Leserstimmen zu
Der Tanz ums Ich

Jens Bergmann

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Inhalt „Es klärt auf über die Risiken und Nebenwirkungen der populärsten aller Wissenschaften“ (aus dem Klappentext) Am Anfang steht ein Einblick in die Geschichte der Psychologie. Ausgewählt wurden im Wesentlichen die Verfehlungen der Psychologie und Beispiele für im Nachhinein als fehlerhaft bewiesene Theorien. Ein zweiter großer Teil des Buches dreht sich um Missanwendungen der Psychologie, insbesondere psychologischer Tests im Sinne von Ausmessung der Persönlichkeit. Der sich anschließende Teil des Buches beschreibt, wie mit Erkenntnissen der Psychologie Profit gemacht werden kann. Grundtenor des Buches ist: Finger weg von der Psychologie; am besten, die Psychologie abschaffen. Allerdings geht es in dem Buch fast ausschließlich um Persönlichkeitspsychologie, die nur ein Teilbereich des Wissenschaftsgebietes ist. Die Argumentation hätte an Gewicht und Aussagekraft gewonnen, wenn der gesellschaftliche Zusammenhang einbezogen worden wäre. Welche der vom Autor beschriebenen Auswüchse sind wirklich in der Psychologie begründet und welche im Missbrauch, den möglicherweise die gesellschaftlichen Umstände begünstigen bzw. ermöglichen? Sollte nicht auch die Frage gestellt werden, wie die Verantwortlichkeit für Forschungsergebnisse zu regeln ist/geregelt werden kann – ohne einzelne Wissenschaftsdisziplinen zu diffamieren und vorzuverurteilen? Das Buch ist in einem sehr eloquenten Stil geschrieben. Es lässt sich sehr leicht und flüssig lesen. Dadurch rutschen die eingestreuten Sarkasmen und abwertend gefärbten Textstellen fast unbemerkt mit hinunter. Subjektive Eindrücke Was als kritische Darstellung der Psychologie gemeint ist, entartet meinem Gefühl nach zu einer Abrechnung mit Psychologen ganz allgemein. Zu Kritik gehört aus meiner Sicht eine ausgewogene Darstellung der verschiedenen Seiten einer Sache/Angelegenheit. In diesem Buch finden sich fast ausschließlich Argumente, die die These des Autors stützen. Eine sachlich-argumentative Auseinandersetzung findet nicht statt. Hinzu kommt, dass die angeführten Argumente und Aspekte überwiegend auf jegliche Wissenschaftsentwicklung zutreffen und nicht speziell der Psychologie anzulasten sind. Bei einer wirklich kritischen Auseinandersetzung mit einem Thema würde ich auch eine Art „Ausblick“ erwarten. So bleibt für mich aus Sicht des Buches die Frage unbeantwortet, was die Alternative wäre. Vielleicht will Herr Bergmann aufrütteln, zu einer Diskussion verführen? Das wäre eine gute Idee, und eine sachlich geführte Auseinandersetzung wäre sicher erhellend. Ist aber ein Buch eine gute Diskussionsplattform? Es ist sicher ein guter Startpunkt, aber wie/wo kann es weitergehen? Fazit Jeder Psychologie-Gegner wird seinen Spaß an diesem Buch haben. Wer gern etwas zur Psychologie erfahren möchte, wird hier sicherlich fündig, jedoch zum Preis einer Vorprägung für eine bestimmte Bewertung. Es war interessant zu beobachten, wie ich beim Lesen auf das Buch reagiert habe. Deshalb danke ich dem Verlag herzlich für das Rezensionsexemplar.

