Leserstimmen zu
Der Seidenspinner

Robert Galbraith

Die Cormoran-Strike-Reihe (2)

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Nachdem mir der erste Teil ‚Der Ruf des Kuckucks‘ so gut gefiel, musst ich schnellst möglich Band 2 lesen. Der Kriminalroman hat 688 Seiten und ist als Taschenbuch im Februar 2016 im Blanvalet Verlag erschienen. Inhalt: Der Schriftsteller Owen Quine ist verschwunden und seine Frau beauftragt den Privatermittler Comoran Strike ihren Ehemann wieder zu finden. Schnell findet Strike viele Menschen, die viele Gründe haben warum Owen Quine von der Bildfläche verschwinden sollte. In seinem neuesten Manuskript wettert der Autor gegen jeden in seinem Umfeld und droht so Existenzen zu zerstören. Als der Autor brutal ermordet aufgefunden wird, tun sich für Strike noch ganz andere Dimensionen auf und er trifft auf einen Mörder, den er so nie erwartet hätte. Meine Meinung: Auch wenn ‚Der Seidenspinner‘ erst sehr Ruhig und fast langweilig beginnt nimmt er doch schnell an Fahrt auf. Dieser Roman glänzt durch seine Komplexität und seine Tiefe. Trotz der hohen Figurenzahl schafft es J. K. Rowling jeder Figur etwas ganz eigenes zu geben. Ich glaube würde mir einer ihrer Figuren auf der Straße begegnen, würde ich sie sofort wieder erkennen, sondern auch für alle Anderen. Dies gilt nicht nur für Strike und seine Partnerin Robin sondern. Wer denkt Strike und Robin wurden im ersten Band schon gründlich beleuchtet und vorgestellt der irrt. Beide werden noch tiefer und vielschichtiger beleuchtet. Dabei wird wieder großen Wert auf kleine Dinge gelegt, wie z. B. das die Protagonisten auch mal aufs stille Örtchen müssen oder Essen und Trinken. Strikes Handicap wird sehr glaubhaft dargestellt. Diese Realität die sich daraus ergibt, lässt mich direkt im Geschehen sein. Wie auch schon im ersten Band schreibt J. K. Rowling über eine Sache in der sie reichlich Erfahrung gesammelt hat. Dem Verlagswesen. Einer Zunft die so abgeschottet ist von der Außenwelt und ihren eigenen Regeln hat und Prinzipien verfolgt, das ein ungeklärter Todesfall eher als genialer Clou gehandelt wird, als etwas grausames. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl die Autorin schreibt ein wenig mit dem Groll des ermordeten Owen Quine und will diese Welt vorführen. Geschickt gewählt finde ich die Position des Comoran Strike der als völlig Fremder in diese Welt eintauchen muss und so auch nicht ‚Büchermenschen‘ mitnimmt. In diesem Roman erlebt der Leser wieder eine Autorin die ihr können noch weiter verbessert hat und aus den schwächeren Stellen des ersten Bandes gelernt hat. Uns begegnen keine unnützen Einteilungen mehr. Die Handlung umfasst vom langsamen berührenden Monolog bis hin zum brutalen Mord eine ganze Bandbreite, die gepaart mit der dichten Atmosphäre Londons und wunderbaren eingängigen Schreibstil ein wahres Lesevergnügen zaubert. Wenn ich was zu bemängeln hätte dann ist es eher die Vermarktung der Comoran-Strike-Reihe. Denn diese wird im Internet als Frauenkrimi verkauft, fast sogar als Chicklit und genau das ist diese Reihe nun ganz bestimmt nicht. Für mich hat sie sogar das Potenzial den gehobenen Lesegeschmack zu entsprechen ohne sich dabei in irgendeine Schublade stecken lassen zu müssen. Für mich steht fest, wenn Ende August der dritte Teil als Taschenbuch erscheint werde ich ihn unverzüglich lesen.

