Leserstimmen zu
All die verdammt perfekten Tage

Jennifer Niven

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Inhalt Ich fand dieses Buch ganz gut. Ich hatte hohe Erwartungen, da es so gute Bewertungen hatte. Am Anfang fand ich es ziemlich schwierig, in das Buch reinzukommen. Mir ist es schwergefallen mich in die Lage von Finch oder Violet zu versetzten. Doch ab ca. 150 Seiten wurde es immer besser und am Ende konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Schreibstil Der Schreibstil ist sehr angenehm. Das Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Am Anfang fand ich es etwas langatmig geschrieben, aber es wurde besser. Cover Das Cover ist sehr schlicht gehalten, passt aber in gewisser Hinsicht zum Buch. Vielleicht soll es Violet in ihrer eigenen kleinen Welt zeigen, und Finch, der alles versucht, um sie daraus zu holen...

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https://lalesbuecherwelt.blogspot.de/2018/05/rezension-all-die-verdammt-perfekten.html All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven Informationen zum Buch: Titel: All die verdammt perfekten Tage Original: All the bright places Autor: Jennifer Niven Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag Einband: Taschenbuch Preis: 9,99 € Taschenbuch: 400 Seiten Erscheinungsdatum: 21. August 2017 ISBN-13: 978-3734104657 Inhalt: Auf einem Glockenturm über der Schule treffen sie sich - Finch und Violet. Beide haben nur ein Ziel vor Augen, zu springen und ihr Leben zu beenden. Doch Finch, der diesen Wunsch immer wieder verspürte, will nicht zulassen, dass sich dieses beliebte Mädchen in den Tod stürzt. Also versucht er sie zu überreden, von dem Glockenturm herunter zukommen und ihr Stück für Stück das Leben wieder näher zu bringen. Doch was geschieht mit ihm und seinem Leben? Meine Meinung: Ein unglaublich tiefgründiges Buch, nicht nur über das Leben, sondern auch alles was damit zusammenhängt. Das Cover und der Titel erweckten sofort meine Neugier und auch die Inhaltsangabe klang sehr aufregend. Zudem habe ich schon viel positives über das Buch gehört, sodass ich es kaum erwarten konnte, es endlich selbst zu lesen. Violet war 16 Jahre alt, als sie bei einem Unfall ihre ältere Schwester verloren hat. Seitdem ist sie nicht mehr die Gleiche und wünscht sich einfach nur weg. Finch wird von der ganzen Schule verspottet und hat nur wenig echte Freunde. Seine Familie ist kompliziert und seine Vergangenheit schwierig. Er will schon lange nicht mehr Teil des Ganzen sein und überlegt immer wieder, ob heute der perfekte Tag zum Sterben ist. Doch als Finch Violet auf dem Glockenturm sieht, ist sein größter Wunsch nur noch sie aufzuhalten und zu verstehen. Bei einem gemeinsamen Schulprojekt zeigt Finch ihr, was leben bedeutet und worauf es wirklich an kommt. Während es Violet scheinbar zunehmend besser geht, scheint Finch immer mehr zu verblassen... Zugegeben, ich hatte mehr von der Geschichte erwartet. Aber von vorne: Die Protagonisten Finch und Violet sind sehr interessante Charaktere, vor allem Finch ist ein sehr ausgebauter, tiefgründiger Charakter mit unglaublich vielen Seiten. Teilweise und gerade zu Beginn wirkt er sehr verwirrend, aber mit der Zeit konnte ich ihn verstehen. Violet dagegen ist etwas einfacher gehalten, wodurch es mir leichter fiel, mich in sie hineinzuversetzen. Beide haben eine schwierige Vergangenheit hinter sich. Deshalb kommt es wie nicht anders zu erwarten, am Ende unweigerlich zu einem Drama, was die Spannung aufrechterhält. An den Schreibstil muss man sich gewöhnen, aber man findet hinein. Was während der Handlung an Themen alles angesprochen wird, ist wirklich schön. Die tiefgründigen Gespräche sind echt bewegend und mitreißend. Fazit: Eine bewegende und dramatische Geschichte über das Leben und den Tod. Für alle, die sich gerne mit solchen Fragen über diese auseinandersetzen und keine Berührungsängste mit den Abgründen des Lebens haben. 💓💓💓💓 /💓💓💓💓💓 (4 von 5 Sternen)

