Leserstimmen zu
SUMMERTIME - Die Farbe des Sturms

Vanessa Lafaye

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Gelungenes Debüt

Von: Diamondgirl aus Stolberg

06.03.2018

Im Sommer 1935 auf den Florida-Keys spielt der Debüt-Roman von Vanessa Lafaye, und zwar in den Tagen um den Unabhängigkeitstag (4. Juli). Hunderte Weltkriegs-Veteranen haben die undankbare Aufgabe, im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms der Regierung Baumaßnahmen durchzuführen - in diesem Roman den Bau einer Brücke. Die Zustände innerhalb des Veteranen-Lagers sind eigentlich unhaltbar und dementsprechend ist auch das Benehmen und demzufolge der schlechte Ruf dieser Veteranen. Das fiktive Städtchen Heron Key in der Nähe dieses Lagers wird sowohl von Weißen als auch Schwarzen bewohnt - jeder natürlich seiner Rolle in der Gesellschaft gemäß. In den Südstaaten war es zu jener Zeit nicht einfach für Schwarze. Lynchjustiz war an der Tagesordnung und wurde auch nicht weiter verfolgt. Henry ist ein schwarzer Veteran, der in Frankreich an der Front für sein Land gekämpft hat. Seine Hoffnungen auf ein besseres Zusammenleben und mehr Achtung für Farbige werden nach der Rückkehr jäh enttäuscht. Statt versprochener Boni des Staates erwartet vor allem die Schwarzen das alte Elend wieder. In den USA hat sich nichts geändert und zudem leiden alle Veteranen an posttraumatischen Störungen. Etliche Jahre treibt er durch die Staaten, bis er wegen des Beschäftigungsprogramms wieder in seiner Heimat Heron Key strandet. Missy lebte all die Jahre in Heron Key. Sie war noch ein halbes Kind, als Henry in den Krieg zog und seitdem hat sie auf ihren Helden gewartet. Am 4. Juli treffen sie sich wieder und hier beginnt das Buch. Ich war von diesem Buch sehr angenehm überrascht, denn vom Klappentext her liest es sich so, als wäre es nur eine der üblichen Lovestories. Das ist es jedoch beileibe nicht. Vielmehr wird ein breiter Fächer jener Zeit aufgeblättert, der sie wirklich vor dem geistigen Auge auferstehen lässt: Der herrschende Rassismus und seine dunkelsten Seiten, nicht vorhandene Emanzipation, die Arroganz und Gleichgültigkeit der Regierenden, die erbärmlichen Zustände in den Veteranencamps sowie den in Gänze unverständlichen Umgang mit den eigenen Helden, den Kriegsveteranen und letztlich die Urgewalt der Natur, der gegenüber alle Menschen ungeachtet ihres gesellschaftlichen Ansehens hilflos ausgeliefert sind. Dabei findet die erwähnte Romanze dankenswerter Weise lediglich beiläufig statt. Kernthema sind zweifellos die immer stärker werdenden Spannungen zwischen den Veteranen und Einheimischen. Als eine halbtot geprügelte weiße Frau nach dem Fest zum Unabhängigkeitstag gefunden wird, geraten selbstverständlich die Veteranen ins Visier der Einheimischen. Während der Nachforschungen und der Tätersuche braut sich ein verheerender Hurrikan zusammen und die routinemäßigen Vorbereitungen zum Schutz der Bevölkerung laufen an. Doch einen solchen Sturm hat die Stadt noch nicht gesehen! Von Beginn an konnte mich der Schreibstil für sich gewinnen und ich tauchte ab in die Handlung des Buches. Ein Stoff, der sich hervorragend für einen Katastrophenfilm eignen würde! Die Protagonisten wurden sehr gut heraus gearbeitet, sodass Persönlichkeiten entstanden. Vom sympathischen Hauptdarsteller bis zum Widerling hatte jeder irgendwann ein festes Bild vor meinem geistigen Auge. Gleichzeitig erfuhr man wirklich interessante Fakten über Zeit und Ort des Geschehens. Vieles wurde gnadenlos beschrieben, ohne sensationslüstern zu wirken. Mich hat dieses Buch ausgesprochen gut unterhalten und die Nähe zum tatsächlichen Ereignis vom Laborday 1935 gab dem Ganzen noch ein Zückerchen obendrauf. Die Erläuterungen zu Beginn und am Ende des Buches waren diesbezüglich sehr aufschlussreich. Im letzten Drittel habe ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Manches war leider recht früh zu durchschauen (ähnlich wie bei Katastrophenfilmen ;-) - wie z. B. der Täter der Gewalttat, weshalb es 1 Stern Abzug gibt von mir. Fazit: Ein rundum gelungener und spannender Debüt-Roman mit geschichtlichem Aufklärungs-Potenzial

