Leserstimmen zu
Der Mongole - Das Grab in der Steppe

Ian Manook

Kommissar Yeruldelgger ermittelt (1)

(2)
(1)
(1)
(0)
(0)
€ 15,00 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Ein kleines Mädchen liegt verscharrt in der einsamen mongolischen Steppe. Gleichzeitig werden in der Hauptstadt Ulaanbaatar drei Chinesen tot aufgefunden. Die Geschäftsleute wurden äußerst brutal gefoltert massakriert und hingerichtet. Kommissar Yeruldelgger, seine Ermittlerin Oyun und weitere Kollegen werden mit den beiden Fällen betraut. Nach und nach stellt sich ein Zusammenhang heraus. Sämtliche Spuren führen in Yeruldeggers unglückliche Vergangenheit. Der französische Autor, der unter dem Pseudonym Ian Manook auftritt, legt hier den ersten Band einer Kriminalromanreihe an einem ungewöhnlichen Schauplatz vor, der Mongolei. Sein Protagonist Yeruldelgger ist „der Mongole“. Yerudlelgger ist ein unglücklicher Mann, vor vielen Jahren hat er seine kleine Tochter und seine Ehefrau verloren. Seit dem Fund des kleinen toten Mädchens stürzen diese Ereignisse wieder auf ihn ein. Der Fall zehrt an seiner Substanz, droht ihm jeden zu nehmen, der für ihn noch Bedeutung hat. Sein Jähzorn und Kontrollverlust führt dazu, dass er suspendiert wird. „Man hat dir deinen Dienstausweis abgenommen, man hat dir deine Dienstwaffe abgenommen, du hast Zeugen misshandelt, die chinesische Botschaft verlangt, dass du abgezogen wirst, du hast auf einen Zivilisten geschossen: Willst du ernsthaft behaupten, dass alles glattläuft?“ So stürzt sich Yeruldelgger in einen ganz persönlichen Rachefeldzug und übersieht dabei, dass er auch ihm wohlgesonnene Personen mitzieht in einen Strudel von Gewalt, Aggression, Korruption und Machtgier. Der Autor ist wahrlich nicht sehr freundlich zu seinem Personal, gleich auf welcher Seite des Gesetzes die Personen stehen. Gut und Böse, richtig und falsch ist in Yeruldelggers Universum sowieso nicht mehr klar umgrenzt. So karg und pittoresk die mongolischen Landschaften, so kalt und schmutzig, wie die Straßen von Ulaanbaatar beschrieben werden, so gehen die Menschen dort miteinander um. Die Sprache ist harsch, kaltschnäuzig und aufgesetzt lässig. Man hat den Eindruck, dass die Mongolen feststecken zwischen einem alten archaischen Weltbild und einer urbanen Coolness amerikanischer Serienhelden. Uralte spirituelle Tradition steht neben moderner weltlicher (westlicher) Schnelllebigkeit. Sprücheklopfen wie Horatio Caine und die Beschwörung schamanischer Geister. Alles möglich. So kann ich auch nicht beurteilen, ob uns der Autor mit authentischen Informationen versorgt, oder nur auf den Effekt aus ist. Bei der Beschreibung der Gewalttaten jedenfalls war es mir oft zu viel der Details. Ein andauerndes Schwanken zwischen Faszination über die fremdartige Atmosphäre und Abscheu gegenüber der expliziten Brutalität.

Lesen Sie weiter