Leserstimmen zu
Die Falle

Melanie Raabe

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eBook
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Die Falle

Von: alina

25.02.2017

Die Autorin Linda Conrads hat vor 12 Jahren die Leiche ihrer Schwester gefunden und dabei auch den Täter angetroffen. Doch dieser konnte nie gefasst werden. 12 Jahre später sieht sie genau diesen Mann im Fernsehen und sie ist wild entschlossen ihm ein Geständnis zu entlocken. Die 38-jährige Autorin Linda Conrads lebt gemeinsam mit ihrem Hund in einem Haus am Starnberger See. Seit dem Tod ihrer Schwester Anna hat sie sich fast komplett von der Außenwelt abgekapselt. Ihre wichtigsten und einzigen Bezugspersonen sind ihr Verleger und das Hausmädchen. Linda hat sehr viele Selbstzweifel und Ängste, was vor allem nach "der Falle" zum Ausdruck kommt. Der Schreibstil von Melanie Raabe war am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Doch nach ein paar Seiten habe ich mich auch daran gewöhnt. Mir hat vor allem der Wechsel zwischen der Gegenwart und den Rückblenden in Form von Linda Conrads Buch Blutsschwestern gefallen. So hat die Autorin immer wieder für neue Spannung gesorgt. Man merkt, dass Melanie Raabe für das Buch sehr viel über Verhörtechniken recherchiert haben muss, was ich als super interessant empfunden habe. Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, weil es nicht nur um Blut und Gewalt ging, sondern eher um ein Psychospiel. Das hat Melanie Raabe sehr gut verarbeitet.

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Eine Autorin mit extremer Agoraphobie schreibt einen Thriller über den Mord an ihrer Schwester - um den Mörder zu sich ins Haus zu locken... Die Grundidee fand ich schon sehr originell und spannend, gerade weil die Situation für einen Thriller eher ungewöhnlich ist. Normalerweise gibt es in einem Buch dieses Genres viele "Spielfiguren": Polizisten, Gerichtsmediziner, Freunde und Nachbarn des Opfers, diverse Zeugen, vielleicht Leute aus dem Umfeld des Mörders und so weiter. Oft kommt auch der Mörder selbst zu Wort. Aber hier... Hier gibt es erst nur Linda und ihre verquere, klaustrophobische kleine Welt. Sie hatte 11 Jahre Zeit, um über den Mord nachzudenken, und dennoch beherrscht er immer noch ihr ganzes Leben. Sie ist so besessen davon, dass sie keinen Platz mehr hat in ihrem Kopf oder Herzen für "normale" Gefühle. Und dann ändern wenige Sekunden alles, zerschmettern einfach so das fragile Glashaus von Lindas Realität - Sekunden, in denen sie den Mörder im Fernsehen sieht und sich ihre ganze Obsession darauf richtet, ihn zur Verantwortung zu ziehen und endlich, ENDLICH Antwort auf die eine große Frage zu bekommen: WARUM? Zitat: Meine Welt liegt in Schutt und Asche. Ich sitze auf meinem Bett, inmitten der Trümmer, und starre auf den Fernseher. Ich bin eine offene Wunde. Ich bin der Geruch von rohem Fleisch. Ich klaffe weit auf. (...) Dieses Bild, dieses Gesicht, ich ertrage es nicht. Ich war sehr beeindruckt davon, wie unglaublich geschickt und clever die Autorin einen Thriller aufbaut, der sich zu 90% im Kopf der Hauptfigur abspielt, ohne dass es langweilig wird. Linda begibt sich mit messerscharfem Verstand daran, die perfekte Falle zu konstruieren, mit den Waffen einer Schriftstellerin und ohne ein einziges Mal das Haus zu verlassen. Das ist alles so ausgefuchst und perfekt durchdacht! Und am interessantesten fand ich, dass man als Leser schnell anfängt zu hinterfragen, inwieweit man Lindas Erinnerungen trauen kann. Immerhin war hier eine schwer traumatisierte Frau mit überbordender Fantasie 11 Jahre lang mit ihren Gedanken eingesperrt. Sie zweifelt selber an sich, spielt Erinnerungen bis ins kleinste Detail durch und fragt sich dann: aber war das wirklich so...? Insofern ist nicht nur spannend, ob der Mörder in die Falle gehen wird, sondern auch, ob er überhaupt wirklich der Mörder ist! Im Laufe des Buches habe ich meine Meinung dazu bestimmt ein Dutzend mal geändert, und bis zum Schluss war ich mir nicht sicher. Linda ist in meinen Augen ein großartiger Charakter, denn sie ist zwar eine unzuverlässige Zeugin, aber dabei als Mensch einfach authentisch und glaubhaft. Und ich habe stets mir ihr mitgefühlt und mitgefiebert - egal, ob ich sie jetzt gerade für einen hochintelligenten, knallhart kalkulierenden Rachenengel hielt oder für eine zutiefst verletzte Hinterbliebende, der die Trauer den Verstand geraubt hat. Und ER, der Mann aus ihren Albträumen: lange Zeit sieht man ihn nur gefiltert durch Lindas verzerrten Blick, und das kam mir ein bisschen so vor wie bei einem dieser holographischen Postkarten, auf denen man zwei unterschiedliche Motive sieht, je nachdem, wie man sie hält... Mal wirkte er auf mich wie ein unschuldiger, aufrichtiger Mann, der völlig ahnungslos in das alles hineingezogen wird, und dann wieder wie ein durchtriebenes, skrupelloses Raubtier, das mit seinem Opfer spielt. Hin, her, hin, her... Den Schreibstil fand ich wunderbar. Linda erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und man merkt, dass sie Schriftstellerin ist: ihre Gedanken haben immer etwas Ausgefeiltes. Mal sind sie zart-poetisch, mal wütend und melodramatisch, aber in meinen Augen immer etwas ganz Besonderes.

