Leserstimmen zu
Runas Schweigen

Vera Buck

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Vera Buck feierte mit Runa ihr Debüt im Limes Verlag. Jetzt ist die Geschichte um Runa als Taschenbuch im Blanvalet Verlag unter dem Titel Runas Schweigen erschienen. Für mich ein Glück, weil ich so auf das Buch aufmerksam wurde. Denn mich konnte das Buch überzeugen! Dabei lag es an einer Kreuzung zwischen dem Inhalt, der Realität der damaligen Forschung, und der Erzählweise der Autorin. Im Klappentext wird von Jori erzählt, weshalb ich dachte, dass es in erster Linie alleine um ihn gehen wird. Oh, wie falsch ich lag! Die Autorin hat ein regelrechtes Netz aus Personen und Erzählsträngen gewoben, womit sie den Leser regelrecht ans Buch fesselt. Was hat Person X mit Person A zu tun und wie passt L da rein? Man lernt so viele unterschiedliche Charaktere kennen, wo zumindest ich mich nicht entscheiden konnte, welchen ich am faszinierendsten fand. An der Stelle gebe ich euch mal einen Hinweis: Wenn ihr das Buch lest, achtet mal genau auf die Erzählweise der Personen. Und dann auch noch die Thematik im Allgemeinen. Dabei ist es eindeutig nichts für schwache Nerven. So kam ich beim Lesen an meine Grenzen, was sich in einigen Nächten tatsächlich in meinem Schlafverhalten wieder fand. Diejenigen von euch, die also nichts von der Salpêtrière und der allgemeinen Hysterieforschung der damaligen Zeit wissen – lest euch mal ein bisschen ein (dazu gibt die Autorin am Ende des Buches auch Literaturhinweise – thanks for that!). Wie mein Freund sagen würde: „Harter tobak.“ Dieses Buch ist eine Empfehlung an die ganz harten Thrillerfans hier. Diejenigen, die so richtig schön kranke Inhalte gerne lesen (und denen es nicht juckt, dass solche Dinge – wenn auch vielleicht nur im entferntesten – tatsächlich passiert sind).

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Super spannend

Von: Suse

17.10.2018

»Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben.« Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ... Die Hardcover-Ausgabe erschien unter dem Titel »Runa« bei Limes. Die Autorin: Vera Buck, geboren 1986, studierte Journalistik in Hannover und Scriptwriting auf Hawaii. Während des Studiums schrieb sie Texte für Radio, Fernsehen und Zeitschriften, später Kurzgeschichten für Anthologien und Literaturzeitschriften. Nach Stationen an Universitäten in Frankreich, Spanien und Italien lebt und arbeitet Vera Buck heute in Zürich. Ihr Debütroman »Runa« wurde von der Presse hochgelobt und für den renommierten Glauser-Preis nominiert. Meine Meinung: Dieses Buch hat mich weniger von der Geschichte interessiert, sondern mehr von der Thematik. Die Geschichte von der Psychologie ist für mich ein sehr spannendes Thema. Ich war daher sehr gespannt wie dies in diesem Buch umgesetzt wird. Die Autorin hat einen sehr flüssigen und angenehmen Schreibstil. Wir steigen ab der ersten Seite in die Geschichte ein. Es macht großen Spaß den Protagonisten zu folgen. Die Thematik ist hier jedoch nicht für jeden geeignet. Es geht teilweise sehr hart zu Sache. Man muss sich vor Augen führen das all diese Techniken wirklich so praktiziert wurden und das macht das ganze Buch noch erschreckender. Eine Geschichte die sehr spannend ist. Man möchte stetig weiterlesen und immer wissen was als nächstes passiert. Wie schon erwähnt, ist es von der ersten Seite an spannend und diese Spannung hält sich über die gesamte Länge des Buches. Wer sich für die Thematik der Psychologie in dieser Zeit-Epoche interessiert ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Für schwache Nerven könnte es jedoch an der ein oder anderen Stelle zu krass sein. Von mir bekommt es auf jeden Fall eine Empfehlung.

