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S.L. Grey: Under Ground

Under Ground Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-453-43810-1

Erschienen: 14.11.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Anders als erwartet, aber unterhaltsam

Von: Magische Momente Datum : 15.06.2017

www.magischemomentefuermich.blogspot.com

Das Cover wirkt ja schon recht düster und macht defintiv Lust auf mehr. Nicht so schön war, daß durch das matte schwarz jeder Fingerabdruck auf dem Buch sichtbar wurde.
Der Klappentext hatte es mir gleich angetan und ich freute mich auf eine Menge Thrill und Nervenkitzel .
An sich klang alles richtig vielversprechend und verheißungsvoll. Bekommen habe ich jedoch etwas völlig anderes als erwartet.
Der Einstieg gelang mir gleich recht leicht. Auch wenn ich mich erst an die verschiedenen Bewohner des Bunkers gewöhnen musste, so hatte ich keinerlei Probleme damit. Schnell ist offensichtlich, das hier die unterschiedlichsten Charaktere aufeinandertreffen, was für eine Menge Zündstoff sorgt.
Die tödliche Grippewelle führt dazu, das all diese unterschiedlichsten Menschen in diesem Bunker aufeinandertreffen. Nicht leicht, für keinen von Ihnen.
Anziehung sowie abgrundtiefe Abneigung ist sofort spürbar. Und ich dachte nur, das kann ja noch was werden.
Es dauert auch nicht lange und die erste Leiche taucht auf.
Doch die Frage in mir tauchte in mir schnell auf, wer wohl dahintersteckt.
Und die noch viel zentralere Frage, wie sicher ist der Bunker tatsächlich?
Uns wird hier eine Thematik geboten die sofort das pure Grauen entstehen lässt und ein gewaltiges Kopfkino zutage fördert. Man fragt sich automatisch, ob man dieser Krankheit tatsächlich entkommen kann. Aber auch welche neuen Herausforderungen dieser Bunker tatsächlich aufstellt.
Man lernt die verschiedensten Charaktere kennen und ich konnte teilweise kaum glauben, mit wem ich es hier zutun hatte.
Man blickt dabei immer wieder in die Abgründe der menschlichen Seele.
Mit einem Thriller hatte es für mich zunächst überhaupt nichts zutun. Zunächst bekommt man es mit einigen Konflikten zutun und irgendwann hatte ich das Gefühl, ich käme diesen Personen überhaupt nicht näher.
Sie waren für mich teilweise wirklich unergründlich und ich haderte mit mir, wie ich ihnen begegnen sollte.
Das der erste Anschein trügt, findet man relativ schnell heraus.
Nichts ist wie es scheint und plötzlich werden die Karten neu gemischt.
Es geht nicht mehr länger um die tödliche Krankheit da draußen. Es geht nur ums nackte Überleben im Bunker.
Es geht um Leben oder Sterben.
Klaustrophobie, Angst, Wut
Wie weit würdest du gehen um zu überleben?
Entwickelt man tatsächlich eine Eiseskälte um sich allem in den Weg zu stellen oder geht man tatsächlich einfach unter?
Der erste Teil des Buches war dazu da, alles zu ergründen.
Man erfährt die Perspektiven der verschiedensten Bewohner, wodurch man ihnen ein Stück näherkam. Aber nicht völlig. Es gab Momente in ihren Charakterzügen und ihren Leben, da blieben sie mir seltsam blass. Auch konnte ich mich emotional nicht wirklich darauf einlassen.
Waren sie mir sympathisch? Ich weiß nicht. Immer wieder traten neue Erkenntnisse zutage, die mich umdenken ließen.
Meine Gedanken wurdem umhergewirbelt. Ich empfand Zuneigung, Abscheu, Mitgefühl.
Manche Erkenntnisse erschütterten, manche machten traurig und andere wiederum einfach nur wütend.
Doch allmählich gewann das Ganze an Auftrieb und gerade im zweiten Teil des Buches konnte ich gut mitfiebern. Der Nervenkitzel wurde spürbar und ich rätselte immer weiter, wer denn nun der Killer sei.
Die Auflösung des Ganzen kam mir allerdings zu überraschend und ich weiß nicht, ob ich so zufrieden mit dem Ganzen bin.
Um ehrlich zu sein, hatte ich mir etwas mehr erhofft.
Ebenso hätte ich noch die ein oder andere Frage gehabt. Da mir nicht gänzlich alles beantwortet wurde.
Eins jedoch hat das Autorenduo hier geschafft. Durch ihren sehr einnehmenden Schreibstil, war ich im Nu durch. Sie haben es verstanden Spannung aufzubauen, auch wenn es dabei hin und wieder Längen gab. Es war nie vorhersehbar und man konnte auch bei der Entwicklung sehr gut zusehen.
Einige davon haben mir doch etwas zugesetzt und man hat es nicht kommen sehen.
Letztendlich ein Spannungsroman der mich enorm gut unterhalten hat , dessen Ende jeoch zwiespältige Gefühle in mir hervorrief.

Fazit:
Under Ground konnte mich sehr gut unterhalten, ich empfand ihn jedoch nicht unbedingt als Thriller.
Dafür gab es zu wenig Nervenkitzel und auch Thrill.
Er fördert ein Szenario in dem es um alles oder nichts geht.
In dem man herausfinden muss wie weit man gehen würde, um zu überleben.
Interessant, facettenreich und unvorhersehbar.
Und obwohl er die ein oder andere Wendung bereithielt, löste er dennoch in mir zweispältige Gefühle aus.
Wer für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen möchte, sollte das Buch lesen.
Ich hatte es in einem Rutsch durch.

Tolle Ideen, Mittelmäßige Umsetzung

Von: House of Animanga Datum : 19.05.2017

www.houseofanimanga.de

Ich bin mit meinem aktuellen Buch endlich durch. Ein paar Wochen hat es leider gedauert, weil ich während der Prüfungsphase und der Abendschule in letzter Zeit nur Sonntags für 2 Stunden lese. Und ein bisschen bin ich froh, dass ich mit dem Buch durch bin. Versteht mich bitte nicht falsch, das Buch war nicht schlecht. Aber es war auch nicht gut und ich hatte mir unter der Storybeschreibung etwas gänzlich anderes vorgestellt, als das, was ich im Enteffekt bekam. Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich bei Random House und Heyne für das zur Verfügung stellen des Buches.

Ein tödliches Grippevirus verteilt sich über die Erde. Es fing in Asien an und auch in Amerika waren die ersten Menschen daran erkrankt. Dies ist der Startschuss für einige Menschen, in einen Bunker unter der Erde zu verschwinden, weit Abseits der Zivilisation. Es handelt sich hierbei um einen abgeschotteten Luxusbunker und die Bewohner dachten, dass sie dort in Sicherheit sind. Vor dem Virus sind sie dort unten auch sicher, es warten hier unten aber andere Gefahren. Die Menschen hier drin.

Ich bin auf das Buch zum ersten Mal vor ein paar Wochen aufmerksam geworden, als ich nach Büchern geschaut habe, in dem es um Viren oder eine Epidemie ging. In dem Buch geht es zwar darum, jedoch bekommt man dies gar nicht wirklich mit. Immerhin handelt es sich hierbei um eine große Gruppe von Menschen, die in den Bunker flüchten, um sich vor dem Virus zu schützen. Luxusbunker ist tatsächlich eine sehr gute Beschreibung. Eine Wohnung in diesem Bunker kostet unmengen an Geld und insgesamt haben sich 5 Parteien in den Bunker eingekauft. Dabei handelt es sich um verschiedene Familien. Es gibt den Erbauer des Bunkers Greg Fuller. In der Wohnung nebenan wohnt die Familie Park mit Mutter, Vater und Sohn. Eine Etage tiefer lebt die Hinterwäldler Familie Guthrie mit Vater, Mutter und Zwillingen. Nebenan wohnen Vater und Tochter Gill und das Au-Pair Mädchen Cait. Darunter leben Herr und Frau Maddox. Eine Familie mit Vater, Mutter und erwachsener Tochter zieht noch ein, bevor die Luke am Ausgang entgültig geschlossen wird, damit niemand von außen mehr hinein kommen kann. Ich beschreibe euch bewusst, welche Menschen hier unten Leben, damit ihr meine Kritik an dem Buch auch nachvollziehen könnt. Was zuerst ins Auge sticht ist eindeutig: es sind unheimlich viele Menschen! Es war am Anfang sehr schwer für mich, mit den Namen klar zu kommen. Gott sei Dank, und das ist wirklich ein großer Pluspunkt vor mir für das Buch, befindet sich ganz am Anfang vor dem Prolog eine Karte des Luxusbunkers, der im übrigens Sanctum heißt. Dort ist der Bunker sehr genau aufgezeichnet, wie ihr im nachfolgenden Bild erkennen könnt. Es gibt nicht nur die Wohnung, sondern auch einen Aufenthaltsraum, einen Swimming Pool, Fitnessraum, ein eigener Generator und die Stromversorgung, Essensvorräte inkl. Kühlraum, Komposttoilette, Wasserversorgung und Luftpumpen.

Man sieht also, dass dort tatsächlich für alles gesorgt ist. Desweiteren gibt es dort funktionsfähige Fernseher, Internet, jede Wohnung ist mit genügend Schlafzimmern, eigenen Bädern und einer Küche ausgestattet. Es gibt zwar keine Fenster, dafür aber LCD Bildschirme, die schöne Bilder abspielen, um sich heimischer zu fühlen. Das reinste Paradies unter der Erde, könnte man sagen. Zu Beginn finden sich alle Familien im Bunker ein, erkunden ihre neue Heimat auf unbestimmte Zeit und die Bewohner beschnuppern sich gegenseitig. Bis hier hin war das Buch auch echt gut in meinen Augen und ich hatte viel Spaß. Obwohl das Buch aus dem englischen ins deutsche übersetzt wurde, fand ich es generell sehr gut geschrieben und die Beschreibungen der Umgebung, Charaktere und Geschehnissen war wirklich gut. Ich habe es bei Büchern, die übersetzt sind, bisher häufiger gehabt, dass man sich beim Lesen manchmal verloren vorkam oder die Beschreibungen nicht ausreichend genug waren, daher bin ich da meist etwas vorsichtig, auch wenn es wohl nicht an den Übersetzungen sondern an den Büchern selbst gelegen hat. Später wird sogar noch der Geruch des Bunkers genauestens beschrieben und es fühlt sich an, als wäre man tatsächlich dabei. Von daher muss ich wirklich sagen, dass es kein schlechtes Buch ist.

Es gibt eine Sache, die mir zugleich gefallen und zugleich nicht gefallen hat. Der Erzählstil. Das Buch besteht aus insgesamt 36 Kapiteln. Und die Kapitel werden immer aus der Sicht von unterschiedlichen Personen erzählt. Manchmal erzählt Cait, mal Greg, mal Gina, mal Jae, mal Trudi. Die Idee dahinter finde ich eigentlich ganz cool. So bekommt man verschiedene Blickwinkel der Geschichten gezeigt und man bekommt so viel mehr von den Geschehnissen mit, als wenn man alles nur von einer Person erzählt bekommt. Dennoch sehe ich hier auch einen der größten Minuspunkte. Es war dadurch für mich unheimlich schwer, der Geschichte zu Folgen. Die Sprünge zwischen den Kapiteln bzw. Personen war sehr unangenehm. Mal ist der Wechsel im Bruchteil einer Sekunde und die Story geht genau hier weiter, mal ist es plötzlich der nächste Tag und man bekommt keinerlei Information, dass die Personen jetzt geschlafen haben. Das fand ich beim Lesen äußerst unangenehm. Ich hatte dadurch immer ein bisschen gebraucht, als das neue Kapitel begonnen hat. Vor allem war es auch unheimlich schwer, sich in die verschiedenen Personen hinein zu versetzen! Ich mache das beim Lesen ganz unbewusst, wenn die Geschichte von einem der Charaktere erzählt wird, versetze ich mich in ihn hinein, lese aufmerksam und verusche, ihn zu verstehen und dadurch auch seine Handlungen nachvollziehen zu können. Und in diesem Buch ist alles wild durcheinander gemischt. Was vor allem am Anfang unheimlich schwer war. Da bekommt man am Anfang des Kapitels nur mitgeteilt, aus welcher Sicht das nachfolgende Kapitel nun spielt. Und dann muss man im Kopf rumkramen… mh, war das jetzt die Ärztin? Oder doch der Alkoholiker? Oder die Tochter, die es allen recht machen will und an Gott glaubt? Es war echt hart für mich. Auch, wenn die Idee an sich gut war, fand ich die Umsetzung einfach unglücklich, das hätte man wohl besser machen können. Allein kleine Streckbriefe oder wenigstens Bilder hätten hier sehr geholfen. Natürlich sind Bilder bei Büchern immer so eine Sache, da man sich die Personen ja selbst vorstellt. Bei so vielen Personen war es aber für mich unheimlich schwer, mir die Bilder im Kopf zu bilden. Dadurch, dass man so viele Informationen zu Beginn bekommt und sie noch gar nicht richtig zuordnen kann, weil man sich die Namen nicht merken kann. War echt nervig.

So sieht es am Anfang von jedem Kapitel aus. Kapitel 3 ist aus der Sicht von Cait geschrieben, welche auch mein Lieblingscharakter in dem Buch war.

