Leserstimmen zu
Sturm über Rosefield Hall

Julie Leuze

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Die Inhaltsangabe des Verlages zu "Sturm über Rosefield Hall" von Autorin Julie Leuze wird dem Buch nicht ganz gerecht, doch mir sind auch keine passendere Worte eingefallen, die nicht schon zu viel von der Handlung verraten. "Sturm über Rosefield Hall" ist sicherlich eine eher leichte Lektüre, widmet sich jedoch auch sehr ernsten Themen, die mich teilweise überrascht haben und die sehr realistisch geschildert werden. Der historische Bezug dient hier eindeutig nicht nur als romantische Kulisse, sondern auch als inhaltlicher Schwerpunkt. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Position der Frau in der englischen Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Kampf um das Frauenwahlrecht. Vom Setting her fühlte ich mich manchmal ein wenig an die Serie "Downton Abbey" erinnert, aber das soll gar nicht negativ gemeint sein. Sehr gut gefallen haben mir die Figuren die Autorin Julie Leuze hier geschaffen hat. Ruby ist eine sehr starke Persönlichkeit und auch Cyril und seine Familie können überzeugen. Erzählt wird die Geschichte hier aus unterschiedlichen Perspektiven, was einen sehr guten Einblick in die unterschiedlichen Motivationen und Beweggründe der Figuren gibt. Die Kapitel sind dabei in einer guten Länge gehalten, so dass man zwar immer einiges erfährt, aber auch schnell wieder zu den anderen Protagonisten zurück kehrt. Bei einem doch recht dünnen Buch hätte ich nicht erwartet, doch recht viel vom Inhalt für mich mitnehmen zu können, was ich daher auch sehr positiv finde. Dennoch ist die Handlung in einigen Abschnitten recht stereotyp gehalten, was dann doch dazu beiträgt, dass ich hier nicht die volle Punktzahl gebe. Empfehlen kann ich "Sturm über Rosefield Hall" aber an alle Leser, die sich für diese Epoche und das Thema Frauenwahlrecht interessieren.

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Inhalt Die 18-jährige wohlbehütete und so wie es sich im Jahre 1913 für eine Frau gehört gehorsame Ruby, wächst auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Zum ersten Mal in ihrem Leben verliebt sich Ruby: in den attraktiven Cyril Brown, der aus London angereist ist, um den Sommer auf Tamary Court zu verbringen. Beide fühlen sich zueinander angezogen, doch Rubys Eltern, Lord und Lady Compton, sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen Mann. Außerdem scheint Cyril ein gefährliches Geheimnis zu haben und zieht sich immer mehr von Ruby zurück. Und schon bald ziehen dunkle Wolken über Rosefield Hall auf und Ruby muss sich entscheiden... Meinung Bevor ich zum Inhalt des Buches komme, muss ich sagen, ich liebe dieses Cover! Dieses Gebäude mit den dunklen Wolken darüber repräsentieren perfekt das Buch. So habe ich mir die ganze Zeit Rosefield Hall vorgestellt. Und auch die Blüten in der oberen rechten Ecke sehen schön aus. Außerdem steht der Titel hervor, so dass man darüber streichen kann, Solche Details gefallen mir ja immer gut! Der Klappentext wird diesem Buch nicht gerecht, doch anders hätte man ihn wohl auch nicht gestalten können ohne zu viel zu verraten. Mich hat er ehrlich gesagt auch etwas fehlgeleitet. Ich habe nicht so ernsthafte Themen erwartet, war dennoch sehr positiv überrascht. Ein Schwerpunkt des Buches handelt von (ohne zu viel zu verraten) Vergewaltigungen an Frauen. Der wahre Hintergrund von diesem Schwerpunkt wird im Anhang erläutert. Auch wenn ich eigentlich kaum den Anhang von einem Buch lese, so musste ich es bei diesem tun. Mein Rat an alle die dieses Buch noch lesen wollen: lest es auch! Was da steht ist erschreckend und ernüchternd zugleich. Eine Schande eigentlich, dass ich all die Jahre nichts darüber im Geschichtsunterricht gehört habe. Umso mehr empfinde ich dieses Buch als eine Bereicherung für mich. Überrascht hat mich auch, dass sich die Hauptpersonen in den Kapiteln immer mal wieder wechseln. So viele Schicksale werden dadurch in einem Buch erzählt. Trotz der verschiedenen Charakteren war ich Ruby am nächsten und letztendlich hat ihre Geschichte den Schwerpunkt. Ruby ist von Anfang an eine starke Protagonistin, die nur erkennen musste wo ihr Platz in der Welt ist. Sie ist stur, hartnäckig und auch mitfühlend. Sie möchte unbedingt etwas verändern - Ruby ist eine Kämpferin. Cyril dagegen fand ich etwas farblos. Für mich ist er beliebig austauschbar, weil ich ihn nicht wirklich nachfühlen konnte. Ansonsten empfinde ich noch den Charakter Edward als sehr gelungen. Fazit Ein bewegendes und berührendes Buch über die schwierige Zeit vor und auch während des ersten Weltkrieges. Von mir bekommt dieses Buch eine klare Empfehlung! Lest dieses Buch und erfährt was die Farben Weiß, Grün und Violett für eine Bedeutung haben.

