Leserstimmen zu
Verschwörung

David Lagercrantz

Millennium (4)

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Schweden 2015 Verschwörung Originaltitel: Det som inte dödar oss Autor: David Lagercrantz Verlag: Heyne Übersetzung: Ursel Allenstein Genre: Mystery, Thriller Die Hintergründe zur Millennium-Reihe sind nicht weniger interessant als die Romane selbst. Für Journalist und Schöpfer der Reihe, Stieg Larsson, war sein Werk immer ein Hobby, welches er nach einem stressigen Tag in der Redaktion daheim fortsetzen konnte. Noch bevor einer der drei fertiggestellten Romane veröffentlicht und zu dem Welthit wurde, wie wir die Reihe heute kennen, verstarb Larsson mit nur fünfzig Jahren an einem Herzinfarkt. Nach drei Romanen sollte die Geschichte von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist jedoch nicht enden. Es existieren Drafts für weitere Romane, laut einigen Aussagen wäre es für Larssons Lebensgefährtin ein leichtes gewesen, diese unvollendeten Drafts fertigzustellen. Was folgte war jedoch ein jahrelanger, schmutziger Rechtsstreit mit Larssons Lebensgefährtin und seiner Familie. Am Ende gingen sämtliche Rechte an die Familie Larsson und man entschied sich dafür, einen Autor von Beruf für das Vermächtnis der Original-Trilogie zu engagieren. Die Wahl fiel auf den in Schweden sehr bekannten Autor David Lagercrantz. Für Lagercrantz ist Millennium aber nicht nur eine Auftragsarbeit. Nach zwei Romanen die unter seiner Feder entstanden sind, kann man von einer regelrechten Obsession sprechen. Eine detailverliebtheit, nicht zu finden in Larssons Romane. Wir haben es hier mit zwei Autoren zu tun, die verschiedener nicht sein könnten. Und dennoch scheint Stieg Larssons irdisches Abschiedsgeschenk bei David Lagercrantz in den besten Händen zu sein. Unter Fede Alvarez (Evil Dead Remake, Don't Breathe) ist die Verfilmung zu "Verschwörung" entstanden. Der Verleih gab weniger als zwei Stunden Laufzeit für den Film frei, sich beweisen zu können. Bei einem Roman, der, je nach Sprache zwischen 500-600 Seiten pendelt, eine, mal wieder, nahezu unlösbare Aufgabe. Als Filmfan könnte ich zudem noch sagen, dass man mit Fede Alvarez einen jungen Filmemacher engagiert hat, für den ein solch ambitioniertes Projekt eine Nummer zu groß war. Während der Roman von Lagercrantz überraschend gut aufgenommen wurde, war die Euphorie der Verfilmung gegenüber eher zurückhaltend. Die Zukunft der Reihe auf großer Leinwand ist vermutlich nach diesem Versuch ungewisser als je zuvor. Ein weiteres Reboot mit neuen Darstellern wird sie vermutlich nicht verkraften. Zurück aber zum Roman aus dem Jahr 2015. Für Leser, die die Original-Trilogie kennen und lieben gibt es hier durchaus eine große Umstellung. Der größte Unterschied ist einfach, sowohl Larsson und Lagercrantz sind zwei völlig unterschiedliche Typen. Larsson baute sehr viel von seinen eigenen Erlebnissen in seine Romane mit ein. Als Chefredakteur für ein Linkes Magazin war unschwer zu erkennen, dass viele Facetten von ihm selbst in seinen Protagonist Miakel Blomkvist geflossen sind. Lagercrantz hingegen ist in seiner Arbeit als Autor weitaus weniger politisch aktiv. Drifteten die Romane von Stieg Larsson gerne mal in eine schier endlose Debatte über Politik ab, stehen bei Lagercrantz völlig andere Dinge im Fokus. Der Plot geht schneller voran, wirkt kurzweiliger und kommt schneller zum Punkt. Auch bei den Charakteren ließ man Lagercrantz freie Hand. Diese agieren aber nur in einigen Details anders als die Vorbilder von Larsson. Mikael Blomkvist wirkt reifer und möchte nicht mehr jede Frau betten, der er begegnet (wobei sie sich ja eigentlich ihm an den Hals werfen). Ansonsten ist zumindest in "Verschwörung" noch größtenteils alles beim alten. Wie viel letztendlich von Larssons geplanten vierten Teil in die Geschichte von Lagercrantz eingeflossen ist, bleibt wohl ein Geheimnis. Es gibt einige seltsame Parallelen, die etwas zu genau sind, um Zufälle sein zu können. So soll auch der Auftritt von Camilla Salander, der Schwester der eigenwilligen Hackerin und Anti-Heldin, ein zentrales Thema in dem nicht mehr umgesetzten vierten Teil gewesen sein. In "Verschwörung" verlagert sich der Plot, wirkt wesentlich globaler und aktueller als in den Romanen zuvor. Lagercrantz schafft es überraschend gut, die Geschichten und Schicksale von Charakteren fortzuführen, die er selbst nicht erschaffen hat. Doch sind es vor allem die Charaktere, die Lagercrantz selbst entworfen hat, die hier eine prägnante Rolle übernehmen. Für mich ein Beweis dafür, dass er die Serie so eigenständig gestalten möchte, wie möglich. Vielen Fans der Reihe dürfte dies zu viel in Sachen Eigenständigkeit sein, mir hats besser gefallen, als ich es für möglich hielt. Der Plot selbst, der sich hier rund um die NISA dreht, mag drei Jahre später nicht mehr so eine Aktualität besitzen wie zur Zeit der Veröffentlichung des Romans, aber an Spannung büßt das (mittlerweile) etwa durchgekaute Thema auch nicht ein. Und für genügend Überraschungen wurde zudem auch noch gesorgt. Was die Gesamtlänge des Romans angeht ist Lagercrantz besser aufgestellt als Larsson, aber auch hier hätten vielleicht ein "paar" Seiten weniger der gesamten Geschichte nicht schlecht getan. Resümee Das Millennium-Debüt von David Lagercrantz ist geglückt. Unter Fans der Reihe fand "Verschwörung" größtenteils Anklang, was für das fortbestehen der Reihe essentiell wichtig war. An vielen Ecken und Enden ist es mal gewöhnungsbedürftig und ich würde lügen, wenn ich nicht scharf auf den ursprünglichen vierten Teil von Stieg Larsson wäre, aber es wäre unfair Lagercrantz gegenüber, nun irgendwelche absurden Forderungen zu stellen. Wichtig ist, dass der Autor es nicht vollbracht hat, alles, was sein Vorgänger aufgebaut hat, vor die Wand zu fahren wie es aktuell in der Filmwelt eine sehr bekannte Science-Fiction Saga macht. Einen neuen Schreiber für eine etablierte Serie auszuwählen ist eine komplizierte Angelegenheit. Denn, ob man Autor, Drehbuchschreiber oder Filmregisseur ist, auch einem Werk, welches man übernommen hat, möchte man seinen Stempel aufdrücken. David Lagercrantz ist dies in "Verschwörung" ziemlich gut gelungen.

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Literaturwerkstatt- kreativ“ stellt vor „Verschwörung (Hörbuch) nach Stieg Larsson“ von David Lagercranz Die Zeitung „Millenium“ geführt von Erika Berger und Mikael Blomkvist kämpft seit längerem mit Umsatzeinbußen. Ihnen fehlt eine gute Titelstory, denn Starjournalist Mikael Blomkvist hat längere Zeit nichts weltbewegendes zu Papier gebracht und manche bösen Stimmen behaupten, seine Zeit wäre vorbei. Blomkvist wittert jedoch seine Chance, als der renommierte Forscher Franz Balder ihn anruft und zu einem Treffen in sein Haus einlädt. Balders Forschungsgebiet ist „Künstliche Intelligenz“ und ihm ist anscheinend gerade ein phänomenaler Durchbruch gelungen. Als Mikael bei Balder ankommt wurde dieser von einem unbekannten Täter erschossen. Balders autistischer Sohn August hat den Mörder jedoch als einzigster gesehen. Doch August spricht nicht. Als Mikael herausbekommt das Lisbeth Salander und Franz Balder sich kannten, wird auch er hellhörig und beginnt zu recherchieren. Und auch Lisbeth schaltet sich ein. Sie will wissen wer hinter dem Mord steckt und stößt dabei auf ihre hinterlistige und gewalttätige Zwillingsschwester Camilla. Die beiden