Leserstimmen zu
Altes Land

Dörte Hansen

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Hardcover
€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

In ihrem Roman „Altes Land“ erzählt Dörte Hansen von Flüchtlingen die 1945 Ostpreußen verlassen mussten. Im Mittelpunkt steht Vera, damals gerade 5 Jahre alt. Sie muss mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke aus Ostpreußen fliehen. Unterschlupf finden sie bei Ida Eckhoff in der Knechtekammer. Damit gibt sich Hildegard aber nicht zufrieden. Sie heiratet den Sohn und verdrängt Ida aus dem Haus. Doch bald wird Vera von ihrer Mutter verlassen. Die Mutter zieht mit neuem Mann und neuem Kind nach Hamburg. Vera bleibt mit ihrem Stiefvater, der von Krieg psychisch krank ist und nachts schreit und weint zurück. Vera bleibt bei dem alten Mann bis zu seinem Tod, danach lebt sie alleine weiter in dem Haus. Richtig angekommen ist sie aber nie. Vera kommt mir mehr vor wie eine heimatlose. Zu Menschen hat sie auch nicht viel Kontakt, ich denke sie hat Angst sie könnte sie wieder verlieren. Erst als ihre Nichte mit Kind aus Hamburg bei ihr Unterschlupf suchen lebt Vera etwas auf. Dörte Hansen hat ihre Charaktere gut in Szene gesetzt, sie leben richtig. Hildegard kommt sehr gefühlskalt daher aber ich denke sie hat die Flucht nie verwunden. Vera hat sich in ihr Schicksal gefügt, hat aber nie eine Heimat gefunden. „Altes Land“ ist aber kein trauriges Buch, ganz im Gegenteil, ich musste oft schmunzeln. Sei es über die wortkargen Dorfbewohner oder die Städter die es aufs Land verschlagen hat. Auch die eingestreuten plattdeutschen Sätze machen das Buch authentisch und lebendig. „Altes Land“ bekommt von mir 4 Sterne, es ist nicht einfach ein Roman, für mich ist es ein literarisches Werk, dass Spaß macht zu lesen.

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Liebevoller, frecher & einfühlsamer Generationenroman!

