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Melanie Raabe: DIE WAHRHEIT

DIE WAHRHEIT Blick ins Buch

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Paperback, Klappenbroschur ISBN: 978-3-442-75492-2

Erschienen: 29.08.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Die Wahrheit

Von: Marlon - Die Buchblogger Datum : 01.08.2017

diebuchblogger.wordpress.com

Ich hatte „Die Wahrheit“ schon fiebrig erwartet, nachdem ich „Die Falle“ beendet hatte und unbedingt mehr von dieser Autorin lesen musste. Und ich wurde nicht enttäuscht: Nach einem relativ holprigen Start, der größtenteils dazu dient, Sarahs Welt zu erläutern und ihre Strukturen darzustellen, geht es auf einmal los und bleibt von da an spannend: Schon bei ihrem ersten Treffen, wirkt „Der Fremde“ komisch und Sarah sagt sofort, dass dies nicht ihr Mann ist. Natürlich hat man als Leser keine andere Möglichkeit, als ihr da zu glauben und so entwickelt sich schnell ein Konstrukt rund um die Fragen: Wer ist der Fremde?, Was will er?, Wo ist ihr richtiger Mann? und Hat Sarah vielleicht doch etwas mit seinem Verschwinden zu tun? – Denn das ist, wo der Fremde Zweifel sät. Zwischendurch erhält der Leser nämlich immer wieder Kapitel aus der Sicht des Fremden. Zuerst ist es schon krass, wie durchdacht und kalt er alles geplant zu haben scheint. Es ist eschreckend, wie unberechenbar er handelt. Es stellt dar, wie strukturiert und gleichzeitig verzweifelt er vorgeht und selbst manchmal Angst vor Der Frau hat, wie er Sarah nennt. Er hat seinen eigenen Stil zu Reden und zu Schreiben, abgehakter, kürzer, wie in Befehlen und unterscheidet sich ganz von Sarahs Kapiteln, die länger sind und in denen viel mehr auf Details und Feinheiten eingegangen wird. Sarahs Gefühle äußern sich ganz anders und sie schwankt auch viel mehr. Von Trauer zu Angst über Wut bis hin zu Panik, immer wieder durchlebt sie neue Emotionen – und der Leser mit ihr. Und hier kommt der Fremde ins Spiel: Je weiter man in der Geschichte voranschreitet und je mehr man von dem Fremden erfährt – sei es durch Dialoge oder seine eigenen Kapitel – glaubt man immer mehr im Hinterkopf, dass Sarah auch die Kranke sein könnte und sie den groß angelegten Plan verfolgt. Aber sicher weiß man es dann doch nie, denn sie ist eben das Opfer des ganzen und weckt die Angst beim Leser dem „Fremden“ gegenüber.

An sich folgt „Die Wahrheit“ dem gleiche Konzept wie „Die Falle“: Eine Frau, die relativ alleine und zurückgezogen lebt, etwas verändert sich, die neue Bedrohung in Form eines Mannes befindet sich direkt in ihrem Haus, sie schlägt zurück. Nie weiß man, wer wirklich verrückt ist, wer die Gefahr ausstrahlt und so ist es auch hier. Genauso wie in ihrem Debüt zeigt Melanie Raabe, dass sie schreiben kann: Egal ob es drückend-gruselige Horrorszenarien sind, hektische Verfolgungen oder panische Konfrontationen, immer wieder fesselt sie den Leser und schafft es, die Spannung konstant hochzuhalten. Ich finde es immer verwunderlich, mit wie wenigen Ereignissen Melanie Raabe die Spannung doch so aufrecht erhält. Es ist eher eine ruhige Geschichte, die doch durchgehend spannend ist – ganz im Gegensatz zu Büchern von James Patterson zum Beispiel, bei denen eine feurige Explosion und ein blutrünstiges Attentat auf das nächste folgt, ohne wirklich spannend zu sein. Immer wieder kommen neue Probleme auf Sarah zu, immer verrückter wird der Fremde, immer mehr fragt man sich, ob vielleicht nicht doch sie die ist, die allen etwas vorspielt.

Dem Leser wird wieder ein raffiniertes Duell geboten und man merkt, dass sich die Autorin entwickelt – zum guten. Sie geht immer mehr in Richtung Thriller und weiß immer mehr, die Feinheiten noch mehr aus den Dialogen und Gefühlsregungen der Charaktere herauszuholen – ohne dabei „Die Falle“ groß in den Schatten zu stellen. Trotzdem würde es mir gefallen, wenn Raabe mehr aus ihren Plot-Twists machen würde. Oft baut sie diese einfach nebenbei in Dialoge ein, wodurch ihre Schlagkraft gemindert wird. Dies kann man natürlich als ein Stilmittel betrachten, aber ich glaube, dass es den Büchern noch sehr viel besser ergehen würde, wenn sie öfter mal aus einem Plot-Twist auch einen Cliffhanger machen würde. Ansonsten hat mir das Buch sehr gefallen und mir richtig Spaß gemacht, zu lesen.
Ein Katz-und-Maus-Spiel dessen Bedrohungen sich mit jeder Seite mehr entwickeln und mit jedem Kapitel mehr Spannung entfaltet. Sehr gelungen! – 4/5 Sterne

©Marlon

Was ist ,,Die Wahrheit"?

Von: Curin Datum : 08.04.2017

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Curin/

Seitdem ihr Mann nach einer Geschäftsreise in Kolumbien spurlos verschwunden ist, zieht Sarah den gemeinsamen Sohn Leo alleine groß. Doch dann, nach sieben ungewissen Jahren, bekommt sie die Nachricht, dass Philipp befreit wurde und nun zu ihr zurückkehrt. Am Flughafen soll sie ihn wieder treffen, aber dann steigt ein fremder, ihr unbekannter Mann aus dem Flugzeug, den sie noch nie gesehen hat. Was will dieser Mann von ihr und was ist mit Philipp?
Nach Melanie Raabes Debüt ,,Die Falle" war ich sehr gespannt auf ihr neues Werk ,,Die Wahrheit" und wurde auch diesmal nicht enttäuscht. Wieder schafft sie es, durch eine realistische Situation ein gewisses Grauen und Unbehagen zu erzeugen und die Spannung bis zum Ende ganz oben zu halten. Die meiste Zeit wird die Handlung aus der Perspektive von Sarah geschildert. Sie ist eine äußerlich starke, aber innerlich sehr labile Person, die die Routine liebt. Schon früh wird dem Leser vermittelt, dass sie ein Geheimnis hat. Häufig wusste ich als Leserin nicht, ob ich ihr wirklich alles abnehmen kann. Der Fremde dagegen wirkt sehr kalkuliert und gewaltbereit gegenüber Sarah. Erst nach und nach merkt man, dass auch er unter einem hohen Druck steht und nach einer bestimmten Wahrheit sucht.
Melanie Raabe hat einen sehr angenehmen und gut lesbaren Schreibstil. Sie versteht es, immer wieder neue Spuren zu legen, um den Leser zu verwirren und im nächsten Augenblick völlig zu überraschen. Allerdings konnte sie diesmal nicht alles hundertprozentig nachvollziehbar und logisch auflösen. Dennoch war ich mit dem Ende zufrieden und von dem Buch insgesamt begeistert.
Wer Thriller liebt, die unvorhersehbar sind und einen immer wieder überraschen, der ist bei ,,Die Wahrheit" genau richtig.

Der Fremde daheim

Von: wal.li Datum : 14.03.2017

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Die 37jährige Sarah hat sich mit ihrem Sohn in ihrem Leben eingerichtet, dass so ganz anders geworden ist. Ihr Mann Phillip verschwand vor sieben Jahren während einer Geschäftsreise nach Südamerika. Und nun bekommt sie plötzlich die Nachricht, ihr Mann sei wieder aufgetaucht und werde mit dem nächsten Flug wieder in Hamburg ankommen. Sarah ist sehr unsicher, wie sie die Nachricht aufnehmen soll. Eigentlich ist es eine Freude, doch als sie ihrem Mann am Flughafen abholen soll, sieht sie einen Fremden. Einen Fremden, der ihr auch noch droht, ihn ja nicht auffliegen zu lassen. Sarahs Leben gerät zu einem Albtraum.

Man stelle vor, das Leben läuft wieder ganz gut. Der schwere Verlust ist langsam überwunden, man möchte nach vorne schauen. Und dann die Nachricht, mit der nach der langen Zeit nicht mehr zu rechnen war und das Entsetzen als ein Fremder vor einem steht. Einer, der einfach behauptet, der eigene Mann zu sein. Dieser Unglaube, der langsam im Gehirn verarbeitet werden muss. Als ob die Realität leicht verschoben ist. Irgendwie ist alles wie es sein soll, aber irgendwie fühlt es sich zehn Zentimeter daneben an. Sarah hat Angst vor dem Fremden, was will er in ihrem Leben.

Sehr spannend aus Sicht Sarahs und des Fremden geschildert, zeigt sich nach und nach ein Bild von einem Ehepaar, das mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Fast schien es als sei das Losungswort vergessen. Wie geht man mit der Situation um, plötzlich einen Fremden im Haus zu haben. Jemanden, den man nicht einfach wieder los wird, es ist ja angeblich der eigene Mann. Mit leichter Hand geht die Autorin ein furchteinflößendes Dilemma an. Sie versteht es, die Phantasie anzuregen, über Sarahs Geschichte, die des Fremden und die einer Ehe. Man verschlingt die Seiten in Erwartung eines fulminanten Finales. Doch gerade als man eine spektakuläre Auflösung in Reichweite glaubt, präsentiert sich ein eher normales Ende, welches zwar etwas enttäuschend wirkt, schließlich aber genau dadurch doch wieder überrascht.

Ein feinfühliges Psychogramm einer Zweifelnden

Von: Wolfgang@BücherKaffee Datum : 12.03.2017

www.buecherkaffee.de

Ein Mann kommt nach Hause, und seine Frau erkennt ihn nicht mehr. Umgekehrt ist die panische Reaktion verständlich, denn der Fremde, der sich der Protagonistin vertraulich nähert, ist nicht jener, den sie geheiratet hat. Was ist hier los?

Diese Ausgangssituation haben Poznanski und Strobel jüngst zu einem Thriller mit dem Titel "Fremd" verarbeitet. Die kritischeren Rezensenten sind sich weitgehend einig: Die Ausarbeitung wird dem Potential des Stoffes nicht gerecht, zu naiv agiert die weibliche Hauptfigur, zu ratlos wirkt die Entwicklung des Plots, zu sehr an den Haaren herbeigezogen wirkt die Auflösung.

Melanie Raabes zweiter Roman wirkt nun, als hätte sie sich diese Kritik zu Herzen genommen und die Geschichte von Grund auf neu entworfen. Sie verzichtet auf seltsame Verschwörungstheorien und leinwandtaugliche Actionszenen, die beim deutsch-österreichischen Autorenduo den Eindruck erwecken, damit sollte Ratlosigkeit überbrückt werden. Raabe nutzt ihre Geschichte vielmehr wie ein Gelenk, mit dem sie den Bewegungsspielraum in alle Richtungen auslotet, ohne es unnatürlich zu verdrehen. Mit einer einer neuen Information ändert auch die Grundannahme, auf der die Geschichte fußt, schlägt die Handlung eine neue Richtung ein. Raabe achtet dabei auf die Schmerzsignale ihres narrativen Gelenks, um den Rahmen des Glaubwürdigen nicht zu verlassen. Als bewährtes Stilmittel dazu dient ihr das Spiel mit unzuverlässigen Erzählinstanzen. Sorgfältig wird die Glaubwürdigkeit einer jeden Figur infrage gestellt, die Elemente der Geschichte neu arrangiert, sodass am Ende aus den anfangs bekannten Mosaiksteinen ein gänzlich neues Bild entstanden ist.

Anstatt wie in "Fremd" die Größenordnung und damit beinahe auch das Genre zu wechseln, konzentriert sich "Die Wahrheit" ganz auf das Gefühlsleben der Hauptfigur Sarah, erfasst jede Nuance ihrer Stimmungen um so ein authentisches Bild ihres Charakters zu erzeugen, der die Parameter für ihre Handlungen definiert. Was den Roman zudem auszeichnet ist Raabes feines stilistisches Sensorium. Zu Beginn markiert ein neuer Haarschnitt die Zäsur im Leben der Hauptfigur, ein Symbol, das bereits auf dem Cover angedeutet ist.

Dazu heißt es: "Ich beweine meine Haare mit drei großen, stummen Tränen, die zu Boden fallen wie der erste Schnee des Winters." (S. 13)

Die Wahrnehmung der Protagonistin nimmt breiten Raum ein, findet sich doch das Innere im Äußeren gespiegelt. Eine Zäsur, ein Stimmungsumschwung wird etwa folgendermaßen eingeleitet:

"Alles blendet mich. Die Welt sieht anders aus als zuvor. Jemand hat einen Filter über sie gelegt, der alles verändert. Der Himmel ist blauer als zuvor, kobaltblau. Die Blätter an den Bäumen sind neongrün, das Sonnenlicht so hell, daß es mir in den Augen schmerzt (...)." (S. 54)

Und die Dissonanz, die sich mit dem Auftauchen jenes Mannes einstellt, der ihr so fremd erscheint, manifestiert sich folgendermaßen:

"Seine Präsenz hat von meinem Zuhause Besitz ergriffen, es ist wie ein tiefer Ton, den man mehr mit dem Bauch wahrnimmt als mit den Ohren und der macht, daß sich einem alle Körperhärchen aufstellen." (S. 253)

Persönliches Fazit
Melanie Raabes zweiter Roman ist ein feinfühliges Psychogramm einer Zweifelnden, das Wendungen bietet, die den Leser über den Rahmen der Geschichte hinauskatapultieren, aber sicher wieder landen lassen. Letztendlich ist es jedoch die Freude der Autorin am Spiel mit der Sprache, die ansteckt, die den Geist entflammt.

