Leserstimmen zu
Heldentage

Sabine Raml

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Dieser Jugendroman geht um eine ernste Sache. Um Kinderarmut. Aber auch, wie sich ein Kind damit fühlt, wenn es zu kleine Schuhe trägt, aufgetragene Kleidungsstücke und selten etwas zu Essen bekommt. Das mit dem Essen fand ich in dem Buch am erschreckendsten. Es las sich so, als ob Lea fast nie etwas isst. Das Geld, was ihre Mutter hat, investiert sie in Alkohol und Zigaretten. Diese Dinge besorgt sie sich aber nicht selber, sondern schickt ihre 15 jährige Tochter. Mitte des Monats werden schon neue Schulden gemacht um die Sucht der Mutter zu finanzieren. Lea ist das alles sehr peinlich, doch wenn sie ohne diese Dinge nach Hause kommt, wird ihre Mutter auch mal handgreiflich. Lea schämt sich und deshalb erzählt sie es keinem. Allerdings frag ich mich, ob das keinem auffällt. Auch wenn Lea alles dafür tut, dass niemand erfährt, wie es wirklich zuhause aussieht, müsste es nicht irgendjemand mitbekommen? Wieso muss eine 15 jährige den Haushalt schmeißen und ihre Mutter versorgen. Leider gibt es diese Probleme viel zu oft und die wenigsten holen sich Hilfe. Sie schämen sich, für ihre Sucht und für ihre Ratlosigkeit. Viele Mütter haben sicher auch die Angst das ihnen direkt ihr Kind entzogen wird. Aber ist es nicht ein gutes Zeichen, wenn man sagt „Ich bin überfordert, ich brauche Hilfe!“ ? Ich denke somit zeigt man einen Willen zur Veränderung. Das Buch zeigt auf, dass Lea es trotzdem irgendwie schafft weiter zu machen. Mit ihrer Hoffnung auf ihren 18. Geburtstag überlebt sie jede Situation. Sie glaubt an ein besseres Leben und ich denke die Hoffnung und der Glaube an bessere, schönere Zeiten kann viel bewirken. Manchmal weiß man nicht, was gerade ein Tagtraum oder die Realität ist, da sie von einem zum anderen Thema springt. Sie ist sehr verwirrt und das merkt man auch. Was mir gefehlt hat, waren ein paar Antworten. Wieso weiß der Vater nichts von den Zuständen zuhause. Kommt er seine Tochter nie besuchen, oder lädt sie zu sich nach Ibiza ein? Schließlich schickt er ihr doch auch Postkarten. Was wird mit der Mutter? Und was ist mit ihrem 18. Geburtstag? Dafür das sie ihn so herbeisehnt, hätte ich erwartet er kommt auch im Buch vor. Das Thema des Buches finde ich in den heutigen Zeiten sehr wichtig. Ich selber habe einige Zeit in einer Kleiderkammer gearbeitet, doch bei uns gab es keine Kleidungsstücke mit Namen drauf oder zerlumpte Sachen. Ich weiß nicht, wie das in anderen Kleiderkammern ist, aber bei uns braucht man dafür auch keine Karte vom Amt und so kaufen dort viele Menschen ein, die schöne, günstige Sachen suchen.