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Cover Mir gefällt das deutsche Cover wahnsinnig gut. Darüber ist es mir auch ins Auge gestochen und ich musste es einfach lesen. Es sieht einfach toll aus. Ich mag die Idee, dass Violet auf dem Mond sitzt und Finch zu kommt. Meine Meinung Ich kann nicht versprechen, ob diese Rezension Spoiler frei wird, aber ich werde alle Stellen markieren, die Spoiler enthalten. Doch ich habe zu diesem Buch einfach zu viel zu sagen. Da ich es gerade eben erst zu Ende gelesen habe, kann es sein, dass ihr meine Gedanken beinahe ungefiltert zu lesen bekommt. Die Geschichte von Finch und Violet beginnt bereits ziemlich aufregend. Beide treffen sich auf dem Glockenturm ihrer Schule und wollen sich mehr oder weniger in den Tod stürtzen. Eigentlich haben sie aber beide nicht wirklich den Wunsch verspürt sich umzubringen, sondern wollten nur wissen wie es sich anfühlt. Als Finch sich dann auch noch Violet für ein Schulprojekt aussucht, ist es mehr oder weniger für sie gelaufen. Violet hat sich nach einem tragischen Unfall das Recht herausgenommen, mildernde Umstände einzufordern. In den meisten Fällen musste sie gar keine Arbeiten und Hausaufgaben abgeben oder eben nur das wozu sie Lust hat. Sie sieht auch selbst ein, dass sie diese mildernden Umstände vielleicht etwas überstrapaziert, aber dennoch kann sie einfach noch nicht wieder funktionieren. Mit Finch jedoch ist es etwas anderes. Er zwingt sie dazu, sich zu öffnen und handelt Deals mit ihr aus. Manchmal erzählt er von sich und seinem ziemlich bescheidenen Leben, an anderen Tagen fragt er sie aus. Langsam aber sicher verändert Violet sich dadurch und kann das tragische Ereignis in ihrer Vergangenheit verarbeiten. Finch wird in der Schule oft als Freak bezeichnet. Mit allen Mitteln versucht er sich dagegen zu wehren, in eine Schublade gesteckt zu werden. Bis zum Schluss, ist dies für ihn das schlimmste was passieren kann. Ich habe mich die meiste Zeit gefragt woher das kam. Denn natürlich kann ich verstehen, dass man ungern in eine Schublade gesteckt wird, aber welcher Mensch tut das bei anderen nicht. Mir hat es sehr gut gefallen, zu lesen wie die beiden sich zu einander hin entwickelt haben. Wie Finch Violet gezeigt hat, wieder zu leben und ihr den Mut und die Kraft gegeben hat, weiter zu machen. Obwohl Violet sich ihm gegenüber nicht immer korrekt verhalten hat und gerade zu Beginn der Geschichte Probleme damit hatte, ihn vor den „coolen Kids“ der Schule zu akzeptieren wie er ist. Doch sie hat sich dank ihm darin gebessert. Achtung jetzt kommt ein wirklich heftiger Spoiler! Lest das nur, wenn ihr die Geschichte nicht mehr lesen wollt oder schon gelesen habt! ACHTUNG SPOILER Als es dann langsam aufs Ende zu ging, war ich selbst genau wie Violet, völlig blind dem Gegenüber, was Finch durch gemacht hat, obwohl ich seine Sicht der Dinge kenne. Das Ende finde ich furchtbar und auch noch das sie ihn gefunden hat, hat mich sehr erschüttert. Ich kann Violet sehr gut verstehen. Wahrscheinlich wäre ich genau so wütend gewesen wie sie. Denn obwohl er es war, der ihr gezeigt zu leben, hat es nicht gerreicht um selbst weiter durch zu halten. Spätestens als die Worte bipolare Störung gefallen sind, hätte es mich auf das Ende vorbereiten sollen. Bereits vor ein paar Monaten habe ich das Buch Tanz auf Glas gelesen, in dem es um einen Mann und seine Frau geht. Er leidet an einer