hassen sich seit ihrer Kindheit abgrundtief und Camilla trachtet Lisbeth nach dem Leben und natürlich auch August Balder, der schließlich Augenzeuge wurde. Doch Lisbeth, die dies ahnt schützt August und setzt ihr Leben dabei aufs Spiel. Fazit: Zehn Jahre nach dem Tod von Stieg Larsson hat David Lagercrantz den Auftrag von Larssons Vater erhalten, die „Millennium - Reihe“ fort zu führen. Dies hat zu kontroversen Diskussionen weltweit geführt und Lagercrantz hat es von Anfang an natürlich nicht leicht gehabt in die gewaltigen Fußstapfen von Stieg Larsson zu treten. Ich habe die ersten 3 Teile „Verblendung - Verdammnis – Vergebung“, leider nicht gelesen, - lediglich die Verfilmungen gesehen - und war von den beiden Hauptprotagonisten Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist sehr angetan. So habe ich mich gefreut, dass deren Geschichte weitergeht. Ich habe mich diesmal für das Hörbruch entschieden und wurde bei weitem nicht enttäuscht. Auch wenn das Vermächtnis von Stieg Larsson groß ist, konnte mich Lagercrantz mit seiner Geschichte von Anfang an fesseln. Geschickt nahm er die alten Fäden wieder auf und hat auf seine eigene Art plausibel und feinfühlig weiter erzählt. Er schafft es eine düstere Atmosphäre aufzubauen und mit hervorragenden Spannungsmomenten zu punkten. Auch ist es ihm bestens gelungen, die altbekannten Charaktere Blomkvist und Salander weiterzuführen und zudem an ihren Profilen weiter zu feilen. Die gewählten Themen „Künstliche Intelligenz und das Savant-Sydrom“ (diese außergewöhnliche Inselbegabung) fand ich hochinteressant. Dies war – neben dem Thriller – ein informativer „Nebeneffekt“. Gerade das Zusammentreffen zwischen Lisbeth Salander und August Balder und dessen Inselbegabung fand ich hervorragend vom Autor dargestellt und sehr feinfühlig umgesetzt. Sehr hervorragend gemacht ! Dietmar Bär als Sprecher dieses Hörbuches hat mir mit seiner harmonischen Stimme die Geschichte gewohnt gekonnt vorgetragen, sodass das Hörbuch mir zu einem großen Genuss wurde. Der 5. Teil liegt bei mir bereits griffbereit und ich kann sagen, dass ich mich sehr freue das es bald weiter geht. Für mich hat David Lagercrantz seine Feuertaufe bestanden. Es gibt bestimmt an der ein- oder anderen Stelle noch Luft nach oben, aber Lagercrantz hat ja auch gerade erst begonnen. Von mir eine Absolute Hör - Leseempfehlung ! Besten Dank an den „Random House Audio Verlag“ für das Rezensionsexemplar.

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Das Cover ist einfach und schlicht. Auf einem schwarzen Hintergrund prangt auf der rechten Seite von unten her ein weißer Drache ins Bild. Oben Links sind Autor und Titel genannt und das wars. Ein Cover was mich zum Kauf motiviert. Wobei Stieg Larsson der Hauptgrund für meinen Kauf war. Es ist jetzt schon etwas her, dass ich die Trilogie von Stieg Larsson gelesen habe. Ich war jedoch schon nach den ersten Worten schnell wieder mit Lisbeth und Mikael vertraut. Für mich ist David Lagercrantz ein würdiger Vertreter der Stieg Larsson Idee. Mich hat der Roman von Anfang an gefangen genommen. Die Stimme von Dietmar Bär sorgt dafür, dass man einfach zuhören muss. Ich kann ihm stundenlang zuhören und freue mich immer wieder auf ein gutes Hörbuch mit ihm. Ich habe lange überlegt, ob ich den 4. Teil der Millennium Reihe lesen bzw. hören möchte. Denn die Kritiken besonders am Anfang waren groß. Deshalb habe ich erst mal eine ganze Zeit verstreichen lassen. So konnte ich David Lagercrantz eine Chance geben, ohne 100 %ig die ersten Romane von Stieg Larsson noch im Kopf zu haben. Für mich war es ein schönes Hörvergnügen und ich freue mich schon auf den 5. Teil. Der warten auf dem Nachttisch schon auf mich.