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Kurzbeschreibung Das aufsehenerregende Debüt einer ungewöhnlich talentierten Autorin Lea ist fünfzehn und hat viele Träume: Sie will schreiben. Sie will rennen, ohne je außer Puste zu sein. Sie will so wunderschön sein wie ihre beste Freundin Pola. In ihren Träumen ist Lea eine Heldin. Im richtigen Leben klappt es manchmal nicht: Gerade hat sich Lenny, Leas erster Freund, von ihr getrennt. Sie vermisst ihn schrecklich. Leas Mutter versinkt in ihren eigenen Problemen und kann Lea nicht helfen. Aber es gibt ja noch Pola und die Clique – und einen tollen neuen Jungen an der Schule, der sich unbegreiflicherweise für Lea interessiert ... Im Laufe eines langen Sommers findet Lea heraus, dass sie eigentlich doch auch eine Heldin ist, jeden Tag ein bisschen. (Quelle: Random House) Äußere Erscheinung Auf dem Cover befindet sich in großer schwarzer Schrift der Titel vor einem Hintergrund, der von einem türkisgrün (oben) in ein orange (unten) überläuft. Dir Farbkombination erinnert an einen Sonnenuntergang und gefällt mir persönlich sehr gut. Neben dem Titel ziert eine schwarze Sillhouette, die vermutlich die Protagonistin Lea darstellen soll, das Cover. Im Großen und Ganz mag ich das Cover, es hat einfach was, vor allem mit der Skyline von Berlin (?) am unteren Rand. Erster Eindruck Das Buch ist im Präsens geschrieben, was bei mir immer gleich den Eindruck vermittelt, dass es tiefgründiger wird (Ist in den meisten Fällen so) und wurde nicht enttäuscht. Lea erzählt uns so von ihrem Leben als minderbemittelte Jugendliche in Berlin (Ich habe es nicht explizit im Buch gelesen, dass es in Berlin spielt, aber ich habe das von anderen Bloggern so aufgeschnappt) und lässt uns an ihrem außergewöhnlichen Blick auf die Welt teilhaben. Meine Meinung Anfänglich hatte ich große Hoffnungen an das Buch, weil es vor allem in der Zeit, in der ich in einer Buchhandlung Praktikantin war, sehr beworben wurde und ich es einfach haben musste. Lea mochte ich von Anfang an und ich habe wirklich mit ihr mitgefühlt. Sie hat Asthma, was ja schon schlimm genug ist. Darüberhinaus lebt siemit ihrer alkoholkranken Mum, sie haben kein Geld und werden vom Staat finanziell unterschützt. Die arme Lea muss mit ihren 15,75 Jahren ihrer Mum den Alkohol und die Zigaretten besorgen (?!?!?!), die Termine auf den Ämtern wahrnehmen und bleibt deswegen sogar sitzen. Wie mies ist das denn von ihrer Mutter, mal ehrlich. Ich kann diese Frau nicht leiden. Ich glaube, dazu muss ich nichts weiter sagen. In dem Buch geht es quasi komplett um ein paar Tage in Leas Leben. Es gibt so einige Flashbacks von Lea, ihrem 15. Geburtstag und ihrer Beziehung mit Lenny, mit dem sie in einer Klasse war, bis sie sitzen blieb. Aus dem Typen wurde ich ehrlich gesagt nicht schlau. Er schien mir zu … ich weiß nicht … oberflächlich, würde ich sagen, und er lässt sich leicht von seiner Familie beeinflussen (wenn das denn stimmt, was er erzählt hat. Ich trau ihm nicht über den Weg). Ich weiß wirklich nicht, was Lea an ihm findet und anscheinend musste sie eine ganze Menge an ihm gefunden haben, denn gefühlte 50 Prozent des Buches denkt sie an ihn und hat Liebeskummer. An diesen Idioten hätte ich nicht einen müden Gedanken verschwendet. Dann gibt es da noch Pola, Leas beste Freundin. Ich stelle sie mir als lebensfrohes, tiefenentspanntes (dank Yoga) Mädchen vor, die barfuß durch die Gegend läuft und sich als Sportmodell etwas dazu verdient. Sie ist das krasse Gegenteil von Lea, wie ich finde und immer für sie da, obwohl sie von der Hälfte der Dinge, die in Leas Leben abgehen, keine Ahnung hat. Respekt dafür. Ich glaube, ich würde schon ein wenig neugierig sein, wenn meine beste Freundin alles tut, um mich von ihrem Home fernzuhalten. Die Clique besteht noch aus ein paar mehr Leuten, die allerdings nicht wirklich wichtig sind und nur so nebenbei mal erwähnt werden. Aber dann kommt Joe, er ist neu und sitzt in Leas alter Klasse auf ihrem alten Platz. Ja, okay, dachte ich mir, vermutlich wird er ihr helfen, über Lenny hinwegzukommen. Hört sich gut an. Leider kam Joe viel zu selten vor, um eine wirkliche Beziehung aufzubauen. Deshalb war es für mich stellenweise etwas unlogisch, wie sie so schnell Gefühle entwickeln konnte. Sie kennt ihn doch gar nicht. An dieser Stelle möchte ich zu den Beschreibungen und Begrifflichkeiten kommen, die ich so noch nicht so oft gelesen habe. Sabine Raml beschreibt wirklich schön und durch Leas zuvor schon erwähnte Weltanschauung kommen dann auch mal sehr witzige Dinge raus, so heißt zum Beispiel die Buddha-Statur der Nachbarin Speedy Gonzales und die alte Aldi-Tüte Bello (Um das zu verstehen, sollte man das Buch lesen). Handlung? Joa, wir begleiten Lea in ihrem Leben nach ihrer Beziehung und das war’s eigentlich schon. Es ist wirklich ein Buch, für dessen Thematik (nämlich das Leben eines armen Mädchens in einer Großstadt mit einer Alkoholikerin als Mutter) man sich wirklich interessieren muss, sonst wird es leicht langweilig. Es hat wirklich sehr lange gedauert, bis sich etwas tut und man die Entwicklung wirklich sieht. Im Klappentext steht, dass Joe, der neue Junge, dabei eine große Rolle spielt und dass ihre Entwicklung über den Sommer geschieht. Beides habe ich nicht so empfhunden. Joe hatte nur eine sehr kleine Rolle und das auch erst im späteren Teil des Buches. Der Sommer selbst war kaum ein Thema. Da wurde das Versprechen des Verlags leider nicht gehalten, aber ich will mal nicht so sein, denn eins ist mal klar, das Buch ist definitiv etwas Besonderes, wenn man sich dafür interessiert und glücklicherweise tue ich das. Dennoch bin ich der Meinung, man hätte mehr aus dem Buch herausholen können. Die Geschichte mit Joe war meiner Meinung nach viel zu wenig beleuchtet, wenn sie doch eine so wichtige Rolle einnimmt, dass man sie auf dem Klappentext erwähnt hat. Hier ist echt noch Verbesserungspotenzial, aber mehr kann ich nicht bemängeln. Fazit Eine tiefgründige Lektüre, die zeigen soll, dass egal, wie mies unser Leben vielleicht sein mag, jeder von uns ist ein Alltagsheld. Jeder auf seine ganz andere Art und Weise Meine Kindheit ist vielleicht noch so schlecht verlaufen wie Leas, aber ein Kinderspiel war sie für mich auch nicht immer. Wenn man die wenigen Schwächen des Buches dazu addiert, kann ich dem Buch trotzdem noch guten Gewissens drei Schmetterlinge geben (einen Abzug wegen der quasi nicht vorhandenen Romanze und einen weiteren, weil man sich wirklich für das Thema interessieren muss, wenn man nicht eingeschläfert werden will). Bewertung 3/5

