Leserstimmen zu
Papa kann auch stillen

Stefanie Lohaus, Tobias Scholz

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Klappentext Wie Paare Kind, Job & Abwasch unter einen Hut bekommen Irgendwann stellt sich bei jedem Paar mit Kinderwunsch die Frage: Wie machen wir’s? Zwei Jobs, Kind und Haushalt unter einen Hut zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Stefanie Lohaus und Tobias Scholz haben sich dafür entschieden, ihren Alltag nach dem 50/50-Prinzip zu leben: Sie teilen sich die Arbeit im Haushalt sowie die Betreuung ihres Sohnes fair auf und arbeiten beide (fast) Vollzeit. Welche Reibungen dabei mit dem Umfeld und der Arbeitswelt entstehen, und welche Herausforderungen – und Freuden – den Familienalltag bestimmen, davon erzählen sie humorvoll und voller Herz in diesem Buch. Erschienen im Goldmann Verlag ISBN:978-3-442-15831-7 Preis: 8,99 € (Deutschland), 9,30 € (Österreich) Die Autoren Stefanie Lohaus, geboren 1978, studierte Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist Gründerin und Herausgeberin des Missy Magazine und arbeitet als freie Journalistin. Bei ZEIT ONLINE erscheint ihre Kolumne „Das Prinzip 50/50“. Tobias Scholz, geboren 1976 arbeitet seit dem Studium der Publizistik, Nordamerikastudien und Soziologie als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin. Seine Dissertation „Distanziertes Mitleid“ erschien 2012 beim Campus Verlag. Seit Herbst letzten Jahres ist er in Elternzeit und beobachtet mit Freude und Ringen unter den Augen die Entwicklung des gemeinsamen Sohnes. Meine Meinung (Kurzfassung) ich fand es sehr informativ und es hat mich echt zum Grübeln angeregt. Stefanie Lohaus und Tobias Scholz berichten objektiv darüber wie sie es geschafft haben, das Elternsein gerecht zu teilen – einerseits aus der Sicht des Vaters, andererseits aus der Sicht der Mutter. Die Schilderungen ergänzen sich gut und man hat die Möglichkeit das individuell Erlebte und die dazugehörigen Erfahrungen gut zu überblicken und auf sich wirken zu lassen. Das das „Prinzip 50/50“ nicht ganz einfach ist und mit Kompromissen verbunden ist, dürfte jedem klar sein. Schön finde ich, dass die beiden Autoren auch schildern, wie sie mit den Herausforderungen des Alltags umgehen. (Achtung Spoiler) Das wird z. B. das Kind zum Stillen ins Büro gebracht, weil es pünktlich zum Wiedereinstieg der Mutter ins Arbeitsleben die Flasche nicht mehr akzeptiert. An der Schreibweise von Stefanie man merkt, dass als Journalistin arbeitet. Torstens Texte dagegen klingen irgendwie emotionaler. Er schildert mehr seine persönliche Erfahrung als Vater. Zudem sind die verfassten Texte – egal vom wem – immer wieder mit Hinweisen auf Studien und Umfragen passend zum Thema gespickt und runden das Buch gut ab. Sehr sympathisch finde ich übrigens auch, dass man auch ein Foto der Familie abgedruckt hat. So bekommt man einen besseren Einblick um wen es überhaupt geht. :) Dies ist nur die Kurzfassung meiner Rezension. Die Langfassung kann auf meinem Blog gelesen werden: http://sweet-butterfly.de/blog/2015/07/05/gelesen-papa-kann-auch-stillen-stefanie-lohaus-tobias-scholz/