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In der neurologischen Abteilung der Pariser Salpêtrière-Klinik führt im Jahr 1984 der berühmte Arzt Dr. Charcot an jedem Dienstag verschiedenartige Experimente an hysterischen Patientinnen durch, die er einem ausgewählten Fachpublikum präsentiert. Eine grausame Zurschaustellung der hilflosen Frauen, die nicht nur ihre Würde verletzt, sondern auch dem einen oder anderen der anwesenden Mediziner eisige Schauer über den Rücken jagt. Doch an dem Tag, als sich ein kleines Mädchen namens Runa gegen die erprobten Heilungsmethoden sperrt, wird der legendäre Charcot bis auf die Knochen blamiert. Ein guter Grund für den Schweizer Medizinstudent Jori Hell eine bahnbrechende Operation am Gehirn der kleinen Patientin vorzuschlagen und damit seine Chance auf einen begehrten Doktortitel zu erhöhen. Nur, dass er in diesem Moment nicht weiß, dass Runa seine dunkle Seite kennt und ihre heimlichen Botschaften bereits in der ganzen Stadt hinterlassen hat. „Runas Schweigen“ ist das Debüt der deutschen Autorin Vera Buck, das bereits unter dem Titel „Runa“ im Limes Verlag erschienen ist und eine Nominierung für den Friedrich-Glauser-Preis erhalten hat. Eine Entscheidung, die der Leser während der Lektüre des fesselnden medizinhistorischen Romans gut nachvollziehen kann. Denn Vera Buck versteht es, die dargestellten Dinge und Ereignisse dermaßen plastisch zu beschreiben, dass der Leser sie regelrecht vor sich sieht. Wie die Ovarienpresse, mit der Charcot seine Patientinnen wie Zirkustiere vor fremden Augen zum Krampfen bringt oder einige mit Quecksilber einhergehende Experimente an Runa, die das Mädchen nur mit knapper Not überlebt. Dabei sind viele der in ihrem Buch verarbeiteten Vorfälle nicht etwa erdacht, sondern tragen authentische Züge, die von der Autrorin gut recherchiert worden sind. Der Schreibstil von Vera Buck ist wunderbar fesselnd, und obwohl die Handlung selbst eher weitschweifig erzählt worden ist, weiß sie den Leser in ihren Bann zu ziehen. Sei es durch die schaurige Atmosphäre, die den berüchtigten Siechenhäusern innewohnt oder durch die spürbare Bedrohung, die für die dort lebenden Menschen an der Tagesordnung ist. Deshalb zieht die Spannung auch erst in der zweiten Hälfte des Romans merklich an, nachdem alle Figuren vorgestellt worden sind und sich die Ermittlungen in einem Kriminalfall mit den erschreckenden Vorkommnissen in der Pariser Salpêtrière-Klinik verweben. Und damit einhergehend wird in erschreckendem Maße klar, was es mit Runa auf sich hat und inwieweit ihre psychischen Störungen der Auslöser für begangene Verbrechen sind. Fazit: „Runas Schweigen“ ist ein düsterer Roman, der vor allem durch die schockierenden Beschreibungen der Behandlungsmethoden des Pariser Neurologen Dr. Charcot Gänsehaut beschert, gleichzeitig aber auch mit interessanten Einzelschicksalen und einer merkwürdigen Verbrechensserie spannend zu unterhalten versteht.