Die Story an sich hätte man in meinen Augen auch besser erzählen können. Wir bekommen über die Zeit des Buches tiefe Einblicke in einige der Charaktere. Man versteht sie dadurch besser, was ich gut fand. Allerdings war das auch nur bei einigen Charakteren so. Es hat auch nicht jede einzelne Person mindestens ein Kapitel gehabt, sondern nur ganz bestimmte Schlüsselfiguren. Und nunja, wie soll ich sagen, bei der Story kann es eigentlich nur auf einen bestimmten Weg hinauslaufen: die Charaktere gehen sich früher oder später an die Gurgel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das komplette Sanctum stürzt nach und nach ins Chaos. Die Sicherheitssysteme werden außer Kraft gesetzt, wodurch der Ausgang aus dem Bunker gesperrt ist und die Leute alle dort unten festsitzen. Da das Internet auch nicht mehr geht, sitzen sie somit fest, ohne Kontakt zur Außenwelt, da Handys in der Tiefe selbstverständlich auch nicht mehr funktionieren. Nach und nach fällt immer mehr aus oder wird zerstört, wodurch es im kompletten Bunker irgendwann kein Wasser mehr gibt und schlimmeres. Und das ist ja noch nicht schlimm genug. Dann kommen noch unheimlich kaputte Charaktere dazu und das Chaos ist vorprogrammiert. Nach und nach sterben einige der Bewohner oder werden Krank, man weiß nie, wen es als nächstes trifft. Der Spannungsbogen wurde zwar immer wieder ganz gut aufgebaut, allerdings ist hier auch das nächste, was mich wirklich irgendwann genervt hat. Eine der Personen ist nicht freiwillig dort unten und musste seine kranke, bettlägrige Frau zu Hause lassen. Und er denkt viel an sie. Sehr viel. Sorry, ist ja echt scheiße, dass er dort unten eingesperrt ist und nicht weiß, ob seine Frau versorgt wird oder schon tot ist, aber ich muss das echt nicht auf unzähligen Seiten immer und immer nachlesen. Trotzdem war das Thema gefühlt in jeder von seinen Passagen, das hat mich echt fast wahnsinnig gemacht. Und so ging es auch bei den anderen Charakteren. Die eine Tochter denkt viel an Gott, viel an ihre Mutter, viel an ihren Vater, viel an den Jungen, den sie dort unten kennengelernt hat. Irgendwann nervt es aber, wenn es bei den Personen anscheinend keine anderen Themen mehr gibt. Da fehlt einfach dann trotz dem Wechsel der Charaktere total die Abwechslung. Daher hat mich das Buch gegen Ende auch wirklich nur noch genervt, auch wenn der Anfang des Buches wie bereits beschrieben gut war und Lust auf mehr gemacht hat. Und was ich noch dazu total ärgerlich und nervig fand: gegen Ende häuften sich die Tode, was bei der Story nunmal nicht verwunderlich ist. Alle werden wahnsinnig, drehen durch und es kommt hier und da selbstverständlich zur Eskalation. Aber genau das finde ich spannend! Die auseinandersetzungen kurz vor dem Tod eines Charakters. Mich nervt das schon so sehr in Serien, wenn man vor Tatsachen gestellt wird, die im Enteffekt nicht mal erklärt werden und genau so ist es hier auch. Einige der Tode werden detailliert am Ende beschrieben, manche jedoch nicht. Oder nur vielleicht. Das heißt, was im Enteffekt da unten eigentlich abging, weiß man nicht mal ganz am Ende. Eine herbe Enttäuschung für mich. Wie gesagt, genau solche Sachen sehe ich als Spannend an: was hat den Mörder dazu getrieben, diese oder jene Person genau jetzt zu töten? Und was bekommt man als Leser des Buches präsentiert? Eine Leiche im Pool ohne zu wissen, wie es dazu kam. Was das angeht hat mich das Buch leider sehr enttäuscht. Die tollsten Passagen fehlen eben einfach. Stattdessen bekommt man unzählige Weise erzählt, welche Art von Gestank sich gerade in diesem und jenem Raum zu riechen ist.

Alles in allem, gefällt mir auch jetzt noch die Story des Buches sehr und einige der Charaktere sind echt toll. Andere dagegen echt scheiße und assozial und ich will halt einfach gar nicht wissen, was in deren Köpfen vor sich geht. Das gute ist, dass am Ende alles Sinn ergibt, auch, wenn nicht jede Tat im Sanctrum ans Licht kommt. Ich finde einfach, die Umsetzung war hier und dort nicht gut, ein schelchtes Buch ist es aber dennoch nicht. Ich weiß leider nicht, wem ich das Buch empfehlen könnte, aber wer von den oben genannten Punkte nicht abgeschreckt ist, sollte es unbedingt versuchen. Für mich war es einfach nicht das richtige Buch und meine Erwartungen wurden nicht erfüllt und manchmal auch enttäuscht. Zu wenig Spannung und Nervenkitzel hat ebenfalls dazu geführt, dass ich zu wenig Spaß beim Lesen hatte, sehr schade. Das Buch bekommt von mir trotzdem eine Bewertung von 5 von 10 Wasserflaschen.

Underground

Von: Naddlpaddl Datum : 16.05.2017

www.schlunzenbuecher.de

Ein tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.




Ich weiß gar nicht was ich über das Buch und seine Geschichte groß erzählen soll.
Irgendwie habe ich mit einem eher dystopischen Roman gerechnet, in dem alle um das Überleben gegen die Viren kämpfen und einen erbitterten Kampf führen. Aber die Story ist ihren eigenen Weg gegangen, der mich dann leider nicht wirklich überzeugen konnte.
Für mich war schon der Einstieg schwierig und ich war zuerst einmal verwirrt. Irgendwie wurde hier an Erklärungen wirklich gespart, was ich schade finde. Ja ich möchte nicht sinnlos viel hören, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Hinzu kommt noch das Bedienen sämtlicher Klischees, wenn es um die "Bewohner" des Sanctums geht. Man hat das Gefühl jede Macke ist vertreten und einer ist irrer als der andere.
Ehrlich gesagt bin ich hier selbst im Zwiespalt ob ich das nun gut oder schlecht finden soll. Ob es mich nervt oder mich unterhält.
Für mich war es auch einfach zu viel auf einmal. Ich mag es nicht wenn Bücher von zu vielen Charakteren erzählt werden, das sorgt bei mir nur für Verwirrung und die Spannung leidet meiner Meinung nach arg darunter. Es war hier irgendwie fast schon ein bisschen wie eine Komödie so seltsam haben sich die einzelnen Leute in diesem Bunker verhalten.
Durch die Masse an Charakteren war es auch schwer jeden einzelnen auszuarbeiten und so konnte ich zu keinem einen Bezug erlangen, mich mit keinem identifizieren, es blieb alles irgendwie platt und eindimensional.
Vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach die falschen und ich konnte mich dadurch nicht wirklich ganz auf die Story einlassen.
Ich finde die Grundidee klasse und auch die Charaktere haben etwas für sich aber leider fehlt hier überall der Feinschliff und die Ausarbeitung. Es wirkt so halb fertig und mal schnell dahin geschrieben. Ich konnte mich nicht fallen lassen und die Spannung blieb eindeutig auf der Strecke. Von Thriller hatte das ganze für mich nicht mehr viel.
Schade eigentlich, denn ich hatte hohe Erwartungen an das Buch!

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Interessant - aber leider etwas zu wenig Spannung!

Von: Matthias Breimann Datum : 23.02.2017

https://breimannswelt.wordpress.com

Das Buch ist in 36 Kapitel aufgeteilt, wobei jedes Kapitel den Namen der Person trägt, von der aus das Kapitel erzählt wird. Das erste Kapitel, nach dem kurzen Prolog, beginnt z.b. mit der Person “Gina“, das heißt, es wird jetzt alles erzählt was eben “Gina“ aus ihrer Sicht erlebt.

Es kann im Laufe des Buches, leider oft dazu führen, das man aufgrund der zahlreichen Charaktere, oft ein wenig verwirrt ist. Da man sich sämtliche Personen und ihre Eigenschaften usw. merken muss.

Auch das sogenannte “Sanctum“, selbst ist relativ verwirrend. Dabei hilft aber eine Skizze, die sich am Anfang des Buches befindet. Es ist ein Bunker mit insgesamt 8 “Leveln“ bzw. Stockwerken.Fünf Stockwerke davon sind mit jeweils zwei Luxuszimmer ausgestattet. Wobei noch nicht alles fertig gebaut ist.

Leider wird vom Virus selbst, nur wenig erzählt, was ein wenig enttäuschend ist.

Obwohl es sehr gut gelungen ist, in die Psyche der Charakter einzudringen und man sich vielleicht auch mit dem ein oder anderen Identifizieren kann und es die beiden Autoren geschafft haben, dass man sich selbst die Frage stellt, was man in solchen Situationen tun würde, ist es leider doch nicht so spannend, wie man es sich vielleicht denken könnte.

Dies hat den Grund, da am Anfang, leider sehr lange nur erzählt wird wie die Bewohner in den Bunker einziehen. Was dazu führt, dass es vielleicht erst die letzten 150 Seiten wirklich zur einer Spannung kommt.

Es ist durchaus schnell geschrieben, aber leider oft relativ verwirrend, so das man manchmal doch zurückblättern muss, was einem noch mehr die Spannung raubt. Das Buchcover an sich, ist einfach aber schön und passend.

Ein Kampf ums Überleben

Von: Tipperin Datum : 20.02.2017

www.dietipperin.wordpress.com

Ein tödliches Virus scheint sich auf der Erde auszubreiten. 5 Familien machen sich schnell auf den Weg ins „Sanctum“, einen unterirdischen Luxus -Bunker für das Überleben von Kathastrophen. Problematisch ist dabei nicht nur, dass der Bunker noch nicht so ganz fertig ist. Als der Betreiber tot aufgefunden wird, sind die Bunker-Insassen von der Welt abgeschnitten und eingeschlossen, denn nur der Tote wusste den Code für die Ausgangsluke. Mindestens genau so tödlich wie das Virus draußen, ist es jedoch sich im Sanctum aufzuhalten. Denn es bleibt nicht bei einem Toten und die Menschen im Bunker wissen nicht, wem sie trauen können. Als dann die Wasservorräte knapp werden, geht’s eh nur noch ums nackte Überleben..
Stil, Machart, Meinung
Ich lese gern klassische Krimis und Thriller, habe zwischendurch aber auch immer mal Lust auf was Neues. Und genau so ist dieser Thriller, der gleichzeitig aber auch ein Krimi und ein Roman ist. Die klassischen Krimi –Elemente werden durch eine abgeschlossene Wohneinheit und eine Leiche nach der anderen perfekt bedient. Nur einer der Bewohner kann der Mörder sein. Die Thriller – Elemente sind natürlich besonders im Kampf ums Überleben verankert, einerseits durch die endlichen Ressourcen und andererseits durch die Überlebensstrategien der einzelnen Bewohner. Trotzdem kommen die Geschichten der Bewohner nicht zu kurz, denn da hat jeder so das eine oder andere Problem –welches mehr und mehr entweder in den Vorder- oder Hintergrund gerät. Einige drehen durch, andere helfen, wieder andere werden egoistisch. Ein interessantes Beziehungsgeflecht entwickelt sich.
Die Erzählweise ist meiner Meinung nach sehr gut umgesetzt. Der Leser erfährt durch verschiedene Perspektiven, was in dem Bunker so vorfällt. Eine Person jeder Wohneinheit berichtet aus ihrer Sicht über den Lauf der Dinge. Dadurch ist der Leser irgendwie immer mittendrin, nach und nach offenbaren sich einige Erklärungen zu dem Verhalten einzelner Bewohner. Dinge kommen ans Licht, Menschen sterben und der Leser hat exklusive Einblicke, die sich mehr und mehr zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Wer ist der Killer? Werden die Bewohner überleben?
Bei vielen Leuten, die man sich im Laufe einer Geschichte merken muss, ist es ja immer schwierig den Überblick zu behalten. Hilfe kommt anfangs von einer Grafik, die das Sanktum mit den verschiedenen Wohneinheiten und deren Bewohnern aufschlüsselt. Die verschiedenen Perspektiven aus den einzelnen Wohneinheiten und die anfangs auch recht stereotypen Darstellungen der Bewohner helfen auch weiter, sodass man schnell in die Geschichte hinein findet und keinerlei Probleme bei der Identifizierung der Personen hat.
Ein weiterer interessanter Aspekt war für mich grundlegend die Entscheidung, in einen Luxus – Bunker für den Ernstfall zu investieren. „Prepper“ sind ja im Moment irgendwie im Trend. Das sind Leute, die sich intensiv auf Katastrophen vorbereiten. Hier mehr zum Thema, falls es interessiert:
Es gibt Leute, die sich fast schon auf den eingetretenen Ernstfall zu freuen scheinen, einfach weil sie so gut vorbereitet sind. Dann sind in dem Bunker aber auch Menschen, die einfach zu viel Geld übrig hatten und in den Bunker investiert hatten, wobei die Familienangehörigen meist eher wenig Begeistert von der Idee sind. Und niemand hat seinen restlichen Angehörigen erzählt, wo die Familie ist..
Fazit
Ich vergebe 4,5 Sterne, weil ich mich nicht zwischen 4 und 5 Sternen entscheiden kann. Für 5 Sterne fehlt mir noch eine Kleinigkeit, die ich aber nicht ausmachen kann. Andererseits wäre 4 etwas wenig, weil diese spannende Geschichte mit komplett gefesselt hat. Die drei perfekt gemischten Genres und das eher neue und ungewohnte Thema eines tödlichen Virus, der wohlhabende Familien in einen Luxus Bunker treibt, finde ich super. Der Plot gefällt mir, die Bewohner mit ihren Problemen, Beziehungen und Ängsten sowie die mysteriösen Entwicklungen sind auch sehr gut gelungen. Ich kann die Lektüre dieses Buches sehr empfehlen, wenn man sich auf etwas Neues einlassen möchte und nicht nur auf ein Genre festgelegt ist. Die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd.
PS: Lass dich im Ernstfall bloß nicht mit fremden Leuten in einen luxuriösen Bunker einschliessen!

