Leserstimmen zu
Das Böse im Blut

James Carlos Blake

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Dieser Roman gehört zum Heyne Hardcore Programm. Und er hält, was der Name verspricht – Hardcore in Reinkultur. Lange habe ich keinen Roman mehr gelesen, der so hoffnungslos, düster und brutal ist. Messerstechereien, Schießereien, Vergewaltigungen, brutale Morde prägen diesen Roman. Mütter verkaufen ihre Töchter für ein paar Münzen, Vätern bedienen sich ihrer wie selbstverständlich. Das Gesetz ist weit weg, es gilt das Faustrecht, das Recht des Stärkeren. Alle sind auf der (verzweifelten) Suche nach einem besseren Leben, nach Wohlstand und so nimmt sich jeder das, von dem er denkt, es stünde ihm zu. James Carlos Blake zeigt ein Bild des Wilden Westens, zu einer Zeit, als er noch wild war. Westernromantik und Ritte in den Sonnenuntergang wird der Leser vergeblich suchen. Trotzdem schafft es der Autor, stimmungsvolle Bilder zu zeichnen und Charaktere zu schaffen, die weitgehend glaubwürdig und zeitgemäß sind. Edward und John wurden von der Zeit, aber ganz besonders von der Brutalität in der Familie geprägt. Aber sie stehen damit nicht allein, alle kämpfen tagtäglich ums Überleben, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Zahl der Getöteten und Verletzten in diesem Roman bleibt ungezählt, nicht nur wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen. Stellenweise war diese dem Roman innewohnende Gewalt und Metzelei selbst mir hartgesottenem und erfahrenem Thrillerleser zu viel, lassen konnte ich von dem Buch aber bis zur letzten Seite nicht. Vor allem deshalb nicht, weil die Gewalt nicht Selbstzweckwar, sondern in erster Linie der Zeit, der Abwesenheit von Recht und Gesetz und der Gier nach Wohlstand geschuldet war.

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