bipolaren Störung. Der Schlaf, den Finch beschreibet, könnte eine Form dieser Störung sein und tatsächlich habe ich auch daran gedacht, als ich es zum ersten Mal gelesen hatte. Doch im Laufe des Buches ging dieser Gedanke verloren, da ich mich mit dieser Störung in keinster Weise gut genug auskenne um darüber zu Urteilen. Doch als Finchs psychatrischer Betreuer es anspricht, war es für mich fast klar. Finch jedoch ist völlig entsetzt und weigert sich das zu akzeptieren. Ich persönlich glaube, dass diese Tatsache es ihm leichter gemacht hat zu gehen. Er wollte nicht in diese Schublade gehören. SPOILER ENDE! Alles in allem hat mich das Buch begeistert und verzaubert. Es hat mich berührt und mich bewegt. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben. Vielleicht darf man keine zu hohen Erwartungen haben, denn tatäschlich ist das Buch eine Erzählung all der verdammt perfekten Tage, die Finch und Violet zusammen erleben. Daher finde ich den Titel mehr als nur passend. Auch wenn mich das Buch nicht komplett überzeugt hat, kann ich es guten Gewissens weiterempfehlen. Es ist ein wirklich tolles Buch und ich vergebe gerne vier von fünf Monstern.

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Ich muss gestehen, dass beim Lesen anfangs ein wenig die Ernüchterung kam, da ich mir zunächst nicht ganz so sicher war, was ich von den beiden Hauptfiguren halten sollte. Sie waren jünger, als ich sie mir vorgestellt hatte. Des Weiteren fand ich insbesondere Finch anfangs total anstrengend und undurchsichtig, stellenweise sogar richtig unverschämt. Violet war mir zunächst einfach zu blass und farblos und kam nur wenig aus sich raus, Allerdings wandelt sich dies im Laufe des Romans glücklicherweise und die beiden können zeigen, dass mehr in ihnen steckt, als auf den ersten Blick scheint. Finch und Violet begegnen einander, als beide durch einen Sprung vom Glockenturm der Schule ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Finch rettet dabei Violet, als er sie zufällig erblickt. Für alle Außenstehenden scheint es jedoch so, als habe Violet Finchs Leben gerettet. Wie soll es doch auch anders sein. Ist Finch doch ohnehin ein Freak und Violet das beliebte Mädchen der Schule, die mit dem Schulschönling zusammen ist. Beide rücken das Gerücht allerdings auch nicht gerade. Eher zufällig freunden die beiden sich an und erkennen dabei, dass sie beim jeweils anderen so sein dürfen, wie sie wirklich sind und nicht so wie die Außenwelt sie abgestempelt hat. Nach und nach werden Umstände aus ihren verschiedenen Leben offenbart, die zeigen, warum sie die sind, die sie sind. Allerdings geschieht dann irgendwann etwas unausweichliches, was teils zu vorhersehbar war, aber dennoch gleichzeitig plötzlich und unerwartet ist. Vom Thema her ist dieser Roman super. Er beleuchtet die Hintergründe dafür sein Leben beenden zu wollen genau und geht dabei sehr tiefsinnig vor. Jennifer Niven zeigt mit ihrem Leben welche Auswirkungen bestimmte Ereignisse auf Menschen haben können und wie die Reaktion von anderen Menschen Einfluss auf ihn nehmen, auch wenn die erfolgten Reaktionen nicht immer beabsichtigt sind. Jennifer Niven geht dabei total nüchtern und sachlich vor. Sie verurteilt bestimmte Figuren nicht für ihr Verhalten, sondern lässt ihre Taten unterschwellig wirken. Gerade dieser Umstand macht die Handlung interessant und lesenswert. Das Buch und seine Figuren konnten mich erst recht spät so wirklich packen. Insbesondere Violet bleibt fast bis zum Ende ziemlich blass. Sie kommt erst so richtig aus sich raus, als es im Grunde schon zu spät ist. Vom Thema her ist der Roman jedoch super. Daher bekommt der Roman von mir schwache 4 (von 5) Punkte.

