Leserstimmen zu
Anna und Armand

Miranda Richmond Mouillot

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Mit ihrem Debütroman ist der amerikanisch stämmigen Autorin Miranda Richmond Mouillot meines Erachtens ein Geniestreich gelungen! Denn sie schafft es, drei Biographien miteinander zu verknüpfen. Mich persönlich faszinieren Bücher, die auf wahren Begebenheiten beruhen immer besonders. Allerdings habe ich noch nie eine Geschichte oder Biographie gelesen, die in dieser Form geschrieben wurde. Wollte Miranda Richmond Mouillot ursprünglich nur der verlorengegangenen Liebe ihrer Großeltern Anna und Armand nachspüren und diese zu Papier bringen, erzählt sie uns letztendlich auch ihre eigene Lebensgeschichte, indem sie auf sehr spannende Weise von ihren Recherchen nach den Lebenswegen der beiden Großeltern, die größtenteils getrennt verliefen, berichtet. Anna und Armand, die sich in den 1930er Jahren in Frankreich begegnen, sind beide Juden, genau wie ihre Enkelin Miranda. Anna emigrierte allerdings einige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg mit ihren beiden Kindern nach Amerika, wo auch Miranda als ihre Enkeltochter aufwächst. Armand hingegen bleibt in Europa. Da es aus Sicht der kleinen Miranda keinerlei Kontakte und offensichtliche Berührungspunkte zwischen den beiden Großeltern gibt, ist sie sehr erstaunt, als sie zu begreifen beginnt, dass die beiden einmal verheiratet waren. Sie ist dermaßen fasziniert von dieser Erkenntnis, dass zwei so verschiedene Menschen einmal ein Liebespaar gewesen sein könnten und gleichzeitig davon überzeugt, dass es einmal eine sehr tiefe Liebe zwischen Ihnen gegeben haben muss. Und dieser spürt sie von da an immer wieder und immer intensiver nach, bis sie quasi ihr ganzes Leben diesen Recherchen widmet. Die Sprecherin Anna Thalbach ist ein echter Profi und gibt jedem Charakter seine eigene Note. Vor allem Anna, die bis zu ihrem Lebensende ihren starken Akzent mit dem rollenden „R“ beibehält, wirkt sehr akzentuiert, aber authentisch. Anna hat einen sehr eigensinnigen, selbstbewusst mutigen Charakter und tritt als starke, keinen Widerspruch duldende Persönlichkeit auf. Für Miranda ist sie eine sehr prägende Bezugsperson, die in ihrer eigenen Widersprüchlichkeit mit abergläubischen Gedanken und gleichzeitiger Weltoffenheit geradlinig immer sie selbst bleibt: "Als ich auf die Welt kam, knotete mir meine Großmutter ein rotes Band um das linke Handgelenk, um den bösen Blick abzuwehren. Sie wusste, was vor und was hinter mir lag, und obwohl sie fest an Glück und die Zufälle des Schicksals glaubte, wollte sie bei mir, ihrem einzigen Enkelkind, kein Risiko eingehen." Ebenso gefällt mir Anna Thalbachs Interpretation der recherchierenden und ausgleichenden Miranda, die eher sanftmütig vermittelnd ist und von ihren Großeltern auf die ihnen eigene Art ständig auf harte Geduldsproben gestellt wird. Auch Armand ist ein starker Charakter, der zunächst durch seine pedantische Art und seinen Hass gegenüber Anna, die er gegenüber Miranda nie beim richtigen Namen nennt, auffällt. Während Anna den Krieg immer als Universität ihres Lebens bezeichnet, blickt Armand eher pessimistisch zurück. Er wirkt eher verschroben, aber auch sehr belesen und tiefgründig. Bis kurz vor dem Schluss bleibt unklar, ob die Enkelin Miranda das Geheimnis um Liebe und Trennung der beiden vollständig lüften kann. Das und die Schilderungen ihrer eigenen Reise und Entwicklung geben der eigentlich eher ruhigen Story einen spannenden Touch, der mich neugierig in der Geschichte hielt. Denn mühsam erkämpft Miranda sich Puzzleteil um Puzzleteil aus der Lebensgeschichte der beiden. Hierbei erzählt die Ich-Erzählerin aber dermaßen involviert, dass ich emotional komplett eingebunden wurde. Ich musste lachen und weinen, fand mich im „alten“ Frankreich der Großeltern und im „neuen“ der Enkelin, fühlte ebenso Verzweiflung wie Hoffnung. Kurz, ich war von der Geschichte gefangen. „By the way“ erfahren wir auch interessante geschichtliche Aspekte über zwei Juden im Frankreich des zweiten Weltkrieges sowie über die dem Krieg folgenden Nürnberger Prozesse aus ganz besonderer Perspektive. Fazit: Nicht nur eine, sondern drei wahre Geschichten, die unter die Haut gehen - unvergleichlich gut im Hörbuch interpretiert. Ein absolutes Hörvergnügen mit Ruhe, Spannung und Tiefgang.