Ein sehr spannender Endzeit Thriller

Von: Nickis Bücherwelt Datum : 10.02.2017

nickisbuecherwelt.blogspot.de

Nachdem in den USA ein tödlicher Virus ausgebrochen ist, stürzt alles zusammen. Menschen sterben. Diejenigen, die es schaffen, fliehen unter die Erde. Denn dort wurde extra ein unterirdischer Bunker errichtet, der vor dem Rest der Welt schützen soll. Nur wer viel Geld in eine Wohnung dort unten investiert hat, erhält Zutritt. Eine kleine Gruppe an verschiedenen Menschen zieht es dorthin. Menschen mit Geld. Mit Macht. Mit Einfluss. Als die Situation außer Kontrolle gerät, sind es genau diese Dinge, die sie angreifbar machen. Denn auf einmal ist der Virus draußen unter dem offenen Himmel nicht mehr die größte Gefahr, mit der es die Bewohner des Bunkers aufzunehmen haben.

Dieses Buch ist aus einigen verschiedenen Sichten geschrieben. Das war am Anfang ein bisschen anstrengend, da man sich immer erst genau ins Gedächtnis rufen musste, wer wer ist und in welcher Beziehung mit den anderen Personen zusammen steht. Da hat es mir sehr geholfen, dass es vorne im Buch eine Übersicht des Bunkers gibt, in der auch aufgelistet ist wer wo und mit wem zusammen lebt. Dadurch konnte ich mich dann schnell orientieren und der Geschichte folgen.

Was mir aufgefallen ist, ist dass bei zwei weiblichen Figuren die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt worden ist, bei allen weiteren Charakteren aber in der dritten Person. Ich weiß nicht genau, warum dies so war, aber irgendwie hat mich das ein bisschen gestört und durcheinander gebracht. Mir wäre es lieber gewesen, das hätte man alles einheitlich im gesamten Buch so gelassen.

Einzelne Charaktere konnte ich überhaupt nicht ausstehen, andere hingegen waren mir sehr sympathisch und ich habe mit ihnen mit gelitten.
Dieser Thriller ist wirklich durchgängig spannend, mal mehr, mal weniger, aber die Spannung bleibt zu keiner Zeit komplett aus. Es gab immer wieder ein paar Wendungen und kleine Schocker bzw gruslige Momente, es war jedoch nie zu blutig oder eklig. Es kann also auch jemand mit schwächeren Nerven (wie ich :D ) diesen Thriller zur Hand nehmen.

Fazit: Ein sehr spannender Thriller, aus vielen verschiedenen Sichten beschrieben und hat auch einen Hauch von Endzeit-Szenario-Stimmung. Diese Kombination hat mich persönlich sehr angesprochen und ich konnte das Buch oft kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen musste, was als nächstes passiert, denn immer wieder haben die Kapitel mit kleineren Cliffhangern geendet. Der einzige Grund, weshalb ich eine Eule (einen Stern) abziehe ist, weil für meinen Geschmack nicht genug auf den Virus außerhalb des Bunkers eingegangen wurde. Da hätte ich mir eine nähere Beschreibung, mögliche Ursachen, etc. gewünscht. Ansonsten eine absolute Empfehlung für alle Thriller-Einsteiger und Fans.

Leider ein Flop

Von: Petra Donatz aus Solingen Datum : 08.02.2017

leseratte1969.blogspot.de/2017/02/lesefuchs-rezension-under-ground-sl-grey.html#more

GASTREZENSION Lesefuchs
Klappentext
Wie tief sitzt deine Angst?

Ein tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.

Die Autoren
Hinter S. L. Grey verbergen sich die Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenberg. Beide Autoren leben in Südafrika, Sarah in Capetown, Louis in Johannesburg. Als S. L. Grey beschäftigen sie sich mit der Frage, was passiert, wenn der Mensch in Extremsituationen geworfen wird.

Meine Meinung

Story
Der Klappentext hat mich sehr angesprochen, weswegen ich das Buch auch sofort angefangen habe. Ich habe mir sehr viel von dem Buch versprochen, allerdings war es eher enttäuschend. Die Story zieht sich ätzend in die Länge und es dauert, bis endlich mal etwas passiert. Aber selbst nach dem ersten Ereignis zieht sich das Buch weiterhin in die Länge. Hätte mir nicht noch etwas von dem Buch erhofft, hätte ich es wahrscheinlich nicht zu Ende gelesen.

Schreibstil
S.L. Greys Schreibstil kann in diesem Buch sehr verwirrend sein. Mal schreibt er in der Ich-Perspektive, dann mal wieder als Personaler Erzähler aus der Sicht eines anderen Charakters. Dies ändert sich von Kapitel zu Kapitel.

Charaktere
Die Charaktere sind wie einem typischen amerikanischen Horrorfilm entsprungen. Allerdings in Familienformat. Es gibt wie üblich die Reichen, die „harten“ Militär-Typen, die normalen etc. Alles Charaktere, die einem aus solchen Filmen ziemlich bekannt vorkommen. Wirklich sympathisch war niemand.

Mein Fazit

Da das Buch doch ziemlich langatmig war und kein Buch war, welches ich nicht mehr aus der Hand legen konnte, gebe ich diesem Buch einen Stern
Autor: S.L. Grey

Under Ground

Von: Crazyb00ks Datum : 30.01.2017

crazyb00ks.wordpress.com

Bereits am Anfang findet man eine Zeichnung des Bunkers mit den Wohnungen, deren Bewohnern und allen weiteren Stockwerken, was es leichter gemacht hat, sich das Sanctum vorzustellen und sich daran zu orientieren, wer wo wohnt. Allerdings sind es so viele Personen, dass ich immer wieder die erste Seite aufgeschlagen habe, um zu überprüfen, wo genau wer wohnt und auf welchem Stockwerk was ist. Zwar liest man nur die POVs der wichtigsten Personen – ein Glück, manche Charaktere sind so überzeugend schreckliche Zeitgenossen, deren Ansicht möchte man gar nicht erst lesen -, doch es sind dennoch 6-7 Personen, die alle unterschiedlich denken, handeln und aussehen, sodass ich persönlich manchmal mitten im Kapitel wieder vorblättern musste, um zu gucken, wessen Perspektive ich gerade lese. Gegen Ende wurde das zwar leichter, aber Anfangs war es noch sehr verwirrend.
Direkt im Prolog wird der ’schockierende‘ Todesfall angekündigt, dann findet man sich plötzlich einige Zeit vor dem Unglück wieder und sieht zu, wie die Bewohner einziehen – ein missglückter Versuch, Spannung aufzubauen. So weiß man sofort, wer die Leiche entdeckt und über was sich anschließend alle streiten. Nach dieser kurzen Einleitung liest man erst einmal eine Weile, bis die Person dann tot aufgefunden wird. Und auch die Personen scheinen allesamt einen an der Klatsche zu haben, was echt zuviel ist und manchmal wirkt, als wäre man bei Promi Big Brother gelandet oder was weiß ich.

Zwar gibt es viele Perspektiven, doch der Schreibstil passt sich im Grunde immer dem Weltbild der beschriebenen Person an und wird deutlicher, je mehr man liest. Es wird schon recht schnell klar, wer die psychopathischsten Ansichten hat und wen man am meisten mag. Das Buch lässt sich sehr schnell lesen und gut verstehen, ist gut in der Länge und hat ein halbwegs plausibles Ende. Das ist doch schonmal was!

Fazit:

Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen, da die Grundgeschichte viel Potential hat, es aber leider nicht ausgeschöpft wurde und auch das Virus nur kurz angeschnitten wurde.

Zwar kein Thriller, aber trotzdem gut gelungen

Von: Myrcella Datum : 22.01.2017

kaiserinvivien.blogspot.de/

Das Cover:
Die Buchgestaltung ist hier für einen Thriller zwar recht einfach aber auch dennoch passend. Da nicht so viel zu sehen ist kann ich auch nicht allzu viel darüber sagen.

Der Inhalt:
Zu Beginn lernt man viele unterschiedliche Charaktere kennen, die alle in den Luxusbunker gezogen sind. Ganz am Anfang findet man eine Zeichnung der Bunkeranlage und der Wohnungen mit ihren jeweiligen Bewohnern, was für mich das räumliche Vorstellungsvermögen und die Orientierung etwas erleichtern konnte. Die Charaktere sind allesamt sehr unterschiedlich, man erfährt durch ihre Perspektive, wie sie sich fühlen, mit welchen Sorgen und Ängsten sie sich herumschlagen und was ihre Erwartungen sind.

Der Plot ist leider nicht so spannend, wie ich es mir anhand des Klappentextes ausgemalt hatte. Allerdings liest sich das Buch dank der flüssigen Schreibweise doch recht angenehm. Ich kam mir eher vor wie der Zuschauer einer Serie, der die Handlungsstränge der verschiedenen Protagonisten verfolgt. Trotz des eher niedrigen Spannungsbogens wollte ich unbedingt erfahren, wie es nun weitergeht. Von einem Thriller hat das Buch für mich nicht viel, ich würde es vom Inhalt eher dem Genre Drama ansiedeln.

Die Personen kamen sehr authentisch rüber und auch die Geschichte fand ich relativ realitätsnah, allerdings auch sehr düster und erschreckend.
Es war recht interessant, die verschiedenen Eindrücke und Wahrnehmungen durch die unterschiedlichen Sichten der Bewohner zu erfahren.

Manchmal hat mich der Schreibstil, obwohl er sehr angenehm und flüssig ist, etwas verwirrt. Das lag wohl daran, dass manche Kapitel aus der Ich-Perspektive geschildert werden und andere wieder aus der dritten Person. Ich persönlich mag es eher lieber, wenn ein Buch konstant aus der Ich-Perspektive geschrieben wird, aber das ist auch nur mein persönlicher Geschmack.

Fazit:
Dafür dass ich einen Thriller erwartet hatte und eigentlich ein Zukunftsdrama bekomme hatte, war ich etwas enttäuscht. Allerdings weil ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen wollte und recht schnell durch hatte, konnte es dennoch meinen Geschmack treffen und für ein kurzweiliges Lesevergnügen sorgen. Hierfür vergebe ich 4 von 5 möglichen Büchersternchen.

Charakterstudien mit Ausnahmezustand

Von: Kasin von KeJas-BlogBuch Datum : 20.01.2017

kejas-blogbuch.de/

„So was passiert doch jeden Tag. Das war eben Krieg.
Man tut, was man tun muss, um zu überleben.“ (Buch Seite 380)

Während an der Erdoberfläche eine tödliche Grippewelle Angst, Schrecken und Tot verbreitet, haben sich ein paar Familien im Sanctum verschanzt. Eine gigantische Bunkeranlage unter der Erde, 8 Etagen tief, ausgestattet mit allerlei Schnickschnack und Luxus. Kein Wunder dass es deswegen eben nur eine kleine Auswahl sehr betuchter Menschen bis dorthin geschafft haben.
Männer und Frauen die paranoid genug waren sich früh genug einzukaufen um dann bei ihrer Ankunft festzustellen, dass von dem versprochenen Luxus noch gar nicht soviel vorhanden ist.

Durch einen Unglücksfall wird dieses rettende ‚Eiland‘ zur tödlichen Falle. Wie lange wird die Nahrung ausreichen? Wie lange das Trinkwasser? Wie werden all diese unterschiedliche Personen auf dieses Eingesperrtsein reagieren? Es dauert nicht lange und es kommt zu ersten Konflikten – tödlichen Konflikten. Aber wer hat den ersten Stein geworfen, wer hat diese Saat von Hass in diese Gruppe gepflanzt?

Bereits mit dem Prolog erfährt man dass etwas geschehen ist im Bunker und genau dieses Wissen begleitet einen sehr lange. So nach und nach treffen alle ein, Männer, Frauen, Jugendliche, ein Kind und ein Hund. Alle vollkommen unterschiedlich bis auf die Tatsache dass viel Geld investiert wurde um diesen Unterschlupf im Ernstfall zu haben. Nicht alle sind glücklich, weder mit der Situation, noch mit ihrem Leben und irgendwie hatte mich genau das fasziniert.

Den Ein-oder Überblick zu bekommen (auch da oft aus in der Ich-Form erzählt wird) wer denn da ein Geheimnis mit sich herumschleppt. All diese Probleme, Sorgen, Ängste und Unzulänglichkeiten. Jeder hat irgendetwas zu verbergen und jeder kämpft letztendlich nicht nur gegen die anderen, sondern auch gegen sich selbst.

Die Geschichte kommt nicht unbedingt mit einer wahnsinns Spannung daher und doch hat sie mich sehr gefesselt. Eben wegen den gemeinen Seitenhieben die da untereinander zugeworfen wurden, kleine Spitzen und Bemerkungen die immer genau die treffen, die es eben treffen soll. Da ist so ziemlich alles vorhanden – Rassismus, Neid, sexuelle Belästigung, Drohung, Erpressung bis hin zu dem Zeitpunkt wo alles aus dem Ruder läuft und man so langsam aber sicher damit beginnt sich gegenseitig kaltzumachen. Nur wer wen? Das bleibt sehr lange alles im Dunkeln und – super gemacht – der Täter (Mann oder Frau?) wird konstant verschwiegen, bleibt im Verborgenen und ich habe verdächtigt was das Zeugs hält und abgewogen, mir sogar einen Personenplan gemacht wer wann wo war und bin doch nicht darauf gekommen.

So etwas macht mir die Spannung aus, genau wie diese Charakterstudien. Zu erfahren dass zum Beispiel ein religiöser Eifer in einen Wahn umgeschlagen ist und Nichtwissen zu falschen Beschuldigungen führt.