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Inhalt: Mikael Blomkvist steht vor einer Entscheidung. Böse Zungen behaupten, er sei nicht länger der Journalist, der er einst war. Lisbeth Salander hingegen ist aktiv wie eh und je. Die Wege kreuzen sich, als Frans Balder, einer der weltweit führenden Experten für künstliche Intelligenz, ermordet wird. Kurz vor seinem Tod hatte er Mikael Blomkvist brisante Informationen versprochen. Als Blomkvist erfährt, dass Balder auch in Kontakt zu Lisbeth Salander stand, nimmt er die Recherche auf. Die Spur führt zu einem amerikanischen Softwarekonzern, der mit der NSA verknüpft ist. Mikael Blomkvist wittert seine Chance, die Enthüllungsstory zu schreiben, die er so dringend braucht. Doch wie immer verfolgt Lisbeth Salander ihre ganz eigene Agenda. Über den Autor: David Lagercrantz, 1962 geboren, debütierte als Autor mit dem internationalen Bestseller »Allein auf dem Everest«. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht, unter anderem die virtuos geschriebene Lebensgeschichte Zlatan Ibrahimovićs. 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, die Folgeromane der Millennium-Reihe zu schreiben. Lagercrantz ist verheiratet und lebt in Stockholm. Meine Meinung: Die Messlatte für diesen Roman liegt unvorstellbar hoch, denn Stieg Larsson hat mit seiner Millennium-Trilogie, Werke hinterlassen, die einzigartig in ihrer Mach- und Tonart sind. Ein großes und mutiges Unterfangen also, in diese Fußstapfen zu treten und die Geschichte rund um den Journalisten Blomkvist und die Hackerin Salander weiterzuführen. Letztendlich finde ich, ist Lagercrantz eine spannende und überaus lesenswerte Geschichte gelungen. Ich bin froh, dass Larssons Werk fortgesetzt wurden, obwohl das im Vorfeld ja durchaus kontrovers diskutiert wurde. Der Plotaufbau gefällt mir gut und er wird auch durchaus in Sachen Komplexität und den zahlreichen Handlungssträngen den drei ersten Bänden gerecht. Allerdings merkt man, das die beiden Autoren eine andere Sichtweise auf die Welt haben. Larssons Welt ist eine düstere, kältere und oft auch härtere. Sein Erzählstil ist sachlicher. Aber ich finde dennoch gut, dass Lagercrantz dem Thema seinen eigenen Stempel verliehen hat. Alles andere wäre vielleicht auch unglaubwürdig. Natürlich hat sich in meine Leseempfinden auch etwas Enttäuschung eingeschlichen, denn es ist nunmal merklich ein anderer Autor verantwortlich. Dennoch sollte man dem Werk eine Chance geben, denn für sich genommen ist es eine solide und gute Unterhaltung.

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Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist kämpfen auch in dem vierten Band der Millenniumreihe wieder gegen die Korruption und Intrigen der Gesellschaft, welche nur allzu oft keine Grenzen zwischen staatlichen Behörden und kriminellen Machenschaften ziehen. In diesem Band rückt jedoch die Gegenwart mehr in den Blickwinkel und damit ein hochaktuelles Thema: inwieweit dürfen Geheimdienste alle abhören und was passiert, wenn der Mensch etwas erschafft, dass intelligenter ist, als er selber? David Lagercrantz hat diese Fortsetzung der Romane von Stieg Larsson geschrieben, welcher 2004 leider an einem Herzinfarkt verstorben ist. Bevor man sich mit dem Inhalt dieses Buches beschäftigt, bleibt die Frage, ob es richtig war einen weiteren Roman zu schreiben. Larssons langjährige Lebensgefährtin versuchte sich vehement dagegen zu wehren, da ihrer Meinung nach Larsson dies so nie gewollt hätte und es auch bereits ein Manuskript für den vierten Teil von ihm selber gäbe. Larssons Bruder und Vater stimmten einem Weiterführen der Geschichte hingegen zu, da die Romanreihe ursprünglich 10 Bände umfassen sollte. Das Buch ist spannend, man möchte es nicht aus der Hand legen. Es ist durch und durch ein guter Thriller und es ist auf jeden Fall wert ihn zu lesen. Er ist super geschrieben, er lässt sich super lesen und eigentlich gibt es nichts zu beanstanden. Dennoch hat man als Leser das Gefühl, dass etwas fehlt. Es ist die Düsternis, die verdorbene Welt und das Kämpferische, welches sich in Larssons Romanen immer in den Vordergrund drängte. Dieses etwas Unperfekte, dieses Hinweisen auf eine andere, eine Schattenwelt in der Gesellschaft, die unsere heile Welt bedroht wenn wir nicht etwas dagegen tun. In Lagercrantz Fortsetzung geht es auch nach Amerika und in die NSA. Trotz all der öffentlichen Kritik und der Angst vor dem Ausspionieren, stellt Lagercrantz diese Behörde mehr als guten großen Bruder da und sogar der schwedische Geheimdienst, welcher die Verbrechen von Lisbeths Vater erst ermöglichte, wird auf einmal ganz nett. Das kann zum einen damit zu tun haben, dass die Schweden ein anderes Verhältnis zum Datenschutz haben (Bargeldloses Bezahlen mit dem Handy ist normal - und keiner macht sich Gedanken über Datenklau), zum anderen damit, dass Lagercrantz im Gegensatz zu Larsson aus der Oberschicht der Gesellschaft kommt. Stieg Larsson war ein Kämpfer gegen den Rechtsextremismus und dies wurde auch in seinen Romanen deutlich. Bei Lagercrantz fehlt diese lodernde Flamme.