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Klappentext Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ... Über die Autorin Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Auswanderersagas und Frauenromanen. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart. Meine Meinung Story In diesen Roman hat die Autorin wahnsinnig viele Themen angesprochen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine wichtige und prägende Rolle gespielt haben. Dazu gehören die Standesunterschiede, und wie schlecht es doch der Unterschicht alleine in England ging. Bis hin zu den Anfängen der Suffragetten Bewegung, zu der Alice und ihre Mutter Gwendolen, ja selbst Cyril gehören. Die Suffragetten setzten sich für die Gleichstellung und das Wahlrecht der Frauen ein und griffen dabei zu harten Methoden , die sie letztendlich ins Gefängnis brachten, wo sie unter schrecklichen Umständen leben mussten und sogar zwangsernährt wurden. Zudem hat die Autorin auch die Homosexualität mit in den Roman eingebaut, denn zwischen Cyrils Schwester Alice und dem Dienstmädchen und guter Freundin Florence entsteht eine wunderschöne Liebesbeziehung, auch wenn dieses Thema damals ein absolutes Tabu war. Aber auch die Liebesgeschichte kommt hier nicht zu kurz, denn Ruby die Protagonistin, hat sich in den charismatischen Cyril verliebt, was deren Eltern überhaupt nicht passt, denn Ruby soll nicht unter ihrem Stande heiraten. Doch da dieses ein Roman ist, in denen Frauen für ihre Rechte kämpfen, kämpft natürlich auch Ruby um ihr Glück. Julie Leuze weist wirklich großes Geschick auf, all diese Themen in ein Buch mit knapp 350 Seiten zu packen. Doch es ist ihr wirklich gut gelungen. Die Story ist wirklich kompakt und abwechslungsreich und ich kann sie weiterempfehlen. Schreibstil Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind kurz gehalten und werden im Wechsel von den verschiedenen Hauptcharakteren geschildert, bei denen es um Ruby, Florence, Alice und Alice Mutter Gwendolen handelt. So hat man als Leser einen Einblick in die Gedanken der jeweiligen Person und kann sich viel besser in sie hinein versetzen. Die Story wird dadurch von allen Blickwinkeln durchleuchtet. Charaktere Das Buch hat fünf Hauptcharaktere, die ich eigentlich alle sehr mochte und die mir sehr sympatisch waren. Besonders Ruby fand ich ganz toll. Sie ist eine Fremde in ihrer eigenen Familie und merkt sehr früh das sie nicht die Ansichten ihrer Eltern teilt, und einen besseren Weg einschlagen möchte, was bedeutet sich von ihrer Familie zu distanzieren. Aber auch die anderen Charaktere wie Florence, die von einem normalen Dienstmädchen zu Rubys Freundin und Seelentrösterin wird und sich gegen die Zwänge der Gesellschaft stellt und sich in die liebenswürdige und zarte Alice verliebt. Selbst Gwendolen, Alice und Cyrils Mutter, wurde mir sympatisch, nach dem ich erfahren habe, was sie durchlebt hat. Cyril kommt natürlich bei all den starken, weiblichen Protas etwas zu kurz. War mir aber nichtsdestotrotz sehr sympathisch. Mein Fazit Ein wirklich schöner und informativer Roman von den Anfängen der Frauenbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Autorin hat es wirklich geschafft in knappen 350 Seiten eine tolle Story entstehen zu lassen, die mich als Leser begeistern konnte. Ich vergebe hier volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung.