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„Der Tanz ums Ich" von Jens Bergmann berichtet über „Risiken und Nebenwirkungen der Psychologie". Inhalt: „Psychologie ist die Religion unserer Zeit", wie sie es so weit bringen konnte und wie das Geschäft mit ihr funktioniert zeigt dieses Buch. Nach einen umfangreichen geschichtlichen Abriss wird auf den wirtschaftlichen Aspekt eingegangen. Danach werden Probleme der Psychologie diskutiert. Im Anhang findet der Leser dann ein umfangreiches Verzeichnis der im Buch verwendeten Literatur. Autoreninfos: Jens Bergmann wurde 1964 geboren, er studierte Psychologie und Journalistik. Seit 2001 ist er Redakteur bei „brand eins", „Spiegel" und „Bild der Wissenschaft" und seit 2008 Geschäftsführender Redakteur. Er lehrt an verschieden Hoch- und Journalistenschulen.   Meinung: Der Titel klingt interessant habe ich gedacht, und mir einige Informationen über die moderne Psychologie, ihre Methoden und Anwendungen erhofft, eben ein Ratgeber, für die Jenigen, die sich mit den Gedanken beschäftigen, ob sie sich in psychologische Behandlung begeben sollten oder nicht. Leider ist dieses nicht Thema des Buches. Vielmehr wird hier auf die Geschichte der Psychologie eingegangen, dann werden die wirtschaftlichen Aspekte erläutert und Problem der modernen Form diskutiert. Also kein Buch für Laien. Zu empfehlen eher für die Interessenten, die dieses Fach studieren oder in einer anderen Form mit Psychologie zu tun haben. Auch wenn ich nun etwas anderes erwartet und erhofft hatte fand ich die Geschichte der Psychologie interessant, dabei ist der Schreibstil locker und leicht und auch für Laien gut verständlich. Was mich an den anderen Themen gestört hat war das der Autor vieles nur einseitig betrachtet hat, hier fehlte die andere Seite. Fazit: kein psychologischer Ratgeber, denn Rat findet der Leser hier nicht, vielmehr ein Umriss über geschichtliche Aspekte und wirtschaftliche Themen

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Früher war es undenkbar, heute ist es mainstream: der Gang zum Psychologen Sie haben für alles, was bei uns nicht der Norm entspricht, immer ein Wort, das die Lösung aller Probleme darstellt. Der Tanz ums Ich - wieso ticken wir so wie wir sind? Es gleicht schon fast einem Event, zu dem jeder hin muss um gesehen zu werden. Man stellt Probleme offen, Therapien werden vorgenommen und dann kann man lastenfrei neu starten - soweit der Wunsch. Ein Gespräch über die Kindheit, das Erkennen des Problems, dass man in einem wichtigen Stadium nicht genug an der eigenen Sexualität forschen durfte oder konnte und schon bekommt man direkt ein Kärtchen in die Hand gedrückt auf dem steht, welcher Gruppe man zugehört. Wir lassen uns freiwillig kategorisieren, um uns selbst zu verstehen, damit wir den gefundenen Defekt beseitigen können. Denn der heutige Mensch strebt ein wesentliches Ziel an: Perfektion. Die Modeindustrie gibt uns die ideale Schönheit vor und unendlich viele Ratgeber haben den einen perfekten Tip für uns, wie wir noch besser und noch effizienter werden. Jeden Tag aufs Neue, um mit der Masse schwimmen zu können, um der Gesellschaft zu entsprechen, um wettbewerbsfähig zubleiben. Aber wieso? Wie konnte es passieren, dass die Psychologie, geboren aus der Philosophie, unser Leben bestimmt? In