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Die Bände der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson habe ich wie viele andere damals verschlungen (und mir auch die Filme angesehen), daher war ich natürlich sehr neugierig auf die Fortsetzung von David Lagercrantz, in der die Geschichte von Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist fortgesetzt wird. Nachdem es zu dem Buch sehr zwiespältige Meinungen gab, bin ich jetzt endlich dazu gekommen, es zu lesen … Worum geht’s? Mikael Blomkvist steckt in einer Krise. Die Stimmen mehren sich, dass seine große Zeit als Journalist vorbei ist, und ihm ist irgendwie die Freude an seiner Arbeit abhanden gekommen – was auch daran liegen kann, dass es bei »Millennium« ebenfalls kriselt und sich die Zeitung aus finanziellen Gründen mit dem Einstieg des Serner-Konzerns abfinden muss, was natürlich einige Änderungen mit sich bringt. Frans Balder, ein weltweit bekannter Experte für künstliche Intelligenz, hat hingegen ganz andere Probleme. Er ist erst vor Kurzem aus den USA nach Schweden zurückgekehrt, unter anderem, weil er sich endlich um seinen autistischen achtjährigen Sohn August kümmern will, den er bisher sträflich vernachlässigt hat, sodass ihm sogar das Sorgerecht aberkannt wurde. Doch Frans hat außerdem ein Geheimnis, und er weiß, dass man hinter ihm her ist und seine Forschungsergebnisse heiß begehrt sind … Als sich Mikael widerwillig mit einem Informanten trifft und schon gar nicht mehr daran glauben will, dass dieser eine handfeste Story zu erzählen hat, erfährt er auf einmal von einem Hack in der Computerspielindustrie, der von einer Hackerin aufgedeckt wurde, die ihm doch sehr bekannt vorkommt – seiner Meinung nach kann es sich bei ihr nur um Lisbeth Salander handeln, von der er schon lange nichts mehr gehört hat. Dann bekommt er auch noch mitten in der Nacht einen Anruf von Frans Balder, der um sein Leben fürchtet und zwar unter Polizeischutz steht, seine Geschichte aber dennoch schnellstmöglich erzählen will, und so stimmt Blomkvist zu, sich sofort auf den Weg zu dem Wissenschaftler zu machen. Im Laufe der Nacht und bevor Mikael den Mann erreicht treffen jedoch noch einige andere Besucher dort ein und ein geheimnisvoller Mann nutzt das Chaos aus, bringt Frans Balder um und stiehlt dessen Laptop, auf dem er dessen Forschung vermutet. Der einzige Mordzeuge ist sein Sohn August, der in seiner eigenen Welt lebt, nicht spricht, gern puzzelt, aber, wie Frans kurz zuvor herausgefunden hat, auch überragend zeichnen kann … Und so überschlagen sich danach die Ereignisse, erst recht, als August Balder ins Visier des Killers und seiner Auftraggeber gerät, und die Wege von Mikael und Lisbeth kreuzen sich erneut, wenngleich zuerst nur virtuell über seinen Rechner, den sie regelmäßig hackt. Meine Meinung? Lässt man mal außer Acht, dass der vierte Band von einem anderen Autor geschrieben wurde als die ersten drei (Stieg Larsson ist ja bedauerlicherweise 2004 gestorben), dann hat man mit Verschwörung vor allem einen handfesten, gut recherchierten Thriller vor sich, der spannend geschrieben ist und sich richtig gut lesen lässt. Im Laufe des Romans tauchen viele aus früheren Büchern bekannte Personen auf, was einen netten Wiedersehenseffekt beschert, und die Verwicklungen, die bis nach Russland und zur NSA reichen, ergeben einen recht verwickelten Plot, der überzeugen kann. Auch Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander wurden gut weiterentwickelt und verhalten sich so, wie man es erwarten würde. Natürlich gibt es Punkte, bei denen man merkt, dass einiges anders ist als zuvor, beispielsweise kamen mir die Vorgänger deutlich brutaler vor und auch Andrei Zander wird mir viel zu romantisch verklärt beschrieben. Ob es sprachliche Veränderungen gibt, ist aus meiner Sicht schwer zu sagen, da ich die ersten drei Bände vor mehreren Jahren gelesen habe und dieser Roman noch dazu von Ursel Allenstein übersetzt wurde und nicht wie die ersten drei von Wibke Kuhn. Fazit Ich kann verstehen, dass viele Kritiker sagen, man habe keinen echten Stieg Larsson in den Händen, aber im Großen und Ganzen ist es ein handfester, spannender Thriller mit altbekannten und neuen Gesichtern, der mir gut gefallen und mir packende Lesestunden beschert hat. Einige Ungereimtheiten und kleinere Kritikpunkte (u.a.: Musste es ausgerechnet die NSA sein? Wieso gibt es einen derart offensichtlichen Cliffhanger?) lassen die Endwertung daher auf 4 von 5 Punkten sinken, aber der Roman ist dennoch eine klare Leseempfehlung!

