Leserstimmen zu
Am dunklen Fluss

Anna Romer

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Ich muss zugeben, ich war ein wenig überrascht, als ich mich beim Lesen des Romans in Australien wiederfand. Aufgrund des Covers hätte ich das Buch in England angesiedelt. Aber warum auch nicht Australien? Inzwischen habe ich mich schlau gemacht und herausgefunden, dass die Autorin in einem abgelegenen Landsitz im nördlichen New South Wales lebt, wo sie an ihrem nächsten Roman schreibt. Doch nun zurück zum Inhalt dieses Buches … Der Roman ist auf zwei, eigentlich drei Zeitschienen aufgebaut, die den Leser in harmonischem Wechsel durch die Kapitel führen. Der Hauptfokus des Romans basiert auf der Tragödie um Rubys Schwester Jamie, die vor vielen Jahren von einer Klippe in den Tod stürzte. Doch was war wirklich passiert? Rubys Mutter zieht sich von ihr zurück, Ruby selbst leidet an einer Amnesie, die alle Ereignisse rund um den Tod ihrer Schwester ausblendet. Inzwischen scheint Ruby sich wieder gefangen zu haben. Sie ist erwachsen geworden, betreibt eine kleine Buchhandlung und scheint die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben, bis sich alles als Trugschluss herauszustellen scheint. Parallel zu Rubys Leben lesen wir von Brenna, die Ende des vorletzten Jahrhunderts aufwuchs und sich ebenfalls mit tragischen Geheimnissen rumschlagen musste. Brenna ist Rubys Urgroßmutter. Nach der Verknüpfung einiger Umstände entschließt sich Ruby, schweren Herzens und entgegen aller guten Ratschläge, die Wahrheit ihrer Familie ans Licht zu bringen. Als sie sich schließlich selbst in Lebensgefahr befindet, wäre wohl manches Geheimnis besser verborgen geblieben … Der Schreibstil dieses Romans hat mir sehr gut gefallen. Flüssig und anschaulich geschrieben, da hat das Lesen Spaß gemacht. Vielleicht war er in manchen Teilen ein wenig vorhersehbar, vielleicht geht das aber uns Viellesern öfter so? Die Aufklärung hat mich überrascht und hat mir gut gefallen. Hab noch ein weiteres Buch der Autorin auf dem SUB, das werde ich gleich mal ein wenig höher legen …

