Leserstimmen zu
Wenn du jetzt bei mir wärst

Waldtraut Lewin

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Dieses Buch ist ein gewagtes Experiment. Es zeugt von Mut, Fantasie, ein wenig Naivität und dem großen Wunsch, Heranwachsenden die geschichtlichen Ereignisse des Holocausts und der Probleme der Juden im Staate Israel näher zu bringen. Sicher ein ungewöhnlicher Weg, doch ich denke, dass es Waldtraut Lewin mit ihrer ganz speziellen Art schafft, einen großen Teil der Leser von "Wenn du jetzt bei mir wärst" zu erreichen. Und wenn nur ein wenig Interesse oder Neugierde geweckt wird, dann ist dies schon ein erster Schritt in die richtige Richtung. An dem Namen Anne Frank kommt niemand vorbei und egal ob man das Buch gelesen hat oder nicht, "Das Tagebuch der Anne Frank" ist jedem zumindest vom Namen her ein Begriff. Dennoch liegen die darin geschilderten Erlebnisse in der Vergangenheit. Nicht jeder möchte mit dieser Vergangenheit konfrontiert werden bzw. sich damit beschäftigen. Wie also kann man das sich so immer mehr sich einschleichende Vergessen verhindern? In Situationen, in den denen wir unsere Handlungen und die daraus resultierenden Ereignisse nicht mehr ändern können, steht immer wieder eine Frage im Raum: "Was wäre wenn...?" Genau an diesem Punkt greift Waldtraut Lewin an und versucht uns auf eine mystisch wirkende, warmherzige Art das Mädchen Anne Frank näher zu bringen. Eine Anne Frank mit den Hoffnungen und Wünschen eines heranwachsenden Mädchens, aber mit den Erfahrungen einer alten Frau. Dickköpfig, eigensinnig, voller Wissensdurst und Lebensfreude begibt sich dieses besondere Mädchen auf Entdeckungsreise. Die Autorin nimmt uns mit auf eine geschichtliche Reise. Wir wagen einen erneuten Blick auf die Situation der Juden zu Zeiten des Krieges, aber auch auf ihr Leben nach dem Krieg. Diese Einblicke fand ich sehr interessant. Die Reise nach Israel und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für den Ablauf der Geschichte barg recht viel Potential, sagte mir in der Gesamtheit betrachtet aber nicht hundertprozentig zu. Mir erfolgte an diesem Punkt die Betrachtung des Ganzen zu leicht und einseitig. Ich hatte das Vergnügen einem Interview sowie einer kurzen Lesung von Waldtraut Lewin auf der Leipziger Buchmesse folgen zu dürfen. Mich hat ihre Art tief beeindruckt. Die von ihr geschriebenen Zeilen, in der ihr eigenen Art und Weise vorgetragen zu hören, birgt einen besonderen Zauber. Ein von ihr eingelesenes Hörbuch würde seine Wirkung nicht verfehlen. Fazit: Ein gewagter ungewöhnlicher Blick zurück auf den Holocaust, der hoffentlich dem ein oder anderen mehr die Augen öffnet.