Von: Naibenak aus Pinneberg

19.03.2019

Die polnische Flüchtlingstochter Vera landet im Zweiten Weltkrieg mit ihrer Mutter im Alten Land und wird dort sesshaft. Mit ihrem Stiefvater und Kriegsveteran Karl lebt sie noch lange Zeit in einem großen, Altländischen Reetdachhaus inmitten von Kirschbaumplantagen. Später lebt sie dort allein. Anne ist auch ein Spross dieser Familie. Vera ist ihre Tante. Die junge Mutter eines etwa dreijährigen Knirpses lebt in Hamburg-Ottensen und wird vom Lebensgefährten und Vater des Jungen für eine andere verlassen. Sie „flieht“ ins Alte Land zur Tante und will als gelernte Tischlerin das alte Haus in Schuss bringen. Dörte Hansen erzählt mit liebevoller, lockerer, frecher und teils sarkastischer Zunge vom störrisch-eigensinnigen Menschenschlag im Alten Land, von den alternativen Übermuttis in Hamburg-Ottensen, von fürsorglichen Handwerkern in Hamburg-Barmbek und Hamburger Aussteigern, die auf dem Land neu anfangen wollen, aber doch irgendwie nicht aus ihrer Haus können. Dies alles ist unheimlich amüsant zu lesen, besonders, wenn die Autorin überspitzte Klischees zu Tage bringt, die mich ein ums andere Mal haben zustimmend nicken und schmunzeln lassen. Aber ich muss auch zugeben, dass es mir irgendwann ein bisschen viel geworden ist und ich mich dabei ertappt habe, es deshalb ansatzweise nervig zu finden… Zum anderen aber – und das gefällt mir an diesem Roman am besten – kann Dörte Hansen wunderbar und einfühlsam, in sprachlich schönen und ausdrucksstarken Bildern von den Sorgen, Ängsten, Erinnerungen und anderen Gefühlen ihrer Charaktere berichten. Sie werden alle sehr greifbar in ihrer jeweiligen Art, ich kann mich wunderbar in die Personen hineinversetzen, sie verstehen, mit ihnen fühlen… Aber auch sie zum Teufel jagen – oh ja, so jemanden gibt es durchaus auch ;) Und nicht nur die Charaktere beschreibt Hansen auf diese unbeschreibliche Art, auch das Alte Land selbst mit seinen Obstplantagen, Bauernhöfen, reetgedeckten Fachwerkhäusern, Deichen und Tieren wird so sehr lebendig vor meinem inneren Leserauge. Was mich beim Lesen aber manchmal etwas gestört hat, ist Hansens Tempo. Gerade habe ich noch schallend gelacht über die Schrulligkeiten der Altländer und schwupp – finde ich mich im Flüchtlingsstrom im Zweiten Weltkrieg wieder. Eben noch geschmunzelt über die Ottenser Muttis, zack – da baumelt jemand auf dem Dachboden. Da bleibt einem das Lachen regelmäßig im Halse stecken. Das zieht sich in ähnlicher Manier durch das ganze Buch. Ich persönlich hätte an der einen oder anderen Stelle gern noch etwas verweilen mögen. Fazit: Ein spritziger, frecher, liebevoll & einfühlsam erzählter Generationenroman über Mütter und Töchter, über Vergangenheits- und Trauerbewältigung, ein Über-sich-Hinauswachsen und Zur-Ruhe-Kommen. Und noch so viel mehr. Manchmal etwas zu klischeehaft für meinen Geschmack und zu „schnell“ im Verlauf. Aber in jedem Fall berührend und bezaubernd und sehr unterhaltsam. Empfehlenswert!

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Kurzmeinung: Ein großartiges Buch. In wunderschöner Sprache erzählt die Autorin manchmal mit ironischem aber stets liebevollem Blick von Figuren mit Ecken und Kanten. Vom Leben im Alten Land, von Bioäpfeln, Marmeladekochen, aber auch von Krieg und Flucht. Und von Müttern und Töchtern. Absolute Leseempfehlung! Meine Meinung: Die Geschichte und vor allem die großartige Sprache der Autorin konnten mich absolut begeistern. Dörte Hansen findet tolle Bilder für innere Vorgänge und schreibt mit vielen Metaphern. Dennoch ist der Text überhaupt nicht anstrengend zu lesen. Die eingestreuten Sätze auf plattdeutsch haben mir unglaublich gut gefallen und viel zur authentischen Atmosphäre des Buches beigetragen. Mit einem kritischen Blick beschreibt die Autorin manchmal fast bissig, aber immer auch mit einer gewissen Wärme und Zärtlichkeit neurotische Städter, hektische Helikoptereltern, blauäugige Möchtegernbauern und drei Generationen starker Frauen. Dörte Hansen hat ein unglaublich gutes Auge für Beobachtungen und kann diese dann auch noch wunderbar in Worte fassen. Man spürt in jeder Zeile ihre Liebe für diese Geschichte, für die Gegend und die Bewohner, was sie aber nicht davon abhält, auch sehr streng mit ihnen ins Gericht zu gehen. Die Charaktere sind alle toll beschrieben, haben Ecken und Kanten. Und auch die Beziehungen gestalten sich sehr interessant. Die Charaktere sind dynamisch und machen im Laufe des Buches eine Entwicklung durch. Das passiert aber langsam und allmählich und ist steht absolut glaubhaft und nachvollziehbar. Beeindruckt hat mich auch die Fähigkeit der Autorin, durchaus auch tragische Themen zu bearbeiten, etwa die Flucht und die Vertreibung, erfrorene Kinder, die im Krieg gefallenen und die, die zurückkehrten, aber nicht mehr die selben waren, wie vorher. All das fängt die Autorin sehr gut ein und schreibt darüber berührend, aber ohne übertriebene Rührseligkeit. Die Schlichtheit der Worte lässt die Dinge für mich um so ergreifender wirken. Fazit: Altes Land von Dörte Hansen ist einfach ein großartiges Buch und eine absolute Leseempfehlung. Die schöne Sprache, die interessanten Charaktere und der strenge, aber liebevolle Blick auf das Geschehen konnten mich absolut begeistern. Ich freue mich schon sehr auf das neue Buch der Autorin.