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All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven Limes Verlag e-book Kindle 400 Seiten 11,99€ Inhalt: Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden… Meine Meinung: Als ich den Klappentext las, dachte ich zunächst... hartes Thema... Suizidabsichten! allerdings überrascht das Buch in seiner Handlung dann doch. Der Leser lernt Finch und Violet kennen - zwei Jugendliche, die verschiedene Leben führen und doch soviel gemeinsam haben. Finch sitzt selbst immer wieder auf einem Turm und hat Suizidgedanken.... doch als er Violet trifft,versucht er ihr das Leben wieder positiv darzustellen. Er gibt sich unheimlich Mühe und ist sehr einfühlsam. Beide sind sehr unterschiedlich: Finch - unbeliebt, keine Freunde, schwierige Familie Violet - reich, beliebt, wohlhabende Familie Seit dem Tod ihrer Schwester hat Violet sich verändert. Beide arbeiten in einem Schulprojekt zusammen und lernen gemeinsam die schönen Seiten des Lebens kennen. Es sind Rückblenden enthalten, die sich mit Mobbing, Gewalt, Angst, Depression, Verlust und anderen Situationen im Leben der beiden Protagonisten auseinander setzen. Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Ich wollte wissen, warum so junge Menschen ihr Leben schon so satt haben können. Man möchte beim Lesen am liebsten helfen und den beiden einen Schubs geben, damit sie wieder auf die Sonnenseite blicken können. Der Leser fühlt sich den Protagonisten nah, versteht ihre Emotionen und Gedanken und ist irgendwie in der Geschichte. Der lockere Schreibstil und die fesselnden Dialoge und Gedankengänge lassen den Leser durch das Buch fliegen! Besonders das Ende rührt den Leser und ist sehr bewegend. Einige stellen fand ich etwas absurd, deshalb 1 Stern Abzug. Trotzdem ein klasse Buch!!! Fazit: Jugendbuch mit Tiefgang 4 von 5 Herzen <3 <3 <3 <3

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Zusammenfassung Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden… Cover Das Buch ist mir gleich durch sein sehr schöne gestaltenes blaues Cover aufgefallen. Zu sehen sind die Silhouetten der Protagonisten. Violet, die im Mond sitzt und in die Richtung zu Finch schaut, der über eine Treppe zu ihr hoch kommt. Kathas Meinung Diese Geschichte beginnt mit einen heiklen Thema. Finch, der Freak wie ihn manche Schüler nennen, sitzt oben am Glockenturm der Schule und überlegt sich, wie es denn wäre, wenn er jetzt von oben springen würde. Ob er es wirklich tun wollte oder will, erfährt der Leser nicht wirklich, er erfährt nur, dass Finch oben am Glockenturm sitzt um sich lebendig zu fühlen. Und auf einmal kommt die beliebte Violet dazu, die letztes Jahr ihre ältere Schwester bei einem Autounfall bei dem sie auch anwesend war, verloren hat und seitdem nicht wirklich mit ihrem Leben klar kommt. Was sie am Glockenturm machen möchte, scheint gleich klar zu sein, sie überlegt nicht zu springen, sie will springen um ihrem Leben ein Ende setzen. Finch wird auf sie aufmerksam und versucht sie am springen zu hintern, was ihm auch sehr gut gelingt. Für alle Mitschüler die das von unten beobachten, sieht es so aus, als ob Violet Finch am springen gehindert hat, was natürlich genau umgekehrt ist, aber keiner der beiden revidiert die Aussage. Ab da bekommt Finch Violet nicht mehr aus dem Kopf, denn er möchte sie aus ihrer Trauer rausholen und sie glücklich sehen. Durch das gemeinsames Schulprojekt, in dem sie besondere Orte ihres Heimatstaats besuchen, lernen sich beide immer näher