Leserstimmen zu
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Sophie Seidel

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Von: Brigitte Michelbach aus Frielendorf

09.06.2019

Wunderbar, wie Frau Seidel die menschlichen (und un-menschlichen) Verhaltensweisen beschreibt! Ich habe manches Mal Tränen gelacht, und einige Male ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben. Ich bin seit vielen, vielen Jahren Erzieherin im Bereich Integration/Inklusion und kenne das Beschriebene nur zu gut - nicht von den (teilweise behinderten) Kindern, sondern leider von den Eltern. Die Palette reich von fordernd über unverschämt bis dankbar und wertschätzend (leider eher selten und oft genug da, wo ich es wenigsten erwartet hätte). Wenn ich auch nur annähernd so treffend zu formulieren könnte wie Frau Seidel, würden meine Erfahrungen - positive und negative - auch ein Buch (oder mehrere Bücher) füllen, leider kann ich es nicht....... Auf jeden Fall: Chapeau, liebe Frau Steiner, und hoffentlich gibt es eine Fortsetzung!!!

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Dieses Buch ist durch eine spontane Entscheidung bei mir eingezogen. Ich habe ein Faible für Wortspiele (bin selbst aber nicht sonderlich gut darin) und fand den Titel so gut. Für die Zeit um meinen weihnachtlichen Heimatbesuch war es auch ganz gut geeignet, dachte ich, da meine Eltern ein paar Jahre in Bayern gelebt haben. Wenn ich dann aber abends tatsächlich meiner Familie Szene für Szene und Kapitel für Kapitel vorgelesen habe, musste ich teilweise das Buch weiterreichen - und einmal konnte erst der vierte Mensch, der es in der Hand hatte, einigermaßen deutlich und ohne Lachen die gefragte Stelle vorlesen: Alle anderen, mich eingeschlossen, konnten nicht mehr vor Lachen. Stellenweise ist das Buch nicht soo witzig (oder wir verstehen den Witz einfach nicht), aber in anderen Momenten ist es zum Schießen, was Sophie Seidel aus ihrem Kellnerinnenalltag zu berichten hat. Da gibt es Gäste, die die Öffnungszeiten extrem ausdehnen und sich "wie eine Wildsau" aufführen, beim nächsten Besuch aber extrem freundlich sind. Sie erklärt das Leitungswasserdilemma und die Problematik von Kinderwagen, großen Hunden und Familientreffen. Auch Anmachversuche und Zechprelle kriegen ihr Fett weg. Und das alles ist auch sehr amüsante Weise geschrieben. Hauptsächlich auf Hochdeutsch, aber mit immer mal wieder eingestreuten bayerischen Floskeln und Phrasen bildet sich eine tolle Mischung aus allgemein deutschem, hochdeutschem und auch bayerischem Humor, der für jeden einen Scherz auf Lager hat. Niemand wird beim Lesen dieses Buches die ganze Zeit trockene Augen bewahren können - wenn man auch nur ein kleines bisschen Humor hat. ;) Fazit Ich hätte es nicht gedacht, aber dieses (Sach-)Buch gefällt mir ausnehmend gut. Und jedes Mal besser, wenn ich es meiner Familie vorlese und wir alle uns dabei vor Lachen kringeln...

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Ich finde es ja immer unheimlich interessant zu erfahren, wie es ist, in fremden Schuhen zu stecken, zumindest gedanklich. Also lese ich gerne Bücher, in denen Menschen von ihrem Job erzählen. Manchmal fühle ich mich dabei wie bei einer permanenten Jammerparade, andere treffen die perfekte Mischung aus Humor, Ernsthaftigkeit und Informationen, die helfen, besser zu verstehen, wie es in diesen Jobs läuft. Sophie Seidel gehört eindeutig zu der zweiten Kategorie. Sophie Seidel ist Kellnerin in einem bayrischen Restaurant und komischerweise hatte ich bei ihren Erzählungen immer die Kellner und Kellnerinnen aus einem meiner liebsten Restaurants vor Augen, das zufällig auch eins der Sorte ist. Ich bin mir aber sicher, dass es nicht nur mir so geht, sondern dass jeder gedanklich seine Lieblingseinkehrorte durchgeht und dabei an deren Mitarbeiter denkt. So hin und wieder habe ich mich auch ein wenig beschämt dabei entdeckt, dass ich etwas für Kellner echt nerven- oder zeitraubendes gemacht habe, natürlich ohne bösen Willen. Aber gerade deswegen ist es wichtig, auch Einblicke in andere Berufe zu bekommen, weil einem vieles im Hintergrund so gar nicht bewusst ist und man in Zukunft besser darauf achten kann. Die Autorin erzählt in den einzelnen Kapiteln themenbezogen von ihrem Arbeitsalltag. Mal gibt es da traurige Geschichten zu erzählen, mal lustige und mal absurde – und das gerne in der wörtlichen Rede im tiefsten Bayrisch. Fand ich persönlich super, aber ich vermute, der eine oder andere muss über manchen Satz erst einmal grübeln, was er bedeuten soll. Außerdem gibt es am Ende jeden Kapitels eine Top 5 – Top Fragen, Kollegenkommentare, etc. (Da fand ich aber zugegeben manche Begebenheiten, die Gott sei Dank ausführlich beschrieben wurden, mehr Top Five-würdig) Auch wachsen einem sowohl die Autorin als auch deren Kollegen, von denen sie so liebevoll erzählt, ans Herz, auch wenn es sich dabei um einen bärbeißigen Koch handelt.