Ein exzellenter Thriller!

Von: Daniel Allertseder | WeLoveBooks Datum : 07.03.2017

welobo.com/

Meine Meinung

Noch nie – und ich wiederhole mich: Noch nie in meinem Leben habe ich einen so ruhigen, aber trotzdem intelligenten und vor Spannung polarisierenden Thriller gelesen! Das erste Buch, welches ich von Melanie Raabe gelesen habe, hat mich mehr als begeistert! „Die Wahrheit“ – eine Story über einen fremden Mann, der sich als Sarahs verschwundener Ehemann ausgibt, und in ihrem Haus Angst und Schrecken verbreitet – war ein Genuss!

Ich war sehr gespannt auf den Thriller von Melanie Raabe, da er sehr viele positive Rezensionen erhalten hat und ich mir selbst eine Meinung bilden wollte. Zu allererst muss ich sagen, dass das Cover sehr gut zum Inhalt des Buches passt, ebenso der Titel – im Prinzip ist das Cover und der Titel aussagekräftiger als der Klappentext, es beinhaltet alles, was im Buch thematisiert wird. Von Anfang an war ich von Frau Raabes Schreibstil überzeugt – schnell, rapide, konkret und diskret! Mir hat sehr gefallen, dass die Autorin die Kapitel in Absätze unterteilt hat und auch die Kapitel relativ kurz waren. Der bildgewaltige aber trotzdem einfache und leicht verständliche Schreibstil trägt zu hundert Prozent zur Geschwindigkeit des Lesens und zum Spannungsaufbau bei! Die Spannungskurve an sich war eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Melanie Raabe versteht, wie man die Herzfrequenz des Lesers in die Höhe steigen lässt; die Story ist wunderbar unterhaltsam und spannend aufgebaut, und wenn erst der Fremde im Haus ist, geht’s richtig los! Sehr gefallen haben mir die schnellen und grandiosen Dialoge, denen ich regelrecht mit offenem Mund gefolgt bin. Die Autorin hat eine große Portion Authentizität mit einfließen lassen, und auch einen Löffel voll Ironie und Sarkasmus konnte ich „rausschmecken“. Durch den Schreibstil und dem grandiosen Spannungsaufbau liest sich das Buch wie ein Hollywood-Actionfilm: Dramatisch, spannend, actionreich, fesselnd! Die bedrückende und überaus mysteriöse Atmosphäre gibt dem Buch eine Art Dramatik, und ich war hin und weg von dem plot-twist, der einem wie eine Faust ins Gesicht gerammt wird! Auch waren die beiden Sichtweisen der Protagonisten sehr gut: Am Häufigsten liest man von Sarah, dann waren immer wieder Kapitel vom fremden Mann dazwischen und zwei Mal sogar die Geschichte aus der Sicht von Philipp, der verschwundene Ehemann. Lügen, Intrigen und falsche Wahrnehmungen spielen hier auch eine große Rolle. Ich habe regelrecht gespürt, wie meine Wut Seite für Seite stieg: Die Autorin spielt gekonnt mit dem Leser – ist der Fremde doch nicht brutal? Ist Sarah schuld an der ganzen Sache? Was hat der Fremde vor? Wo ist Philipp … ein grausames Spiel um die Wahrheit, die wahrlich sensationell konstruiert war! Ich sehe in diesem Buch großes Potenzial für eine Verfilmung!

Fazit

Das Buch war ein wahrer Pageturner, und es fällt einem schwer, das Buch auch nur für eine Minute beiseitezulegen! Ich bin sehr begeistert von diesem äußerst spannenden Plot, und empfehle das Buch jedem weiter, der einen extremen, psychologischen Spannungsroman lesen möchte. Ein unglaublicher Schreibstil, ein gewaltiger Plot und ein so intelligenter Thriller, dass ich gezittert habe, als ich das Buch beendet habe. Bravo, Frau Raabe!

Leseerlebnis der Spannungs-Extraklasse!

Von: Ankas Geblubber Datum : 20.02.2017

www.ankas-geblubber.de

Ich bin immer noch ganz hin und weg von diesem atemberaubenden Psychothriller! Denn das tut er tatsächlich – er raubt einem den Atem. Mir blieb beim Lesen die Luft weg, eine Gänsehaut kroch mir den Rücken hinunter, mir liefen Schweißperlen über die Stirn und ich saß irgendwann aufrecht im Bett, weil die Spannung kaum noch auszuhalten war.

In ihrem zweiten Thriller erzählt Melanie Raabe, international gefeierter Shootingstar der deutschen Spannungsliteratur, Sarahs unglaubliche Geschichte. Von außen betrachtet führt die junge Frau ein perfektes Familienleben, welches von heut auf morgen aufgrund eines schweren Schicksalsschlags zerschlagen wird. Ihr Ehemann Philipp kehrt von einer Geschäftsreise nach Südamerika nicht zurück. Sieben Jahre lebt Sarah in Ungewissheit und kümmert sich allein um ihren kleinen Sohn. Sie gibt nie die Hoffnung auf, dass Philipp irgendwann wieder vor der Tür steht und lehnt vehement ab, ihn für tot erklären zu lassen. Doch sieben Jahre sind eine lange Zeit. Langsam beginnt sie nun doch damit, einen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit zu ziehen und ihr Leben wieder zu leben, bis zu dem Tag, an dem sie einen erlösenden und völlig überraschenden Anruf erhält. Philipp lebt! Er sei seinen Entführern entkommen und wird in Kürze in Deutschland landen. Das Medieninteresse an diesem Wunder ist natürlich groß und so stehen nicht nur Sarah zusammen mit ihrem mittlerweile achtjährigen Sohn am Flughafen, sondern auch haufenweise Journalisten, Fotografen und Kamerateams, die die Ankunft des lang vermissten Familienvaters dokumentieren. Sarahs Herz schlägt bis zum Anschlag, als sich die Flugzeugtüren öffnen, erstarrt aber im nächsten Moment, denn der Mann, der da strahlend auf sie zuläuft, ist nicht Philipp…

Was für eine fantastische Basis. Sie hat so viel Potenzial, zu einer spannenden und nervenaufreibenden Geschichte ausgebaut zu werden und genau das hat Melanie Raabe mit Bravour getan. Sie ließ mich nicht nur in den ständig wirbelnden Strudel der Ereignisse eintauchen, nein, sie ließ mich auch alle Emotionen, die Sarah durchlebt, am eigenen Leib spüren. Die Autorin hat eine ganz besondere Gabe. Mit ihrem fesselnden und sich stets an die jeweilige Situation anpassenden Schreibstil hat sie mich direkt in die Geschichte entführt. Plötzlich lag ich nicht mehr in meinem gemütlichen Bett. Ich lief an Sarahs Seite um mein Leben, verbarrikadierte mich mit ihr in ihrem eigenen Haus und hatte das Gefühl, unsere Herzen sprängen uns gleich aus der Brust. Mal beschreibt Melanie Raabe sehr bildhaft, im nächsten Moment werden ihre Sätze kürzer, bestehen manchmal bloß aus einem Wort. Ich war und bin sehr beeindruckt, wie nah mir die Geschichte kam.

Ein Psychothriller, der völlig ohne Blut auskommt und mir doch das Fürchten gelehrt hat. Er funktioniert komplett auf der psychischen Linie, spielt mit seinen Lesern, lässt sie spekulieren und wirft schließlich doch alles wieder über den Haufen. Ich wusste nicht mehr, wem ich trauen kann und ob Sarah selbst nicht vielleicht die Verrückte ist. Wie ein Durstiger in der Wüste nach Wasser habe ich verzweifelt nach der Auflösung gelechzt. Als es dann soweit war, wurde ich mächtig überrascht, denn damit hätte ich, trotz Thriller-Erfahrung, nicht gerechnet.

Chapeau, Melanie Raabe, zum zweiten Mal! Ich bin schwer begeistert und möchte am liebsten allen Menschen „Die Wahrheit“ in die Hand drücken. Jeder, der diesen Psychothriller nicht gelesen hat, verpasst etwas! Eine großartige Story und ein packender Schreibstil machen dieses Buch zu einem Leseerlebnis der Spannungs-Extraklasse! Unbedingt mehr davon!

Mich hat selten ein Thriller so gepackt, mich in andere Gefühlswelten entführt und mir am Ende Gänsehaut beschert.

Von: Dunkles Kapitel Datum : 09.01.2017

dunkles-kapitel.com

​Was würdest du tun, wenn dein Mann auf einer Geschäftsreise spurlos verschwindet? Versuchen weiterzuleben? Hoffen und beten, dass er zurückkommt? Wie würdest du dich fühlen, wenn deine Gebete erhört werden, und dein vor Jahren verschwundener Ehemann gefunden und nach Hause gebracht wird? Erleichterung, Glück, Freude oder eher ein Gefühl der Angst nach all den Jahren der Ungewissheit, was einem erwartet. Vor allem, und das ist sicher, ein regelrechtes Gefühlchaos. Aber was tust du wenn ein Fremder anstelle deines Mannes kommt und dir keiner Glauben schenkt?


Das war das erste Buch, welches ich von Melanie Raabe gelesen habe, daher hatte ich keine Ahnung was mich erwartet. Ich kenne ihren Schreibstil, ihre Geschichten und Charakterbeschreibungen nicht und ließ mich unvoreingenommen auf den Thriller ein. Ich war von Anfang an gefesselt und war emotional sofort bei den Charakteren. Ein großer Teil der Geschichte wird von Trauer, Mitleid und Hoffnung und auch Glauben geprägt. Die Autorin fuhr sozusagen Achterbahn mit meinen Gefühlen und gab mir immer wieder einen neuen Kick. Ich las das Buch in kürze durch, da ich es keine Sekunde lang beiseite legen wollte. Die Spannung treibt einen in den Wahnsinn, ich war selten so geladen von einer Geschichte und dessen Personen. Wir haben ja alle unserer Vorstellungen wie eine Geschichte weitergeht bzw. zu Ende geht, doch hier ist man einfach nur gefesselt. Ich freu mich schon auf weitere Bücher von Melanie Raabe.

Mich hat selten ein Thriller so gepackt, mich in andere Gefühlswelten entführt und mir am Ende Gänsehaut beschert.

Solider Thriller

Von: Thereadingbabe Datum : 12.12.2016

www.thereadingbabe.jimdo.com

Erneut ein gutes Buch von Melanie Raabe! Das erste hat mir schon gefallen,und beim zweiten wurde ich ebenfalls nicht enttäuscht.
Wunderschöner, bildlicher Schreibstil, vorhandene Spannung und ein gutes und passendes,aber doch auch unerwartetes Ende!
Unbedingt lesen,wenn ihr das erste Buch von ihr toll fandet!

Da sagte die Frau zu dem Fremden: Schön, dass du wieder da bist.

Von: Gisela Simak Datum : 11.12.2016

lese-himmel.blogspot.de/

Da sagte die Frau zu dem Fremden: >>Schön, dass du wieder da bist!<<

Zum Inhalt

Das ist nun das dritte Buch, das ich von der Autorin gelesen habe. Melanie Raabe hat mit >>Die Wahrheit<< ein weiteres Meisterwerk geschaffen.

Die 37 jährige Sarah vermisst seit 7 Jahren ihren Mann. Sie weigert sich, ihn für tot erklären zu lassen. Philipp ist von einer Südamerikareise nicht mehr zurückgekehrt.
Sarah vermutet, dass es sich um eine Entführung handelt. Niemals würde Philipp sie und ihren Sohn einfach verlassen.

Sarah macht mit ihrem Sohn einen Zoobesuch. Da klingelt ihr Handy. Ihr Mann lebt. Ihr Mann wird zurückkommen!

Sarah überlegt, was sie am Flughafen zu ihrem Mann sagen wird. >>Schön, dass du wieder da bist!<<
Die Medien haben Blut geleckt. Sie sind dabei, als der reiche Geschäftsmann aus dem Flugzeug steigt.
Sie sind dabei, als er seine Frau begrüßt. Sie sehen und hören als sie zu ihm sagt: >>Schön, dass du wieder da bist!<<
Sie bemerken nicht, dass Sarah total schockiert ist. Es.ist.nicht.Sarahs.Mann!!!