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Das Cover: Passt perfekt. Besonders die dunklen Wolken bringen Stimmung ins Bild und es passt zum Titel. Beim Hören habe ich mir den Fluss zwar nicht so reißerisch vorgestellt wie er hier dargestellt wird, aber das Cover sieht wirklich schön aus und wenn die Sonne scheinen würde, könnte man sich fast wohlfühlen. Das Hörbuch: Ruby Cardel fehlt ein Jahr ihres Lebens. Das Jahr, in dem ihre Schwester von einer steilen Uferböschung in den Tod stürzte. Ein Schutzmechanismus. Doch das Gefühl, dass ihre Mutter ihr die Schuld an Jamies Tod gibt lässt nicht nach und als Ruby dann auf einer Vernissage ihrer Mutter eine ehemalige Nachbarin trifft, kommen längst verschollene Erinnerungen hoch. Sie beschließt die Nachbarin in Lyrebird Hill zu besuchen. Hier kommen Stück für Stück Erinnerungen aus dem Jahr von Jamies Tod hoch und sie kommt einer gefährlichen Wahrheit auf die Spur… 100 Jahre zuvor: Brenna’s Vater hat Schulden. Damit er diese begleichen kann, willigt sie ein zu heiraten. Kurz vor ihrem Umzug nach Lyrebird Hill gesteht ihr Vater, wer ihre leibliche Mutter war, doch es muss zu Brenna’s Schutz ein Geheimnis bleiben. In Lyrebird Hill lernt sie ihren Mann erst richtig kennen. Er ist lange nicht der gefühlvolle Ehrenmann, den sie zu kennen glaubte. Und was steckt in dem Medaillon, dass er ständig anstarrt und dabei so traurig wird. Das Medaillon birgt eine dunkle Geschichte und Brenna kommt ihr zu nahe… Meine Meinung: In diesem Hörbuch hat man zwei Handlungsstränge, die irgendwann zusammenlaufen. Die eine spielt im Jahr 1898, die andere in der heutigen Zeit. Und doch haben sie etwas gemeinsam. Die Handlungsstränge werden kapitelweise erzählt, abwechselnd mit den Stimmen von Jessica Schwarz und Eva Gosciejewicz. Beide haben tolle Stimmen und können wirklich gut erzählen. Teilweise hatte ich bei beiden auf mehr Gefühl gehofft, aber trotzdem war es ein Vergnügen dieses Hörbuch zu hören. Durch die unterschiedlichen Stimmen bemerkt man auch sofort, wenn es einen Wechsel in der Zeit gibt und welcher Handlungsstrang weitererzählt wird. Die Story ist sehr persönlich. Man bekommt tiefe Einblicke in das Gefühlsleben von Brenna und Ruby und darf miterleben, wie beide nach und nach Geheimnissen auf die Spur kommen, die für sie gefährlich werden können. Beide sind in meinen Augen ähnliche Charaktere. Sie sind stark, stehen für sich ein, auch wenn das bei Ruby etwas Zeit gebraucht hat. Ich mag sie beide sehr. Besonders bei Brenna war ich dahingehend ein wenig überrascht, weil sie in einer Zeit lebte (1898), in der Frauen immer noch nicht viel selbst entscheiden konnten bzw. durften. Umso mehr habe ich sie bewundert, dass sie immer öfter ihre Meinung sagte, teilweise auch aus noch kindlichem Trotz und versuchte für das zu kämpfen, was ihr wichtig war. Besonders fiel mir aber die Umgebung auf. Egal ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart, Blumen, Pflanzen, einfach die Natur, scheint hier ein sehr wichtiges Thema zu sein. Man bekam richtig Bilder im Kopf und konnte fast schon den Duft riechen. Ein Roman mit viel Liebe zur Natur. Mein Fazit: Ein wunderschöner Familienroman der Geheimnisse verbirgt und Gefahren offenbart. Mit so unterschiedlichen Charakteren, die sich in den verschiedenen Zeiten wiederholen.

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Am dunklen Fluss von Anne Romer

Von: carmen behrens aus Paderborn

05.02.2017

Das neue Buch von Anna Romer heißt "Am dunklen Fluss" und auch dieses Mal entführt die gebürtige Australierin ihre Leser in die Welt der dunklen Familiengeheimnisse, der vergessenen Tagebücher und der unfassbar tiefen Liebe zu Down Under, dessen Geist einst von den Aboriginies aufgesogen und geprägt wurde. Schon der Titel lässt die tiefe Verbundenheit der Protagonisten zu ihrer rauhen Heimat vermuten und deren Liebe, die sich über die Jahrzehnte und Familiengeschichten zahlreicher Generationen zieht. Ihre Texte, wiedergegeben in der Ich-Erzählung, sind eine Aneinanderreihung tiefer Liebesschwüre, die bildgewaltig den Hörer/in in die Tiefen einer Familiensaga ziehen und sie Teil dessen werden lassen. Was zunächst ruhig in der Erzählung, schwankend und wechselnd in den Zeitebenen beginnt, entwickelt sich wie ein Puzzle zu einem verwobenen Gesamtbilddrama. Das Buch/ Hörbuch setzt sich aus erzählten Tagesbucheinträgen der zwei Hauptprotagonisten zusammen, die wahrlich nicht in der gleichen Zeit leben und dennoch untrennbar miteinander verbunden sind. Die Spannungskurve baut sich langsam, manchmal schleppend auf und die Zeitsprünge verwirren zunächst - doch die Entwicklung zum mitreißenden Plot zeichnet mit jedem Wort bildgewaltig die tiefe Liebe der Autorin zu ihrer Heimat nach. Nachdenklich, mitfühlend und ermahnend. Eine Hommage an die Menschlichkeit und eine Erinnerung an den grausamen Genozid an den Ureinwohner im 18. Jahrhundert. Die Autorin lebt in einem abgelegenen Landsitz im nördlichen New South Wales in Australien.

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