Leserstimmen zu
Runas Schweigen

Vera Buck

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Bedrückend

Von: Julia Peters

03.01.2018

Dieses Buch ist keine leichte Kost, darüber sollte man sich im Klaren sein, auch wenn es sich um eine fiktionale Geschichte handelt, beruht sie doch auf vielen Ereignissen, die sich so ähnlich zugetragen haben. Die Psychiatrie, wie die Medizin im Generellen, hat viele dunkle Aspekte in ihrer Geschichte. Ich habe im Rahmen meines Studiums viel Zeit auf der Psychiatrie verbracht, weshalb ich das Buch auch für einige Zeit pausiert habe. So nach diesem kleinem Disclaimer, erstmal weiter zur Rezension. Die Geschichte besteht aus 3 Haupthandlungssträgen, die alle miteinander verwoben sind, wie sehr erfährt man allerdings ganz am Ende des Buches. Da wäre Jori, ein schweizer Medizinstudent, der in nach Frankreich geht, um unter dem berühmten Charcot zu promovieren, und dann mit seiner Doktorarbeit in die Schweiz zurück zukehren. Außerdem hofft er, Heilung für Pauline zu finden. Pauline ist Pauls, Joris bester Freund, Schwester, und sie ist ebenfalls Geisteskrank - dennoch ist Jori in sie verliebt. Dann gibt es Runa, ein kleines Mädchen von ca 7 Jahren, dass plötzlich in der Klinik auftaucht, sie ist geisteskrank, und Charcot stellt sie bei einer seiner Vorlesungen vor, und Jori behauptet vor vollem Auditorium er könne den Wahnsinn aus ihrem Gehirn fort schneiden. Außerdem gibt es den Chorknaben Maxime, der erst später dazustößt, aber wichtig für die Handlung ist, und der ehemalige Kommissar Legoq, der sich für einen Verbrecher hält, und Runa auf der Spur ist. Vorweg möchte ich sagen, dass ich wirklich umgehauen war, wie unglaublich genau und penibel die Autorin für dieses Buch recherchiert haben muss, denn es ist voll mit vielen medizinischen Begriffen, und dennoch wird nicht einfach mit Wörtern um sich geschmissen, nur um diese zu verwenden. Das Buch hat eine Genauigkeit, die mich verblüfft und sehr positiv überrascht hat. Trotz der vielen Fachbegriffe kann man das Buch sehr flüssig lesen, und den Inhalt voll genießen. Bis sich die Spannungskurve aufgebaut hat, hat es allerings etwas gedauert, was mich aber nicht gestört hat, da die Autorin sehr genau auf alle Umstände und die Leben der Beteiligten eingeht. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist wie die Handlungsstränge nach und nach zu einander geführt haben, und die Details und die Schrecklichkeiten nach und nach aufgedeckt wurden. Auch Jori finde ich einen sehr sehr tollen Hauptcharakter, er kommt an die Klinik mit dem Hochmut vieler Studenten, alles zu können - den Erfolg statt der Patienten sehend, und trotzdem hat er ein Gewissen, ein Gewissen aber nicht zwingend ein Rückgrad, doch auch das entwicklet sich nach und nach. Am Ende des Buches ist er zwar kein "Superheld", und auch keiner der komplett für sich selbst einstehen kann, aber jemand der nicht für jede Ungerechtigkeit zu haben ist. Leider muss ich sagen, dass mich das Ende unglaublich enttäuscht hat. Weshalb kann ich schwer sagen, ohne jemanden zu spoilern, Mir blieben einfach viele Dinge zu offen, und unklar. Trotzdem hat mir das Buch sehr sehr gut gefallen. Es fällt mir unglaublich schwer dieses Buch zu bewerten, da ich die ersten 520 Seiten das Gefühl hatte die Geschichte hätte das Potential zu einem meiner Lieblingsbücher zu werden. Leider hat mir das Ende so gar nicht gefallen. Dennoch ist es eine unglaubliche Erzählung über die dunkeln Abgründe der Medizin, die so toll recherchiert wurde, das man fast denkt man wäre dabei. 3-4 Sterne