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Als Tochter von Lord und Lady Compton, müsste die 18jährige Ruby schon bald standesgemäß verheiratet werden. Die von ihrem Vater ausgesuchten Lords sagen Ruby jedoch so ganz und gar nicht zu. Auf einem ihrer täglichen Ausritte – bei denen sie unerlaubterweise die Grenzen des elterlichen Landsitzes verlässt – scheut ihr Pferd und Ruby wird abgeworfen. Auf der Suche nach ihrem Pferd trifft sie im Wald einen jungen Mann: Cyril. Cyril stammt aus London, lebt aber zu Zeit mit seiner Schwester Alice auf dem nahegelegenen Tamary Court. Aufgrund eines Traumas benötigt Alice einen ruhigen Platz, fernab von London, um ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten zu können. Ruby fühlt sich zu Hause wie in einem goldenen Käfig. Frauen haben nichts anderes als höflich, nett und vorzeigbar zu sein, dürfen jedoch keine eigene Meinung haben und schon gar nicht über ihr Leben bzw. ihren Ehepartner selbst bestimmen. Ihr Bruder Basil steigert sich in seine eugenische Weltanschauung hinein, ihr Lieblingsbruder Edward wurde vom Vater nach Gambia geschickt um dort die Erdnuss-Plantage zu bewirtschaften und ihre Eltern haben nicht sehr viel übrig für Ruby mit ihren merkwürdigen Ansichten. So interessiert sich Ruby beispielsweise für das Wohlergehen ihrer Bediensteten. Was ihre Eltern von solch einer Verfehlung halten, dürfte klar sein. In Cyril findet sie einen andersdenkenden jungen Mann, mit dem sie stundenlang diskutieren kann und beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen. Als wohlhabender aber nicht adliger Kaufmann, findet Cyril jedoch keine Gnade vor den Augen von Rubys Eltern. Diese lehnen eine Verbindung zwischen Ruby und Cyril strikt ab. Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich von ihren Eltern verbieten lassen würde, dass sie sich weiterhin mit Cyril trifft. Sie lernt seine Schwester Alice und auch ihre Mutter Gwendolen kennen und erfährt nach und nach welchen Zielen diese sich verschrieben haben. Wird Ruby sich ihnen und ihrem Kampf anschließen? „Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein historischer Roman, Anfang des 20. Jahrhunderts, der sich gleich mit mehreren Themen befasst. So erfährt der Leser vom Kampf der Suffragetten, die mit Aktionen wie Hungerstreik, Störung offizieller Veranstaltungen, Brandanschlägen etc. massiv für das Frauenwahlrecht eintraten. Rubys Bruder Basil hat sich ganz und gar der Eugenik verschrieben. Unter Eugenik wird die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen verstanden. Mir war überhaupt nicht bekannt, dass Eugenik schon vor der Zeit des Nationalsozialismus betrieben wurde. Auch das Thema Rassismus wird in „Sturm über Rosefield Hall“ kurz gestreift, denn Edward, Rubys Lieblingsbruder, bewirtschaftet in Gambia die in Familienbesitz befindliche Erdnuss-Plantage. Zu seinem Besuch auf Rosefield Hall wird er von 2 seiner afrikanischen Plantagenarbeitern begleitet. Das Buch wird aus der Perspektive mehrerer Personen geschildert, jedoch in Form eines Erzählers und nicht aus der Ich-Form. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken der einzelnen Protagonisten. Florence, das Hausmädchen, erzählt aus ihrer Sicht das Leben auf Rosefield Hall und wie gerne sie mit Ruby befreundet wäre, statt nur ihre Bedienstete zu sein. Gerade diesen Perspektivwechsel finde ich sehr gelungen. Die Erzählung aus Sicht der Bediensteten im Gegensatz zur Sicht der Herrschaften. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich Bücher liebe in denen Wissen vermittelt wird. Geschichtsunterricht fand ich nie wirklich interessant und wenn ich dann in historischen Romanen etwas aus der Geschichte lernen kann, finde ich das toll. Im Nachwort verweist Julie Leuze auf einige Aspekte ihrer Recherchearbeit und die wirklichen Hintergründe der Charaktere. Einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte und die einzelnen Themen mehr Auswirkungen auf die Personen gehabt hätte. Bei einem Streit zwischen Ruby und ihren Eltern hätten gerne die Fetzen fliegen dürfen, das hätte die Geschichte gut vertragen.