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Wow, dieses Buch hat mich echt mitgenommen, berührt und einfach nicht mehr losgelassen. Schon nach den ersten Seiten war klar, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen kann. Es handelt sich um eine wahre Begebenheit und manchmal ist es wirklich erschreckend, wie grausam die Realität sein kann. Es spielt nach dem ersten Weltkrieg in einer Provinz im amerikanischen Florida. Obwohl auch schwarze Soldaten für ihr Land gekämpft und gestorben sind, werden sie nach der Rückkehr nicht wie Helden gefeiert. Es herrscht immer noch eine strikte Rassentrennung: Die Afro-Amerikaner haben eigene Verkaufsfenster und einen eigenen Strandabschnitt, an dem sie sich aufhalten müssen. Allein das fand ich schon richtig schlimm, vor allem weil es so lange Gang und Gäbe war und auch heute noch so viel Rassismus herrscht - nicht nur in den USA. Erzählt wird die Geschichte der unterschiedlichen Bewohner des Städtchens Heron Key: Schwarze und Weiße. Am Anfang fiel es mir etwas schwer auseinander zu halten, wer zu welcher Gruppe gehört, aber das hat sich schnell gegeben. Im Mittelpunkt steht Missy, eine junge Schwarze, die als Haushälterin und Kindermädchen arbeitet. Sie ist eine sehr starke Frau, die sich von niemanden einschüchtern lässt. Daneben gibt es Henry, ein Kinderfreund, der im Krieg gekämpft und nun zurückgekehrt ist. Doch wer jetzt eine romantische Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht. Denn es wird nicht nur eine weiße Frau fast tot geprügelt - und Henry ist unter den Verdächtigen - es zieht auch ein Tornado auf. Spätestens dann sind mir immer wieder Tränen über die Wangen gelaufen, weil mich die Geschehnisse und das Unrecht wirklich mitgenommen haben. Der Schreibstil ist eigentlich relativ sachlich, aber was erzählt wird, ist einfach unfassbar emotional. Deswegen kann man das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Die unterschiedlichen Sichtweisen der einzelnen Bewohner sorgen außerdem dafür, dass man nicht nur unheimlich viel erfährt, sondern dass auch Spannung aufgebaut wird und es immer wieder kleine Cliffhanger gibt, weil man einfach wissen möchte, wie es mit der betreffenden Person weitergeht. Das Buch ist insgesamt einfach nur wunderbar. Traurig, aber einfach wunderbar. Deswegen gibt es von mir 5 Sterne!

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Dieses wunderschöne Buch hat mir ein paar verträumte Stunden gegeben, wofür ich unglaublich dankbar bin. Normalerweise bin ich nicht so der große Fan von Familiengeschichten oder Geschichten, die vor meiner eigenen Zeit gespielt haben. Aber dieses Buch hier hat mir so viel Spannung verliehen und hat mit einem tollen Schreibstil geglänzt, dass es wirklich ein Genuss war. Da hat das schön gestaltete Cover nicht zu viel versprochen. Die Handlung war gut aufgebaut, die Charaktere waren sympathisch, authentisch und interessant gestaltet, man merkte, dass sich darüber Gedanken gemacht wurde und dass die Autorin auch mit Herz dabei war. Während des Lesens bin ich immer tief versunken und kann das Ganze nur an all die Menschen weiterempfehlen, die wirklich etwas lesen wollen, was sie verzaubern und vom Alltag ablenken kann, trotzdem spannend, berührend und ergreifend ist und einfach alle Sinne anspricht. Super!