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Dörte Hansens Buch ist in gewisser Weise ein Heimatroman, sie stellt ein altes Fachwerkhaus im Alten Land in den Mittelpunkt der Geschichte. Das alte Bauernhaus bietet die Möglichkeit, heimisch zu werden, immer wieder kommen hier Flüchtlingsschicksale an. Erst strandet dort nach dem Zweiten Weltkrieg die ostpreußische Adelige Hildegard von Kamcke mit ihrer Tochter Vera, Hildegard zieht wieder weg und später erbt Vera das Haus. Vera bleibt lange Zeit eine Fremde, die Alteingesessenen gewöhnen sich nur langsam an Neulinge und sie lässt den einst so schönen Hof verloddern. Erben für die es sich lohnen könnte, sind nicht in Sicht. Doch dann erscheint ihre Nichte Anne, sozusagen ein Großstadtflüchtling aus Hamburg, die genug hat von der abgehobenen gediegenen Lebensart der Großstädter und von ihrem sie betrügenden Mann. Anne ergreift ihre Chance vom Landleben, sie renoviert und packt an, der Hof darf nicht verfallen. Auch ihr Sohn Leon gefällt es hier gut, er ist der Enkel, den Vera nie hatte. Bei diesem Roman wird der Blick aufs Landleben auf die Generationenkonflikte gelenkt. Es stellt sich mir in erster Linie die Frage nach Heimat und Verbundenheit. Wann schlägt ein Mensch Wurzeln und fühlt sich heimisch? Vera hat damit ihre Probleme und sie braucht Jahrzehnte, um endlich anzukommen und diese Heimat annehmen zu können. Erst die neue Familie gibt ihr Frieden und Ruhe. Die Autorin nimmt aber auch den gegenwärtigen Hype vom Landleben auf die Schippe. Viele Großstädter ziehen am Wochenende in Scharen aufs Land: Frischluft schnuppern, die Kinder dürfen im Matsch spielen und Bioobst und - Gemüse sind "in", jeder geniesst die Freiheit auf dem Land. Doch nur wenige bleiben und werden hier heimisch. Viele Städter schauen ein wenig mit Verachtung auf die arbeitenden Bauern und wollen alles besser machen. Bio statt konventioneller Landwirtschaft, manche wollen aber auch nur dem Großstadtlärm entfliehen, merken aber dann den Traktorenlärm, der keine Wochentage kennt. Die Menschen im Alten Land sind Bauern, manche etwas knorrig, alle jedoch arbeitssam und sie kleben an ihrer Scholle. Was im Besitz der Familie ist, muss Besitz bleiben. Mir hat schon lange kein Buch mehr so gut gefallen wie "Altes Land". Sprachlich ein absolutes Leseerlebnis mit Humor, Ironie und Plattdeutschem Dialekt. Aber trotz der Situationskomik, kommt Dörte Hansen ihren Figuren gefühlsmäßig sehr nahe. Sie erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus Ostpreußen, die sich im Alten Land angesiedelt haben und doch nie heimisch wurden. Es sind Schicksale, die von einer vergessenen Generation erzählt und doch so den Blick auf heutige Flüchtige freimacht. Wer flieht, kann die Vergangenheit nicht aus seinem Kopf verbannen. Schreckliche Bilder verfolgen, Heimatgefühle ebenfalls. So ergeht es auch Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf dem Obstbauernhof bei Ida Eckhoff landete. Ein wunderbar anrührendes Buch, bei dem beim Lesen bei mir ein Film ablief. Das bewirkt besonders der wunderbare Erzählton mit etwas Humor, aber auch mit Wehmut, dazu die eigenwilligen Figuren, die knorrig, unangepasst handeln und trotz aller Schicksalsschläge nie aufgeben. Mal traurig anrührend, mal ironisch, mal amüsant. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung für dieses Buch, bei dem der Blick auf Generationenkonflikt, Flüchtlingsschicksale und Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln freigegeben wird.