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Meinung Da ich selbst auch schon in der Gastronomie gearbeitet habe und diese armen Schweine von Servierer (man kann es manchmal einfach nicht anders sagen) meine vollste Sympathie verdient haben, musste ich dieses Buch einfach lesen. Jeder, der länger als eine Woche in der Gastronomie tätig war, könnte selbst Bücher über dieses Thema verfassen :-D In der ein oder anderen angesprochenen Geschichte habe ich mich direkt wiedergefunden. Sophie Seidel berichtet herrlich ehrlich und erfrischend komisch aus ihrer Zeit im Bräufassl (den Namen hat sie geändert) mitten in der Münchner Innenstadt. Jedes Kapitel befasst sich mit einer anderen Kategorie, in der die Erlebnisse passend gesammelt und aufgeschrieben wurden. Über jedem Kapitel befindet sich ein kleines Zitat, ein Dialog oder ein Ereignis, über das man den Kopf schütteln oder lachen kann. So steht über dem Kapitel "Vorhang auf - Unsere tägliche Freakshow" zum Beispiel: Zwei Frauen kommen zur Tür herein. Eine der beiden fragt: "Haben Sie noch freie Plätze für zwei schöne Menschen?" Kollegin: "Freilich. Wann kommen die denn?" (Seite 30) Nach jedem Kapitel befindet sich eine Top-Five, immer passend zu dem eben Gelesenen. So findet man nach dem Kapitel "Wirt unser, der du bist in München" die Top Five der Gastronomen-Welt. Dame (Gast) regt sich künstlich über eine Lappalie auf und ruft: "Ich setze nie wieder einen Fuß in dieses Lokal!" Wirt ganz lässig: "Ehrlich? Versprechen S' mir des?" Bei so manchem Gast hofft der Wirt inständig, er würde seine Drohung wahr machen. (Seite 175) Doch die Autorin berichtet nicht nur von irrwitzigen oder lustigen Momenten, sondern auch von traurigen. Die ältere Dame, die mit einem Foto ihres verstorbenen Mannes ihre Goldhochzeit im Bräufassl verbringt, hat mich schwer schlucken lassen. Interessant sind auch die Abschnitte über die einzelnen Nationen - wer die Augen offen hält, kann die Unterschiede tatsächlich selbst erkennen, wenn er Essen geht ;-) Da wir uns mitten in Bayern befinden, kommt man um den ein oder anderen bayrischen Satz nicht rum - was das Ganze aber noch etwas sympathischer macht. Am Ende befindet sich ein Glossar, dass einige Worte erklärt. Jetzt weiß auch ich, dass mit "Schmier" die Polizei gemeint ist und ein "Stamperl" ein Schapsglas bezeichnet. So hat eben jede Region ihre eigenen Worte und Bezeichnungen. Ich bin mir nicht sicher ob Sophie Seidel weiß, was "es Gerippte" ist und ob sie den Unterschied zwischen einfachem Harzer und Handkäs' mit Musik kennt - ich weiß es ;-) Durch die nicht zu langen Kapitel und die locker-leichte Schreibweise kommt man zügig voran und das Buch liest sich wie von selbst. Fazit Egal ob man selbst schon in der Gastronomie tätig ist oder nicht, dieses Buch ist ein Lacher für jeden! Diese Menschen leben größtenteils vom Trinkgeld - um 20 Cent aufzurunden ist weder großzügig noch ausreichend! Bitte denkt das nächste Mal daran und gönnt eurem Kellner / eurer Kellnerin etwas mehr ;-) Und bitte, bitte habt Verständnis für diese Leute - auch sie sind alles nur Menschen!

