Leserstimmen zu
Jede letzte Nacht mit dir

Luisa Valentin

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Der Klappentext lässt die ganze Geschichte schon erahnen. Das finde ich gar nicht schlimm. Manchmal will man Geschichten, dessen Ausgang man schon kennt. Nichts neues, einfach etwas, das man genießen kann und das vorhersehbar ist. Genau das bekommt man hier. Ich habe von Luisa Valentin schon „Ich liebe dich … und dich“ gelesen und war ganz begeistert. Der Schreibstil ist unkompliziert und die Geschichte war toll. Hier war der Schreibstil auch sehr angenehm, jedoch muss ich gestehen das ich mich zwischendurch immer wieder gelangweilt habe. Es waren nur kurze Abschnitte nach der Hälfte des Buches, aber immer wieder dachte ich: „Die Hälfte des Buches war toll und man hätte sie beenden sollen“. Es gab immer wieder ein hin und her. Nach diesen kurzen Momenten dieser Gedanken gab es allerdings immer wieder etwas das spannend oder unterhaltsam war. Daniel Lester ist 33 und hat seine Frau bei einem tragischen Unfall verloren. Da er sich schuldig fühlt, verwehrt er sich auch drei Jahre nach dem Tod eine weitere Liebe und denkt, er hat den perfekten Plan dafür. Für eine Feier seines Onkels engagiert er deshalb eine Schauspielerin, die seine Verlobte spielen soll. Tatsächlich ein guter Plan. Die Schauspielerin ist vergeben und somit so oder so keine Gefahr. Sie ist nicht einmal sein Typ und hat sie deshalb erwählt. Aber ist es kein Spiel mit dem Feuer, wenn man tagelang ein Liebespaar spielt? Kann aus diesem Spiel nicht sogar ernst werden, wenn man so nah beieinander ist und sich auf einer Wellenlänge befindet? Ich denke schon. Sie stehen aufeinander, aber wollen sich nicht zu Nahe kommen. Es war einfach viel hin und her. Natürlich gibt es das auch im echten Leben und ist nicht unbedingt unglaubwürdig, aber hier hat es mich tatsächlich gestört. Und dafür das alles ausführlich durchgekaut wurde im ganzen Buch, war mir das Ende zu abgehackt. Trotzdem würde ich immer wieder ein Buch der Autorin lesen, da sie einen schönen Schreibstil hat und ich ihre Geschichten mag.

