Leserstimmen zu
Im Herzen der See

Nathaniel Philbrick

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Taschenbuch
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Inhalt: November 1820: 4.000 Kilometer westlich der südamerikanischen Küste kentert das Walfängerschiff Essex nach dem Zusammenstoß mit einem scheinbar rachsüchtigen Pottwal. Die 20-köpfige Besatzung kann sich gerade noch in die drei Beiboote retten-doch damit beginnt ihr Abenteuer erst. Geschwächt durch Hunger, Durst und Angst segeln sie drei lange Monate lang über das offene Meer, mit dem Ziel, die südamerikanische Küste zu erreichen. Aber nicht jeder wird diese erreichen… Meine Meinung: Inspiriert von der tragischen Geschichte des Walfängers Essex ist 1851 „Moby Dick“ erscheinen. Während Herbert Melville sich jedoch mehr auf das Kentern des Schiffes durch den Wal und die anschließende Jagd auf diesen konzentriert, liefert uns Nathaniel Philbrick einen detaillierten und genauestens recherchierten Tatsachenbericht, verpackt in einen Roman. Denn obwohl ungeheuer viele Informationen zu Nantucket und der Besatzung der Essex auf den Leser einprasseln, liest sich das Buch sehr spannend. Zwar dauert es einen Moment, bis Nathaniel Philbrick zur eigentlichen Geschichte kommt, was manchen Leser, wie auch mich, vielleicht ein bisschen stören wird. Die ganzen Infos über Nantucket sind zwar nicht uninteressant, ich hätte sie aber nicht gebraucht. Der Hauptteil selbst nimmt nur wenig Raum ein, schnell hat man sich durch die Odyssee gelesen, die die Männer auf offenem Meer erleben-ziemlich schade, wie ich finde, zumal es mir an Emotionalität fehlte. Der Autor beschreibt die zahlreichen Probleme, vor die die Besatzung in den drei Booten gestellt wird, unter anderem Hunger, Durst und später auch Kannibalismus, nur fällt es schwer, nachzuvollziehen, was die Männer in der Situation wirklich denken. Hier hätte ich mir weniger Zitate aus überlieferten Berichten der Männer und Fachwissen gewünscht, sondern mehr Gedanken und Gefühle. Innensicht wäre da angebracht gewesen, denn schließlich ergibt sich der Autor trotz der Faktenorientiertheit auch oftmals in Spekulationen, die meiner Ansicht nach nicht immer so angebracht waren. Interessant fand ich es dann nochmals gegen Ende zu erfahren, was aus den einzelnen Besatzungsmitgliedern geworden ist. Das Unglück sehr unterschiedlich verarbeitend, differenzieren sich ihre Lebensgeschichten dann sehr voneinander-während der eine weiter auf Walfang geht, bleibt der andere lieber als Nachtwächter in Nantucket. Allerdings hätte man den Glossar mit den Worterklärungen statt ans Ende lieber an den Anfang des Buches packen sollen, da es im Buch nur so von Walfängerbegriffen wimmelt. Fazit: „Im Herzen der See“ ist trotz mehr Fakten als Fiktion spannend zu lesen, die Odyssee der Besatzung nach dem Kentern der Essex hätte aber noch eindringlicher und emotionaler beschrieben werden können, zumal diese nur einen kleinen Teil des Buches einnimmt. Wer sich für die tragische Geschichte der Essex fasziniert, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen, von mir gibt es jedoch nur 3 von 5 Herzen.

