Leserstimmen zu
Ausflug mit Urne

Roope Lipasti

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Hm, was habe ich von diesem Buch erwartet? Ich weiss es selber nicht so genau 😉 Was ich bekommen habe, kann ich aber gut erklären. Mich hat dieses Buch unterhalten, es ist witzig, nachdenklich und irgendwie so ganz anders… Teemu und Janne, zwei Brüder die unterschiedlicher nicht sein könnten, machen sich mit der Asche ihres Stiefgroßvaters auf die letzte Reise. Teemu ist in diesem Buch der Ich-Erzähler der Geschichte, eigentlich nicht wirklich mein Ding, aber zu diesem Buch und der Story passt es eigentlich sehr gut. Und wenn man sich als Leser einmal darauf eingelassen hat, ist man schnell mitten drin. Viele Jahre hatten die beiden Brüder kaum Kontakt miteinander und nun verbringen sie viel Zeit auf engem Raum miteinander. Die Verkündung des Testamentes bringt beide einander wieder näher, da sie gemeinsam mit der Urne quer durch Finnland fahren. Sie “arbeiten” die verschiedenen Stationen im Leben von Großvater Jalmari ab. Und das sind nicht wenige. Allein über 50 mal ist er in seinem Leben umgezogen. Nicht immer hat er sein Zu Hause so ganz freiwillig und mit Freude verlassen. Ein bewegtes Leben hat er geführt, der gute Jalmari . Das sich hier immer wieder sehr skurrile Situationen ergeben, scheint vorprogrammiert zu sein. Ich muss gestehen, oft waren mir die Situationen ein wenig zu überzogen, aber im Großen und ganzen ist es dann doch alles wieder stimmig miteinander verbunden :-) Der Schreibstil hat mir gut gefallen und dieses Buch fiel diesmal ganz eindeutig aus meinen normalen Lesegewohnheiten. Ich bin froh, diesen Blick über den Tellerrand gewagt zu haben. Es macht einfach immer wieder Spaß sich auf andere Bücher einzulassen. Dieses Buch wird bestimmt nicht mein Jahreshighlight, aber ich bin durchaus froh mich mit Teemu und Janne und vor allem mit Jalmari gemeinsam auf die Reise begeben zu haben :-)

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Nicht schlecht!

Von: Marina Kliese aus Immendingen

15.10.2014

Ein humorvoller und scharfsinniger Roman über geplatzte Illusionen, über das Älterwerden und darüber, wie unterschiedlich Menschen sein können, selbst, wenn sie dieselben Eltern haben. Das Buch ist leicht zu lesen, da es in " Ich"- Form von einem der Brüder geschrieben wird. Es handelt sich um eine Pilgerfahrt mit einer Urne. Stellenweise war es komisch und lustig, aber mir hat die Spannung gefällt. Und zum Schluss wird alles irgendwie platt gemacht. Und hier möchte ich ein paar Zitate aus dem Buch nehmen: " Arbeitstage müssen so gestaltet sein, dass sie einen Anfang und ein Ende haben - das gibt einem im Alltag das Gefühl, dass es vorwärtsgeht." " Und dann sind da die Menschen , von denen man nicht weiß, ob man sich an sie erinnern möchte, aber man kann sie auch nicht vergessen...." Dazu kommen noch Männergedanken: "..aus irgendeinem Grund ertränken sich Frauen selten im Hafenbecken, fallen nicht vom Balkon, ersticken nicht in ihrem Erbrochenen oder empfinden das Leben als so düster, dass sie morgens nicht aus dem Bett aufstehen mögen."

