Leserstimmen zu
Verschwörung

David Lagercrantz

Millennium (4)

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Ich habe die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson vor einigen Jahren geradezu verschlungen. Die Geschichte war für mich zwar gut beendet, dennoch war es natürlich schade, dass es keine weiteren Bücher des Autors mehr geben wird. Als dann „Verschwörung“ herauskam, war ich ziemlich neugierig, was ein anderer Autor aus den Figuren machen und wie er eine Fortsetzung schaffen wird. Das Buch habe ich also direkt nach Erscheinen gespannt begonnen – und wieder abgebrochen. Der Beginn war dermaßen langweilig und uninteressant, ich konnte mich nicht überwinden, weiterzulesen. Irgendwann, Monate später, habe ich dem Buch dann doch nochmal eine Chance gegeben, mich noch einmal durch den zähen Anfang gekämpft, mich großteils von meinen Erwartungen gelöst und so getan, als wäre es eine völlig neue Geschichte, als hätte es keine Vorgeschichte gegeben. Und so ging es dann. Der Anfang war zwar immer noch nicht spannender, aber nachdem ich da mal durch war, gefiel mir das Buch zunehmend besser, die Spannung erhöhte sich, das Tempo nahm zu. Die Charaktere erreichen allerdings das ganze Buch hindurch nicht die alte Form und konnten mich nicht mehr überzeugen wie in den Ursprungsbänden. Mikael Blomkvist ist ein Schatten seines früheren Selbst, Lisbeth Salander hingegen inzwischen eher ein weiblicher James Bond, selbst schwer verletzt gelingt ihr immer noch alles. Die Story, die sich nach und nach enthüllt, hat mich nicht wirklich fesseln können, auch wenn der Autor versucht hat, aktuelle Themen einzubauen. Das ganze technisch-mathematische ist einfach nicht mein Ding. Das Ende lässt vermuten, dass hier durchaus noch weitere Fortsetzungen auf uns zukommen könnten – ich persönlich muss diese aber nicht unbedingt lesen!

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Millenium, die Zeitung von Mikael Blomkvist, hat mit schweren Umsatzeinbußen zu kämpfen, eine große Titelstory ist es, was die Auflage wieder steigern würde. So kommt es ihm gerade recht, dass der renommierte Forscher Franz Balder ihm für ein Interview über sein Forschungsgebiet, die künstliche Intelligenz, zru Verfügung steht. Doch kurz vor dem Zusammentreffen wird Balder erschossen. Sofort klemmt sich Blomkvist hinter den Fall – und muss feststellen, dass auch Lisbeth Salander eine Beziehung zu Balder hatte... David Langercrantz hat ein schweres Erbe angetreten, der erfolgreiche Schriftsteller wurde dazu auserkoren, die Millenium-Trilogie des mittlerweile verstorbenen Stieg Larsson fortzusetzen. Große Fußstapfen, die auszufüllen schwierig sein würde – so viel stand schon von Anfang an fest. Insgesamt halten sich Licht und Schatten zwar die Waage, an das Original kann er nicht heranreichen. Das liegt insbesondere an den Charakteren, die Langercrantz viel zu blutleer geschaffen hat. Bestes Beispiel hierfür ist Lisbeth Salander, die in den ersten Romanen eine sehr tiefgründige und vielschichtige Persönlichkeit war, hier jedoch zur platten Superheldin verkommen ist. Reihenweise schaltet sie Bösewichte aus, und das mit einer selbstverständlichen Lässigkeit, die sonst nur James Bond bietet. Und auch die übrigen Charaktere sind ähnlich platt gestrickt und haben nur noch die Äußerlichkeiten mit den Figuren von Larsson gemeinsam, da nützen auch einige Auftritte von alten Bekannten nichts. Dennoch gibt es auch vieles Positives zu berichten, denn Langercrantz schafft einen durchaus spannenden Plot. Dabei verknüpft er verschiedene Handlungsstränge, die ineinander verschlungen sind und ganz unterschiedliche Themen aufgreifen. Die dargebotene Vielfalt passt dabei überraschend gut zusammen, allerdings bleibt der Autor manchmal zu sehr an der Oberfläche und vertieft die Themen nicht genügend. Spannung kommt dabei immer wieder auf, die vielen kleinen Bögen sind ebenso gut geschlagen wie der über das gesamte Buch. Dabei kopiert Langercrantz den Schreibstil von Larsson nicht, sondern geht dabei eigene Wege. Langercrantz greift interessante Themen auf, verknüpft diese gelungen miteinander und schafft eine spannende und düstere Atmosphäre, die auch durch zahlreiche Schockmomente punkten kann. Leider sind die Charaktere dabei deutlich zu flach geraten und können diesen sehr prägenden Zwiespalt aus den vorigen Romanen nicht aufrecht erhalten. Hier hätte ich mir weniger Plattitüden und mehr Mut zur Eigenständigkeit erwartet, denn gerade die wunderbare Lisbeth kommt hier gar nicht mehr zur Geltung.