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Mein Lieblingsbuch "Altes Land"

Von: Antje Holzbauer aus Jena

04.03.2018

Liebe Dörte Hansen, vielen herzlichen Dank für das " Alte Land". Auf einer langen Zugfahrt habe ich es gelesen und sofort geliebt. Leider war der Zug viel zu schnell am Ziel. In kleinen Häppchen habe ich dann zu Hause weitergelesen. Seitdem ist es mein Lieblingsbuch '17. An mehrere Freundinnen habe ich es inzwischen verschenkt und selbst schon zum dritten Mal wieder gelesen. Besonders das Thema Flüchtlingstrauma ist so aktuell und betrifft auch einige Personen aus meiner Familie. Das Unausgesprochene bekommt hier eine Stimme. Voller Ungeduld warte ich auf Ihr nächstes Buch, das gerne im gleichen Umfeld handeln darf. Ich bin sehr gespannt! Viele Grüße von Antje Holzbauer

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Meine Meinung: Besonders die skurrilen Figuren in diesem Buch haben es mir angetan. Und davon gibt es jede Menge. Neben den Hauptfiguren Vera und Anne sind da noch der alte Nachbar, ein junger Bauer aus Leidenschaft und ein Städter, der versucht das Landleben zu verstehen. Doch neben den durchaus humorvollen Schilderungen der alttäglichen Vorkommnisse, gibt es durchaus auch ernstere Töne. Das Thema des Flüchtlings, der nie wirklich ankommt und das Gefühl von Heimat nicht kennt, zieht sich durch das Buch. Dabei ist der alte Bauernhof ein Symbol für das Befinden der Bewohner. Ich muss sagen, mir hat das Buch gefallen. Sowohl die Szenen in der Vergangenheit, als auch die in der Gegenwart sind anschaulich geschildert. Auch die modernen Vollwertmuttis bekommen ihr Fett weg. Und am Ende hat man richtig Lust, einmal die Obstgärten im „Alten Land“ zu besuchen. Klare Leseempfehlung mit Insgesamt 5/5 Sternen. Und natürlichen vielen Dank ans Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