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Im Mittelpunkt steht die 15 3/4 Jahre alte Lea oder auch Spaghetti. Sie wünscht sich nichts mehr als endlich sorglos schreiben zu können als echter "Schreibbuddha", Rennen zu können ohne zu sterben, ihr Verhältnis mit Lenny zu klären und sich nicht mehr für alles schämen zu müssen. Doch all dies ist nicht so einfach, wenn man von dem Geld der Sozialhilfe lebt und sich Zuhause um eine Mutter, die Alkoholikerin ist, kümmern ist. Noch dazu ist sie Sitzengeblieben, was für sie wie ein riesiges Hindernis zu ihren damaligen Freunden wirkt. Das Buch startet mit einem Zitat aus dem Song "Heroes" von David Bowie und so ging ich mit hohen und Erwartungen auch vom Klappentext an das Buch heran. Leider erfüllten sie sich nicht so ganz. Die Geschichte floss ohne einen wirklichen Spannungsbogen dahin. Lediglich ein Wendepunkt auf den letzten 50 Seiten verleiht der Geschichte neuen Schwung. Auch ihr Umfeld scheint eher desinteressiert an allem was passiert. Im Gegensatz dazu gefiel mir Lea sehr gut. Sie kämpft ihren eigenen Kampf und gibt nicht auf. Lässt sich von nichts und niemandem unterkriegen. Erst einmal wirkt sie wie ein normaler Teenager, der mit dem Erwachsen werden kämpft. Doch immer schneller wird klar, dass ihre Mutter ein akutes Alkoholproblem hat und auch Lea eher die Rolle des Erziehungsberechtigten einnimmt und nie zur Ruhe kommt. Trotzdem wird sie zu keinem Punkt bemitleidenswert dargestellt. Letztendlich war das Buch nicht schlecht. Es war für mich lediglich nicht wirklich fesselnd genug. Das lag wahrscheinlich zum Großteil an der Art wie ihre Freunde und auch ihre Mutter beschrieben wurden. In der Art, wie Lea oft reagiert und wie Pola am Ende aufklärt, auch von anderen wahrgenommen wird, hätte ich im realen Leben schon längst irgendetwas unternommen. Selbst die Ärzte schien der Zustand von ihr bis zum Wendepunkt am Ende relativ neu vorzukommen. Trotz alledem fand ich das Buch lesenswert. Ich würde es jedoch eher jüngeren Lesern empfehlen.