Dieser Luxusbunker hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Die Ausstattung ist gut beschrieben und im laufe des Buches bin ich mit so manchem im Treppenhaus umhergeschlichen. Stellenweise spannend, unheimlich und bedrohlich. Es gab aber auch ein paar richtig humorvolle Szenen – halten Sie sich an Vicki & James ;-)

Diese tödliche Grippewelle ist eher Nebensache, aber eben der Auslöser für alle Geschehnisse im Sanctum. Der Ort, bestehend aus dicken Mauern, einer Hydrokulturanlage mit selbstreinigendem Wassersystem, einem Fitnessraum mit Pool und vielen Bildschirmen die eine reale Welt vortäuschen, verbirgt hinter all dem Luxus ein klaustrophobisches Gefängnis. Eine Art Heilanstalt für fehlgeleitete Menschen, die wohl irgendwann auch an der Erdoberfläche ihr wahres Gesicht gezeigt hätten. Aber hier wurde es komprimiert auf ein paar Räume und eine kurze Zeitspanne, der Lagerkoller erwischt alle. Richtig gut gemacht.

Unter den Protagonisten waren ein paar, die kaum eine Rolle spielten, Statisten die aber irgendwie auch wichtig waren. Besonders gelungen fand ich diese herrlich zickige Vicki Maddox, sie teilt besonders gut aus und hat Haare auf den Zähne und immer einen sehr bösen Spruch auf den Lippen. Aber den Vogel abgeschossen hatte für mich Brett. Selten habe ich einen so unsympathischen Protagonisten gelesen. Ihn so darzustellen, dass man ihn vom ersten Kennenlernen her hasst, ist mehr als gelungen.

Die vielen Kapitel, immer im Wechsel einzelner Personen, haben sehr aufgelockert und einen durch die Cliffhänger zum stetigen weiterlesen animiert. Das Buch hat mich sehr unterhalten, auch wenn ich des öfteren den Eindruck hatte, dass gerade die weiblichen Protagonisten viel zu schlecht wegkommen.

Konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen

Von: Lines Bücherwelt aus Nentershausen Datum : 14.01.2017

line.jasmin@yahoo.de

In den USA breitet sich ein tödliches Grippevirus rasant aus.
Fünf Familien ziehen notgedrungen in einen Luxusbunker.
Als der Erbauer schließlich Tod aufgefunden wird, bricht Panik aus, denn mit ihm ist auch der Code in die Freiheit verschunden.
Die Lage im Bunker spitzt sich immer weiter zu.

Auf dieses Buch habe ich mich wahnsinnig gefreut.
Der Titel machte mich neugierig und der Klappentext überzeugte mich sofort.
Meine Erwartungen waren wirklich hoch und ich habe auf eine spannende und packende Story voller Nervenkitzel gehofft.

Doch leider wurde ich enttäuscht, denn dieses Buch kann man nicht als spannend bezeichnen.
Der Prolog an sich war fesselnd und weckte meine Neugierde.
Doch leider plätscherte danach die Story nur so vor sich hin und ich habe deutlich die Spannung vermisst.

Der Schreibstil der Autoren ist an sich locker und flüssig zu lesen.
Erzählt wird die Story aus verschiedenen Perspektiven, das war zu Beginn etwas verwirrend, doch mit der Zeit kam ich damit immer leichter zurecht.

Zwar fehlte mir die Spannung, aber an sich fesselte mich die Story, ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Die Geschichten der jeweiligen Charaktere waren für mich lesenswert und interessant.
Aber von einem Thriller würde ich hier nicht sprechen, ich würde dieses Buch als Roman bezeichnen, denn die Thriller-Elemente fehlten mir hier völlig.

Ich habe lange mit mir gerungen, wie ich dieses Buch bewerten soll.
Doch mehr als drei Sterne kann ich leider nicht geben.
Empfehlen würde ich dieses Buch nur bedingt.
Solltet ihr das Buch gerne lesen wollen, so schaut euch doch erst einmal die Leseprobe an.

Fazit:
Mit "Under Ground" ist den Autoren ein interessantes Buch gelungen, welches meine Erwartungen aber leider nicht erfüllte.
Deshalb kann ich diesen Buch nur 3 Punkte geben.

Nicht so gut wie erwartet!

Von: Lesefieber-Buchpost Kati Datum : 12.01.2017

www.buchpost.blogspot.de

Meine Zusammenfassung
Mehrere Reiche Familien haben für die Appokalypse vorgesogt und sich in einen Bunker der "das Sanctum" genannt wird, eingekauft. Doch das sie so schnell dort einziehen werden, hatten sie nicht gedacht.
Es ist ein tödliches und sich schnell verbreitendes Grippevirus ausgebrochen und die Menschen sterben in rasanten Tempo. Nun machen sich die Käufer alle auf dem Weg zum Sanctum um sich in Sicherheit zu bringen.
Doch der Bunker ist noch lange nicht auf dem versprochenem Stand und deshalb herrscht von vornerein eine Gedrückte Stimmung. Diese wird auch nicht besser als der Erbauer des Sanctum plötzlich stirbt und jeder anfängt den anderen des Mordes zu verdächtigen.
Bewertung
Ich hatte irre Startprobleme mit diesem Buch. Der Klappentext liest sich ja erstmal super gut und ich hatte hohe Erwartungen da es sich sehr spannend anhörte.
Das Buch startet, ohne großes Vorgeplänkel und ohne große Erklärungen zu dem Grippevirus, im Bunker. Der Prolog war für mich mal gar nichts! Ich konnte damit nichts anfangen. Nach einer ganzen weile später hat man dann verstanden wo der Prolog ansetzt und dann ergab es auch Sinn.
Die ganzen Protagonisten kennen zu lernen war sehr mühselig. Man liest immer aus der Sicht einer anderen Person und so war es anfangs echt schwer reinzukommen. Das zog sich dann auch über die ersten 100 Seiten weiter.
Kapitel um Kapitel merkte ich dann das die ganzen Protagonisten eigentlich einen Dachschaden haben, was ja von vorneherrein theoretisch schon klar war, da man schon etwas paraniod sein muss um sich in so etwas einzukaufen.
Der eine ist ein Ehebrecher, der andere ein Computer Nerd, ein Ex Spion der Stasi ist ebenfalls vertreten und natürlich der ganz normale psychowahnsinn in Person sowie der, der versucht seine Sorgen im Alkohol zu ertrinken. Wie man sieht ist alles für eine Menge Stress in einem kleinen Bunker gegeben! Und so passiert es dann schließlich auch. Jeder verdächtigt jeden und das komplette Chaos bricht aus.
Dennoch hat es sich sehr anstrengend lesen lassen und ich wurde etwas enttäuscht. Ich hatte mehr Aktion erwartet. Zum Schluss konnte mich das Buch aber nochmal überraschen, denn mit diesem Ausgang hatte ich nicht gerechnet. Deshalb kann ich hier noch 3 Sterne vergeben.

Spannendes Debüt des Autorenduos

Von: Nini Datum : 07.01.2017

ninis-kleine-fluchten.blogspot.com

S. L. Grey ist ein Autorenduo aus Südafrika, das sich mit der Frage auseinander gesetzt hat, was mit Menschen passiert, die unvermittelt in Extremsituationen geraten, "Under Ground" ist ihr erstes gemeinsames Buch und war der Abschluß meines Lesejahres 2016.

Man findet sehr gut in das Buch hinein und realisiert schon nach wenigen Seiten, dass Spannungen zwischen den Bewohnern des "Sanctum" vorprogrammiert sind. Denn nicht nur, dass der Erbauer des autarken Überlebensbunkers offensichtlich seine Versprechungen in Hinsicht auf Luxus und allround-Versorgung nicht einhalten konnte, vor allem die unterschiedlichen Lebens- und Denkweisen der Bewohner verheißen von vornherein Ärger - wenn der Redneck auf Yuppies und Vertreter anderer Kulturen trifft, kann man sich schon ausmalen, welches Potenzial unter der Oberfläche brodelt.

Den Autoren gelingt es, ein Szenario zu erschaffen, dass den Leser mitnimmt auf eine Reise. Nicht nur unter die Erde, sondern auch in das Wesen des Menschen, dessen schlimmste Seiten in Extremsituationen zutage treten.

Die Handlung ist spannend aufgebaut und lässt dem Leser viel Raum für Vermutungen und um Mitzurätseln. Immer wieder baut sich die Spannung auf und steigert sich bis zu einem Höhepunkt, nur um sich anschließend wieder neu aufzubauen.

Die unterschiedlichen Charaktere sind bildhaft und nachvollziehbar gestaltet, die Autoren haben sich sicher intensiv mit den Hintergründen ihrer verschiedenen Protagonisten befasst, die alle eine ausführliche Agenda mitbringen.

"Under Ground" war für mich der perfekte Abschluß meines Lesejahres: interessant, spannend, mitreißend, mit Entwicklungen, die mich überrascht haben!

Under Ground

Von: angeltearz Datum : 04.01.2017

www.angeltearz-liest.de

"Was passiert, wenn der Mensch in Extremsituationen geworfen wird?"

Das denkt sich auch das Autorenduo, das hinter dem Pseudonym "S.L. Grey" sitzt. Auf dieser Grundlage basiert dieser Thriller.
Das Autorendou schreibt wirklich sehr gut. Man merkt ihnen gar nicht an, dass es die erste Zusammenarbeit ist. Es liest sich eher, als wären die Beiden schon Ewigkeiten dabei gemeinsam Bücher zu schreiben.

Wenn man den Klappentext liest, stellt man sich schon eine gewissene Geschichte vor. Nicht zuletzte, weil diese Art schon oft vorkam in TV und in Büchern. Ich möchte nicht zu viel sagen, aber die Geschichte ist ganz anders, als erwartet. Finde ich eigentlich ganz erfrischend.
Die Menschen, die in diesen Luxusbunker ziehen hätten nicht unterschiedlicher sein können. Jeder kann sich denken, dass das nicht gut gehen kann. Vor allem nicht, wenn diese auch noch eingesperrt werden.

Es gibt mehrere Erzählstränge und man liest -immer im Wechsel-, was dort unten vor sich geht. Die Charaktere sind dabei so unterschiedlich und sehr gut ausgearbeitet. Die Geschichte wird immer so gedreht, dass genau der richtige Charakter gerade an der Reihe ist.

Teilweise sind mir aber zu große Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln. Das ist besonders schwierig, wenn man das Buch mal für ein paar Stunden zur Seite gelegt. Das ist ein Thriller, bei dem man mitdenken muss.

Das Ende hat mich wirklich sehr überrascht. Aber das macht einen guten Thriller aus!

Von mir gibt es eine dicke Empfehlung!

Das Cover: Das Cover gefällt mir richtig gut. Es ist mir in der Buchhandlung sofort ins Auge gesprungen. Und die Schriftart des Titels finde ich toll.

Fazit: Ein wirklich guter Thriller, der viel Spannung und gute ausgearbeitete Charaktere aufweist.

Under Ground

Von: Kleine Bücherinsel Datum : 02.01.2017

www.monesleseinsel.blogspot.de

Es war wieder so weit und am 16.12.2016 startete das zweite gemeinsame Lesen auf KeJas- Blogbuch. Zwar musste ich das Wochenende arbeiten, aber ein wenig mitmachen wollte ich schon. Denn das Buch versprach richtig gut zu werden.

Wir haben "Under Ground" von S. L. Grey gelesen, hinter dem Namen sich die Autoren Sarah Lotz und Louis Greenburg verbergen, und dies hat mir von der Inhaltsbeschreibung direkt zugesagt.

Und darum geht es in dem Buch...

Während sich ein tödliches Grippevirus in rasender Geschwindigkeit um den Erdball verbreitet und die Menschen in Panik geraten, sucht eine Gruppe den Schutz im Sanctum.
Das Sanctum ist zu einem Luxusbunker umgebaut worden und so abgeschottet, dass niemand rein und auch nicht so ohne weiteres jemand wieder raus kann. Es kann sich Selbstversorgen und bietet ein höchstes Maß an Sicherheit für die Menschen, die sich dort eingefunden haben.
Doch dann wird der Erbauer des Sanctums tot aufgefunden und alles deutet daraufhin, dass es kein Unfall war. Langsam bricht nun auch Panik bei den Bewohnern aus, denn mit dem Erbauer ist auch der Code zum Öffnen der Sicherheitsschleuse weg. Die Vorräte werden knapp und der Kampf ums Überleben beginnt.

Der Plan des Sanctums, der sich direkt am Anfang des Buches befindet, war für mich sehr hilfreich und gerade bei der Menge an Personen, die in dem Buch vorkommen, konnte ich mir immer wieder einen Überblick verschaffen, wer zu wem gehört und wo die Bewohner wohnen. Denn, wenn man immer wieder Pausen bei dem Buch einlegen muss, verliert man den Überblick.

"Das klebrige Zeug hat sich bis zu ihren Füßen ausgebreitet.
Im selben Moment geht die Taschenlampe wieder aus, und sie steht im Dunkeln.
Sarita schreit, und das Geräusch zerreißt die schwere Luft."
(Seite 10, Under Ground)

Das Buch beginnt mit einem Prolog, der einem schon ein wenig Gänsehaut verleiht und die Vorfreude auf einen spannenden Thriller steigert.

Dann gibt es eine Reihe an Vorstellungen der Protagonisten, die zwar wichtig ist, aber schon lässt die Spannung ein wenig nach. Da wären die Guthries, eine bibeltreue Familie mit einem verrückten Sohn, die Parks, Tyson und seine Tochter Sarita Gill mit ihrem Aupair Cait, die Maddox, die Dannhauser, der Bauleiter Will Boucher und der Erbauer Greg Fuller. Fast jede Familie hat mindestens einen Paranoiker der den Anstoß zum Kauf einer dieser Luxuswohnungen gegeben hat und es gab nur wenige Personen, zu denen ich einen Bezug aufnehmen konnte.

Die anschließenden Kapitel werden von verschiedenen Personen des Sanctums erzählt und man bekommt einen guten Einblick in die Familien. Es bleibt eigentlich oft nur die Frage, wer hat den größten Spleen.