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Ich war gefangen von diesem Hörbuch. Gefangen von der unvergleichbaren Stimme von Anna Thalbach, die mich mitgerissen hat, mir Tränen entlockt hat und mich auch zum Schmunzeln gebracht hat. Die Geschichte von Anna und Armand. Ihre Liebe hat den Krieg überlebt, wo sie lange Zeit getrennt lebten. Als endlich Frieden einkehrt, überdauerte diese Liebe noch 5 Jahre. Dann verlässt Anna Armand und sie wechseln nie wieder ein Wort miteinander. Miranda, die Enkelin, versucht hinter das Geheimnis ihrer Großeltern zu kommen. Versucht herauszufinden, was die Großeltern damals verband und warum ihre Ehe in die Brüche ging. Es ist eine Reise in die Vergangenheit. Miranda Richmond Mouillot hat mich mit ihrem Buch sehr bewegt. Sie ist die Enkelin von Anna und Armand und sie möchte wissen, warum ihre Großeltern so zerstritten sind. Dabei stößt sie auf scheinbar unüberwindbare Mauern, denn ihre Großeltern erzählen nicht viel von ihrer Beziehung. Die Großmutter wechselt immer schnell das Thema und erzählt vom Krieg und wie sie ihn überlebt hat und der Großvater blockt das Thema kategorisch. Doch Miranda möchte ihre Familiengeschichte erfahren und verfolgt die Hinweise. Sie schreibt Briefe mit ihrer Großmutter, spricht mit ihrem Großvater. Und gerade durch die Briefe und Gespräche mit ihrer Großmutter, lernt sie einiges. Sie erfährt die Umstände des Krieges und durch die Großmutter lernt sie, dass man nie die Hoffnung aufgeben sollte. "Anna und Armand" ist ein ruhiges Buch, ein Buch, dass das Leben zweier Menschen beschreibt. Und mit Anna Thalbach ist es als Hörbuch perfekt umgesetzt. Besonders gut gefiel mir ihre Interpretation von Anna. Mit dem Dialekt hat sie Anna wieder zum Leben erweckt. Die Stimme von Anna Thalbach ist so vielfältig. Sie hat das Buch mit so viel Gefühl gelesen, dass ich an manchen Stellen Gänsehaut hatte. Miranda Richmond Mouillot hat die Geschichte ihrer Großeltern niedergeschrieben, so wie sie diese von ihnen erfahren hat. Sie bewegt sich in der Vergangenheit und in der Gegenwart, als sie begonnen hat das Buch zu schreiben. Es ist manchmal ein wenig ohne Zusammenhang, aber es ist mit viel Gefühl und Respekt ihren Großeltern gegenüber geschrieben worden.