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"Schlechte" Seiten gab es für mich vor allem am Anfang des Buches viele. Es viel mir schwer mich reinzulesen, da die Geschichte für mich teilweise nicht nachzuvollziehen war bzw. nicht realistisch. Dasd hat sich allerdings zur Mitte des Buches gelegt, wo ich dann auch zu meinem lieblingscharacter gefunden habe. Das Ende fand ich wieder eher mittelmäßig, aber alles in allem war es ein gutes Buch mit toller Geschichte und guten Figuren.

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Ein tolles Buch

Von: Buecherdenise

23.07.2015

Allgemeine Info: Autor: Sabine Raml Verlag: Heyne Verlag Erscheinungsdatum: 2. März 2015 Seiten: Gebundene Ausgabe 304 Seiten Klappentext: Das Leben hat echt einen Knall! 790 Tage, dann ist Lea endlich volljährig! Sie kann es kaum erwarten. Bis dahin steht ihr aber noch ein harter Sommer bevor: Lenny, ihr erster Freund, serviert sie einfach ab. Ihre Mutter versinkt so in ihren eigenen Problemen, dass sie das Haus nicht mehr verlässt. Und Lea selbst? Sie möchte an manchen Tagen einfach nur davonlaufen und nie, nie mehr zurückkommen. Aber in ihrem tiefsten inneren ist sie eine Heldin und zeigt dem Leben einfach die kalte Schulter, wenn es sein muss... Eigene Meinung: Ein großartiger Debütroman einer begnadeten Autorin die über das Leben der 15 jährigen Lea schreibt. Lea hat es nicht leicht in ihrem Leben, nicht nur das sie selbst mit Asthma zu kämpfen hat, auch zu Hause ist nicht alles wie es sein sollte, denn ihre alkoholkranke Mutter leidet an Depressionen und das eh schon sehr knappe Geld wird immer wieder in neue "Flaschenfreunde" gesteckt. Sabine Raml hat ein Roman über das wahre Leben geschrieben und gewährt Einblicke hinter die Fassade von zerütteten Familien. Erschreckende Einblicke die mich bestürzt zurück gelassen haben, denn ich will mir gar nicht ausmalen, wie viele Kinder so aufwachsen müssen ... Lea ist eine sehr anstregende Protagonistin, aber in der Situation in der sie sich befindet durchaus verständlich und nachvollziehbar. Sie versucht ihrem Leben immer öfter zu entfliehen und driftet in ihre Tagträume ab. Obwohl es Lea daheim nicht leicht hat, ist sie eine starke junge Frau die sich irgendwie durch´s Leben boxt und ihren 18. Geburtstag entgegenfiebert ... endlich ausziehen und ein eigenes Leben führen. Der Schreibstil von Sabine Raml war ungewöhnlich. Sehr gefühlvoll beschreibt sie das Leben ihrer Protagonistin in kurzen, knappen, aber dennoch aussagekräftigen Sätzen.