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„Runa“ ist eine dieser Geschichten, die mich in meinen Grundmauern erschüttern haben. Ich liebe es ja, Bücher zu lesen, die auf wahre Begebenheiten beruhen. Natürlich wurde auch in diesem Buch wieder eine fiktive Komponente hinzugefügt, aber ich finde das tut der Geschichte an sich keinen Abbruch. Ich hab das Buch beim Stöbern entdeckt und gleich beim durchblättern, sind mir sofort bekannte Namen wie Dr. Jean-Martin Charcot, Gilles de la Tourette und Joseph Babinski aufgefallen. Alles Ärzte die zum Ende des 19. Jahrhunderts in der Klinik Salpetrière unterrichtet und/oder geforscht haben. Wir werden hier in eine Zeit entführt, die noch gar nicht so lange vorbei, aber dennoch so weltfremd ist, dass ich es wirklich nur schwer akzeptieren konnte! Das Buch an sich war wirklich toll zu lesen. Vera Buck hat einen super Job gemacht. Allein schon, was diese Frau an Recherchearbeit hier hineingesteckt haben muss: meinen allergrößten Respekt! Der Schreibstil ist bildlich und flüssig, aber auch spannend und man fliegt nur so durch die Seiten. Warum hat mich dieses Buch jetzt so aus der Bahn geworfen: Dr. Jean-Martin Charcot ist bis dato einer der berühmtesten Leiter der französischen Nervenheilanstalt Salpetrière. Er leitete die Klinik bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, die sich bis heute noch mit seinen innovativen Behandlungsmethoden an hysterischen Frauen rühmt. Jeden Dienstag konnte die pariser „High Society“ an einer öffentlichen Vorstellung teilnehmen und die „Künste“ des werten Herrn Docteur bewundern, bei der man am lebenden Versuchsobjekt beobachten konnte, wie hysterische Anfälle auslöst wurden, wie diese ablaufen und wie man sie letztendlich zu der damaligen Zeit „behandeln“ konnte. Unter hysterischen Frauen golten damals junge Frauen (um die 13-14 Jahren) die ihren, in der Regel bedeutend älteren Männer den Geschlechtsakt verweigerten, Frauen, die ihre Männer betrogen haben, Frauen die Onanierten, aber auch Frauen, die ihren Männern schlicht und einfach zu alt, zu lästig oder zu teuer wurden. Diese Frauen wurden einfach an die Klinik verkauft und man(n) war man sein Problem los! Vera Buck bietet ihren Leser in „Runa“ einen Einblick in genau diese Abgründe. Man verfolgt sehr anschaulich und ohne große Verschönerungen, welche mittelalterlichen Heilmethoden an diesen Frauen erprobt wurden. Mal davon abgesehen, dass diese Methoden barbarisch und grausam waren, wurden sie so plastisch und detailliert von der Autorin beschrieben, das ich beim Lesen oft pausieren und verarbeiten musste. Mal ehrlich? Wir befinden uns hier im Jahre 1884! Knapp 30 Jahre später, kam mein Großvater auf die Welt. Wir sind noch gar nicht so lang von dieser Zeit entfernt! Und allein diese Gewissheit hat noch sehr lange Zeit in mir rumort und gearbeitet. In einem zweiten Handlungsstrang verfolgen wir auch noch den ehemaligen Polizeiinspektior Lecoq der in mehreren Mordfällen ermittelt, die mit merkwürdigen Schriftzeichen zusammenhängen. Monsieur Lecoq quittiert seinen Dienst, nach dem er feststellen musste, dass er nach der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnis zur Physiognomie ein Verbrechergesicht hat. Leider tut er sich sehr schwer mit seiner Karriere als Verbrecher … Die Geschichte Rund um das Mädchen Runa brennt sich einen wirklich in deinen Kopf ein! Lesenswert von der ersten bis zur letzten Seite!!