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In ihrem Buch „Papa kann auch stillen“ schreiben Stefanie Lohaus und Tobias Scholz, wie sie in ihrer Familie das Prinzip 50/50 leben. Die beiden Autoren haben sich schon in der Schwangerschaft mit Sohn Johann dazu entschlossen, alle Bereiche, also Erwerbsarbeit, Kindererziehung, Haushalt und Freizeit, gleichmäßig aufzuteilen.Dieses Prinzip durchzieht auch das Buch selbst, denn die einzelnen Kapitel sind immer abwechselnd von ihr und von ihm geschrieben. So kommen beide Perspektiven gleichberechtigt zur Sprache. Dadurch ist Stefanie Lohaus und Tobias Scholz ein sehr spannendes Buch gelungen, das wiele interessante Einblicke in das Familienleben der Autoren bietet.Es werden alle wichtigen Themen angesprochen und auch Konflikte werden nicht ausgespart. Dennoch ist das Buch zu keiner Zeit dirigistisch. Es gibt kein „So müsst ihr das machen.“ aber viele „So haben wir das gelöst.“ Papa kann auch stillen ist kein Ratgeber, sondern ein Erfahrungsbericht. 2015-04-19 15.08.31 Kann Papa auch stillen? Klar. Zwar nicht mit der Brust, aber auch Papa kann Bedürfnisse stillen. Stefanie Lohaus und Tobias Scholz ist das gelungen, indem er z. B. das Tragen übernommen hat. Überhaupt ist der Glaube, ein Baby könne nur eine Bezugsperson (unterschwellig mitgedacht: die Mutter) haben, ein Ammenmärchen. Auch dies wird im Buch deutlich. Und auch, welche Bereicherung das 50/50-Prinzip für die Väter darstellt. Fazit Gerne hätte ich noch seine Sicht auf die Themen Stillen und Sex gelesen und auch ihre Sicht zu Feedback, dass sie von anderen Müttern und Vätern erhalten hat. Ansonsten ist das Buch absolut lesenswert. Nicht zuletzt, weil hier nicht darüber geschreiben wird, was alles nicht geht, sondern immer lösungsorientiert gedacht wird. Daher kann ich das Buch „Papa kann auch stillen“ nur wärmstens empfehlen. Stefanie Lohaus, Tobias Scholz: Papa kann auch stillen. Wie Paare Kind, Job & Abwasch unter einen Hut bekommen Goldmann Verlag 2015

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Weiter geht es bei UNSEREN Bücherwochen. Diesmal stelle ich euch ein Buch vor, dass wirklich ganz gut zu UNS passt: "Papa kann auch stillen - Wie Paare Kind, Job und Abwasch unter einen Hut bekommen" von Stefanie Lohaus und Tobias Scholz. Mit einem Kind kommen viele Fragen auf: Wer nimmt Elternzeit und wie viel? Wie organisiert man den Haushalt? Wie wird man dem Kind gerecht? Und noch sooo Vieles mehr. Wie ihr wisst, haben Lotte-Papa und ich uns entschieden, dass ich in Vollzeit wieder arbeite und bei UNS der Mann sich nach sieben Monaten Elternzeit ab 14 Uhr um das Lottchen kümmert, 30-Stunden-Teilzeit sei Dank. Kochen übernimmt der Papa, Mama macht die Wäsche, einiges im Haushalt nimmt uns die Putzfee ab. Im Großen teilen wir uns wirklich einiges auf, 50:50 auf jeden Fall. Stefanie Lohaus und Tobias Scholz haben sich nach dem stikten 50:50-Prinzip entschieden und dies stellen Sie in ihrem Buch vor. Dabei handelt es sich nicht um ein Sachbuch, witzige Anekdoten und viele Beispiele aus dem Leben der Beiden machen dieses Werk wirklich lesenswert. Trotzdem werden Studien und Artikel im Buch aufgegriffen und journalistisch aufbereitet. Es ist spannend zu erfahren, wie man sich organisieren kann, somit werden im Vorfeld schon einige Streitthemen aus dem Wege geräumt. Wie ist es zum Beispiel mit dem Geld? Ein Kind bedeutet fast immer finanzielle Einbuße, ein Partner wird immer etwas weniger als der andere verdienen. Somit wird auch hier bei den Beiden gerecht geteilt. Angenehm empfinde ich bei dem Buch, dass es keinen erhobenen Zeigefinger gibt. Im Gegenteil, Stefanie Lohaus und Tobias Scholz berichten objektiv, wie es bei Ihnen läuft ohne ein, genau so muss man es machen und nur so ist es richtig. Bei UNS ist es ebenfalls so: Unser Modell funktioniert bei UNS grandios. Es herrscht keine Unzufriedenheit. Aber ob das Modell zwingend übertragbar ist sei dahingestellt. Jedes Paar muss für sich den passenden Rahmen finden, wichtig hierbei ist das "Miteinander-Reden". "Papa kann auch stillen" nimmt somit ein neues, zeitgemäßeres Elternmodell unter die Lupe - zeigt, wie es funktionieren kann. Mehr zu dem Buch auch HIER Taschenbuch, Klappenbroschur, 224 Seiten, 12,5 x 18,7 cm ISBN: 978-3-442-15831-7 € 8,99 [D] | € 9,30 [A] | CHF 12,50 * (* empf. VK-Preis) Verlag: Goldmann Erscheinungstermin: 19. Januar 2015 Vielleicht mögt ihr ja auch einmal aus dem Nähkästchen plaudern, wie es bei euch so läuft! Wir sind gespannt :D