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Der Romanautor Owen Quine verschwindet spurlos. Comoran Strike, Detektiv, wird von Quines Frau engagiert, um ihren Mann zu finden. Quine hat gerade erst einen Roman vollendet. In diesem befindet sich fast jeder Mensch aus seinem Bekanntenkreis als Figur wieder und kommt dabei auch nicht gerade vorteilhaft rüber. Sollte dieses Buch veröffentlicht werden, hätten viele Menschen einen Grund, Quine verschwinden zu lassen. Dann wird Owen Quine aufgefunden. Tot und unter sehr bizarren Umständen. Detektiv Strike gerät auf seinen Nachforschungen in die Welt von Verlag, Verlegern und Autoren. Von Erfolgen und Misserfolgen, Intrigen und Lügen. Gemeinsam mit seiner Assistentin Robin Ellacot versucht Strike, den Mord an Quine aufzuklären. Robin Ellacot möchte in ihrer Tätigkeit nicht nur als Sekretärin, sondern auch als Detektivin wahrgenommen werden. Doch als Strike ihr sagt, dass er über eine zweite Kraft nachdenkt, merkt sie, dass er sie in dieser Hinsicht nicht wahrnimmt. Zudem kommen die Probleme mit ihrem Verlobten, denn ihm passt es gar nicht, dass Robin mit Strike zusammenarbeitet. Hier sind Konflikte vorprogrammiert. Der Leser begleitet Strike und Robin auf der Spurensuche. Die Suche nach dem Täter ist nicht nur für diese beiden schwierig, auch der Leser wird oft auf Spuren geführt, die sich hinterher als Sackgasse entpuppen. Geschickt versteht es Robert Galbraith, das Geheimnis um den wahren Täter bis kurz vor Schluss zu verschleiern. Auch der innere Konflikt von Robin wird gut dargestellt. Hin und her gerissen zwischen Strike, der Detektivarbeit und ihrem Verlobten versucht sie, ihren Weg zu finden. Auch das Kennenlernen beider Männer fällt nicht so aus, wie von ihr erhofft. Ein Roman, der neben der Haupthandlung einen interessanten Nebenschauplatz bietet und den Leser mitnimmt. Über 600 Seiten, die zwar im Mittelteil etwas langsamer dahin treiben, lassen sich rückblickend gut lesen, und die gesamte Geschichte lässt eben diesen Mittelteil schnell vergessen. Wer dieses Genre mag, sollte sich den Roman nicht entgehen lassen.

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Seit seinem letztem großen Fall sind einige Monate ins Land gezogen und dennoch läuft Cormoran Strikes Privatdetektei besser denn je. Es läuft sogar so gut, dass er die ehemalige Zeitarbeitskraft Robin Ellacott fest einstellen konnte, wenn auch zu einem sehr geringen Verdienst, wie deren Verlobter immer wieder anmerkt. Robin jedoch ist sehr zufrieden mit ihrem beruflichen Engagement, denn sie hofft, bei Strike durchaus eine Ausbildung zur Privatdetektivin machen zu können. Tatsächlich läuft Strikes Geschäft so gut, dass er es sich auch leisten kann, unrentable Aufträge abzulehnen. Gewöhnlich bestehen Strikes Ermittlungen aus dem Überwachen von (Ehe)Partnern, um diese der Untreue zu überführen. Wirklich zufrieden ist er damit nicht, doch immerhin kann er davon seine Rechnungen zahlen und seine Schulden abbezahlen. Dann jedoch taucht Leonora Quine bei Strike auf und beauftragt ihn, ihren Mann ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass dieser wieder nach Hause käme. Bei besagtem Mann handelt es sich um Owen Quine, einen mäßig erfolgreichen Autoren, der auch früher schon mal verschwand, bisher aber immer wieder auftauchte. Derzeit ist Leonora jedoch völlig ahnungslos, wo genau sich ihr Mann herumtreiben könnte, sodass Strike ihn ausfindig machen soll. Obwohl dieser Auftrag alles andere als lukrativ erscheint, bewegt etwas in Leonora den barschen Strike, sodass er den Fall, entgegen aller Voraussetzungen, annimmt und mal ehrlich, wie lange kann es schon dauern, einen (einigermaßen) bekannten Autoren ausfindig