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Vielsagender Klappentext, nicht wahr? Beginnen wir doch mit unserem Protagonisten Johann Richard Hell. Er stammt aus der Schweiz und möchte in Paris seinen Doktor in Medizin machen um daheim ein Problem zu lösen in das auch sein bester Freund Paul Eugen Bleuler verwickelt ist, der ebenfalls Medizin studiert. Jori wohnt bei einer spießigen, älteren Dame - Mme (Madame) Villon. Ihre Neugier kennt keine Grenzen. Runa, ein neunjähriges Mädchen mit zwei unterschiedlich großen Pupillen, das weder spricht noch irgendeine Art von Mimik oder Gestik von sich gibt. Hysterie? Im Laufe der Geschichte verändern sich die Beziehungen, so gewinnt Jori an Bekanntheit und damit zugleich an ungewollten Bekanntschaften... Babinski, der wohl schmierigste Handlanger des großen Dr. Charcots scheint nach und nach mehr Interesse an Joris Unternehmung zu haben. Joris Ziel: Herauszufinden wie er wo diesen Teil des Gehirns wegschneiden kann, um ein gesellschaftsuntaugliches Mädchen der gesellschaft beiwohnhaft zu machen, ist das verständlich? Nicht wirklich, aber früher gab es keine Erkenntnisse über solche Dinge. Frauen, die sich der Onanie hingeben gelten als hysterisch sowie andere Zurückgebliebene als Versuchspersonen für Übungszwecke am menschlichen Hirn verwendet werden. Aber wie viele Menschen dürfen für medizinische Zwecke sterben? Wer die Geschichte von Paris kennt, sollte nicht die Katakomben vergessen, denn dort gehen nicht nur die berüchtigten Konvulsionäre umher, sondern auch Forschungen und Täuschungen... Neben Jori und Runa gibt es noch drei weitere Erzählungsstränge, die nach und nach zueinander finden. Monsieur Lecoq, wenn er denn so heißen mag - ein sogenannter Verbrecher und Romanfigur. Versteht Ihr nicht? Gut, Ich im weiteren Verlauf ebenso wenig. Der Schreibstil ist leicht verständlich und die Gliederung auch durchaus. Was gibt es also noch zu diesem Roman zu sagen? Mein Fazit! Die Atmosphäre, die Medizingeschichte und die Ausarbeitung der Charaktere sind wirklich wunderbar gestaltet. Die Spannung bzw. das Interesse an dem Roman sind stetig gegeben, was mit Sicherheit an der Atmosphäre liegt und die Entwicklung von Jori mit Runa, sowie Pauline und Luys. Es hat mir bis kurz vor Ende wirklich gut gefallen. Es wurde nach und nach spannender und interessanter, aber leider leider kam dann das Ende. Kein offenes, kein verständliches und vor allem kein für mich gutes Ende. Es kam noch ein Hauch von möglicher Übernatürlichkeit, die das Fass zum überlaufen bringen wollten, sodass Ich Runa bewerte mit "nur" 3 von 5 Sternen.