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Inhalt: Eine Kellnerin am Rande des Wahnsinns Wer Menschenkenntnis entwickeln will, sollte Psychologie studieren – oder in der Gastronomie arbeiten. Denn: Die wahren menschlichen Abgründe tun sich dort auf, wo der Mensch isst, trinkt und am Stammtisch sitzt. Als Sophie Seidel sich als Kellnerin etwas Geld dazuverdienen will, geben ihr die Kollegen keine zwei Wochen. Sie beißt sich durch, stemmt Bierkrüge und vollgeladene Teller und hört nachts zum Abreagieren Metallica. Doch schuld am täglichen Irrsinn sind weder die Kollegen noch der diktatorische Koch: Es sind die Gäste, die Sophie Seidel an den Rand des Wahnsinns treiben … Ein humorvoller Bericht aus dem Leben einer Kellnerin. Mein Fait: Das Buch spiegelt denn verrückten Alltag einer Kellnerin bzw. Servicekraft im Gastrobereich wieder das einige turbolente Erlebnisse hat. Dieses Buch ist humorvoll geschrieben und zeigt das man auch in diesem Beruf so allerhand lustiges erleben kann. Was gibt es da besseres als auch andere Menschen teilhaben zu lassen und auch in diesem Beruf einen Bestseller zu schreiben. Ich mag den Schreibstil von Sophie Seide total gerne. ich konnte das Buch auch nicht einfach zum pausieren auf Seite legen sondern hab es in einem Schwung (ausser mal zwischendurch was trinken oder zur Toilette zu gehen) durch gelesen. Ich kann es euch wirklich sehr ans Herz legen. Was mir besonders gefallen hat ist das auch manches mal von ländlichen Sichtweisen abgerückt werden kann und man sich nicht von immer wieder überraschen lassen kann was für verrückte Kundschaft man doch hat.

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Inhalt Wer Menschenkenntnis entwickeln will, sollte Psychologie studieren – oder in der Gastronomie arbeiten. Denn: Die wahren menschlichen Abgründe tun sich dort auf, wo der Mensch isst, trinkt und am Stammtisch sitzt. Als Sophie Seidel sich als Kellnerin etwas Geld dazuverdienen will, geben ihr die Kollegen keine zwei Wochen. Sie beißt sich durch, stemmt Bierkrüge und vollgeladene Teller und hört nachts zum Abreagieren Metallica. Doch schuld am täglichen Irrsinn sind weder die Kollegen noch der diktatorische Koch: Es sind die Gäste, die Sophie Seidel an den Rand des Wahnsinns treiben … Ein humorvoller Bericht aus dem Leben einer Kellnerin. Meine Meinung Zuerst möchte ich mich bei dem Bloggerportal (insbesondere Sebastian Rothfuss) für das Rezensionsexemplar bedanken :) Ich habe selten so viel gelacht wie bei diesem Buch, obwohl man manchmal nur den Kopf schütteln kann. Viele Gästen haben wohl ihre gute Erziehung zu Hause gelassen und meinen wilde Sau spielen zu müssen, sobald sie ein Restaurant betreten. Ich selbst habe zwar nie als Kellnerin gearbeitet, habe mir aber während der Schulzeit als Küchenhilfe Geld dazu verdient und da klagten die Kellnerinnen auch sehr über die Gäste, jedoch nicht so “heftig” wie es Sophia Seidel es hier tut – was vermutlich an auch an der Größe und der Lage liegt. Kleinstadt gegenüber Großstadt. Ihre Erlebnisse und skurrilen Geschichten lassen sich sehr leicht und flüssig lesen. Das Buch hat mit 269 Seiten die perfekte Länge und wirkt nicht zugestopft mit Informationen und auch nicht unnötig in die Länge gezogen. Die Geschichten unterteilt Sophie Seidel in verschiedene Kapitel wie “She is in se Soß” – Broken English oder Kellnern – von Status, Ausrastern und verpassten Chancen und leitet diese mit einer witzigen oder kuriosen Szene eingeleitet. Am Ende jedes Kapitels rundet sie es mit diversen Top Fives ab – was ich persönlich eine klasse Idee fand. Am schönsten fand ich das Kapitel über das Verhalten und Mentalität der unterschiedlichen Nationen – rührend fand ich die Geschichte mit dem Inder, der ihr Trinkgeld gibt, welches sein Geschäftspartner der Kellnerin nicht gab…50€ was für einen Inder unglaublich viel Geld ist (das weiß ich aus Erfahrung). Der Koch, der Schankkellner, die anderen Kellner und Kellnerinnen, der Chef und auch die liebenswerte russische Putzfee waren so liebevoll beschrieben, das man das Gefühl hatte, alle zu kennen. Ich werde beim nächsten Restaurantbesuch mit Sicherheit den einen und anderen Charakter in den Beschäftigten wiedererkennen und mich lachend an dieses Buch erinnern – danke liebe Sophie Seidel für dieses tolle Buch! Schönstes Zitat Kollegin steht vor der Kasse und tippt eine Bestellung. Plötzlich springt ein Knopf von ihrem knappen Dirndl ab und landet laut klirrend auf der Tastatur der Kasse. Der Schankkellner hat das Klirren gehört und fragt: “Was war´n das eben? Hast´n Zahn verloren?” Der selbstständig gewordene Knopf hat eine Bestellung in der Kasse aufgegeben, denn aus der Küche kommt es gedonnert: “Hundertzwanzig Spanferkel?”

