfach zu wenig passiert! Das Ende ist vorhersehbar, obwohl ich mir die ganze Zeit doch etwas anderes vorgestellt habe. So einfach würde Hawkins das doch nicht stehen lassen. Aber sie hat es so stehen lassen. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch. Ihre Art zu schreiben muss ich aber dennoch loben, sie konnte mich zumindest damit an das Buch binden und deshalb würde ich auch ein weiteres Buch von Hawkins lesen. Die Bewertung ist mir hier wirklich nicht leicht gefallen, aber ich kann Into the water leider nur als mittelmäßig bewerten.

Ganz okay

Von: Ella's Bookdream Datum : 09.06.2017

ellasbookdream.blogspot.de

Ich muss sagen, dass dieses Buch, dafür das es ein Spannungsroman ist, nicht wirklich spannend ist. Zwar auch nicht langweilig, doch der Handlungsverlauf war sehr eintönig. Nicht nur Nel ist in Beckford gestorben, sondern auch viele andere Frauen vor ihr. Nach und nach werden die Geheimnisse der Einwohner von Beckford aufgedeckt und jeder hat irgendetwas zu verheimlichen.
Jules Abbot, die Schwester der Toten, ist jahrelang nicht mehr in Beckford gewesen und will auch gar nicht zurück, aber sie muss. Da ihre Schwester tot ist, ist sie nun der Vormund von der Tochter ihrer Schwester. Während ihres Aufenthalts in Beckford hat sie immer wieder Halluzinationen und hört Schritte im Haus, die "nicht" existieren. Das Verhältnis zu ihrer Schwester war nicht sehr gut, also sie noch Teenager waren und auch vor Nels Tod redeten sie nicht oft miteinander. Allerdings denkt sie nicht, dass es Selbstmord war, wie am Anfang behauptet.
Lena ist Nels Tochter. Sie ist stur und geht ihren eigenen Willen nach. Sie denkt, dass ihr Mutter Selbstmord begangen hat und von der Klippe gesprungen ist. Sie widersetzt sich der Vorstellung, dass Jules nun ihr Vormund ist. Lena verurteilt Jules, weil sie den Kontakt zu Nel abgebrochen hat.
Erin Morgan ist neu im Dorf und arbeitet als Polizistin in Nel Todesfall. Sie ist schockiert von der Vorstellung wie viele Frauen schon in dem Fluss gestorben sind. Sie will unbedingt herausfinden wer Nel Abbot umgebracht hat.
Nel Abbot selbst war eine nicht sehr nette Person. Sie war stur, genau wie ihre Tochter. Trotzdem wollte sie Lena unter allen Umständen beschützen. Man hat sehr bald gemerkt, dass Nel eine sehr enge Verbindung zum Tod hatte und die Geschichten der ertrunkenen Frauen hat sie so fasziniert und inspiriert, dass sie sogar anfing ein Buch zu schreiben.
Die Geschichte wurde von vielen Leuten aus verschiedenen Perspektiven erzählt und es gab auch Sprünge in die Vergangenheit. Durch diese vielen Perspektivenwechsel wurde es etwas unüberschaubar, da man manchmal nicht mehr wusste, wer der Erzählende war. Trotzdem war es interessant zu wissen, wie die Leute aus dem Dorf zu der Toten stand und wie sie ihren Tod aufgenommen haben - manche waren erleichtert, manche nicht einmal überrascht.
Paula Hawkins Schreibstil war gut, konnte mich allerdings nicht fesseln. Dadurch, dass nur manche "Kapitel" in der Ich-Perspektive geschrieben waren, konnte ich keine richtige Verbindung zu den Charakteren herstellen.
Ich glaube, ich würde nur noch einmal ein Buch dieser Autorin lesen, wenn sich der Klappentext interessant anhört, sonst aber nicht. Trotzdem war es eine solide Geschichte und die Idee war auch sehr gut.

Unfassbar gut!

Von: Veronika Datum : 07.06.2017

veros-buchparadies.blogspot.de/

Paula Hawkins hatte mich schon bei Girl on the train total zerstört und umgehauen. Ich war einfach damals schon total verliebt in ihren Schreibstil und in die Art wie sie ihre Charaktere gestaltet. Ich war so hin und weg von diesem Buch, wie schon lange nicht mehr (zu dem Zeitpunkt) von einem Buch und der Film ist übrigens auch der Knaller. Umbedingt anschauen oder lesen, Leute!!!

Ich konnte es mir also nicht nehmen lassen Into the water zu lesen. Meine Erwartung war riesig und was soll ich sagen? Paula Hawkins hat mit "girl on the train" die Messlatte unglaublich hoch gelegt und hat sich selbst noch übertroffen.
Zu allererst.. Schaut euch doch mal dieses wunderschöne Cover an. Schon bei girl on the train war ich so begeistert von der Schlichtheit des Covers, das aber trotzdem total fesselnd und interessant ist. Es hat immer diesen Wiedererkennungswert und man sieht genau wer das Buch geschrieben hat.
Und jetzt zur Geschichte. Woher um Himmelswillen hat Paula immer ihre Ideen? Ich würde nicht mal im Traum auf so eine grandiose Idee kommen. Es gibt unglaublich viele Personen. Ich glaube, mit den Toten sind es um die 12 Stück. Das klingt am Anfang unfassbar abschreckend und ich glaube, hätte ich das vorher gewusst, hätte ich es mir auch zwei mal überlegt ob ich das Buch wirklich lesen möchte, aber das stört gar nicht. Man lernt die Verbindungen und die Namen der Personen sehr schnell und die Kapitel sind auch nicht so lang, das man den Faden zu den anderen Personen verpasst. Tatsächlich finde ich das mal eine angenehme Abwechslung. Normalerweise liest man Thriller/Romane immer nur aus einer Sicht und erfährt kaum etwas über die anderen Charaktere. Ich fand es sehr angenehm das ein Fall im Vordergrund stand und man aus verschiedenen Blickwinkeln etwas über diesen Fall herausgefunden hat. Das erhöht die Spannung und man denkt sich immer "Oh - mein - Gott, das ist jetzt nicht Wahr, oder?" Und das hat mich einfach dazu gebracht, das ich dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Ich habe das Buch angefangen auf einer zwei stündigen Zugfaht zu lesen. In diesem Zug waren etwa 5 betrunkene Männer die unfassbar laut waren. Also habe ich meine Musik reingemacht und ich konnte nicht aufhören zu lesen und habe die komplette Welt ausgeblendet. Wer nicht versteht warum ich das sage: Ich kann mit Musik nicht lesen. Schon gar nicht, wenn die Musik so unnormal laut ist. Aber, ich habe die Welt ausgeblendet und war total in diesem Buch drinne.
Leute, es gibt nicht, absolut nichts, was mich an diesem Buch gestört hat und ich habe eben in Erfahrung bringen könne, das dieses Buch verfilmt wird und ich freue mich darüber wie Bolle!

Das einzige was ich euch nicht empfehlen kann: lest bloß nicht den letzten Satz! Leider habe ich das ausversehen getan und habe mir damit das Ende komplett versaut.
Ohne Frage kriegt dieses Buch 5/5 Röschen von mir! Der absolute Knaller!

Traue keinem. Auch nicht dir selbst...

Von: Anni_Book Datum : 05.06.2017

annisbookworld.blogspot.de/

Klappentext:
"Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …"

In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …


Meine Meinung:
In Into the Water gibt es doch eine sehr große Vielfalt an erzählenden Personen. Ich brauchte gut 50-60 Seiten um mich in die Geschichte zu finden, denn Into the Water ist kein Buch, was man mal eben so nebenbei lesen kann. Die Autorin gibt jeder Person eine Stimme, was mir sehr gut gefallen hat und auch die Erzähl-Perspektiven sind bei den einzelnen Personen anders. Viele sind in der dritten Person geschrieben und andere aus der Ich-Perspektive.
Der Schreibstil von Paula Hawkins ist einfach der absoulte Wahnsinn. Diese Frau schafft es, jeder Person tiefe zu verleihen und die Gefühle einer jeden Person deutlich darzustellen. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, so dass man flott voran kommt.
Was mir auch gut gefallen hat ist, dass der Verlag unten bei den Seitenzahlen den Namen geschrieben hat, aus wessen Perspektive man gerade liest.

Die Geschichte ist ab der ersten Seite spannend und man merkt schnell, dass alle Personen in Beckford ein kleines oder großes Geheimnis mit sich rumtragen, die irgendwie zusammen gehören.
Leider fand ich einiges doch zu vorhersehbar, wie z.B. das Ende, was mir aber nicht den Spaß am lesen genommen hat.

Alles in allem, fand ich das Buch gelungen.

krass

Von: varvaraadamou aus leipzig Datum : 02.06.2017

Also ich finde, das Buch ist richtig krass.

Into the Water von Paula Hawkins

Von: Bina van Book Datum : 02.06.2017

www.binavanbook.de

Klappentext:
>>Julia, ich bin`s. Du musst mir anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …<<

In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor dem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtete Julia das Wasser und den Ort, den sie Browning Pool nennen …


Die Autorin:
Paula Hawkins wuchs in Simbabwe auf. 1989 zog sie nach London, wo sie bis heute lebt. Sie arbeitete fünfzehn Jahre lang als Journalistin, bevor sie mit dem Schreiben vom Romanen begann. Ihr erster Spannungsroman Girl on the Train wurde zu einem internationalen Phänomen. Der Roman wäre in über 40 Sprachen übersetzt, eroberte weltweit die Bestsellerlisten und wurde 2016 mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt. Into the Water ist Paula Hawkins zweiter Spannungsroman.

Der erste Satz:
>>Auf ein Neues! Auf ein Neues!<<
Die Männer fesseln sie wieder, diesmal aber anders: den linken Daumen an den rechten Zeh, den rechten Daumen an den linken.

Meine Meinung:
Into the Water ist Paula Hawkins zweiter Spannungsroman, meiner Meinung nach in Richtung Familiendrama. Ihr dürft hier also keinen Krimi oder Thriller erwarten.

Die Geschichte um den Tod von Nel Abbott wird abwechselnd von vielen Protagonisten erzählt. Das lockert zwar auf, es sorgt jedoch auch dafür schnell zu verwirren. Welcher Protagonist hat nun was erzählt (hierbei hilft der Blick zur Seitenzahl, für die kleine Gedächtnisstütze �� ) und wer spricht überhaupt die Wahrheit? Jede Person hat so sein eigenes Geheimnis und wie es sich für einen Vorort gehört kennt man sich, weiß quasi alles voneinander und auch wieder gar nichts.

Wer also einen Spannungsroman sucht und auf Thrillerelemente gerne verzichtet, ist bei Into the Water von Paula Hawkins genau richtig. Mir waren es leider ein paar, mir unsympathischen Protagonisten zu viel und an manchen Stellen zu langatmig. Auch der oh Effekt bei der Auflösung fehlte mir.

Fazit:
Etwas schwächer wie Girl on the Train, gut verfilmt aber sicher ein Hingucker ��

Zu viele Protgonisten die unter die Lupe genommen werden

Von: kiasbooklife Datum : 01.06.2017

kiasbooklife.blogspot.de/

Hallu ihr Lieben und herzlich Willkommen zu meiner Rezension zu „Into the Water“ von Paula Hawkins. ♥


Into the Future (Leseprobe) | Paula Hawkins | Blanvalet Verlag |978-3-7645-0523-3 |[D] 14,99 [A] 15,50

Ein großes Dankeschön an den Blanvalet Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.♥

Inhalt:
Nach mehreren mysteriösen Anrufen von ihrer Schwester, Danielle, kehrt Julia in ihren Heimatort Beckford zurück. Trotz ihrer Angst vor dem „Drowing Pool“ muss Julia nun in Beckford bleiben, bei Nels Tochter.
Nel, Julias Schwester, ist Tod, heißt es. Laut Dorfgerüchten soll sie gesprungen sein.
Aber Julia ist sich sicher: Nel ist nicht gesprungen! Niemals.