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„Runa“ ist ein Buch, das lange Zeit auf meiner Wunschliste stand. Der Klappentext verspricht eine dunkle und spannende Geschichte rund um ein kleines Mädchen namens Runa. Schon auf den ersten Seiten begann ich allerdings zu ahnen, dass Runa anders wie man aufgrund des Titels und des Klappentextes meinen könnte, nicht die Protagonistin der Geschichte ist – im Gegenteil: Sie erscheint erst im späteren Verlauf der Geschichte auf der Bildfläche. Im Mittelpunkt von „Runa“ steht der Medizinstudent Jori Hell, der an der Salpêtrière-Klinik seinen Doktor machen möchte, um dann seiner kranken Freundin Pauline helfen zu können. Jori war mir zwar nicht durchgehend sympathisch, trotzdem hat es dir Autorin aber irgendwie geschafft, dass ich mit ihm mitfiebere. Was er alles auf sich nimmt, um Pauline zu helfen, ist beachtenswert, allerdings verliert er dabei oft das Wesentliche aus den Augen und geht zeitweise mit Scheuklappen durch die Welt, was mich ziemlich an ihm gestört hat. Andererseits ist Jori aber auch ein Charakter mit Entwicklungspotenzial, was die Autorin auch definitiv ausnutzt. Die Geschichte wird zwischendurch allerdings immer wieder auch aus anderen Perspektiven erzählt – unter anderem aus der eines ehemaligen Polizisten, der sich mittlerweile selbst zum Verbrecher ernannt hat, oder auch aus der eines Jungen, der den größten Teil seiner Zeit damit verbringt, seine Leidenschaft für die Poesie vor seinem Vater zu verbergen. Der Wechsel der Perspektiven hat mich zu Beginn des Buches ziemlich verwirrt, was dann aber im Laufe der Geschichte deutlich besser wurde, als ich die einzelnen Perspektiven zuordnen konnte. Besonders beeindruckt hat mich an dem Buch, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht und die Autorin sehr viel Recherchearbeit geleistet hat. So wurden im neunzehnten Jahrhundert in der französischen Salpêtrière-Klinik unter der Leitung von Dr. Charcot tatsächlich Frauen mit Hysterie behandelt. Der Einblick in die Behandlungsmethoden und den Klinikalltag ist dabei so interessant wie erschreckend. Ich hatte vor dem Lesen dieses Buches überhaupt gar kein Hintergrundwissen über die ganze Thematik und empfinde das Buch schon alleine deshalb als eine Bereicherung. Kritisieren muss ich, dass sich die Geschichte für mich ungemein in die Länge gezogen hat. Durch die vielen unterschiedlichen Perspektiven erhält man natürlich einen umfassenden Blick auf das Geschehen, jedoch ist die Geschichte für meinen Geschmack einfach nicht dicht genug erzählt. Zwischendrin kommt es immer wieder zu Längen, die für einen deutlichen Abfall der Spannung sorgen. Einige Seiten weniger hätten der Geschichte in diesem Hinblick sicher nicht geschadet. Gut gefallen hat mir die Entwicklung der Storyline. Die verschiedenen Sichtweisen sind meiner Meinung nach mit einzelnen Puzzleteilen vergleichbar, die zusammen nach und nach ein Gesamtbild ergeben. Vera Buck ist es gelungen, die einzelnen Perspektiven auf geschickte Art und Weise miteinander zu verknüpfen, sodass alle gemeinsam schließlich zum Höhepunkt der Geschichte führen. Das Ende des Buches war definitiv der spannendste Teil der Geschichte, jedoch auch der unausgereifteste. Während die Autorin im restlichen Teil des Buches nicht vor Längen zurückschreckt, wirkt es so, als wäre für das Ende nicht mehr genug Platz übrig gewesen. Insgesamt bleiben einfach viel zu viele Fragen offen. Besonders über Runas Vergangenheit, aber auch über ihre gegenwärtige Situation hätte ich mir noch viel mehr Informationen gewünscht. Generell bleibt sie im Laufe der Geschichte relativ blass und ungreifbar, was ich sehr schade finde, da der Titel des Buches etwas andere erwarten lässt. Fazit Vera Buck hat mit „Runa“ einen aufwendig recherchierten Roman geschrieben, der dem Leser jede Menge Wissen über die Behandlung von sogenannten „Hysterikerinnen“ hinter den Mauern der französischen Salpêtrière-Klinik im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert liefert. Die Geschichte rund um das kleine Mädchen Runa beinhaltet jede Menge Spannung, steht jedoch, anders als der Titel des Buches vermuten lässt, leider nicht im Mittelpunkt des Romans. Meine beiden größten Kritikpunkt beziehen sich auf die Längen innerhalb der Geschichte, die einen wirklichen Spannungsaufbau leider immer wieder verhindert haben, und auf das für mich unbefriedigende Ende. Begeistern konnte mich hingegen, wie geschickt die Autorin die einzelnen Perspektiven miteinander verwoben hat, wodurch die Storyline besonders zum Ende hin sehr interessant wurde.