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Klappentext: Wer Menschenkenntnis entwickeln will, sollte Psychologie studieren – oder in der Gastronomie arbeiten. Denn: Die wahren menschlichen Abgründe tun sich dort auf, wo der Mensch isst, trinkt und am Stammtisch sitzt. Als Sophie Seidel sich als Kellnerin etwas Geld dazuverdienen will, geben ihr die Kollegen keine zwei Wochen. Sie beißt sich durch, stemmt Bierkrüge und vollgeladene Teller und hört nachts zum Abreagieren Metallica. Doch schuld am täglichen Irrsinn sind weder die Kollegen noch der diktatorische Koch: Es sind die Gäste, die Sophie Seidel an den Rand des Wahnsinns treiben … Ein humorvoller Bericht aus dem Leben einer Kellnerin. Infos: Taschenbuch: 272 Seiten Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag Erscheinungsdatum: 20. April 2015 Sprache: Deutsch Preis: 8,99€ (Taschenbuch); 7,99€ (eBook) Vielen Dank an Random House, dass Ihr mir das Buch zur Verfügung gestellt habt! :) Inhalt: Schuld am täglichen Irrsinn von Sophie sind die Gäste. Da gibt es solche, denen die Speisekarte des bayrischen Wirtshauses nicht "italienisch genug" ist, und auch solche, die gerne ihren eigenen Teebeutel mit ins Restaurant mitbringen, um auch wirklich keinen Cent für ein Getränk ausgeben zu müssen: "Heißwasser wird es ja schließlich umsonst geben!" Penible Bestellungen wie "Ein Weißbier mit einer schönen Schaumkrone. Kernlos!" sind in Sophies Wirtshauswelt ebenso völlig normal wie verzogene Kinder, deren Eltern sich nicht daran stören, wenn ihre Sprösslinge eine Kellnerin samt Tablett achtlos umrennen. "Deine Noten müssen unbedingt besser werden! Oder willst du später das hier machen, was diese Frau macht?" ist nur ein abschätziger Kommentar von vielen, über die sich Sophie ärgern muss. Und doch lernt sie ihren Job zu lieben, was vielleicht auch an Besuchern wie Woody Allen und Günter Grass liegt, deren Prominenz sie nicht daran hindert, freundlich und überaus normal zu bleiben, so dass sie den Kellnern des Bräufassl noch lange in Erinnerung bleiben werden. Cover: Ich finde das Cover recht schick. Es ist Hellblau mit einem Mädel drauf. Daneben sind zwei weiße Sprechblasen in denen der Titel zu sehen ist. Ich finde es sehr schön, dass das Mädel ein Dirndl trägt, denn das ist in dem Lokal, um das es in diesem Buch geht, dem Bräufassl, so üblich, dass die Bedienungen Dirndl tragen. Meine Meinung: Dieses Buch ist echt witzig! Es erzählt eine wunderbar witzige und humorvolle Geschichte über das Alltagsleben von Sophie im Bräufassl. Es hat viele verschiedene Kapitel, in denen es um immer wieder verschiedene Arten von Gästen geht. Es ist insgesamt eine ineinander gehende Geschichte, man kann die Kapitel aber auch einzeln lesen, wenn man grob weiß, wer denn die einzelnen Personen sind (wobei sich das meist nur auf die Kellner bezieht). Ich habe noch nie in der Gastronomie gearbeitet, aber die Mutter einer Freundin, die schon mal in der Gastronomie gearbeitet hat, hat das Buch ebenfalls gelesen und konnte dem ganzen Irrsinn nur zustimmen. Es ist einfach ein wirklich lustiges Buch, wo so viele verschiedene Arten von Gästen dargestellt werden, dass man wirklich kaum aus dem schmunzeln heraus kommt. Fazit: Das Buch ist einfach nur grandios! Es ist witzig, humorvoll und super geschrieben! Ich kann dieses Buch echt nur weiterempfehlen!! Insgesamt bekommt dieses Buch von mir 5 von 5 Sternen! ★★★★★