Meine Meinung

Die Geschichte um Sarah und Philipp hat bei mir viele Fragen aufgeworfen. Ich konnte noch verstehen, dass Sarah Philipp begrüsst hat, als wenn es wirklich ihr Mann wäre. SCHOCK!
Was ich nicht verstehen konnte, dass niemand ihr glaubte, dass es sich nicht um ihren Mann handelt!
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Sarah und Philipp (Fremder) erzählt. Philipps (Fremder) Gedanken machen Angst. Man hat sofort das Gefühl, es mit einem Betrüger zu tun zu haben.

Wie kann jemand die Identität eines Anderen annehmen, ohne dabei entdeckt zu werden? Warum bemerkt kein Mensch diesen Irrtum?
Klar, Philipp war (oder ist er noch?) ein reicher Geschäftsmann, der ziemlich zurückgezogen gelebt hatte. Aber, er muss doch einen Hausarzt, Zahnarzt oder Kollegen gehabt haben, die ihn kannten! Er war ein reicher Geschäftsmann. Müsste der Presse nicht aufgefallen sein, dass dies der falsche Philipp Peterson ist?

Das Katz und Maus Spiel der Beiden raubt einem den Atem. Sarah mit einen fremden Mann im Haus, der sich als ihr Ehemann ausgibt. Sie hat immer wieder Albträume, aus denen sie schweißgebadet erwacht.
Der Fremde und Sarah schlafen kaum noch. Der Fremde und Sarah verlieren langsam aber sicher ihre Kräfte.
Der Schreibstil lässt einen durch die Geschichte rasen. Mit jeder Seite hofft man, der Wahrheit näher zu kommen. Man vermisst eine gewisse Logik!
Da ich den einzigartigen Schreibstil der Autorin bereits kenne, wusste ich, sie führt den Leser erst mal an der Nase herum. Das ist ihr sehr gut gelungen.



Fazit

Ein Schreibstil mit absoluten Erkennungswert und eine Handlung, die den Leser verzweifelt nach der Wahrheit suchen lässt.
Ein Ehepaar, welches einige Geheimnisse hat.
Man spürt die totale Zerrissenheit von Sarah.
Ein Fremder, dessen Absichten dem Leser lange nicht klar werden.
Sarah, die angefangen hat, den Tod von Philipp zu akzeptieren und ein neues Leben in Angriff nimmt.
Ein Fremder, der das nicht zulassen will.
Ob mir das Ende gefallen hat? JA! Meine Fragen wurden beantwortet.
Eine Wahnsinns-Thriller den ich Euch empfehle.
Eine Wahrheit, mit der ich niemals gerechnet hätte.
Die Erkenntnis, dass wir es hier nicht mit den Waltons zu tun haben.

Lieblingszitate aus dem Buch:

>>Was tot ist, ist tot. Was tot ist, empfindet keinen Schmerz. Was tot ist, leidet nicht. Was tot ist, ist unverwundbar.<<(Seite 199)

>>Nichts, was passiert, ist gut oder schlecht. Ereignisse an sich haben keine Bedeutung. Die Bedeutung geben wir ihnen.<<(Seite 159)





Danke Melanie Raabe

Mein Dank geht an den btb-verlag

Was ist schon die Wahrheit ?

Von: Drakonia Datum : 27.11.2016

drakoniasbuecherwelt.blogspot.de/

Melanie Raabe – Die Wahrheit

Erscheinungsdatum: 29. August 2016
Format: Broschiert
Verlag: btb Verlg
Seiten : 448
Preis: 16,00 €
ISBN: 978-3442754922

Klappentext/Inhaltsangabe:
Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …

Meine Meinung:
Die Autorin Melanie Raabe war mir nicht unbekannt. Ich kannte bereits ihr Debüt "Die Falle" und war von diesem schwer begeistert. Deswegen war ich auch auf "Die Wahrheit" gespannt.
Das Cover ist wie "Die Falle" auch eher schlicht. Man sieht eine Auschnitt einer Schulter auf der eine Haarsträhne liegt und einen geringen Teil der Frisur. Das Bild ist in schwarz/weiß gehalten. Herrauschstechend ist der Autorennamen und der Titel. Aber ansonsten ist das Cover einfach gehalten. Ich weiß nicht, ob es mich im Laden angesprochen hätte, ohne Vorwissen.Die Kapitel sind meistens kurz gehalten. Die Autorin hat das Kapitel in zwei Erzählstränge unterteilt. Einmal aus der Sicht von Sarah, der Protagonistin. Diese sind sehr ausführlich geschrieben. Dann noch aus der Sicht des Fremden. Diese Kapitel sind oft sehr kurz und knapp. Der Fremde beschränkt sich auf das wesentliche. Auf seine Aufgabe.
Sarah lebt als alleinerziehende Mutter mit ihrem Sohn Leo in Hamburg. Vor sieben Jahren verschwand ihr Mann Philipp bei einer Geschäftsreise in Kolumbien. Eines Tages erhält sie den Anruf des auswärtigen Amtes mit der Nachricht, dass ihr Mann gefunden wurde. Er lebt. Er kommt zurück. Doch Sarah sieht nicht ihren geliebten Mann, sondern einen Fremden. Einen Betrüger. Merkwürdigerweise weiß dieser fremde Mann der sich als Philipp ausgibt sehr viel über Sarah, Leo und auch über ihre Ehe. Also ob er alles auswendig gelernt hat.
Ich habe etwas gebraucht um in das Buch reinzufinden. Aber dann ging es flott und ich konnte garnicht mehr aufhören zu lesen. Die Spannung bleibt bis zu Ende. Zwischendurch gibt es zwar Kapitel zum durchatmen, aber das gewährt nicht lange. Das Buch ist nicht vorhersehbar.
Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Am Anfang brauchte ich zwar etwas, aber dann konnte ich es garnicht mehr weglegen. Es ist wirklich spannend bis zur letzten Zeit, absolut unvorhersehbar und geht schon sehr auf die Psyche.

5 von 5 Büchern


Anmerkung: "Die Wahrheit" wurde mir vom btb Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank !

Spannend und actionreich

Von: Federzauber Datum : 25.11.2016

federzauber.blogspot.de

Vor sieben Jahren ist Sarahs Ehemann bei einer Geschäftsreise spurlos verschwunden. Mit Mühe hat sie die letzten Jahre versucht mit ihrem kleinen Sohn ohne ihn aufzukommen und ein geregeltes Leben zu führen. Doch jetzt wurde er gefunden und kommt wieder nach Hause. Doch als Sarah ihn endlich sieht, ist es nicht ihr Ehemann!!! Aber wer ist es denn?

Ein Buch, dass mich von der Idee her sehr interessiert hat und mich sehr neugierig gemacht hat, was die Autorin daraus genacht hat.

Mir gefiel auf Anhieb der Schreibstil sehr gut.
Die ersten 100 Seiten gingen recht ruhig zu, um die Protagonistin kennenzulernen und nachzuvollziehen, wie sie mit dem Verlust ihres Mannes nach all den Jahren zurecht kommt.
Ab dem Zusammentreffen des Ehepaars im Flughafen vor der Presse und der Öffentlichkeit, wird das Buch spannender. Im Laufe der Geschichte wird es zunehmend rasanter, beängstigender, actionreicher und verwirrender.
Wer ist dieser Mann? Ein Betrüger? Warum ist Sarah die Einzige, die ihn nicht als ihr Ehemann anerkennt? Ist er es oder nicht?

Ich fand die Umsetzung sehr gut umgesetzt. Es hat mich gefesselt und gepackt. Die Wendungen haben den Leser verwirrt, um ihn wieder auf eine andere Fährte zu schicken und die bisherigen Vermutungen zu verwerfen.

Ein sehr gelungenes Buch, dass mich sehr gut unterhalten konnte. Zwischen Betrug, Wahnsinn, Halluzination oder Psychoterror.
Fand ich sehr gut :-)

Note: 4/5

Klasse

Von: unclethom Datum : 23.11.2016

mundolibris.blogspot.de

Melanie Raabe ist es gelungen nun auch mit ihrem zweiten Thriller vollauf zu begeistern.
Die Figuren erscheinen vielschichtig und sehr bildhaft, so dass es dem Leser erscheint als würde man sie persönlich kennen. Nicht aber kennen im Sinne von gute Freunde, sondern kennen im Sinne von echten Menschen, die man auf irgendeine Art und Weise kennengelernt hat.
Ebenso ist es mit den Schauplätzen die mir vorkamen als wenn ich schon irgendwann einmal dort gewesen wäre.
Geschickt eingefügte Wendungen lassen den Leser zunächst nicht auf die Auflösung kommen, doch je näher man dem Ende kommt umso klarer liegt es auf der Hand. Auch wenn die Auflösung zu erwarten war, ist es nicht so dass es zu offensichtlich ist.
Der Spannungsbogen ist schön gespannt und steigert sich zum Ende hin immer mehr. Das überraschte dann doch, denn eigentlich war ich der Meinung dass das von Beginn an hohe Spannungslevel nicht mehr sehr viel ansteigen könnte.
Von der ersten Seite an war es der Autorin gelungen im Kopf des Lesers gewisse Bilder zu erzeugen, die dann ihr Eigenleben entwickelten und fast wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen sind.
Fand ich den ersten Roman von Melanie Raabe schon wirklich Klasse, konnte sie sich nochmals steigern und so komme ich für diesen Thriller auf 5 von 5 Sternen, sowie eine Leseempfehlung.

Die WAHRHEIT

Von: analog 2.0 Datum : 20.11.2016

www.analogzweinull.de/

Die WAHRHEIT ist für mich das zweite Buch von Melanie Raabe und auch dieses Mal hat sie mich gleich von Beginn ab überzeugt.

Mir gefällt der Schreibstil der Autorin sehr gut, kurze knackige Kapitel und sich abwechselnde Perspektiven, das bringt Schwung in die Geschichte und treibt den Plot in einer einzigartigen Weise voran. Melanie Raabe versteht es den Leser gezielt in die falsche Richtung zu locken. Ich habe dieses Buch verschlungen um endlich an des Rätsels Lösung zu gelangen. Im Gegensatz zu anderen Thrillern würde ich die Sprache als anspruchsvoll beschreiben, lässt sich aber dennoch gut und flüssig lesen. Ihre Beschreibungen sind detailreich und total facettenreich, zugegeben das liegt vielleicht nicht jedem, mir gefällt das aber gut.

Die Charaktere sind meiner Meinung nach sehr dicht und vielseitig beschrieben. Die gesamte Atmosphäre des Buches ist sehr spannungsgeladen, manchmal auch furchterregend und beklemmend. Nachdem das Buch kontinuierlich von einem ordentlichen Spannungsbogen durchzogen war, endet dieser Thriller mit einem wahren Knaller.

Von mir bekommt „Die WAHRHEIT“ dicke 5 Sterne und eine absolut Leseempfehlung. Ein sehr geschickt geschriebener Thriller mit viel Atmosphäre und Spannung.

Was ist die Wahrheit?

Von: Sandra S. Datum : 19.11.2016

www.buchrezicenter.de

Sarah lebt seit sieben Jahren mit ihrem Sohn Leo alleine. Während einer Geschäftsreise nach Südamerika vor sieben Jahren verschwindet ihr Mann Philipp spurlos. Seitdem lebt Sarah in der stillen Hoffnung, Philipp irgendwann wiederzusehen. Als sie eines Tages einen Anruf erhält, dass ihr entführter Mann gerettet wurde und nach Hause zurück kommt, erscheint es ihr mehr als unwirklich.

Mit Leo empfängt sie ihn am Flughafen – und stellt fest, dass der heimkehrende Mann nicht Philipp ist. Mit dieser Feststellung verstört sie ihr gesamtes Umfeld, die nicht verstehen, dass sich Sarah nicht über das Wiedersehen freut und ihren Mann scheinbar nicht erkennt.

“Der Fremde“ scheint ein perfides Spiel mit Sarah zu spielen, nach außen mimt er den verständnisvollen Ehemann, dessen Frau etwas Zeit nach sieben Jahren braucht, zuhause benimmt er sich seltsam und bestärkt Sarah in ihrer Vermutung, dass er anstelle ihres Mannes den alten Platz einnehmen will. Doch Sarah beschließt, dieses Täuschungsspiel nicht mitzuspielen und schmiedet – nachdem sie sich gefangen hat – ebenfalls einen Plan …

Mein Fazit: “Die Wahrheit“ greift eine interessante Geschichte auf: Was macht man, wenn sich ein Fremder im eigenen Haus einnistet und keiner versteht, dass er nicht der ist, den er zu sein vorgibt?
Und was, wenn er noch Schlimmeres vorhat, als sich nur in das eigene Leben einzuschmuggeln?

Die Geschichte – abwechselnd aus Sicht von Sarah und dem Fremden erzählt – baut langsam aber stetig einen großartigen Spannungsbogen auf. Man rätselt lange, um zu überblicken, was der „Fremde“ in Sarahs Leben vorhat. Und hat ein unwohles Gefühl beim Lesen, wer denn nun wen letztendlich niederkämpft. Denn nach einer anfänglichen Ohnmacht der Protagonistin ist diese entschlossen, den Eindringling mit allen ihren Mittel auflaufen zu lassen. Doch der Fremde weiß viel über Sarahs Vergangenheit, das nicht nur Positives. Und nach dieser fast zum Zerreißen aufgebauten Spannung – ist das Ende meines Erachtens eher ernüchternd. Nachvollziehbar, aber leider nicht ganz nach meinem Geschmack.
Trotzdem fühlte ich mich sehr gut unterhalten, obwohl ich mir ein anderes imposanteres Ende gewünscht hätte. Selbstzweifel, Verwirrungen und auch einige interessante Details der Protagonistin kommen an Licht und stehen im Gegensatz zum ungeliebten aufgetauchten Fremden, der scheinbar Böses im Schilde führt.