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Ein unterhaltsamer Road-Trip durch Finnland

Von: Laura Eisbein aus Aschersleben

13.10.2014

Kurz zum Inhalt ohne zu viel zu verraten: Die ungleichen Brüder Janne und Teemu erfüllen den letzten Wunsch ihres verstorbenen Stiefgroßvaters Jalmari. Dabei reisen die beiden Brüder mit der Urne mit Jalmaris Asche quer durch Finnland, wo sie Lebensstationen Jalmaris besuchen. Ziel ist die Nachlassaufstellung in Imatra. Auf ihrer Reise durch Finnland erleben die Brüder eine Vielzahl verrückter Abenteuer...doch es ist auch eine Reise in die Vergangenheit. Aber auch die Nachlassaufstellung entwickelt sich zu einer abenteuerlichen Situation. Konflikte zwischen den Brüder flammen wieder auf. Dabei soll die Ex-Frau von Janne, Elli, eine zentrale Figur spielen. Ausflug mit Urne ist ein unterhaltsames und lustiges Buch mit allerhand Lebensweisheiten und Anekdoten die zum Schmunzeln, aber auch Nachdenken anregen. Leider empfand ich den Spannungsbogen im Buch als eine kleine Achterbahnfahrt. Mitunter kann man nicht aufhören zu lesen, dann gibt es aber auch wiederrum träge Kapitel die auf der Stelle treten. Manchmal hätte ich mir den Road-Trip durch Finnland noch ein wenig frecher und amüsanter vorgestellt. Hier hätte meiner Ansicht nach das Buch noch ein wenig Potenzial. Dennoch 4 von 5 Sternen.

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Ausflug mit Urne

Von: Katia Zett

13.10.2014

Inhalt: "Teemu und Janne, zwei ungleiche Brüder, machen sich mit der Asche ihres Stiefgroßvaters Jalmari auf den Weg ins ostfinnische Imatra. Dort soll der letzte Wille des Verstorbenen verkündet werden. Teemu, der als Versicherungsmathematiker arbeitet, und Janne, der sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hält, hoffen auf ein üppiges Erbe. Die Reise quer durch Finnland, auf der die Brüder die Lebensstationen Jalmaris abklappern, ist gleichzeitig eine Reise in ihre Vergangenheit. Zwischen den beiden flammen seit Langem schwelende Konflikte wieder auf, doch Schlägereien, schlechter Sex, verrückte Verwandte, bekiffte Tramper und schließlich die Liebe zu einer Frau machen den beiden deutlich, dass sie trotz allem im selben Boot sitzen..." Mein Fazit: Der Roadtrip ist ein bewährtes Mittel in der Literatur, wenn es darum geht, eine konfliktreiche Geschichte zu erzählen. Es gibt Probleme, die gelöst werden wollen. So auch in Roope Lipastis Roman. Das ist nicht neu, aber trotzdem gut, denn das Thema (um nicht zu sagen Topos) wurde bereits unzählige Male in Literatur & Film behandelt, sogar im Hindi - Film "Chennai Express " (2013). Der finnische Trip ist einerseits eine Reise in die Vergangenheit, andererseits ein Wegweiser in die Zukunft; etwas Sitzfleisch sollte man als Leser allerdings schon mitbringen. Lipasti überzeugt mit finnisch - trockenem Humor und einer spannenden Familiengeschichte, die bei allen ups & downs immer lesenswert bleibt.

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Viel zu lesen, wenig Inhalt...