zu machen? Tatsächlich hat sich Quine verdammt gut verkrochen, denn egal wo Strike anklopft, niemand scheint etwas über den Aufenthaltsort zu wissen. Schritt für Schritt jedoch kann Strike die letzten Tage vor dem Verschwinden Quines rekonstruieren und findet so heraus, dass die Veröffentlichung eines neuen Werkes unmittelbar bevorsteht und dieses einschlagen könnte wie eine Bombe, denn ganz unverblümt hat der Autor sich der Menschen in seiner Umgebung bedient und deren Geheimnisse offenbart. Klar, dass hier einige Beteiligte kein Problem damit hätten, wenn der Autor (für immer) verschwinden würde - und tatsächlich wird kurz darauf dessen grausam zugerichtete Leiche gefunden. Nun steht die Frage im Raum: welcher der vielen Verdächtigten hatte das stärkste Motiv? Der 2. Band der Cormoran-Strike-Reihe! Der Plot des Buches wurde abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass man hier als Leser einen Blick hinter die Welt der Literaten werfen kann, denn wo nach außen hin alles toll ist und jeder einander liebt, ist es hinterrücks das reinste Schlangennest, in dem man aufpassen muss, wo genau man hintritt. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Besonders beeindruckend empfand ich hier wieder die Figur des Cormoran Strike, denn gerade hier merkt man, dass er, trotz seiner vermeintlichen Schwächen, das Herz auf dem rechten Fleck hat und wenn er in einem Fall erst einmal Blut geleckt hat, nicht mehr locker lässt, bis er den Täter überführt hat. Den Schreibstil empfand ich fesselnd zu lesen, jedoch kam es zwischendurch wieder zu kleinen Längen, die meinen Lesefluss jedoch nur unmerklich gestört haben.

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Nachdem ich von Robert Galbraiths Krimi "Der Ruf des Kuckucks" derart angetan war, bin ich nun, Georgie sei Dank, endlich stolze Besitzerin des Folgebands "Der Seidenspinner". Im zweiten Cormoran-Strike-Roman geht es um das Abtauchen des exzentrischen Schriftstellers Owen Quine. Eine angenehme Abwechslung für Privatermittler Strike, denn das Lösen des Lula-Landry-Falls hat ihm und seiner Assistentin Robin Ellacot zwar eine Menge neuer Klienten beschert – allerdings vorwiegend Scheidungsfälle. Zum Brötchenverdienen taugen die zwar wunderbar, doch das Detektivherz sehnt sich eben nach Herausforderung. Daran fehlt es in der Geschichte wirklich nicht und so kann ich dem zweiten Cormoran-Strike-Teil bedenkenlos unseren 200. Inkunabel-Beitrag widmen. Schneller als gedacht wird die Quine-Ermittlung ziemlich komplex, denn das neueste Manuskript des rachsüchtigen Autors enthält pervertierte Versionen fast all seiner beruflichen und privaten Bekannten. Sollte es veröffentlicht werden, könnte das so einige Leben ruinieren. Je länger Strike im Umfeld des verschwundenen Autors herumstochert, desto mehr wächst sein Unbehagen – bis er schließlich befürchtet, dass hinter Quines Verschwinden mehr stecken könnte, als Gier nach medialer Aufmerksamkeit. Als kurz darauf tatsächlich die widerlich zugerichtete Leiche des Schriftstellers gefunden wird, stellt sich die Frage, wer Motiv und Möglichkeit hatte, ihn auf solch groteske Weise umzubringen. Im Vergleich zum ersten Band um das Ermittlerteam Strike und Ellacot baut sich die Spannung in "Der Seidenspinner" etwas langsamer auf. Zwar wird der Detektiv gleich zu Anfang von der besorgten Frau des Verschwundenen beauftragt, doch echtes Unbehagen schleicht sich erst im Laufe der ersten Ermittlung ein. So begibt sich der bärbeißige Schnüffler dieses Mal ins Londoner Verlagsmilieu, unter habsüchtige Literaturagenten, eitle Autoren, egozentrische Verlagsleiter und labile Lektoren. Deren zugespitzte Charakterisierung bereitet wieder sehr viel Spaß, denn