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seicht

Von: NA

30.01.2016

Zwischendurch tauchen alte Bekannte aus den Vorgängerromanen auf - ein bisserl namedropping halt, damit wir wieder daran erinnert werden, wo wir uns befinden. Warum musste es ein Millenium-Roman werden? Das ganze wäre problemlos mit anderen Namen gelaufen nur halt nicht so publicityträchtig. Die Charaktere sind zu lieblos, oberflächlich und - ja, langweilig (wer hätte gedacht dass Lisbeth langweilig sein könnte?). Es fehlt an Tiefe, genau dem, was die Romane von Stieg Larsson ausgezeichnet hat. Mittelmass eben.

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Story Milsel Blomkvist soll sich mit dem Computer-Programmierer Franz Balder Treffen, welcher hochbrisantes Material für ihn hat. Balder ist weltweit führend in der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Unmittelbar bevor Blomkvist zum Treffen erscheint, wird Balder ermordet. Sein schwer autistischer Sohn hat die Tat zwar gesehen, aber er redet nicht. Schnell wird klar das Franz Balder viele Feinde hat. Feinde deren Fäden bis in die höchsten Regierungskreise reichen. Anmerkung: 2005 erschien der erste Teil der Millennium Reihe um den Journalisten Mikael Blomkvist und der ständig übel gelaunten, aber hoch genialen Computer Spezialistin Lisbeth Salander. Die Reihe war auf 10 Bände ausgelegt. Noch vor der Veröffentlichung des ersten Bandes starb Larsson an den Folgen eines Herzinfarktes (Workerholic,60 Zigaretten am Tag). Mit über 60 Millionen verkaufter Bücher hat sich eine große Fangemeinde gegründet. Und schnell wurde spekuliert ob und wie es weitergeht. Hatte Larson doch mehr Titel fertig, wenn ja, wie viele? Spekulationen reißen auch nach der Veröffentlichung des vierten Romans, der von den Erben (Vater und Bruder) autorisiertem Band, nicht ab. Zuletzt will seine Lebensgefährtin drei Titel auf Larson Laptop gefunden haben. Schreibstil: Die große Frage die sich stellt, kann David Lagercranz Stig Larsson Schreibstill nachahmen? Macht er etwas Eigenes? Ich finde man muss schon sehr genau hinsehen, um Unterschiede festzustellen. Für mich muss es auch nicht 100 % identisch sein. Die Geschichte muss stimmen und das tut sie. Das Buch ist leicht lesbar und es kommen wieder, wie schon in den ersten Teilen, viele Erzzählstränge zusammen. Charaktere: Die Charaktere werden wie immer sehr genau beschrieben. Selbst ein Taxifahrer bekommt eine halbe Seite gewidmet, in der, der Leser, alles Wissenswerte über den Charakter erfährt. Lisbeth Salander ist wieder der Charakter. an dem sich alle Geister scheiden ,ob man sie mag oder nicht, muss der Leser für sich ausmachen. Mein Fazit: Das Romane von anderen Schriftstellern weiter geschrieben werden, ist nicht neu. Für den Leser stellt sich die Frage, ob der Autor dem gerecht wird. Ich finde David Lagercrantz hat eine gelungene Fortsetzung geschrieben, nicht besser, aber sehr gut lesbar, auch für Quereinsteiger. Die Geschichte hat viele Handlungsstränge. Wie schon in den ersten Teilen geht es nicht nur um die Geschichte des ermordeten Programmierers, aber genau das macht die Serie aus. Es geht sehr viel um Computer-Spionage. Hacken von Computern. Es kann durchaus sein, dass das einigen Lesern nicht gefällt. Auf Grund der in die Geschichte eingebauten Erklärungen ist es aber für jeden verständlich, das gilt auch für die Erklärungen rund um den autistischen Sohn. Ein gelungener Auftakt, der aber mit den ersten teilen nicht mithalten kann, aber vielleicht muss man dem Autor eine Chance geben. Wie und ob es weiter geht, wir werden sehen. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