allen Dingen. Es beginnt schon im Kindergarten: pink für die Mädchen, blau für die Jungs. Andersherum gliche es einem Super-Gau. Wieso ist das so? Dieso wollen wir uns fast schon zwanghaft in eine Schublade steken lassen, indem wir an uns wie Intelligens oder Kreativität messen lassen, was gar nicht in Zahlen auszudrücken ist? Kann ein Eignungstest alles über uns aussagen? Gibt es noch irgendetwas, was wir nicht durch Facebook, Twitter und co in die Welt hinausschreien wollen? Jens Bergmann will mit Der Tanz ums Ich den Ursprung der Psychologie und ihre Entwicklung bis zum heutigen Punkt dem Leser zeigen - ohne dabei ein Studium in diesem Gebiet vorraus zu setzen und mit Fachwörtern nur um sich zu werfen. Trotz der gerinen Seitenanzahl ist der Inhalt kurz und knackig gehalten, aber man spürt beim Lesen ihr Gewicht. Dadurch konnte ich es nicht wie sonst in einem Zug lesen, dafür ist es aber verständlich und man kann dem Flussleicht folgen. Viele Informationen, auch private der diversen Wissenschaftler welche nicht oft in Lehrbüchern stehen, doch das fande ich gerade so wichtig, weil sie oft der Ursprung ihrer Ideen waren. Viel erschreckender waren die Annahmen ihrer Theorien und Testergebnisse der Welt zu ihren Zwecken. Was zuerst als interessante Idee galt, ist heute fast schon eine Horrorborstellung: der Einstellungstest. Durch gewisse Fragen soll unsere Intelligenz gemessen werden, aber was ist, wenn man an diesen Tag nicht so gut ist wie sonst? Wenn man vielleicht (aus welchen Gründen auch immer) ein ganz bestimmtes Thema nicht im Unterricht erklärt bekommen hat? Wie kann man eigentlich tatsächliche Intelligenz messen? Was ist eigentlich Intelligenz? Mehr Fragen als Antworten und heute ist es ein must have seine IQ Zahl zu wissen. Ich kann die Darstellung des Autors verstehen, auch seinen kritischen Blick, denn oft werden die zu Anfangst helfen Theorien für andere Zwecke entfremdet. Alleine schon die ganzen Bereiche der Psychologie lassen es schon vermuten. Das Fach hat sich rasend schnell entwickelt, doch einen Großteil ihrer damaligen Idee konnte wenig gewahrt werden. Die Psychologie ist die Religion unserer Zeit. Dieser Teil der Darstellung ist erfüllt worden, doch einen anderen Teil habe ich vermisst. Durch den Klappentext hatte ich vermutet, dass auch der Grund für unser Handeln erklärt wird, wurde aber da enttäuscht. Warum wir nach Perfektionusmus streben, was schon zu Beginn zum Scheitern verurteilt war. Darauf hatte ich mich am meisten gefteut. Auch habe ich mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob die aller meisten Psychologen, die ihr Fachgebiet um Längen erweitert hatten, hauptsächlich aus Deutschland kamen. Was war mit denen, die in Asien lebten? Oder die aus Afrika und Südamerika? Oder gab es dort niemanden, der sich darüber gedanken gemacht hat? Auch wenn sie vielleicht nicht gerade zu den größten Meilensteinen beigetragen haben, so wird es doch dort auch einige Psychologen geben, die an wichtigen Erkenntnissen geforscht haben. Das hat mich mit der Zeit immer mehr beschäftigt. Fazit: Die Entwicklung der Psychologie wird kompakt und verständlich dargestellt (aus Sicht einer Außenstehenden), jedoch wird auf den weiteren Teil, Der Tanz ums Ich, warum sind wir so wie wir sind, hatte ich mich am meisten gefreut.