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Eckdaten: Autorin: Vanessa Lafaye Verlag: Limes Verlag Label: Hardcover Preis: 19,99€ Seiten: 416 ISBN: 978-3809026532 Danke fürs zusenden liebes Bloggerprotal. Inhalt: Florida, 1935. In Heron Key sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern so verworren wie die Wurzeln der Mangrovenbäume. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Henry die Stadt verlassen hat, um in Europa zu kämpfen. Die ganze Zeit hat Missy auf ihn gewartet. Als gutes Dienstmädchen kümmert sie sich um das Baby und das Haus der Familie Kincaid und zählt bis zu seiner Rückkehr die Sterne. Nun ist er zurück, doch in dem Veteranen erkennt sie kaum noch den einst stolzen Mann. Als eine weiße Frau in der Nacht vom 4. Juli halbtot am Strand gefunden wird, gerät Henry in Verdacht. Während die Anspannung in der kleinen Stadt weiter ansteigt, fällt das Barometer – der verheerendste Tornado aller Zeiten zieht auf. Im Auge des Sturms offenbaren sich Tragödien, lüften sich Jahrzehnte alte Geheimnisse – und Missys und Henrys Liebe wird auf die Probe gestellt … Das Cover: Ist sehr schön bunt und lustig gestaltet und spricht eine in der Buchhandlung auch sofort an. Ich verstehe nicht ganz was die Pfauenfedern auf dem Cover zu suchen haben. Ansonsten finde ich es sehr schön. Meine Meinung: Der Einstieg in das Buch ist mir sehr schwer gefallen, da ich am Anfang nicht ganz mit dem Wechsel der Personen klargekommen bin. Dann so ab Seite 60 bin ich dann in der Geschichte drin gewesen und dann hat mir das lesen des Buches auch Spaß gemacht. Leider hat sich das Buch in der Mitte gewendet und ich habe mich wieder durch quälen müssen. Ich habe es ja mit dem lieben Jannik gelesen (insta lesestrand) und ihm geht es genauso. Ich habe das Buch gestern Abend beendet und ich war danach richtig verwirrt, da ich am Ende nicht mehr mitgekommen bin. Das Ende war auch sehr unschlüssig und hat mir so wie das ganze Buch nicht sehr gut gefallen. Ich glaube aber sogar, dass wenn man die Geschichte so wie sie ist anders ausformuliert hätte würde mir das Buch besser gefallen. Also kurz gesagt, mit hat die Ausformulierung der Geschichte nicht gefallen und auch der Schreibstil war komisch. Fazit: Das Buch war am Anfang verwirrend, wurde dann etwas besser, doch dann zum Ende hin war es wieder total verwirrend. Ich würde das Buch nicht als mein Lieblingsbuch weiterempfehlen, außer jemand mag die Handlungen so eines Buches. Leider bekommt das Buch (nur) 2/5 Sternen, welche aber sehr verdient sind.