Meine Meinung:

Zu allererst möchte ich zu dem Cover kommen.
Ein wunderschönes Buchcover. Es wirkte auf mich sehr mystisch und magisch, vor allem weil es wie eine Tiefe wirkt und man „hineinsehen“ kann, was an den Wasserspiegelungen liegt.
Die Innengestaltung war gut. Dort wo die Seitenzahl stand, stand auch der Name der Person, worum sich das Kapitel gerade drehte. Das Buch wurde mit viel Absätzen und kurzen Kapiteln gezeichnet, dass fand ich gut und in dem Sinn auch leicht zu lesen, da es sehr übersichtlich war.
„Traue keinem. Auch nicht dir Selbst.“ (Cover- Untertitel)
Leider muss ich sagen, dass mich dieses Buch überhaupt nicht packen konnte. Der Schreibstil von Paula Hawkins war flüssig und brachte auch unvorhersehbare Wendungen mit sich. Was mir sehr gut gefiel, war das ihr Schreibstil sehr übersichtlich gestaltet ist.
In diesem Buch gab es 11 verschiedene Personen aus deren Sicht geschrieben wurde. Für mich waren es zu viele Protagonisten, die eine zentrale Rolle spielten.
Es gab Person die in der Personalen Perspektive betrachtet wurden und dann wieder welche die in der Ich-Form betrachtet wurden. Zudem gab es in diesem Buch noch die Stimmen in den Köpfen, die mit dem „Du“ signalisiert wurden. Es fiel mir nach ungefähr 100 Seiten schwer da noch mitzukommen, da das ganze so ineinander verzwickt war. Leider hat mich das beim Lesen immer wieder irritiert und auch jetzt nach dem Ende, sind mir manche Beziehungen, noch nicht ganz verständlich geworden. Manche Situationen bzw. Vergangenheit einer Person hab ich auch jetzt noch nicht so ganz verstanden, ich habe zwar so meine Vermutungen, aber ich bleibe mit ihnen im Unwissenden.
Zwischen den Kapiteln der einzelnen Protagonisten gab es auch die „Drowing Pool“ - Kapitel. Dort wurde Stellung zu einer bereits toten Person genommen. Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie die einzelnen gestorben waren, da es dort tatsächlich Unterschiede gab.
Zum Ende hin wurde immer mehr deutlich wie sehr alles ineinander verzwickt war und was es mit einzelnen Protagonisten auf sich hatte. Die Sachen, die ich davon verstanden hab fand ich wirklich schockierend und absolut unerwartet.
In einigen Situation des Buches wurde mir nicht deutlich welche Protagonisten miteinander konfrontierten.
Auch wenn mich das Buch nicht richtig packen konnte, habe ich mitgerätselt und lag mit meiner Vermutung komplett falsch.
Da ich jedoch wie gesagt nicht richtig in diesem Buch war, gab es viele Wendungen und Situationen die ich nicht nachvollziehen konnte, einfach weil mich dieses Buch leider nicht packen konnte und ich nicht richtig in der Geschichte war.

Mein Fazit:
Das Buch „Into the Water“ ist auf jeden Fall empfehlenswert, aber man sollte sich darüber Bewusstsein, dass 11 Personen + Drowing Pool Kapitel in einzelnen Sichten betrachtet werden und im Vordergrund stehen.
Trotz der Tatsache, dass es mich nicht packen konnte und es dennoch unerwartet und schockierend war, bekommt das Buch von mir:
3,5♥/ 5♥

Traue Keinem.........

Von: Yvonne Datum : 01.06.2017

https://www.lovelybooks.de/eingeloggt/Yvonne23/

Rezension

Titel: Into The Water
Seite: 473 Seiten
Verlag Blanvalet
Preis : 14,90 Euro


Klappentext:

„ JULIA; ICH BIN´S. DU MUSST MICH ANRUFEN. BITTE, JULIA .ES IST WICHTIG....

In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen......

Cover:

Das Cover hat mir von Anfang an gefallen, es war alles offen was in diesen Buch passieren kann. Man hätte es nicht besser auswählen können.

Meinung:
Mir hat es insgesamt sehr gut gefallen. Ich habe mich durch die erste Hälfte des Buches zwar ein wenig gequält. Ich hatte Probleme mit den vielen verschiedenen Charakteren und deren Geschichte, aber ich bin froh das ich nicht aufgeben habe und weiter gelesen hab. Denn von Seite zu Seite bin ich immer mehr ins Buch reingekommen. Und auch wenn man ein paar Dinge wirklich schon vorausehen konnte, war ich immer wieder verwirrt wo ich doch dachte, nun hab ich es. Der Schreibstil ist sehr angenehm zum lesen ,daher hab ich wohl immer weiter gelesen ,durch die kurzen Kapitel kam mal schnell vorran und wollte wissen wie es nun weiter geht . Ich vergebe diesen Buch 4 Sterne .

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag, für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar und Vielen Dank auch an Paula Hawkins

Abkühlung für den Sommer: Rezension zu "Into the Water" (Paula Hawkins)

Von: Marcel (Aufziehvogel) Datum : 31.05.2017

misteraufziehvogel.blogspot.de/

Großbritannien 2017

Into the Water
Autorin: Paula Hawkins
Verlag: Blanvalet
Übersetzung: Christoph Göhler
Veröffentlichung: 24.05.2017
Genre: Mystery, Thriller




"Ich lenkte den Wagen an den Straßenrand und schaltete den Motor aus. Dann sah ich auf. Dort waren die Bäume und hier die Steinstufen, vermoost und tückisch nach dem Regen. Sämtliche Härchen an meinem Körper stellten sich auf. Woran ich mich erinnerte: An den eisigen Regen, der auf den Asphalt trommelte, die zuckenden Blaulichter, die im Wettstreit mit den Blitzen den Fluss und den Himmel erhellten, Atemwolken vor verängstigten Gesichtern und den kleinen Jungen, der bibbernd und weiß wie ein Gespenst von einer Polizistin die Stufen zur Straße hinaufgeführt wurde. Daran, wie sie seine Hand umklammert hielt, wie sie sich mit großen, wilden Augen umschaute und den Kopf hin- und herwandte, während sie irgendwen rief. Noch heute kann ich fühlen, was ich damals fühlte, Grauen und Faszination zugleich. In meinem Kopf höre ich dich immer noch sagen: Wie das wohl sein muss? Kannst du dir das vorstellen? Zusehen zu müssen, wie deine eigene Mutter stirbt?"
(Into the Water: Paula Hawkins. Verlag: Blanvalet. Übersetzung: Christoph Göhler)



"Into the Water" von Paula Hawkins fiel mir beinahe zufällig in die Hände. Geplant war der Titel und die anschließende Besprechung für eine Gast-Autorin, die für "Am Meer ist es wärmer" bereits eine Rezension zu "Girl on the Train" verfasst hat. Aus zeitlichen Gründen musste die Rezensentin mir aber absagen und so blieb Into the Water auf meinem Schreibtisch liegen. Somit fiel der Titel auf meinem eigenen Stapel. Obwohl ich Gillian Flynns "Gone Girl" als sehr gelungen erachte, bin ich nun auch kein passionierter Leser von Thrillern weiblicher Autorinnen. Dass mich dieses Metier aber durchaus auch begeistern kann, dies hat zuletzt erst "Geständnisse" der japanischen Autorin Kanae Minato bewiesen. Ob Paula Hawkins neuster "Spannungsroman" mich begeistern konnte, erfahrt ihr jetzt.

Ein guter Titel ist die halbe Miete, heißt es..... oder auch nicht. Paula Hawkins hätte ihren Roman wohl lieber "Drowning Pool" genannt, wenn dies nicht unbedingt Probleme mit Urheberrechten und anderen Querelen mit sich bringen würde. Den Titel "Into the Water" kann ihr daher doch logischerweise nur ein Redakteur zugespielt haben, denn an größerer Ideenlosigkeit ist dieser langweilige Titel für einen umfangreichen Roman kaum zu überbieten. Wiederum, Girl on the Train ist auch nicht gerade ein Titel, der von Einfallsreichtum strotzt. Am wichtigsten ist jedoch, ob der Inhalt überzeugen kann. Nach dem sensationellem Erfolg von Girl on the Train hätte die Autorin ihren neusten Roman auch "Dead Body in the Water" nennen können und keinen hätte es gekümmert, denn eine feste Leserschaft war Paula Hawkins von vornherein sicher.

Into the Water beginnt nicht so, wie man sich den typischen Mystery-Thriller vorstellt. Der Prolog erinnert sogar ein wenig an die Eröffnungssequenz des Pilotfilms von Twin Peaks, die die Zuschauer durch ihre kryptische art und weise auch sehr überrascht haben dürfte. Die Geschichte beginnt im Jahr 2015 und Jules (ein Kosename für Julia) berichtet über eine Person, die ihr anscheinend mal sehr nahe stand. Trauer vermischt sich mit Wut und ihren Worten merkt man sofort an, die Frau pflegte ein sehr zerrüttetes Verhältnis zu dieser Person. Die Feder wird an Josh weitergereicht, ein junger Mann, der wartet, dass seine Mutter heimkehrt, die, seit dem Tod ihrer Tochter, gerne mal nächtliche Spaziergänge unternimmt. Als sie am Morgen zurückkehrt und sich ins Haus schleicht, geht sie die Treppen zum Schlafzimmer hinauf und weckt ihren Mann, ihr Sohn Josh folgt ihr dabei heimlich. Als ihr Mann Alec aus einem tiefen Schlaf erwacht, macht seine Frau ihm die traurige Kunde, die Leiche von Nel Abbott sei vor einigen Stunden gefunden worden. Erneut wechselt die Erzählung zu Jules, die sich der Polizei als die Schwester der Verstorbenen vorstellt.

Es dauert um die 50 Seiten, bis für den Leser wirklich klar wird, um was es in dieser Geschichte geht. Durch die kryptische, sehr unkonventionelle Erzählweise gewinnt die Geschichte schnell an Fahrt. Einige Leser könnte so ein Stil vielleicht überfordern oder abschrecken, ich hingegen war überraschend angetan. Alle 5-10 Seiten (zum größten Teil der Geschichte zumindest) wechselt der Erzähler, was eine Besonderheit ist aufgrund der Kürze der jeweiligen Parts. Dabei wechselt die Erzählung auch gerne mal vom Ich-Erzähler zum Erzähler aus der dritten Person. Meine Sorge, dieser Stil könnte sich irgendwann abnutzen und langweilig werden, hat sich nicht bewahrheitet. Erst die vielen kleinen Geschichten ergeben gemeinsam ein großes Gesamtwerk, was äußerst gut durchdacht ist, aber leider auch nicht völlig ohne bekannte Klischees auskommt. Von Themen wie Feminismus möchte ich mich aber dennoch distanzieren, da diese Debatte auch wieder einmal auf der Agenda stand. Dass das Buch eher eine weibliche Leserschaft anpeilt, dürfte jetzt keine besonders große und überraschende Offenbarung sein.



Resümee

Paula Hawkins Stil sorgte bei mir für eine Überraschung. Die sich stets abwechselnden Erzähler(innen) sorgen für Spannung, Mysterien und eine menge Konfusion. Man kann nicht allen trauen, keiner sagt die Wahrheit und jeder ist mal wieder irgendwie verdächtig. Die Zutaten sind alle bekannt und wurden nicht neu erfunden, aber wie sie zusammengeführt wurden ergibt durchaus ein recht erfrischendes Konzept. "Into the Water" ist erst der zweite Mystery-Thriller von Paula Hawkins und ihr Stil scheint sich etabliert zu haben. Abgesehen von der Nutzung einiger etwas zu abgedroschener Klischees und einer kleinen Überlänge ist in dieser Geschichte alles an seinem Platz. Genau da, wo es hingehört. Paula Hawkins scheint gerne die zerstörten Teile einer Vase wieder zusammenzusetzen, aber nicht, ohne dem bekanntem Objekt noch ein eigenständiges Markenzeichen zu hinterlassen.