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„Früher wohnten wir in Frankfurt …“ so beginnt ein Eintrag von Anne Frank in ihrem Tagebuch. Die Frankfurter Wurzeln der Familie Frank reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Der Aufstieg der Nationalsozialisten zwang die Familie Frank zur Emigration. Otto Frank, Annes Vater, ging mit seiner Familie nach Amsterdam als Anne 4 Jahre alt war. Frankfurt liest ein Buch: „Grüße und Küsse an alle“ Im Rahmen der Aktion „Frankfurt liest ein Buch“ stand dieses Jahr im April – zum 70. Todestag von Anne Frank – die Geschichte ihrer deutsch-jüdischen Familie im Mittelpunkt des Frankfurter Stadtgeschehens. Mehr als 12.000 Menschen waren bei fast 100 Veranstaltungen dabei, bei denen das Buch „Grüße und Küsse an alle. Die Geschichte der Familie von Anne Frank“ von Mirjam Pressler und Gerti Elias zum Dreh und Angelpunkt wurde – von Lesungen, Gesprächsrunden, Stadtführungen und Ausstellungen. Familie Frank Zentrum in Frankfurt Im Jahr 2012 hat das Jüdische Museum der Stadt Frankfurt außerdem in Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Fonds Basel das Familie Frank Zentrum als einen neuen zentralen Schwerpunkt des Hauses begründet. Das Archiv des Familie Frank Zentrums verwahrt Fotografien und Dokumente der Familie. Die Sammlung hingegen ist im Aufbau und konzentriert sich auf Gegenstände der Familie, die etwas über die bürgerliche Kultur von Frankfurter Juden in der Vergangenheit aussagen. Die Bestände des Familie Frank Zentrums werden im großen Umfang erst nach dem Umbau und der Erweiterung des Jüdischen Museums in dessen Dauerausstellung zu sehen sein. Die Eröffnung des Neubaus ist für 2017 geplant. Es findet also eine Art Rückkehr der Familie Frank nach Frankfurt statt – zumindest in Form des Erinnerns. Waldtraut Lewin: „Wenn du jetzt bei mir wärst. Eine Annäherung an Anne Frank“ In dem Buch, das ich Dir heute vorstellen möchte, geht es ebenfalls unter anderem um die Rückkehr von Anne Frank nach Frankfurt. Keine Rückkehr in Erinnerungen, sondern eine ganz und gar echte Rückkehr – die eines Mädchens aus Fleisch und Blut: Anne Frank. Eines Mädchens, das 70 Jahre nach ihrem Tod ihre alte und so sehr veränderte Geburtsstadt wiederbesucht, am Main mit dem Fahrrad entlangradelt und über die Wolkenkratzer staunt. Wie das geht? Mit der Kraft der Fantasie. Waldtraut Lewin wagt in ihrem Jugendbuch „Wenn du jetzt bei mir wärst“, dass dieses Jahr bei cbj erschienen ist, ein Gedankenexperiment der besonderen Art und haucht Anne wieder Leben ein. Sie lässt Anne ausbrechen, staunen und ein Leben nachholen, dass in der Realität ein viel zu frühes Ende nahm. Waldtraut Lewin stellt sich in ihrem Buch die Frage: Was würde Anne Frank sagen, wenn sie die Welt von heute erleben könnte? Wenn sie erfahren würde, dass Hitler den Krieg verloren hat und Juden frei leben können. Sie nimmt Anne mit auf eine Reise von Amsterdam nach Frankfurt und schließlich nach Israel und zeigt ihr in dieser fiktiven Begegnung die heutige Welt. Aber fangen wir ganz von vorne an … Die Handlung *Vorsicht Spoiler!