Ich habe das Buch relativ schnell gelesen, es hat mich gefesselt und fasziniert. Strategisch hat es Ähnlichkeiten mit Melanie Raabes erstem Buch. Daher bin ich auf die nächste Geschichte auf jeden Fall gespannt!

Die Wahrheit

Von: Susanne Diallo aus Berlin Datum : 16.11.2016

Ich habe selten so ein mieses Buch gelesen.Sie wiederholt sich.Es treten Passagen auf,die unnötig sind,also ohne Belang.Ich fand es einfach nur nervig!!
Gott sei Dank habe ich das Buch nur ausgeliehen.....

"Die Wahrheit" oder Lüge? Melanie Raabe inszeniert erneut ein atemberaubendes Duell - nur das Ende irritiert mich komplett

Von: Petra Molitor Datum : 13.11.2016

https://www.facebook.com/ausgebucht

Nach ihrem Debüt "Die Falle", einem auf dem internationalen Markt bestverkaufen Thriller der letzten Jahre, legt die Kölnerin Melanie Raabe mit "Die Wahrheit", 2016 im btb-Verlag erschienen, den Nachfolger vor.

Nachdem ich "Die Falle" quasi verschlungen hatte, war ich natürlich sehr gespannt, was ihr neues Buch zu bieten hat. Grundsätzlich erstmal: Ich wurde nicht enttäuscht. Mehr dazu gleich.

Kurz zum Inhalt:

Philipp Petersen, vermögender Erbe eines Hamburger Imperiums, verschwindet spurlos während einer Geschäftsreise nach Kolumbien. 7 lange Jahre, in denen es nicht den geringsten Anhaltspunkt auf seinen Verbleib gibt. 7 Jahre, in dem seine Frau Sarah mit dem gemeinsamen Sohn Leo auf sich alleine gestellt ist. 7 Jahre Hoffen und Bangen, Verzweiflung, Resignation und doch auch der Wille zum Weiterleben. Gerade, als Sarah beginnt, sich von den Dämonen der Vergangenheit zu lösen, geschieht das Unfassbare: Philipp ist gefunden worden. Freude mischt sich mit Panik. Und zwar zu Recht: Denn der vermeintliche Ehemann ist für Sarah ein vollkommen Fremder. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt - geschildert in zwei Handlungssträngen.

Mein Leseeindruck:

Wie für "Die Falle" habe ich auch für "Die Wahrheit" nur ein paar Stunden gebraucht. Melanie Raabes Bücher packen mich in einer Art und Weise, die ich bisher selten erlebt habe. Es ist ihr Schreibstil, der mich ihre Werke nicht mehr aus der Hand lesen lässt. Spannnend ist er, natürlich, aber für mein Empfinden teilweise auch poetisch. Sie kreiert Sätze mit einer solchen Durchschlagskraft, das ich sie teilweise mehrfach lesen muss, damit ich sie verstehe. Sie verwendet Ausdrücke, die ich in einem solchen Kontext nicht unbedingt erwarten würde. Sie überrascht mich immer wieder mit Wortkonstruktionen, die einfach nicht dem Mainstream entsprechen. Kurz gesagt: Ich liebe ihre "Schreibe".
Ihre Bücher sind psychologisch sehr anspruchsvoll, die Spannung ist vom ersten bis zum letzten Satz auf einem sehr hohen Niveau. Für mich kann ihr momentan in diesem Genre in Deutschland niemand wirklich das Wasser reichen.

Und doch gibt es nach diesem Loblied tatsächlich auch Kritik von meiner Seite. Das Ende des Buches, die Auflösung der großen Scharade, hat mich enttäuscht. Ja, es ist so. Das Ende ist dem so packenden Vorangegangenen unwürdig. Es zerstört den Bann, in den mich "Die Wahrheit" so schnell gezogen hatte und lässt mich mit vielen offenen Fragen zurück. Das Ende ist übermäßig konstruiert und nicht im Ansatz glaubhaft. Stunden, nachdem ich das Buch beendet habe, schwirren mir immer noch zahlreiche Fragen im Kopf herum, auf die ich keine Antwort finde. Frage ich mich immer noch, ob ich irgendwo etwas Entscheidendes überlesen habe. Nein, ich glaube nicht. Schlussendlich bleiben in der Haupthandlung, als auch an den Nebenschauplätzen wie dem augenscheinlich furchtbaren Ereignis, das Sarah und Phillip aus der Vergangenheit einholt, viele Ungereimtheiten zurück. Das finde ich so schade, denn das Buch hätte durchaus das Potential zu einem Meilenstein deutscher Spannungsliteratur.

Trotzdem - weil "Die Wahrheit" mich vom ersten Moment an komplett elektrisiert und bis auf die geschilderten Umstände bestens unterhalten hat, vergebe ich 4 von 5 Sternen.

Die Wahrheit

Von: Elizzy Datum : 12.11.2016

https://readbooksandfallinlove.wordpress.com/

Zusammengefasst
Sarah versucht ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und was tut Frau, wenn sie einen neuen Lebensabschnitt beginnt? Richtig, sich erstmal die Haare abschneiden. Dies tut Sarah auch, denn ihre langen Haare erinnern sie an ihr frühers Leben, an ihr Leben mit Philipp, an das Leben bevor er verschwand.

Sieben Jahre lang lebt sie schon mit ihrem kleinen Sohn Leo im grossen Haus, dass einmal Philipp und ihr gehört hat. Sieben Jahre lang lebt sie in diesem Haus, wie in einer Blase. Die Zeit scheint dort still zu stehen. Noch immer hofft sie, dass Philipp irgendwann einmal wieder auftaucht.

Doch als dann der Anruf kommt, ein Anruf auf den sie sieben lange Jahre gewartet hat, rechnet sie mit allem nur nicht mit dem was wirklich passiert. Alles geht schnell und plötzlich heisst es; Ihr Mann wird gleich aus dem Flugzeug steigen.

Doch der Mann, der ihr plötzlich gegenüber steht ist nicht Philipp. Es ist ein Fremder.

Ein Fremder, der sich in ihr Leben schleicht, der ihr droht und sie beängstigt. Der behauptet Philipp zu sein, der vieles über ihr Leben weiss aber scheinbar nicht alles. Wie kann sie ihn wieder los werden? Wer ist er? Und was hat er mit Philipp gemacht?!

Für Sarah bricht die Hölle los, eine Hölle, die sie sich laut dem Fremden selbst geschaffen hat. Das einzige was sie tun muss, um dieser Hölle zu entkommen ist ganz einfach.

Sie muss einfach nur die Wahrheit sagen.

Darüber Gedanken gemacht
Eine Geschichte die rasant beginnt und schnell zum eigentlichen Hauptproblem gelangt; der Fremde, der sich in Sarahs Leben einmischt. Ich war von Anfang an auf ihrer Seite und war überzeugt davon, dass dieser Fremde ihr nicht gutes bringen wird. Doch hin und wieder schwankte meine Zuversicht und an manchen Stellen fing ich an, Sarahs Endschlüsse in Frage zu stellen.

Vor allem als plötzlich klar wird, dass Sarah gar nicht so unschuldig zu sein scheint wie sie vorgibt. Da war ich mir nicht mehr sicher, ob sie wirklich immer die Wahrheit gesagt hatte. Und ob sie auch zu sich selbst ehrlich war.

Die Geschichte bleibt durchweg spannend und überrascht mit einer Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe! Absolut gut gelungen!

Am Ende stellt man sich dann Fragen wie; Wie Fremd ist dir ein Mensch wirklich? Und wie stark kann eine Beziehung sein? Was muss alles geschehen, um wieder von vorne beginnen zu können?

Gefiel mir sehr
Ich mochte das Ende richtig gerne. Es war zwar nur ein Satz, der für mich die Geschichte richtig beenden liess. Aber dies machte es aus. Er schenkt einem Hoffnung und das Gefühl von "alles wird gut" und das hatte ich bei einem Buch schon länger nicht mehr.

Absolut toll waren auch die Charakteren, Sarah war für mich immer glaubwürdig und auch der Fremde spielte seine Rolle richtig gut.

Gefiel mir nicht
Der Plot war zwar richtig gut druchdacht, doch meiner Meinung nach, hätte die Geschichte auch etwas früher zum Haupt-Wendepunkt kommen können. An einigen Stellen zog sich die Geschichte etwas, doch mit anderen Kapitel konnte sie dieses "Manko" wieder ausbessern.

Schreibstil & Cover
Den Schreibstil fand ich richtig gut und las das Buch wirklich richtig gerne! Ich mochte es, dass man zwischen den Gedanken von Sarah und dem Fremden switchen konnte, dies gab der Geschichte auf jeden Fall mehr Tiefe!

Das Cover finde ich richtig schön, mir gefällt die Schlichtheit daran und die Botschaft, die es ausstrahlt.

Fazit
Auf jeden Fall ein Lesetipp von mir! Ein unterhaltsamer Thriller mit ganz viel Spannung und einigen Wendepunkten!

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥♥ (4/5)
Botschaft ♥♥♥ (3/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)

Die Wahrheit

Von: Gelinde aus Neresh. Datum : 10.11.2016

Die Wahrheit, von Melanie Raabe

Cover:
Schwarz –weiß (grau) nur der Name der Autorin in Rot. Die abgeschnittene Haarsträhne lässt Vermutungen in alle Richtungen offen.

Inhalt:
Seit 7 Jahren lebt Sarah mit der Ungewissheit was mit ihrem Mann auf der Geschäftsreise in Südamerika passiert ist, auf der er spurlos verschwunden ist.
Mit ihrem Sohn Leo, der inzwischen 8 Jahre ist, hat sie sich ihr Leben neu eingerichtet und ist gerade dabei mit dem Vergangenen abzuschließen. Da kommt ein Anruf vom Auswärtigen Amt, Philipp, ihr Mann wurde gefunden und kommt zurück.
Als dieser Mann dann aus dem Flugzeug steigt und vor Sarah steht erkennt sie ihn nicht wieder. Alle ihre Versuche dies zu artikulieren gehen im Lärm der Photographen und der Presse unter. Oder wird sie bewusst nicht beachtet?

Ein Albtraum beginnt für Sarah, der „Fremde“ scheint alles über sie zu wissen und er droht ihr, wenn sie zur Polizei geht, wird sie alles verlieren.
Jeder den Sarah um Hilfe bittet, wird von dem Fremden manipuliert.
Weder Sarah noch Philipp haben Familie die hier helfen könnten, und der einzige gemeinsame Freund ist beruflich weg und nicht zur Stelle.

Welches Geheimnis hat Sarah, warum kann sie sich von dem Fremden so unter Druck setzen lassen?

Meine Meinung:
Dies ist ein Buch bei dem man sich immer wieder ungläubig fragt: was denn nun? Was weiß der oder der? Wer ist denn nun der Drahtzieher hinter allem? Was ist wahr und was nicht?
Es ist ein unglaubliches Hin und Her, da denkt man endlich, nun habe ich es durchschaut, nun ist mir klar wie es läuft, und schon ändert sich wieder alles.
Ein unglaubliches Wechselbad der Gefühle. Eine Achterbahn der Sichtweise (wie wenn ich zehn Mal hintereinander fahre), immer wieder wird alles auf den Kopf gestellt. Nur ein Satz, ein Andeutung reicht um mich in eine ganz andere Richtung denken zu lassen, die ich nach den nächsten zwei Seiten aber wieder revidieren muss.
Oft denke ich, da passt doch eins nicht zum andern, hier kann es doch keine logische Aufklärung geben – und genau das macht den Reiz aus, man ist beim Lesen so unglaublichen angespannt sucht nach Lösungen und Erklärungen.
Die kommen dann auch -- am Schluss.

Was mich etwas gestört hat sind die vielen Wiederholungen, klar soll das ein stilistisches Mittel sein um wichtige Dinge zu verstärken, aber hier ist es mir manchmal doch zu viel.

Autorin:
Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln.

Mein Fazit:
Ein unglaubliches Buch, ein Katz und Maus Spiel, hinter jeder Maske scheint wieder einen neue aufzutauchen, nie kann man sich sicher sein, ist das nun die Wahrheit oder eine neue Taktik. Unglaublich spannend.
Für die vielen Wiederholungen ziehe ich einen Punkt ab, aber die Story und die Auflösung finde ich klasse.
Von mir gerne sehr gut 4 Sterne.

