Leserstimmen zu
Schamane

Kim Stanley Robinson

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Kim Stanley Robinson wurde vor allem durch seine Science Fiction Romane bekannt. In seinem neuesten Roman „Schamane“ stößt er nun nicht in zukünftige Welten vor, sondern taucht in die Anfänge des „modernen Menschen“ ab. Den zeitlichen Rahmen bildet das Jungpaläolithikum (ca. 30.000 v. Chr.), die Neandertaler werden allmählich von den Cro-Magnon-Menschen abgelöst, der Handlungsort liegt irgendwo in Europa. Vielleicht in der Dordogne, wo man noch heute die Höhlen von Lascaux mit ihren außergewöhnlichen Höhlenmalereien besichtigen und eine vage Vorstellung vom Leben in diesen Zeiten bekommen kann (sehr empfehlenswert!). Hauptfigur ist ein Junge, zwölf Jahre alt und elternlos. Sein Name ist „Eistaucher“, und er lebt bei der Heilerin und dem Schamanen des Stammes, dessen Amt er eines Tages übernehmen soll. Dazu bedarf es bestimmter Fähigkeiten und Talente, die sowohl getestet als auch geschult werden müssen. Zu diesem Zweck muss sich Eistaucher einem Initiationsritus unterziehen: er muss hinaus in die Wildnis, die das Lager des Stammes umgibt. Dort muss er ohne Hilfe überleben und sich gegen die Gefahren behaupten, aber gleichfalls auch eins mit der Natur werden - die australischen Aborigines würden es „den Traumpfad gehen“ nennen… Das ist die Ausgangssituation in Kim Stanley Robinsons „Schamane“, der fast schon ein populärwissenschaftliches Sachbuch in der Form eines historischen Romans ist und die Lebensbedingungen der europäischen Steinzeit beschreibt. Am Einzelschicksal von Eistaucher zeigt er nicht nur die Entwicklung eines Individuums, sondern auch die Veränderungen innerhalb einer Stammesgesellschaft. Und das macht der Autor äußerst bildhaft und mit unzähligen Informationen gespickt, die den interessierten Leser animieren, Teilaspekte herauszugreifen, um diese zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen. Die eher ruhige, unaufgeregte Erzählweise stört in diesem Falle nicht, sondern passt zu den Schilderungen. So entsteht ein atmosphärisch dichtes, stimmiges Gesamtwerk über eine ungeheuer spannende Epoche in der Menschheitsgeschichte. Lesen!

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Die ersten zweihundert Seiten sind unheimlich gut geschrieben. Die Geschichte beginnt mit dem einzigen Highlight des Buches und flacht danach grandios ab. Der Roman spielt in einem Land während der Eiszeit vor 30.000 Jahren und erzählt die Geschichte eines angehenden Schamanen und Waisen. Was wunderbar mit Beschreibungen der Gefahren, der Natur und den Begegnungen mit Neanderthalern und anderen Cro-Magnon-Menschen beginnt, so, dass man gar nicht mehr aufhören mag zu lesen, mündet in eine dreihundert Seiten lange Beschreibung des weiteren Lebens der Hauptperson. Nicht uninteressant, jedoch arg langweilig auf die Dauer, denn es entsteht kein weiterer Spannungsbogen, die Geschichte plätschert vor sich hin. Vor gut zwanzig Jahren brachte der Heyne Verlag die mittlerweile sechsbändige Reihe “Die Kinder der Erde” rund um das Cro-Magnon-Paar Ayla und Jondalar von Jean Marie Auel heraus – grandios bis zum 5. Band. Grandios im Zeitalter des Würm-Glazials zwischen der heutigen Krim-Peninsula und dem französischen Centralmassiv spielend. Den Schamanen kann ich leider nicht empfehlen, aber irgendwie kramte ich die obige Reihe von Jean Auel wieder hervor und werde darin schmökern

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