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Katharina Thalbach, die ich überaus schätze, brachte mich mit der ersten CD fast zum Weinen, so berührte sie mich. Sie liest mit einer Tiefe und Wandlungsfähigkeit, die ich selten so erlebt habe. Dazu habe ich mich sofort in ihre Interpretation von Anna verliebt, die sie mit einem Dialekt liest, dass man meint, sie hätte nie anders gesprochen. Daran erkennt man den Profi Thalbach. Ich liebte die ersten beiden CDs, danach verliert sich die Geschichte, wie die Autorin sich beim Aufschreiben ihrer autobiografischen Informationen verliert, weil sie die Frage, ob ihre Großeltern durch die Liebe verbunden waren und warum sie diese verloren haben, nicht gänzlich beantworten kann und das Ganze für sie ein Mysterium bleibt. Darin liegt - meines Erachtens - die Schwierigkeit, denn die Intention ist sehr früh klar und trotzdem stochert die Enkeltochter Miranda in der Vergangenheit herum, vermischt diese Recherchen mit Geschehnissen aus ihrem eigenem Leben und verliert sich und ihre Idee dabei. Da kann Katharina Thalbach leider auch nicht viel daran ändern, denn sie liest nur, was die Autorin produziert hat. Das tut sie bis zum Ende wunderbar, jedoch verliert sich die änfängliche Faszination meinerseits mit der Geschichte. Allerdings gefällt mir der Ansatz trotzdem sehr gut, denn die Enkeltochter zeichnet ein realistisches Bild zweier verlorener Seelen, die sich einst liebten, deren Liebe die Nachkriegswehen trotz eines gemeinsamen Nestes in Frankreich jedoch nicht überstand und beide beschlossenen getrennte Wege zu gehen. Warum das so war, erfährt die Autorin nicht. Als Leser/Hörer mag man vermuten, dass sie Großmutter, also Anna die treibende Kraft war, denn sie ist Zeit ihres Lebens sehr fortschrittlich und emanzipiert gewesen. Sie strebte immer nach dem MEHR in ihrem Leben und ich konnte sie mir nicht als Matriarchin in Frankreich vorstellen. Ein Hörbuch, dass sich allein schon wegen Katharina Thalbach lohnt, in dessen Zenrum eine Frau steht, die über 90 Jahre alt wurde und in ihrem Leben und Streben fest verwurzelt war.

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Anna und Armand überleben nur mit knapper Not den Zweiten Weltkrieg. Nur wenige Jahre nachdem sich die beiden ein altes Steinhaus in Südfrankfreich gekauft haben, trennen sie sich. Anna nimmt die Kinder mit und ab da reden die Beiden nie wieder ein Wort miteinander. Miranda die Autorin und Enkelin der Beiden, begibt sich auf die jahrelange Suche nach der Lösung dieses Rätsels und taucht immer tiefer in die Geschichte ihrer Familie ein. Dieses Buch hat mich wirklich stark bewegt... Miranda erzählt in ganz leisen Tönen die Geschichte ihrer Großeltern Aber gerade dieser Schreibstil bewegt. Es ist keine Geschichte voller Spannung, aber eine Geschichte wie der Krieg sie schrieb. Anna wie auch Armand überleben den Krieg, die Vertreibung und auch den Holocaust nur mit Glück. Sie haben zusammen so viel erlebt und erlitten. Jeder kennt (oder sollte es zumindest) die Geschichten über die Grausamkeiten und die Unmenschlichkeit dieser Zeit. Miranda Richmond Mouillot beschreibt diese Zeit sehr lebendig und "lebensnah" ohne ins Detail zu gehen. Mir hat es aber vieles näher gebracht... Es gibt keinen großen Paukenschlag am Ende, der alles wieder gut macht... Es gibt kein Happy End... Und so bleibe ich sehr nachdenklich zurück., denn Vertreibung und Menschlichkeit sind immer ein aktuelles Thema, dem wir uns stellen sollten... Anna Thalbach's Stimme passt hier wieder ganz wunderbar! Ich gebe 4,5 von 5 Sterne

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