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Über "Heldentage" habe ich viel Gutes gelesen und gehört und da ich den Klappentext ansprechend fand, landete es eines Tages auf meinem SuB. Die 15-jährige Lea ist mit ihrem Leben mehr als unglücklich. Es dauert noch 790 Tage, bis sie endlich erwachsen ist, ihrer Meinung eindeutig zu lang. Denn Leas Mutter ist nach der Trennung von ihrem Mann starke Alkoholikerin geworden und kommt gar nicht mehr aus ihrem Zimmer raus. Deshalb muss Lea ihr immerzu neuen Alkohol und Zigaretten kaufen. Ihre Mutter ist ihr schrecklich peinlich, deshalb lädt sie nie Freunde zu sich nach Hause ein. Ausserdem wird Lea von Asthma geplagt und ihr Schwarm Lenny hat Schulss gemacht. Und als könnte alles nicht noch schlimmer kommen, erlaubt ihre Mutter ihr nicht, mit ihrerer besten Freundin Pola in den Sommerferien in den Urlaub zu fahren. Lea ist ein sympathisches, nettes und sehr schüchternes Mädchen. Man merkt stark, wie sehr Lea unter ihrer Mutter leidet und das ist auch ein grosser Aspekt im Buch. An manchen Stellen wirkt sie kindlich, an anderen sehr erwachsen und oft driftet sie in ihre Gedanken ab. Als Leser konnte ich mich aber gut mit ihr identifizieren. Mit der Zeit wird Lea dann klar, dass sie jeden Tag eine kleine Heldentat begeht und deshalb jeden Tag eine Heldin ist. Die Handlung zieht sich extrem lang hin. Immer mal wieder geschehen ein paar interessante Dinge, doch insgesamt ist das Buch viel zu langgezogen und hat mich gelangweilt. Noch dazu waren einige Stellen sehr unrealistisch. So war es für mich nicht immer einfach, der Geschichte zu folgen und aufmerksam zu bleiben. Wenn man sich jedoch bis zum Ende durchkämpft, so kann man ein nettes Ende lesen, dass das Buch schön abrundet. Insgesamt habe ich mir viel mehr von dem Buch erwartet, weshalb meine Erwartungen nicht erfüllt oder gar übertroffen werden konnten. Für zwischendurch ist es aber dennoch eine ganz nette Geschichte.

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Meine Meinung: „Heldentage“ ist ein Buch, unter dem ich mir komplett was anders vorgestellt hatte. Es geht um Lea, die sich nichts sehnlichster Wünscht als endlich Volljährig zu werden, damit sie aus ihrem Leben ausbrechen kann. Sie träumt davon eines Tages eine Heldin zu werden, anderen Menschen zu helfen und Bücher zu schreiben. Schreiben liebt sie, doch nie würde sie auf die Idee kommen jemanden etwas von ihr Lesen zu lassen. Doch bis dahin hat Lea mit einem harten Leben zu kämpfen. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, ihr Vater hat sich nach Ibiza abgesetzt und sie selbst hat mit einem ziemlich starken Asthma zu Kämpfen. Dann ist da noch Lenny ihr Ex Freund von dem sie nicht los kommt und Pola ihre beste Freundin, wo sie sich wünscht genauso sein zu können wie sie. Das Buch ist anders als andere Bücher, genauso wie Lea keine Typische Protagonistin ist. Man lernt, dass jeder auf seine weiße ein Held sein kann und jeder mit Problemen zu kämpfen hat. Das Buch ist sozusagen in den Gedanken von Lea geschrieben, was so viel heißt wie: Wir Lesen was sie denkt. Und dass ist ziemlich viel, sie macht sich über alles Gedanken. Unter anderem denkt sie viel über das Leben nach, über das verliebt sein, das Küssen, über so viele Sachen über die jeder von uns auch denkt, aber niemand ausspricht. Und das hat Sabine Raml wundervoll gemacht, etwas niedergeschrieben was jeder kennt. Auch wenn ich das Buch an sich ganz gut fand, hat für mich etwas gefehlt. Ob es die Spannung war oder der fehlende Höhepunkt, weiß ich nicht, wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Fazit: „Heldentage“ ist ein gutes Buch für zwischendurch oder den Sommer Urlaub. Es ist leicht und flüssig zu Lesen und bringt ein dabei zum Nachdenken. Trotzdem fehlt es an Spannung und als ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, habe ich mir was komplett anderes vorgestellt. Das Cover allerdings ist wunderschön und ich bin froh, dass ich es mir ins Regal stellen kann.