"Es ging ums nackte Überleben."
(Seite 380, Under Ground)

Das Buch lässt sich eigentlich recht gut lesen. Es gab einige Längen innerhalb der Geschichte, die viel an Spannung genommen haben, aber irgendwie wollte ich doch wissen, wie die Story ausgeht. Vieles war leider voraussehbar und es hat mich nicht wirklich überrascht, dass Situationen so eingetroffen sind. Irgendwie schmälerte das alles mein Lesevergnügen einfach. Mir fehlte ein wenig die Atmosphäre innerhalb des Sanctums, die Beklemmungen, wenn man irgendwo in der Erde eingeschlossen ist und die Panik, die dann aufkommt. Das war irgendwie für mich nicht wirklich spürbar. Das nackte Überleben hätte für mich noch mehr in den Vordergrund rücken können.

"Under Ground" von S. L. Grey war kein schlechtes Buch, aber mir fehlte absolut der Thrill, den ich mir erhofft habe.

Spannend, bis auf das merkwürdige Ende

Von: Momkki Datum : 30.12.2016

https://zeilenfuchs.com

Die Story wird Kapitel um Kapitel von einem der Sanctum Bewohner erzählt - dabei gibt es in jeder der Sanctum-Wohnungen einen Bewohner pro Familie der erzählt. Im Umschlag befindet sich noch eine Zeichnung des Bunkers, hier kann der Leser nochmal nachschauen, wo welche Familie lebt. Insgesamt gibt es 5 Familien plus Inhaber und Bauleiter, die sich in unterirdischen Luxuswohnungen vor einer Epidemie verbarrikadieren. Die Familien könnten unterschiedlicher nicht sein - extrem gläubig, traditionell, modern, arm, reich. Alles ist dabei und alle haben sich mit großem finanziellen Aufwand ins Sanctum eingekauft. Nachdem alle Bewohner angereist sind, wird klar, dass das Sanctum nicht der pure Luxus ist. Es ist an allen Ecken und Enden gespart worden. Nachdem dann auch noch der Code zur Öffnung der Hochsicherheitsluke verloren geht, bricht Panik aus. Hinzu kommen schwindenden Vorräte und mysteriöser Todesfälle - Der gemeinsame Kampf nach draußen wird schnell zu einem erbitternden Kampf ums überleben.
Ich fand die Geschichte ganz spannend. Es geht rasant bergab und es gibt einige gute Wendungen. Ab und an hatte ich mal das Gefühl, dass einige Situationen nicht zuende gedacht wurden und dann einfache eine Lösung hervor gezaubert wird, frei nach dem Motto "Hab vorher nichts gegenteiliges erwähnt, also ist das möglich". Gerade das Ende war etwas zu merkwürdig und hat mich dann auch enttäuscht.

Der Virus hat nur eine geringe Bedeutung

Von: crumb [KeJas-BlogBuch] Datum : 29.12.2016

kejas-blogbuch.de/

Buchrücken:
„Ein tödliches Grippevirus versetzt die Welt in Panik.
Um zu überleben, begibt sich eine Gruppe Flüchtender unter die Erde.
In der abgeschotteten Welt eines Luxusbunkers glauben sie sich in Sicherheit.
Doch der schlimmste Fein lauert bereits unter ihnen.
Sie selbst …„

Klingt nach feinstem Thrill: Mehrere Menschen gemeinsam eingesperrt und dann geschieht der erste Mord. Der Trailer lockte mich an & die Aufmachung des Covers ist super: schlicht, schwarz, Punkt! Mir reicht solch eine Gestaltung ja vollkommen aus.
Ja, wie man bereits herauslesen kann, habe ich mich sehr auf das Buch gefreut!

Und bereits der Prolog klang vielversprechend:
„Irgendwas fließt ihr unter die Zehen. Sie blickt nach unten. Das klebrige Zeug hat sich bis zu ihren Füßen ausgebreitet.
Im selben Moment geht die Taschenlampe wieder aus, und sie steht im Dunkeln.
Sarita schreit, und das Geräusch zerreißt die schwere Luft.“

Doch bevor es zu dieser Situation kommt, kommen die Familien nacheinander im ‚Sanctum‘ an ~ dem Luxus-Survival-Bunker. Über 8 Level erstreckt sich unter der Erde, doch es hält nicht das, was der Besitzer George Fuller versprach: Weder die Krankenstation, noch die andere Wohnung auf Level 6 sind fertiggestellt und es gibt immer wieder Probleme, sodass auch der ehemalige Mitarbeiter Will Boucher vorbei kommen muss, um noch einiges vor der endgültigen Schließung der Luke zu reparieren.

Nacheinander werden die einzelnen Protagonisten vorgestellt. Der Bunker beherbergt insgesamt 7 Parteien und abgesehen von Fuller, schildert aus jedem Apartment ein Charakter seine Wahrnehmungen.
Für mich war dies etwas unübersichtlich, da sechs Protagonisten eine Stimme erhalten haben und hinzu noch 11 weitere Personen kommen. Es brauchte für mich etwas Zeit bis ich jeden einordnen konnte. Sobald dies geschah, konnte ich aber fließend lesen und es gibt zu Beginn auch noch eine bildliche Darstellung und auch wer mit wem zusammen lebt ;)

Liegt es daran, dass sich hinter dem Autorennamen zwei Autoren verbergen? Ich weiß es nicht. Aber die Erzählperspektiven wechseln zwischen den Protagonisten. Die Teenager bzw. jungen Erwachsenen schildern aus der Ich-Perspektive, woraufhin die Erwachsenen aus der dritten Person heraus berichten. Störte mich selbst so gar nicht beim lesen, viel mehr empfand ich das mal als eine angenehme Abwechslung.

Die Autoren konzentrieren sich zunächst auf die Skitzzierung der Charaktere & ihren Hintergründen, ihren Familienverhältnissen. Schnell wird klar das es unter gewissen Protogonisten Geheimnisse zu verbergen gilt, das alle Familien mit einem Sorgenpaket ins ‚Sanctum‘ flüchten.
Der Virus selbst spielt keine Rolle in diesem Szenario, sondern dient nur der Begründung, warum diese Menschen flüchten, sich schützen wollen.

Das Miteinander ist der Kernpunkt. Religiöse Unterschiede, soziale Unterschiede ~ können einander so fremde und unterschiedliche Menschen in einer Katastrophe zusammen halten? Sich auf engstem Raum einig werden? Schnell entstehen die ersten Spannungen untereinander.

Als dann einer von ihnen tot aufgefunden wird, beginnen die gegenseitigen Beschuldigungen. Die Luke ist dicht, der Code nicht zugänglich.
Zuvor zog es sich für mich schon etwas in die Länge, was ich jedoch noch verstand. Hier steht das Zwischenmenschliche in einer Extremsituation im Mittelpunkt, hierfür müssen die Spannungen erst herausgearbeitet werden. Doch auch nach dem Leichenfund und den weiteren Entdeckungen, blieb die Spannung eher oberflächlich. Oder aber es entwickelten sich zu schnelle Extreme wie das Flüchten in Alkohol oder einer Affäre.

Die Grundthematik sprach mich sehr an. Egal ob es sich nun mit dem Virus oder dem Innenleben des Bunkers auseinander setzt, sind dies beides Themen, welche ich vorzugsweise lese. Dann aber auch bitte nicht nur angerissen. Die Autoren haben sich für den psychologischen Schwerpunkt entschieden und diesen im Anfang gut herausgearbeitet, dann jedoch sind sie nicht weiter in die menschlichen Abgründe hinabgestiegen.

Die Auflösung kam überraschend für mich, wobei der aufmerksame Leser ggf. auch früher durch eine kleine Änderung darauf aufmerksam werden kann.
Ein Thriller von dem ich mir mehr versprochen hatte.

Leider zu simpel

Von: Sarahs Bücherregal Datum : 29.12.2016

https://sarahs-buecherregal.blogspot.com

Wohin flüchtet man sich, wenn eine Krankheit weltweit Menschen sterben lässt und es scheinbar keine Heilung gibt? Wer es sich leisten kann, ist vorbereitet und hat eine Wohnung im „Sanctum“ erworben, ein unterirdischer Bunker, in dem die Menschen bis zu einem Jahr unabhängig leben können. Mehrere Familien flüchten sich jetzt also in den Bunker, der jedoch noch nicht endgültig fertig gestellt ist und sehen sich schnell einer ganz anderen Bedrohung gegenüber: Im Kampf ums tägliche Überleben, wird nämlich der Nachbar schnell zum ärgsten Feind.
„Under Ground“ von S.L. Grey basiert auf der spannenden Idee, was mit Menschen passiert, die in einer Extremsituation auf engstem Raum eingesperrt sind und mit fremden Menschen plötzlich im Team arbeiten müssen. Leider entsteht nicht die unglaubliche Spannung, die meiner Meinung nach möglich gewesen wäre. Grund dafür sind die Figuren, die das Autorenduo in den Bunker ziehen lässt. Es sind keine Durchschnittsmenschen, in denen man sich selbst wieder erkennen könnte und die im Verlauf der Zeit zu dem werden, was schon Hobbes in seinem Leviathan vor langer Zeit schon so treffend bemerkte: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. Vielmehr sind es religiöse Fanatiker, Weltuntergangshysteriker und exzentrische Spinner, die in den Bunker ziehen, so dass von Anfang an klar ist, dass es nicht gut gehen kann und keinerlei Überraschung mehr in den folgenden Handlungen liegt.
Leider konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen, es lässt sich zwar gut lesen, die Story hätte meiner Meinung nach jedoch viel mehr Potenzial gehabt, wenn man sich auf die Abgründe der Durchschnittsmenschen eingelassen hätte, statt ein derart ausgewähltes Personal in den Bunker zu schicken. So blieb der Plot leider sehr simpel und vorhersehbar.

Leider eher enttäuschend

Von: Mandys Bücherecke Datum : 26.12.2016

glutton-for-books.blogspot.de/

Inhalt
Als sich ein tödliches Grippevirus immer mehr ausbreitet und schließlich auch die USA erreicht, fliehen einige Familien ins Sanctum, einem Luxusbunker, der sich selber versorgen können soll. Doch dieser ist noch gar nicht komplett fertiggestellt und der versprochene Luxus fehlt an vielen Stellen.
Als dann eine Leiche gefunden wird, steigern sich die schon vorher vorhandenen Spannungen und eine Panik droht auszubrechen.

Meine Meinung
Da ich generell solche Bücher sehr gerne lese, konnte "Under Ground" schnell meine Neugierde wecken. Zwar klang die Idee nicht neu, aber doch vielversprechend. Leider muss ich sagen, dass es mich ziemlich enttäuscht hat und ich lange überlegt habe, wie ich es überhaupt bewerten soll.

Denn insgesamt fehlte mir die Spannung. Ich fand das Buch ziemlich nervig und vorhersehbar, obwohl mir der Anfang noch gefiel.
Was mich aber vor allem genervt hat, war das hier sämtliche Klischees bedient werden und es in dem Bunker keinen normalen Menschen zu geben scheint. Alle haben auf ihre Art einen Knall und die Personen sind wirklich klischeehaft, sei es die eingebildete Britin, die ihren Hund über alles liebt, oder der asiatische Nerd. Außerdem wurde ich mit keinem der Protagonisten warm und deren Schicksal war mir relativ egal.

Der Plot an sich hat Potenzial und die Idee dahinter mag ich. Der Schreibstil ist auch insgesamt nicht schlecht. Der Plot wird aus verschiedenen Perpektiven geschildert, mal wurde dabei die Ich-Perspektive gewählt, mal die personale Erzählperspektive, was für Abwechslung sorgt. Insgesamt herrscht eine bedrückende Atmosphäre vor und obwohl mir vieles nicht gefiel, ließ sich das Buch sehr gut lesen. Die Beschreibungen des Bunkers fand ich gelungen.

Das Ende hat vieles wieder ausgeglichen, weil es spannend ist, mir gut gefallen hat und fernab von den Klischees überzeugen kann.

Fazit
"Under Ground" bekommt von mir leider nur sehr knappe drei Sterne und das auch nur, weil mir die Grundidee und das Ende gefallen haben. Ansonsten fand ich das Buch eher nervig und klischeehaft, auch wenn es sich gut lesen lässt. Ich kann es nicht wirklich empfehlen, aber bestimmt gibt es den einen oder anderen Leser, den es dennoch fesseln kann.

Konnte mich leider nicht mitreißen ...

Von: wortgeflumselkritzelkram Datum : 19.12.2016

https://wortgeflumselkritzelkram.wordpress.com/

"Under Ground" von S. L. Grey ist 2016 bei Heyne erschienen.

Hinter dem Pseudonym S.L. Grey verbergen sich die Bestsellerautoren Sarah Lotz und Louis Greenburg, die sich hier mit der Frage beschäftigen, wie Menschen reagieren, wenn sie sich in einer Extremsituation wiederfinden.

In den USA grassiert ein tödliches Grippevirus und während die normale Welt im Chaos versinkt, flieht eine Gruppe gut betuchter Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker. Dort müssen diese ganz unterschiedlichen Personen versuchen, miteinander klar zu kommen. Doch schon bald tauchen erste Spannungen auf, die in Panik gipfeln, als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird. Denn mit ihm ist auch der Code zum Öffnen der Türen verloren gegangen. Und als dann Wasser und Sauerstoff knapp werden, beginnt ein Kampf ums Überleben.

Zu meinem Glück gibt es zu Beginn des Buches eine Seite, auf der ein Querschnitt des Bunkers gezeichnet und die Namen der Bewohner aufgelistet sind. So konnte ich immer wieder zurück blättern und nachlesen, wer wer ist, denn dies konnte ich mir über die gesamte Länge des Buches nicht merken. Ob es an dem Schreibstil lag – die einzelnen Kapitel werden jeweils aus Sicht unterschiedlicher Bewohner geschrieben und dann leider auch mal in Ich-Form, dann wieder nicht. Oder lag es daran, dass die Personen eigentümlich flach und leblos blieben. Auch die Beziehungen unter den Bewohnern bleiben charakterlos und undurchsichtig.