mit Schein und Sein der Verlagswelt wird ganz schön abgerechnet. Zudem wird einem bereits zu Anfang klar, dass sich Owen Quines potentielle Feinde zu Recht die Klinke in die Hand geben. Genauso methodisch und durchdacht wie sich der Detektiv seine Verdächtigen vornimmt, ist auch der Krimi selbst konzipiert. Virtuos legt Joanne K. Rowling verschiedene Fährten aus, deutet Geheimnisse an, lenkt gekonnt das Augenmerk des Lesers ab und fordert auf diese Weise unbedingte Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt ist das ihrem clever eingesetzten, wunderbar bildlichen Schreibstil zu verdanken. Die Formulierungen sind nie unnütz verschnörkelt und heben sich angenehm von der häufig unterkühlten, nüchternen Schreibweise anderer Krimis oder Thriller ab. Trotz aller Authentizität hatte ich daher beim Lesen stets das Gefühl, eine Geschichte erzählt zu bekommen – etwas, das mir persönlich besonders gut gefällt, aber wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Insgesamt ist der Ekel-Faktor des Bandes höher als im Vorgänger, weil der geschilderte Mordfall überaus bizarr ist. Dementsprechend ist auch die Grundstimmung des Romans etwas ernster, düsterer und der Humor hintergründiger. Ohnehin wimmelt es im Buch von mehr oder minder seltsamen bis unsymphatischen Gestalten, denen man im wahren Leben lieber nicht begegnen möchte. Ein gutes Beispiel hierfür ist Leonora Quine, die Frau des Mordopfers. Sie ist unbequem ehrlich, schroff bis zur Unhöflichkeit, aber doch im Innersten auf schwer zu fassende Art fürsorglich, nahezu aufopfernd. Kurzum: sie macht es weder den Romanfiguren, noch dem Leser besonders leicht, sie zu mögen. Die Dynamik zwischen den äußerst gegensätzlichen Charakteren Strike und Ellacot bleibt weiterhin authentisch. Beide umgibt mittlerweile eine Aura unausgesprochener Wahrheiten, durchsetzt von schwelenden Konflikten. Cormoran hat dieses Mal am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Nicht nur sein Knie schränkt ihn wiederholt in seiner Arbeit ein, sondern es taucht auch noch seine ehemalige Verlobte Charlotte als Randfigur auf. All das erschwert die Zusammenarbeit mit seiner Assistentin Robin, die jedoch in Bezug auf ihre Rolle in der Detektei einen ganz eigenen Kampf austrägt. Immer mehr steigert sich ihre Unzufriedenheit, da ihr Boss seine Wertschätzung für sie nur ungenügend kommuniziert. Dabei schlummert in ihr ein Ehrgeiz, ein Wille zu lernen, den sie nicht nur ihrem anstrengenden Verlobten Matthew, sondern auch sich selbst erst eingestehen muss. Handlungsverlauf und Figurenzeichnung sind erneut stimmig miteinander verwoben, sodass der Leser bis ganz zum Schluss an der Nase herum geführt wird. In diesem Punkt hat mir "Der Seidenspinner" sogar besser gefallen als der erste Band. Die Auflösung kam für mich bei aller Schlüssigkeit einfach noch überraschender. Neben der Ermittlungstätigkeit der Hauptfiguren nehmen auch deren private Probleme immer wieder Raum ein, was mindestens genauso unterhaltsam ist. Überhaupt spielt meiner Meinung nach in dieser Krime-Reihe die Entwicklung der Protagonisten neben dem zu lösenden Fall eine nicht zu unterschätzende Rolle. Allein wegen der pointierten Wortwechsel zwischen Robin und Cormoran lohnt sich die Lektüre. Der dritte Band, "Die Ernte des Bösen", liegt jedenfalls bereits auf meinem Nachttisch. Ich kann es kaum erwarten, weiterzulesen. Katrin