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David Lagercrantz Verschwörung (Heyne) nach Stieg Larsson... Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter. Mikael Blomkvist soll sich mit dem Computer-Programmierer Franz Balder Treffen, welcher hochbrisantes Material für ihn hat. Balder ist weltweit führend in der Entwicklung künstlicher Intelligenz. Unmittelbar bevor Blomkvist zum Treffen erscheint, wird Balder ermordet. Sein schwer autistischer Sohn hat die Tat zwar gesehen, aber er redet nicht. Schnell wird klar das Franz Balder viele Feinde hat. Feinde deren Fäden bis in die höchsten Regierungskreise reichen. David Lagercrantz, 1962 geboren, debütierte als Autor mit dem internationalen Bestseller »Allein auf dem Everest«. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt die virtuos geschriebene Lebensgeschichte Zlatan Ibrahimovićs. Im Dezember 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, den vierten Band der Millennium-Romane zu schreiben. Lagercrantz ist verheiratet und lebt in Stockholm. © Heyne & Magnus Liam Karlsson Meinung zur Veröffentlichung: Triff ihren schwächsten Punkt – sei ein Krieger. (Lisbeth Salander) Dem schwedischen Journalisten und Schriftsteller Stieg Larsson gelang mit seiner Thriller-Reihe um den Journalist Mikael „Kalle“ Blomkvist und die Hackerin Lisbeth Salander ein weltweiter Erfolg, den der Autor jedoch nicht mehr miterleben konnte, da er im Jahr 2004 an den Folgen eines Herzinfarktes verstarb. Die drei fertigen Romane wurden erst posthum veröffentlicht. Geplant waren insgesamt zehn Romane, wovon bereits Fragmente und Entwürfe der Bücher vier bis sechs vom Autor erstellt wurden. Auch wenn Larssons Erben eine Nutzung und Beendigung der schon begonnen Romane nicht zustimmten, gewährten sie 2013 dem ebenfalls aus Schweden stammenden Journalisten und Schriftsteller David Lagercrantz („Ich bin Zlatan Ibrahimović“), eine freistehende Fortsetzung mit den Romanfiguren zu konzipieren. Diese ist nun, mehr als zehn Jahre nach dem Tod Stieg Larssons unter dem Titel Verschwörung bei Heyne erschienen. In dem vierten Band der Millennium-Reihe wird Mikael Blomkvist in den Mord eines der führenden Forscher im Bereich der Entwicklung künstlicher Intelligenzen verwickelt. Da der Forscher kurz vor seinem Tode auch im Kontakt mit Lisbeth Salander stand, beginnt Blomkvist mit seinen Recherchen. Die Spur führt zu einem US-amerikanischen Softwarekonzern, der mit der NSA verknüpft ist. Blomkvist hofft, hier eine Verschwörung aufdecken zu können, die ihm die dringend benötige Enthüllungsstory bescheren würde… Lagercrantz gab zu, dass er nach einem ersten Schock, als er von der Möglichkeit erfuhr, einen vierten Millennium-Roman schreiben zu dürfen, der Versuchung nicht wiederstehen konnte. Jedoch ist Verschwörung ein Roman, der sich als Hommage an die Trilogie versteht und sich am Ideal des kunstvollen, vielschichtigen Erzählens Larsson orientiert. Dabei verwendet er nicht nur die bekannten Figuren, er entwickelt sie auch weiter. Die Breitseite der Anfeindungen, die der Autor für die Fortführung der Reihe erfahren musste, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Es ist ein bekanntes Prinzip, Buchreihen auch über den Tod des ursprünglichen Autors weiterzuführen. Lagercrantz gibt sich erstaunlich Mühe, keinen spürbaren Stilbruch oder eine Änderung der Erzählstruktur zuzulassen, so dass wir hier einen spannenden, inhaltlich faszinierenden und schematisch sich gut in die Reihe einfügenden Roman, der kurzweilig unterhält. Verschwörung (Originaltitel: „Det som inte dödar oss“, 2015) erscheint in einer Übersetzung aus dem Schwedischen von Ursel Allenstein als gebundene Ausgabe mit Prägeeinband bei Heyne (608 Seiten, €22,99). Im Anhang des Buches befinden sich eine Danksagung des Autors und eine Stockholm-Karte. David Lagercrantz gelingt mit Verschwörung ein spannender Thriller, der gut geschrieben und geschickt aufgebaut zu fesseln vermag… wenn man sich als Leser mit dem Gedanken anfreunden kann, einen eigenständigen Baustein der grandiosen Stieg Larsson-Reihe zu lesen. Christian Funke