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Als Tochter von Lord und Lady Compton, müsste die 18jährige Ruby schon bald standesgemäß verheiratet werden. Die von ihrem Vater ausgesuchten Lords sagen Ruby jedoch so ganz und gar nicht zu. Auf einem ihrer täglichen Ausritte – bei denen sie unerlaubterweise die Grenzen des elterlichen Landsitzes verlässt – scheut ihr Pferd und Ruby wird abgeworfen. Auf der Suche nach ihrem Pferd trifft sie im Wald einen jungen Mann: Cyril. Cyril stammt aus London, lebt aber zu Zeit mit seiner Schwester Alice auf dem nahegelegenen Tamary Court. Aufgrund eines Traumas benötigt Alice einen ruhigen Platz, fernab von London, um ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten zu können. Ruby fühlt sich zu Hause wie in einem goldenen Käfig. Frauen haben nichts anderes als höflich, nett und vorzeigbar zu sein, dürfen jedoch keine eigene Meinung haben und schon gar nicht über ihr Leben bzw. ihren Ehepartner selbst bestimmen. Ihr Bruder Basil steigert sich in seine eugenische Weltanschauung hinein, ihr Lieblingsbruder Edward wurde vom Vater nach Gambia geschickt um dort die Erdnuss-Plantage zu bewirtschaften und ihre Eltern haben nicht sehr viel übrig für Ruby mit ihren merkwürdigen Ansichten. So interessiert sich Ruby beispielsweise für das Wohlergehen ihrer Bediensteten. Was ihre Eltern von solch einer Verfehlung halten, dürfte klar sein. In Cyril findet sie einen andersdenkenden jungen Mann, mit dem sie stundenlang diskutieren kann und beide fühlen sich schnell zueinander hingezogen. Als wohlhabender aber nicht adliger Kaufmann, findet Cyril jedoch keine Gnade vor den Augen von Rubys Eltern. Diese lehnen eine Verbindung zwischen Ruby und Cyril strikt ab. Ruby wäre nicht Ruby, wenn sie sich von ihren Eltern verbieten lassen würde, dass sie sich weiterhin mit Cyril trifft. Sie lernt seine Schwester Alice und auch ihre Mutter Gwendolen kennen und erfährt nach und nach welchen Zielen diese sich verschrieben haben. Wird Ruby sich ihnen und ihrem Kampf anschließen? „Sturm über Rosefield Hall“ von Julie Leuze ist ein historischer Roman, Anfang des 20. Jahrhunderts, der sich gleich mit mehreren Themen befasst. So erfährt der Leser vom Kampf der Suffragetten, die mit Aktionen wie Hungerstreik, Störung offizieller Veranstaltungen, Brandanschlägen etc. massiv für das Frauenwahlrecht eintraten. Rubys Bruder Basil hat sich ganz und gar der Eugenik verschrieben. Unter Eugenik wird die Lehre von der Verbesserung des biologischen Erbgutes des Menschen verstanden. Mir war überhaupt nicht bekannt, dass Eugenik schon vor der Zeit des Nationalsozialismus betrieben wurde. Auch das Thema Rassismus wird in „Sturm über Rosefield Hall“ kurz gestreift, denn Edward, Rubys Lieblingsbruder, bewirtschaftet in Gambia die in Familienbesitz befindliche Erdnuss-Plantage. Zu seinem Besuch auf Rosefield Hall wird er von 2 seiner afrikanischen Plantagenarbeitern begleitet. Das Buch wird aus der Perspektive mehrerer Personen geschildert, jedoch in Form eines Erzählers und nicht aus der Ich-Form. So bekommt der Leser Einblick in die Gedanken der einzelnen Protagonisten. Florence, das Hausmädchen, erzählt aus ihrer Sicht das Leben auf Rosefield Hall und wie gerne sie mit Ruby befreundet wäre, statt nur ihre Bedienstete zu sein. Gerade diesen Perspektivwechsel finde ich sehr gelungen. Die Erzählung aus Sicht der Bediensteten im Gegensatz zur Sicht der Herrschaften. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich Bücher liebe in denen Wissen vermittelt wird. Geschichtsunterricht fand ich nie wirklich interessant und wenn ich dann in historischen Romanen etwas aus der Geschichte lernen kann, finde ich das toll. Im Nachwort verweist Julie Leuze auf einige Aspekte ihrer Recherchearbeit und die wirklichen Hintergründe der Charaktere. Einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir mehr Ecken und Kanten gewünscht hätte und die einzelnen Themen mehr Auswirkungen auf die Personen gehabt hätte. Bei einem Streit zwischen Ruby und ihren Eltern hätten gerne die Fetzen fliegen dürfen, das hätte die Geschichte gut vertragen.