kennen und für beide beginnt eine ganz besondere Reise. Mir fällt es wirklich nicht leicht, dieses Buch zu bewerten, denn eigentlich ist es eine sehr ernste aber auch zugleich traumhaft schöne Geschichte die abwechselnd aus der Ich-Perspektive beider Hauptprotagonisten erzählt wird. Bemerkenswert dabei sind die Anmerkungen unterhalb der jeweiligen Kapitelüberschriften, die bei Violet die Tage bis zum Schulabschluss benennen, bei Finch aber die Tage die er bei wachem Verstand bleibt. Am Anfang bin ich nicht so wirklich in die Geschichte reingekommen, was sich aber nach einer Weile doch von Seite zu Seite gebessert hat. Die Entwicklung gegen Ende der Geschichte lässt mich aber doch irgendwie zwiegespalten zurück, denn mit so einem Ende hätte ich auf keinen Fall gerechnet. Besonders an dem Buch finde ich die Anmerkung der Autorin ganz am Ende. Hier wird dem Leser klar, dass es sich hier um eine autobiographische Geschichte der Autorin handelt. Zitate „Nur weil sie tot sind, müssen sie nicht tot sein. Und wir auch nicht.“ (S. 374) „Denn es geht nicht um das, was man mitnimmt, sondern um das, was man zurücklässt.“ (S. 389) Da mich das Buch im Endeffekt doch zum Nachdenken gebracht und gefesselt hat, vergebe ich 4 Sterne.

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Inhalt: Theodore Finch will sterben. Sein Leben ist von einer unsäglichen Leere durchzogen. Nachts findet er kaum Schlaf. Er steht hinter der Brüstung des Schulturms, als er plötzlich auf ein Mädchen neben sich aufmerksam wird. Violet heißt das Mädchen, dem er nun das Leben retten und mit dem er unbedingt das Schulprojekt bestreiten möchte, bei dem es darum geht besondere Orte in der Umgebung zu erkunden und etwas von diesen Orten mitzunehmen; viel wichtiger jedoch etwas von sich dort zulassen. Die beiden Jugendlichen kommen sich näher. Finch lernt zu begreifen, was es heißt wirklich „wach“ zu sein. Und Violet?! - Sie bricht aus ihrem behüteten Leben aus, welches gezeichnet von dem Tod ihrer Schwester, sehr eingeschränkt ist. Wichtigste Charaktere: Theodore Finch ist ein ganz besonderer Mensch. Er sammelt Wortfetzen, die er auf kleine Klebezettel notiert und an einer Wand in seinem Schrank aufhebt. Überhaupt ist sein Kleiderschrank seine kleine Höhle, in der er es sich gemütlich gemacht hat. Seine Familie ist zerrüttet. Der Vater hat ihn und die Mutter geschlagen, bevor er sich eine neue Familie gesucht hat, mit der er nun ein scheinbar perfektes Leben führt. Die Mutter ist mit der Situation als Alleinerzieherin maßlos überfordert. In der Schule wird Theodore nur als der „Freak“ abgetan, weil er Dinge macht, die seltsam sind, wie zum Beispiel eine Trauerfeier für die zu sezierenden Frösche aus dem Biologieunterricht abzuhalten. Violet ist in der Schule beliebt. Vor einiger Zeit ist ihre Schwester bei einem Autounfall gestorben. Violet leidet sehr unter diesem Vorfall. Weder traut sie sich ein Auto zu besteigen noch im Leben Vertrauen zu fassen. Bei der kleinsten Herausforderung des Lebens versteckt sie sich. Violets Umfeld reagiert mit Rücksichtnahme und Verständnis. Nicht jedoch Finch. Finch provoziert, treibt das Leben an und zieht Violet einfach mit sich. Schreibstil: Mit Violet und Finch schafft Jennifer Niven zwei völlig unterschiedliche Charaktere. Theodore kommt aus sich heraus. Er will gesehen werden, er fordert etwas vom Leben, was es ihm so einfach nicht gibt. Er macht verrückte Sachen; provoziert. So wirft er einen Tisch im Klassenzimmer gegen die Wand, weil ihn die Wut übermannt