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Klingt spannender, als es in Wirklichkeit ist. Ja, es klingt hart. Allerdings habe ich mir von dem Buch anfangs irgendwie mehr versprochen... Was habe ich mir drunter vorgestellt? Eine gute Frage. Vermutlich habe ich durch das Cover erwartet, dass ein studierter Psychologe weniger auf der Geschichte herumreitet und mehr zu der Thematik in der heutigen Zeit erzählt. Vor allem, weil das Cover weniger an ein normales Wissenschaftsbuch erinnert. Vielleicht habe ich gehofft, eine interessante und spannende Wissenschaft vorzufinden, doch alles, was ich zum großen Teil bekam, war Geschichte der Psychologie und wie sie sich bis heute entwickelte. Klar, ist dies wichtig und vor allem dann, wenn man die Entwicklung bis heute verstehen möchte. Nachdem jedoch der vierte oder fünfte Name zum Thema Psychologie gefallen war, wusste ich schon nicht mehr, wer jetzt überhaupt wirklich relevant und wer nur nebenbei erwähnt war. Die Geschichte der Psychologie war für mich anfangs wirklich der Moment, in dem ich zum ersten Mal überlegt habe, ein Buch abzubrechen... doch es komm Erstens anders und Zweitens als man denkt. Hat man diesen Schock überwunden, und ja es war zum Teil wirklich sehr trocken, wurde das Buch richtig interessant. Die kritischen Aussagen untermauert der Autor mit Fakten und Beispielen, die das Ganze veranschaulichen und greifbarer machen. Vor allem interessant war dann, wie die Psychologie durch einzelne Personen verändert und vorangetrieben wurde. Kritisch und ernst, gemischt mit einem Hauch von Humor, war dann das, was mich zum Weiterlesen ambitionierte und mich letzten Endes überzeugte. Denn der Anfang mit der Geschichte der Psychologie war mir persönlich zu "lang" und zu trocken. Jedoch irgendwo notwendig, um die folgenden Argumentationen und kritischen Aussagen letzten Endes vollends verstehen zu können. Abgesehen von diesem Kritikpunkt, hat mir das Buch besonders sprachlich sehr gut gefallen. Psychologen neigen zum Teil dazu, zu viele Fremdbegriffe zu benutzen, die dem otto Normalverbraucher nicht unbedingt geläufig sind. Doch diese Befürchtung blieb unbegründet. Jens Bergmann schafft es, ein relativ trockenes Thema doch interessant und human zu erklären. Der Schreibstil war dementsprechend locker und sehr flüssig zu lesen. Letzten Endes konnte es mich dementsprechend doch noch überzeugen, auch wenn ich mich persönlich anfangs ein wenig durchquälen musste, was vermutlich an der falschen Vorstellung lag, die sich in meinem Kopf festgesetzt hatte...

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Ich selbst studiere auch Psychologie und wollte mich gerne kritisch mit dem Thema auseinander setzen. Das ist mir mit diesem Buch jedoch nicht gelungen. Obwohl ich unterhalten wurde, konnte mir das allgemeine Thema der Psychologie nicht wirklich nahe gebracht werden. In einem sehr überspitzten Abschnitt über die Geschichte der Psychologie, der mit Halbwahrheiten gespickt ist, befasst sich der Autor hauptsächlich mit wirtschaftlichen Themen. Da sehe ich grundsätzlich kein Problem, denn ich bin auch kein Fan von Praxen, die eventuell behaupten sie können alles heilen und den Versprechen vom perfekten Partner per Psychologie. Dennoch ist das eben nicht die ganze Wahrheit. Der Autor versucht die Geldmacherei mancher Firmen mit Forschungen der Vergangenheit gleichzusetzen, aber das ist übertrieben und nicht wirklich kritisch. Der Autor sieht in meinen Augen nur schwarz und geht zu wenig auf alle Gebiete der Psychologie ein. Vor allem sucht er sich einfach ein paar (auch unter Psychologen) kritisch angesehene Verfechter und verallgemeinert ihr Weltbild. Das wäre so wie wenn ich sagen würde: Alle Ärzte sind Pfuscher weil früher der Aderlass als Therapie angesehen wurde. Das Buch an sich ist nicht langwierig aber kreist eben in einer nur kleinen Ansicht der Psychologie herum und kann deshalb von mir nicht wirklich empfohlen werden. Viel zu spät kommt der Satz "Psychologie fasziniert viele Menschen, sie kann hilfreich ein. Es gibt kluge und reflektierte Psychollgen; [...]" (S. 216) der in Bezug gestellt werden sollte zu dem Restlichen besprochenen. Fazit: Ich gebe dem Buch 2 von 5 Sternen. Ich konnte ein bisschen Neues lernen, das Verzeichnis hinten und auch die weiterführende Literatur gefällt mir ganz gut. Dennoch ist mir das Buch an sich einfach nicht reflektiert und auch selbstkritisch genug.