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Marla Patry ist 26 Jahre alt und Schauspielerin aus München. Sie lebt mit ihrem Freund Mika zusammen, der ebenfalls Schauspieler ist. Während Mika sich vor Engagements nicht retten kann, ist Marlas Typ weniger gefragt. Als Sandra-Bullock-Look-a-like wird sie, wenn überhaupt, nur für kleinere Rollen besetzt. Da verlockt ein neuer Auftrag ihres Agenten Richard: Für 10.000 € soll Marla an einem verlängerten Wochenende in die Rolle der Lisa Brenner schlüpfen und die Verlobte für Daniel Lester mimen. Daniel Lester hat vor drei Jahren bei einem Bootsunglück auf Mallorca seine Ehefrau Silvia verloren und lässt seitdem keine Frau mehr näher an sich heran. Bis auf One-Night-Stands hat er kein Interesse an Frauen und schon gar nicht an einer Beziehung. Seine Familie sieht dies anders und versucht ihn zu verkuppeln, weshalb er bei einer Geburtstagsfeier von Onkel Peter Lisa präsentieren möchte. Da es in der Beziehung zu Mika kriselt, hat Marla keine Skrupel, das Angebot anzunehmen. Sie spielt ihre Rolle perfekt, hat allerdings nicht damit gerechnet, tatsächlich mehr für Daniel zu empfinden. Dieser besteht jedoch auf die Einhaltung des Vertrages, was eine Trennung nach dem Wochenende in London vorsieht. Doch auch ihn hat die Leidenschaft für Marla gepackt, aber er möchte an seinem Versprechen festhalten, nie mehr eine andere Frau als Silvia zu lieben. Als sich Marla und Daniel auf einem Weihnachtsmarkt in München begegnen, ist das Feuer au London neu entfacht und es beginnt ein Spiel, bei welchem Marla bereitwillig mit anderem Namen und Perücke in andere Rollen schlüpft, um immer wieder aufs Neue eine Nacht mit Daniel verbringen zu können. Während die körperliche Anziehung zwischen Marla und Daniel sehr anschaulich und ausführlich beschrieben wird und Marla sich regelrecht für Daniel prostituiert, indem sie sich an verschiedene Trefforte locken lässt, vermisste ich durchweg eine emotionale Verbindung zwischen den beiden. Marla steht zwar zu ihren Gefühlen und trennt sich nach ihrer Ankunft aus London direkt von ihrem Freund und auch Daniel redet sich ein, dass sein Interesse für Marla nur körperlicher Natur ist, auch wenn sie von Typ eine ganz andere als seine verstorbene Frau ist. Ihre Gefühle für einander konnte ich aber nach dem kurzen Kennenlernen und der wenigen Zeit, die sie miteinander verbrachten, nicht nachvollziehen. Auch wenn mir bewusst war, dass der Roman erotische Inhalte enthält, fand ich es sehr schade, dass die prickelnde Erotik zwischen Marla und Daniel über weite Teile das einzig verbindende Element blieb. Der Roman zog sich für mich in die Länge, da die Nächte stets nach demselben Schema abliefen. Zudem wurden beide Charaktere immer unglaubwürdiger für mich. Daniel besteht auf seinem Pakt gegenüber seiner Frau, dass er immer nur eine Nacht mit einer Frau verbringen darf und betrügt sich selbst, indem er sich mit Marla in unterschiedlichen Rollen trifft. Marla wirkt einfältig, verkauft ihren Körper an Daniel und lässt sich auch nach London noch mit Aufenthalten in luxuriösen Hotels und teurer Bekleidung locken. Daniel dagegen betont, wie sehr er seine Frau geleibt hat, seine Gedanken kreisen jedoch nur noch um Marla. Das vorhersehbare Ende kommt nach langem Hin und Her dann plötzlich ganz schnell, als es Daniel am Grab von Silvia wie Schuppen von den Augen fällt, dass seine verstorbene Frau gewollt hätte, dass er glücklich ist. Die Idee hinter dem Roman hat mir gefallen, ich vermisste allerdings die Romantik in dieser Liebesgeschichte und eine tiefere emotionale Verbundenheit der beiden - auf mich leider wenig sympathisch wirkenden - Protagonisten.

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Marla und Mika sind SchauspielerInnen und zusätzlich ein Pärchen. Die KollegInnen nennen sie liebevoll M&M. Aber während Mikas Karriere voranschreitet, stockt die von Marla und beeinflusst die Beziehung negativ. Als Marla das Angebot bekommt, für sehr viel Geld, vier Tage lang die Verlobte eines Unternehmers zu spielen, sagt sie aus einer Mischung aus Trotz und Hoffnung doch noch als Schauspielerin durchzustarten, zu. Daniel Lester hatte seit dem Tod seiner Frau, keine Freundin mehr. Er hat sich selbst geschworen keine Beziehung mehr zu einer Frau einzugehen. Um sich nervige Kommentare der Familie vom Leib zu halten, engagiert er Marla als Begleiterin. Womit aber weder Marla noch Daniel rechnen – sind ihre Gefühle. Pretty Woman trifft ihren Traummann – so kann man den Roman “Jede letzte Nacht mit dir” beschreiben. Eine erfolglose Schauspielerin und ein Unternehmer, der sich die Trauer um seine Frau verbietet, treffen einander und verstricken sich im Karussell der Liebe. Ein flüssig geschriebenes Buch, das sich schnell weg liest ohne dabei wirklich etwas in den LeserInnen auszulösen. Die Charaktere der ProtagonistInnen bleiben farblos, handeln den gängigen Stereotypen folgend und wirken eher wie eine homogene Persönlichkeit als unterschiedliche Personen. Über einige Kapitel unterhält die Geschichte durchaus, allerdings ist das Ende schon im ersten Viertel absehbar und der Kunstgriff ab der Hälfte schadet der Glaubwürdigkeit des Plots mehr als es ihm nützt. Leider konnte mich auch das Ende nicht überzeugen, denn es setzt voraus, dass sich beide ProtagonistInnen innerhalb weniger Tage komplett verändern und sich in einem perfekten Umfeld bewegen. Ein seichtes Sommerbuch für ein paar kurzweilige Stunden.