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Grafschaft Devon 1913: Ruby, die 18-jährige Tochter von Lord und Lady Compton, wächst sehr behütet auf dem elterlichen Herrensitz Rosefield Hall auf. Als der attraktive Cyril Brown aus London anreist, um den Sommer auf dem nahen Tamary Court zu verbringen, fühlen die beiden sich auf Anhieb zueinander hingezogen – und Ruby verliebt sich zum ersten Mal in ihrem Leben. Doch Rubys Eltern sind strikt gegen eine Verbindung mit dem nicht adeligen jungen Mann. Außerdem scheint Cyril ein Geheimnis vor Ruby zu verbergen. Cyril stellt Rubys Leben auf den Kopf, doch plötzlich wendet er sich von ihr ab. Und dann ziehen dunkle Wolken am Horizont auf ... Meine Meinung: Julie Leuze hat einen wunderbaren historischen Roman über Vorurteile, Standesdünkel, Freundschaft und Liebe geschrieben, der zum Nachdenken anregt und aus dem man noch etwas lernen kann. Sie erschafft mit ihrer Geschichte eine wunderbare Atmosphäre, der man sich einfach nicht entziehen kann. Ich liebe den Schreibstil - angenehm locker und flüssig, sodass die Seiten nur so dahinfliegen und man sich viel zu schnell dem Ende nähert. Den Perspektivenwechsel finde ich sehr gelungen. Somit kann man sich wunderbar in die verschiedenen Personen hineinversetzen und versteht die Gedanken und Gefühle noch besser. Die Handlung bleibt durch den Perspektivenwechsel durchgehend spannend und es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Von mir aus hätte das Buch noch ewig so weitergehen können! Die Charaktere sind toll gestaltet. Ruby ist mir von Anfang an ans Herz gewachsen. Sie ist ein so wunderbarer Charakter. Das hat es mir sehr leicht gemacht, mit ihr mitzufühlen und mitzufiebern! Das Kennenlernen von Ruby und Cyril fand ich sehr schön zu lesen. Aber es gibt auch Charaktere, die den negativen Gegenpol bilden, die nicht so sympathisch sind, wie zum Beispiel Basil und Rubys Eltern. Fazit: Es ist absolut spannend, den Geheimnissen auf den Grund zu gehen. Es regt zum miträtseln und nachdenken an und man bekommt einfach nicht genug von dem Buch! Wunderschöner, historischer Roman! Unbedingt Lesen, es lohnt sich!