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Tja, was soll ich sagen? Ich bin begeistert, einfach nur begeistert. Dieses Buch ist der absolute Wahnsinn und wurde nach dem Beenden zu meinem neuen absoluten Lieblingsbuch Nr. 1 gekürt. Bevor ich das Buch angefragt hatte, hab ich ja schon viele sehr positive Meinungen zu dem Buch gehört, allerdings ist dann meistens so, dass ich eher enttäuscht werde. Und vor allem was die letzten Thriller anging die ich gelesen habe wurde ich enttäuscht, deswegen habe ich gehofft, dass dieses Buch mir das Genre wieder näherbringen kann und das hat es eindeutig geschafft! Ich fand die Geschichte teilweise so verwirrend, dass ich dachte ich hätte vielleicht sogar aus Versehen ein paar Seiten übersprungen und dann immer diese Cliffhanger am Ende des ein oder anderen Kapitels, zum Haare raufen! Immer dachte ich, ja ok nach dem Kapitel machst du erstmal ne Pause, ging aber nicht, weil man einfach wissen wollte was passiert, dann kommt aber erst wieder ein Kapitel aus dem Buch, welches Die Autorin im Buch schreibt und auch da wieder so ein verdammtes Ende beim Kapitel, also wieder mindestens zwei Kapitel lesen…und so hat sich das Ganze dann komplett durch das Buch durchgezogen. Ich hab das Buch dann glaub ich nach zwei kleinen Pausen am Anfang, an einem Stück zu Ende gelesen. Und wäre das alles nicht schon genug, passte der Schreibstil auch noch richtig gut zu diesem Buch, zog einen immer mehr mit in die Geschichte rein, man konnte lange nicht erahnen, was in der Tatnacht tatsächlich passiert ist und das hat das Buch von der 1. bis zur letzten Seite so dermaßen spannend gemacht. Ich weiß gar nicht, wie ich all die Gedanken,zu dem Buch, die da irgendwie kreuz und quer durch mein Gehirn flattern schriftlich festhalten soll. Es hat bei diesem Buch einfach alles gestimmt. Auch die Charaktere konnten mich allesamt überzeugen und sie waren auch alle so emotionsgeladen, das man irgendwie auch gar nicht wusste, was man von dem was sie erzählen oder getan haben überhaupt wirklich halten soll. Man musste sich schon sehr in Linda Conrads hineinversetzen um überhaupt verstehen und nachvollziehen zu können, was in ihr vorgeht, was sie plant und wie sie sich verhält und wenn man nur ein paar Seiten oder Zeilen im Buch gelesen hätte, man würde sie für total durchgedreht und verrückt halten, naja vielleicht ist sie das ja auch?! Bevor ich hier das ganze Buch auseinander nehme und hier noch mehr verrate, komme ich also zu meinem Fazit: Dieses hammermäßig geile, unglaublich spannende und auch während des Lesens, teilweise verwirrende Buch, das man einfach nicht zur Seite legen kann ist ein absolutes Must-Read für alle Thriller Fans und die die es noch werden wollen. Und das einzige was es von meiner Seite aus zu bemängeln gibt: Es war viel zu schnell vorbei! :D Was kann ich da anderes vergeben als volle 5 Sterne!

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