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Das Cover von „Jede letzte Nacht mit dir“, in dessen Mittelpunkt eben jener Titel des Romans steht, hat mich sofort angesprochen, obwohl die Farbkombination aus blau und orange doch eher gewöhnungsbedürftig ist. Ich mag den Mix der Schriftarten und den Scherenschnitt des Paares in der unteren Hälfte des Bildes – alles zusammen ergibt eine schöne Einheit. Der Titel passt außerdem hervorragend zum Inhalt und macht neugierig auf eine scheinbar komplizierte Liebesgeschichte. Das Covermotiv wiederum orientiert sich im Design an Luisa Valentins erstem Roman „Ich liebe dich…und dich“. Bei diesem Roman war es vor allem der Titel, der mich neugierig gemacht hat, da er eine spannende und scheinbar komplizierte Liebesgeschichte verspricht und die Story damit genau in mein Beuteschema passt. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir durch Luisa Valentins einfachen und authentischen Schreibstil nicht schwer. Man ist als Leser sofort in das Leben der Protagonistin Marla eingetaucht, obwohl die Autorin auf die in Liebesromanen oft übliche Ich-Perspektive verzichtet. Sie lässt einen allwissenden Erzähler überwiegend mit dem Fokus auf Marla, in einigen Kapiteln aber auch mit dem Fokus auf Daniel berichten, was eine schöne Abwechslung beim Lesen bietet und es zudem erleichtert, auch dessen Handlungen besser nachzuvollziehen. Der Schreibstil war für meinen Geschmack manchmal zu einfach und oberflächlich und die Kapitellänge extrem kurz (insgesamt 69 Kapitel). Dem Lesefluss hätten längere Kapitel vermutlich gut getan. Andererseits kann man so natürlich immer wieder problemlos nach 10 Minuten eine Lesepause einlegen. Außerdem hätte ich mir beim Schreibstil ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Gleiches gilt für die Charaktere, die doch eher Stereotypen entsprechen: das arme Schauspieler-Mädchen, das kein Engagement ergattern kann und der attraktive, reiche Unternehmer mit der dunklen Seele… Dafür haben mir wiederum die Beschreibungen der erotischen Szenen, die keine unbedeutende Rolle spielen, wie der Titel schon andeutet, ausgesprochen gut gefallen: Mit geschmackvollen Worten räumt die Autorin diesen Szenen genügend Platz in der Geschichte ein, ohne dass man das Gefühl hätte einen erotischen Roman zu lesen, aber man trotzdem das Prickeln spürt, das auch die Protagonisten bei eben jenen Handlungen verspüren. Insgesamt ist sowohl der Handlungsverlauf als auch das Ende ziemlich vorhersehbar. Auf eine überraschende Wendung hofft man leider vergeblich. Mein Fazit: „Jede letzte Nacht mit dir“ ist ein unterhaltsamer Liebesroman, der vor allem durch geschmackvolle erotische Szenen besticht, dem es aber an spannenden Charakteren und an überraschenden Wendungen mangelt. Ich habe die knapp 500 Seiten schnell und gern gelesen, trotzdem ist es aufgrund der vorhersehbaren Geschichte kein Roman, der im Kopf bleibt.

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