Leserstimmen zu
Ein Jahr auf dem Land

Anna Quindlen

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Als bei Rebecca das Geld knapp wird, macht sie Nägel mit Köpfen und ändert ihre Lebensumstände. Sie vermietet ihr New Yorker Luxus-Apartment und zieht in ein kleines, heruntergekommenes Haus in einer unbedeutenden Gegend. Dass sie dies aus rein finanziellen Gründen tut – ihre Verpflichtungen bezahlen sich schließlich nicht von allein -, wird dem Leser schnell klar. Die Frau konnte mir fast leid tun, denn in der letzten Zeit hatte sich ohnehin schon so viel in ihrem Leben geändert. Rebecca war früher eine bedeutende Fotografin, nun lebt sie lediglich von den Tantiemen ihrer früheren Werke, von neuen Aufträgen gibt es keine Spur. Sie ist geschieden, ihr Sohn erwachsen und braucht sie kaum noch. Ganz auf sich allein gestellt, hat sie gezwungenermaßen die große Entscheidung getroffen. Rebeccas Stimmung und Gefühlswelt wird mehr als treffend vom Erzähl- und Schreibstil der Autorin eingefangen. Abweisend, knorrig und knurrig lebt sich die einstige Erfolgsfrau in der Pampa ein – nicht wissend, wo hier ihr Platz sein sollte und wie sie hier glücklich werden könnte. So wie das Meer aus spitzen Glasscherben gefällige, runde Kiesel formt, so verändert auch das neue Leben unsere Hauptfigur. Sie lernt, dass sich Glück nicht an Reichtum misst und es bei den Menschen oft lohnt, genauer hinzusehen und nicht nur nach deren Äußeren oder ihrem ersten Auftreten zu urteilen. So wird Rebecca auf dem Land glücklicher als sie je gedacht hätte, und auch reicher – aber auf eine andere Art als sie bisher kannte. „Ein Jahr auf dem Land“ ist ein sehr gelungener Roman über eine Frau, die am Wendepunkt ihres Lebens steht, und mich ein wenig an das Sprichwort erinnert hat „Gutes muss vergehen, damit noch bessere Dinge passieren können.“ Nur weil das gewohnte Leben, in dem man es sich komfortabel eingerichtet hat, sich ändert, muss das kein Unglück bedeuten. Neue Wege bieten neue Chancen, die zu ergreifen sich lohnen kann. Man darf nur nicht den Fehler machen, sich zu sehr an längst Vergangenem festzuhalten, denn dann hat man weder Kopf noch Hand frei für die neuen Möglichkeiten. Etwas irritierend finde ich nach wie vor das Buchcover, denn es gaukelt eine ganz andere, viel oberflächlichere Geschichte vor. Ich habe einen viel seichteren Inhalt erwartet und einen tiefgründigen Roman bekommen, der mir richtig gut gefallen hat!

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Rebecca war eine gefeierte Fotografin die mit „Stillleben mit Brotkrümeln“ jahrelang einen kommerziellen Erfolg erzielte, der ihr ein sorgenfreies Leben ermöglichte. Dabei war es keineswegs ein durchkomponiertes und geplantes Foto, sie hatte lediglich das Geschirr fotografiert, das sich nach einer unerwarteten Feier in ihrer Küche stapelte. Sie hielt nichts davon, Gegebenheiten zu verändern, etwas mehr dorthin oder hierhin zu rücken, bevor sie auf den Auslöser drückt. Sie bevorzugt die Realität, wie sie sich zeigt. Als sie 60 wird, versiegt der Strom der Einnahmen und sie zieht auf’s Land um Geld zu sparen. Ihre Ehe war bereits vor vielen Jahren gescheitert, ihr Sohn mehr oder weniger erfolgreich beim Film und ihre betagten Eltern pflegerisch untergebracht. All das musste sie mitfinanzieren. So landet sie in einem kleinen Häuschen auf dem Land, bei dem die Idylle sich rasch als doch sehr fehlerbehaftet herausstellt. Sie hat keine Übung mit Leere und Stille und findet sich nur schwer zurecht. Ein Waschbär, der auf ihrem Dachboden haust, beschert ihr die Bekanntschaft von Jim, dem örtlichen Dachdecker. Er ist immer mehr von dieser zurückgezogenen Frau fasziniert und versucht Gelegenheiten zu schaffen um Zeit mit ihr verbringen zu können. Rebecca dagegen hat immer die Zahlen ihres zu geringen Einkommens im Kopf und ist froh um jede noch so kleine Einkommensquelle durch ihre Bilder. Sie streift viel im Land umher und macht Bilder von Dingen, bei denen sie das Gefühl hat, dass es genauso stimmt wie sie es abbildet. Der Roman gleitet scheinbar mühelos dahin. Wir begleiten Rebecca auf einer Häutung von ihrem alten Leben und der Suche nach einem neuen. Anna Quindlen hat einen messerscharfen Blick auf die Feinheiten des Lebens und ihre Schilderungen treffen oft so genau zu, dass es fast weh tut. Das Buch hat keinerlei Längen, Wörter zuviel oder ablenkende Nebengeschichten. Ein dichtes Portrait einer Frau die lernt mit 60 nochmal neu anzufangen. Mich hat der Roman von der ersten Seite an in Bann gezogen und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung!