* Alles beginnt in dem Haus in der Prinsengracht in Amsterdam, in dem Anne Frank sich mit ihrer Familie zwei Jahre lang vor den Nazis verstecken konnte und dort Tagebuch führte. Die Ich-Erzählerin der Geschichte, die sich selbst Corelli nennt, steift durch das heutige Museum und Dokumentationszentrum im Hinterhaus und denkt an Anne. Es ist der 12. Mai 2014. Heute wäre Anne Frank 85 Jahre alt geworden. Plötzlich begegnet Corelli einem Mädchen. Einem ganz besonderen 14-jährigen und zugleich 85-jährigen Mädchen namens Anne Frank, das seit Jahrzehnten durch die Räume „geistert“, alles immer wieder erlebt und sich darüber empört zu einer Ikone erstarrt zu sein. „Ich bin kein Phantom, kein Idol, kein … kein Stück Lehrmaterial über das Schicksal der Juden während der Nazizeit! […] Ich will leben! Leben“, erklärt Anne leidenschaftlich. Corelli versteht sie bestens und nimmt sie mit – nach Draußen, ins Leben, auf eine Reise. Anne tanzt, küsst, rennt, benutzt ein Handy, erfährt, was das Internet ist, stopft sich mit Leckereien voll und stellt Fragen. Viele Fragen. Wichtige Fragen. Was passierte mit den überlebenden Juden nach dem Ende des Krieges? Was ist der Staat Israel? Wie ist er entstanden? Gibt es immer noch Antisemitismus? Corelli lässt den Wissensdurst Annes und des Lesers nicht ins Leere laufen. Anne Frank in Frankfurt Anne möchte daraufhin Israel hautnah kennenlernen. Mit einem gefälschten Pass soll die Reise gelingen. Doch zuvor schlägt Corelli Anne vor einen Zwischenhalt in Frankfurt am Main einzulegen: „Ich will dir deine Geburtsstadt zeigen! Eine Stadt, die für die deutschen Juden immer eine große Bedeutung gehabt hat. Die Stadt, aus der du stammst.“ Anne lässt sich darauf ein und ist verblüfft. Soll diese Stadt mit ihren Hochhäusern Frankfurt sein? Überhaupt Europa sein? Oder sind sie durch einen Trick in Amerika gelandet? Corelli erzählt Anne von der langen jüdischen Geschichte der Stadt, von 7.000 Juden, die hier inzwischen wieder leben, von der Familie Rothschild und ihrer eigenen Familie, von dem Jüdischen Museum und dem Familie Frank Zentrum, das im Aufbau ist: „Es gibt einen Zweig deiner Familie in der Schweiz. Da ist ein Cousin von dir. Buddy Elias. Er hat alle möglichen Schätze gesammelt und aufbewahrt. Gemälde und Fotografien, Familienbriefe, Dokumente und vor allem wunderbare Gegenstände, Porzellan und geschliffene Gläser, Vasen, Uhren, sogar Schmuck. Alles das Zeugnisse deiner Vorfahren, der Franks aus Frankfurt.“ Anne ist begeistert von der Idee und zugleich enttäuscht, dass sie das Zentrum noch nicht besichtigen kann, um mehr über ihre Familiengeschichte zu erfahren. Doch die Stadt gefällt ihr. Am Mainufer stellt Anne träumerisch fest: „Von hier aus gesehen, von hier aus, wo man atmen kann und die Weite spürt, ist diese Stadt, sind diese Häuser wie aus einem Märchen. Amsterdam ist eng. Dies hier ist eng und weit zugleich.“ Gemeinsam besuchen sie den Jüdischen Friedhof in Frankfurt und Corelli erklärt Anne, was es mit den Steinen des Gedenkens auf den Gräbern auf sich hat. Anne ist bewegt: „Ich war noch nie auf einem Judenfriedhof. […] Ich wusste nicht … die christlichen Friedhöfe sind so … anders. Diese Platten, diese Enge. Das Volk, das sich zusammenschließt, um es den Feinden schwerer zu machen.“ Und genau an diesem Ort der Stille sieht sich Anne von Angesicht zu Angesicht mit Antisemitismus in der Gegenwart konfrontiert. Springerstiefeln. Hass. Und wehrt sich … Ein ungewöhnlicher, neuer Ansatz zur Annäherung. „Wenn du jetzt bei mir wärst“ ist ein gelungenes Buch, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Waldtraut Lewin, eine der wichtigsten deutschen Stimmen für jüdische Themen im Jugendbuch, hat es geschafft, einen ganz eigenen und neuen Ansatz zu finden, um Lesern, die Person Anne Frank und die jüdische Geschichte näherzubringen. Ein Buch, das sich nicht vor der Beantwortung schwieriger Fragen drückt, sondern (jugendlichen) Lesern aufrichtige und differenzierte Antworten