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Vera Buck vereint in ihrem Debütroman „Runa“ spannende Fiktion mit schockierender Realität, um die Abgründe der Wissenschaft anschaulich und authentisch darzustellen. Basierend auf historischen Fakten und Persönlichkeiten der Medizingeschichte, entführt sie den Leser an das Hôpital de la Salpêtrière in Paris, welches Ende des 19. Jahrhunderts als Europas berühmteste Nervenheilanstalt und Zentrum der modernen Neurologie galt. Die öffentlichen Vorlesungen des renommierten Neurologen Dr. Jean-Martin Charcot, in denen er Experimente an hysterischen Patientinnen durchführt und deren Anfälle zur Schau stellt, sind wahre Publikumsmagnete und das gesellschaftliche Ereignis in Fachkreisen. Als Leiter der Salpêtrière Klinik verfügt Dr. Charcot über eine unerschöpfliche Anzahl an Versuchspersonen, mit denen er seine Hypnose-Vorführungen inszenieren und fragwürdige Forschungsmethoden erproben kann. Als jedoch das neunjährige Mädchen Runa in einer von Charcots Vorlesungen den grausamen Behandlungsmethoden trotzt und völlig apathisch und regungslos bleibt, wittert der Schweizer Medizinstudent Jori seine Chance, an den begehrten Doktortitel zu gelangen. Runa wird ihm als Forschungsobjekt zur Verfügung gestellt, damit er ihr den Wahnsinn aus dem Gehirn operieren kann. Das dies die erste erfolgreiche Hirnoperation am lebenden Menschen in der Medizingeschichte sein könnte, spielt dabei für Jori keine Rolle. Der Erfolg des Eingriffs ist ihm in erster Linie aus privaten Gründen wichtig. Die Rahmenhandlung des Buches strickt sich um den jungen Medizinstudenten Jori, der sowohl sein berufliches als auch privates Ziel an der Salpêtrière zu finden hofft. Dort begegnet er vielen bekannten Persönlichkeiten, unter anderem Charcot, Bleuler, Babinski oder Tourette, die Vera Buck perfekt in Szene setzt. Dabei bleibt sie mit den Figuren immer dicht an wahren historischen Begebenheiten und ich hatte bei eigenen Recherchen zwischendurch oft die Angst, mich selbst mit dem einen oder anderen Artikel zu spoilern. Nebenbei laufen weitere Handlungsstränge mit fiktiven Figuren ab, deren Geschichten so unterschiedlich und belanglos auf die Haupthandlung erscheinen, dass ich das Buch fast abbrechen wollte und jedes Mal froh war, wenn die Geschichte rund um Jori fortgeführt wurde. Aber da hilft nur eins – unbedingt durchhalten! Denn auch wenn das Buch einen relativ langen Vorlauf braucht, verknüpft sich am Ende alles zu einem großen Ganzen und haut einen aus den Socken. Die Autorin haucht ihren Charakteren mit verschiedenen Redewendungen und Eigenarten soviel Leben ein, dass sie unglaublich authentisch wirken und kein Zweifel daran besteht, welcher Figur man nach einem Perspektivwechsel folgt. In diesem Zuge muss ich neben dem Protagonisten Jori, der mit dem näher rückenden Operationstermin von Runa eine fast brüderliche Beziehung zu ihr aufbaut und immer größer werdende Zweifel an der Wissenschaft hegt, besonders den ehemaligen Polizeiinspektor Lecoq hervorheben. Auf eigene Faust ermittelt er in einem mysteriösen Mordfall, obwohl er nach neuesten Erkenntnissen der Physiognomie eher zu einer Verbrecherkarriere neigt. Ein großartiger Charakter! Vera Buck kreiert mit Paris eine detailreiche und stimmungsvolle Kulisse, die im harten Kontrast zu der trostlosen Atmosphäre der überfüllten Krankensäle und kalten Operationsräume steht. Schonungslos beschreibt sie brutale Behandlungs- bzw. Foltermethoden, die im Dienste der Wissenschaft geschehen. Ihre Beschreibungen wirken weniger eklig, lassen den Leser aber schockiert und fassungslos zurück. "Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben." Im Endeffekt eine unglaublich gut recherchierte, stimmige und genreübergreifende Geschichte, die mich umgehauen hat. Die Handlungsstränge laufen am Ende so geschickt zusammen, dass ich über den langatmigen Vorlauf definitiv hinweg sehen kann. Eine klare Leseempfehlung und mein März-Highlight.