Ganz anders als Girl on the Train

Von: eulenmatz liest Datum : 29.05.2017

https://eulenmatz-liest.com/

INHALT:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

MEINUNG:
Ich habe bereits Paula Hawkins gehypten Debüt-Roman Girl on the Train letztes Jahr im Herbst gelesen, weil ich eigentlich den Film im Kino sehen wollte (was ich dann aber doch nicht getan habe). Hier war der Clou einfach, dass man der Protagonistin nicht trauen konnte und sie sich selbst auch nicht. Into the Water ist anders und sollte man auch nicht mit Girl on the Train vergleichen.

Into the Water ist doch seine Vielfalt an erzählenden Personen sehr komplex aufgebaut. Paula Hawkins hat quasi (fast) jeder mitwirkenden Person eine Stimme gegeben. Ich habe einige Zeit gebraucht mich zurecht zu finden und die Personen auseinander zu halten. Falls man während des Lesen mal nicht mehr weiß aus wessen Perspektive man liest, dann ist neben der Seitenzahl immer der Name angedruckt. Sowas habe ich zum ersten Mal gesehen und finde es einen ausgesprochen guten Clou vom Verlag. Die Kapitel sind in der Regel recht kurz, aber man muss sich hier schon konzentrieren. Ich hatte nicht das Empfinden, dass es ein Buch ist, was man mal so nebenbei liest. Ich fand es spannend, dass die Autorin bei allen Personen auch immer unterschiedliche Erzählperspektiven gewählt hat. Einige sind in der dritten Person, einige in Ich-Form und Julia (die eigentlich nur Jules genannt wird) führt quasi ein Zwiegespräch in Du-Form mit ihrer toten Schwester. Paula Hawkins kann also in meinen Augen definitiv schreiben.

Mit den ganzen Verstrickungen untereinander in dem kleinen Ort Beckford und der englischen Atmosphäre erinnert mich der Roman sehr an die Serie Broadchurch. Auch vom Konstrukt her findet man hier sehr viele Parallelen. Jede Person hat so ihre Geheimnisse, die langsam ans Tageslicht kommen und alle hänge fast miteinander zusammen. Ich fand aber vieles recht vorhersehbar. Das Buch wird als Roman deklariert, aber liest zum Teil wie ein Thriller. Ich glaube, dass ist auch das Problem, welches ich mit dem Buch hatte. Die Auflösung habe ich kommen sehen und mir fehlte einfach der Wow-Effekt, aber vielleicht sollte es diesen auch gar nicht geben und das Buch liegt mehr Wert auf die zwischenmenschlichen Verbindungen. Diese lotet Paula Hawkins sehr fein und präzise aus. Sie konfrontiert den Leser mit einer großen Palette an intensiven Gefühlen und menschlichen Abgründen. Viele Sachen werden auch erst bewusst, nach dem es bereits zu spät ist darüber mal zu sprechen, denn das tun hier ganz viele Personen nicht miteinander.

FAZIT:
Into the Water ist sehr atmosphärischer Roman, der mehr Wert auf Protagonisten und die Atmospähre legt als auf den Thrill-Faktor. Es ist schwierig hier nicht mit den Erwartungen eines Thrillers ranzugehen, denn in dieser Hinsicht war ich von dem Buch enttäuscht, weil vieles vorhersehbar war.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Paula kann's!

Von: leben-lieben-lesen.blogspot.de Datum : 29.05.2017

leben-lieben-lesen.blogspot.de/

Als wäre es ein weiterer cleverer Schachzug von Paula Hawkins: Wir erleben hierzulande gerade den ersten Anflug von Sommer und pilgern zum erfrischenden Bad an die Seen und Flüsse - da erscheint "Into The Water", der bereits mit Spannung erwartete Nachfolger von "Girl On The Train".

Auch in Beckford, einer kleinen Gemeinde im Norden Englands, zieht es viele ins Wasser. Doch zahlreiche Schwimmerinnen kommen nicht zurück, weshalb die Einheimischen diese Flußbiegung "Drowning Pool" nennen. Dessen Geschichte will die Fotografin Nel Abbott erzählen, die nach Jahren in New York in ihren Heimatort zurückkehrt. Mit ihren Recherchen macht sie sich allerdings keine Freunde - und als dann auch noch die 15jährige Katie ertrinkt, macht man sie für den Selbstmord verantwortlich.
Empfindet auch Nel Schuld am Tod der Schülerin und besten Freundin ihrer Tochter Lena oder was macht der einst lebenslustigen Frau so zu schaffen, dass sie verzweifelt versucht ihre Schwester Julia zu erreichen, die bereits vor etlichen Jahren den Kontakt abgebrochen hatte? Julia ignoriert die Hilferufe, doch als auch Nel tot aus dem Drowning Pool geborgen wird, muss sie nach Beckford zurückkehren und sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen....

Wie bereits in "Girl On The Train" läßt Paula Hawkins die Ereignisse auch in ihrem neuen Roman aus unterschiedlichen Blickwinkeln schildern. Natürlich kommen Lena und Julia zu Wort, aber auch Katies Mutter und Bruder Louise und Josh Whittaker, ihr ehemaliger Lehrer Mark Henderson, die schrullige Alte Nickie Sage, die behauptet mit den Toten sprechen zu können, die Ermittler der Polizei und sogar Nel Abbott durch Aufzeichnungen ihres umstrittenen Buchprojekts. Anfangs wirkt diese Fülle an Figuren ein wenig verwirrend, aber nach und nach ergeben die persönlichen Aspekte ein schlüssiges Bild über die Geschehnisse in Beckford, die zum Tod von Katie und Nel geführt haben. Glaubt man zumindest, denn Paula Hawkins versteht es erneut sehr geschickt uns auf die falsche Fährte zu locken ;-)

Doch nicht nur dieses Rätsel macht den Spannungsroman "Into The Water" aus: Im Gegensatz zum klassischen Krimi geht es um viel mehr als um das bloße "Who's done it". Wie schon der Untertitel "Traue keinem. Auch nicht dir selbst." spielen uns selbst die eigenen und somit als 100% zuverlässig eingestuften Erinnerungen zuweilen einen Streich... Diese psychologische Komponente hat Paula Hawkins hier raffiniert ausgenutzt und uns damit einen Roman geschenkt, der über die Lektüre hinaus nachwirkt und lange beschäftigt. Für mich eine echte Meisterleistung und ein großartiges Leseerlebnis - deshalb ganz klar ***** 5 Sterne für Into The Water.,Als wäre es ein weiterer cleverer Schachzug von Paula Hawkins: Wir erleben gerade den im diesem Jahr ersten Anflug von Sommer und pilgern zum erfrischenden Bad an die Seen und Flüsse - da erscheint der vielsagende Titel "Into The Water", der bereits mit Spannung erwartete Nachfolger von "Girl On The Train".

Viele zieht es auch in Beckford, einer kleinen Gemeinde im Norden Englands, ins Wasser. Doch zahlreiche Schwimmerinnen kommen nicht zurück, weshalb die Einheimischen diese Flußbiegung "Drowning Pool" nennen. Dessen Geschichte will die Fotografin Nel Abbott erzählen, die nach Jahren in New York in ihren Heimatort zurückkehrt. Mit ihren Recherchen macht sie sich keine Freunde - und als dann auch noch die 15jährige Katie ertrinkt, macht man sie für den Selbstmord verantwortlich.
Empfindet auch Nel Schuld am Tod der Schülerin und besten Freundin ihrer Tochter Lena oder was macht der einst lebenslustigen Frau so zu schaffen, dass sie verzweifelt versucht ihre Schwester Julia zu erreichen, die jedoch vor etlichen Jahren den Kontakt abgebrochen hatte? Julia ignoriert die Hilferufe, doch als auch Nel tot aus dem Drowning Pool geborgen wird, muss sie nach Beckford zurückkehren und sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen...

Wie bereits in "Girl On The Train" läßt Paula Hawkins die Ereignisse auch in ihrem neuen Roman aus unterschiedlichen Blickwinkeln schildern. Natürlich kommen Lena und Julia zu Wort, aber auch Katies Mutter und Bruder Louise und Josh Whittaker, ihr ehemaliger Lehrer Mark Henderson, die schrullige Alte Nickie Sage, die behauptet mit den Toten sprechen zu können, die Ermittler der Polizei und sogar Nel Abbott durch Aufzeichnungen ihres umstrittenen Buchprojekts. Anfangs wirkt diese Fülle an Figuren ein wenig verwirrend, aber nach und nach ergeben die persönlichen Aspekte ein schlüssiges Bild über die Geschehnisse in Beckford, die zum Tod von Katie und Nel geführt haben. Glaubt man zumindest, denn Paula Hawkins versteht es erneut sehr geschickt uns auf die falsche Fährte zu locken ;-)

Doch nicht nur dieses Rätsel macht den Spannungsroman "Into The Water" aus: Im Gegensatz zum klassischen Krimi geht es um viel mehr als um das bloße "Who's done it". Wie schon der Untertitel "Traue keinem. Auch nicht dir selbst." vermittelt, spielen einem selbst die eigenen und als 100 Prozent zuverlässig eingestuften Erinnerungen zuweilen einen Streich... Diese psychologische Komponente hat Paula Hawkins hier raffiniert ausgenutzt und uns damit einen Roman geschenkt, der über die Lektüre hinaus nachwirkt und lange beschäftigt. Für mich eine echte Meisterleistung und ein großartiges Leseerlebnis - deshalb von mir ganz klar ***** 5 Sterne für Into The Water.

4,5 Sterne für Into the Water!

Von: Lines Bücherwelt aus Nentershausen Datum : 29.05.2017

linejasmin.blogspot.de

Auf dieses Buch habe ich mich riesig gefreut, schon "Girl on the Train" fand ich grandios umso gespannter war ich natürlich auf das neueste Werk der Autorin.
Ich muss zugeben das meine Erwartungen richtig hoch waren.

Nel Abbott ist Tod, gestorben in einem Fluss der schon viele Frauen das Leben gekostet hat. Doch wie kam es dazu? Ist sie selbst gesprungen oder war es ein heimtückischer Mord?
Ihre Schwester Julia kommt in ihren Heimatort zurück um sich um Nels Tochter zu kümmern, doch schnell gerät sie immer weiter in einen Sog der das ganze Dorf betrifft.
Was geschah wirklich?

Der Schreibstil der Autorin ist wieder einmal recht locker und flüssig. Dadurch liest sich das Buch in einen Zug aus.
Das Buch beginnt mit einem Prolog der mich fesselte und meine Neugierde noch weiter steigerte.
Erzählt wird das Buch aus der Sicht verschiedener Charaktere, das sorgte natürlich für zusätzliche Spannung.
Das ganze wirkt sehr mysteriös und unheimlich man spürt förmlich das etwas in der Luft liegt und dennoch bekommt man es nicht zu fassen.
Die ganze Atmosphäre im Buch ist unglaublich packend.

Die Charaktere an sich sind gut gestaltet, gerade was die Hauptcharaktere betrifft. Sie wirkten authentisch und realistisch.
Allerdings wurden einige Nebencharaktere ziemlich blass und farblos gehalten, hier hätte ich mir deutlich mehr tiefe gewünscht.

Die Handlung war sehr fesselnd, spannend und packend zu gleich.
Immer wenn ich dachte das ich das Rätsel gelöst habe wurde ich eines besseren belehrt.
Durch geschickte Wendungen führte mich die Autorin in die Irre.
Ich muss sagen dieses Buch hat mir gut gefallen und ich wurde bestens unterhalten.

Klare Empfehlung.

Fazit:
Mit "Into the Water" ist der Autorin ein spannender Roman gelungen der mich fesselte. Er packte mich und ließ mich nicht mehr los. Dieses Buch bekommt von mir 4,5 Sterne!