geben möchte und zugleich dazu einlädt – wie Anne – nicht mit dem Fragen aufzuhören. Ich finde es spannend, dass Waldtraut Lewin sich in dem Buch vor allem zur Aufgabe gemacht hat, der jungen Anne (und den Lesern) die Entwicklungen nach dem Krieg aufzuzeigen. Ein Buch, das die positiven Errungenschaften betont ohne die schrecklichen Anfeindungen, dass es auch heute noch gibt, auszusparen. „Wenn du jetzt bei mir wärst“ lässt eine neue Art der Begegnung zwischen Anne und den Lesern zu und bietet unter anderem und ganz nebenbei auch interessante Einblicke auf das jüdische Leben in Frankfurt. Wenn du jetzt bei mir wärst. Eine Annäherung an Anne Frank Waldtraut Lewin cbj, Februar 2015 224 Seiten Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, € 16,99

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Titel Wenn du jetzt bei mir wärst - Eine Annäherung an Anne Frank Autor Waltraut Lewin gelesen April 2015 Bewertung ♥ ♥ ♥ ♥ Action: Spannung: ● Humor: Charaktere: ●●● Anspruch: ●● Erotik: Erscheinungsdatum 2015 Verlag cbj Originaltitel -- Seitenzahl 217 Seiten Preis 16,99 Euro ISBN 978-3-570-17108-0 Verlagslink http://www.randomhouse.de/Buch/Wenn-du-jetzt-bei-mir-waerst-Eine-Annaeherung-an-Anne-Frank/Waldtraut-Lewin/e467876.rhd Klappentext "Ich will fortleben, auch nach meinem Tod." Aus dem Tagebuch der Anne Frank Längst ist das lebenslustige Mädchen, das sich zwei Jahre lang in der Prinsengracht zu Amsterdam vor den Nazis verstecken konnte und dort Tagebuch führte, zu einer Ikone erstarrt und geistert als Lernstoff durch die Klassenzimmer Deutschlands. Waltraud Lewin wagt es, das Denkmal von seinem Sockel und Anne in unsere Welt zu holen, um sie besser kennenzulernen. Bei ihrer fiktiven Begegnung lässt sie Anne staunen über das, was sich in den siebzig Jahren seit ihrem Tod verändert hat. Und erzählt ihr von Staat Israel oder vom neuen Deutschland, in dem Juden leben dürfen und Menschen gegen Rechtsradikalismus auf die Straße gehen. Zusammen wagen sie den Blick von heute auf das Gestern und das Morgen. Eine fiktive Begegnung mit Anne Frank von der großen Erzählerin Waltraut Lewin. Inhalt Im Anne Frank Haus in der Prinsengracht erwacht Anne nach 70 Jahren erneut zum Leben. Die Erzählerin "Corelli" nimmt sie mit auf eine Reise durch unsere heutige Welt und versucht, ihr diese zu erklären. Natürlich nicht nur die neuen technischen Errungenschaften, sondern vor allem die politischen und sozialen Entwicklungen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges - in Deutschland und weltweit. Dabei werden jedoch auch immer wieder ältere Geschichten des Judentums mit eingewoben. Meinung Die Idee des Buches, das Mädchen Anne Frank aus ihrem Tagebuch herauszuholen und in unserer heutigen Welt noch einmal zum Leben zu erwecken - sie nicht zu einer moralischen Mahnfigur erstarren zu lassen, die man nur noch in der Schule behandelt - hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen. Und auch die Umsetzung fand ich sehr überzeugend. Anne ist so, wie sie auf mich schon immer gewirkt hat: lebenslustig, fröhlich, verträumt, neugierig und sensibel. Die Welt, in der ich lebe und aufgewachsen bin aus ihren Augen zu sehen, hat mir Spaß gemacht und mich berührt. Die Gefahr bei einer solchen Geschichte ist groß, das sie Unglaubwürdig, Pietätlos oder einfach Mist ist und umsomehr hat mich beeindruckt, dass die Autorin es schafft, dass man ihr diese Geschichte abnimmt und sie das Thema mit dem nötigen Feingefühl angeht, ohne, dass die Lebendigkeit der Hauptfigur verloren