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Bedrückend

Von: Julia Peters

03.01.2018

Dieses Buch ist keine leichte Kost, darüber sollte man sich im Klaren sein, auch wenn es sich um eine fiktionale Geschichte handelt, beruht sie doch auf vielen Ereignissen, die sich so ähnlich zugetragen haben. Die Psychiatrie, wie die Medizin im Generellen, hat viele dunkle Aspekte in ihrer Geschichte. Ich habe im Rahmen meines Studiums viel Zeit auf der Psychiatrie verbracht, weshalb ich das Buch auch für einige Zeit pausiert habe. So nach diesem kleinem Disclaimer, erstmal weiter zur Rezension. Die Geschichte besteht aus 3 Haupthandlungssträgen, die alle miteinander verwoben sind, wie sehr erfährt man allerdings ganz am Ende des Buches. Da wäre Jori, ein schweizer Medizinstudent, der in nach Frankreich geht, um unter dem berühmten Charcot zu promovieren, und dann mit seiner Doktorarbeit in die Schweiz zurück zukehren. Außerdem hofft er, Heilung für Pauline zu finden. Pauline ist Pauls, Joris bester Freund, Schwester, und sie ist ebenfalls Geisteskrank - dennoch ist Jori in sie verliebt. Dann gibt es Runa, ein kleines Mädchen von ca 7 Jahren, dass plötzlich in der Klinik auftaucht, sie ist geisteskrank, und Charcot stellt sie bei einer seiner Vorlesungen vor, und Jori behauptet vor vollem Auditorium er könne den Wahnsinn aus ihrem Gehirn fort schneiden. Außerdem gibt es den Chorknaben Maxime, der erst später dazustößt, aber wichtig für die Handlung ist, und der ehemalige Kommissar Legoq, der sich für einen Verbrecher hält, und Runa auf der Spur ist. Vorweg möchte ich sagen, dass ich wirklich umgehauen war, wie unglaublich genau und penibel die Autorin für dieses Buch recherchiert haben muss, denn es ist voll mit vielen medizinischen Begriffen, und dennoch wird nicht einfach mit Wörtern um sich geschmissen, nur um diese zu verwenden. Das Buch hat eine Genauigkeit, die mich verblüfft und sehr positiv überrascht hat. Trotz der vielen Fachbegriffe kann man das Buch sehr flüssig lesen, und den Inhalt voll genießen. Bis sich die Spannungskurve aufgebaut hat, hat es allerings etwas gedauert, was mich aber nicht gestört hat, da die Autorin sehr genau auf alle Umstände und die Leben der Beteiligten eingeht. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist wie die Handlungsstränge nach und nach zu einander geführt haben, und die Details und die Schrecklichkeiten nach und nach aufgedeckt wurden. Auch Jori finde ich einen sehr sehr tollen Hauptcharakter, er kommt an die Klinik mit dem Hochmut vieler Studenten, alles zu können - den Erfolg statt der Patienten sehend, und trotzdem hat er ein Gewissen, ein Gewissen aber nicht zwingend ein Rückgrad, doch auch das entwicklet sich nach und nach. Am Ende des Buches ist er zwar kein "Superheld", und auch keiner der komplett für sich selbst einstehen kann, aber jemand der nicht für jede Ungerechtigkeit zu haben ist. Leider muss ich sagen, dass mich das Ende unglaublich enttäuscht hat. Weshalb kann ich schwer sagen, ohne jemanden zu spoilern, Mir blieben einfach viele Dinge zu offen, und unklar. Trotzdem hat mir das Buch sehr sehr gut gefallen. Es fällt mir unglaublich schwer dieses Buch zu bewerten, da ich die ersten 520 Seiten das Gefühl hatte die Geschichte hätte das Potential zu einem meiner Lieblingsbücher zu werden. Leider hat mir das Ende so gar nicht gefallen. Dennoch ist es eine unglaubliche Erzählung über die dunkeln Abgründe der Medizin, die so toll recherchiert wurde, das man fast denkt man wäre dabei. 3-4 Sterne