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Obwohl Stürme auch hier bei uns in Europa immer mehr zunehmen, können wir uns das Ausmaß eines Wirbelsturmes (Gott sei Dank!) kaum vorstellen. In "Summertime. Die Farbe des Sturms" von Vanessa Lafaye wird dies auf erschreckende Weise sehr bildhaft und authentisch beschrieben. Vanessa Lafaye erzählt von einem der schlimmsten Hurrikane der USA, der die Küste in Florida heimgesucht hat und verknüpft die wahre Begebenheit mit einer fiktiven Handlung. Außerdem widmet sich die Autorin auch der Geschichte der Veteranen des WWI , die zu dieser Zeit an die Florida Keys geschickt wurden, um eine Brücke zu bauen, anstatt den Bonus zu erhalten, der ihnen nach dem Krieg versprochen wurde. Hier hat mich vorallem sehr geschockt, dass die Kriegsheimkehrer nur kurz öffentlich als Helden gefeiert wurden, um danach still und heimlich fallen gelassen zu werden. Sie bekamen weder ihr Geld, noch wurde ihnen geholfen wieder ins normale Leben zurückzukehren. Im Gegenteil: Sie wurden als Außenseiter von der Gesellschaft gemieden und als Lohn für ihren Einsatz für ihr Vaterland wie Schwerverbrecher behandelt. Was sich die amerikanische Regierung hier geleistet hat ist mehr als beschämend! Der Roman beginnt sehr ruhig und nimmt nur langsam Fahrt auf. Man lernt einen Teil der Menschen der kleinen Stadt Heron Key kennen. Nach und nach werden die Einwohner und die dazugehörigen Lebensgeschichten vorgestellt, wobei es dauert, bis man jeden Einzelnen genau zuordnen kann. Im Mittelpunkt stehen aber meiner Meinung nach Missy und Henry, zwei Farbige, die seit Jahrzehnten befreundet sind. Als Henry in den Krieg ziehen muss, wartet Missy, selbst noch ein Kind, auf ihn. Als er endlich zurückkehrt, hat Missy das heiratsfähige Alter überschritten und Henry ist kaum mehr der Mensch, der er einmal war. Die versprochenen Bonuszahlungen der Regierung werden nach dem Börsenkrach nicht ausbezahlt und eine Demonstration vor dem Weißen Haus brutal gestoppt. So wird Henry gemeinsam mit anderen Kriegsveteranen unter menschenunwürdigen Bedingungen in ein Lager gesteckt, wo er beim Brückenbau helfen soll. Es ist die Zeit der Lynchjustiz. Schwarz und weiß müssen strikt getrennt sein....selbst bei den Feiern am Strand zum Nationalfeiertag sind die Strandabschnitte extra abgesperrt. Was sich hinter den Fassaden der gutbürgerlichen Weißen abspielt, wird gut verborgen. Der Eine vergnügt sich mit den Damen des Country-Clubs, während der angesehene Deputy seine Ehefrau verprügelt. Die Heimkehrer passen so gar nicht in die "heile Welt" der Kleinstadt. Als ein Verbrechen passiert ist automatisch ein Schwarzer der Sündenbock, aber noch besser passt ein schwarzer Veterane ins Bild. Während sich die Stimmung in Heron Kay aufheizt, fällt das Barometer. Als der Hurrikan Heron Key trifft, zeigt sich schnell das Ausmaß.....nicht nur in der Natur und der Stadt, sondern auch menschliche Abgründe tun sich auf und zeigen wozu Menschen fähig sind, wenn sie ihr eigenes Leben retten wollen. Andere wiederum wachsen über sich selbst hinaus... Das Südtstaatendrama wird über einen Zeitraum von zwei Monaten erzählt und zeigt auf deutliche Weise, wie die Rassendiskriminierung auch noch im 20. Jahrhundert stattfindet. Man braucht auch nur aktuelle Zeitungsartikel anzusehen, dann weiß man, dass sich auch im 21. Jahrhundert nicht wirklich viel geändert hat, auch wenn die USA bereits einen farbigen Präsidenten aufweisen kann. Schreibstil: Der Debutroman von Vanessa Lafaye ist sehr atmosphärisch und dicht. Die wahren Begebenheiten wurden mit einer fiktiven Geschichte verwebt und die besondere Stimmung hat die Autorin wunderbar aufgefangen. Der Schreibstil ist ausdrucksstark und bildhaft. Die Alltagsstimmung und das Leben in Heron Key wird sehr bildhaft erzählt. Ich konnte die Hitze und die aufgeheizte Stimmung spüren. Trotzdem kommt erst im letzten Drittel so richtig Spannung auf, wenn der Hurrikan die Florida Keys trifft. Fazit: Ein Roman, der definitv nachklingt. Erinnert von der Thematik her ein bisschen an "Gute Geister", kommt aber nicht an diesem Roman heran. Trotzdem eine sehr atmosphärische Geschichte, die wieder einen kleinen Teil der amerikanischen Politik und die Rassendiskriminerung widerspiegelt. Die fiktive Handlung gemischt mit den wahren Begebenheiten rund um den Jahrhundertsturm hat die Autorin geschickt zu einem interessanten und ausdrucksstarken Roman zusammengefügt.