geht. Allerdings ist hier auch mein erster Kritikpunkt: Eine richtige Grundhandlung hat die Geschichte eher nicht. Anne entdeckt diese Welt, Hintergrundinformationen und jüdische Traditionen werden sehr gut eingebunden und erzählt (ohne, dass das Buch langweilig oder belehrend wird), aber eine übergreifende Binnenhandlung bleibt eher aus. Das Ganze hat meinen Lesefluss überhaupt nicht gestört, mir ist aber im Nachhinein die Zusammenfassung der Handlung unglaublich schwer gefallen. Ein viel größerer Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Erklärungen bzw. Erklärungsversuche doch oft eher oberflächlich bleiben und komplizierte Themen nur Angerissen werden. Besonders zum Israelkonflikt war es mir einfach ein bisschen zu wenig, was man erfahren konnte. Natürlich ist gerade dieses Thema eines, dass man in einem Jugendbuch von gerade mal etwas über 200 Seiten nicht in vollem Umfang "bearbeiten" kann, aber die ganze Tragweite und die Komplexität dieses Kriegs und die Beteiligten waren mir dann doch etwas zu schwammig und teilweise vielleicht auch zu einseitig. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass auch mehr positive Seiten des heutigen Deutschlands auftauchen. Es wird thematisiert, dass es noch immer antisemitische Menschen gibt, dass jüdische Einrichtungen noch immer Polizeischutz bekommen und das Deutschland heute noch ein Problem mit Neonazis hat (was in diesem Buch natürlich unbedingt thematisiert werden sollte!), allerdings hätte Anne auch beispielsweise eine friedliche Anti-Nazi-Demo sehen können. Und zuletzt hätten Kontraste einfach etwas deutlicher gemacht werden können, um Fragen zu stellen und aufzurütteln. Die EU als eine Institution gegen den Krieg in Europa und ihr Umgang mit Flüchtlingspolitik, unsere Konsumgesellschaft und die Bedingungen der Produktion in anderen Ländern, natürlich wie schon angesprochen ein kontrastreicheres Bild des Israel-Konflikts, das alles sind Themen, die zwar nicht unmittelbar zur Geschichte der Anne Frank gehören, aber die in unserer heutigen Welt eine sehr große Rolle spielen und die unsere heutigen moralischen Werte zumindest hinterfragbar machen. Als Gesamtfazit hätte ich mir also in vielen Bereichen etwas mehr tiefe gewünscht und dafür gerne auch ein paar mehr Seiten in Kauf genommen. Trotzdem fand ich das Buch wirklich gut und würde es jedem, der Anne Frank kennen lernen möchte, empfehlen. Ich denke auch, dass man ihr Tagebuch nicht zwingend gelesen haben muss, um der Geschichte folgen zu können. Eine gewisse grobe Grundkenntnis über ihre Geschichte und ihren Lebensweg sollte wahrscheinlich vorhanden sein, aber diese erreicht man bereits über das Überfliegen ihres Wikipedia-Artikels und die meisten werden zumindest über ihre Lebensumstände bescheid wissen. Zuletzt bleibt mir noch zu sagen, dass ich diese Geschichte für ein mutiges Projekt halte, was in vielen Fällen geglückt ist und ich werde mir die weiteren Büchern von Waltraud Lewin über die jüdische Geschichte und jüdische Tradition definitiv auch ansehen.

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Lange nach dem Lesen beschäftigt mich dieses kleine Buch immer noch. Obwohl die Geschichte nicht spektakulär erzählt wird, hallt sie immer noch nach. Beispielhaft für die Millionen von ausgelöschten Leben steht Anne Franks "Chance", wieder am heutigen Leben teilnehmen zu können. Und das ist für mich so unsagbar traurig, wenn einem so bewusst wird, was so vielen Menschen genommen wurde. Ich finde zwar, dass die Geschichte etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt, aber dennoch ist Waltraut Lewins Roman ein wichtiges Buch, v.a. für Jugendliche. Denn gerade in Zeiten, in denen rechtsradikale Parolen immer lauter werden und Pegida so eine Zustimmung erfährt, ist es absolut unumgänglich, sich mit der Thematik zu beschäftigen und Jugendlichen nahe zu bringen. Nur Aufklärung und Wissen kann Vorbeugen. 4 Sterne