Verwirrend und spannend zugleich

Von: Silly2207 Datum : 09.11.2016

worldofbooksanddreams.blogspot.de/

Eigentlicht müsste Sarah ein glückliches Leben führen, sie arbeitet gerne in ihrem Job als Lehrerin, hat einen achtjährigen Sohn, ein großes Haus und viel Geld. Doch ihr Ehemann Philipp wurde vor sieben Jahren bei einer Geschäftreise in Südamerika entführt, seitdem fehlt jede Spur von ihm. Langsam scheint es jedoch, als würde Sarah über ihren Verlust hinwegkommen und nimmt wieder am Leben teil, sie trifft sich mit Arbeitskollegen, hat eine beste Freundin gefunden und auch mit Mirko scheint es Aussichten auf eine neue Beziehung zu geben. Bis eines Tages ihr Telefon klingelt und man ihr mitteilt, man habe Philipp gefunden und er kehre nach Hause zurück. Sarah ist völlig überrumpelt und bei der Begrüßung am Flughafen steht ein Mann vor ihr, den sie noch nie gesehen hat. Aber woher weiß er soviel über sie? Wer ist er? Wo ist Philipp? Und vor allem, wer ist dieser Mann, der sich als Philipp Petersen ausgibt? Eine Suche nach der Wahrheit beginnt.
Meine Meinung:
Das Buch beginnt gleich mit dem Einstieg in Sarahs Versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen und der Schreibstil ist so prägnant, dass ich mich sehr schnell in der Geschichte befand. Die Sätze sind kurz und schnörkellos und vermitteln gleich ein gutes Bild von der derzeitigen Situation. Erzählt wird das ganze aus zwei Perspektiven zum einen die Sicht Sarahs und zum anderen die Sicht des Fremden. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in die Gedankenwelt der Beiden. Durch die kurzen Kapitel und der immer verworrener werdenden Gedanken der Beiden wird das Buch zu einem rasanten Pageturner, weil man einfach wissen muss wie es weitergeht. In meinem Kopf kreisten permanent die Fragen, wer sagt die Wahrheit? Wer ist der Mann? Ist Sarah doch nicht unschuldig? Wie ein Mantra spulten sich diese Fragen immer und immer wieder ab und so wurde ich völlig wirr im Kopf, weil ich einfach keine Ahnung hatte, wohin mich das alles führen sollte. Es schien, als gäbe es hier viele dunkle Geheimnisse, das gegenseitige Misstrauen der Hauptcharaktere, das durch die Ich-Erzählung noch umso eindringlicher wird, machte es noch undurchsichtiger für mich.

Die Hauptcharaktere sind hier eher undurchsichtig, denn auch wenn man Sarahs Perspektive verfolgen kann, so erfährt man recht wenig über die Person, die dort hintersteckt. Was allerdings zu den ganzen Rätseln perfekt passt und noch gleich mehr Fragen aufkommen läßt. Ich denke trotzdem, dass hier ein paar Hintergrundinfos zu ihrer Person das ganze noch ein wenig mehr intensiviert hätte, denn so blieb mir auch Sarah viel zu wenig greifbar und ich konnte mich kaum in sie und ihre Situation hineinversetzen. Auch der Fremde gibt wenig über sich preis, was dem ganzen Rätsel um die Vergangenheit natürlich noch eine große Portion Spannung aufsetzt. Die Nebencharaktere bleiben hier eine Nebensache, die allerdings mit bestimmten kurzen Passagen noch einmal zusätzlich für Verwirrungen sorgten.

Die ganze Handlung und Situation ist komplett verzwickt und Vieles, was wie ein großes Rätsel erscheint, bekommt eine simple Auflösung. Genau wie die Lösung um das Rätsel nach der Wahrheit zwischen Sarah und dem Fremden eine Auflösung bekommt, die mir nicht ganz so schlüssig erscheint und mich dann leider ein wenig ernüchtert hat.
Mein Fazit:
Ein wirklich brillanter Schreibstil, der schnörkellos und eindringlich ist, kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven und dazu noch ganz viele Rätsel und Geheimnisse lassen dieses Buch zu einem Pageturner werden. Ich selber habe das Buch an nur einem Abend komplett verschlungen. Die Charaktere bleiben komplett undurchsichtig und man erfährt sehr wenig, so dass ich wirklich nur noch wissen wollte, was denn nun wirklich passiert ist. Leider hat das Ende dann nicht den großen Aha-Effekt gehabt, sondern eher ein: hm, wirklich? Denn dieser Schluss klingt für mich nicht ganz nachvollziehbar. Trotzdem ist das Buch temporeich und ein spannendes Verwirrspiel, das ich gerne weiterempfehlen möchte.

Auf der Suche nach der Wahrheit

Von: Cleos Bücherblog [https://ichlesehaltgern.com/] Datum : 07.11.2016

www.ichlesehaltgern.com

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
endlich, Endlich, ENDLICH!

Das sagt der Verlag zum Buch:
Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben…

Meine bescheidene Meinung:
Jaaa, ich weiß – ich hab vor genau 2 (!) Monaten davon berichtet, dass ich nun endlich den neuen Melanie Raabe-Roman lese und erst jetzt kommt die Rezension. Fakt ist, dass ich das Buch tatsächlich erst Ende letzter Woche ausgelesen habe. Grund dafür ist, dass ich die ganze Zeit einfach nicht die Ruhe und Muße dafür hatte – zumal ich mich so sehr auf Die Wahrheit gefreut habe, dass ich mir ganz bewusst Zeit dafür nehmen wollte.

Und ich muss sagen: es war die richtige Entscheidung! Ich habe mir viele Gedanken über die Rezension gemacht und ich muss gestehen, dass mir diese wirklich schwer fällt, weil ich weder zu viel verraten noch Nichtssagendes schreiben will.

Eins ist klar: ebenso wie Die Falle ist Die Wahrheit ein recht außergewöhnlicher Thriller, der auf sehr intelligente Weise mit der Psyche des Lesers spielt. Ich war irgendwann so weit, dass ich wirklich nicht mehr wusste, wem ich glauben und sollte und wem nicht. Denn auch wenn die Passagen immer aus der Sicht der beiden Protagonisten Sarah und dem Fremden erzählt werden, weiß man doch nie so genau, ob das denn alles so der Wahrheit entspricht.

Was die Charakterzeichnung angeht, bin ich ein bisschen zwiegespalten: während ich von Sarah ein sehr genaues Bild hatte – sowohl äußerlich als auch von ihrem Seelenleben, blieb mir der Fremde doch recht fade in Erinnerung. Es mag an der Haltung Sarahs ihm gegenüber liegen, dass man keinen richtigen Zugang zu ihm findet, weil es ja doch recht lange Zeit nicht klar ist, was er im Schilde führt, bzw. wer er in Wirklichkeit ist, aber ein paar mehr Details haben mir dann doch gefehlt um mir ein richtiges Bild von ihm machen zu können.

Die Handlung ist spannend, keine unnötigen Längen (danke dafür, liebe Melanie!) und intensiv: ich habe sowohl mit Sarah als auch mit dem Fremden mitgefiebert und konnte auf die letzten Seiten gar nicht schnell genug lesen. Den für das Buch entscheidenden Wendepunkt fand ich auf der einen Seite genial gemacht, auf der anderen leider etwas unglaubwürdig, weil er in meinen Augen zu abrupt, zu ungelenk kam. Trotzdem irgendwie genial. (Ich weiß, das klingt seltsam, aber auch nur, weil ich niemandem die Spannung nehmen und nicht zu viel verraten möchte….).

Das Ende fand ich entgegen vieler anderer Stimmen gut gemacht und hat mich mit dem plötzlichen Wendepunkt recht gut versöhnt, so dass ich das Buch mit einem befriedigten Gefühl schließen konnte.

Ein halbes Bäumchen ziehe ich für die leider etwas fade Zeichnung des Fremden ab und das andere halbe Bäumchen muss wegen des nicht ganz realistischen und überhasteten Wendepunkts weichen.Ansonsten hat mir Die Wahrheit ein paar sehr spannende und intensive Lesestunden bereitet.

Danke, liebe Melanie, für diesen Lesegenuss – ich hoffe, wir werden noch viel von Dir lesen!

Auf der Suche nach der Wahrheit

Von: Cleos Bücherblog [https://ichlesehaltgern.com/] aus München Datum : 07.11.2016

https://ichlesehaltgern.com/

3 Dinge, die mir spontan zum Buch einfallen:
endlich, Endlich, ENDLICH!

Das sagt der Verlag zum Buch:
Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben...

Meine bescheidene Meinung:
Jaaa, ich weiß - ich hab vor genau 2 (!) Monaten davon berichtet, dass ich nun endlich den neuen Melanie Raabe-Roman lese und erst jetzt kommt die Rezension. Fakt ist, dass ich das Buch tatsächlich erst Ende letzter Woche ausgelesen habe. Grund dafür ist, dass ich die ganze Zeit einfach nicht die Ruhe und Muße dafür hatte - zumal ich mich so sehr auf Die Wahrheit gefreut habe, dass ich mir ganz bewusst Zeit dafür nehmen wollte.

Und ich muss sagen: es war die richtige Entscheidung! Ich habe mir viele Gedanken über die Rezension gemacht und ich muss gestehen, dass mir diese wirklich schwer fällt, weil ich weder zu viel verraten noch Nichtssagendes schreiben will.

Eins ist klar: ebenso wie Die Falle ist Die Wahrheit ein recht außergewöhnlicher Thriller, der auf sehr intelligente Weise mit der Psyche des Lesers spielt. Ich war irgendwann so weit, dass ich wirklich nicht mehr wusste, wem ich glauben und sollte und wem nicht. Denn auch wenn die Passagen immer aus der Sicht der beiden Protagonisten Sarah und dem Fremden erzählt werden, weiß man doch nie so genau, ob das denn alles so der Wahrheit entspricht.

Was die Charakterzeichnung angeht, bin ich ein bisschen zwiegespalten: während ich von Sarah ein sehr genaues Bild hatte - sowohl äußerlich als auch von ihrem Seelenleben, blieb mir der Fremde doch recht fade in Erinnerung. Es mag an der Haltung Sarahs ihm gegenüber liegen, dass man keinen richtigen Zugang zu ihm findet, weil es ja doch recht lange Zeit nicht klar ist, was er im Schilde führt, bzw. wer er in Wirklichkeit ist, aber ein paar mehr Details haben mir dann doch gefehlt um mir ein richtiges Bild von ihm machen zu können.

Die Handlung ist spannend, keine unnötigen Längen (danke dafür, liebe Melanie!) und intensiv: ich habe sowohl mit Sarah als auch mit dem Fremden mitgefiebert und konnte auf die letzten Seiten gar nicht schnell genug lesen. Den für das Buch entscheidenden Wendepunkt fand ich auf der einen Seite genial gemacht, auf der anderen leider etwas unglaubwürdig, weil er in meinen Augen zu abrupt, zu ungelenk kam. Trotzdem irgendwie genial. (Ich weiß, das klingt seltsam, aber auch nur, weil ich niemandem die Spannung nehmen und nicht zu viel verraten möchte....).

Das Ende fand ich entgegen vieler anderer Stimmen gut gemacht und hat mich mit dem plötzlichen Wendepunkt recht gut versöhnt, so dass ich das Buch mit einem befriedigten Gefühl schließen konnte.

Ein halbes Bäumchen ziehe ich für die leider etwas fade Zeichnung des Fremden ab und das andere halbe Bäumchen muss wegen des nicht ganz realistischen und überhasteten Wendepunkts weichen.Ansonsten hat mir Die Wahrheit ein paar sehr spannende und intensive Lesestunden bereitet.

Danke, liebe Melanie, für diesen Lesegenuss - ich hoffe, wir werden noch viel von Dir lesen!

Ein Netz aus Spekulationen

Von: Lesekatze Datum : 25.10.2016

lesekatzenm.blogspot.de/

7 Jahre lang wusste die Protagonistin Sarah nicht, wo ihr Mann Philipp abgeblieben ist. Er flog für eine Geschäftsreise nach Südamerika und wurde kurz nach seiner Ankunft nie wieder gesehen. Sarah zieht ihren achtjährigen Sohn Leo alleine auf. Sie beschließt schweren Herzens neu anzufangen. Doch das Schicksal scheint anderes mit ihr vorzuhaben, als ihr verschollener Ehemann Philipp wieder aufzutauchen scheint - doch der Fremde, der aus dem Flugzeug steigt und von den Medien belagert wird ist gar nicht Philipp. Da mich der Debütroman von Melanie Raabe "Die Falle" so fesseln konnte, habe ich sehnlichst auf ihren neuen Thriller "Die Wahrheit" gewartet. Das Buch beginnt sehr vielversprechend. Die Autorin schafft eine fesselnde und spannende und gleichzeitig auch ruhige Atmosphäre. Mir hat es gefallen, wie Melanie Raabe mir mehrere Möglichkeiten offengelegt hat und ich mich in diesem Netz aus Spekulationen immer wieder verfangen habe. Leider geht Leo in der Geschichte total unter. Es gibt nur wenige Stellen in denen er auftaucht. Mich hätte es sehr interessiert wie er mit der Situation umgeht. Es gibt auch den ein oder anderen Logikfehler und viele Fragen sind offen geblieben. Das Ende hat mich leider etwas enttäuscht. Ich habe damit gerechnet, dass es überraschender und schockierender ausfällt. Alles in allem ein interessanter Thriller. Ich bin sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin.

Raffiniert und spannend!