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Kawummm! Das war ein tolles Buch! Wahrscheinlich haben viele von Euch den oben im Trailer gezeigten Film im vergangenen Jahr in den Kinos gesehen. Da ich allerdings nicht so wirklich ins Kino gehe, ging dieser Film an mir vorbei. Und jetzt, wo ich das Buch gelesen habe, muss ich den Film unbedingt noch auf DVD sehen! Aufmerksam wurde ich auf Nathaniel Philbricks Roman nämlich nicht über Trailer oder Film, sondern weil ich auf der Suche nach Büchern war, die auf dem Meer spielen. Piratenbüchern, Seefahrerbüchern. So kam es ja auch, dass ich das Hörbuch zu Herman Melvilles Moby-Dick kürzlich hörte und rezensierte. Ich liebe das Meer! Und ich habe zur Zeit eine sehr große Sehnsucht danach. imherzenvorneDer oben erwähnte Film basiert auf dem Roman von Nathaniel Philbrick. Und dieser grandiose Roman erzählt uns eine Geschichte hinter dem Melvilleschen Moby-Dick. Es ist November 1820. Mitten auf dem Pazifik wird der Walfänger Essex von einem Pottwal gerammt. Die Crew überlebt auf Beibooten. Von da an kämpfen sie weit entfernt von der südamerikanischen Küste ums Überleben und verlieren dabei nicht nur zum großen Teil ihr Leben, sondern auch ihre Menschlichkeit. Letztlich ist es fast ein überaus spannendes Sachbuch, das Philbrick uns hier abliefert. Der Leser wird von Anfang an intensiv mit dem Leben als Seefahrer und Walfänger vertraut gemacht. Detailreich darf man den Alltag der Crew miterleben. Dennoch fand ich es nicht so unerträglich und schrecklich wie bei Melvilles Moby-Dick, bei dessen Schilderungen über die Walzerlegungen mir ganz anders wurde. Darüber hinaus ist “Im Herzen der See” ein echter Pageturner, was man von Moby-Dick nun nicht gerade sagen. Dennoch gibt es im Netz auch die ein oder andere Kritik an dem Buch. Nämlich, dass es trotzdem mehr Tatsachenbericht als Roman sei, dass die Crew und deren emotionales Befinden zu kurz kamen. Mich hat das nicht einmal gestört. Es war einfach klar geschrieben und liess mir dadurch einen eigenen Spielraum, mich einzufühlen und mir vorzustellen, wie es mir wohl in dieser Zeit auf diesem Schiff oder als Schiffbrüchige ergangen wäre. Und ich kann Euch sagen! Ich bin sehr froh, dass ich diese Ereignisse gemütlich von der Couch oder vom Bett aus verfolgen durfte und nicht den Naturgewalten ausgesetzt auf hoher See drei Monate um mein Leben kämpfen musste! Dieses Buch ist für alle Abenteuerer da draußen, für Fans von Seefahrt und Moby-Dick, für solche, die Fluch der Karibik mögen und gut recherchierte Bücher! Habt viel Spaß damit!

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Cover: Das Cover ist in Hochglanz gehalten. Tiefblauer Hintergrund mit Wasser ziert das Bild, mitten im Vordergrund sehen wir ein Boot und darunter ein etwa 100 Mal so großer Wahl. Meine Zusammenfassung und Meinung: Jeder von uns wird Moby Dick kennen: der weiße Wal, den Capitain Ahab durchs Weltmeer jagt, um den weißen Riesen zu erlegen, der ihm ein Bein gekostet hat. ‚Im Herzen der See‘ jedoch erzählt eine andere Variante der Geschichte vom Capitain und seinen Männern des Walfangschiffes Essex, die auf dem Pazifik von einem weißen Riesenwal gekentert werden, der sie angriff, weil er eine Schule Weibchen in Gefahr sah und sie es knapp auf die Beiboote schafften. 4000 Kilometer vom Land entfernt ist die Crew über drei Monate auf sich alleine gestellt, ohne ausreichend Verpflegung. Das Buch schildert sehr vorstellungsgenau die Situation auf dem Meer, den blanken Kampf ums Überleben. Nachdem die Männer es in die Beiboote geschafft hatten, kehrte recht schnell der Hunger ein. Der unstillbare Durst, mit einem Meer um sich herum an Wasser, was man aber nicht trinken kann, da dich jeder Schluck nur weiter austrocknet. Der Drang nach Kannibalismus spielte dabei auch eine Rolle. So stellte sich die Frage, ob sie nun einen der Männer essen dürften, wenn dieser gestorben sei. Für mich war das Buch ganz interessant, da ich Moby Dick schon seit meiner Kindheit kannte. Die Geschichte, die zu diesem Buch führte, zu lesen, hat mir dabei viel Spaß gemacht. Im Buch selbst finden wir einige Zeichnungen zu Erzählungen, darunter auch ein Bild der Essex mit der Beschreibung ihrer Größe und Ausstattung. Unter anderem aber auch Bilder über andere Kulturen. So hatten die Walfänger selbst Angst vor den eingeborenen Walfängern der Südseeinseln, die zu Kannibalismus neigten. Viele Jahre später wurde auch eine Kiste versteigert, die in der Nähe des Wracks geborgen wurde. Bewertung: Für mich ein sehr solides Buch. Es ist nicht nur was für Fans und es werden auch keine Vorkenntnisse benötigt.