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” Ich will fortleben, auch nach meinem Tod.” Diesen Satz aus dem Tagebuch der Anne Frank stellt die Autorin Waltraud Lewin ihrem Jugendroman voran. Es wird um Anne Frank gehen, um die Ursprünge der Judenverfolgung, dem Antisemitismus und dem Nahostkonflikt. Alles beginnt mit einer Führung durch das Anne Frank Haus in Amsterdam. Die Erzählerin “Corelli” beschreibt ihre Eindrücke die sie hier empfindet. Acht Menschen haben sich in diesem Haus über zwei Jahre auf engstem Raum versteckt, um den Nazis zu entkommen. Das Versteck wird verraten für Kopfgeld. Das Haus hat die Empfindungen kaum bewahren können. Gerüche, Töne, Gefühle gibt es nicht preis. So empfindet es Corelli, die selbst Jüdin ist. Das Haus spricht nicht zu ihr. ” Stunde um Stunde durchstreifen die Menschen Raum für Raum, mit neugierigen oder gleichgültigen Blicken – eine Attraktion mehr im Besuchsprogramm einer wunderschönen Stadt.” Ist es Pflichtprogramm, fragt sie sich, von didaktischen Erziehern aufgenötigt? “Man denkt das Haus müsse sich wehren.” Die Fiktion: Was wäre wenn Anne lebte? Anne hat es satt, eingesperrt in einem Buch zu sein. Sie will nicht mehr belehren und doch darf es nicht passieren, dass diese Vergangenheit dem Vergessen anheim fällt. Anne verlässt das Haus und begibt sich mit Corelli in die Welt um gegenwärtig zu sein. Wie fühlt sich die heutige Welt aus der Sicht Anne Franks, einem 14 Jährigen Teenager, an? Es ist jugendlicher Überschwang im Beginn. Scheinbar bleibt Anne auch nicht lange vierzehn Jahre alt, sondern reift in wenigen Tagen zu einer jungen Dame heran, die mit Corelli Wein trinkt und sich in Haile verliebt. Seine Stärke entwickelt das Buch nach den ersten fünfzig Seiten. In Grundzügen versucht sich die Autorin folgenden Fragen zu nähern: Was ist Zionismus? Warum wollten die vielen Juden nach dem Krieg lieber nach Palästina, als im alten Europa zu bleiben ? Wie kam es zur Gründung Israels und worauf beruhen die Kämpfe zwischen Arabern(Palästinenser) und Juden. Um was geht es im Nahostkonflikt? “Wenn du jetzt bei mir wärst” ist ein Buch, das ich trotz anfänglicher Längen empfehlen kann. Ein Buch, das einen guten Einstieg in die komplizierte Geschichte des Nahostkonfliktes bietet, wenn es auch manchmal als gewagtes Vorhaben erscheint, die Ikone Anne Frank in die heutige Zeit zu versetzen und um mit ihr große Zusammenhänge der Zeitgeschichte erklären zu wollen. Das Buch ist 2015 bei cbj Kinder- und Jugendbuchverlag(RandomHouse Verlagsgruppe) erschienen. Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Inhalt: Jedes Jahr besuchen viele Touristen das Anne Frank Haus in der Prinzengracht in Amsterdam. Manche schauen interessiert, manche sind nur neugierig wie das berühmte Mädchen im Krieg gelebt hat. Waldtraut Lewin entführt dieses Mädchen in die heutige Welt und zeigt ihr was nach dem Krieg passiert ist. Meine Meinung: Dieses Jahr jährt sich der Todestag von Anne Frank zum 70. Mal. Grund genug ein Buch raus zu bringen was sich mit der Person Anne Frank beschäftigt. Ich war ganz berührt von dem Anne Frank Buch, als ich es als 15 Jährige gelesen