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Der Klappentext und das Cover lässt einen üblichen Liebesroman nach gängigem Klischee vermuten. Aber er ist es nicht. Die Verbindung zwischen den beiden Protagonisten Missy und Henry sind fast nur eine Randerscheinung, die aber doch die gesamte Geschichte trägt. Es ist eine fiktive Erzählung, die jedoch geschichtliche Hintergründe hat. Eine Geschichte von Menschen, von schwarzen und weißen, von den Unterschieden, nicht nur in ihrer Hautfarbe. Eine Geschichte darüber, dass bei einer Naturkatastrophe alle Menschen gleich sind, egal welche Hautfarbe sie haben. Und dass die Natur keinen Halt macht vor arm oder reich, vor jung oder alt. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Er ist flüssig und locker. Zum Anfang hatte ich Probleme, die vielen Namen immer wieder zuzuordnen. Das Buch lies sich sehr leicht lesen, obwohl stets eine gewisse Spannung herrschte. Bis zum Schluss kann der Leser nicht erahnen, wie die Geschichte endet. Das hat mir sehr gefallen. Eine willkommene Urlaubslektüre, lesenswert!

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Es gibt Orte, von denen man genau weiß, dass man sie liebt, ohne je da gewesen zu sein. Für mich gehören dazu die Keys – hach ja, die Keys! Eigentlich bin ich ja nicht so zu haben für schwüle Hitze und Karibik-Flair, aber manchmal mache ich da eine Ausnahme. Für die Florida Keys zum Beispiel. Die stehen ganz weit oben auf meiner Reisewunschliste. Einmal im Leben muss ich auf die Inselgruppe im Süden des Sunshine States, einmal werde ich über die Seven-Mile-Bridge Richtung Key West düsen. Dorthin, wo Ernest Hemingway gewohnt hat, der Filmklassiker Key Largo gedreht wurde und die göttlich gute Serie Bloodline spielt. Die Keys strahlen für mich nämlich eine ganz besondere Faszination aus. Sie bieten die perfekte Mischung aus Lässigkeit, Schönheit und dunklen Abgründen. Genau diesen Mix habe ich mir auch von Vanessa Lafayes Roman Summertime erhofft. Der spielt auf den Florida Keys und der Klappentext hörte sich in dieser Hinsicht äußerst vielversprechend an. Bei wem jetzt bereits die Alarmglocken schrillen, liegt leider richtig. In die Falle getappt Es gibt schließlich einen guten Grund, warum Heike und ich uns für den Namen Halt die Fresse Klappentext entschieden haben (den könnt ihr übrigens hier nachlesen). Tja, aber manchmal muss man eben in die Falle tappen, vor der man selbst stets warnt. Vielleicht ja, um sich seiner eigenen Daseinsberechtigung zu vergewissern. Dann wäre die Lektüre dieses Buches immerhin für etwas gut gewesen. Wer es jetzt noch nicht ahnt, dem sei es klipp und klar gesagt: Dies hier wird ein Verriss. Beginnen wir von vorne, beginnen wir beim Klappentext. Der hörte sich für mich nach Drama mit Substanz an: „Florida, 1935. In Heron Key sind die Beziehungen zwischen den Einwohnern so verworren wie die Wurzeln der Mangrovenbäume. Fast zwanzig Jahre sind vergangen, seit Henry die Stadt verlassen hat, um in Europa zu kämpfen. Die ganze Zeit hat Missy auf ihn gewartet. Als gutes Dienstmädchen kümmert sie sich um das Baby und das Haus der Familie Kincaid. Nun ist er zurück, doch in dem Veteranen erkennt sie kaum noch den