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Moby Dick - die Geschichte zu lesen, ist eine Reise, aus der man nicht so schnell entkommt ... Was ist damals passiert? Wie hat sich die Geschichte, aus der später Moby Dick wurde wirklich ereignet? Zu Beginn findet der Leser eine schöne Illusttration, ein Inhaltsverzeichnis und eine Karte der Fahrtroute der Essex. Ganz hinten im Buch findet man ein Glossar "Der Seemanns-sprachlichen-Ausdrücke". Man verschmilzt sofort mit der Geschichte. Es handelt sich nicht nur um einen gewöhnlichen Roman, nein es handelt sich um die Geschehnisse des Walfängerbootes im 19. Jahrhundert. Anhand der Literaturstellen, die gegen Ende des Buches aufgelistet sind, merkt man, dass es sich um eine gut recherchierte Handlung handelt und von der man ausgehen kann, dass es sich so zugetragen hat. Der Autor bezieht sich auf Augenzeugenberichten, auf Tagebucheinträgen und weiteren Büchern. Es ist ein Abenteuerroman vermischt mit interessanten wissenschaftlichen Tatsachen, die dem Leser eine spannende Zeit verschaffen. Der Leser erfährt, wie das Leben als Walfänger, auf hoher See, im 19. Jahrhundert war. Aufgrund des sprachlich schönen Schreibstils, konnte man sich die Zeit damals sehr gut vorstellen und die Emotionen mitfühlen. Man erlebt nicht nur, die Geschichte um den Walfänger Essex, sondern, man bekommt eine Vorstellung der Walfängerstadt Nantucket und wie es der Stadt erging, deren Exportgut das begehrte Walöl war. Dieses Buch vereint viele interessante Eigenschaften und ist eine absolute Leseempfehlung!

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Ein Buch, welches nicht nur vom Untergang der Essex erzählt, sondern von den Zufällen, an deren Ende das Buch *Moby Dick* steht: 1.) Der Angriff eines Pottwals auf die Essex, wobei die Tiere eigentlich recht friedlich sein sollen. Aber nicht, wenn es sich um ein paarungsbereites Männchen handelt, das eine Schule Weibchen in Gefahr sieht. Der gebrochene Unterkiefer aus der ersten Attacke stimmte den Angreifer auch nicht gerade freundlicher. 2.) Der Überlebenskampf der Crew auf der Suche nach Land. (Siehe auch Wikipedia, Fotos der Protagoisten des Buches sind dort zu sehen.) 3.) Der weiße Wal Mocha Dick, welcher fünf monatelang nicht zu erlegen war, bis er, wahrscheinlich von den ganzen Harpunen in seinem Körper geschwächt, gefangen werden konnte. 4.) Letztendlich heuerte Melville auf einem Schiff an, auf dem der Sohn des Überlebenden Chase ebenfalls seinen Dienst versah. Ohne diese vier Faktoren, hätte es das Buch *Moby Dick* nie gegeben. Man erfährt viel über die kulturellen Bedienungen auf Nantucket (Quäkertum), welche einigen Überlebenden halfen, die unglaublichen Entbehrungen zu überwinden. Alle Informationen, die man bekommt, fokussieren sich auf die Essex – Medizin, Strömungslehre, Biologie, Religion, Kultur und Geschichte. So kommt es, dass der Leser am Ende des Buches sehr viel über die Medizin und Psychologie von extremen Hungern weiß. Dabei wird der Tonfall nie marktschreierisch, nie verurteilend, nie schrill – auch nicht bei so schwierigen Themen wie das Zurücklassen von Matrosen auf einer abgelegenen Insel oder auch Kannibalismus. Fazit *Moby Dick* startet im Wettbewerb *Schlechtes Buch 2016*, *Im Herzen der See* konkurriert dagegen im Wettbewerb *Bestes Buch 2016*. Gute Chancen hat es. Vorkenntnisse sind nicht nötig.

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Im Herzen der See hat mein Interesse erweckt, da ich die Verfilmung gesehen hatte. Es ist äußerst fesselnd, obwohl es auch durchaus dokumentarisch wirkt und fast wissenschaftliche Beschreibungen beinhaltet. Sehr detailreich und anschaulich, dadurch auch oft brutal, aber auf jeden Fall lesenswert, werden die Ereignisse beschrieben. Philbrick scheibt nicht emotional, aber auch alles andere als abgeklärt - für den Leser aber sehr ergreifend.

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