Eine spannende und solide Geschichte, zum Miträtseln

Von: Judikos Welt Datum : 29.05.2017

https://www.facebook.com/Judikoswelt/

Da ich zu den wenigen gehöre, die „ Girl on the train“ so gar nicht mochte und auch abgebrochen hatte, wollte ich der Autorin nochmal eine Chance geben. Somit erwartete sehnsüchtig ihr zweites Buch „Into the water“. Die Geschichte klang zumindest, auch schon vom Klappentext her, interessanter für mich.

Die erwachsene Julia kehrt nach Beckford zurück, weil ihre ältere Schwester Nel verstorben ist und eine 14jährige Tochter zurück gelassen hat. Man sagt sie sei gesprungen. Was das bedeutet, weiß nur Julia und die Einwohner dort.
Eigentlich wollte sie nie wieder an diesen Ort zurückkehren, mit all seinen fürchterlichen Erinnerungen.

Diese Geschichte ist ein Rätsel. Als Leser wird man mit Menschen, die dort leben, konfrontiert und jeder hat irgendein Geheimnis. Man ahnt schnell, dass Nel sich wahrscheinlich nicht selbst umgebracht hat, sondern dass irgendjemand dafür verantwortlich ist. Nur wer? Hat Nel zu viel gewusst, über Drowning Pool, wie die Einwohner die Stelle nennen, wo schon viele Menschen vorher ums Leben gekommen sind?

Mir hat, im Gegensatz zum Debütroman, diese Geschichte wesentlich besser gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und einfach. Kurze Kapitel ermöglichen ein zügiges Lesen, wobei es zu häufigen Charakterwechseln kommt. Das machte es wiederum etwas schwerer, sich in der Geschichte zurechtzufinden. Besonders zu Anfang. Nachdem man aber die Charaktere ein wenig kannte, machte es Spaß und man wollte wissen, was genau Nel widerfahren ist.

Ein spannendes und solides Buch, so finde ich. Stimmungsmäßig zwar ein bisschen düster, aber bei dieser Geschichte wahrscheinlich durchaus beabsichtigt. Für alle die, die gerne bis zum Schluss miträtseln wollen.

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und Random House für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar und Vielen Dank auch an Paula Hawkins, dass sie mich dieses Mal überzeugen konnte.

Die unbequemen Frauen vom Drowning Pool

Von: PTno Datum : 28.05.2017

www.nichtohnebuch.blogspot.de

Ihr erster Spannungsroman "Girl on the Train" wurde zum Bestseller, der in über 40 Sprachen übersetzt wurde.
Die Rede ist von Autorin Paula Hawkins, deren zweiter Roman "Into the Water" im Mai 2017 bei blanvalet erschienen ist.

Das Cover ist so mystisch, wie die Geschichte selbst.

Danielle (Nel genannt) Abbott ist tot und es heißt, sie sei von der Klippe gesprungen, wie schon einige Frauen vor ihr. Nel hatte zuvor begonnen ein Buch über die "unbequemen Frauen" zu schreiben, die am Drowning Pool ihren Tod fanden.
Zurück bleibt die fünfzehnjährige Tochter Lena, um die sich künftig Nels Schwester Julia kümmern soll.
Die beiden Schwestern hatten sich jedoch vor fünfzehn Jahren das letzte Mal gehen und auch für Julia ist es nicht leicht nach Beckford zurückkehren, an den Ort, der traumatische Erinnerungen hervorruft. Obwohl die Polizei sicher ist, dass Nel gesprungen ist, kann Julia es einfach nicht glauben. Doch wusste Julia wirklich, wie es in ihrer Schwester aussah, was sie gedacht und gefühlt hat?

Der Roman ist in einer besonderen Erzählweise geschrieben. Paula Hawkins lässt zehn Protagonisten abwechselnd zu Wort kommen, die in der "Ich-Perspektive" ihre Handlungen und Gedanken schildern. Gerade zu Beginn des Buches wirkt das mitunter etwas verwirrend und ermüdend. Wenn man jedoch weiß, wer wer ist und in welcher Beziehung die Personen zueinander stehen, wird es deutlich besser. Dennoch muss man bis zuletzt aufmerksam lesen, um die Story als Ganzes zu erfassen.

Die Autorin geht tief in die Psyche ihrer Charaktere. Dabei lässt sie den Leser zwischen Wahn und Realität pendeln. Sie schreibt mystisch-bildhaft in kurzen Kapiteln. Die Magie des Wassers und die Geheimnisse des Flusses setzt sie dabei gekonnt in Szene. Nichts ist, wie es scheint! Dabei beschreibt Paula Hawkins die Beziehungen der Menschen untereinander (besonders die der beiden Schwestern Nel und Julia) sehr eindrucksvoll, die von Missverständnissen und Fehlinterpretationen geprägt sind. Das lässt die Akteure authentisch wirken.

Als Leser meint man manchmal auf der richtigen Spur zu sein und dann überrascht Hawkins mit interessanten Wendungen. Sie beherrscht zweifelsfrei die Kunst des Schreibens. Auch mich hatte die Story ab der Hälfte völlig gefesselt. Vom Verlag wird "Into the Water" als Thriller beworben, wobei das aus meiner Sicht nicht ganz zutrifft.

Es ist ein Spannungsroman, bei dem neben dem eigentlichen Fall auch die polizeilichen Ermittlungen in den Fokus gesetzt werden.

Wer es gern eindringlich mag, lässt sich von diesem Buch bestimmt mitreißen und begeistern. Trotz kleiner Längen am Anfang absolut zu empfehlen!



Die Verlockung des Vergessens – Intelligent spielende Perspektiven

Von: Nisnis Bücherliebe Datum : 28.05.2017

www.nisnis-buecherliebe.de

Als Nel Abbott tot im Fluss aufgefunden wird, kehr Jules nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Nie wieder wollte sie zurück an diesen Ort, in das Haus ihrer Familie, das am Ufer des dunklen Flusses liegt, in der Nähe des Drowning Pools, der furchtbare Erinnerungen heraufbeschwört. Nele sei gesprungen, heißt es, doch Jules ist gewiss, dass Nele niemals in das geliebte Wasser gesprungen wäre.

Reflektionen:

Nach Girl on the Train ist Into the Water der neue Spannungsroman von Paula Hawkins. Der als solcher im Genre Roman publiziert ist.

Girl on the Train hatte mich seinerzeit nicht vollkommen überzeugt, doch ich war mir sicher, dass ein zweiter Roman von Paula Hawkins literarisch sicher ausgereifter und noch intensiver sein würde. Dementsprechend waren meine Erwartungen an diesen Roman sehr hoch.

Nach wenigen Seiten schlägt der Wiedererkennungswert Paula Hawkins Stils gnadenlos zu. Absolut im gleichen Stil und Ausdruck, beginnt sie die Geschichte der beiden Schwestern Nel und Jules Abbott zu erzählen.

Julia, ich bin’s. Du musst mich zurückrufen. Bitte Julia. Es ist wichtig. Du musst mich so bald wie möglich anrufen, in Ordnung? Ich ... äh ... Es ist wichtig. Okay. Ciao. (Zitat)

Nel, die tot im Fluss aufgefunden wird, liebte den Fluss ohnegleichen. Tagtäglich, bei Wind und Wetter, schwamm sie in seinen Fluten. Fast mystisch fühlte sie sich zu ihm hingezogen und sie beabsichtigte, seine geheimnisvolle Geschichte aufzuschreiben. Doch diese Geschichte erzählt auch von den toten Frauen und Mädchen, die sich in seine Fluten stürzten. Nels Recherchen brachten fast den ganzen Ort gegen sie auf, doch davon ließ sie sich nicht beirren. Bis ins 16. Jahrhundert reichten ihre Nachforschungen zurück, die mystische, brutale Rituale offenlegten.

Manche meinen, die Frauen hätten dem Wasser etwas von ihrem Wesen überlassen, andere behaupten, der Fluss selbst hätte sich etwas von ihrer Macht bewahrt, denn seither zieht dieser Ort die Glücklosen, die Verzweifelten, die Verzagten, die Verlorenen an. Sie alle kommen hierher, um mit ihren Schwestern zu schwimmen. (Zitat)

Als Nel, die Spirituellem nicht abgeneigt war, stirbt, kehrt Jules ins Haus der Familie zurück. Sie ist sich gewiss, dass Nel auf Grund ihrer Verbundenheit zum Fluss niemals gesprungen wäre. In Zwiesprache mit Nel durchlebt sie so alte Erinnerungen, leidet unter großen Ängsten, Schmerz, einem schlechten Gewissen und sie muss sich der Missgunst und Wut Nels Tochter Lena stellen.

Paula Hawkins hat ihren Roman psychologisch geschickt aufgebaut, sodass ein gewisser Sog zunächst das Tempo des Lesens bestimmt. Anfangs treibt die Neugierde durch die Seiten, denn der Einstieg ist mehr als rätselhaft und scheint zunächst undurchschaubar. Als Leser benötigt man viel Fantasie und langanhaltendes Interesse, sowie die Bereitschaft unermüdlich Zusammenhänge erkunden zu wollen, um letztendlich spekulierend einen roten Faden greifen zu können. Persönliche Interpretationen von Sätzen, Absätzen und Kapiteln sind gefragt, bis man feststellt, dass sich die Autorin in zu vielen nichtig wichtigen Nebenschauplätzen verliert. Müßig und schwerfällig wird das Lesen, wenn man erkennt, Perspektive für Perspektive, erneut in weiten, nebensächlichen Ausschweifungen festzuhängen.

Eine wenn auch gelungene, mystisch, rätselhafte und düstere Grundstimmung reicht nicht aus, um zu fesseln, wenn eine ordentliche Portion literarischen Pfeffers fehlt. Spannungshöhepunkte fehlen fast gänzlich, obwohl sie als Pfeiler des Spannungsromans unabdingbare Elemente wären.

Paula Hawkins zeichnet ihre Charaktere hinreichend intensiv, vielschichtig und gut. Sie erlaubt dadurch einen sehr tiefen Blick in die Seelen der einzelnen Persönlichkeiten und eröffnet dadurch das Verständnis nachvollziehbarer Motivationen von Handlungen und Denkweisen. Aber diese ausgeprägt ausführliche Zeichnung macht nicht wett, dass uninteressantes, rückblickend, ellenlang beleuchtet wird.

Sehr gut hingegen ist Paula Hawkins intelligentes Spiel der Perspektiven. Großartig in Szene gesetzt wirken die wechselnden Perspektiven enorm. Die Figuren erhalten Präsenz und mit dem Perspektivwechsel läuft die Geschichte weiter. Die Story wird nicht abwechselnd aus Sicht einer Figur erzählt, sondern sie wird von der nächsten Figur/Perspektive vorangetrieben.

Die Grundidee von Into the Water ist interessant, aber die Umsetzung ist alles andere als überzeugend.

Fazit und Bewertung:

Into the Water ist ein intelligentes Spiel der Perspektiven, dass den geschickten psychologischen Aufbau unterstreicht. Wer bereit ist unermüdlich Zusammenhänge erkunden zu wollen, zu spekulieren und stetig zu interpretieren, der könnte mit diesem Roman einen Lesegenuss empfinden, wenn er über Längen hinwegsieht und das Verlieren in Nebenschauplätzen akzeptiert.

Ein spannendes und düsteres Buch mit zu vielen Perspektiven!

Von: Meike Datum : 28.05.2017

meikeslittleworldofbooks.blogspot.de

Beschreibung:

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …


Meinung:

Paula Hakwins hat sich durch ihren ersten Bestseller "Girl on The Train", den ihr bestimmt auch kennt, sehr in mein Herz geschlichen. Ihr erstes geniales Buch war der Auslöser dafür, dass ich mich immer mehr an dieses Genre gewagt habe, also Hut ab an die Autorin. Das neue Buch von ihr "Into the Water" ist jetzt ganz neu erschienen und ich musste es natürlich haben. Wie es mir gefallen hat und ob es mit dem anderen Buch der Autorin mithalten kann, erfahrt ihr heute.