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Sehr informatives Buch

Von: Readandbeyourself

12.04.2015

Spätestens wenn die Frau schwanger ist kommt die Frage “Wer bleibt zuhause?”. Die meisten Paare allerdings stellen sich diese Frage nicht sehr ausführlich, sondern die Frau entscheidet, zu Hause zu bleiben. Und der Mann arbeitet weiter, meist sogar mehr als vorher. Warum das so ist und dass es auch anders geht haben Stefanie Lohaus und Tobias Scholz jetzt auf 224 Seiten analysiert und vorgestellt. Zunächst erzählen sie, wie alles angefangen hat und zeigen dann abwechselnd, warum es bei ihnen anders läuft. Denn Stefanie und Tobias haben sich entschieden, alles 50/50 zu machen. Von Anfang an. Das bedeutet, dass beide ungefähr gleich lange zu Hause sind nach der Geburt (nacheinander) und dass beide danach auch wieder etwa gleich viel arbeiten. Alles wird geteilt, die Erziehung, der Spaß, der Haushalt. Es wird strikt vor- und durchgeplant, und dennoch ist genug Raum zur Entwicklung. Sogar das Geld wird geteilt, sowohl der Geldeingang als auch Ausgang, und hin und wieder wird alles neu in Frage gestellt, denn das System kann nur funktionieren, wenn beide es verstehen und wollen. Als Frau muss man heute ernsthaft überlegen, wie lange man in Elternzeit gehen will. Wir haben zwar einen Anspruch auf einen Job, aber nicht unbegrenzt auf denselben, den wir vor der Geburt ausgeübt haben. Viele Frauen gehen dann in sehr viel niedrigere Positionen als vorher zurück, weil sie entweder starkt reduziert arbeiten oder zu lange aus dem Job waren und einfach nicht mehr so qualifiziert sind. Mit Einführung des Elterngeldes und damit bezahlter Elternzeit von 14 Monaten für beide Eltern (einer darf max. 12 Monate nehmen) hat sich die Situation für viele Väter verändert. Denn während teilweise das Einkommen durch eine Elternzeit beim Vater fast vollständig ausfiel kann es so zumindest mit 67% des Nettogehalts etwas aufgefangen werden. Stefanie erzählt vor allem von der Situation, der man als Mutter begegnen muss, wenn man nciht so lange zuhause ist. Sie ist ständig auf Unverständnis gestoßen (genauso wie Frauen, die nicht stillen oder zu lange stillen…) und musste sich häufig rechtfertigen. Ihre Kapitel sind etwas weniger emotional geschrieben und die Texte zitieren oft andere Artikel – man merkt, dass sie Journalistin ist bzw. journalistisch arbeitet. Tobias schreibt vor allem über seine Erfahrung als Vater und als Vater in Elternzeit. Auch er zieht Studien und Artikel heran, berichtet aber etwas subjektiver. Beide Sichtweisen sind sehr angenehm zu lesen und vor allem informativ. Das Paar hat viele Gespräche mit anderen Paaren geführt, sodass man auch viele andere Meinungen über 50/50 hört. Und besonders hat mir gefallen, dass sie ihren Weg keineswegs für den einzig wahren halten, sondern vor allem eine Idee in den Raum werfen wollen. Da Stefanie und Tobias auch sehr günstige Jobs haben, eignet sich ihr Modell natürlich sehr gut, andere etwas “unentbehrlichere” Jobs (mein Freund macht zum Beispiel Telefonsupport und wenn er ausfällt, fällt eine ganze Leitung damit aus, was sehr ärgerlich ist) müssen da andere Lösungen finden. Dennoch kann ich dieses Buch uneingeschränkt zur Information und heiteren Lektüre empfehlen. Es bekommt von mir fünf Sterne.