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Ich wollte dieses Buch das uns als Teil 4 der Millennium Trilogie präsentiert wurde zuerst nicht lesen. Es erinnerte mich an Nachahmung und Fanfiction und ich konnte mir einfach nicht vorstellen das es gut für die Geschichte ist. David Lagercrantz ist eben nicht Stieg Larsson und Larsson's Stil ist schwer zu kopieren. Trotzdem entschloss ich mich einen Blick zu wagen, nachdem viele Kritiken und Rezensionen so extrem unterschiedlich ausfielen. Manch einer war furchtbar enttäuscht und riet nachdrücklich von dem Buch ab, ein anderer feierte Lagercrantz als würdigen Nachfolger und war total begeistert. Was trifft denn nun aber zu ? Nun um das heraus zu finden muss man das Buch wohl doch lesen und sich seine eigene Meinung bilden. So auch ich. Lagercrantz Geschichte setzt nicht an der Stelle an, an der der dritte Band von Larssons endet. Er lässt doch einige Jahre verstreichen in denen Blomkvist und Salander keinen Kontakt haben. Erst als ein führender schwedischer Wissenschaftler ermordet wird, tritt Salander wieder in Erscheinung. Der Wissenschaftler forschte an intelligenten Supercomputern und war noch dazu ein verschrobener Eigenbrötler. Sein autistischer Sohn musste den Mord mit ansehen, kann der Polizei aber nichts sagen, da er nicht spricht. Die Polizei ist mehr Behinderung den Hilfe, haben sich dort undichte Stellen aufgetan und Blomkvist kann auch zunächst wenig Licht ins Dunkel bringen. Erst ein hoher Mitarbeiter der NSA bringt ihn auf eine Spur. Salander agiert viel im Hintergrund am Computer, tritt aber in entscheidenen Dingen in Aktion. Denn die Mörder sind nun auch hinter dem Sohn, ihr und Blomkvist her. Wird es Ihnen gelingen die Verschwörung die hinter all dem steckt auf zu decken ? Das Buch fackelt doch so einige Themen ab, bleibt dabei aber ein spannender Thriller. Es bewegt sich sowohl im Bereich der Industriespionage als auch des internationalen Verbrechens. Selbst das Thema Whistlblower wurde aufgenommen und auch ganz gut eingebaut. Leider verliert Lagercrantz sich oft in langen Erklärungen die den Drive ein bisschen aus dem Buch nehmen aber nicht uninteressant sind. Was mir gar nicht gefallen hat sind seine endlosen Rückblicke auf bereits Geschehene Ereignisse über Salander in früheren Büchern. Salander ist ein so herausragender Charakter, da sind jedem Larsson Leser diese Dinge mehr als geläufig und er wiederholt sie mehr als einmal. Auch das hochstilisieren von Salander zur selbsternannten Superheldin passt für mich nicht zur komplexen disharmonischen und zwiegespaltenen Person Salander, wie sie Larsson gezeichnet hat. Die Familiengeschichte und altbekannte Personen aus früheren Büchern sind allerdings ganz stimmig eingebaut. Trotzdem, würde man die Namen Salander und Blomkvist im Buch austauschen, hätte man einen sehr guten Thriller, aber eben keine Millennium Trilogie. Eben diese Austauschbarkeit lässt die Figuren verblassen. Bei Larsson waren es aber genau diese zwei Antihelden, die die Handlung voran trieben. Bei Lagercrantz stolpert Blomkvist durch das Buch. Dieser Millennium Stempel auf Lagercrantz Buch macht es leider für den Leser schlechter als es wirklich ist, denn es ist ein guter Spionagethriller. Er ist spannend, hat Überraschungen parat und auch eine tiefgründige aktuelle Geschichte dahinter. Er versucht auch wirklich die Geschichte im Sinne Larssons fortzusetzen. Nur gelingt es ihm in Bezug auf Larssons Hauptfiguren leider nicht. Für mich war das Buch wirklich in Ordnung es hat mir auch mein vorheriges Bild der Protagonisten nicht zerstört aber es war eben im Vergleich mit Larsson nur ok. Ich hoffe immer noch inständig das sich Larsson's Erben endlich einigen und wir vielleicht doch noch in den Genuss des von ihm fast fertig geschriebenen, wirklichen vierten Teil kommen ansonsten wäre ich dafür alles weitere unangetastet zu lassen.