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Vielsagender Klappentext, nicht wahr? Beginnen wir doch mit unserem Protagonisten Johann Richard Hell. Er stammt aus der Schweiz und möchte in Paris seinen Doktor in Medizin machen um daheim ein Problem zu lösen in das auch sein bester Freund Paul Eugen Bleuler verwickelt ist, der ebenfalls Medizin studiert. Jori wohnt bei einer spießigen, älteren Dame - Mme (Madame) Villon. Ihre Neugier kennt keine Grenzen. Runa, ein neunjähriges Mädchen mit zwei unterschiedlich großen Pupillen, das weder spricht noch irgendeine Art von Mimik oder Gestik von sich gibt. Hysterie? Im Laufe der Geschichte verändern sich die Beziehungen, so gewinnt Jori an Bekanntheit und damit zugleich an ungewollten Bekanntschaften... Babinski, der wohl schmierigste Handlanger des großen Dr. Charcots scheint nach und nach mehr Interesse an Joris Unternehmung zu haben. Joris Ziel: Herauszufinden wie er wo diesen Teil des Gehirns wegschneiden kann, um ein gesellschaftsuntaugliches Mädchen der gesellschaft beiwohnhaft zu machen, ist das verständlich? Nicht wirklich, aber früher gab es keine Erkenntnisse über solche Dinge. Frauen, die sich der Onanie hingeben gelten als hysterisch sowie andere Zurückgebliebene als Versuchspersonen für Übungszwecke am menschlichen Hirn verwendet werden. Aber wie viele Menschen dürfen für medizinische Zwecke sterben? Wer die Geschichte von Paris kennt, sollte nicht die Katakomben vergessen, denn dort gehen nicht nur die berüchtigten Konvulsionäre umher, sondern auch Forschungen und Täuschungen... Neben Jori und Runa gibt es noch drei weitere Erzählungsstränge, die nach und nach zueinander finden. Monsieur Lecoq, wenn er denn so heißen mag - ein sogenannter Verbrecher und Romanfigur. Versteht Ihr nicht? Gut, Ich im weiteren Verlauf ebenso wenig. Der Schreibstil ist leicht verständlich und die Gliederung auch durchaus. Was gibt es also noch zu diesem Roman zu sagen? Mein Fazit! Die Atmosphäre, die Medizingeschichte und die Ausarbeitung der Charaktere sind wirklich wunderbar gestaltet. Die Spannung bzw. das Interesse an dem Roman sind stetig gegeben, was mit Sicherheit an der Atmosphäre liegt und die Entwicklung von Jori mit Runa, sowie Pauline und Luys. Es hat mir bis kurz vor Ende wirklich gut gefallen. Es wurde nach und nach spannender und interessanter, aber leider leider kam dann das Ende. Kein offenes, kein verständliches und vor allem kein für mich gutes Ende. Es kam noch ein Hauch von möglicher Übernatürlichkeit, die das Fass zum überlaufen bringen wollten, sodass Ich Runa bewerte mit "nur" 3 von 5 Sternen.

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Gänsehaut pur!

Von: Lesewahn

12.09.2017

Vera Buck schildert auf grauenhafte, aber authentische Art und Weise die Umstände während des 19.Jahrhunderts in einer Nervenheilanstalt. Interessierte Leser können problemlos online über die verschiedenen Charaktere recherchieren was das ganze noch echter macht - auf eine gänsehaut verursachende Art und Weise! Wer "Runa" lesen möchte braucht starke Nerven, aber wenn man sich dazu überwunden hat erwartet einen eine außergewöhnliche historische Geschichte.

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