Von: Yvonnen Datum : 19.10.2016

https://umgebucht.wordpress.com/

Aus heiterem Himmel erhält Sarah die Nachricht, dass ihr vor 7 Jahren bei einer Geschäftsreise verschwundener Ehemann am Leben ist. Doch der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Er droht ihr, dass sie ihren Sohn und ihr scheinbar perfektes Leben verlieren werde, wenn sie ihn bloßstellt.

Das Cover erzählt stimmungsvoll und optisch ansprechend von der Geschichte, die den Leser im Buch erwartet. Von einer Frau, die sich endlich entschließt von ihrer alten schmerzvollen Geschichte loszulassen und dies durch das Abschneiden ihres langen Haares und dem Wechsel zu einer modernen Kurzhaarfrisur unterstreicht. Tragisch, dass just zu diesem Zeitpunkt jemand auftaucht, der behauptet ihr Ehemann zu sein. Er weiß alles über sie und sie kennt ihn nicht.

Innerhalb von meist kurz gehaltenen Kapiteln wechseln sich die Ich-Perspektiven von Sarah und dem Mann ab, von dem schon recht früh für sie feststeht, dass er nicht ihr Mann ist. So tragen auch die Kapitel, in denen er aus seiner Sicht schildert, die Kapitelüberschrift "Der Fremde". Daneben gibt es zwei Kapitel, deren Bezeichnung Jahreszahlen sind. Diese heben sich zum einen durch ein anderes Schriftbild vom restlichen Text ab und zum anderen wechselt die Erzählperspektive zur dritten Person.

In einer zunächst deprimierenden und den Verlust ihrer idealisierten Beziehung betrauernden Grundstimmung, lässt sich die zerbrechliche Hoffnung der Protagonistin nachvollziehen, in der sie endlich beschließt, dass ihr Leben weitergehen soll. Als Leser platzt man in diese Aufbruchstimmung hinein und freut sich mit Sarah. Umso schmerzlicher muss man dann miterleben, wie sich dieser vermeintliche Betrüger in ihr Leben drängt. Obwohl wir seine Gedanken in der Ich-Perspektive mitlesen dürfen, wissen wir ebenso wenig wie Sarah, was er genau im Schilde führt. Aber es steht fest, dass er strategisch seine Ziele verfolgt und mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht auf Sarah einzuwirken. Nachdem diese ihre Schockstarre verloren hat, nimmt sie den Kampf auf und erfährt schließlich auch, warum dieser Fremde handelt, wie er handelt. Dabei machen es sich die Protagonisten gegenseitig nicht leicht und als Leser kann man das Buch kaum aus der Hand legen, weil einen dieser von Anfang an nervenaufreibende aufwühlende Psychothriller nicht mehr los lässt.

Geradezu detektivisch versucht man mitzurätseln, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, doch als sich schließlich alles auflöst, war das für mich zwar nicht vorhersehbar, aber dennoch aufgrund der Einfachheit enttäuschend. Mit einem Mal ist die komplette Spannung raus und man fragt sich, ob das nun der Ernst der Autorin sei. Aber nachfolgend wird noch das Wieso-Weshalb-Warum schlüssig aufgeklärt, was mich dann wiederum versöhnlich stimmen konnte, weil das alles schließlich in einem nachvollziehbaren Ende mündet.

Melanie Raabe ist mit "Die Wahrheit" ein nervenaufreibender aufwühlender Psychothriller gelungen, den ich wirklich empfehlen kann.

Das Ende ist überraschend: können sich Menschen, die sich einmal nahe gestanden haben, so täuschen?

Von: Fräulein Briest bloggt aus Köln Datum : 18.10.2016

https://fraeuleinbriestbloggt.com/2016/10/18/kurzrezension-die-wahrheit/

Sarah beginnt 7 Jahre nach dem spurlosen Verschwinden des Ehemanns Philipp, ihr Leben zu ändern. Sie schneidet sich die Haare ab und beginnt eine Affäre mit einem Kollegen. Bereit für ein neues Leben! Doch dann kommt der Anruf: der Ehemann wurde gefunden und ist auf dem Weg nach Deutschland. Begleitet von Psychologen und Politikern macht Sarah sich auf den Weg zum Flughafen… und erkennt ihren Ehemann nicht. Oder ist er es gar nicht? Wer ist der Fremde, der aus dem Flieger steigt?

Einen zermürbenden Thriller hat die Autorin Melanie Raabe mit „Die Wahrheit“ geschaffen. Der Leser wird von den „Psychospielchen“ des Fremden gefangen genommen – denn dieser weigert sich, mit einem einfachen Beweis zu belegen, dass er es ist – Philipp Petersen, wohlhabender Geschäfts- und Ehemann.
Die Ängste und Hysterien der vermeintlichen Ehefrau Sarah reißen den Leser mit – bis hin zum eigenen Stress.

Melanie Raabe gelingt es auf subtile Weise, und mit einem klaren und schnörkellosen Schreibstil, die Psychologie des Menschen für diesen Thriller zu nutzen. Der Leser wird eingesogen in das Geschehen und leidet und bedroht gemeinsam mit den Protagonisten – wie es ein guter Thriller tun sollte.

Das Ende ist überraschend: können sich Menschen, die sich einmal nahe gestanden haben, so täuschen?

Spannung pur!

Von: buecher_bewertungen1 Datum : 16.10.2016

buecherbewertungen1.blogspot.de

Das Cover sticht zusammen mit dem Titel ziemlich ins Auge, wie ich finde. Hinter dem Titel könnte sich alles verbergen, deshalb hat er mich auch sehr neugierig gemacht. Er passt auch perfekt zu der Geschichte.
Das Cover finde ich sehr schön, im Buch gibt es auch eine Stelle, in der Haare abgeschnitten werden, von daher finde ich, dass das Cover auch passt.


Der Anfang des Buches war für mich etwas seltsam, da auf viele Dinge angespielt wurde, die der Leser zu dem Zeitpunkt noch gar nicht weiß. Dennoch war er gut gemacht, denn ich war von der ersten Seite an sehr neugierig, was war und was noch kommt.
Somit war eigentlich von der ersten Seite an eine gewisse Spannung da, der man sich nicht entziehen konnte.
Der Leser kennt als allererstes Sarah kennen, die einen Sohn von ihrem Mann hat, der seit sieben Jahren auf einer Geschäftsreise verschwunden ist. Obwohl alle sie dazu drängen, will sie ihn nicht für tot erklären lassen und wartet auf ihn; nach sieben Jahren bekommt sie die Nachricht, dass ihr Mann am Leben ist und bald zurück nach Hause kommen wird.
Sarah ist verwirrt und in ihrem Herz herrscht Chaos; wie wird es nach sieben Jahren sein, wenn ihr Mann zurückkommt?
Doch am Flughafen, an dem sie Phillip empfängt - natürlich begleitet von Presse und wichtigen Personen - kommt der Schock: der Mann, der da aus dem Flugzeug steigt, ist gar nicht ihr Mann. Sie ist anscheinend die Einzige, die den Schwindel bemerkt.

Allerspätestens ab diesem Moment ist der Leser vollkommen gefangen von der Geschichte. Melanie Raabe bringt die Sarahs Gefühle so glaubhaft rüber, dass ich beim lesen so verzweifelt war wie sie. Ich konnte mit ihr mitfühlen und das war unerträglich - welche Frau würde auch bei dem Gedanken, dass da ein Fremder in ihrem Haus ist, cool bleiben?
Doch nicht nur mit Sarahs Gefühlen hat die Autorin bewiesen, dass sie absolute Meisterin im Schreiben ist. Die Umgebung wird so detailliert beschrieben, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann, und das ohne dass es zu viel wird. Eine überaus gelungene Mischung.
Die Spannung, die Aufgebaut wird, hat Melanie Raabe mit einigen psychologischen Tricks versehen, die einen Psychothriller ausmachen; ich habe mich die ganze Zeit erst auf die eine, dann auf einen andere Seite geschlagen, da ich keine Ahnung mehr hatte, wem man glauben kann und wer was zu verbergen hat. Das passiert mir nicht so häufig, aber "Die Wahrheit" hat mich geschafft.

Sarah war eine Frau, die ich nicht zwangsläufig sehr sympathisch fand, aber sie war okay. In jedem Fall war sie eine sehr authentische Protagonistin, der ich auch geglaubt habe, was sie denkt, fühlt und dann auch tut.
"Der Fremde", wie er im Buch bezeichnet wird, weiß alles über Sarah und kennt auch ein angeblich schmutziges Geheimnis, etwas, das sie zu einer skurpellosen Person macht. Ich war so gespannt, was das war!

Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, war die Auflösung der ganzen Geschichte. Meiner Meinung nach macht das Ende nicht viel Sinn, da es zu viele Anspielungen auf eine andere Lösung gab. Ich kann hier nicht so viel verraten, da das wirklich sehr viel spoilern würde, aber vielleicht können sich diejenigen, die das Buch gelesen haben, denken was ich meine. Für mich hat die Auflösung leider keinen Sinn gegeben.

Ich vergebe vier Sterne, da die Geschichte auf den ersten 360 Seiten einfach hammermäßig gut war. Die Spannung war bei mir im Zimmer schon spürbar und ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte - das Buch hat mich nicht losgelassen. Für das Ende, das mir leider nicht so gut gefallen hat, gibt es einen Stern Abzug.

Die Wahrheit

Von: Mia Bruckmann Datum : 15.10.2016

www.mia-bruckmann.de

Fakten:
Verlag: btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München
Erscheinungsdatum: August 2016
Umschlaggestaltung: UNO Werbeagentur
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
Druck und Einband: CPI books GmbH, Leck
ISBN: 978 – 3 – 442 – 75492 – 2

Das Buch ist auch als Kindle Edition erhältlich

Über die Autorin:
Melanie Raabe wurde 1981 In Jena geboren. Ihr Thriller „Die Falle“ war international eines der heißumkämpften Bücher der letzten Jahre. Der Roman wurde bislang in 21 Ländern verkauft. TriStar Pictures sicherte sich die Filmrechte. Melanie Raabe lebt und schreibt in Köln. „Die Wahrheit“ ist ihr zweiter Roman.

Blick ins Buch:
„Vor sieben Jahren ist der reiche Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all den Jahren verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Er ist nicht ihr Ehemann. Er ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben…“

Covergestaltung:
Eine bloße Frauenschulter, auf der eine abgeschnittene Haarsträhne liegt. Darauf mittig platziert der Name der Autorin und der Titel des Buches. Wer den Inhalt des Romans kennt weiß, dass alles perfekt zueinander passt.

Aufbau und Schreibstil:
Das Buch besteht aus 53 Kapiteln und einem Epilog. Insgesamt sind 434 Seiten zu lesen.
Das Buch liest sich mehr als geschmeidig. Die Sprache ist weich, wendig, zart und biegsam. Und genau das trägt zur perfekten Konfusion des Lesers bei. Die Protagonisten sind glaubwürdig dargestellt. Die Dialoge sind in sich schlüssig.

Meine Meinung:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist die perfekte Verwirrung. Die Geschichte, die mitten im Geschehen beginnt, hätte zu jeder Zeit in alle möglichen Richtungen ausschlagen können. Dieses ruft beim Leser Ratlosigkeit, Verblüffung und Betroffenheit hervor. Ich habe mit der Hauptprotagonistin mitgelitten und mitgefühlt. Zugleich habe ich an ihr gezweifelt und verstand sie dennoch so gut! Mit dem Ende des Romans war ich letztendlich sehr zufrieden. „Die Wahrheit“ ist ein von Anfang an spannendes Buch, das ohne Mord und Totschlag den Leser fesselt.

Fazit:
Im Grunde ist das Buch eine Hommage an die Ehe. Sarah, die sich all die Jahre nach dem Verschwinden ihres Ehemannes weigert, ihn für tot erklären zu lassen, ist für mich das „Paradebeispiel“ für eine langzeitverheiratete Frau. Es gibt Höhen und dann irgendwie immer mehr Tiefen, aber die Liebe, die bleibt. Und wer möchte sie nicht kennen, DIE WAHRHEIT, die tief in den Zeilen des Buches vergraben ist, und die Seite für Seite ein Stückchen mehr an die Oberfläche getragen wird. Ein perfekt inszeniertes Psychospiel, das einfach nur 5 von 5 möglichen Sternen verdient hat.

... was ist DIE Wahrheit? ...

Von: Levenyas Buchzeit Datum : 15.10.2016

levenyasbuchzeit.blogspot.de/

Die Wahrheit

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland.
(Quelle: http://www.randomhouse.de/Autor/Melanie-Raabe/p552851.rhd).

Website der Autorin:
http://melanieraabe.de/

Erster Satz:
„Die Welt ist schwarz.“

Klappentext:
Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …

Cover:
Das Cover finde ich auch bei diesem Buch von Melanie Raabe total klasse und sehr passend. Es ist ganz schlicht gestaltet. Man sieht ein Stück Schuler, Haar und Hals einer Frau, das in Schwarz und Weiß gehalten ist. Dazu ganz klar und deutlich der Titel und ein paar Hinweise. Sehr schlicht, aber genau das gefällt mir so gut. Es passt auch im Nachhinein, wie ich finde, sehr schön zum Inhalt des Buches. Mich hat es neugierig gemacht und ich wollte sofort die Geschichte erfahren.