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Wenn man die Millenium Reihe um Mikael und Lisbeth kennt, konnte man schon erahnen, dass, obwohl der Autor Stieg Larsson verstorben ist, es einen weiteren, bzw. weitere Bände geben wird. Denn wie man weiß, hatte der Autor eine große Reihe hierzu geplant. Bis alles um sein Erbe und seine begonnenen Manuskripte geklärt wurde, musste man als Fan von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist lange warten. Und obwohl seine Witwe, soweit ich darüber gelesen habe, seine Exposes und Manuskripte nicht herausgibt, haben sie dem Autor David Lagercrantz erlaubt den nun endlich ersehnten Teil 4 "Verschwörung" zu schreiben. Ich bin bereits mit einer gewissen Erwartung an das Buch herangegangen. Wie schreibt der neue Autor über solch bereits berühmte Protagonisten. Charakterisiert er sie wie in den Bänden davor? Wird man einen Unterschied an der Vorstellung der Charaktere und ihrem Handeln erkennen oder hat er sich so an die alten Bände gehalten, sodass man kaum einen Unterschied erkennt? Hervorheben möchte ich, dass es ein wirklich guter Thriller ist. Ein durchdachter Thriller, bei dem man das Gefühl hat, man befindet sich mitten im Geschehen, in den Geheimnissen, lässt sich von der Spannung und den Wendungen hinreißen. Aber es ist für mich kein Buch der Millenium-Reihe. Es hat für mich nichts außer den Namen und Teilen der Charaktere mit den Vorgängern gemeinsam. Vielleicht lag es daran, dass man den Stil durch die drei Bücher einfach gewohnt war und nun wieder genau das gleiche lesen möchte. Vielleicht gefällt gerade deswegen manchen das 4. Buch, da sie mal etwas neues und einen neuen Stil zu lesen bekommen. Es wurden auch Charaktere aus den Vorbänden erwähnt, die aber nicht allzu viel damit zu tun hatten. Die Geschichte an sich ist toll, gut ausgearbeitet und interessant, hat aber für mich nicht unbedingt etwas mit der Reihe zu tun. "Verschwörung" hätte durchaus als eigenständiger Thriller herhalten können, ohne Mikael und Lisbeth, eben mit neuen Namen. Danke an Herrn Lagercrantz, dass Sie sich daran getraut haben, und für einen tollen und spannenden Thriller. Für mich waren die Gedanken an die früheren Bänden leider zu groß und ich konnte mich mit der etwas neuen Art noch nicht so anfreunden. Bin jedoch gespannt, ob und wann es doch noch weitere Bände geben wird.

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Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch ran gegangen, was vorallem da ran liegt, das Stieg Larsson einfach ein Meisterwerk geschaffen hatte - natürlich ist mir klar, das hier nicht Larsson selbst schreibt, sondern die Geschichte einfach nur fortgesetzt wird. Dennnoch blieben die hohen Erwartungen bei mir. Diese wurden jedoch enttäuscht. Das Buch ist gut, keine Frage, aber lange nicht so gut wie die von Stieg Larsson selbst. David Lagercrantz versucht den Schreibstil von Larsson aufzugreifen, zumindest erscheint es mir so, aber so ein Meisterwerk wie Larsson hat er damit trotzdem nicht geschaffen. Die Idee, diese Geschichte weiterzuschreiben, gefällt mir klar - es ist immer schön zu wissen wie es mit den Protagonisten weitergeht. Auch wie sie weitergeht gefällt mir irgendwie, der Bereich in dem ermittelt wird, passt auch zu Larsson in gewisser Weise. Und ich denke auch hier ist ein Thema aufgegriffen, welches doch sehr aktuell ist und vermutlich irgendwann in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert einnimmt - künstliche Intelligenz. Die Forschung geht immer weiter, das ist klar. Was Lagercrantz schreibt wirkt gar nicht so unwahrscheinlich. In wie weit davon einiges schon möglich ist, kann ich natülich nicht sagen, daher kann ich auch nicht beurteilen wie sehr er das Thema recherchiert hat. Die Protagonisten sind auch gut gestaltet, einige Charaktere kannte ich logischerweise schon recht gut. August der Sohn von Frans hat mich positiv überrascht, er ist Autist. Ich finde sein Charakter ist gut dargestellt, es wirkt nicht so übertrieben, wie es in manch anderen Büchern der Fall ist. Mit diesem Thema hat sich Lagercrantz schon gut auseinander gesetzt und viel Liebe in ihn gesteckt, also in seine Erschaffung. Seine Verhaltensweisen empfinde ich als logisch und gut durchdacht. Auch wie sich Frans Balder zunächst verhält ist für mich zumeist plausibel. Lisbeth fand ich schon immer genial und finde sie auch in diesem Buch total klasse, ich mag es wie sie dargestellt wird, einfach auch weil sie doch anders ist als andere und dies oft zum Vorschein kommt. Doch da hätte ich mir noch ein wenig mehr gewünscht, mehr über sie zu erfahren. Auch mit dem Verhältnis Mikael und ihr hätte man noch ein bisschen mehr machen können - und damit meine ich jetzt keine Liebesgeschichte oder so, man hätte das aber noch bedeutender hochziehen können. Alles in allem ist das Buch gut, jedoch kein Meisterwerk und es kommt an die Millenium Bücher von Larsson nicht richtig ran.