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Dies war mein erster Roman der Autorin, wird aber wohl nicht der Letzte gewesen sein. In diesem Fall griff ich zum Buch, weil mich die Zeit ab 1913 einfach wahnsinnig interessiert und mich Klappentext und Cover direkt ansprachen. Im Buch geht es um die 18 jährige Ruby, Tochter von Lord und Lady Compton. Bis zum Sommer 1913 wuchs sie überaus behütet auf und konnte ihre Freiheiten als Wildfang mit eigenem Kopf ausleben. Doch dann trifft sie auf den charismatischen Cyril und nichts ist mehr wie es war, denn sie verliebt sich Hals über Kopf in den jungen Mann. Wird ihre Liebe eine Chance haben? Frau Leuze macht es einem als Leser leicht in die Geschichte zu finden, denn ihr Schreibstil verzaubert auf Anhieb. Ihr gelingt es hervorragend dem Leser die damalige Zeit bildlich vor Augen zu führen und somit eine kleine Zeitreise unternehmen zu können. Die Handlung wird uns durch einen beobachtenden Erzähler näher gebracht. Mit diesem begleiten wir sowohl Ruby als auch Alice und Florence. Durch die unterschiedlichen Perspektiven kam zusätzlich Spannung auf. Das Buch lebt vor allem durch die sehr präsenten und durchsetzungsstarken Charaktere, allen voran Ruby. Ich mag es, wenn vor allem weibliche Protagonisten ihrer Zeit voraus sind. Ruby ist als Akteurin einfach die beste Freundin, die man sich wünscht. Sie hat mich ein ums andere Mal an Sybil Crawley aus der TV-Serie Downton Abbey erinnert. Der historische Roman liest sich vor allem aufgrund seiner recht kurzen Kapitel unheimlich schnell weg und man versinkt förmlich in der Handlung. Fazit: Wer die perfekte Sommerlektüre noch nicht gefunden hat, der sollte zu diesem Buch greifen. Überaus lesenswert!

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Rosefield Hall 1913: Die 18-jährige Ruby ist die Tochter von Lord und Lady Compton und soll möglichst bald standesgemäß verheiratet werden. Ruby hat darauf allerdings gar keine Lust. Sie freut sich sehr, dass ihr langvermisster Bruder Edward aus Afrika zu Besuch kommt. Endlich ist wieder jemand da, der sie so liebt wie sie ist. Bei einem Sturz vom Pferd lernt Ruby dann den geheimnisvollen und gutaussehenden Fremden Cyril Brown kennen. Verbotener Weise treffen sich die beiden immer wieder und es knistert gewaltig zwischen ihnen. Doch diese Verbindung hat keine Zukunft, da Ruby einen Adeligen heiraten muss. Auch Cyril hat das begriffen und löst ihre Verbindung. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er Ruby nicht heiraten kann. Ruby ist es leid in einem goldenen Käfig zu leben und beschließt daraus auszubrechen und was verschweigt Cyrils ihr? Der Anfang des 20. Jahrhunderts ist bei historischen Romanen ja eigentlich nicht meine Zeit. Das Cover hat mich allerdings so in seinem Bann geschlagen, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte. Zu Beginn handelt es sich um eine typische Liebesgeschichte. Eine höhere Tochter verliebt sich in einen nicht standesgemäßen Mann und stellt sich gegen ihre Eltern. Doch im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Themen dazu. Edward, Rubys Bruder erzählt von Afrika und den Zuständen auf der Erdnussfarm. Auch der vorherrschenden Rassismus und Eugenik werden bei seinem Heimatbesuch auf Rosefield Hall ausführlich besprochen. Ruby und auch ihre Bedienstete Florence werden mit dem Feminismus konfrontiert. Die Suffragetten kämpfen im frühen 20. Jahrhundert um das Frauenwahlrecht und dabei war ihnen jedes Mittel recht. Sehr klischeehaft fand ich auch, dass bei den Feministen sofort auch die Homosexualität eine große Rolle spielt. Bei diesen starken und aufrüttelnden Themen kam mir die eigentliche Liebesgeschichte allerdings zu kurz. Die Charaktere sind stark gezeichnet und entwickeln sich während der Geschichte stetig weiter. Ruby und Florence werden von der stillen Tochter und der unterwürfigen Bediensteten zu starken junge Frauen, die für ihr Recht kämpfen. Jedes Kapitel ist aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben, so dass hier alle Seiten beleuchtet werden. Ich fand es beeindruckend, wie die Frauen zu dieser Zeit für ihr Recht kämpften. Schnell lesen ließ sich das Buch jedoch nicht. Die immer wieder angeführten politischen Inhalte, die auch teilweise in Rückblenden erzählt wurden bremsten meinen Lesefluss und durch die vielen Themen gab es keinen wirklichen Spannungsbogen. Fazit: Eine aufwühlende Geschichte über Standesunterschiede, Rassismus, Homosexualität und Feminismus, die Liebegeschichte kommt dabei leider zu kurz. Eine Leseempfehlung für alle, die mehr über die Rolle der Frau am Anfang des 20. Jahrhunderts erfahren möchten. 3,5 von 5 Sternen.

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