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Psychologie - das ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben des Menschen. Das ist die Religion unserer Zeit. Denn sie gibt Antworten auf Fragen, die uns sehr beschäftigen. Psychologen fühlen sich in allen gesellschaftlichen Sphären für alles zuständig. Sie behaupten Intelligenz messen zu können ebenso wie Persönlichkeit und Kreativität. Sie deuten Emotionen, geben Anleitungen zu glückender Kommunikation und Selbst-management. Sie konstruieren Tests zur angeblich optimalen Online-Partnerwahl, sagen und, wie wir unsere Ehe führen, unsere Kinder erziehen und welche Ziele wir im (Berufs-)Leben anstreben sollen. [...] Als ich dieses Buch in der Hand hielt, habe ich viel erwartet. Allerdings nicht das, was beim Lesen auf mich zukam. Die Psychologie ist breit gefächert und erschließt ein breites Spektrum an Antwortmöglichkeiten. Jens Bergmann geht auf die Probleme ein, unter denen die Psychologie leidet. Dabei hinterfragt er die Psychologie und gibt Anreize zu Fragestellungen, die uns Menschen schon lange bewegen. Durch die Psychologie lässt sich vieles erklären. Allerdings besteht das Grundproblem psychologischen Denkens auch, dass wirklich niemand in den Kopf von jemandem schauen kann. Wie kann es also sein, dass dann trotzdem über Menschen geurteilt und beurteilt wird? "Der Tanz ums Ich" klärt auf eine sehr interessante Art und Weise die Risiken und Nebenwirkungen auf. Dabei geht Bergmann auch auf den Anfang der Psychologie ein. Erzählt von Sigmund Freud, der sich sehr intensiv mit der Tiefenpsychologie beschäftig hat und der Begründer der Psychoanalyse ist. Aufgrund meines psychologischen Vorwissens verstand ich sehr gut um was es sich handelt. Allerdings denke ich, dass einige Leser recherchieren müssen, was sich hinter dem einen oder anderen Begriff versteckt. Die Inhaltsanalyse gibt einen sehr guten Überblick über die Themenfelder. Oftmals habe ich mich verstanden gefühlt und bekam Antworten auf persönlichen Gedanken. War erstaunt über die Perspektive von Bergmann und begeistert, dass jemand auch kritisch hinter die Fassade dieser Wissenschaft blickt. Für dieses Buch muss man sich Zeit nehmen. Auch im Nachhinein beschäftigt man sich noch mit dem Werk und zieht daraus wichtige Erkenntnisse. Der Autor hat einen sehr flüssigen Schreibstil. Seine Aussagen werden mit Belege präsentiert. Diese finden sich in einem ausführlichen Anhang wieder. "Der Tanz ums Ich" von Jens Bergmann wurde im September 2015 im Pantheon Verlag veröffentlicht. Das Buch bekommt 5 von 5 Punkte.