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Runa | Vera Buck Verlag: Limes | Erschienen: 24.08.2015 | Seiten: 608 Inhalt: "Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben." Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fort schneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis … Meinung: Dieses Buch hat mich echt zum Schlucken gebracht. Ich habe ziemlich lange gebraucht um in die Story rein zu kommen, da wir drei Handlungsstränge haben und das etwas verwirrend war. Was ja ziemlich gut zu der Geschichte Passt xD Die Geschichte verläuft wie gesagt in drei Handlungssträngen, was mich halt etwas genervt hat. Im Nachhinein ist mir klar geworden das es für die Geschichte wichtig war, so viele Perspektiven rein zu bringen. Die Geschichte ist zum Teil Realität und Fiktion. Was es einem schon manchmal etwas schwerer macht. Ebenso die ganzen Fachbegriffe. Ich glaube ich musste noch nie soviel bei einem Buch Googlen wie bei diesem. Trotzdem war es sehr Interessant so was mal zu Lesen. Wir behandeln hier eine Thematik die nicht ganz ohne ist, damals war alle ja noch ganz anders und viel härter. Dieses Buch ist auf jeden fall nichts für schwache nerven. Was damals in einer Nervenklinik so mit den Frauen gemacht wurde ist echt nicht ohne. Ich musste das Buch des Öfteren erst mal weg legen und durchatmen. Daher habe ich auch sehr lange gebraucht das Buch komplett zu lesen. Zudem kommt, dass der Schreibstil wirklich sehr anspruchsvoll ist. Es ist kein Buch was man mal eben so weg liest. Man muss sich auf das Buch und die Geschichte wirklich konzentrieren und einlassen. Das war jedenfalls meine Erfahrung. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet muss ich sagen. Jori war Student durch und durch. Er war von dem Thema und vor allem von dem berühmten Dr. Jean Martin Carcot wie besessen. Er hing förmlich an seinen Lippen. Was aber allen so ging. Dennoch ist Jori anders. Auch wenn er Runa die Krankheit weg schneiden will, ist er einer der Wenigen die so was wie Mitleid empfinden. Er hinterfragt so manche Methoden, ob das alles wirklich so richtig ist. Jori handelt eigentlich nur aus Persönlichen gründen so, im Kern ist er ein guter Kerl. Er hat mir ziemlich gut gefallen, da er für mich am Menschlichsten rüber kam. Runa ist da ein ganz anderes Thema. Runa war wirklich hart muss ich sagen. So wie sie beschrieben wurde, hätte sie super als Horror Kind in ein Stephen King Buch gepasst. Da lief es mir ab und an echt kalt den Rücken runter. Dennoch dachte ich da muss mehr sein. Was man aber leider nicht so erfährt. Denn Runa kam ziemlich kurz. Es ging hauptsächlich um Jori und seine Geschichte, was ich etwas schade fand. Denn das Buch heißt Runa also sollte es auch um sie gehen. Naja egal. Wir haben dann noch einen neurotischen Ermittler, der von sich selber sagt er ist ein Verbrecher. Einen Haufen verrückter Ärzte, die sich selber alle für Götter halten und Leute bei denen ich nicht recht weiß wie ich sie einordnen soll. Rundum ein ziemlich Chaotisches Buch, was man aber gelesen haben sollte. Zum Cover kann ich eigentlich nur sagen, dass es mir solala gefällt. Es ist sehr schlicht gehalten und sagt nicht wirklich was aus über das Buch. Das finde ich aber völlig in Ordnung. Es Passt gut und fertig ist. Bewertung: Es war eine echt Nervenaufreibende Geschichte die gut gelungen ist, trotzdem konnte es mich nicht so wirklich von sich Überzeugen. Von daher gute 3 Sterne für dieses Buch. An dieser stelle möchte ich mich bei der Verlagsgruppe Random House und ihrem Bloggerportal für dieses Rezi Exemplar bedanken. Die genannten Fakten sind der Website vom Limes Verlag entnommen

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https://www.youtube.com/watch?v=jw5ekwkl0s0