Die düstere Geschichte beginnt mit dem Tod von Nell Abbott. Ihre Schwester Julia muss deswegen zurück nach Beckford um sich nun um die zurückgebliebene Nichte Lena zu kümmern. Sie muss zurück an den Ort vor dem sie sich am meisten fürchtet. Viel zu viele schlechte Erinnerungen an das Leben in dieser Stadt liegen in ihrem Hinterkopf. Vor allem vor dem Wasser fürchtet sie sich. Das Wasser, indem ihre Schwester Nell gestorben ist. Im Drowning Pool. Hier sind schon viele Menschen in den Tod gefallen. Alle sagen, dass es Selbstmord war, doch Julia hat da ihre Zweifel..


"Beckford ist kein Ort für Selbstmörder. Beckford ist ein Ort um unbequeme Frauen loszuwerden."

Wie man es schon von Paulas anderem Buch kennt, ist die Geschichte sehr spannend gehalten und kann einen oft nicht loslassen. Hinzu kommt die Thematik mit den verblassten Erinnerungen und natürlich ein ziemlich gruseliges und auch mystisches Setting, welches uns Lesern schnell Gänsehaut auf den Körper zaubern kann. In das Buch wurden mehrere Themen wie Sexismus oder die Feindlichkeit gegen Frauen, mit eingebaut. Die ganze Geschichte ist sehr ineinander verstrickt und beim Lesen muss man wirklich genau aufpassen und bei der Sache sein um richtig mitzukommen. Dies war keineswegs ein schlechtes Element, aber man darf die Geschichte eben nicht einfach schleifen lassen.

Ich mochte das Buch, aber ein Punkt hat mich gewaltig gestört: Die zu vielen Perspektivenwechsel. Bei "Girl on the Train" hatte es auch mehrere Charaktere, aus deren Sicht geschrieben wurde, aber es war sehr übersichtlich und es erschwerte das Lesen überhaupt nicht. Bei "Into the Water" war das aber genau das Gegenteil. Es gibt unglaubliche 11! verschiedene Sichten. Damit kam ich leider nicht sehr gut zu Recht. Manchmal war ich einfach nur verwirrt und ich musste mich stark konzentrieren wer den nun wer ist und mit wem zusammen hängt. Wäre der Fokus etwas mehr auf die Hauptcharaktere, wie Lena oder Julia gelegt worden, wäre das Ganze vielleicht noch besser gewesen. Ich kann natürlich bestätigen, dass einige Sichten nötig für die Geschichte waren, aber einige auch eher nicht.

Die Idee, dass sich aus diesen verschiedenen Sichten und ebenfalls einzelne Geschichten, die miteinander zusammenhängen, entwicklen, war aber wirklich etwas Neues und die Autorin hat das Ganze logisch aufgebaut. Im Ort Beckford, in dem die Geschichte spielt, gibt es natürlich viel böses. Die Leute schweigen und alle haben eine Mauer hinter der viele Lügen stecken. Man kann keinem trauen und so dauert es etwas bis man die Charaktere leicht durchschaut. Erst zum Ende hin wurde mir klarer, wer hinter dem Verbrechen stecken könnte. Durch die vielen Perspektiven waren auch Längen vorhanden, in denen ich nicht ganz so gerne weitergelesen habe, aber im Großen und Ganzen hat mir das Buch abgesehen von kleinen Mängeln gut gefallen. Der Schreibstil passt zu der Geschichte, denn er ist sehr dunkel, mystisch und voller grauenhaftem geladen.


Fazit:

Das neue Buch von Paula Hawkins war gut. Jedoch kann es nicht mit ihrem vorigen Buch "Girl on the Train" mithalten. Ganz klar steckte wieder eine Genialität hinter dieser verstrickten Geschichte und auch den supertollen düsteren Schreibstil liebe ich. Leider sind mir die zu vielen Perspektivenwechsel auf die Nerven gegangen und haben mir die Story durch unnötige Längen und Verwirrung etwas kaputt gemacht. Empfehlenswert ist es trotzdem, aber nur wenn man ganz genau aufpasst und auch mal mit mehreren Perspektiven klarkommt.

Ich vergebe 4 von 5 Sterne! Danke an den blanvalet
Verlag für dieses Rezensionsexemplar (:

Ein packender und atemberaubender Thriller!

Von: Suriliest Datum : 27.05.2017

suriliest.blogspot.de/

Erster Satz:
"»Auf ein Neues! Auf ein Neues!«"

Cover:
Mir gefällt das Cover ganz gut und ich finde es passend zum Inhalt. Man erkennt den "Drowing Pool", in dem sich kahle, dunkle Bäume und beim genauerem Hinschauen auch eine Person spiegelt. Ich finde, dass das Cover etwas mysteriöses/gruseliges an sich hat. Ich möchte nicht zu lange auf das Wasser schauen. Nicht, das nachher noch jemand herausspringt. :D Die Farbwahl des Wassers finde ich etwas zu künstlich. Alles in allem ein passendes Cover!

Zitat:
"»Sie ist ziemlich von der Rolle«" S. 108 (Aussage von Erin über Nickie)

Eigene Meinung:
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven (min. 10) erzählt, sodass man gerade am Anfang schnell den Überblick verliert und ich ziemlich verwirrt war. Ich musste mich erstmal zu recht finden und mir merken, wer wer war. Nach einigen Seiten gewöhnte man sich an diesen Schreibstil und ich fand mich gut zu recht. Außerdem muss ich rückblickend sagen, dass ich den Schreibstil sehr gut fand, denn so habe ich einen guten Überblick über die Geschehnisse bekommen. Einzelne Puzzelteile setzten sich nach und nach zusammen und die Spannung war enorm hoch. Aus diesem Grund flogen die Seiten auch nur so dahin. Mir hat es gefallen, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln wahrzunehmen und so auch die einzelnen Personen besser kennenzulernen.

Paula Hawkins hat es geschafft, mich an dieses Buch zu fesseln. Ich wollte unbedingt herausfinden, was passiert ist und dabei war ich nicht nur einmal auf dem Holzweg. :D Die Spannung war während der ganzen Geschichte enorm hoch, es kamen immer wieder neue Geheimnisse ans Licht. Es war einfach sehr, sehr spannend!

Allerdings bin ich etwas über das Ende enttäuscht. Ich weiß nicht warum, aber irgendwas habe ich vermisst. Vielleicht das Drama. Ich dachte jeden Moment, jetzt kommt es gleich raus, das wird dich voll von den Socken reißen. Aber der große Knall blieb aus. Sehr schade.

Fazit:
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich kann jedem nur eine klare Kaufempfehlung geben! Natürlich muss man sich anfangs an die verschiedenen Charaktere gewöhnen und sich reinlesen, dies ist meiner Meinung nach allerdings relativ einfach. Das Buch verbirgt viele Geheimnisse, die man unbedingt lüften möchte. Ich war förmlich besessen von dem Buch! :D

Das Buch bekommt von mir 4,5 von 5 Sternen!

Spannender und fesselnder Roman

Von: Areti Datum : 27.05.2017

https://yunikas-buecherwelt.blogspot.de/

Inhalt:
»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …«
In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

Meine Meinung:
"Into the Water: Traue keinem. Auch nicht dir selbst." von Paula Hawkins ist ein spannender Roman, der einen vom Anfang bis zum Ende fesselt. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können, weil es mich so gepackt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht.

Die Geschichte ist in vier Teile gegliedert, die jeweils von einzelnen kürzeren Kapiteln unterteilt werden. Die einzelnen Kapitel tragen jeweils den Namen der Person, aus deren Sicht die Erlebnisse hier geschildert werden und dies sind ganz verschiedene Perspektiven:
Nicht nur die von Julia, die ihre Schwester Nel verloren hat, sondern auch von Nels Tochter Lena, der Polizistin Erin, die den Fall aufklären möchte, und vielen weiteren. Somit bekommt man als Leser von sehr vielen Seiten etwas mit, kann rätseln, wie es wohl ausgehen mag und was die ganzen Hintergründe für die Geschehnisse sind.
Die Autorin liefert hierbei kleine Details, die es dem aufmerksamen Leser ermöglichen, dass man einige Schlüsse ziehen kann und auf ein paar Zusammenhänge kommen kann. Das große Ganze, das Wer, Wo und Warum ist jedoch bis zum Schluss spannend geblieben.

Durch die einzelnen Perspektiven von so vielen Personen bekommt man als Leser natürlich einen guten Überblick und kann auch die verschiedenen Gefühle und Beweggründe gut verstehen. Man kann sich Personen suchen, mit denen man besonders mitfühlt und mitfiebert.
Auch der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, was es einem leicht macht, in die Geschichte einzutauchen. Da die einzelnen Kapitel meist nur 4-6 Seiten lang sind und der Schreibstil so leicht zu lesen ist, habe ich des Öfteren gedacht: Noch ein Kapitel, nur noch eins. Und nach dem nächsten wieder das Gleiche. Man kann das Buch einfach kaum aus den Händen legen.

Mir hat es insgesamt sehr gut gefallen. Und auch wenn man ein paar Dinge wirklich schon vorausahnen konnte, war es nicht schädlich für die Geschichte. Es blieb weiterhin bis zum Ende spannend und fesselnd. Dieses Buch hat mir auch eindeutig besser gefallen als der Vorgänger der Autorin "Girl on the Train".

Fazit:
"Into the Water: Traue keinem. Auch nicht dir selbst." ist ein vom Anfang bis zum Ende spannender und fesselnder Roman, der einen mit seinem locker-leichten Schreibstil packt und nicht mehr loslässt.
Ich kann ihn auf jeden Fall weiter empfehlen.

Die eigene Wahrheit ist nicht immer die Wahrheit

Von: Juju Datum : 26.05.2017

jujusbuecherkiste.blogspot.de

Ich bin momentan ziemlich glücklich über die tollen Thriller auf dem Markt. Into the Water ist ebenfalls einer der hochwertigen Thriller.
Das Buch ist in vier Teile und zahlreiche Kapitel unterteilt. Die Kapitel tragen jeweils den Namen aus dessen Sicht die Geschehnisse gerade passieren. Es sind recht viele verschiedene Charaktere und es war schön, dass auf jeder Seite unten der Kapitelname steht. Man weiß also immer um wen es gerade geht. Der Leser bekommt somit in jeden Charakter einen tiefen Einblick samt Gedanken. Das führt dazu dass man nie das komplette Bild hat, sondern es sich langsam zusammensetzt und dadurch ist die Spannung kontinuierlich da und wird immer weiter ausgebaut.
Der Schreibstil selbst ist ordentlich und fällt nicht weiter auf. Das einzige was ich bemängele ich das Wort "Bedeutungsschwanger"....sowas klingt einfach immer gewollt. Aber es war ein einmaliger Fauxpas in einem sonst sehr mysteriös spannendem Buch.

Die Charaktere sind alle mehr oder weniger normal. Was besonders auffällt ist dass hier besonderen Wert auf die "Eigenen Wahrheiten" gelegt wird. So kann ein Charakter etwas schlechtes Tun und trotzdem glauben er macht alles richtig. Das ist etwas was sich abhebt von anderen, da es immer wieder im gesamten Buch aufgefasst wird.
Julia und Nel haben ihre eigenen Wahrheiten von ihrer Vergangenheit und sind dadurch auseinandergegangen. Und nun soll Nel gesprungen sein. Ihre Tochter Lena ist jetzt allein und Julia sehr misstrauisch gegenüber. Lena selbst ist erwachsen für ihre 15 Jahre und hat auch schon einiges erlebt wie sich herausstellt. Jede einzelne Person an sich ist komplex, weil jeder seine Geheimnisse und Motive hat, und das kommt alles erst Stück für Stück heraus.

