Leserstimmen zu
Das Geheimnis des menschlichen Alterns

Björn Schumacher

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„Die verminderte IGF-1 Aktivität hat zweifelsohne einen positiven Effekt auf bereits ausgebildetes Gewebe. Deshalb ist die daf-2 Mutation, die den IGF-1 Rezeptor im Fadenwurm inaktiviert und dann zur Aktivierung von DAF-16 führt, fast uneingeschränkt positiv“. Was auf den ersten Blick klingt wie schlichtweg „böhmische Dörfer“, ist sicherlich an diesem Punkt der Lektüre, an dem sich Schumacher besagten Fadenwürmern zuwendet, inhaltlich durch die vorangehenden Erläuterungen verständlich. Dennoch muss im Vorfeld gesagt werden, dass der Stil des Buches sich weitgehend in solchen wissenschaftlichen, trockenen Formulierungen widerspeigelt. Ein „Kompendium der Forschung zum Altern des Körpers“ ist es, dass Schumacher mit diesem Werk vorlegt und darin alles aufnimmt, was aktuell den Status Quo der wissenschaftlichen Diskussion darstellt. Vom „Desinteresse am alten (und alternden) Körper durch die Selektion“, von der zentralen Bedeutung der Keimbahn für die Evolution und Selektion, von Zellen, die nicht mehr im DNA-Programm zur Regeneration vorgesehen sind bis hin zu „aus dem Ruder laufenden“ Zellen, von braunen Fettzellen der Jugend, die so gut wie jedes Kilo Gummibärchen „vernaschen“ hin zu den weißen Fettzellen des Alters, die alles „einlagern“, was nur nach Kalorie aussieht. Vom „Altern der Nerven“ (Demenz) bis zu den Genen, die das Altern steuern findet sich alles, was das Altern ausmacht und als natürlichen Prozess beschreibt. Folgerichtig ist Alter auch nicht im klassischen Sinne „therapierbar“, ist keine „Krankheit“. Und dennoch zieht Schumacher sehr interessante Schlüsse aus all den Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte, was „Wege aus der alternden Gesellschaft“ aufzeigen kann. „Prophylaxe“ ist dabei das „Kern-Zauberwort“. Im Angesicht er rasanten Fortschritte der modernen Medizin (die Schumacher benennt) und die aus Krankheiten mit, in früheren Jahren, umgehend tödlicher Folge „chronische Krankheiten“ gemacht haben, vor allem aber die Fortschritte in der Anti-Aging Therapie“ und der Prophylaxe biete jene Möglichkeiten, zumindest den „Jahren im Alter mehr Leben“ zu geben, wenn schon nicht immer dem Leben mehr Jahre geben zu können. Ausblicke auf aktuell sich entfaltende regenerative Methoden wie die Stammzellentherapie und andere Therapieformen werden von Schumacher so ebenso grundsätzlich erläutert, wie er aktuelle Befunde aus der Ernährungswissenschaft mit einbindet und so gut wie alle anderen Einflussfaktoren auf den Körper dem Leser vorstellt (Telomere beim Altern, beschädigte Moleküle und die Reaktionen des Körpers auf diese und vieles mehr). Ein umfassendes Buch, in dem Schumacher das biologische altern aus allen Richtrungen heraus betrachtet und erläutert. Ein wenig zu allgemein vielleicht zum Ende hin formuliert („neue Medikamente müssen vor allem sicher sein“) und in Stil und Duktus streckenweise sehr abstrakt und mühsam zu lesen. Vom Inhalt aber eine der wenigen breiten und zusammenfassenden Darstellungen über das biologische Altern, in der fundiert alle Faktoren benannt werden.

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