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Handlung: Es ist ruhig geworden im Leben des Privatdetektivs Cormoran Strike. Nach seinem letzten großen Fall um Luna Landry verbringt er die meiste Zeit damit, Partner seiner Klienten des Ehebruchs zu überführen. Welch willkommene Abwechslung bietet da Eleonora Quine, die plötzlich in Strikes Büro auftaucht. Sie ist die Frau des unbeliebten Schriftstellers Owen Quine, welcher nach einem Streit mit seiner Agentin wie vom Erdboden verschluckt ist. Eleonora vermutet ihren Mann in einem geheimen Schriftstellerrefugium und beauftragt Strike ihn nach Hause zu holen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass Quine gar nicht im Refugium untergetaucht, sondern vielmehr tatsächlich spurlos verschwunden ist. Zudem hat sein neues Manuskript Bombyx Mori die Verlagswelt in tiefes Ärgernis gestürzt, stellt es doch eine Abrechnung mit selbiger dar. Auf höchst skurrile und sexistischste Art und Weise finden in diesem Werk sämtliche Figuren aus des Schriftstellers privatem und beruflichen Leben eine verzerrte, perverse Entsprechung, ihre intimsten Geheimnisse werden aufgedeckt und zur Schau gestellt. Dieser Schlüsselroman, das ist Strike schnell klar, ist er erst einmal veröffentlicht, könnte eine Vielzahl von Leben ruinieren. Als der Privatermittler dann auch noch die Leiche des Schriftstellers aufspürt, auf gleiche Weise ermordet wie der Held seines jüngsten Werkes, steht die Richtung seiner Ermittlungen unweigerlich fest. Wer hatte Zugang zum Manuskript? Wessen Geheimnisse werden hier enthüllt und wer ist kaltblütig genug für diesen Mord? Bombyx Mori avanciert also sowohl zum Drehbuch des Mordes, als auch zur Anleitung zur Löung des Falls. Rezension: Mit der Figur des Cormoran Strike hat Galbraith einen typischen Privatermittler geschaffen. Ehemals bei der Army und seit jeher mit einer Beinprothese ausgestattet, kommt er verschroben und aufmerksamkeitsscheu daher, haust über seinem kleinen Ermittlerbüro und selbstverständlich hat eine so verkorkste Existenz auch im Privatleben kein Glück. Von seiner langjährigen Jugendliebe getrennt, ist seine Gehilfin Robin nun die einzige Frau in seinem Leben und obwohl diese bereits einem anderen versprochen ist, darf der Leser auf ein amouröses Verhältnis der beiden hoffen. Welch Überraschung! Die Ermittlungen führen die beiden in die Verlagswelt und auch hier wird der Leser mit Klischees konfrontiert. Angefangen beim Autor als schrulliger, weltfremder Künstler, der süchtig ist nach Anerkennung, über die abgebrühte, kettenrauchende Literaturagentin und den trinkenden Lektor bis hin zum abgehobenen Verleger – sie alle kommen nicht gut weg in Galbraiths Beschreibung. Zu viel des Klischees? Leise Ironie meinen Fans des Autors zwischen den Zeilen herauszulesen, seichte Unterhaltung mahnen die Kritker. Ich möchte meinen: Wie auch bei den Figuren des Privatermittlers und seiner Gehilfin, die sicherlich nicht umsonst den Namen Robin trägt, versteht es Galbraith auch in der Beschreibung des Literaturbetriebes die einzelnen Figuren zu überzeichnen, mit ihnen zu spielen, sie für einen kurzen Moment ins Lächerliche zu ziehen, um sie kurz darauf wieder ganz furchtbar realistisch wirken zu lassen. Eine solche Beschreibung braucht Platz und so erklärt sich dann auch der Umfang dieses Krimis. Denn trotz der beinahe 700 Seiten, kommt die Handlung nur schwer in Gang und verzichtet auf unvorhergesehene Wendungen. Der Leser muss sich, was das Voranschreiten der Ermittlungen abelangt, in Geduld üben. Stattdessen entwirft Galbraith vor ihm, wie bereits in seinen vorangegangenen Romanen, ein verblüffend detailliertes und originalgetreues Bild von London und seinen für die Handlung relevanten Bewohnern. So lässt sich abschließend festhalten, dass Der Seidenspinner vielleicht kein großartiger Krimi, aber ein weiterer fabelhafter Londonroman ist. Fazit: Krimimäßig nicht ganz vorne, aber wie immer ist es eine unsagbare Freude Galbraith zu lesen. Niemals anspruchsvoll, aber immer unterhaltend.