Durch die räumliche Enge sind die Probleme und Konflikte im Bunker vorprogrammiert. Trotzdem wirkt vieles auf mich konstruiert und bleibt spannungslos. An vielen Stellen musste ich mich immer wieder motivieren, weiter zu lesen.

Das Ende ist zwar überraschend, wirkt allerdings auch gestelzt, v. a. weil schon wieder der Erzählstil gewechselt wird und (Achtung Spoiler) in Tagebucheinträgen weiter geführt wird.

Sorry – dieses Buch kann ich leider nicht empfehlen. Die Autoren hatten eine tolle Idee (allerdings auch keine neue), die sie allerdings in meinen Augen ohne wirkliche Spannung und Tiefe umgesetzt haben.

Underground

Von: Manuela Hahn aus Haigerloch Datum : 17.12.2016

https://lesenswertesausdembuecherhaus.blogspot.de

Inhalt:

Ein tödliches Grippevirus breitet sich von Asien aus. Als das Virus die USA erreicht, geraten die Menschen immer mehr in Panik und einige wollen sich in einem unterirdischen Luxusbunker vor der Epidemie in Sicherheit bringen. Hier sollen sie alles finden, was man zum bequemen Überleben braucht: Vorräte, Zerstreuung, Luxus, ärztliche Versorgung und vor allem Sicherheit.

Nur leider ist nicht nur der Luxus mehr Schein als sein, die Anlage ist noch nicht fertiggestellt, das was fertig ist, ist teilweise mangelhaft, es gibt keinen Arzt usw. Die von vornherein angespannte Atmosphäre der viel zu unterschiedlichen Menschen lädt sich immer mehr auf. Feindseligkeiten werden kaum verhehlt und als der Erbauer des Sactums tot aufgefunden wird, der als Einziger den Code zum Öffnen der Türen hat, bricht auch im Bunker Panik aus.


Meine Meinung:

Das konnte ja nicht gut gehen. Wenn eine bunt zusammen gemischte Gruppe Prepper ((abgeleitet von englisch: to be prepared, deutsch: bereit sein bzw. dem Pfadfindergruß: Be prepared, deutsch: Allzeit bereit) in einem abgelegenen Bunker das Ende der Zivilisation abwarten will. Es kommt unweigerlich zu Spannungen, die auch schon mal tödlich enden können. Damit habe ich gerechnet, ich habe auch damit gerechnet die Enge und Ausweglosigkeit spüren zu können, da ich selbst Angst vor engen, geschlossenen Räumen habe. ich erhoffte mir beim Lesen diese Angst auch ein klein wenig zu spüren. Ihr kennt das, wenn man gemütlich mit einem Buch auf der Couch liegt und sich dann umguckt, ob der Mörder nicht doch in der Tür steht. Dieses Gefühl konnte das Autorenduo auch tatsächlich erreichen.

Womit ich nicht gerechnet hatte, war die Klischeekeule. Es wurde nichts ausgelassen, vom Hillbilly, der seinen Sohn zu einem Waffen-fixierten Idioten erzieht und Frau und Tochter unterdrückt, der zickigen Britin, die ihren Hund mehr liebt, als ihren Mann, dem asiatischen Jungen, der seine Zeit mit Videospielen vergeudet, der liebevollen Mutter, dem wunderschönen Au-Pair-Mädchen, das unfreiwillig mit ihrem undurchsichtigen Chef und dessen niedlichen kleinen Tochter im Bunker landet, dem älteren Ehepaar, das gleich am ersten Tag weggesperrt wird, weil die Ehefrau nicht ganz gesund scheint und so weiter und so fort. Bei der Personenkonstellation war leider vieles vorhersehbar und somit nicht sonderlich spannend. Das Ende des Buches hat mir allerdings wieder gefallen, dem fehlte es nämlich an jedem Klischee.

Gefallen hat mir die Grundidee, gerade weil ich nachvollziehen kann, wie man sich fühlt einen Ort, der gefährlich ist, nicht verlassen zu können. Ebenso wie der Schreibstil, er ist flüssig, die Personen sind realistisch beschrieben und ich bekam ein Gefühl für die örtlichen Begebenheiten. Auch der Bezug zur Realität hat mir gefallen. In einer Zeit, in der sich Viren immer schneller ausbreiten und es wohl immer mehr Menschen gibt, die sich auf ein Ende der Welt vorbereiten, ist so ein Szenario durchaus denkbar.

Ich kann für Underground leider nur eine eingeschränkte Leseempfehlung geben.


Ganz anders als erwartet

Von: Aleshanee von Weltenwanderer Datum : 14.12.2016

blog4aleshanee.blogspot.de/

Also erwartet hatte ich ehrlich gesagt ein bisschen was anderes - und ich musste mich erstmal mit dem Stil und der Umsetzung arrangieren. Aber insgesamt war es dann doch eine gute Unterhaltung.

Der Prolog hatte mich etwas irritiert, da ich mit der Momentaufnahme der Situation nicht viel anfangen konnte - das klärt sich dann aber später auf.
Der Einstieg war dann recht flott, denn die Autoren halten sich nicht mit viel Erklärungen über den Virus auf, der sich scheinbar recht schnell auf der Welt ausbreitet. Im Fokus stehen hier ganz klar die Charaktere, die sich auf engstem Raum zusammenraufen müssen.

Und die Figuren sind hier wirklich ein ganz spezielles Sammelsurium an Psychopathen! Da wurde an keiner Problematik gespart, ob es um religiöse Fanatiker geht, um rassistische Waffennarren, reiche verwöhnte Oberschicht, Computernerds, paranoide Weltsichten, Alkoholprobleme oder Fremdgänger.

Die Kapitel werden abwechselnd aus verschiedenen Sichtweisen geschrieben und Perspektiven geschrieben. Der Schreibstil passt sich dabei immer ganz gut an die jeweilige Person an, wirkte auf mich aber meist recht locker. Das war auch für mich der Grund, warum ich das ganze nicht so recht ernst nehmen konnte und diese Grundspannung vermisst hab, die mich in so einer Situation packen sollte. Einen richtigen "Thrill" hab ich beim Lesen nicht empfunden, aber es war trotzdem mitreißend, denn es passiert einfach auf allen Ebenen sehr viel. Leider nur sehr oberflächlich und kurz, was zwar das Tempo vorantreibt, mich aber eben nicht so richtig in das Szenario eintauchen ließ. Dazu kommt die etwas kantige Schreibweise, also kurz angebunden und fast schon wie ein Überblick über das Geschehen, ohne sich einfühlen zu können.

Trotzdem waren die Charaktere ziemlich klar umrissen und folgten alle einem typischen Schema. Ich war eigentlich durchgehend einfach abgelenkt durch die vielen Sachen, die passiert sind, aber so richtig warm geworden bin ich mit niemandem, der in dem Bunker festsitzt.
Selbst die Aufklärung am Ende ist relativ emotionslos und obwohl es eine große Überraschung gab, hat der "Wow-Effekt" einfach gefehlt.

Fazit 3.5 Sterne

Das Buch ist sehr schwierig zu beurteilen: einerseits hat es ein gutes Tempo und einen soliden Plot, aber andererseits war zu viel reingepackt, ohne richtige Emotionen zu wecken. Trotzdem hat es mir insgesamt beim Lesen (wenn man das ganze nicht so ernst nimmt) Spaß gemacht :)

Unter Tage

Von: meloftheshell Datum : 13.12.2016

lesezauber.net

Tja, was habe ich erwartet? Jedenfalls nicht das, was ich bekommen habe. Erstmal hat mich der Anfang schon ziemlich überrascht, da alle Einwohner nach und nach ins Sanctum eintrudeln, einer unterschiedlicher als der andere. Grob gesagt, hatte ich von diesem Buch die Vorstellung, dass ein paar neureiche Exzentriker in den Bunker eingesperrt werden und sich, pardon, dann gegenseitig die Köpfe einschlagen. So ähnlich kam es dann auch in etwa, aber auch doch ganz anders.

Vom Virus selbst bekommt der Leser wenig bis gar nichts mit. Da gibt es etwas, eine schlimme Krankheit, die schon Tausende Tote in Asien gefordert hat, doch es geht hier ausschließlich um die Sanctumbewohner und was Extremsituationen bei einzelnen Menschen bewirken können.

Mir hat das Buch bis auf einen Kritikpunkt eigentlich gut gefallen. Spanung war genug da, die Enge und die klaustrophobische Stimmung des Sanctums wurde sehr gut rübergebracht. Auch das Ende fand ich zwar nicht verblüffend, aber doch wohl überlegt. Letzten Endes lag es an den eindimensionalen Charakteren, weswegen das Buch von mir jetzt nicht 5 Daumen hoch bekommt. Das Auseinanderhalten der Bewohner war kein Problem für mich, vielmehr konnte ich zu keinem der Charaktere Sympathien entwickeln. Durch die wirklich eindimensionale Darstellung (der böse Waffenfanatiker, der skrupellose ehemalige Geheimagent, die naive gottesfürchtige Mutter) fehlten mir in diesem Buch herausstechende Charaktere.

Mein Fazit
Ein spannendes Buch, dem es an manchen Stellen an Tiefgang gemangelt hat.

Sehr spannend!!!

Von: Federzauber Datum : 12.12.2016

federzauber.blogspot.de

Während einer tödlichen Grippewelle in den USA, suchen vier sehr verschiedene Familien Zuflucht in einem noch nicht ganz fertig gestellten Bunker mit Luxuswohnungen. Doch kaum ist die Luke abgeriegelt, wird der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden. Doch leider ist er der Einzige, der den Ausgangscode für die Luke kennt. Angst breitet sich aus. werden sie je wieder aus dem Bunker raus kommen können?


Ein Buch, dass mich vom Klappentext extremst neugierig gemacht hat. Die Idee fand ich genial, auch wenn das Grundgerüst nicht neu ist, wurde es sehr gut verpackt und umgesetzt.

Durch die sehr interessante, komplett unterschiedliche Zusammenstellung der Familien, die zusammentreffen und miteinander auskommen müssen, entsteht eine sehr angespannte, explosive Atmosphäre.
Es sind recht viele Charaktere, aber durch die graphische Darstellung des Bunkers mit den Namen der Bewohner, konnte der Leser sich sehr schnell und gut orientieren und sich die Namen einprägen.
Jeder Charakter hat seine ganz speziellen Eigenheiten, Schwächen und im Laufe des Buches immer sichtbarere krankhafte, psychotische Züge. Jede einzelne Person hatte einen Knall, war auf seine Art leicht bis schwer psychisch angeknackst.
Dies war auch der große Reiz in diesem Buch, wie diese Menschen miteinander in einer sehr schwierigen und angstvollen Situation zurechtkommen und sich verhalten.

Das Buch hat mich durchweg fesseln und packen können. Es war sehr spannend geschrieben. Ich wollte immer weiter lesen, wissen wie es weitergeht, was als nächstes noch passieren wird.

Die Kapitel waren sehr kurz und übersichtlich. Da der Name der Person, dessen Sichtfeld beleuchtet wurde, am Anfang eines jeden Kapitels stand, kam es zu keinen Verwirrungen oder Unklarheiten wo man sich befindet.

Der Schreibstil war sehr flüssig und gut lesbar. Mit der hohen konstanten Spannung kam ich sehr schnell in die Geschichte voran und hatte es in nur 2-3 Tage komplett durchgelesen.
Ich fand das Buch wirklich sehr, sehr gut und hat mich auch während den Lesepausen begleitet und mich beschäftigt.

Note: 4/5

Für Thrillerfans vielleicht einen Griff wert, aber alle die etwas außergewöhnliches erwarten, sollten diese Erwartung lieber vor dem Lesen runterschrauben.

Von: Büchersüchtiges Herz³ Datum : 12.12.2016

buechersuechtiges-herz.blogspot.de/

INHALT:
Als sich tödliches Grippevirus auch in die USA ausbreitet, zahlen einige wenige Familien sehr viel Geld dafür um in Greg Fullers Luxusbunker einzuziehen. Dort sollen sie in Sicherheit sein und alles haben, was sie brauchen. Doch abgeschottet von der Welt gibt es bald Streit und sogar einen Mord... Es scheint, als würden die Familien diesen Bunker nie wieder verlassen können...

MEINUNG:
Als ich dieses düstere und geheimnisvolle Cover gesehen habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Auch der Klappentext klang richtig toll. Ich stehe auf Endzeit und Katastrophenfilme / - geschichten. Ich lese eigentlich überhaupt keine Thriller und wollte mich an diesen aber mal wagen, da ich dachte, es wäre ein außergewöhnlicher Thriller.
Leider waren meine Erwartungen deswegen ziemlich hoch.
Der Einstieg gelang mir ganz leicht. Zu Beginn wird uns eine Karte des Bunkers gezeigt, man wir sehen können, welche Familien es alles gibt und wo sie wohnen. Das hat mir gut gefallen, denn bei den vielen Personen verliert man leicht den Überblick.
Zu Beginn hat mir alles noch sehr gut gefallen. Der Schreibstil liess sich sehr leicht lesen und ich war gespannt, was mich erwartet. Nach und nach ziehen die ganzen Familien in den Bunker ein und ich gab mir Mühe die verschiedenen Familien einigermaßen kennenzulernen. Es dauerte jedoch nicht lange, da empfand ich die große Anzahl an verschiedenen Menschen eher anstrengend. Ich musste immer wieder zur Skizze zurückblättern, um nochmal nachzuschauen wer zu welcher Familie gehört. Zwar waren alle irgendwie charakterisiert, sodass sie einen Wiedererkennungswert hatten, trotzdem hätte ich mir etwas weniger Personen gewünscht.
Im Laufe des Buches zieht sich die Handlung etwas, wie ich finde. Es gibt nur Gezanke untereinander und der mysteriöse Todesfall wird ja schon im Klappentext und Prolog erwähnt, sodass dies keine Überraschung mehr war.
Ich möchte auch nicht zuviel verraten, es ist immer am besten an einen Thriller unwissend ranzugehen, aber ich muss einfach sagen, dass ich mehr erwartet hätte. Es ist wirklich ein typischer Thriller mit einem Mord und der "Wer ist der Mörder" Frage. Von Endzeit und Katastrophe war hier nicht mehr so viel zu merken und auch das Setting konnte mich irgendwie nicht richtig überzeugen, schade! Es war für mich mal was anderes im Gegensatz zu den ganzen Fantay- und Jugendbüchern, aber ich hätte mir einfach was anderes gewünscht.