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Ich bin sehr beeindruck von dem Buch. Mit alltäglichen Beispielen und sehr persönlichen Anekdoten erzählt das Paar in jeweils eigenen Anteilen, warum und wie sie diesen Weg bestritten haben. Oft wird dabei der gleiche Punkt aus beiden Blickwinkelnd beleuchtet – ein rundes Bild entsteht. Dabei sind beide so ehrlich, wie ich das aus der Ferne der Leserin beurteilen kann. Streit hat in dem Buch Platz, er wird nicht wegretuschiert oder überspielt. Nein, er wird als wichtig angesehen und als Grund für eine Aussprache. Und nur mit genügend Kommunikation kann das Prinzip 50/50 erfolgreich sein. Ein Ratgeber ist das Buch dabei so wenig wie ein Lehrbuch. Kein „Ihr sollt“, „ihr müsst“, „nur so ist es richtig“. Dafür aber gespickt mit anderen Meinungen, Beispielen, Statistiken und Untersuchungen. Im Mittelpunkt steht dabei gar nicht so sehr der eigentlich persönliche Weg, der für die beiden Autoren logisch und weniger „großes Abenteuer“ war, sondern stattdessen der Gesellschaftliche Blick auf Mütter und Väter, der die gleichberechtigte Partnerschaft im Moment der Elternschaft einfach oft ausblendet. Paare können gleichberechtigt sein, Eltern nicht. Ich nicke, denke nach, lese meinem Mann Passagen vor. Den niedrigen Sozialbalken der Sims auf sich selbst projiziert – das kennen wir nur zu gut. Die Erfahrung, wie wichtig Absprachen sind, Gemeinsame Zeit und Gleichwertigkeit. Kein neuer Mann ist hier beschrieben, keine neue Mutter, nein – eine neue Familie, eine richtige Familie, in der nicht jeder „seinen“ Teil beiträgt, sondern alle ein bisschen von allem. Dass beide Erfahrung im Schreiben haben, ist schnell gemerkt. Passende Momente sind treffend herausgearbeitet, Erfahrungsbericht trifft Kolumne. Journalistisch angehaucht mit dem nötigen ernst durch Zahlen, die wir doch so gerne vor uns haben. Schön ist, dass auch hier kein „nur das ist richtig“ aufkommt, sondern immer mehrere Seiten aufgezeigt werden. Viele Wege führen nach Rom. Interessant fand ich vor allem das Kapitel über die Hausarbeit, die ja doch oft zum Hauptdiskussionspunkt wird. „Wann ist die beste Zeit fürs Putzen? Nie natürlich.“, so die Zwischenüberschrift in einem der Kapitel und die trockene Erkenntnis, dass es auch bei 50/50 um Kompromisse gehen kann, um ein für und wider, eine gemeinsame Mitte. Wichtig ist auch: 50/50 heißt nicht etwa, dass alles mit der Strichliste geteilt wird, streng abgestimmt und kompromisslos geregelt ist. Gleichberechtigung, Gleichwertigkeit, Augenhöhe – solche Worte fallen oft. Gemeint ist einfach ein großes Wir in allen Bereichen. Die Selbstverständlichkeit, die unsere Gesellschaft erst noch lernen muss, wenn ein Vater Zeit mit dem Kind verbringt und Mama im Büro sitzt. Die Selbstverständlichkeit, dass weder Kindererziehung noch Vollzeitarbeit geschlechtsspezifisch ist, dass Teilzeit für beide tatsächlich eine gute Idee ist und dass dabei wirklich alle profitieren, gemeinsam und auf Augenhöhe.