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Meine Meinung... Zur Geschichte: Runa ist ein historischer Roman, der die Anfänge der Neurologie während des späten 19. Jahrhunderts in der Salpêtrière in Paris thematisiert. Vera Buck hat hier sehr aufwändig recherchiert und auf 600 Seiten umfassende Fakten zu diesem Thema zusammengestellt und in eine fiktive Geschichte eingebettet. Des Weiteren werden auch viele Persönlichkeiten in die Handlung eingeflochten, die tatsächlich existiert haben. Meiner Meinung nach kommt die Handlung in dem Buch aber leider viel zu kurz, da die erste Hälfte des Buches lediglich der Beschreibung und Einführung der Protagonisten und des Handlungsortes dient. Zwar ist dies interessant und liest sich gut, doch durch die fehlende Handlung wirkt die erste Hälfte eher wie ein Bericht als ein Roman. Zwar werden dem Leser hin und wieder kleinere Einblicke in Geschichte gegeben, doch erst in der zweiten Hälfte wird immer mehr aufgedeckt und die Handlung nimmt ihren Lauf. Die letzten 200 Seiten haben mir dann geboten, was ich mir von dem Buch erhofft hatte: Eine spannende Handlung mit mysteriösen Elementen und einer Suche nach der Wahrheit hinter dem Ganzen. Zum Thema: Ich habe dieses Buch gerade wegen der interessanten Thematik und der mysteriösen Spannung ausgewählt, die mir im Klappentext versprochen wurden. Die im Buch erwähnten wissenschaftlichen Vorgänge haben mich sogar motiviert, mich im Internet über das Buch hinaus mit dem Thema zu beschäftigen und die realen Hintergründe des Buches zu recherchieren. Vera Buck hat zusätzlich im Nachwort eine umfassende Literaturliste erstellt mit Büchern, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und die Wahrheit hinter der Geschichte in „Runa“ liefern. Zur Sprache: Vera Buck bedient sich einer einfachen und dem Buch angemessener Sprache. Oftmals werden französische Begriffe und Sätze eingestreut, die aber im Rahmen des Textes passend erläutert werden. Eine Besonderheit dieses Buches ist, dass einer der Protagonisten aus der Ich-Perspektive erzählt, während der Rest von einem Erzähler begleitet wird. FAZIT: "Runa" erzählt von den Anfängen der Psychiatrie und hat somit ein für mich grundsätzlich interessantes Thema zum Inhalt. Leider bleibt es nur bei der interessanten Hintergrundgeschichte. Die vor sich hinplätschernde, nur zum Ende vorhandene Handlung, hat mich sehr enttäuscht. Der Klappentext verspricht eine mysteriöse und spannende Geschichte, die leider nur auf den letzten 200 Seiten zu Tage kommt. Es war zwar interessant die Hintergrüde des mysteriösen Mädchens Runa, der Salpêtrière und der Protagonisten zu erfahren, doch meiner Meinung nach hätten dem Buch 200 Seiten weniger nicht geschadet. Mir war es um die verlorene Zeit schade. Letztendlich ist "Runa" ein Buch mit viel Potential und einem interessanten Hintergrund, nutzt diesen aber nicht und wird so eher zu einem fiktiven Tatsachenbericht.