hat, er steigt auf den Schulturm, um sich für den Hauch eines Moments lebendig zu fühlen. Doch sein Umfeld zuckt nur mit den Schultern. Der Junge ist halt verrückt. Violet hingegen versteckt sich hinter ihren Gefühlen. Die Eltern geben ihr Bestes, um dem Mädchen gerecht zu werden. Wenn sie sagt, dass ihr etwas zu viel wird, dann wird sie von dieser Aufgabe befreit. Als Violet mit Finch auf dem Schulturm steht, ist es das Mädchen, um das sich die Leute Sorgen machen und die plötzlich im Mittelpunkt steht. Die Autorin führt die beiden vom Lebensumfeld zwar ungleichen, vom Charakter aber gar nicht so unterschiedlichen Menschen zusammen. Finch, der etwas vom Leben erwartet, treibt Violet an. Er holt sie aus ihrem „Schneckenhaus“. Zusammen erleben die beiden Jugendlichen ihre Gegend neu, sie schaffen sich kleine Abenteuer und merken irgendwann, was der jeweils andere für ihr eigenes Leben bedeutet. Die Liebesgeschichte, wirkt glaubhaft, weil sie tragisch-gut gemacht ist. Zwei Menschen, die sich gefunden haben. Der Schreibstil der Autorin wirkt durchaus flüssig. Jedoch spielt sich ein Großteil des Buches mit den Erlebnissen und kleinen schönen Momenten der Protagonisten ab. Ihr gelingt ein intensiv emotionales, dabei sehr einfaches Bild ihrer Protagonisten. Als Leser versucht man vielleicht zu begreifen, was Theodore bewegt, warum er fühlt, was er eben fühlt. Die Autorin verzichtet darauf, die emotionale Ausnahmesituation ihres Protagonisten explizit zu erklären. Es gelingt ihr vielmehr und das ist eine Kunst - Leben und Tat emotional nachvollziehbar zu machen. Erst zum Ende hin wird eine ziemlich direkte Botschaft ausgesprochen. Man begreift als Leser, was Theodore und Violet füreinander waren. Ein Nachwort der Autorin sorgt dafür, den Kontext der Geschichte noch ein wenig näher zu bringen. Gerade dieses Nachwort bewegt zum Abschluss noch einmal sehr. Fazit: Die Geschichte von Violet und Finch zeigt auf, was es bedeuten kann, wenn man im Leben auf einen Menschen trifft, der einen bestimmten Schalter bei einem umlegen kann, der einem etwas gibt, wozu andere nicht in der Lage sind. Der Anfang des Buches wirkt dadurch, dass er sich auf die Erlebnisse der beiden Jugendlichen bezieht und die Thematik sachte angeht, zwar schön, aber nicht zu genüge fesselnd. Das Ende des Buches entfesselt dann sehr starke Gefühle beim Leser. Man begreift, was die Geschichte den Protagonisten bedeutet hat. Das Nachwort der Autorin spricht mit eigenen Erfahrungen an. Es rüttelt einen wach und weckt das Verständnis für Menschen, die sich anders fühlen. Buchzitate: Er spielt Gitarre – in fünf oder sechs verschiedenen Bands -, und letztes Jahr hat er eine CD aufgenommen. Aber er ist irgendwie … extrem. Da war zum Beispiel dieser Tag, als er von Kopf bis Fuß rot angemalt in die Schule kam. Den einen sagte er, er protestiere damit gegen Rassismus, den anderen, gegen den Verzehr von Fleisch. Seit ich mit dem Schreiben aufgehört habe, lese ich noch mehr als früher. Die Worte anderer Menschen, nicht meine eigenen. Meine Worte sind fort. Ich sage nichts, weil auch ich früher Worte liebte. Ich liebte sie und konnte mit ihnen jonglieren. Weil das so war, hatte ich das Gefühl, die besten von ihnen beschützen zu müssen. „Es war doch bloß ein Lächeln.“ - „Für dich vielleicht.“ Alle Leute tippen dich hin und wieder sanft an, aber nie fest genug, weil sie die arme Violet bloß nicht aufregen wollen. Du musst gestoßen werden, nicht angetippt.

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