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Stefanie Lohaus & Tobias Scholz, Papa kann auch stillen. Wie Paare Kind Job & Abwasch unter einen Hut kriegen, Goldmann Verlag, 2015 Auf 220 Seiten beschreibt das Paar jeweils abwechselnd und in herzoffenen Worten, wie sie als absolut gleichberechtigte Partner das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf für sich zu meistern suchen. Ihre Lösung: Das 50/50-Prinzip. Nicht in die Geschlechterfalle tappen Jeder Vater weiß, dass sich bereits mit den Tagen der Schwangerschaft gewisse Automatismen in den frischfamiliären Alltag einschleichen. Das üppige Schwangerenbüfett am Abend ist noch eines der harmloseren. Die hochgradig ansteckende Schwangerschaftsdemenz mit ihren ausgeprägten Panikphasen? Schon eine Herausforderung. Doch es gibt auch schwerwiegendere Automatismen. Jene, die man nicht so schnell wieder rückgängig machen kann. Wie sonst ist es zu erklären, dass in überdurchschnittlich vielen Familien die Frauen sehr viel häufiger und länger in Elternzeit bleiben als ihre Männer? Letztere versorgen die Familie, weil sie tiefer im Job stecken oder mehr verdienen. Wohingegen sich die Frauen um die Aufzucht der Jungen kümmern und die eigene Karriere vorläufig auf Eis gelegt wird. Konsequenz: Frust zuhause, ein vom Alltag ausgeschlossener Vater und keine Chance, daran mittelfristig etwas zu ändern. Aber lässt sich dieser Automatismus wirklich verhindern? Das 50/50-Prinzip Stefanie Lohaus und Tobias Scholz bieten keine universelle Antwort auf diese Frage. Sie umschreiben lediglich den eigenen Versuch, sich des Themas mit offenem Visier zu stellen: Mit viel Selbstreflektion, Offenheit und permanentem Verhandeln im Alltag. Dass dies nicht immer ohne Reibung und schon gar nicht ohne Zweifel geschieht, gehört zu der erfrischenden Ehrlichkeit, mit der dieses Buchs seine Leser umglückt. Zitat: "»Du nervst« ist ein Satz, den man in dieser Zeit bei uns ebenso oft zu hören bekommt wie »I love you«" Sie nennen es: Das 50/50-Prinzip. Das bedeutet, beide Partner teilen sich gleichberechtigt die wie sie es nennen "Familienarbeit". Beide haben ihre festen Aufgaben und beteiligen sich gleichberechtigt am Haushalt, an der Kinderbetreuung und natürlich: auch an der Elternzeit. Beide bleiben Teil des familiären Alltags ohne vom Beruf zeitlich vereinnahmt zu werden. Beide bleiben Teil der Berufswelt ohne unter dem Druck familiärer Erwartungen langsam zermürbt zu werden. Und das alles trotz Stillens. Eine Herkules-Aufgabe, die auf den zweiten Blick aber machbar scheint. Ich bin Vater, aber bin ich auch modern? Als frischer Vater bin ich natürlich an beiden Elternseiten interessiert. Wie sieht der Vater seine Rolle, was erwartet die Mutter? Und genauso beginnt das Buch. Man lernt die beiden Protagonisten kennen und begibt sich gemeinsam auf die Reise: Vom positiven Schwangerschaftstest, über die ersten Gespräche bis hin durchs erste Jahr mit Kind. Als Vater gelesen hat dieses Buch eine besondere Überraschung parat: Es gibt immer wieder Anlass, auch sich selbst im Hinblick der gerechten Verteilung von Haushalt, Versorgung und Beruf zu hinterfragen. Bin ich wirklich so modern, wie ich denke? Was tue ich wirklich und wo bin ich vielleicht bequem geworden? Und überhaupt, warum sieht Familienleben heute eigentlich so aus wie es aussieht? Ich stimme dem Autor zu, wenn er ausführt, dass medial zwar der Typus des aktiven Vaters herbeigeredet würde, auf den Strassen aber, in der UBahn oder in den Fußball-Tippgemeinschaften er nirgends anzutreffen ist. An dieser Stelle könnte der gesamte Abschnitt "50/50 statt 90/60/90" Wort für Wort stehen, so gut ist er. Das Beste zum Schluss Als Paar, das gerade zu einer Familie geworden ist, Verantwortung und Versorgung zu gleichen Teilen zu übernehmen. Das ist das partnerschaftliche Ideal vielleicht. Als frischer Vater habe ich über eine solche Aufteilung nie nachgedacht. Meine Partnerin nahm als Angestellte die volle Elternzeit und ich habe als Selbstständiger drastisch auf halbtags reduziert. Unsere Aufteilung hatte und hat eine andere Gewichtung. Ein 50/50-Arrangement zu einem Prinzip zu erheben, das erscheint im ersten Moment vielleicht etwas übertrieben. Aus eigener Erfahrung aber weiß ich, dass man selbst als frische, aufgeschlossene Eltern sehr schnell in gewisse Rollen-Automatismen fallen kann. Und ehe man sich versieht, ist man in der frustrierenden Geschlechteraufteilung gefangen. Das 50/50-Prinzip kann ein Wegweiser sein, genau diese Fallen zu vermeiden. Davon bin ich überzeugt. "Papa kann auch stillen" ist ein spannender Elternbericht, der entwaffnend ehrlich den Weg zu einem gleichberechtigten Familienmodell beschreibt. Als unterhielte man sich vertraut zu dritt, alle Karten auf’m Tisch. Und wie das oft mit Freunden ist, die Zeit vergeht wie im Flug und auf einmal ist das Buch zu Ende. Unbedingte Empfehlung für Väter wie für Mütter, die neben einem spannenden Familienkonzept auch mal einen tiefen Blick in die Gefühlswelt anderer junger Eltern riskieren mögen.

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