habe. Durch meine Abschlussfahrt konnte auch ich die Prinsengracht in Amsterdam besuchen. So kam mir Anne Frank noch näher. Natürlich wollte ich dann eine fiktive Geschichte lesen, die von Anne Frank in der Gegenwart erzählt. Doch ich bekam etwas ganz anderes als ich erwartet habe. So ist das manchmal mit den Erwartungen. Waldtraut Lewin erzählt von Anne Frank in der Gegenwart. Sie ist zwar 85 Jahre alt, aber sieht noch aus wie die junge Anne Frank. Das macht die Reise der Beiden nicht einfacher. Ganz davon abgesehen das Anne Frank ja tot ist. Der Stil wie die Autorin diese Geschichte erzählt vermag es nicht mich zu fesseln. Es war für mich oberflächlich und zu wenig Gefühl. man merkt die Begeisterung für das jüdische Mädchen, aber nicht so sehr das diese ansteckend ist. Dazu kamen einige Logikfehler, die mir wirklich zu schaffen machten. Klar lebt Anne Frank nicht mehr, aber manches nahm dieser, ich sage mal, Geist einfach zu sehr als gegeben hin. Es fehlte mir das nur logische staunen über Neuerungen und das von Beginn an. Dazu kam das sie sich mit anderen Menschen trifft und die gar nicht komisch finden das sie zum Beispiel einen Pass möchte in dem das Geburtsjahr 1929 steht, das sie es durch Tricks schafft nach Israel zu Reisen und vieles mehr. Sicher ist diese Geschichte fiktiv und man muss sich die Wahrheit etwas zurecht biegen um sie so schreiben zu können, doch ich hätte an manchen Stellen eine Nicht-Erwähnung besser gefunden Meine trotzdem nicht ganz schlechte Bewertung resultiert daraus das es ein interessantes Experiment war und ich mich gefreut habe mal wieder etwas von Anne Frank zu lesen.

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In ihrem Buch besucht Waltraud Lewin das ehemalige Heim von Anne Frank und ihrer Familie. Bei dem Besuch stellt sie sich vor wie es wäre, wenn Anne Frank jetzt auch da wäre....hier...in unserer Zeit. So kommt es, das die Autorin eine imaginäre Welt entstehen lässt, in der Anne Frank noch immer lebt...noch immer 14 Jahre alt...aber in unserer Zeit. Waltraud stellt sich Anne als Corelli vor und so werden die beiden schnell Freunde, denn Corelli soll Anne die Welt zeigen, wie sie jetzt ist. Jetzt...ohne Nazis...ohne Krieg...ohne Vorurteile oder Einschränkungen. Anne ist begeistert von der Modernen neuen Zeit, von dem neuen Geld. So viele Menschen die sie nicht nur als Juden sehen, sondern einfach als einer von velen Menschen. Anne geht das erste mal in eine Disco...trifft dort einen Mann...bentuzt das erste mal ein Handy. Eine beeindruckende neue Zeit, die das Mädchen in der Wirklichkeit niemals erleben konnte. Aber Anne und Corelli bleiben nicht nur in Amsterdam....sie reisen auch nach Frankfurt und nach Israel...was es da alles zu erleben gibt... Meine Meinung: Als ich von diesem Buch las, wusste ich sofort das es wie für mich gemacht ist. Gerade Themenbezogene Bücher um Anne Frank und den 2. Weltkrieg, interessieren mich sehr. Die Autorin schafft es, mit ihrer Fantasie, Anne Frank in unsere Zeit zu holen. Man hat ein wirkliches Bild von Anne vor Augen, von ihrem Kleid und ihren roten Schuhen, ihrem dichten braunem Haar und den schönen Augen. Waltraud Lewin hat mich mit ihrer Erzählung in den Bann gezogen....manchmal musste ich schmunzeln...aber hin und wieder habe ich über das gelesene nachgedacht. Kurz gesagt: Das Buch hat mich gepackt und ich bin froh es gelesen zu haben. Der Schreibstil ist wirklich einfach und für Kinder besonders gut zu lesen. Ich glaube auch, das man dieses Buch sehr gut in der Schule lesen könnte.

