Leserstimmen zu
Sizilianische Rache

Ann Baiano

Luca Santangelo ermittelt (2)

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Mit dem ersten Band der Reihe hatte ich einige Probleme; obwohl ich das Buch nicht schlecht fand, blieb der Protagonist in meinen Augen zu blass und die Krimihandlung stand zu sehr im Hintergrund. Ich war sehr gespannt darauf, ob dies in Band 2 anders sein würde - und zu meiner Freude hat "Sizilianische Rache" mir gut gefallen. Es geht in diesem Buch wieder um einen Fall, der für Luca Santangelo persönlich ist; sein Sohn Diego wird des Mordes verdächtigt und um ihn von diesem Verdacht befreien zu können, muss er Ermittlungen anstellen und herausfinden, was tatsächlich passiert ist. Er glaubt, dass der Mord mit einem Kunstraub zusammenhängt, der zur gleichen Zeit stattgefunden hat, doch die Polizei ist von Diegos Schuld überzeugt. Er kannte das Opfer, hatte ein Motiv, war vor Ort und hat ihm kurz vor der Tat vor Zeugen gedroht, sodass er sich als Täter anbietet. Es war interessant zu sehen, wie Santangelo mit Hilfe eines Freundes und seiner Freundin den Spuren nachgegangen ist und wie sie langsam hinter das große Geheimnis gekommen sind, das hinter allem steckt. Die Auflösung fand ich überzeugend und es war auch lange nicht absehbar, worauf die Geschichte hinausläuft, was mir gut gefallen hat. Dazu kommt, dass der Fall recht spannend war, gerade, weil die Ermittlungen auch für den Protagonisten sehr gefährlich werden. Im Vergleich zum ersten Band hatte ich das Gefühl, dass der Krimianteil eine größere Rolle spielt; in der Gegenwart gibt es nicht wirklich Nebenschauplätze, da Luca sehr darauf fokussiert ist, das Verbrechen aufzuklären, und obwohl die Rückblicke in die Vergangenheit (1914 bis 1985) auf den ersten Blick nicht viel mit dem Fall zu tun haben, wird schnell klar, dass es Zusammenhänge gibt und dass sie die Umstände schildern, durch die es zu der Tat kommen konnte. Außerdem sind sie interessant; die Autorin beschreibt die historischen Hintergründe sehr schön und gerade die sizilianische Tradition der Mattanza klang faszinierend. Positiv ist auch, dass Luca nicht mehr so blass geblieben ist. Dadurch, dass sein eigener Sohn involviert ist, ist er in diesem Band sehr emotional und verliert auch die Beherrschung. Sein Handeln ist objektiv betrachtet vielleicht nicht immer richtig, aber ich konnte ihn gut verstehen und er wirkte dadurch echter; er hat Ecken und Kanten bekommen und ich könnte jetzt einiges über ihn als Charakter sagen. FAZIT: "Sizilianische Rache" hat mir sehr gefallen. Es ist ein guter, durchaus spannender Krimi, der auch mit schönen Landschaftsbeschreibungen und interessanten Einblicken in die Vergangenheit und die sizilianischen Traditionen glänzt.

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