FAZIT:
Für Thrillerfans vielleicht einen Griff wert, aber alle die etwas außergewöhnliches erwarten, sollten diese Erwartung lieber vor dem Lesen runterschrauben.

Rockt mein Herz mit 3 von 5 Punkten!

Verschenktes Potenzial

Von: Books and Biscuit Datum : 12.12.2016

booksandbiscuit.blogspot.de

Um sich vor einem tödlichen Virus zu schützen, dass von Asien in die USA herüberschwappt, fliehen einige reiche Bürger Amerikas ins Sanctum, eine unterirdische Einrichtung mitten in der Wildnis von Maine voller Survival-Luxuswohnungen. Die Einrichtung versorgt sich selbst durch Gemüseanbau und Hühnerzucht, verfügt über einen Aufenthaltsraum und ein Schwimmbad sowie dieverse Wohneinheiten auf mehreren Ebenen. Allerdings ist das Sanctum erst halb fertig, als die Gerüchte über das AOBA-Virus aufkommen, und eigentlich noch nicht richtig betriebsbereit.

Nach und nach lernen wir - mal aus der Ich-Perspektive, mal durch einen personalen Erzähler - die Bewohner der sieben Wohnungen kennen. Da wäre einmal Ich-Erzählerin Gina aus Wohnung 3A, die Tochter der Guthries. Äußert katholisch erzogen, fast schon extremistische Denkweisen und wie der Rest ihrer Familie ein Waffennarr. Der cholerische Vater hat vor dem Einzug ins Sactum die Pferde erschossen, "damit sie nicht verhungern", die Mutter flüchtet sich in ihren Glauben und ihr Bruder Brett gafft (und grabscht) alles an, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Eine durch und durch durchgeknallte und unsympathische Familie.

"Er beäugt mich so schamlos von Kopf bis Fuß, dass es mir fast den Atem verschlägt. [...] Sein hemmungsloser Blick gleicht dem eines Tiers. Kein Deut höflicher Zurückhaltung."
(Cait über Brett, Seite 39)


In 2B wohnt der zweite Ich-Erzähler, Jae, Sohn von Stella und Yoo-Jin. Er ist ein Teenager, der Viedeospiele liebt und sich halbwegs gut mit Computern auskennt. Die letzte Ich-Erzählerin ist Cait aus 3B, ein Au-pair Mädchen aus Johannesburg, das von ihrem Gastvater Tyson mehr oder weniger ins Sactum verschleppt wurde, als alle Flüge in ihre Heimat gestrichen wurden, um weiterhin auf die kleine Sarita aufzupassen. Sie war für mich die einzig halbwegs normale Person in diesem Irrenhaus.

Auch aus den übrigen Wohnungen gibt es Erzähler, allerdings aus der personalen Perspektive. Da ist einmal James aus 4A, der mit seiner schicki-micki Freundin Viktoria und ihrem verwöhnten Hund Claudette ins Sanctum gezogen ist. Will Boucher aus 5A, der eigentlich nur Handwerker im Sanctum war und sich noch immer in der Einrichtung befand, als diese abgeriegelt wurde und der eigentlich viel lieber zuhause bei seiner sterbenskranken Frau wäre. Greg, der Erbauer des Sanctums, der auf Ebene 8 lebt. Und Trudi aus 4B, die mit ihrer kranken Mutter Caroline und ihrem aufbrausenden Vater Leo in einer der Wohnungen lebt. Die, so ganz nebenbei, jeweils um die $ 1.500.000 gekostet haben.

Bis auf Will sind alle Bewohner also stinkreich und ein priviligiertes Leben gewöhnt, alle leben in ihrer eigenen schrägen Welt und alle haben irgendwie einen Knall (allen voran der völlig widerliche Brett Guthrie). Kein Wunder also, dass es da zu Konflikten kommt. Vor allem, wenn plötzlich der Strom ausfällt - womit jegliche Kommunikation nach draußen sowie die Möglichkeit, die Luke zu öffnen, versagt - , der Erbauer des Sanctums stirbt und die Essens- und Wasservorräte knappt werden.
Und in diesem Fall führen die Konflikte unweigerlich zu Leichen.

Hört sich eigentlich super spannend an. Aber irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit keiner Figur mitgefiebert habe und dass mir auch keine so wirklich sympathisch war. Oder an den vielen Perspektivenwechseln. Oder daran, dass ich schon viel zu schnell wusste, wer der Mörder war. Irgendwie konnte die Story mich nicht packen und statt wie gefesselt vor dem Buch zu sitzen, musste ich mich durchbeißen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, Under Ground hätte so viel spannender und düsterer sein können.

Beklemmender Thriller

Von: Sonnige Bücher Datum : 09.12.2016

www.youtube.com/user/sonnigebuecher

Ich mag den Schreibstil von dem Autorenduo sehr gerne. Das Buch liest sich leicht - es ist spannend und beklemmend und auch die Gesellschaftskritik kommt nicht zu kurz. Aber alles weitere bei Interesse in meiner Videorezension! Schöne Weihnachtszeit Eure Sonne

Under Ground

Von: Niklas' Leseblog Datum : 27.11.2016

niklas-leseblog.jimdo.com

Ein tödliches Grippevirus grassiert in den USA. Während Chaos um sich greift, flieht eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen in einen unterirdischen Luxusbunker – das Sanctum –, ihre eigene, sich selbst versorgende Welt. Doch schon bald befeuern Abschottung und Enge erste Spannungen unter den Bewohnern. Als der Erbauer des Bunkers tot aufgefunden wird, bricht Panik aus. Mit ihm ist der Code zum Öffnen der Türen verloren. Der Sauerstoff wird knapp. Die Wasservorräte schwinden. Der Kampf ums Überleben beginnt.



"Under Ground" besticht durch seine beklemmende Atmosphäre und die Vorstellung, was wäre wenn...

...und kann doch nicht die Erwartungen hundertprozentig erfüllen.

Das liegt vor allem an den Charakteren - sie sind mehr oder weniger authentisch, haben aber zwei Probleme: Zum einen ist die Entwicklung, welche sie durchmachen, eher flach gehalten und flach gehalten sind die Protagonisten generell, Tiefe Fehlanzeige. Zum anderen sind es 0815-Charaktere: Sprich, Klischee lässt grüßen... Schade eigentlich, denn die Story hat Potential und einige Spannungs- und Unterhaltsungsmomente.

Die Story ist nämlich alles in allem wirklich in Ordnung, eine Durschnitts-Thriller-Handlung also, und das macht sie wirklich souverän. Da gibt es nichts auzusetzen, genauso wenig wie am Schreibstil - auch der ist wirklich gut, schön flüssig, angenehm zu lesen und fesselnd.

Schade also, dass die Charaktere dieses Buch nach unten ziehen!



Fazit: Ein alles in allem Durchschnitts-Thriller, dessen Charaktere aber ein No-go sind. 0815 und klischeehaft - schade, ansonsten wirklich eine spannende Idee!

Wenn der vermeintlich sicherste Ort der Welt zur tödlichen Falle wird...

Von: Claudia Bett Datum : 26.11.2016

www.claudiabett.com

Hinter dem Pseudonym S. L. Grey verbergen sich die beiden Autoren Louis Greenburg und Sarah Lotz. Sarah Lotz ist für viele Thrillerleser keine Unbekannte, denn aus ihrer Feder stammen die beiden Thriller "Die Drei" und "Tag Vier". Mit "Das Labyrinth der Puppen" legte das Autorenduo bereits 2011 sein Debüt vor und schrieb seitdem noch weitere erfolgreiche Horrorthriller, die jedoch bislang nicht alle ins Deutsche übersetzt wurden. In "Under Ground", ihrem neusten Thriller, beschäftigen sie sich nun mit der Frage, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten. Da auch ich mir diese Frage schon häufig gestellt habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch.
Die Ausgangssituation ist durchaus realistisch und nicht gerade unwahrscheinlich – ein Grippevirus, das zahlreiche Todesopfer fordert und sich rasend schnell ausbreitet. Ob es Sinn macht, sich aus Angst vor einem Virus in einen unterirdischen Bunker zu flüchten, wage ich zu bezweifeln, da es eigentlich auch vollkommen ausreichen würde, sich mit genügend Vorräten in seinen eigenen vier Wänden zu verbarrikadieren und den Kontakt zu Menschen möglichst zu vermeiden. Nun denn, die Protagonisten in "Under Ground" sind wahre Weltuntergangsfanatiker, teilweise sehr paranoid und auch wohlhabend genug, um sich auf jede Art von Katastrophe perfekt vorbereiten zu können. Sie haben sich eine Wohnung in der luxuriösen unterirdischen Bunkeranlage Sanctum gekauft, um Schutz zu finden, falls die Apokalypse hereinbricht. Damit die Bewohner des Bunkers auch unter der Erde auf keine Annehmlichkeiten verzichten müssen, hat Greg Fuller, der das Sanctum geplant und erbaut hat, scheinbar an alles gedacht. Die Wohnungen sind exquisit ausgestattet, die Sicherheitsanlage verfügt über einen Swimming-Pool sowie einen Fitnessraum, und da das Leben unter der Erde und ohne Tageslicht recht trist ist, wurden Bildschirme an die Wände montiert, auf denen Videoaufnahmen von Wasserfällen, schneebedeckten Bergen und tropischen Stränden zu sehen sind. Damit die Nahrungsmittelvorräte nicht knapp werden, verfügt der Bunker auch über riesige Vorratskammern und Kühlräume, einen Hühnerstall und Hydrokulturen. Für ihre Survival-Luxuswohnungen haben diese reichen Paranoiker ein halbes Vermögen bezahlt, um jede Apokalypse entspannt überleben zu können. Damit man sich diese Bunkeranlage ungefähr vorstellen kann und den Überblick über die Bewohner nicht verliert, befindet sich auf der ersten Seite des Buches eine Skizze des Sanctums, die diesbezüglich sehr hilfreich ist.
Fünf Familien gelingt es, das Sanctum rechtzeitig zu erreichen, bevor Greg Fuller die Luke schließt. Was auf den ersten Blick noch äußerst luxuriös schien, entpuppt sich allerdings schnell als reine Fassade. Offenbar hat Fuller beim Bau der Anlage an allen Ecken und Enden gespart – der Aufzug funktioniert nicht, trotz seiner Zusicherung gibt es keine ärztliche Versorgung und die Bunkeranlage ist nicht annährend so betriebsbereit, wie sie im Ernstfall sein sollte.
Sechszehn Menschen und ein Hund leben nun zusammen in diesem unterirdischen Bunker, zwar in getrennten Wohnungen, aber dennoch auf engstem Raum. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive von sechs Bewohnern des Sanctums geschildert. Da der Leser nur diese Personen näher kennenlernt, bleiben alle anderen Figuren recht konturlos und sind teilweise auch so klischeeüberladen, dass man sie eher als Typen und nicht als Individuen wahrnimmt. Doch selbst die Protagonisten, aus deren Perspektive berichtet wird, blieben mir bis zum Schluss seltsam fremd, obwohl es sich dabei um die einzigen Sympathieträger in diesem Thriller handelt. Für besonderen Zündstoff sorgt ein reaktionärer Waffennarr nebst seinem rassistischen, sexistischen Sohn und seiner Frau, die einem religiösen Wahn verfallen ist. Allein die Tatsache, dass sie nun mit einem koreanischen Einwanderer und dessen Familie zusammenleben müssen, lässt die Emotionen dieses ausgesprochen widerlichen Mannes, seinem nicht minder ekelhaften Sohn und dieser schizophrenen Religionsfanatikerin ziemlich hochkochen. Lediglich die sehr eingeschüchterte und verängstigte Tochter vermochte es, noch ein paar Sympathiepunkte einzuheimsen. Doch auch die meisten anderen Protagonisten sind recht gestörte Persönlichkeiten oder schlicht unangenehme Zeitgenossen und teilweise leider auch etwas überzeichnet.
Schon am ersten Tag kommt es aufgrund der Enge und auch der recht ungünstigen Personenkonstellation zu ersten Spannungen zwischen den Bewohnern, die jedoch erst dann vollkommen eskalieren, als Greg Fuller tot aufgefunden wird. Mit ihm stirbt auch jede Hoffnung, jemals wieder an die Erdoberfläche zurückkehren zu können, denn nur er kannte den Code, um die Luke zur Außenwelt wieder zu öffnen. Nicht nur die Tatsache, dass unter ihnen offenbar ein Mörder ist, sondern auch die recht knappen Nahrungsmittelvorräte lassen diese ohnehin paranoiden Menschen nun in Panik ausbrechen. Nun offenbaren sich auch all die Mängel des Sanctums, die Fuller ihnen verschwiegen hat. Die Lage des Bunkers ist geheim, die Internetverbindung ist abgerissen und auch mit dem Handy kann keine Hilfe geholt werden. Nur die Fernsehgeräte funktionieren noch. Schnell stellt sich heraus, dass das Grippevirus, vor dem sie sich eigentlich in Sicherheit bringen wollten, zwar Todesopfer forderte, aber keineswegs zu der befürchteten Pandemie führte. Es ist also geradezu grotesk, dass sich nun ausgerechnet der Ort als tödliche Falle entpuppt, an dem sich diese Paranoiker sicher wähnten. Da mir viele Protagonisten sehr unsympathisch waren und ihre Überheblichkeit teilweise ekelerregend und mehr als anstrengend war, konnte ich mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen. Lediglich mit einem kleinen Mädchen sowie dessen Aupairmädchen, das keineswegs freiwillig im Sanctum eingezogen ist, konnte ich mitfiebern und hoffte, dass sie wohlbehalten an die Erdoberfläche zurückkehren können.
Den beiden Autoren ist es ausgesprochen gut gelungen, die überaus klaustrophobische Atmosphäre in diesem Bunker sehr nachvollziehbar und eindrücklich zu schildern, sodass ich die Beklemmung geradezu körperlich spüren konnte. Gekonnt spielen sie mit den Ängsten des Lesers, denn die Vorstellung, mit einer Gruppe von fremden und überwiegend recht absonderlichen Menschen unter der Erde gefangen zu sein, ist ja schon mehr als beängstigend. Der Gedanke, dass Lebensmittel- und Wasservorräte zur Neige gehen, man um die letzten Reserven kämpfen muss, einer aus der Gruppe ein Mörder ist und man weder fliehen noch auf Hilfe hoffen kann, ist eine geradezu alptraumhafte Vorstellung. Aber wie verhalten sich Menschen in solchen Extremsituationen? Im Grunde wäre es sinnvoll, zusammenzuhalten, gemeinsam zu überlegen, wie man sich aus dieser Lage befreien kann und die Vorräte gerecht aufzuteilen. Doch das Wissen, dass sich innerhalb der Gruppe ein Mörder befindet, lässt das Zusammenleben von Misstrauen, Argwohn und Angst beherrschen, denn jeder verdächtigt jeden. Selbst innerhalb der Familien und Paarbeziehungen eskalieren Konflikte, die schon lange unter der Oberfläche brodelten. Schnell ist ein Hauptverdächtiger ausgemacht, gegen den sich nun der Hass aller richtet, den man aus der Gruppe ausschließt und isolieren will. Aber ist der Verdächtige wirklich für den Tod Fullers verantwortlich? Manche Protagonisten haben da ihre Zweifel, versuchen dem Ausgestoßenen zu helfen und ziehen damit wiederrum den Hass der anderen auf sich. Auch ohne zu viel verraten zu wollen, aber es wird nicht bei einem Toten bleiben und die Lage spitzt sich immer mehr zu.
Leider haben die Autoren sehr viel Potenzial verschenkt, denn gerade diese zwischenmenschlichen Konflikte, die angesichts dieser Extremsituation zutage treten, und die Abgründe, die sich in diesem erbitterten Kampf ums Überleben auftun, wären viel erschreckender und vor allem nachvollziehbarer, wenn die Charaktere differenzierter gezeichnet worden wären und etwas mehr Tiefe hätten. Das ist sehr bedauerlich, denn gerade die psychologischen Komponenten, die zu Beginn dieses Thrillers noch in Erscheinung treten, verlieren sich im Verlauf der Erzählung und geraten mit der zunehmenden Anzahl an Leichen immer mehr in den Hintergrund. Viele Protagonisten blieben mir einfach bis zum Schluss vollkommen fremd, sodass mir ihr Verhalten häufig nicht plausibel schien. Die Eskalation der Konflikte mutete zunächst noch durchaus realistisch an, denn dass Menschen in solchen Ausnahmesituationen die Kontrolle verlieren und auf geradezu erschreckende Weise alle moralischen Hemmschwellen über Bord werfen, scheint mir keineswegs abwegig zu sein. Die Glaubwürdigkeit ging jedoch im weiteren Handlungsverlauf immer mehr verloren.
Trotzdem war "Under Ground" überaus spannend, erschreckend und vor allem äußerst beklemmend. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig und schnell lesen und dieser Thriller weist keine Längen auf. Immer wieder hatte ich einen anderen Bewohner des Sanctums im Verdacht, der Mörder zu sein und fieberte mit den wenigen Sympathieträgern mit, diesem Alptraum doch noch entkommen und aus diesem unterirdischen Gefängnis fliehen zu können. Da es vor unberechenbaren und schwer durchschaubaren Protagonisten nur so wimmelt, ist die Anzahl der Verdächtigen entsprechend hoch. Umso schockierter war ich, als der Mörder dann feststand, denn mit dieser Auflösung hätte ich niemals gerechnet. Leider blieben die genauen Beweggründe des Täters im Dunkeln, sodass das Ende trotzdem nicht zufriedenstellend war und gerade an der recht schwammigen Ausarbeitung der Protagonisten scheiterte. Das ist wirklich bedauerlich, denn dieser Thriller war geradezu atemlos spannend und hätte mich durch tiefere Einblicke in die Psyche der Figuren vollkommen überzeugen können.
Dennoch kann ich "Under Ground" jedem empfehlen, der spannende Thriller zu schätzen weiß, sich auch vor blutigen und unappetitlichen Szenen nicht abschrecken lässt und sich schon die Frage gestellt hat, wie Menschen in Extremsituationen und unter Todesangst reagieren können.