Leseprobe:
https://www.randomhouse.de/leseprobe/DIE-WAHRHEIT-Thriller/leseprobe_9783442754922.pdf

Meinung:
An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an btb für das Rezensionsexemplar.

Die Geschichte wird uns aus Sicht von Sarah Petersen erzählt, die vor sieben Jahren ihren Mann Phillip verloren hat. Er ist von einer Geschäftsreise nach Südamerika nie zurückgekehrt. Sarah hat jedoch nie die Hoffnung aufgegeben, dass ihr Mann noch lebt. Als sie nach sieben Jahren einen Anruf erhält, dass ihr Mann gefunden wurde und zu ihnen zurückkehrt, gerät ihre Welt kurz aus den Fugen. Endlich hat sie ihn wieder. Doch der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder, der sich als Phillip ausgibt, sie bedroht und nicht wieder verschwindet. Niemand glaubt Sarah, niemand hilft ihr. Sie ist dem Fremden hilflos ausgeliefert, aber anstatt aufzugeben kämpft sie. Und das, obwohl sie alles verlieren könnte …
Sarah Petersen war eine sehr interessante Protagonistin, mit der sofort warm geworden bin. Aber je weiter die Geschichte voranschritt, umso mehr geriet mein erstes Bild von ihr ins Wanken, was mir aber nicht weniger sympathisch gemacht hat. Mit jeder weiteren Seite kam eine neue Facette zum Vorschein, was mir wirklich gut gefallen hat. Der Verlust ihres Mannes hat ihr schwer zu schaffen gemacht und trotzdem hat sie nie aufgegeben. Sie hat sich und ihren Sohn Leo durchgebracht, ging arbeiten, verdiente Geld, lebte. Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit, die weiß, was sie will und für ihre Familie wie eine Löwin kämpft. Von dem Fremden lässt sie sich nicht einschüchtern und das, obwohl er sie zum Äußersten bringt und ein lange gehütetes, dunkles Geheimnis ans Licht bringt. Er will eines um jeden Preis, die Wahrheit. Im Verlauf des Buches lernen wir die verschiedenen Seiten von Sarah kennen, die erst am Ende ein komplettes Bild ergeben, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Fremde ist ihr Gegenspieler, der sich als Phillip ausgibt und aus dessen Sicht wir auch einige Passagen lesen. Er verfolgt ein ganz bestimmtes Ziel und setzt alles daran, von Sarah die Wahrheit zu erfahren. Bis zum Ende weiß man nicht, um wen es sich bei dem Fremden handelt und ich war von der Auflösung total überrascht. An dieser Stelle werde ich nicht mehr verraten. Nur so viel. Ich fand den Charakter des Fremden großartig und absolut passend.
Die Autorin hat die Charaktere wirklich sehr authentisch, individuell und vielschichtig gezeichnet. Absolut fesselnd gestalten die Charaktere die Geschichte und bringen den Leser ein ums andere Mal auf eine neue Spur. Toll!

Die Thematik des Buches hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, obwohl ich sonst nicht unbedingt zu den Thrillerlesern gehöre. Aber dieser Thriller, genau wie „Die Falle“ zuvor, hat es mir sehr angetan und er hat mir unglaublich gut gefallen. Sarah Petersen will nur eines, ihren Mann nach sieben Jahren wieder in die Arme schließen. Doch stattdessen steht sie einem Betrüger gegenüber, der ein grausames Spiel mit ihr treibt und sie zum Äußersten zwingt. Sarahs Ängste, Selbstzweifel und Schuldgefühle werden nicht nur absolut authentisch und glaubwürdig von der Autorin Melanie Raabe erzählt, sondern am Ende auch noch gegen Sarah selbst gestellt. Immer neue Spuren und Informationen kommen hinzu, sodass nicht nur Sarah ins Zweifeln gerät, sondern auch der Leser bis zum Schluss nicht weiß, was wahr ist, wer der Fremde ist und was sein Motiv ist. Die Auflösung hat mich völlig überrascht und hat mir gerade deswegen so gut gefallen.

Den Schreibstil der Autorin kannte ich bereits aus ihrem Debütroman „Die Falle“ und ich muss sagen, dass er mir auch in diesem Buch sehr gut gefallen hat. Ihr Schreibstil ist sehr authentisch, bildhaft und knisternd. Von der ersten Seite an ist die Atmosphäre bedrückend und geladen. Die Frage nach der „(Die) Wahrheit“ liegt in der Luft und man fiebert, bangt und hofft, ob Sarah dem Fremden entkommen kann. Zusammen mit Sarah erleben wir noch einmal den schlimmsten Moment in ihrem Leben, bereiten uns auf die Begegnung mit dem Fremden vor und geraten in tiefe Selbstzweifel, bis sich alles in einem spannenden Finale entlädt. Das Buch hat mir wirklich sehr gut gefallen und konnte mich voll und ganz überzeugen.

„Die Wahrheit“ war für mich ein sehr spannender Thriller, der vor allem mit seiner unglaublichen Protagonistin und der genialen Auflösung überzeugen konnte. Dieses Buch kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der herausfinden will, um was für eine „Wahrheit“ es geht, wer der Fremde ist und zusammen mit Sarah Petersen bis zum Äußersten gehen will, um ihre Familie zu beschützen. Wagt das Abenteuer und begleitet Sarah Petersen. Ich bin absolut begeistert und hoffe, schon bald ein neues Buch von der Autorin lesen zu können!

Lg
Levenya
http://levenyasbuchzeit.blogspot.de/

Vielen DANK für ein Rezensionsexemplar!

Ein psychologischer und ruhiger Spannungsroman durch und durch!

Von: Nicole W./LilStar Datum : 14.10.2016

www.lilstar.de

Nach sieben Jahren bekommt Sarah den lang erwarteten Anruf vom auswärtigen Amt, dass ihr Mann Philipp am leben sei und wieder zu ihr zurück käme. Vor sieben Jahren wurde dieser in Südamerika entführt. Sieben Jahre in denen Sarah nicht wusste was geschehen war, sieben Jahre in denen sie ihren achtjährigen Sohn alleine groß zog. Als sie Philipp endlich am Flughafen in Empfang nehmen will trifft sie allerdings auf einen völlig fremden Menschen der da behauptet ihr Mann zu sein …

Auf den neuen Roman von Melanie Raabe war ich sehr gespannt, da mir ihr Debütroman „Die Falle“ im letzten Jahr bereits ausnehmend gut gefallen hat.
Hier angekommen nahm ich das Buch freudig in Empfang und wollte ebenfalls direkt Die Wahrheit herausfinden.

Das Szenario kannte ich bereits aus dem Klappentext und war gespannt auf das erste Aufeinandertreffen des entzweiten Paars. Zuvor konnte ich mir allerdings einen kurzen Überblick über das aktuelle Leben von Sarah machen und so diese Figur besser kennen lernen. Außerdem erfahren wir in einem Rückblick auch ein wenig über die Umstände kurz vor Philipps Verschwinden. Das alles hat zu diesem Zeitpunkt schon unendlich viel Stoff für Spekulationen gegeben und ich machte mir schon direkt Gedanken darüber, was wohl diese oder jene Äußerungen bedeuten könnten und was wohl passiert sein mag.

Solche Geschichten mag ich. Geschichten, wo ich mit überlegen kann und wie auch die Protagonisten im Buch versuche der Sache auf dem Grund zu gehen. Was ich dabei gar nicht mag ist, wenn ich im Laufe der Geschichte nicht alle Informationen erhalte, die man benötigt, um hinter dem großen Geheimnis zu kommen. Das ist immer so meine Befürchtung wenn ich lese, dass man als Leser irgendwie plötzlich vor einer komplett neuen Situation steht, auf die es vorher einfach keine Hinweise gegeben hat. So war es hier aber auch dieses Mal glücklicherweise nicht!

Natürlich kann ich jetzt nicht auf alles eingehen und alle Details aufzählen, die Hinweis genug waren, denn dann würde ich spoilern. Aber auf jeden Fall gab es sie. Von einer Freundin habe ich im Vorfeld gehört, dass sie den Roman ein wenig langatmig fand und die Autorin sich in zu viele Details verliere. Das fand ich tatsächlich überhaupt nicht. Ich fand gerade diese Situationen, in denen ich als Leser nicht direkt ahnen konnte, was das nun mit dem Fall zu tun haben könnte, sehr interessant und habe aufmerksam mitgelesen und versucht mich in die Protagonisten hinein zu versetzen, war total hibbelig, wenn ich wieder ein Puzzlestück an seinen Platz legen konnte – oder zumindest dachte, dass ich es könnte, denn natürlich hat Melanie Raabe hier auch wieder sehr viele falsche Fährten gelegt, obwohl einige davon teils tatsächlich etwas plump waren und ich mir dann schon dachte, dass es so offensichtlich wohl nicht sein würde.

Mit der Auflösung war ich schließlich ziemlich zufrieden und bin auch erst kurz vor dem Ende darauf gekommen, obwohl ich zwischenzeitlich immer mal wieder einen Gedanken in die richtige Richtung hatte.
Als einzigen Kritikpunkt habe ich die Verhaltensweise eines der Protagonisten, die ich nicht so recht nachvollziehbar fand, die ich hier aber auch nicht genauer benennen möchte, denn das wäre ein herber Spoiler. Vielleicht geht es dem einen oder anderen genauso, vielleicht ist das aber auch nur meine Empfindung.
Ansonsten fand ich Die Wahrheit aber wieder äußerst gut durchdacht.

Fazit

Mit Die Wahrheit hat Melanie Raabe hier ihren zweiten Roman abgeliefert, der mir auch wieder totalen Spaß gemacht hat und mich begeistern konnte. Jedes Detail habe ich eingesaugt und mich gefreut, wenn wieder ein Puzzleteil zum nächsten passte – oder ich es zumindest glaubte! Das ganze Ausmaß wird erst nach und nach klar. Auf jeden Fall ist Die Wahrheit auch wieder gut durchdacht, ein psychologischer und ruhiger Spannungsroman durch und durch!

grandioses Finale!

Von: haihappen uhaha Datum : 11.10.2016

https://www.youtube.com/channel/UCXGuHkbcgXeYR7GLujPWzBw

Cover: Super passend zum Inhalt der Geschichte. Auch wirklich toll gestaltet, sodass es auch zu ihrem anderen Buch passt. Leider passt das Format, aber nicht zusammen.

Inhalt: Sarahs Mann verschwindet spurlos, jahrelang. Sie ist am Boden zerstört, muss ihren Sohn allein großziehen. Denn es scheint als sei Philipp tot. Viele Jahre später beschließt sie ihr Leben zu verändern. Neue Frisur, Neuanfang. Doch dann die Schocknachricht: Philip lebt!! Nur das Philipp nicht wirklich Philipp ist. Aber das ist ein gefährliches Geheimnis!

Meinung: Puuhh..sehr schwer das Buch zu bewerten. Die Story war auf jeden Fall um einiges spannender als „Die Falle“ von M. Raabe. Doch irgendwie kann ich mich nicht ganz mit dem Schreibstil anfreunden. Er ist eigentlich einfach und gut zu lesen, aber er schafft es einfach nicht mich richtig zu packen und zu fesseln. Die Geschichte war keinesfalls langweilig, im Gegenteil, aber der „Sog“ hat irgendwie wieder gefehlt. Der Einstieg wurde schön kurz gehalten und dennoch erfährt man einiges aus der Vergangenheit, vor allem über die Beziehung der Charaktere. Nach nur wenigen Seiten
wird es gleich spannend und geht gleich los. Natürlich habe ich auch hier einige Seiten als etwas plätschernd empfunden, aber größtenteils konnte der Plot die Spannung aufrecht erhalten.

Sarahs Situation war einfach schrecklich. Es schien als gäbe es keinen Ausweg und genau das bekam ich auch als Leser zu spüren! Und das Ende erst! Wirklich einfach nur Hammer! Somit konnte die Autorin sich am Ende noch selbst übertreffen und die Spannung gegen Ende noch mehr aufbauen, für ein grandioses Finale!

Unaufgeregter Thriller

Von: Christian Datum : 05.10.2016

bieberbruda.blogspot.de/

Ein Mann verschwindet und kehrt nach sieben Jahren überraschenderweise wieder zu seiner Familie zurück. Aber handelt es sich tatsächlich um den verschwundenen Geschäftsmann Philipp Petersen? Oder spielt ein Fremder ein perfides Spiel?

Inhalt:
Sarah und Leo haben vor sieben Jahren ihren Mann und Vater verloren: Philipp Petersen ist bei einer Geschäftsreise in Kolumbien spurlos verschwunden. Wurde er ermordet oder entführt? Sarah kann einen Tod ihres geliebten Mannes nicht akzeptieren und nach rund sieben Jahren soll Philipp nun tatsächlich wieder aufgetaucht sein. Doch seine Heimkehr ist alles andere als glücklich, denn offensichtlich gibt sich ein Fremder als Philipp aus. Was erhofft er sich von seinem perfiden Spiel? Stellt der Fremde eine Gefahr für Leo und Sarah dar? Und was ist damals auf der verlassenen Landstraße wirklich geschehen?