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Sophie Seidel berichtet in diesem Buch, wie so viele andere Autoren in letzter Zeit, aus ihrem nur scheinbar unspektakulären Arbeitsalltag und ermöglicht damit ungeahnte Einblicke. Neben der Schriftstellerei arbeitet sie nämlich als Kellnerin und macht dabei so manche Beobachtung, die, mehr oder weniger unfreiwillig komisch, tief blicken lässt. Es ist wahrlich für viele Gäste nicht selbstverständlich, dass man in einer Servicekraft (wie es professionell heißt) mehr als nur einen Tellerträger sieht. Aus diesem Grund beschreibt die Autorin die wichtigsten Aspekte und Herausforderungen ihres "Brotberufs" detailliert, aber nie ohne Augenzwinkern und gelegentlich sogar mit einem Schuss Selbstkritik. Klar, umgekehrt regen sich vereinzelte Restaurantbesucher sicher auch mal zu recht über eine patzige Bedienung auf, aber hier erfahren wir, wie es zu solchen Gemütslagen kommen kann. Schließlich sind Kellner(innen) auch nur Menschen. Ehrlich gesagt kennt der eine oder andere Leser vermutlich so manche der beschriebenen Situationen oder zumindest Menschen, denen man das entsprechende Benehmen durchaus zutraut.Das Münchner Lokal "Bräufassl" taucht hier, wie auch die Autorin selbst, unter einem Pseudonym auf, dennoch glaubt man die im Buch enthaltenen Szenen durchaus, so etwas kann sich unmöglich jemand ausdenken. Sei es der Gast, der den Emmentaler gerne mit ein paar Löchern weniger hätte, die Frau, die mit dem Foto des verstorbenen Ehemannes ihren Hochzeitstag feiert und anschließend ins Theater geht oder Touristen aus aller Welt mit ihren ganz eigenen Macken, pardon, Eigenheiten. Nebenbei erfährt man auch, was von Online-Bewertungen diverser Restaurants zu halten ist, vor allem, wenn sie sich an peinlichen Kleinigkeiten aufhängen. Für was humorvolles bin ich als Hobbysatiriker ja fast immer zu haben. Vor allem dann, wenn damit anspruchsvolle Unterhaltung möglich ist, man nicht jeden Gag einzeln erklärt bekommt und auch nicht fröhlich auf der Würde anderer Menschen herumgetrampelt wird. Schon der Titel verspricht eine Menge Spaß, also habe ich mich auf das Buch gestürzt und es an einem Abend und der darauf folgenden Nacht durchgeschmökert. Ein Vergnügen! Und ein bisschen Aufklärung gleich dazu. Mir fällt spontan nichts ein, was mir an diesem Buch negativ aufgefallen wäre. Klar, es hätte auch noch etwas länger sein dürfen, aber vielleicht gibt es ja eines Tages einen zweiten Band. Sophie Seidel hat den Kellner(neben)beruf nämlich noch lange nicht an den Nagel gehängt. Die vorliegende Ausgabe hat mit 272 Seiten die perfekte Länge um kurzweiliges Lesevergnügen zu bieten. Die einzelnen Kapitel wechseln sich mit verschiedenen Top Fives (der schrägsten Bayrischen Gerichte, der besten Kollegen-Kommentare, der extravagantesten Sonderwünsche usw.) ab und werden jeweils durch ein kurzes Zitat oder eine kleine kuriose Szene eingeleitet. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer und wahrlich amüsanter Einblick in einen Beruf, über den die Öffentlichkeit viel zu wenig weiß. Seitenzahl: 272 Format: 12,1 x 18,8 cm, Broschur Verlag: Blanvalet michiseiler.blosport.de

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