Leserstimmen zu
Lilienfeuer

Alexandra Monir

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Das Cover ist einfach unbeschreiblich schön. Dieses lila Labyrinth hat es mir irgendwie angetan und ich war gespannt, was sich wohl dahinter verbirgt. Ich habe mir einen rasanten und verworrenen Roman versprochen, dessen Handlung mich von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Zunächst bin ich sehr gut in die Handlung eingestiegen. Der Schreibstil von Alexandra Monir hat mir sehr gut gefallen. Die Handlung wird aus Sicht von Imogen erzählt. Imogens Charakter war mir von Anfang an sympathisch, sie passt aber in ihrer Verhaltensweise so gar nicht in den englischen Adel. Wie auch, denn sie ist schließlich in New York City bei Pfegeeltern aufgewachsen. Auch der männliche Hauptprotagonist Sebastian konnte mich überzeugen. Er ist Imogens heimlicher Schwarm seit frühester Kindheit und er steht ihr von Anfang an zur Seite, als Imogen auf Rockford Manor eingezogen ist. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich eine Liebesgeschichte daraus, den wer hätte es nicht gedacht, Sebastian hegt auch Gefühle für Imogen. Er ist der Star der Polo-Mannschaft der Universität von Oxford und weiß sich bestens in den adligen Kreisen zu benehmen. Obwohl mir Sebastian sehr sympathisch rüberkommt, war mir sein Charakter an manchen Stellen zu klischeebehaftet. Wenn ich schon bei Klischees bin, dann sollte hier auch der Butler Erwähnung finden. Dieser wird genauso dargestellt, wie ich mir DEN Prototypen eines englischen Butlers vorstelle. Im Gegensatz zu Sebatians Romanfigar hat das Klischee zur Rolle des Butlers wirklich gepasst. Im Vergleich zu Charakteren und Schreibstil, kann die Handlung bei mir leider gar nicht punkten. Ich habe mir etwas mehr Mystery oder Fantasy vorgestellt. Leider wurde ich sehr enttäuscht. Lediglich Imogens übernatürlichen Fähigkeiten waren ein fantastisches Element. Wenn man es weggelassen hätte, dann wäre eine schöne Adelsgeschichte herausgekommen, bei der eine junge Frau unerwartet eine Herzogin wird und von heute auf morgen im Fokus der Öffentlichkeit steht. Wenn es nicht gut geschrieben wäre, hätte ich es sehr wahrscheinlich nicht einmal fertig gelesen. Fazit: Geht so! Die Handlung war so ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte. Das Cover hat mich glauben lassen, es handelt sich um ein Fantasy-Roman, aber ich sollte in Zukunft den Klappentext ein wenig genauer lesen... Herausgekommen ist eine (noch) akzeptable Adelsgeschichte, die in England im 21. Jahrhundert spielt.

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Als Imogen Rockford 10 Jahre alt ist, sterben ihre Eltern. Das Mädchen wächst in der Folge bei einem befreundeten Ehepaar und deren Tochter in den USA auf – fern ab von ihrer adligen, englischen Verwandtschaft, zu der Imogen jeglichen Kontakt abbricht, um nicht an die schrecklichen Ereignisse erinnert zu werden. Doch 7 Jahre nach dem Unglück holt die Vergangenheit den Teenager. Imogen wird konfrontiert mit einer großen Verantwortung und mysteriösen Geheimnissen, die sich um ihre Familiengeschichte, und sie selbst, ranken... Imogen ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und eine sehr angenehme Protagonistin. Die 17-jährige erinnert sich an ihr Leben und schildert zurückliegende Ereignisse. Die Perspektive ermöglicht dabei intensive Einblicke in ihre Gedanken, gibt allerdings nur einen eingeschränkten Blick auf die Handlung, wodurch zunächst viele Fragen offen bleiben. Mit ihrer freundlichen, hilfsbereiten Art ist mit Imogen schnell sympathisch gewesen. Trotz ihrer neuen Machtposition scheucht sie das Personal nicht herum und bleibt der bodenständige Teenager. Die Grundgeschichte ist sehr interessant: Das kleine Mädchen, das auf dramatische Weise seine Eltern verliert und als Jugendliche an den Ort zurückkehren muss. Das Kind, das einst eine ungewöhnliche Gabe an sich entdeckte, welche danach nicht mehr auftrat. Ein Teenager, der plötzlich ein angesehenes Herrenhaus führen muss und sich in der adligen Gesellschaft und vor der Presse behaupten muss. Gespickt mit mysteriösen Ereignissen bietet die Handlung spannende Momente zum Miträtseln, was um Imogen herum passieren mag. Auch an verschiedensten Emotionen mangelt es der Geschichte nicht. Leider bietet die Handlung dabei nur wenige Überraschungen. Viele Wendungen sind früher oder später vorhersehbar, sodass die richtig dramatischen Momente ausblieben. Ich habe die ganze Zeit das Gefühl, schon einmal eine ähnliche Geschichte gelesen zu haben, kann mich aber nicht genauer erinnern. So ist Lilienfeuer zwar eine angenehme Lektüre, die sich aufgrund des bildhaften, flüssigen Schreibstil auch recht zügig lesen lässt, es konnte mich aber nicht vollständig packen und in seinen Bann ziehen. Hin und wieder gab es kleine Passagen, die ich es etwas langatmig empfunden habe, während sich die Ereignisse am Ende überschlagen und alles viel zu schnell und einfach abläuft. Sympathische Protagonistin und interessante Grundidee, die zwar viel Konfliktpotential und vielfältige Emotionen bietet, aber etwas mehr Spannung und Überraschungen vertragen hätte.

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