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Ein Tagebuch ist etwas sehr persönliches und man vertraut ihm viele Gedanken und Erlebnisse an, von denen sonst niemand erfährt. Auch Lea schreibt sich in „Heldentage“ ihre Probleme von der Seele. Sie berichtet von ihren Träumen und ihren scheinbar unerfüllbaren Wünschen, ihrem ersten Liebeskummer und einem Leben, das von einer alkoholabhängigen Mutter und einem egoistischen Vater geprägt wurde. Liest man in einem fremden Tagebuch, dann erfährt man einiges über dessen Besitzer. Man ergründet seine Persönlichkeit und erfährt gut gehütete Geheimnisse. Um etwas über Leas Persönlichkeit zu erfahren, muss man als Leser jedoch etwas geduldiger sein, denn man wird ohne eine kurze Einleitung mitten ins Geschehen geworfen. Lea erzählt sehr desorganisiert, so als würde sie voraussetzen, dass der Leser ihrer Passagen genau weiß, worüber sie schreibt. Sie springt von einem Thema zum nächsten, nur um diese kurz anzureißen und dem Leser tausend Fragen zu bescheren. Nach einigen gelesenen Seiten kann man die vielen Puzzleteilchen zusammensetzen und erfährt vieles über Leas Probleme. Zugegeben, viele davon sind recht oberflächlich: Sie findet sich nicht schön. Aber einige sind schwerwiegend: Eine Erkrankung, die ihr die Luft raubt, ein Freund, der sie abserviert hat, eine alkoholkranke Mutter, die nie das Haus verlässt, und ein Vater, der lieber seinen eigenen Lebenstraum verwirklicht ohne an seine Tochter zu denken. Lea lässt nur selten den Kopf hängen und versucht sich mit ihrem Schicksal zu arrangieren. Wenn man ein Buch mit dem Titel „Heldentage“ zur Hand nimmt, erwartet man Heldentaten. Bei dieser Lektüre finde ich den Titel jedoch etwas irreführend. Hier sucht man vergebens eine starke Persönlichkeit, die ihrem Schicksal trotzt und sich ihren Problemen stellt, um sie zu beseitigen. Lea ist meiner Meinung nach keine Heldin. Sie ist ein pubertierendes Mädchen, das viele Wünsche und Träume hat, die für sie unerreichbar scheinen. Obwohl sie ihre Probleme genauestens beschreibt, hat man das Gefühl, dass sie oft vor ihnen resigniert und vor ihnen wegläuft. Das finde ich wiederum sehr authentisch, denn man sollte sich beim Lesen immer wieder bewusst machen, dass Lea fünfzehn Jahre jung ist und keinen Halt bei ihrer Familie findet. Wie sollte sie es auch bei einer Mutter, die ihre Probleme mit Alkohol bekämpft, erlernen? Umso erstaunlicher fand ich es, dass Lea im Laufe der Geschichte eine große Entwicklung durchmacht und etwas mutiger im Umgang mit den Schwierigkeiten des Lebens wird. Womit ich in diesem Buch nur schwer zurechtkam, war der Schreibstil von Sabine Raml. Lea darf ihre Geschichte erzählen und schreibt, wie es ihr gerade in den Sinn kommt. Manchmal etwas unorganisiert, widersprüchlich und kopflos. Die Autorin lässt Lea in ihrem Handlungsgerüst der Geschichte viele Freiheiten. In einem einfach gehaltenen Schreibstil beginnt die literarische Hauptfigur ein Thema, ohne dieses zu beenden, bevor sie sich mit einem neuen beschäftigt. Lea liebt es, ihre eigenen Sätze sarkastisch zu kommentieren und ich habe mich oft während ihres inneren Monologes gefragt, warum sie das ständig tut. Vielleicht möchte sie sich mit Selbstironie etwas unangreifbarer machen, denn es tut ja nicht so weh, als würden andere über sie scherzen. In den ersten Kapiteln möchte Raml die Intensität einiger Sätze und ihrer Bedeutung verstärken, indem sie Lea bestimmte Wörter des Öfteren wiederholen lässt – wenn sie Liebeskummer hat, schreibt sie immer dreimal den Namen des Jungen hintereinander. Aber Lea reiht nicht nur dieselben Worte aneinander – bei ihren Aufzählungen benutzt sie auch immer denselben Satzanfang. Nach der zehnten Aufzählung hatte ich dann wirklich keine Lust mehr weiterzulesen, weil sie die Ursachen ihrer Probleme sehr ausschweifend schildert. Im Laufe der Geschichte legt sie diesen Stil jedoch ab und ich wurde für mein Durchhaltevermögen belohnt, und konnte mich intensiver auf die Handlung konzentrieren. Sabine Raml hat in ihrem Debüt „Heldentage“ den Schwerpunkt deutlich auf Leas Persönlichkeit, den Umgang mit ihren alltäglichen Problemen und wie sie an ihnen wächst, gelegt. Alle anderen Protagonisten werden zwar sehr oft von Lea erwähnt, sie bleiben jedoch alle sehr blass und nehmen kaum an der Handlung teil. Hier blieb viel Potenzial ungenutzt. „Heldentage“ von Sabine Raml ist eine Geschichte, die durch den brisanten Schwerpunkt und einem ausgefallenen und lockeren Schreibstil besonders jüngeren Lesern zu empfehlen ist.

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