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Irgendwie hatte es das Jahr 2015 ganz schön in sich, was Aufreger-Bücher angeht. Neben Harper Lees "Gehe hin, stelle einen Wächter", den neuen Bücher von Salman Rushdie und Umberto Eco stand natürlich auch David Lagercrantz "Verschwörung" ganz oben auf der Liste. Nicht umsonst. Denn Lagercrantz Roman ist die Fortsetzung von Stieg Larssons Millenium-Triologie rund um den Journalisten Mikael Blomkvist und die eigenwillige Hackerin Lisbeth Salander. Schon bevor das Buch auf den Markt kam, sorgte es deshalb für viel Aufregung. Schließlich starb Larsson, der die außergewöhnlichen Charaktere Blomkvist und Salander geschaffen hatte, 2004 an einem Herzinfarkt, nachdem er die ersten drei Bände verfasst hatte. Ursprünglich war die Reihe auf zehn Bände angelegt, aber selbst die Veröffentlichung der ersten konnte der geniale Autor Larsson nicht mehr erleben. Darüber, wie es mit dem geistigen Erbe von Larsson weitergehen sollte, entbrannte ein bitterer Streit zwischen Stieg Larssons Vater und seinem Bruder auf der einen und seiner Lebenspartnerin Eva Gabrielsson auf der anderen Seite. Vater und Bruder - die angeblich ein unterkühltes Verhältnis zu Larsson hatten (dazu gibt es auch einen spannenden Artikel vom Tagesspiegel), beauftragten schließlich dennoch den Autor David Lagercantz, der sich nach einem ersten Schock doch dazu entschied die Reihe weiterzuführen. Der Aufschrei war natürlich groß! Von Leichenfledderei und Grabplünderung ist die Rede. Der Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen rief sogar dazu auf, die Bücher von Lagercrantz nicht zu kaufen. Und ehrlich gesagt war auch mein erster Gedanke: Ob das nicht einfach nur Geldmacherei ist? Schließlich brachten es Larssons Bücher auf eine weltweite Auflage von über 80 Millionen Exemplaren. Da steckt natürlich eine Menge Geld dahinter. Und die zweite Überlegung: Warum ausgerechnet Lagercrantz? Mal ehrlich? Was hatte der davor groß geschrieben? Eine Biografie über den Fussballer Zlatan Ibrahimovic. Schön, der denkt zwar, dass er mit Gott gleichzusetzen ist - also der Fussballer. Aber macht es seinen Biografen dann zum richtigen Nachfolger für Stieg Larsson? Kann da wirklich etwas gutes bei rauskommen? Trotz allen Bedenken - meine Neugier war stärker. Irgendwie wollte ich dann doch eher wissen, ob dieses Buch etwas taugt. Und wenn nicht - dann kann man wenigsten fundiert begründen, warum es das nicht tut. Gesagt getan. Also stürzte ich mich wieder in ein neues Abenteuer mit Salander und Blomkvist: Der Anfang verlief noch etwas schleppend, aber schnell fand ich mich wieder in die gewohnte Millenium-Atmosphäre ein. Blomkvist, einst von allen gefeiert, scheint seinen journalistischen Biss und den guten Riecher für Stories verloren zu haben. So munkelt man zumindest hinter seinem Rücken. Und natürlich steckt Millenium mal wieder in einer finanziellen Krise. Ein Medienkonzern hat die ersten Aktien des Magazins aufgekauft und übt schnell Druck auf die gesamte Belegschaft aus. Eine richtig gute