Die Geschichte ist spannend und nicht leicht zu erklären. Der Fluss in den Nel gesprungen sein soll, hat eine lange Geschichte und ist auch bekannt dafür, dass viele Hexen und Frauen darin umgekommen sind. Unbequeme Frauen. Doch in den letzten Jahren sind auffällig viele Frauen aus dem Ort darin umgekommen, sowie Nel. Aber die hat auch unbequeme Fragen gestellt. Alles hängt miteinander zusammen und jeder weiß etwas anderes. Die Schnitzeljagd ist eröffnet.

Insgesamt ist es ein sehr spannender, komplizierter Thriller der wirklich schön ausgearbeitet ist. Man will ihn einfach nur schnell lesen und versteht am Anfang nichts und am Ende staunt man. Ich bin mir sicher der wird irgendwann verfilmt werden. :) Die Atmosphäre ist kalt und bedrohlich und die Menschen sind geheimnisvoll. Genau richtig für einen schaurigen Abend!

Into the Water oder die Magie des Drowning Pool

Von: Gisela Simak Datum : 25.05.2017

lese-himmel.blogspot.de/

Zum Inhalt

Julia kehrt nach Beckford zurück. Eigentlich wollte sie ihren Heimatort auf ewig meiden. Zu viele unschöne Erinnerungen. Sie wollte nicht mehr an ihre unglückliche Jugend erinnert werden. Sie, der Schatten ihrer schönen Schwester Nel. Sie, die fette Kuh, die von allen nur belächelt wurde.

>>Ich war nicht dumm, aber ich strahlte auch nicht.<< (Seite 91)

Anrufe ihrer Schwester ignoriert sie schon seit Jahren. Den Letzten hätte sie besser beachtet. Nun ist Nel tot. In den Fluss gesprungen. Drowning Pool ist der Dreh und Angelpunkt in ihrem früheren Leben gewesen. Der Fluss der Selbstmörderinnen.
Julia muss sich nun um die Tochter ihrer Schwester kümmern. Sie hat keine Ahnung von Kindern und Teenagern. Sie hat keine Ahnung, wer ihre Schwester wirklich war.
Sie weiß jedoch, dass Nel nicht freiwillig in den Fluss gesprungen ist.


Meine Meinung


Paula Hawkins hat mit ihrem zweiten Buch ein wahres Meisterwerk geschaffen.
Kapitelweise wechseln sich die Protagonisten ab. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick, in deren Gefühlswelt. Mal in der Dritten- mal in der Ich-Form erzählt.
Als erstes lernen wir Jule (Julia) kennen. Ich wusste lange nicht, was ich von ihr halten soll. Sie kann schwer Gefühle zeigen und hält Abstand zu ihrer Nichte Lena.
Nach und nach erfährt man, was sich in der Vergangenheit zugetragen hat, und kann Jule besser verstehen. Für Jule ist Beckford die beste Gelegenheit, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Sie bekommt die Gelegenheit, jemanden die Meinung zu sagen. Die Sozialarbeiterin wächst über sich selber hinaus. Sie steht stets im Dialog, mit ihrer verstorbenen Schwester.

Lena betrauert nicht nur ihre Mutter. Ihre beste Freundin Katie Whittaker hat im Fluss den Tod gefunden. Lena ist überzeugt, dass es kein Unfall war. Vielmehr wollte ihre heißgeliebte Freundin mit ihrem Selbstmord jemanden schützen, denkt sie.
Lena hatte mit ihrer Mutter einen großen Streit, bevor diese verstarb.
Auf ihre Tante Jule hegt sie einen großen Hass. Nie hatte Jule die Anrufe ihrer Mutter beantwortet. Lena hat viel mit ihrer Mutter gemeinsam. Sie trägt das Herz auf der Zunge. Sie überlegt nie lange; sie handelt sofort. Ihr großer Gerechtigkeitssinn ist nicht bei jedem gerne gesehen. Auch Lena hat ihre Geheimnisse.

Nel Abbott war eine schöne, charismatische Frau. Man sah sie jedoch nie mit einem Mann. Der Vater ihrer Tochter zählte zu ihren großen Geheimnissen. Die selbstbewusste Frau konnte nicht verstehen, warum ihre Schwester den Kontakt zu ihr gemieden hatte. Nel war sehr an der Geschichte des Flusses interessiert. Sie sammelte Infos zu den verschiedenen Todesfällen, und arbeitete an einem Buch. Schon in ihrer Kindheit hatte sie damit ihre Schwester in Angst und Schrecken versetzt. Ein Fluss, der unbequeme Frauen entsorgte.
Nel schaffte sich mit ihren Recherchen Feinde.
Mir war die verstorbene Nel sympathisch. Sie schien eine taffe Frau gewesen zu sein, die sich von niemanden einschüchtern ließ. Die Ignoranz ihrer Schwester setzte ihr stark zu.

Im weiteren Verlauf der Geschichte lernt man viele weitere Protagonisten kennen. Fast alle haben etwas zu verbergen. Man versucht der Wahrheit aus dem Weg zu gehen.
Ich konnte mich der Geschichte nicht mehr entziehen. Die Präsenz des Flusses war allgegenwärtig. Ihn zu meiden schien schier unmöglich. Er hatte viele Geschichten zu erzählen. Geschichte wurde mit der Gegenwart verwoben.
Die Ängste der Menschen konnte man zwischen den Zeilen spüren.

Das Grauen, das der Geist heraufbeschwört, ist grundsätzlich schlimmer als alles, was ist.<< (Seite 66)

>>Beckford ist kein Ort für Selbstmörder. Beckford ist ein Ort, um unbequeme Frauen loszuwerden.<< (Seite 117)

Bei einer Szene mit einer Katze, wäre ich am liebsten in das Buch gekrochen.


Mein Fazit

Nach "Girl on the Train" war dies nun der zweite Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe.
Der Schreibstil von Paula Hawkins hat absoluten Erkennungswert. Sie geht auf ihre Protagonisten intensiv ein. Man spürt die menschlichen Abgründe, in denen sie sich befinden.
Ich habe "Into the Water" fast in einer Nacht durchgelesen. Ich hatte das Rauschen des Flusses im Ohr. Da ich selber in der Nähe eines Flusses wohne, konnte ich mir die Atmosphäre besonders gut vorstellen. Die Geheimnisse, die diese Gewässer bergen, haben mich schon immer beschäftigt.

>>Der Fluss kann die Vergangenheit durchströmen, er kann alles ans Licht und ans Ufer spucken, wo jeder es sehen kann.<< (125-126)

Frauen auf einer Klippe, die ihrem Leben ein Ende setzen. Ein Fluss, der sie magisch anzuziehen scheint.
Bewohner in einem Ort, denen man nicht über den Weg trauen kann.

Ich empfehle "Into the Water" jedem, der auf gut durchdachte Thriller Wert legt. Der die Protagonisten gut kennen lernen will. Mich konnte die Geschichte überzeugen. Das Ende hatte ich so nicht erwartet.

Danke Paula Hawkins.

Mein Dank geht an den blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Sehr schwieriger und verwirrender Einstieg, aber interessante Story

Von: lenisvea Datum : 25.05.2017

lenisvea.blogspot.de

€ 14,99 [D] inkl. MwSt.
€ 15,50 [A] | CHF 20,50*
(* empf. VK-Preis)
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-7645-0523-3
NEU
Erschienen: 24.05.2017

Zum Buch: https://www.randomhouse.de/Paperback/Into-the-Water-Traue-keinem.-Auch-nicht-dir-selbst./Paula-Hawkins/Blanvalet-Hardcover/e455642.rhd

Der neue Spannungsroman von Paula Hawkins nach dem internationalen Nr.-1-Bestseller Girl on the Train.

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …
Meine Meinung:
Ich habe vor einiger Zeit den Debütroman von der Autorin gelesen, bei der ich die Geschichte total interessant fand und war daher jetzt sehr gespannt auf das neue Werk von ihr und habe es auch direkt am Erscheinungstag angefangen zu lesen. Dieses wurde mir freundlicherweise vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt.
Allerdings muss ich sagen, dass mir der Einstieg in ein Buch noch nie so schwer gefallen ist. Ich habe mich durch die erste Hälfte des Buches schon ein wenig gequält. Ich hatte Probleme mit den vielen verschiedenen Charakteren und deren Geschichte. Dennoch bin ich froh, weiter gelesen zu haben, denn der 2. Teil war wesentlich besser und die Geschichte war wieder sehr interessant.
Zum Glück waren im Buch unten immer die Namen vermerkt, dass man wenigstens nachschauen konnte, um wen es gerade geht, denn ansonsten wäre es für mich noch verwirrender gewesen. Es war auch einfach sehr schwer, die Zusammenhänge zu verstehen.
Normalerweise bin ich in einem Buch direkt nach ein paar Sätzen drin, aber hier habe ich den Schreibstil auch nicht als flüssig empfunden und habe für das Buch auch wesentlicher länger gebraucht als üblich.
Alles in allem hat mir das Buch aber ja ab dem 2. Teil richtig gut gefallen, so dass ich Into the Water dann doch noch 4 Sterne gebe, wenn auch eher schwache 4 Sterne.

Der Fluss und die unbequemen Frauen

Von: Rezifeder Datum : 25.05.2017

www.rezifeder.blogspot.de/

Die Schwestern Julia "Jules" Abbott und Danielle "Nel" Abbott sind seit seit Langem entzweit, Jules hat den Kontakt abgebrochen. Fünfzehn Jahre lang haben sie sich nicht mehr gesehen. Dann erreicht Jules eine verzweifelte Mailboxnachricht von Nel mit dringender Bitte um Rückruf. Jules ignoriert die Nachricht - und wenige Tage später ist Nel tot.

Den ersten Ermittlungen nach soll Nel unter Alkoholeinfluss in den Fluss gestürzt oder gesprungen sein, der direkt an ihrem Haus in Beckford vorbeifließt. Nel arbeitete gerade als Journalistin an einem Buch über die zahlreichen Mädchen und Frauen, die seit Jahrhunderten in dem Fluss ertrinken. Zuletzt starb vor ein paar Monaten die jugendliche Katie.

Als Jules anreist, trifft sie zum ersten Mal auf Nels fünfzehnjährige Tochter Lena, die sich abweisend verhält. Während Lena an einen Suizid ihrer Mutter glaubt, ist Jules davon nicht überzeugt. Sie will herausfinden, was Nel kurz vor ihrem Tod so geängstigt hat. Die Nachforschungen konfrontieren sie auch schmerzhaft mit ihren eigenen schlechten Erinnerungen an ihren Heimatort ...

Bewertung:

Nach ihrem Erfolgsdebüt "Girl on the Train" legt Paula Hawkins mit "Into the Water" erneut einen gelungenen Thriller vor.

Dabei ist die Struktur des Romans zu Beginn gewöhnungsbedürftig, denn sie setzt sich aus einer Vielzahl an Erzählperspektiven zusammen. Viele Kapitel werden natürlich aus Jules' Sicht erzählt, allerdings richtet sich der Fokus auch auf Nels Tochter Lena, auf Lenas Lehrer Mark, auf Louise - die Mutter der verstorbenen Katie -, auf Katies Bruder Josh, auf die Ermittler Sean und Erin, auf Seans Vater Patrick sowie Seans Ehefrau Helen und auf die esoterische Nickie. All diese Personen bilden ein buntes Kaleidoskop aus Dorfbewohnern, die alle in irgendeiner Form mit Nel und dem Fluss verbunden sind. Zudem gibt es noch vereinzelt Auszüge aus Nels unveröffentlichtem Buchprojekt "Der Drowning Pool", und manche Kapitel spielen gut zwanzig Jahre in der Vergangenheit. Es braucht eine Weile, bis man sich daran gewöhnt hat, dass alle paar Seiten eine andere Figur im Zentrum steht, manchmal als Ich-Erzähler, manchmal durch einen personalen Erzähler beleuchtet.