Von: Julian Raber aus Leinfelden-Echterdingen

23.09.2014

Zu erst einmal möchte ich die positiven Dinge des Buches nennen: Zum einen wäre das der Schreibstil, diesen finde ich an sich ganz gelungen, denn das Buch lässt sich gut lesen. Mit Ausnahme von finnischen Namen lässt sich der Text super lesen. Außerdem finde ich, dass es viele sehr amüsante Stellen gibt in diesem Buch. Vor allem kann man aber auch tolle Lebensweisheiten dem Buch entnehmen, also wer auf gute Zitate steht: Hier findet man welche! Was ich noch loben möchte ist, das sehr schöne Ende, nicht nur, dass ich zum Ende hin das Lesen als immer entspannter empfand, auch der Inhalt gefiel mir zum Ende hin besser. Wobei wir schon bei den negativen Dingen wären: Und zwar war das der erste Teil des Buches, ich fand das oftmals einfach 10 Seiten lang nur auf der Stelle getreten wurde und nichts passiert ist. Es wurden viele Informationen und Geschichten beschrieben aus der Vergangenheit, die man hätte von fünf auf eine Seite beschränken können. Diese Tatsachen machen das Buch für mich sehr langatmig und an vielen Stellen auch langweilig. Ich bin der Meinung, den Inhalt auf 100-150 Seiten zu bringen wäre hier wesentlich angebrachter. Nichts desto trotz hat dieses Buch natürlich auch seine guten Phasen, es fällt nur manchmal schwer diese zwischen dem ganzen Drumherum zu finden. Daher gibt es von mir drei Sterne mit Tendenz zum vierten Stern.

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Die Brüder Teemu und Janne machen sich mit einer Urne auf den Weg. In der Urne befindet sich die Asche von Jalmari, dem 2. Mann ihrer Großmutter. Da Jalmari keine Kinder hat, wollen sie die Asche ins Meer zu streuen und anschließend zur Testamentseröffnung. Jalmari hatte immer viel Geld bei sich und die Brüder rechnen mit viel Geld, das sie erben können. Bis sie sich jedoch mit dem Nachlassverwalter treffen, haben sie noch ein paar Tage Zeit. Die wollen sie damit verbringen, indem sie sich einige Orte ansehen wollen, wo Jalmari irgendwann einmal gewohnt hatte. Er soll an die 50 x umgezogen sein, aber die sind natürlich nicht zu schaffen, so dass sie sich auf ein paar konzentrieren, die auf ihrem Weg liegen. Die beiden Brüder waren sich ein paar Jahre lang fremd, hatten wenig bis keinen Kontakt. Ihre Mutter lebt nicht mehr, die immer zwischen ihnen geschlichtet hat. Diese Fahrt unternehmen sie nun nach langer Zeit gemeinsam. Sie lernen sich neu kennen, erfahren Dinge über den anderen, der ihnen fremd geworden war. Es ist aber auch eine Fahrt in die Vergangenheit, in die immer wieder eingetaucht wird. Obwohl die Brüder die gleichen Eltern haben, sind sie so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Teemu, der 2 Jahre ältere, war ruhig und somit das genaue Gegenteil von Janne, der auch von seiner Mutter immer beschwichtigt werden musste, weil niemand den Nerv hatte, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Jeder der beiden sah die Geschehnisse aus einem anderen Blickwinkel. Vieles wird beleuchtet und heute aus einer anderen Sicht gesehen. Janne ist auch heute noch der lebenslustige Typ, der mit der Damenwelt gut kann. Er war 10 Jahre verheiratet, die Ehe wurde geschieden. Konflikte waren vorprogrammiert, denn auch Teemu begehrte Elli, Jannes Frau. Es ist eine Reise, in der vergangenes aufgearbeitet wird. Die Brüder lernen sich neu kennen. Das Ende ist absolut nicht vorhersehbar. Welche absonderlichen Wege der Autor zum Ende hin noch gegangen ist, um es noch einmal richtig spannend zu machen, ist genial. Ein wenig zu kämpfen hatte ich jedoch mit dem Schreibstil des Autoren. Wenn man sich die Geschichte wie eine gerade Linie vorstellt, so ist er während seines Romans ständig vom Wege abgekommen und verästelte sich nach rechts und links. Die Ausflüge in die Vergangenheit oder Gedanken wurden nicht in einem separaten Kapitel geschrieben, sondern rutschten immer mit in den Lesefluss hinein. Das hat mich persönlich ein wenig gestört, so dass ich hier auch ein Pfötchen abziehe. Es ist ein Buch über zwei total verschiedene Brüder, die sich nach langer Trennung wieder neu kennenlernen und ein Tripp in die Vergangenheit.

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