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Fazit: Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Es wirkte von Anfang an eher wie eine Biographie. Es ist durchaus vergleichbar mit dem Buch von Anne Siegel - Señora Gerta. An dieser Stelle möchte ich den sehr ähnlichen Schreibstil betonen. Es wirkte sehr leicht und dennoch sehr tiefgreifend. Ich hatte das Gefühl, dass ich die ganze Zeit bei Rebecca war und wollte sie stellenweise einfach nur in den Arm nehmen. Die Erlebnisse wurden so authentisch erzählt, dass ich auf die Idee mit Biografie gekommen bin. Es wirkte in keiner Weise ausgedacht, sondern wie das wahre Leben. Wenn man am Boden ist, dann kommen nur einfach noch mehr schreckliche Ereignisse, zumindest wirkt es immer so. An einigen Stellen hatte ich Tränen in den Augen und das Ende war einfach nur unglaublich schön. Die Autorin hat mich so in den Bann gezogen, dass ich einfach gerne noch mehr Bücher von ihr lesen möchte und auch schon auf meine Wunschliste gesetzt habe. Wie gesagt, dass Buch keine einfache Sommerlektüre sondern berührte mich sehr stark. Ich möchte nicht sagen, dass es kein Buch für den Sommerurlaub ist, das ist es sicherlich, aber ich habe es nicht mal eben schnell gelesen. Man sollte sich Zeit für dieses Buch nehmen und sich nicht täuschen lassen, dass es nicht sonderlich dick ist. Hier steckt unglaublich viel Inhalt und das wahre Leben drin. Wenn ihr einfach mal reinlesen wollt und ich euch neugierig gemacht habe, dann folgt dem Link am Ende der Rezension.

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Man taucht ein in das neue Leben der Rebecca Winter, einer Künstlerin, die sich den Lebensstil in New York nicht mehr leisten kann und deswegen "erst einmal" aufs Land zieht. Dort lernt sie natürlich neue Leute kennen, erlernt neue Dinge und findet zu sich selbst zurück. Hat es mir gefallen? Definitiv Ja!!! Ich wollte mal wieder eine leichte Lektüre lesen, ohne viel Aufregung, Tamtam und so weiter. Und das habe ich definitiv gefunden! Ein sehr sehr angenehmes Buch, dass ich gerne weiterempfehlen kann.

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Das Cover ist sehr ansprechend und passend. Durch die Farbgebung und die Abbildungen wird schon der erste richtige Eindruck zum Inhalt des Buches gewonnen. Der Schreibstil der Autorin ist für mich ungewöhnlich. Die Geschichte wirkt anfangs doch etwas abgehakt und unzusammenhängend. Das führt auch dazu, dass der Lesefluss nicht ganz so flüssig ist. Aber, bis zum Ende des Buches war mir dann schon klar, dass genau dieser Effekt erzielt werden sollte, denn die tiefsinnigen und emotionalen Themen, die angesprochen werden, brauchen ja auch Zeit, um zu wirken.Die Tiefsinnigkeit wird sehr scharfsinnig und intelligent rübergebracht. Die Geschichte wird durch die unterschiedlichen Sequenzen komplett und ein Ganzes. So kann der Leser Stück für Stück das Wesen und die Eigenheiten der Thematiken und auch der dargestellten Charaktere nachvollziehen und verstehen. Dieses Buch handelt unter anderem auch von Liebe und Leid. Aber, wer jetzt denken könnte, dass es sich hier um einen oberflächlichen Liebesroman handelt, der irrt sich gewaltig. Hier ist nichts melodramatisch oder kitschig. Hier werden die Themen hervorragend lebensnah angesprochen. Mein Fazit: ungewöhnlicher Schreibstil, bei dem es sich lohnt, am Ball zu bleiben