Hat man den Einstieg bewältigt, taucht man ein in eine spannende und komplexe Handlung. Im Mittelpunkt stehen zunächst die Fragen, was es mit Nels Tod und ihrer letzten Nachricht an Jules auf sich hat. Suizid, Unfall oder gar Mord, alles scheint möglich. Im weiteren Verlauf kommt zunehmend auch die Vergangenheit der Schwestern ins Spiel. Es gibt interessante und bewegende Enthüllungen dazu, warum sich die beiden entzweit haben und was Jules so Schreckliches in ihrem Heimatort widerfahren ist. Man fühlt mit Jules, die damit leben muss, Nels Hilferuf ignoriert zu haben, mal wieder an eine ihrer typischen Übertreibungen glaubte - und die jetzt mit dem Tod der Schwester konfrontiert wird. Dazu kommt das schwierige Verhältnis zwischen Jules und ihrer Nichte, die sie bislang nicht persönlich kannte. Niemand weiß, wer Lenas Vater ist, sodass Jules als Tante die Verantwortung für den klapperdürren, zornigen Teenager übernimmt, der seiner verstorbenen Mutter so ähnlich ist.

Spannend ist auch zu verfolgen, welche Geheimnisse die anderen Dorfbewohner verbergen, in welchem Verhältnis sie zu Nel standen und wem letztlich zu trauen ist. Louise beispielsweise ist nicht traurig über Nels Tod. Sie gibt ihr die Schuld dafür, dass sich ihre Tochter Katie - Lenas beste Freundin - im Fluss das Leben nahm. Ihrer Meinung nach hat Nels intensive öffentliche Auseinandersetzung mit der Flussgeschichte und ihre Verklärung und Mythifizierung der verstorbenen Frauen dazu beigetragen, dass Katie sich in seine Fluten stürzte.

Über der Handlung liegt eine melancholische Atmosphäre; "Into the Water" legt vor allem im ersten Drittel kein rasantes Tempo vor, sondern zieht den Leser eher behutsam immer tiefer hinein in einen düsteren Strudel der Ereignisse und Enthüllungen. Auf seine Kosten kommen vor allem diejenigen, die gern dunkle Geheimnisse hinter scheinbar glatten Fassaden aufspüren. Die Stärken des Romans liegen in seiner unterschwelligen Spannung, dem ganz allmählichen Zusammensetzen der vielen Puzzleteile, die um Nels Tod verstreut liegen. Und immer wieder kommt der Fluss ins Spiel, ob in wörtlichem oder übertragenem Sinn. Louise glaubt in Schuldgefühlen zu ertrinken, Mark fühlt sich, als greife er nach Schlingpflanzen, Erin nimmt das Wasserglucksen als Lachen wahr. Und was hat es mit all den Frauen auf sich, die im Laufe der Jahrhunderte hier ertranken?

Schwieriger wird es für Leser, die gern den Fokus auf einer Figur haben, mit der sie sich von Anfang an identifizieren können. Es braucht seine Zeit, bis man Jules nahegekommen ist und genug über sie weiß, um sich mit ihr zu solidarisieren.

Fazit:

"Into the Water" von Paula Hawkins ist ein reizvoller Thriller der langsamen Art, der auf behutsame Weise eine Spannung und dichte Atmosphäre aufbaut, die den Leser immer stärker in den Bann zieht. Gewöhnungsbedürftig sind allerdings die zahlreichen unterschiedlichen Perspektiven.

Von unbequemen Frauen...

Von: Isa aus Uelzen Datum : 24.05.2017

www.nerd-aber-herzlich.de

Darum geht’s:

Zerstrittene Schwestern – tragische Tode – ein Fluss – eine Geschichte über unbequeme Frauen…

Klappentext:

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

Fazit:

Als großer Fan von “Girl on the Train” habe ich mich sehr auf das neue Buch von Paula Hawkins gefreut und es dann auch fast in einem Rutsch durchgelesen.
Der besondere Schreibstil, ermöglichte es mir sofort in die Geschichte einzutauchen und mit den verschiedenen Charakteren mitzufühlen, vor allem mit Jules.
Es war so, als ob Jules direkt mit Ihrer verstorbenen Schwester sprechen würde oder Ihr einen Brief schreiben würde. Das Wort von Jules ist also oft an Ihre Schwester gerichtet, was mir sehr gut gefallen hat. Paula Hawkins hat es wirklich drauf, Gefühle zu transportieren und zwar auf tiefgreifende Art und Weise. Die Charaktere sind komplex und teilweise kompliziert – genauso wie die ganze Geschichte.
Die ganze Geschichte war von Anfang an sehr interessant, vielversprechend und, meiner Meinung nach, sogar mit einem gewissen Gesellschaftskritischen Unterton versehen. Das gefiel mir sehr und ich empfand es auch als etwas außergewöhnliches. Leider verlor sich dann die anfängliche Spannung im Laufe der Zeit ein wenig und es gab immer wieder Längen in der Geschichte, welche ich als nebensächlich und belanglos empfand. Es gibt es sehr viele Charaktere zwischen denen hin und her gesprungen wird, was ich generell sehr mag. Hier war es allerdings dann evtl. doch ein wenig zu viel des guten und manche Charaktere verblassten im Gegensatz zu anderen und teilweise war es für mich dann auch ein wenig verwirrend, sodass ich ab und zu überlegen musste wer jetzt noch mal wer war und wer mit wem verwandt war. Hier hätte dem Buch vielleicht ein wenig mehr kürze und dafür mehr Klarheit gut getan. Ein Glossar über die Personen und deren Verwandtschaft, hätte ich gut und sinnvoll gefunden.
Trotz Verwirrungen wurde die Geschichte ab einem gewissen Punkt für mich auch sehr vorhersehbar und so konnte ich mir schon ein Ende zusammenreimen, welches dann auch eintraf.
Das Ende hätte, für meinen Geschmack, etwas spektakulärer sein können und ein spannender Twist hat mir leider auch gefehlt.
Dennoch hat mich die Idee der Geschichte und der Schreibstil fasziniert und teilweise gut unterhalten. Ich kann das Buch weiterempfehlen, wenn man gerne mal einen etwas ruhigeren Thriller lesen möchte, welcher eine gewisse Komplexität hat und viele Emotionen transportiert.

Von unbequemen Frauen...

Von: Isa Datum : 24.05.2017

www.nerd-aber-herzlich.de/

Darum geht’s:

Zerstrittene Schwestern – tragische Tode – ein Fluss – eine Geschichte über unbequeme Frauen…

Klappentext:

»Julia, ich bin’s. Du musst mich anrufen. Bitte, Julia. Es ist wichtig …« In den letzten Tagen vor ihrem Tod rief Nel Abbott ihre Schwester an. Julia nahm nicht ab, ignorierte den Hilferuf. Jetzt ist Nel tot. Sie sei gesprungen, heißt es. Julia kehrt nach Beckford zurück, um sich um ihre Nichte zu kümmern. Doch sie hat Angst. Angst vor diesem Ort, an den sie niemals zurückkehren wollte. Vor lang begrabenen Erinnerungen, vor dem alten Haus am Fluss, vor der Gewissheit, dass Nel niemals gesprungen wäre. Und am meisten fürchtet Julia das Wasser und den Ort, den sie Drowning Pool nennen …

Fazit:

Als großer Fan von “Girl on the Train” habe ich mich sehr auf das neue Buch von Paula Hawkins gefreut und es dann auch fast in einem Rutsch durchgelesen.
Der besondere Schreibstil, ermöglichte es mir sofort in die Geschichte einzutauchen und mit den verschiedenen Charakteren mitzufühlen, vor allem mit Jules.
Es war so, als ob Jules direkt mit Ihrer verstorbenen Schwester sprechen würde oder Ihr einen Brief schreiben würde. Das Wort von Jules ist also oft an Ihre Schwester gerichtet, was mir sehr gut gefallen hat. Paula Hawkins hat es wirklich drauf, Gefühle zu transportieren und zwar auf tiefgreifende Art und Weise. Die Charaktere sind komplex und teilweise kompliziert – genauso wie die ganze Geschichte.
Die ganze Geschichte war von Anfang an sehr interessant, vielversprechend und, meiner Meinung nach, sogar mit einem gewissen Gesellschaftskritischen Unterton versehen. Das gefiel mir sehr und ich empfand es auch als etwas außergewöhnliches. Leider verlor sich dann die anfängliche Spannung im Laufe der Zeit ein wenig und es gab immer wieder Längen in der Geschichte, welche ich als nebensächlich und belanglos empfand. Es gibt es sehr viele Charaktere zwischen denen hin und her gesprungen wird, was ich generell sehr mag. Hier war es allerdings dann evtl. doch ein wenig zu viel des guten und manche Charaktere verblassten im Gegensatz zu anderen und teilweise war es für mich dann auch ein wenig verwirrend, sodass ich ab und zu überlegen musste wer jetzt noch mal wer war und wer mit wem verwandt war. Hier hätte dem Buch vielleicht ein wenig mehr kürze und dafür mehr Klarheit gut getan. Ein Glossar über die Personen und deren Verwandtschaft, hätte ich gut und sinnvoll gefunden.
Trotz Verwirrungen wurde die Geschichte ab einem gewissen Punkt für mich auch sehr vorhersehbar und so konnte ich mir schon ein Ende zusammenreimen, welches dann auch eintraf.
Das Ende hätte, für meinen Geschmack, etwas spektakulärer sein können und ein spannender Twist hat mir leider auch gefehlt.
Dennoch hat mich die Idee der Geschichte und der Schreibstil fasziniert und teilweise gut unterhalten. Ich kann das Buch weiterempfehlen, wenn man gerne mal einen etwas ruhigeren Thriller lesen möchte, welcher eine gewisse Komplexität hat und viele Emotionen transportiert.

Into the (Wirrwarr-)Water

Von: lex Datum : 24.05.2017

kathrineverdeen.blogspot.de/

Wie viele andere habe ich Paula Hawkins’ Debüt "Girl on the train" vor zwei Jahren nur so verschlungen, ein originelles Buch, das aus dem drogenvernebelten Blickwinkel einer Alkoholikerin geniale Twists baut. Auf den Nachfolger „Into the Water“ war ich deshalb unheimlich gespannt. Zumal Paula Hawkins erneut auf die Fallstricke von Erinnerungen setzt und damit eine Vorliebe für die Manipulierbarkeit unserer Wahrnehmung offenbart. Reibungslos auf geht das Konzept aus meiner Sicht dieses Mal aber nicht.

Schon die Inhaltsangabe zeigt, dass viel auf einmal gewollt wird: Schauplatz ist Beckford ein kleiner, englischer Ort nahe des Drowning Pools, eine felsenreiche Flussbiegung, an der früher "Hexen" ertränkt wurden und im Laufe der Jahrhunderte einige Frauen ihr Leben verloren haben. Die Schriftstellerin Nel soll hier Selbstmord begangen haben, doch ihre Schwester Jules hat Zweifel. Um sich um Nels Tochter, die 15jährige Lena, kümmern zu können, kehrt Jules in ihren Heimatort zurück, doch das weckt viele dunkle Erinnerungen, von denen Jules hoffte, sie für immer in den Tiefen ihrer Seele begraben zu haben.