...gut gemacht!

Von: Zwischen den Zeilen Datum : 18.11.2016

www.facebook.com/rundumsbuch

Rezension "Underground"

Der Südafrikanerin Sarah Lotz ist mit ihrem Debütroman - "Die Drei"(2014) - ein fulminanter Karierrestart gelungen, sodass Anfang 2016, Roman Nummer 2 folgen musste: "Tag 4". Durch ihre bedachte, zurückhaltende Art, Endzeitphantasien in ein schlüssiges Konzept zu verwandeln, wird sie von Fans und Presse in den höchsten Tönen gelobt:

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»‘Die Drei’ ist wirklich wundervoll. Eine Mischung aus Michael Crichton und Shirley Jackson. Man kann gar nicht aufhören zu lesen. Großartige Unterhaltung!« ( Stephen King)

“Ein ergreifender, zutiefst mitreißender Thriller, der einen dazu treibt, die ganze Nacht durchzulesen, und den man nicht so schnell vergessen wird.“ (SciFiNow)

"...rasend spannende Geschichte" ( Münchner Merkur)

"Sarah Lotz hat einen spannenden, clever konstruierten Thriller geschrieben..." ( Neue Westfälische)

"Die Drei beginnt als lupenreiner Mystery-Thriller und endet mit einem Epilog, in dem Lotz auf den Kopf stellt, was sie bisher überaus überzeugend vertreten hat. Folgerichtig – und hoffentlich ebenso spannend – setzt Lotz das lukrative Drama mit „Day Four“ fort." (Michael Drewniok - Phantastik Couch)

"'Die Drei' ist der Auftakt einer aufregenden Thriller-Serie der Südafrikanerin Sarah Lotz." ( JOLIE)

"Grandios!" ( The Guardian)

"Ein Page-Turner!" ( Marie-Claire)

"Ein fesselnder Thriller, der einen bis zur letzten Seite gespannt hält." ( Kirkus Reviews)

"Ein fesselnder Thriller." ( The Examiner)

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Jetzt meldet sie sich gmeinsam mit Autorenkollege Louis Greenberg zurück, und widmet sich dem Thema "Katastrophenprävention" und der Frage: "Was passiert, wenn der Mensch mit Extremsituationen konfrontiert wird?"

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»Ein Ausnahme-Thriller mit Klassiker-Potenzial!« (Starburst)

»S. L. Grey ziehen die Spannungsschraube bis zum Äußersten an - unglaublich!« ( Guardian)

»Under Ground packt dich und lässt dich nicht mehr los! Definitiv nichts für Leser, die unter Platzangst leiden!« ( SFX)

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Ich persönlich bin sehr froh darüber, dass sich die beiden Autoren dieses spezielle Thema ausgesucht haben, um es in ein für die Masse kompatibles Konstrukt zu verwandeln. Warum? Weil es in den USA (...typisch Amerika!!) bereits einen ähnlich konstuierten Luxusbunker gibt und sich dadurch der reale Hintergrund kaum mehr leugnen lässt:

'Im Jahr 2008 kaufte der Amerikaner Larry Hall in Kansas ein uraltes Raketensilo und funktionierte dieses zu einer atombombensicheren Hochsicherheitswohneinheit für paranoide Reiche um.
Die Wände bestehen aus beinahe drei Meter Beton, die Stahltüren, mit denen das Silo dichtgemacht wird, wiegen mehr als 70 Kilo. Er baute Luxusapartments die 53 Meter tief in den Erdboden hineinreichen. Wer sich von dem "Bunker" eine Scheibe abschneiden möchte, muss drei Millionen Dollar hinblättern – dafür bekommt man dann beinahe 170 Quadratmeter Wohnfläche.
Die Wohnungen sind komfortabel und hell. Es gibt zwar keine Fenster, dafür aber große Flachbildschirme an den Wänden, auf denen man wahlweise Stadtansichten von London und Paris oder gestochen scharfe Live-Aufnahmen aus der Umgebung des Raketensilos anschauen kann. Es gibt einen Pool und ein kleines Kino. Selbst Schulräume sind vorhanden.
Hall und seine Mitarbeiter versichern, dass ihre Luxuswohnungen fünf Jahre lang nicht auf Luft, Elektrizität oder Trinkwasser aus der Umgebung angewiesen sind, außerdem stehe eine unterirdische Farm bereit, um Fische zu züchten und Pflanzen wachsen zu lassen – streng organisch, versteht sich. Nach nur einem Jahr waren alle „Survival Condos“ im ersten Silo verkauft; Hall konnte sich daranmachen, Silo Nummer zwei auszubauen. Das komplette dritte Silo, das in Arbeit ist, soll sich schon ein anonymer Anleger gesichert haben.'
(Quelle: https://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article135509177/Die-Apokalypse-im-Luxusbunker-geniessen.html)

Jetzt zum Buch:

Zwischen der fiktiven Story und dem realistischen Faktum, lassen sich durchaus einige Parallelen feststellen. Zwar sind die Namen der "Bunker", bzw. die Beweggründe der Bauvorhaben unterschiedlich, der Hall-Komplex als solches, gleicht dem in S.L. Greys Geschichte aber fast bis aufs kleinste Detail.
Dass Sarah Lotz diesen tollen Plot dann zu einem spannenden Thriller zusammengebaut hat, erscheint mir in Anbetracht ihrer jüngsten Veröffentlichungen absolut sinnvoll, zumal es wahrlich ihr Steckenpferd zu sein scheint. Vergleicht man "Underground" mit ihren beiden Vorgängern, wird schnell klar, dass auch diese Novität, ganz eindeutig Lotz' Handschrift trägt. Sie...

- ...kreiert viele unterschiedliche, eigenständige Charaktere. (...die übrigens in jedem Buch sehr "multikulturell" auftreten.)

- ...erzeugt mehrere Handlungsebenen, die sich gut miteinander verbinden lassen.

- ...gibt dem Leser genügend Zeit die Protagonisten kennenzulernen, lässt aber auch den Hauptfiguren viel Platz, sich untereinander anzunähern.

Eines ist mir zudem noch positiv aufgefallen: Sie schafft es scheinbar immer wieder, eine durchaus gute Beziehung zwischen Leser und Protagonisten herzustellen (auch wenn sie für manche noch so oberflächlich erscheinen mag). Mir ging es zumindest beim Lesen so, dass ich bis zum Ende ein konstantes Interesse für den Geschichtsverlauf und die kunterbunt gemischte Figurenansammlung aufbringen konnte/wollte. Für mich ein ganz klares Zeichen dafür, dass die beiden Autoren ihr Handwerk bestens verstehen. Klar,...einzeln betrachtet hätte man den Figuren vielleicht noch mehr Tiefe verpassen können, bzw. diese mit mehr Hintergrundstory ausstatten dürfen, die Tragweite dieser "Problematik" (...scheint aufgrund der Kundenmeinungen im Netz als "Problem" durchzugehen ��) hält sich für mich aber in Grenzen.

Zu guter Letzt muss ich noch die Cleverness des Autorenduos unterstreichen: Sehr lobenswert fand ich übrigens die Sachlage, dass sich einige Parts/Kapitel - vor allem zu Beginn der Story - auch außerhalb des "Bunkers" abspielten, so hat man von der ersten Sekunde an, eine drohende Langeweile bzw. Eintönigkeit sofort im Keim erstickt.
Es ist außerdem ziemlich mutig, dass die beiden Autoren (Sarah Lotz hat ihre ersten beiden Romane ähnlich konzipiert) sich an einen so wahnsinnig schwierigen Aufbau herangewagt haben, 17(!!!) Protagonisten einzuführen und abwechselnd erzählen zu lassen. Es ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, die vorhandene Aufmerksamkeit (...in diesem Fall sind es 380 Buchseiten) gleichmäßig zu verteilen. Aber anscheinend sind Übung und Routine DIE zwei erfolgsversprechenden Faktoren, um auch diese Aufgabe solide meistern zu können.

Fazit:

Obwohl "Underground" - auf sprachlicher Ebene - mit Sicherheit nicht der 'hochbegabteste' Thriller ist (...könnte einfach an der Übersetzung liegen.) und man durchaus einige Sätze hätte mehr in Schuss bringen können, so hat er mich in punkto Unterhaltungswert und Themenausarbeitung trotz allem sehr überzeugt. Da die sogenannte "Spannung" ja im Auge des Betrachters liegt, bzw. sie von jedem Leser/jeder Leserin subjektiv wahrgenommen wird, kann und werde ich darauf nicht eingehen.
In Summe aber ist das Thema wirklich nett umgesetzt worden und hat aufgrund des realen Kerns, - für mich ganz klar - einiges an Attraktivität dazugewonnen.