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Bei "Der Seidenspinner" handelt es sich um den zweiten Teil der Cormoran Strike Reihe von Robert Galbraith dem Pseudonym von J.K. Rowling. Da mir der erste Teil "Der Ruf des Kuckucks" wirklich gut gefallen hat, habe ich mich schon lange auf diese Fortsetzung gefreut. Leider konnte sie nicht halten was sie versprochen hat. Zumindest für mich... Neben einer ganzen Reihe von zugegeben gut ausgedachten, aber wirklich schrägen Charakteren treffen wir auch hier wieder auf den etwas abgewrackten Detektiv Cormoran Strike und seine junge Assistentin/Sekretärin Robin Ellacott. Das Zusammenspiel dieser beiden war es, das mich bis zum Ende hat durchhalten lassen. Zwischen den beiden entwickelt sich von Seite zu Seite immer mehr eine ganz eigene Dynamik die sich auch von Robins eifersüchtigem Verlobten Matthew nicht stören lässt. Ich halte Robin ganz klar für den ruhigen ausgeglichen Pol der immer wieder zu vermitteln sucht und weiß, wie man Strike ab und an den Kopf wieder zu Recht rückt. Da es in "Der Seidenspinner" um einen zunächst verschwunden und dann getöteten Autoren geht, kommt der Leser dieses Krimis früher oder später unweigerlich in den "Genuss" einiger Auszüge aus dem fiktiven Werk des ermordeten Autors. Leider ist "Bombig mori" so der Titel des fiktiven Buchs und auch der lateinische Name für den Seidenspinner, besteht aus einer Mischung aus total Abstrus, abartig und völlig verdreht. (Etwas das ich beiseite gelegt hätte, wenn es nicht Teil dieser Geschichte gewesen wäre.) Das drum herum gefällt mir nach wie vor sehr gut, vor allem das Zusammenspiel zwischen Robin und ihrem Chef Strike und ich freue mich schon auf Band 3 "Die Ernte des Bösen" welcher Ende Februar erscheinen wird. Lediglich der Fall, bzw die Darstellung dieses hat mir in diesem Band nicht so gut gefallen, aber das fällt immerhin unter Geschmacksache. Fazit: Unbedingt selber lesen und eine eigene Meinung bilden, aber nicht wundern wenn man sich danach umso mehr auf Band 3 freuen wird.