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Unmittelbar nach der Rückkehr des renommierten Mathematikers Frans Balder wird dieser tot aufgefunden. Interessant ist sein Tod insofern, dass er an einem wichtigen Forschungsprojekt zur künstlichen Intelligenz arbeitete und offensichtlich seine Erfolge nicht mit der Firma teilen wollte, bei der er zuvor in den USA arbeitete. Mikael Blomkvist, dessen Karriere praktisch vor dem Aus ist, ist plötzlich an einer großen Story dran: Frans Balder hatte ihn direkt vor seinem Tod kontaktiert, um geheime Infos preiszugeben. Nun da jegliche Spur fehlt, fällt Blomkvist nur eine Kontaktperson ein, die er kontaktieren kann. Und so hinterlässt er eine kryptische Nachricht an Lisbeth Salander auf seinem PC. Diese hat gleichzeitig die NSA in höchste Aufregung versetzt, nachdem ein(e) Hacker(in) in ihr Netz eingedrungen ist… Balders autistischer Sohn August wird Zeuge des Mordes. Er spricht zwar nicht, kann aber sehr wohl Personen zeichnen – und damit auch den Täter – und ist sehr begabt, was Mathematik angeht. Leider gibt es in den Ämtern, die sich um August Schutz kümmern sollen, ein paar offene Stellen, und so sieht sich Lisbeth gezwungen, sich der Obhut des Jungen anzunehmen. Als bekennender Fan der Millennium-Trilogie schaffte es „Verschwörung“ gleich auf meine Wunschliste. Ich war ziemlich gespannt, auch wenn ich keine 1:1 Kopie erwartete. Ich muss sagen, dass ich den ersten Teil absolut gelungen fand. Wie in den bereits vorherigen Teilen baut sich die Geschichte allmählich auf, es werden nach und nach Verbindungen geschaffen und auch die Rolle von Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander ist glaubwürdig. So steht Millennium mal wieder kurz vor der Pleite und nur noch eine Riesenstory kann wohl ein Comeback bringen. Schwierig für Blomkvist, der sich doch vor technischen Erneuerungen sträubt, welche nun genau für den Aufschwung sorgen sollen. Währenddessen lebt Lisbeth wieder für sich zurückgezogen und zieht als „Wasp“ wieder ein paar Fäden in der Hackergemeinde. Nachdem sie wieder mal Mikaels PC ausspioniert, erhält sie so seine Anfrage um Mithilfe. Nun zu den Punkten, die mir nicht so gut gefallen haben: Es werden viele Personen eingeführt, ja beinahe sogar zu viele. Bei einigen von ihnen habe ich mich letztens Endes gefragt, wozu sie dienten, da sie irgendwie keinen weiteren Zweck erfüllten. Die Mitte des Buches habe ich regelrecht als Cut empfunden. Vor allem Lisbeths Motive ändern sich allmählich von rein persönlichen Rachegelüsten zu recht politischen. Das passt nicht zu der Lisbeth, die mir aus der Trilogie bekannt ist. Generell wirken die beiden etwas glatter und das Geschehen weniger düster als sonst. Das zentrale Thema zur künstlichen Intelligenz und Industriespionage, verbunden mit Verschwörungen innerhalb der NSA, war mir dann doch etwas zu abgehoben. Das Ende ist mir leider viel zu sachlich. Haben Blomkvist und Salander eine Menge aufgedeckt, bleiben doch viele Fragen erst offen. Diese werden dann einfach so „abgearbeitet“ und von anderen Figuren erzählerisch beantwortet. Hier fehlte mir der investigative Part der beiden, der sonst so eine zentrale Rolle spielt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass man im ersten Part wirklich einen Stieg Larsson in den Händen hält und seine lieb gewonnen Protagonisten Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander noch einmal erleben darf. Die zweite Hälfte ist dann vor allem weniger gesellschaftskritisch und von menschlichen Abgründen durchdrungen als sonst der Fall. Das Ende war für mich recht unbefriedigend, daher vergebe ich 3 Sterne.

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