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Psychologen fühlen sich in allen gesellschaftlichen Sphären für alles zuständig. Sie behaupten Intelligenz messen zu können ebenso wie Persönlichkeit und Kreativität. Sie deuten Emotionen, geben Anleitungen zu glückender Kommunikation und Selbstmanagement. Sie konstruieren Tests zur angeblich optimalen Online-Partnerwahl, sagen und, wie wir unsere Ehe führen, unsere Kinder erziehen und welche Ziele wir im (Berufs-)Leben anstreben sollen. [...] Jens Bergmann schildert, was den Reiz dieser Disziplin ausmacht und mit welchen Folgen der Glaube an sie verbunden ist. (Auswahl Klappentext) Mit seinem Buch gelingt Bergmann ein umfassender Bericht zur Geschichte der Psychologie, sowie den Problemen ihrer modernen Form. "Der Tanz ums Ich" enthält nicht nur gut recherchierte Eindrücke zur Geburtsstunde dieser beliebten Wissenschaft und ihrer weiteren Entwicklung im Laufe der Zeit, sondern auch, wie sie uns in unserem alltäglichen Leben beeinflusst. Was ich sehr schätze, ist, dass der Autor seine kritischen Aussagen argumentativ präsentiert und durch Fakten untermauert. Es gibt einfach zu viele Bücher, in denen der Autor willkürlich Anschuldigungen vorbringt, ohne nachweisbare Begründungen. Eine wirklich angenehme Überraschung, da ich aufgrund der deutlichen Kritik in der Buchbeschreibung eben solches "Gemecker" befürchtet habe. Alle Belege und Literaturverweise finden sich im ausführlichen Anhang des Buches. Meiner Meinung nach, ist "Der Tanz ums Ich" eine Pflichtlektüre, wenn man sich mit der Wissenschaft der Psychologie beschäftigt. Ein kritischer Blickwinkel ist absolut notwendig, um auch die Schattenseiten dieses interessanten Themas zu beleuchten, denn sonst läuft man Gefahr mit jedem weiteren Fachbuch in einen bleibenden Zustand des "Nicht-hinterfragens" zu gleiten. Kurzum: sehr informativ, gut recherchiert und augenöffnend - auch für den Laien.

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Psychologen unterteile ich in zwei Gruppen: Die mit dem großen und die mit dem etwas weniger großen Knall. Wahlweise in die, bei denen der Gehirndurchschuss allzu offensichtlich ist und denen, die man etwas länger kennen muss, um dahinter zu kommen, was mit ihnen nicht stimmt. Und das, so muss man es leider sagen, massiv. Bereits an der Uni waren die Psychologiestudenten als diejenigen verrufen, die Psychologie studieren, um sich selbst therapieren zu können. Was natürlich als Kunde so vertrauenswürdig ist, wie zu einem Arzt zu gehen, der Medizin studiert, um sich selbst von einer schweren Krankheit befreien zu können. Kein Mensch würde wohl zu einem Hausarzt mit Tuberkulose gehen, aber bei Psychologen macht man genau das und keiner stört sich daran. Der Autor zeigt sehr gut auf, wie unsere ganze Gesellschaft von dieser recht fragwürdigen *Wissenschaft* durchdrungen ist und welche Auswirkungen dies auf die Partnerwahl, auf das zwischenmenschliche Verhalten, Stichwort Küchenpsychologie, und nicht zuletzt das berufliche Dasein hat: Nicht die Gesellschaft versagt oder der Arbeitgeber, sondern der dann zu therapierende Arbeitnehmer. Er verdeutlicht, wie Mode-Begriffe wie Trauma oder Burn-Out regelgerecht Karriere gemacht haben. Schön auch das Kapitel über gefakte Studien, die niemand in Zweifel zog. Oder, schon oft gelesen, dass die Psychologen lieber bei leichten Fällen Händchen halten und das leisten, was ein wirklich guter Freund ebenfalls leisten könnte, nämlich zuhören. Das ist weniger anstrengend als nicht mit schwereren Fällen herumzuschlagen, was ich allerdings genauso machen würde. Ein wenig übers Ziel hinaus schießt der Autor, wenn er behauptet, es gäbe keine vererbbaren Geisteskrankheiten, was sowohl Fallon, an dem er sich abarbeitet, wie auch Benecke in *Sadisten* anderes belegen. Fazit Das Buch zeigt sehr gut die Fallstricke einer Durchpsychologisierung unserer Gesellschaft auf.

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