einst stolzen Mann. Als eine weiße Frau in der Nacht vom 4. Juli halbtot am Strand gefunden wird, gerät Henry in Verdacht. Während die Anspannung in der kleinen Stadt weiter ansteigt, fällt das Barometer – der verheerendste Tornado aller Zeiten zieht auf. Im Auge des Sturms offenbaren sich Tragödien, lüften sich Jahrzehnte alte Geheimnisse – und Missys und Henrys Liebe wird auf die Probe gestellt…“ So weit, so vielschichtig. Zugegeben: Das klingt nicht nach erstklassiger, tiefschürfender Literatur, aber es wird doch Lust auf einige spannende Erzählstränge gemacht: etwas Drama, etwas Action, etwas Liebe, etwas Politik – und dazu noch soziale Spannungen. Tja, Pustekuchen. Stattdessen: jede Menge Plattitüden, Klischees sowie ein Plot und Sätze, die einer x-beliebigen Seifenoper entsprungen sein könnten. Ohne Sinn und doppelten Boden Das fängt bereits beim Verhältnis der beiden Protagonisten zueinander an. Missy wartet auf Henrys Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg. Das erzählt uns bereits die Rückseite des Buches. Was uns dort als lang ersehnte Wiedervereinigung von zwei Liebenden verkauft wird, entpuppt sich im Roman schnell als Nullnummer. 8 Jahre war Missy alt, als Henry in den Krieg zog. Er um die 20. Und jetzt wartet sie darauf, dass er heimkommt und sie heiratet. „Hä?“, fragt ihr euch? Ja, ich auch. Aber es wird noch besser: Henry ist längst wieder da und wohnt in einem Veteranenlager. Weder seine Familie noch Missy ahnt das, denn Henry will ihnen nicht begegnen. Warum? Keine Ahnung. Er trägt eine Narbe und der Krieg hat ihm zugesetzt, erklärt er ihnen beim ersten Aufeinandertreffen. Stichhaltiger und nachvollziehbarer wird die Begründung leider nicht. Das liest sich so, als hätte die Autorin eine bestimmte Konstellation für die Handlung ihres Romans gebraucht. Um diese schlüssig zu begründen und zu konstruieren, fehlte ihr aber scheinbar Zeit, Lust oder Talent. Denn ganz egal, wohin man in diesem Buch liest: komische Beziehungen, Geheimnisse und Abgründe. An sich nichts Schlechtes: daraus kann ja eine fesselnde Geschichte werden. Doch leider bleiben diese Geflechte bis zum Ende das, was sie schon zu Beginn waren: schwarze Löcher. Wir erfahren nichts über die Hintergründe, die Persönlichkeiten und die Beweggründe der Figuren. Ein Problem bleibt ein Problem. Die einzige Lösungsstrategie, die Vanessa Lafaye für ihre Charaktere einfällt: die Bösen müssen sterben. Das ist nicht nur langweilig, das ist übelstes Schema F und hat das Niveau eines Groschenromans. Wenn Doc denkt Es ist nicht nur die Handlung, die einschläfernd wirkt und wütend zugleich macht. Vor allem die Gedanken, die die Autorin ihren Figuren einpflanzt, haben mich an den Rand der Verzweiflung getrieben. Beispiel gefällig? Der Arzt des Städtchens Heron Key – natürlich schlicht Doc genannt, wie sollte es anders sein? – ist heimlich in Missys Chefin Hilda Kincaid verliebt. Schön und gut. Wie er über sie denkt, ist an Klischeehaftigkeit kaum zu überbieten: "Er wünschte, er könnte sie beschützen. „Lassen wir diese Wichtigtuer doch einfach stehen und suchen uns ein hübsches Plätzchen, von wo wir uns den Sonnenuntergang ansehen können“, hätte er am liebsten zu ihr