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Die 1937 geborene Waldtraut Lewin befasst sich von jeher in ihren Büchern viel mit Judentum und Nationalsozialismus. Seit längerer Zeit lese ich ihre zweibändige Geschichte “Der Wind trägt die Worte”, ein Projekt über die Geschichte der Juden, welches ebenfalls beim cbj Verlag erschienen ist und das ich allen, die sich für das Thema interessieren nur wärmstens an Herz legen kann. Im März jährt sich Annes Todestag zum 70. Mal und so ist ihr ein wiedererstarktes Medienecho in diesem Jahr gewiss. Die Gefahr ein pietätloses oder gar lächerliches Buch vorzulegen, nur um das Thema zu bedienen, ist also sicherlich gegeben, aber als ich “Wenn du jetzt bei mir wärst” in der neuen cbj Verlagsvorschau sah, wusste ich, Lewin würde es mit dem nötigen Wissen und auch Feingefühl angehen und ich wurde nicht enttäuscht. Ich muss vorab sagen, dass ich Anne Tagebuch nie gelesen habe. Ich kenne einige Verfilmungen und hoffe immer noch, dass sich mal jemand erbarmt und den wunderbaren Zweiteiler mit Ben Kingsley als Annes Vater auf DVD herausbringt. Natürlich ist mir Anne Frank auch ansonsten ein Begriff. Ich habe das Haus in der Prinsengracht in Amsterdam besucht und mich mit ihrer Geschichte beschäftigt, aber zum Tagebuch habe ich irgendwie keinen Zugang gefunden. Aber auch gerade für solche Menschen eignet sich das vorliegende Buch. Natürlich setzt Lewin ein bisschen Wissen voraus, aber selbst Jugendliche dürften im Geschichtsunterricht schon die nötigen Eckdaten in Bezug auf Anne Frank vermittelt bekommen haben und so fällt der Einstieg in die Geschichte nicht schwer. Auf nur wenigen Seiten gelingt es der Autorin Anne so zum Leben zu erwecken, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Selbstbewusst, lebensfroh, ein bisschen frech und laut. Glücklicherweise hält sich Lewin nicht damit auf, Anne sehr viel über die modernen Errungenschaften nachdenken zu lassen. Natürlich staunt sie über Handys, Internet und Co., aber sie nimmt all das doch sehr neugierig auf und findet sich schnell zurecht. Der Autorin geht es vielmehr zu reflektieren. Was geschah damals und was hat sich heute geändert oder nicht. Wie würde ein Opfer wie Anne Frank uns Menschen heute sehen. Welche Fragen würde sie stellen und wie würde sie auf die Antworten reagieren. Darunter sind sowohl amüsante, als auch bedrückende Szenen. Gerade im Hinblick der letzten Monate in Deutschland mit Pegida und Co. kann man nicht genug über das Thema reden und vor Fremdenhass warnen. Auch dieses Buch leistet dazu seinen Beitrag. Das einzige Manko an diesem kleinen Büchlein, ist seine Kürze. Lewin hat so viel Hintergrundwissen und Ideen auf Lager, dass sie doch so manches Mal an der Oberfläche bleiben muss. Spielend hätte man die Seitenzahl verdoppeln können, ohne langweilig oder eintönig zu werden. Dennoch habe ich auf den grad mal 200 Seiten einiges über die Vergangenheit erfahren, was ich noch nicht wusste und vielleicht lockt das eher übersichtliche Buch auch eher, als ein 500 Seiten Schmöker. Wer dieses Buch liest, darf übrigens nicht erwarten, dass umfassend Annes Geschichte erzählt wird. Das ist nicht Lewins Intention. Wer also überhaupt nichts über Anne weiß, sollte sich vorab ein wenig informieren. Im Prinzip tut es da auch schon der Wikipedia Beitrag über das Mädchen. Auch historische und politische Gegebenheiten könnten nur angerissen werden, wecken aber auf jeden Fall die Lust auf weitere Informationen. Das Buch bietet da einen gelungenen Einstieg. “Wenn du jetzt bei mir wärst” ist ein wunderbares kleines Experiment, welches Anne für die heutigen Leser in die Gegenwart transportiert ohne ihr die Identität zu nehmen oder ihrer Vergangenheit den Schrecken zu nehmen. Aber es ist doch schön, das junge quirlige Mädchen lebendig zu sehen. Umso trauriger ist der Gedanke, was aus ihr hätte werden können. Wer sich für Anne, aber auch für die Geschichte der Juden interessiert, dem sei Waldtraut Lewins Buch sehr zu empfehlen.

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