Geschichte muss also her! Und zwar schnell! Da kommt es ganz gelegen, dass Mikael eines nachts plötzlich einen Anruf erhält von Frans Balder. Dieser ist ein Genie, Wissenschaftler für Künstliche Intelligenz und scheint in eine verstrickte Geschichte verwickelt zu sein. Er will Mikael alles erzählen! Sofort! Doch als Mikael bei Balder zu hause eintrifft, ist dieser ermordet worden. Einziger Zeuge: Balders autistischer Sohn. Und was ist mit Lisbeth? Die versucht in der Zwischenzeit sich in die Computer der NSA einzuhacken, bleibt aber dabei nicht unbemerkt. Über Umwege ist sie natürlich auch in die Geschichte mit Balder verwickelt. Und so arbeiten Mikael und Lisbeth wieder beide an einem Strang. Letztlich wird Lisbeth im Laufe der Geschichte erneut von ihrer Vergangenheit eingeholt... Ihr merkt vielleicht schon an dieser kurzen Zusammenfassung, dass es hier einige lose Erzählstränge gibt, die von Lagercrantz nach und nach ineinander geflochten werden, sodass sie am Schluss ein ganzes ergeben. Lagercrantz ist natürlich kein Larsson - und so ist sein Erzählstil eben auch ein anderer. Nicht ganz so tiefgründig und intensiv für meinen Geschmack - vor allem im Vergleich zu Larsson. Aber auch nicht schlecht geschrieben, wie so mancher Kritiker behauptet. Was mich dagegen gestört hat, war, dass Mikael irgendwie ziemlich untätig war, nicht wirklich viel Charakter gezeigt hat - wie man es sonst von ihm kennt. Natürlich fühlt man sich durch die wiederkehrenden Charaktere gleich wieder in die Millenium-Redaktion zurückversetzt und holt das altbekannte Flair und die Atmosphäre von der damaligen Lektüre zurück. Wobei ich aber auch das Gefühl hatte, dass es genau aus diesem Grund ein ganz gezieltes "Name dropping" gab. So kehren auch diverse Nebenfiguren wieder in der Handlung auf. Kein Wunder also, dass wir beim Lesen denken: "Ach, den kenne ich doch. Ist ja wie früher." Viel schlimmer fand ich jedoch, dass für mich ehrlich gesagt ziemlich schnell klar war, wer hinter den Machenschaften steckt, die Mikael und Lisbeth hier aufdecken. Das hatte mich schon etwas enttäuscht. Für mich war das ganze super schnell durchschaubar, die Auflösung dann konsequenterweise überhaupt keine Überraschung mehr. Bei Stieg Larsson wartete irgendwie immer noch ein "Aha-Effekt" auf einen beim Lesen. Das fiel hier total flach und hat mir schon etwas die Lesefreude genommen. Und genauso schnell wie das Ende war deutlich: Das wird nicht der letzte Band von Lagercrantz Millenium-Fortsetzung sein. Und prompt hieß es: Band fünf soll 2017 erscheinen, Band sechs 2019. Angeblich hat es Lagercrantz einfach zu viel Spaß gemacht diese Geschichte zu schreiben und er glaubt sehr an seine Story - und was noch logischer ist: ein Cliffhanger am Ende des Buches sorgt dafür, dass die Leser auch den nächsten Band wieder haben wollen. Denn wenn man es soweit geschafft hat, will man ja schließlich wissen, wie das ganze nun ausgeht. So sichert man sich ganz geschickt weitere Verkaufszahlen. Alles in allem kann ich nach der Lektüre daher sagen: Ein solider Roman, der nicht schlecht geschrieben ist, Aber vor allem durch seine beliebten Protagonisten funktioniert. Ob Lagercrantz ohne diese den selben Erfolg gehabt hätte? - Ich glaube es nicht. Also zumindest nicht in dem Ausmaß, wie er ihn jetzt hatte. Und auch wenn die Lektüre sehr kurzweilig war, blieb für mich doch immer etwas Beigeschmack beim Lesen dabei. Wobei ich befürchte, dass ich beim nächsten Band auch früher oder später wieder meiner Neugierde nachgeben werden.

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