gesagt. Er wünschte, er könnte ihrem zuckenden Lid Einhalt gebieten, indem er ihre Hand berührte, ihr versicherte, dass sie nach wie vor wunderschön war und für ihn auch immer eine Schönheit bleiben würde. Dass sie es verdiente, glücklich zu sein." Ist er nicht putzig, der Doc? Will mit seiner Angebeteten in den Sonnenuntergang spazieren und sie glücklich machen. Flacher geht Charakterzeichnung kaum. Der Holzhammer ist kein Schreibwerkzeug Leider ist die Szene kein Einzelfall. Auch in Sachen Vorausdeutung tut sich der Roman nicht durch Feinsinnigkeit und Subtilität hervor: "In Zeiten wie diesen wünschte sie, ein Sturm würde über Heron Key hinwegziehen und alles vernichten – all die absurden Feindseligkeiten, die beinahe hundert Jahre zurückreichten, aber auch die jüngst entstandenen. Die Korallen unter ihren Füßen waren förmlich getränkt von all dem Hass. Vielleicht würde sich, wenn der Ort erst einmal von der Landkarte verschwunden wäre, die Gelegenheit bieten, noch einmal ganz von vorn anzufangen. Ja, genau das wäre ideal. Ein Neubeginn." Puh. Man muss wahrlich keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu erahnen, was im Laufe des Romans passieren wird. Ein Tornado wird über Heron Key hinwegfegen und alles zerstören. Wer hätte das gedacht? Gekrönt wird die sprachliche Ausstattung des Romans von Metaphern und Vergleichen der Marke 08/15. "Er sah ihr tief in die Augen. In seinem Blick spiegelte sich eine verzweifelte Sehnsucht, so tief wie das Meer." Wirklich? Wirklich? Mehr fällt einer Schriftstellerin da nicht ein, als der plumpste unter den plumpen Vergleichen? Meine Sehnsucht, dieses Buch so schnell wie möglich von mir zu werfen, war an dieser Stelle mindestens so tief wie die tiefste Stelle des Atlantiks. Ich kann es leider nicht netter formulieren: Summertime hat mich wütend gemacht. Hier wird ein riesiges Potenzial einfach so verschenkt. Und zwar durch oberflächliche Konstruktion und formelhaften Schreibstil. Da wäre viel, viel mehr drin gewesen. Manchmal macht es auch traurig, recht zu haben: Halt die Fresse Klappentext.

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Summertime schildert das Auftreffen eines der verheerendsten Hurrikane an der kalifornischen Westküste und das Schicksal vergessener Veteranen, die tapfer für ihr eigenes Land gekämpft haben und nun abgeschoben in verwahrlosten Baracken wohnen. Das Buch orientiert sich lose an der Historie, lässt die Vergangenheit der Kriegsveteranen noch einmal aufflammen, bevor sie in Vergessenheit geraten könnte. Die Geschichte im Buch darf natürlich auch nicht vernachlässigt werden. Es geht um Missy, einer jungen Frau, die aufgrund ihrer Hautfarbe in Heron Key als Dienstmädchen für alles angestellt ist, hauptsächlich als Babysitterin für den kleinen Nathan. Die Beginn begann langsam, die ersten Seiten lasen sich sehr träge. Als dann aber ein Alligator in den Vorgarten spaziert, um die Wiege mitsamt dem Kind mitzunehmen, wird die Geschichte auf einmal lebendig und kann überraschen. Es gibt wirklich wenige Bücher, die nachhallen, Summertime ist so ein Buch. Mein Fazit Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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