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„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert „Altes Land“ von Dörte Hansen „Dit Huus is mien un doch nich mien …“ steht auf dem Balken des Hauses in dem die fünfjährige Vera mit ihrer Mutter – Hildegard von Kamcke – 1945 nach ihrer Flucht aus Ostpreußen Zuflucht findet. Sie sind unwillkommene Flüchtlinge im alten Land und werden so auch von der Hausherrin Ida Eckhoff – Altländer Bäuerin in sechster Generation – behandelt. Nachdem der traumatisierte Sohn von Ida Eckhoff, Karl aus dem Krieg zurückkommt, heiratet Hildegard von Kamcke ihn und wird somit Ida Eckhoffs Schwiegertochter und Herrin des Hofes. „Dit Huus is mien un doch nich mien… Die Inschrift galt für beide. Sie waren ebenbürtig, sie lieferten sich schwere Schlachten in diesem Haus, das Ida nicht hergeben und Hildegard nicht mehr verlassen wollte“. Kurze Zeit nach dem Ida Eckhoff verstorben ist wird Hildegard von einem anderem Mann schwanger und zieht mit ihm nach Hamburg. Dort bekommt sie noch eine Tochter, Marlene. Ihre mittlerweile vierzehnjährige Tochter Vera lässt sie einfach auf dem Hof bei ihrem Ex- Mann zurück. Vera bleibt auf dem Hof, beendet ihre Schule, wird Zahnärztin und kümmert sich viele Jahre um ihrem kranken und später auch dementen Stiefvater Karl. Ein halbes Jahr später nach dem Karl verstorben ist, bittet ihre Nichte Anne (Marlenes Tochter) Asyl für sich und ihren kleinen Sohn Leon. Diese hält es in Hamburg nicht mehr aus, nachdem sie raus bekommen hat, dass ihre Mann schon längere Zeit eine Geliebte hat. Vera nimmt die beiden Flüchtlinge auf. Beide Frauen müssen nun nachdenken, umdenken und sich auf neue Wege einlassen. Fazit Dörte Hansen ist mit “Altes Land” ein wunderbarer Debütroman gelungen. Ihr Erzählstil ist nie langweilig und die Handlungen gut auf den Punkt gebracht. Sehr ausdrucksstark und humorvoll beschreibt sie die einzelnen Protagonisten und lässt diese vor meinem Auge lebendig werden. Kopfkino vom feinsten. Die Autorin hat mich mit ihrem trockenen Humor auch laut lachen lassen, aber in andern Passagen musste ich tief durchatmen, denn sie verschont nicht. Besonders gefallen hat mir auch die immer wiederkehrende plattdeutsche Sprache und der dazugehörige norddeutsche Humor: „Na , wedder Stalingrad tohuus ?“ fragte Hinni dann. Es hatte sich herumgesprochen, dass bei Eckhoffs ziemlich oft die Wände wackelten, aber bei Lührs war es nicht besser. Hinnis Vater war in der Buddel, man wusste nie, in welchem Zustand er nach Hause kam. Am besten war es, wenn er leicht angetüdert war, dann wollte er die Welt umarmen und küsste seine Frau. Aber zwei Köm mehr, und Stalingrad war auch bei Lührs.“ Schön sind auch die Nebenschauplätze, wo Großstädter aufs Korn genommen werden oder die schrullige Landbevölkerung auch ihr Fett weg bekommt. Das Cover ist schlicht gewählt, passt aber wunderbar zur erzählten Geschichte, wunderbar zum Alten Land. Ich kann nur sagen lest dieses Buch. Bei mir sind die Seiten nur so dahin geflogen und ich habe so manches zu Hause liegen lassen, um nicht aus dem Sog des Kopfkinos heraus gerissen zu werden. Ich hoffe Frau Hansen schreibt weiter !!!

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Die Suche der Großstädter nach der ländlichen Idylle im Alten Land trifft auf knorrige Bauern und eine unverwüstliche Zahnärztin. Aus Sicht der verschiedenen Typen und besonders der nach dem 2. Weltkrieg aus Pommern geflohenen, heutigen Ärztin im Ruhestand zeichnet die Autorin mal liebevoll, mal etwas garstig ein klares Bild zum Landleben. So, wie es ist und so, wie manche SUV-Fahrer es erwarten. Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und mich an einigen Stellen sogar gekringelt vor Lachen. Knorrige Altländer, nach Idylle suchende Städter. Eine Enkelin, die samt Kind vor Hamburger Helikoptereltern zu ihrer Tante flüchtet. Journalisten, die das Landleben in vollen Zügen genießen möchten und dabei von einem Fettnäpfchen ins andere treten - ohne es zu merken, versteht sich. Viele Typen und Charaktere durchziehen diesen Roman, es entwickeln sich kurzgeschichtenartig kleine Begebenheiten durch die man die Akteure allmählich immer besser kennenlernt. Manche schätzt man, manche lernt man einzuschätzen. Ein Heimatroman, modern, mit klarer Sprache und Witz. Ohne Schnörkel bringt Dörte Hansen die scharfe Schere zwischen tiefer Verbundenheit zu einem Landstrich versus der Suche nach dem nächsten (Idylle-) Kick auf den Punkt. Herrlich!

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