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Meinung Prinzipiell will ich eigentlich gar nichts groß zum Inhalt sagen. Allerdings hatte ich mir nach dem Klappentext etwas anderes erhofft. Eingestellt hatte ich mich auf eine irgendwie mystische, spannende Geschichte, die auch einen gewissen Thrilleraspekt enthält. Bekommen habe ich ein langatmiges Buch, das selten Spannung aufkommen lassen wollte und voll mit medizinischer Geschichte war. Nun muss ich sagen, dass ich mich für Medizin und auch die geschichtlichen Aspekte durchaus interessiere und das Buch, was das betrifft, wirklich sehr gut recherchiert finde, allerdings hat mich die Geschichte weder vom Hocker gehauen noch überzeugt. Eingeteilt ist das Buch in sechs Abschnitte, die alle mit Zitaten von medizin-geschichtlich wichtigen Personen beginnen. Diese Personen kommen stellenweise im Buch vor. Kapiteleinteilungen gibt es dann allerdings nicht. Die Stellen zwischen den Abschnitten sind sichtbar in verschiedene Bereiche unterteilt, allerdings stehen keine Kapitel darüber. Die Perspektiven und Erzählformen wechseln stetig. Im Buch kommen unglaublich viele Menschen vor, die irgendwie alle Teil ihrer eigenen Geschichte sind, zum Schluss aber doch in einem Strang zusammenlaufen. Den ein oder anderen hätte es meiner Ansicht nach überhaupt nicht gebraucht. Zwar waren sie alle wichtig und haben die Geschichte weitergebracht, aber das hätte man auch anders lösen können. Sowohl Titel als auch Klappentext weisen daraufhin, dass Runa eine sehr tragende Rolle spielt. Prinzipiell ist es auch Runa, die alles ins Rollen bringt, aber der eigentliche Protagonist ist Johann Richard Hell, genannt Jori. Bis es endlich dazu kommt, dass Runa auftaucht, vergehen unglaublich viele Seiten, in denen ich irgendwann unheimlich genervt von Jori und seiner Besessenheit von Dr. Charcot war. Ich gebe zu, dass ich wirklich überlegt hatte dieses Buch abzubrechen. Allerdings wurde ich dann immer wieder von dem Gedanken 'Bald passiert bestimmt was richtig Krasses' angetrieben - leider war das nicht so. Es gab spannende Stellen, wo die Seiten nur so geblättert wurden, aber diese waren in meinen Augen viel zu wenig vertreten. Unnötige Situationen wurden zu lang und zu genau beschrieben und nahmen mir den Lesespaß. Ich muss nicht über viele Zeilen lesen, wie Jori ein Gespräch mit Joseph Babinski führt, mit seinen kalten Fingern ein Blatt von einem Busch rupft und dieses immer und immer wieder dreht bist es irgendwann (endlich!) kaputt ist und zu Boden fällt. Ich weiß nicht, ob versucht wurde aus eigentlich 400 Seiten 600 zu machen - aber dann und wann kam es mir so vor. Das Ende hat mich zu guter Letzt dann so richtig enttäuscht. Immer wieder hatte ich neue Gedanken im Kopf, wie es jetzt richtig fulminant enden könnte - und dann war es halt einfach vorbei. Zurückgeblieben bin ich mit dem Gefühl, dass das doch nicht alles gewesen sein konnte. Es blieben keine offenen Fragen und es ist auch kein Cliffhanger, der auf einen zweiten Teil "hoffen" lassen könnte, aber ich bin damit einfach wirklich unzufrieden. Fazit Ein Buch, das sehr interessant und unglaublich gut recherchiert ist, was die medizinische Geschichte betrifft, aber mit der eigentlichen Handlung und dem Ende überhaupt nicht bei mir punkten konnte. Wer auf ein spannendes, mystisches Buch hofft, sucht hier leider vergebens. Zusätzlich nehmen die wahnsinnigen Längen und damit verbundene Langeweile das Lesevergnügen.

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Erwartet habe ich einen mysteriösen, historischen Medizinroman, der spannend und fesselnd ist.Vorher hatte ich schon einige begeisterte Rezensionen gelesen. Der Anfang ist sehr schleppend. Man lernt viele Figuren kennen und kann diese am Anfang nicht einordnen. Die vielen unterschiedlichen Erzählstränge sind verwirrend und haben mir den Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht gemacht. Die Autorin hat das Buch in sechs Teile geteilt und es gibt keine Kapiteleinteilung. Die einzelnen Teile bestehen aber aus vielen Abschnitten. So gibt es zum Beispiel einen Erzählstrang aus der Vergangenheit, einen Ich-Erzähler usw. Man bleibt als Leser am Anfang noch relativ unwissend. Die erste Hälfte des Buches ist geprägt durch viele fachliche Beschreibungen. Grundsätzlich interessiert mich das Thema rund um die psychiatrische Klinik sehr, aber beim Lesen war es doch irgendwann sehr ermüdend und langatmig. Der Titel "Runa" suggeriert, dass das Mädchen im Mittelpunkt der Geschichte steht. Dem ist aber nicht der Fall. Sie taucht erst sehr spät in der Geschichte auf und ihre Geschichte kam mir zu kurz. Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig und besonders der Aufbau der Geschichte konnte mich überzeugen. Zum Ende hin laufen alle Fäden und Erzählstränge zusammen und runden die Geschichte ab. Trotzdem sind mir zu viele offene Fragen geblieben und ich habe nicht alle Zusammenhänge erfassen können. Besonders fasziniert hat mich aber, dass es das Nervenkrankenhaus in Paris und die Figuren tatsächlich gegeben hat. So kann man neben dem Buch noch viele Fakten nachlesen und sich eingehender informieren. Ein großer Lob geht da an die Rechercheleistung der Autorin. Auch die Atmosphäre in dem Buch hat mir gut gefallen. Fazit: Die Geschichte konnte meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Gerade die häufige Langatmigkeit und die vielen medizinischen Beschrei, haben meinen Lesefluss sehr gestört.Wer sich allerdings für die Thematik des Buches interessiert und Interesse an Medizin hat, der sollte sich das Buch mal ansehen. Daher gibt es von mir 3 Sterne!

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