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Ich hatte ganz bestimmte Erwartungen an Ein Jahr auf dem Land von Anna Quindlen: Ich wollte einen schönen leichten Schmöcker, der nach dem Schema jeder zweiten romantischen Komödie aufgebaut ist und mich gut unterhält. Das habe ich auch bekommen, aber zusätzlich noch ein bisschen mehr. Ein Jahr auf dem Land hat das gewisse Etwas, auch wenn die Idee nicht neu ist und der Ausgang vorhersehbar. Die Handlung ist wie gesagt nicht unbedingt originell: Stadtfrau zieht (notgedrungen, in diesem Fall sind es Geldsorgen, nach dem Auslaufen der Künstlerkarriere) auf´s Land und verliebt sich in urigen aber attraktiven Einheimischen, der wie es sich gehört Flanellhemden trägt. Dass ich so gut in die Geschichte reingekommen bin hat mich gewundert und spricht für den Schreibstil der Autorin, denn mit der Protagonistin, Rebecca Winter, habe ich nicht wirklich etwas gemeinsam. Sie ist 60 Jahre alt, älter als meine Eltern und ebenfalls älter als jede andere Heldin in vergleichbaren Büchern. Sie kommt aus der High Society von New York, die ich auch nur aus Filmen kenne, hat sich von ihrem Mann schlecht behandeln lassen und ist Photographin. Trotzdem war Rebecca eine greifbare Person, ihre Ängste und Marotten gut beschrieben. Ein Jahr auf dem Land hat Passagen, die mich an Matt Ruffs Fool on the Hill (grandioses Buch!) erinnern. Die Szenen mit dem Hund, der Rebecca in der Hälfte des Buches zuläuft haben etwas ähnlich Mystisches und Magisches wie bei der Geschichte von Ruff. Und die Assoziation habe ich sicherlich nicht nur weil es in beiden Büchern um Hunde geht. Durch die kurzen Kapitel mit den passenden Überschriften und dem Wechsel der Perspektive baut Quindlen eine besondere Atmosphäre auf. Rebecca, Jim (attraktiver Einheimischer), Hund, Sarah (typische Cafébesitzerin), Tad (tragischer Clown) und Rebeccas skurrile Eltern, jede Figur wird dem Leser nah gebracht. Ein Stilelement von Anna Quindlen hat mir besonders gut gefallen. Ihr „Aber das kam später“. Nachdem sie kurz erwähnt hat, was in der Zukunft passieren wird, beendet Quindlen den Exkurs mit diesem Satz. Die Zukunftsversionen sind keine anstrengenden epischen Vorausdeutungen sondern Ausblicke, die die Geschichte um Rebecca und ihre Familie weiterleben lassen. Und das durch einen runden, ruhigen Erzählstil. Ein schöner Schmöcker. Und eben noch ein bisschen mehr.

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Hin und wieder muss man sich neu erfinden, sich fragen, ob die Schuhe die man trägt eigentlich noch passen. Ob die Überzeugungen noch gelten, die man seit Jahren wie selbstverständlich vertritt. Ob es noch das Leben ist, das man leben möchte. Nicht selten bescheren besondere Umstände uns die Notwendigkeit, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Für die Fotografin Rebecca wird ihr Jahr auf dem Land zum Anlass sich neu zu erfinden. Sie muss aus finanziellen Gründen für eine Weile raus aus der Großstadt und findet sich in einem sehr einfachen Landhaus wieder. Plötzlich ist da ein Waschbär auf dem Dachboden und ein Hund, der beschlossen hat, bei ihr zu leben. Dabei ist sie doch eigentlich gar kein Hundemensch. Ihr Leben dort hat so gut wie nichts mehr mit dem Leben in New York zu tun und auch ihr Blick auf die Fotografie und die Motive ändert sich. Anna Quindlen hat eine leichte und erfrischende Sprache in ihrem Roman. Die Erfahrungen, die ihre Protagnoistin Rebecca fernab ihres eigentlichen Wohnsitzes in New York macht, sind so lebendig und bunt beschrieben, dass ich mir das alte Haus, das Cafe mit den besten Scones und die Wälder in der Umgebung wunderbar vorstellen konnte. Was für ein beruhigendes Gefühl es doch immer wieder ist, dass das Leben uns manchmal einen Schubs gibt, um uns zu hinterfragen und uns neu zu erfinden. Und wie schön, wenn man in Büchern anderen Menschen dabei zusehen darf, wie sie diese Aufgabe meistern.

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Dieses Buch ist auf unspektakuläre Weise schön. Wir lernen Rebecca Winter kennen. Eine ehemals erfolgreiche Photographin in Geldnot, die kurzerhand ihr schickes Upperclass Appartement in New York gegen ein vermeintlich einfaches Haus auf dem Land eintauscht und so ihren Kontostand zu „renovieren“ erhofft. Wir sprechen hier allerdings nicht von einer jungen Dame in den 20igern, die a la Rebecca Bloomwood in Sophie Kinsellas Roman „Die Schnäppchenjägerin“ durch den Kauf von Designer-Klamotten ihren Dispo ins unendliche trieb, sondern von einer gestandenen 61 Jahre alten Frau, deren großen beruflichen Erfolge nachgelassen haben und die deshalb nach finanziellen Alternativen Ausschau halten muss. Dieses Buch handelt von Abschied und Neubeginn mit allen Höhen und Tiefen. Von Erfahrungen, die jeder im Laufe des Lebens sammelt und den persönlichen Lehren, die man daraus zieht – wie im wahren Leben. Ich glaube, genau deshalb kann sich der Leser auch so gut mit Rebecca Winter identifizieren…   Fazit: „Ein Jahr auf dem Land“ ist der erste Roman, den ich von Anna Quindlen gelesen habe. Und ich muss sagen, dass mich die Geschichte beeindruckt hat. Kurz: Es ist eine rundum schön zu lesende Geschichte.

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