So ganz klar war mir aufgrund des Klappentextes zunächst nicht, worauf die Geschichte hinaus will. Trotzdem fand ich die Idee ansprechend, einen mystischen, offenbar verfluchten Ort, an dem es seit Jahrhunderten immer wieder zu Todesfällen kommt, mit Vorkommnissen in der Gegenwart zu verbinden. Das hat Ansätze eines Schauerromans und verspricht jede Menge atmosphärischen Grusel. Genau hier verzettelt sich die Geschichte aber - denn das vielversprechende Setting tritt hinter 10 verschiedenen Erzählperspektiven (+ 4 weiteren literarischen Stimmen) zurück und eine Vielzahl von Nebenschauplätzen läuft sich gegenseitig den Rang ab. Im Zentrum der Ereignisse stehen: Die tote Schriftstellerin Nel, ein totes Mädchen, deren verzweifelte Mutter, die Familie des ortsansässigen Polizisten (auch da ein Todesfall), die dunklen Kindheitserinnerungen von Jules, in der sie durchlebt, wie ihre Schwester sie einst ertränken wollte, eine eigenwillige Wahrsagerin sowie Nels Buch über die Geschichte des Drowning Pools. Viel? Viel!

Im Gegensatz zu etlichen englischsprachigen Kritikern habe ich mich allerdings schnell in der Handlung zurecht gefunden und die Figuren samt ihrer persönlichen Hintergründe auseinander halten können, auch wenn sich das Puzzle nur holprig zusammensetzt und die Ereignisse teilweise eher lose miteinander verwoben sind. Trotzdem liest sich das Buch gefällig und abwechslungsreich und viele Gedanken, die die Autorin einbaut, haben mir gut gefallen. Wie schon in „Girl on the train“ beweist Paula Hawkins ein Talent für eine düstere Grundstimmung und einen scharfen Blick auf menschliche Abgründe, auf Gemeinheiten, die wir uns selbst antun und die, die wir von anderen ertragen müssen. Auf die Probleme, die uns unser Körper bereitet, entweder, weil wir oder andere ihn als unattraktiv wahrnehmen oder aber umgekehrt, indem das Äußere Auslöser für sexuelle Übergriffe ist. Über all dem schwebt die Kritik an Sexismus und Frauenfeindlichkeit.

Leider bleibt das Bild fragmentarisch, weil die Aufmerksamkeit der Leser ständig in eine andere Richtung gelenkt wird. Hier werden sich einige vielleicht leichter, andere schwerer darin tun, sich alle paar Seiten in eine neue Sichtweise einzufinden. Für mich hat der häufige Wechsel zuviel Unruhe in die Handlung gebracht und mehr als einmal den Spannungsbogen gestört.

Wohin sich die Story im Kern bewegt, ist trotz der Vielzahl an Spuren auch leider lange vor dem Finale klar, jedenfalls dem Leser. Die Figuren haben es da deutlich schwerer, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Alle pröddeln vor sich hin, brechen Dialoge in den entscheidenden Momenten ab, agieren generell hochemotional und erwecken den Eindruck, der Wahrheit offensiv aus dem Wege gehen zu wollen. Mir war es zwischendurch zuviel Drama, zuviel Tragödie und die Sichtweisen von Jules und Lena hätten mir hier durchaus gereicht, zumal ich Probleme hatte, mich auf einige der übrigen Charaktere einzulassen, die die Handlung entweder kaum bereichern (Erin) oder aber zu aggressiv die Kommunikation stören (Louise). Die Erkenntnisse kommen dann eher nebenbei, sind mehr Zufallsprodukt als Ergebnis gründlicher Ermittlungen. Aber gut: Auf dem Buchumschlag steht auch nicht Kriminal- sondern Spannungsroman, wenngleich das mit der Spannung dann doch so eine Sache ist.

Fazit: "Into the water" ist kein schlechtes Buch, das die Klasse von "Girl on the Train" aus meiner Sicht jedoch nicht erreicht und klassisch vorführt, dass weniger oft mehr ist. Das Buch wäre deutlich stärker ohne die vielen emotionalen Einbrüche der Charaktere und einer größeren Konzentration auf die Hauptfiguren, da die häufigen Perspektivwechsel das Geschehen überladen wirken lassen und sich das Potenzial des Settings nicht gänzlich entfalten kann. Teile des Buches haben mich wirklich gut unterhalten, leider gab es zwischendurch immer wieder Dinge, die die Spannung gedrückt haben.

"Into the water" hat mich bis zum Schluss gefesselt !

Von: Cocolinchen Datum : 24.05.2017

cocolinchenundkatti.blogspot.de/

Dieser Roman hat mich nicht mehr losgelassen. Einmal angefangen, habe ich ihn nicht mehr zur Seite legen können und in kürzester Zeit verschlungen. Woran das gelegen hat? An so vielem! Der Aufbau ist einfach sehr gut, die Charaktere spannend und die Geschichte an sich fesselnd.

Aber der Reihe nach.



Als Julia (Jules) wieder in ihre alte Heimat zurückkehrt, ist sie aufgewühlt. Diese Konfrontation wollte sie eigentlich vermeiden und nun ist ihre Schwester "schuld" daran, dass sie sich dem Ganzen doch stellen muss. Die beiden Schwestern hatten ein schwieriges Verhältnis zueinander, wie man im Laufe der Erzählung immer deutlicher spürt. Die Beschreibungen lassen Nel nicht gerade sympathisch wirken. Jules scheint immer das kleine, pummelige, hässliche Entlein neben dem wunderhübschen Schwan Nel gewesen zu sein. Nicht nur die Mitschüler, auch ihre eigene Schwester haben die unsichere Jules verspottet, geärgert und ausgegrenzt.

Jules schämt sich als Kind, als Jugendliche und macht eine harte Zeit durch. Es kommt irgendwann auch zu einem schlimmen Vorfall, hier will ich aber nicht mehr verraten!

All das und noch viel mehr sorgt dafür, dass Julia nicht gern zurückdenkt und das alles am liebsten hätte ruhen lassen. Doch der Tod ihrer Schwester und all die Dinge, die damit in Verbindung zu stehen scheinen, wühlen alles wieder auf.



Jules nimmt einen mit in die Vergangenheit. Man lernt sie und ihre Schwester kennen. Mit Jules habe ich oft mitgelitten. Man stellt sich immer wieder eine Frage. Warum nur benimmt sich Nel immer wieder so? Sie scheint es zu lieben, mit ihrer Schwester und anderen zu spielen. Scheut dabei keinen Ärger und provoziert richtig gern. Könnte ihr das am Ende das Genick gebrochen haben? Sehr beliebt war sie jedenfalls nicht.



Im Laufe der Erzählungen wird deutlich, dass sie sich in Dinge gesteckt hat, die andere gern ruhen lassen wollen. Nel wollte ein Buch über den Fluss schreiben, in dem so viele Frauen tragisch zu Tode gekommen sind, in dem schon Hexen "geprüft" worden sind und in dem sie am Ende sogar selbst stirbt.



Der Fluss Drowning Pool und vielmehr noch seine Opfer übt auf einige eine gewisse Faszination aus. Vor allem Nel ist schon als kleines Mädchen von den tragischen Todesfällen begeistert und liebt es mit Geschichten über Tote und Geister ihrer Schwester Angst einzujagen.



Doch auch mir wurde der Fluss mit der Zeit immer unheimlicher. Während des Lesens hatte ich manchmal ein beklemmendes Gefühl. Paula Hawkins hat einen schönen und anschaulichen Schreibstil. Sie reißt einen richtig mit und schafft es, Emotionen auszulösen. Man spürt die Trauer, Wut und Verzweiflung der Handelnden richtig. Und ich habe wirklich mitgefiebert.



Im Laufe der Ermittlungen unter Detective Inspector Sean Townsend erfährt man immer mehr über die Todesfälle der Vergangenheit und den Fluss. Viele Fälle liegen Ewigkeiten zurück, doch kurz bevor Nel stirbt, stürzt sich auch ein junges Mädchen in den Tod. Schnell drängt sich der Gedanke auf, dass es Zusammenhänge geben könnte. Auch hier, verrate ich aber nicht zu viel.



Die Charaktere haben mir alle gefallen und vor allem auch die Verknüpfungen der einzelnen Personen. Auch Lena, Nels Tochter, hat mich neugierig gemacht und ich war immer hin - und hergerissen. Ist sie einfach nur so wütend, weil sie vor lauter Trauer zerspringen könnte oder hat sie auch eine ganz andere Seite. Weiß sie vielleicht doch mehr? Sie hat etwas Kühles an sich, kann sehr emotional und unüberlegt sein, aber auch kontrolliert und unnahbar. Wirklich spannend! Irgendwie hatte jede Person etwas Besonderes an sich.



Der Fall ist insgesamt wirklich sehr gut aufgebaut und es gibt interessante Wendungen. Der Aufbau des Romans hat mir auch sehr gut gefallen. Die Kapitel sind nach Charakteren benannt und mit jedem Abschnitt wechselt man in die Perspektive des jeweiligen Charakters. Das war für mich anfangs neu und ungewohnt, hat mir im Laufe des Buches aber immer besser gefallen. Das gibt dem Roman eine gewisse Dynamik und Spannung und ist mal was anderes. Vielleicht liegt es auch mit daran, dass es keine langatmigen Stellen gibt.



Into the water hat mich vom Cover her gleich angesprochen und bis zur letzten Seite wirklich nicht enttäuscht. Jetzt, wo ich das Buch durchgelesen habe, bin ich sogar etwas traurig darüber, dass es schon vorbei ist. Ich hätte ewig weiterlesen können.

Ein Fluss, sie zu binden

Von: Denise Datum : 22.05.2017

www.tapsisbuchblog.blogspot.de

Julia Abbott muss in ihr Heimatdorf zurückkehren. Ihre Schwester Nel wurde tot aus dem Fluss gezogen. Julia, die nur Jules gerufen werden will, hasst das Dorf und die Bewohner. Und doch kümmert sie sich um ihre Nichte Lena, die ein Geheimnis hütet. Und Lena ist da nicht die Einzige...

"Into the Water" ist der zweite Roman von Paula Hawkins und hat mich noch mehr begeistert als ihr Debüt. Die Autorin spielt mit verschiedenen Blickwinkeln und Andeutungen, so dass ich beim Lesen nie sicher sein konnte, die Wahrheit zu kennen.

Die Geschichte wird kapitelweise von einer Person erzählt, die mit dem Geschehen in Beckford zu tun hat. So lernt man nicht nur Jules und Lena kennen, sondern auch die Polizisten Sean und Erin, sowie Seans Frau Helen oder die "Dorfhexe" Nickie. Was zu Beginn verwirrend wirkt, entpuppt sich mit jeder weiteren Seite als genialer Geschichtenaufbau von Paula Hawkins. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten, die Personen korrekt zu zuordnen.

Die Figuren werden nicht durch die Autorin charakterisiert, sondern erzählen allein durch ihr Verhalten, ihre Gedankengänge und ihre Handlungen, wie es tief in ihnen aussieht und wie sie zu Beckford und den dortigen Geschehnissen stehen. Vertrauen kann man keiner einzigen, das wird schnell klar. Ich hatte beim Lesen immer wieder Sympathie für die Figuren entwickelt, dass sie dann in einem anderen Kapitel wieder zum Einsturz gebracht haben. Großartig!

Die Story selbst ist von Beginn an spannend und fesselnd. Ich wusste nicht, was mich erwartet und hatte zu Beginn sogar Bedenken, ob Paula Hawkins nicht zu sehr in das Mystische um den Fluss abdriftet. Diese Bedenken waren zum Glück unbegründet. Die Autorin hält perfekt den Spagat zwischen Gerüchten, Wahrheit und Wahrnehmungen. So flog ich geradezu durch den Roman.

Der Schluss passt sehr gut zum gesamten Werk und wird logisch herbeigeführt. Ich habe bis zum Ende mitgerätselt, wie die Toten in Beckford zusammenhängen und ob es da mehr gibt, als es den Anschein hatte. Die Lösung hat mich zufriedengestellt und auch überrascht. So muss das sein!

Der Stil von Paula Hawkins ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist perfekt auf die einzelnen Figuren zugeschnitten. So ist man mal traumtänzerisch, mal knallhart ermittelnd und mal einfach nur in tiefer Trauer versunken. Toll!

Fazit: der Fluss nimmt sich, was ihm gebührt. Eine klare Leseempfehlung.