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"Der Seidenspinner" (wie schon sein Vorgänger, "Der Ruf des Kuckucks") hat in meinem Lesezimmer seinen rechtmäßigen Ehrenplatz zwischen den Werken von Stieg Larsson und Justin Cronin eingenommen, im Regal für Bücher, die in meinen Augen die literarische Messlatte höher hängen Da wäre zum einen der Schreibstil: in eindringlichen, einfallsreichen Bildern lässt er die Schauplätze vor dem Leser auferstehen, mit dichter Atmosphäre und düsterer Sogkraft. Die Geschichte führt die Ermittler Cormoran Strike und Robin Ellacot auf die dekadenten Dinnerpartys der Privilegierten, aber auch in die tristen Wohnzimmer heruntergekommener Sozialbauten. Besonders die Dialoge sind hervorragend - prägnant, authentisch, mit perfektem Tempo. Jeder Charaktere hat seine unverwechselbare Stimme. Auch die literarische Stimme von "Robert Galbraith" ist einzigartig und brilliant. Ich habe es als große Freude empfunden, mich von ihr durch die Geschichte führen zu lassen, und war schnell mittendrin in dieser packenden Mischung aus klassischem Krimi und hard-boiled Roman Noir. Inhaltlich ist das Buch in meinen Augen ein Geniestreich. Die Handlung ist komplex, vielschichtig - und unglaublich clever. Die Grenzen zwischen Literatur und Leben verschwimmen immer wieder, und alleine für Originalität hat "Der Seidenspinner" mindestens 10 von 5 Sternen verdient Denn im Mittelpunkt der Geschichte steht das Buch im Buch. Ein wenig erfolgreicher Autor, der stolz darauf ist, dass seine Bücher schockieren und empören, verhöhnt und verunglimpft in seinem letzten Werk, "Bombyx Mori", so gut wie alle Menschen, die in seinem Leben eine größere Rolle spielen - und das brutal und schonungslos erniedrigend. Mit jedem Kapitel enthüllt sich mehr und mehr, dass hinter den Kulissen alte Konflikte schwelen, von künstlerischer Rivalität bis hin zu tragischen Todesfällen und Hass bis aufs Blut. Getragen wird die Geschichte von ihren Helden (und Antihelden): Cormoran Strike ist ein widersprüchlicher, manchmal schwieriger Charakter. Er hat einen messerscharfen Verstand, aber auch eine hervorragende Intuition. Einerseits weigert er sich, seine Moralvorstellungen zu verkaufen, andererseits benutzt er Menschen, wenn ein Fall es erfordert. Aber ich hatte immer den Eindruck, dass er ganz grundlegend ein ehrlicher Mensch ist, der nicht nur Geld verdienen will, sondern auch ein Stück Gerechtigkeit wiederherstellen. Trotz seiner Schwächen fand ich ihn immer faszinierend und überzeugend. Robin Ellacot war für mich die Sympathieträgerin des Buches. Ihre große Stärke sind ihr emotionales Gespür und ihr tiefes Mitgefühl, aber auch ihre ausgeprägte Beobachtungsgabe und ihre schnelle Lernfähigkeit. Sie ist die geborene Ermittlerin, und Strike und Robin sind in meinen Augen das perfekte Team, gerade weil sie sehr unterschiedlich sind. Die Charaktere fand ich ausnahmslos wunderbar geschrieben. Ich hatte schon nach wenigen Kapiteln das Gefühl, sie gut zu kennen, mit all ihren Marotten, Stärken und Schwächen. Fazit: "Der Seidenspinner" ist ein hochintelligenter, facettenreicher Krimi, der mich vollends überzeugt hat, mit einem großartigen Schreibstil, lebendigen Charakteren und einer Handlung, die mehr Wendungen und Irrwege hat als ein Spiegellabyrinth. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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Das Buch ist eine Wucht, ein wunderbarer Krimi, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Den Erzählstil Rowlings - pardon, Gailbraiths ;-) - erkennt man sofort und möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Krimi spielt in der Welt der Literatur und Verlage. Zu Beginn ist es etwas diffizil die Typen und Charaktere auseinanderzuhalten, das bessert sich nach einigen Seiten. Auch der Fall wird zunächst ziemlich detailliert erzählt, bis die Geschichte an Fahrt aufnimmt und zusätzlich zum Erzählstil so richtig spannend wird. Die Autorin verknüpft mehrere Fäden und auch das Privatleben der Ermittler kommt nicht zu kurz. So entwickelt sich ein umfassendes Bild. Es ist übrigens der zweite Band einer neue Krimiserie und es schadet nicht, den ersten nicht zu kennen. Sie sind in sich abgeschlossen. Die Protagonisten sind zahlreich vertreten, einen Überblick muss man sich selbst schaffen, den ein kleines Personenregister gibt es nicht. Allerdings hat jede Person ihre kleinen Eigenheiten und die sind teils ziemlich prägend und auch mal herrlich schräg. Es ist ein wunderbarer Krimi, den man am Besten mit viel Zeit zum Schmökern liest!

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