Meine Meinung:
Der zweite Thriller der Autorin ist erfreulicherweise besser geworden, als "Die Falle". Bei dem hoch gelobten Vorgänger haben mich die vielen abgehackten Sätze und Logikfehler gestört. Ich wollte Frau Raabe aber eine zweite Chance geben und sie hat sich vor allem in ihrem Schreibstil deutlich steigern können. Nichtsdestotrotz gibt es auch dieses mal einige Logikfehler und es bleiben wieder viele Fragen offen.
"Die Wahrheit" ist ein eher ruhiger, psychologischer Thriller, bei dem sich die Spannung langsam aufbaut und es vor allem um die beklemmende Situation des Fremden im eigenen Haus geht. Dem Geschehen folgt man meistens aus der Sicht von Sarah: Was will der Fremde von ihrer Familie? Wieso will ihr keiner glauben? Und was ist die Wahrheit, die er von ihr hören möchte?
Schade, dass Leo im Buch so untergeht. Mich hätte interessiert, wie er mit der Heimkehr seines Vaters klar kommt. Man erfährt lediglich, dass er Angst vor ihm zu haben scheint. Auch die Auflösung war etwas enttäuschend, was aber irgendwie auch zum eher "unaufgeregten" Rest des Buches passt.

Fazit:
Ein ruhiger und eher unaufgeregter Thriller, der mir besser als das Debüt gefallen hat. Solide psychologische Thrillerkost, der ich gerne 3,5 Sterne gebe.

Ein tolles megaspannendes Buch, absolute Leseempfehlung

Von: lenisvea Datum : 02.10.2016

lenisvea.blogspot.de

€ 16,00 [D] inkl. MwSt.
€ 16,50 [A] | CHF 21,50*
(* empf. VK-Preis)
Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-442-75492-2
NEU
Erschienen: 29.08.2016

Der neue Thriller der internationalen Erfolgsautorin
Melanie Raabe

Vor sieben Jahren ist der reiche und zurückgezogen lebende Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah (37) den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle, nach all der Zeit verständlich. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Ihr Ehemann taucht, wenn man so will, zur Unzeit auf. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …

Meine Meinung:
Ich habe ja im letzten Jahr mit Begeisterung den Debütroman von Melanie Raabe "'Die Falle" gelesen und war dementsprechend sehr gespannt auf ihr neues Werk und habe es daher jetzt direkt gelesen und ich muss sagen, so ein nervenaufreibendes spannendes Buch habe ich länger nicht gelesen.
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, der Schreibstil war wieder absolut flüssig, ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen durch gesuchtet.
Es sind immer zwei Sichtweisen geschildert, zum einen Sarah und zum anderen Der Fremde, so konnte man sich gut in beide Parteien hinein versetzen. Man ist in einem totalen Verwirrspiel gefangen, so dass man sich zum Schluss selbst nicht mehr zurecht findet.
Für mich war das Ende absolut nicht vorhersehbar, muss aber sagen, dass ich mit der Auflösung nicht so glücklich bin. Wenn das für mich auch noch gestimmt hätte, wäre es ein 5 Sterne Buch geworden.
Alles in allem hat mir das Buch wahnsinnig gut gefallen, ich kann hier nur eine klare Lese- und Kaufempfehlung aussprechen, es war von Anfang von Ende sehr spannend, obwohl es ohne Blut vergießen und Leichen auskommt. Das muss man erst mal schaffen. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Werke der Autorin. Sie konnte mich mit diesem Buch auf jeden Fall begeistern und überzeugen. Ich bewerte das Buch insgesamt mit sehr guten 4,5 Sternen.

Der fremde Mann

Von: Das Echo vom Alpenrand Datum : 28.09.2016

derachentaler.de

Sieben lange Jahre hat Sarah auf seine Rückkehr gehofft. Aber Philipp, der auf einer Geschäftsreise spurlos verschwunden ist, kehrt nicht zurück. Sie begreift, dass sie sich endlich wieder dem Leben stellen muss und fängt langsam an sich aus ihrer Zurückgezogenheit zu lösen. Sie hat wieder eine Perspektive und ist auf dem besten Weg die Vergangenheit endlich hinter sich zu lassen. Da geschieht das Unfassbare – Philipp lebt und ist bereits auf dem Weg nach Deutschland.

Doch der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist ihr vollkommen unbekannt. Von der Situation restlos überfordert ist sie nicht in der Lage sich Gehör zu verschaffen, um zu klären wer dieser falsche Philipp wirklich ist. Wie selbstverständlich zieht er in ihr Haus ein und droht ihr sie bloßzustellen und damit ihr ganzes Leben zu zerstören, wenn sie seine Identität nicht anerkennt. Die Lage spitzt sich immer weiter zu. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen, die bei beiden tiefe Spuren hinterlassen. Kurz bevor die Situation zu eskalieren droht, schließen sie eine Art Waffenstillstand, nachdem sie erkannt haben dass es nur diese eine Chance gibt um die Lage endgültig klären zu können.

Fazit
Ein unblutiger Psychothriller, der, teilweise etwas zu langatmig, das unausweichliche Scheitern einer Beziehung spannend in Szene setzt und fesselnd bis zur letzten Seite, mit den menschlichen Unzulänglichkeiten spielt.

Die Masjke hinter der Maske

Von: Nisnis's Bücherliebe Blog Datum : 26.09.2016

nisnis-buecherliebe.blogspot.de/

Der Vermögende Unternehmer Philipp Petersen verschwindet spurlos während einer Geschäftsreise in Südamerika. Sieben Jahre lang fehlt jede Spur von ihm. Während dessen zieht Sarah Petersen, die Ehefrau des vermeintlichen Entführungsopfers, ihren achtjährigen Sohn Leo allein auf. Sarah lebt zurückgezogen, arbeitet als Lehrerin, leistet ehrenamtliche Hilfe in einer Flüchtlingsunterkunft und kümmert sich aufopfernd um ihren Sohn.

Als sie sich entschließt einen Neuanfang zu wagen, ihren Ehering feierlich im Garten vergräbt, wärt ihr neu gesetztes Ziel nicht lange, denn ein Anruf vom Auswärtigen Amt kündigt die langersehnte Rückkehr Philipps an.

Er lebt.

Sarah weiß mit dieser langersehnten Situation kaum umzugehen. Gefühle des Glücks wollen sich nicht einstellen und als ihr Ehemann Philipp einen Skype-Anruf verweigert, jedoch darum bittet ihren gemeinsamen Sohn Leo nicht mit zum Flughafen zu bringen, ist sie schwer verunsichert.

Sarah beobachtet wie sich die Türen des Flugzeugs langsam öffnen. Sie sieht die wenigen Passagiere aussteigen, die Crew, doch wo ist Philipp?

Und dann steht er vor ihr.
Er ist ein Fremder.
Er ist nicht Sarahs Ehemann Philipp!

Die Autorin:

Melanie Raabe wurde 1981 in Jena geboren, wuchs in einem 400-Seelen-Dorf in Thüringen und einer Kleinstadt in NRW auf, studierte Medienwissenschaft und Literatur in Bochum und lebt inzwischen in Köln – als Journalistin, Drehbuchautorin, Bloggerin, Performerin und Theaterschauspielerin. Sie betreibt ihren eigenen Interview-Blog (www.biographilia.com) und erhielt bereits mehrere Preise für ihr Schreiben. Die Rechte an ihrem Roman "Die Falle" wurden bereits vor Erscheinen international verkauft, u.a. nach Frankreich, Italien, die Niederlande, Spanien und das englischsprachige Ausland. (Quelle: btb Verlag)

Reflektionen:

Nach dem Lesen von Melanie Raabes „Die Falle“ war ich mir sehr sicher, dass mich „Die Wahrheit“ ebenso begeistern würde, obwohl ich von Geschichten, die wie Kammerspiele wirken, etwas ermüdet war. Gone Girl, Girl on the Train und viele andere, in denen nur wenige Protagonisten agieren, die psychisch labil durch ihre Welten gehen, hinterlassen bei mir leider manchmal eine Lese-Schwerfälligkeit. „Die Wahrheit“ würde ähnlich wirken, verriet mir der Klappentext, aber ich freute mich erneut auf Melanie Raabes literarisch anmutige Sprachgewalt und ihren unverwechselbaren und anspruchsvollen Stil.

Ich liebe es wenn es klein in klein, detailverliebt und ausdrucksstark einhergeht. Wenn ich an den Gedanken der Figuren teilhaben darf, ihre innere Zerrissenheit spüren und das Erzittern ihrer Verunsicherung gegenüber ihrem Umfeld erfühlen kann, ohne von einer blumigen Sprache erdrückt zu werden.

Melanie Raabe gelingt es schriftstellerisch grazil, dem Leser auf besondere Weise die inneren Konflikte der Figuren, zwischen deren Gedankenwelten und dem dann folgenden handeln, bis ins kleinste Detail nah zu bringen und zu erläutern. Die Hauptfiguren, die beide neben einer no0rmalen Lebensweise eine tiefdunkle Seite besitzen, wirken dadurch unendlich zerrissen, niedergeschlagen, aber auch motiviert und angetrieben. Durch die Teilhabe an den Gedanken der Figuren und der intensiven Ich-Erzählweise sind die Charaktereigenschaften sehr deutlich und präsent, so dass ich als Leser ein sehr klares Bild von ihnen vor mir habe.

Die Konflikte und die durchlebten Emotionen der Figuren sowie die Perspektiven, die sich zwischen Sarah und dem „Fremden“ abwechseln, heben die psychologisch aufgebaute Spannung auf ein hohes Niveau an. Der rote Faden Spannung riss für mich niemals ab und trotz dass hier hauptsächlich nur zwei Figuren auf ihre Weise kämpfen, war ich sehr gefesselt und von zahlreichen gut pointierten Cliffhangern angetrieben und fasziniert zu gleivh. Eventuell wirkt die Geschichte so außergewöhnlich intensiv auf mich, da ich die Möglichkeit besaß, Seite um Seite mit kaum einer Unterbrechung lesen zu können.

Betrachtet man als Leser die Handlungsweise der Figuren, dann würde man es persönlich eigentlich anders machen. Der gesunde Menschenverstand gibt beispielsweise vor in einer bestimmten Situation die Polizei aufzusuchen. Doch Melanie Raabe gelingt es spielend leicht dem Leser die erforderliche Akzeptanz abzugewinnen, das die Figuren nur so handeln können und erhält so die Authentizität der Geschichte, dessen schlüssiges Ende dann sogar schon fast banal wirkt.

„Die Wahrheit“ ist kein blutiger Thriller der mit Action vollgepackt ist, sondern vielmehr ein psychologisches Verwirrspiel, dass sich in atmosphärischer Dichte in den Köpfen der Protagonisten abspielt. Die Brutalität in „Die Wahheit“ spiegelt sich einzig in der Betrachtung der menschlichen Abgründe wieder, die in dieser hoch emotionalen und geheimnisvollen Geschichte eine tragende Rolle spielen.

Dennoch, ich bin überzeugt dass „Die Wahrheit“ die Leser in zwei Lager auf splitten wird. Man wird sie mögen oder nicht, aber ein Dazwischen wird es kaum geben.

Zitat:

Ich sehe mich um, das Badezimmer hell erleuchtet durch das einfallende Tageslicht, erinnert mich in seinem strengen Weiß plötzlich an einen Operationssaal. Zittrig will ich mich auf den Rand der Badewanne setzten, streife dabei eine schlanke Phiole mit Schaumbad, die scheppernd und klirrend in die Wanne fällt. Das Geräusch erscheint mit unnatürlich hoch und laut, mir knacken die Ohren, dann wird das linke Ohr taub, schließlich höre ich einen hohen Piepton. Ich sehe dem Fläschchen zu, wie es in der Wanne hin- und herrollt, endlich liegenbleibt. Das Piepen in meinem Ohr wird lauter, helle Flecken breiten sich in meinem Gesichtsfeld aus, und kurz macht nichts mehr einen Sinn. Meine Blicke schweifen rastlos umher, ich versuche, einen Zusammenhang zwischen den Dingen zu erkennen, die ich sehe. Weiß, alles weiß und glatt. Weiße kalte Fliesen. Die glatte, weiße Oberfläche einer Badewanne. Ein weißes Waschbecken. Die weiße Orchidee, weiße Handtücher, weiße Seifenspender, ein weißer Duschvorhang. Nur ein paar Farbtupfer. Die schmale Flasche, die in der Badewanne liegt und mit einer Flüssigkeit gefüllt ist: saphierblau. Eine kleine Taucherbrille mit Schnorchel, neongrün. Eine winzige Darth-Vader-Figur aus Plastik, tiefschwarz. Ein Quitscheendchen, pink. Und ich. Ich blicke an mir herab. Auf meine braungebrannten Beine, die unter meinem weißen Kleid hervorragen, meine kirschroten Zehennägel. Ich blinzle. Spüre die kühle, glatte Oberfläche unter mir, fühle, wie eine Gänsehaut die Härchen an meinen Armen aufstellt, starre auf die Fliesen vor mir. Das Weiß flimmert vor meinen Augen. Ein Wasserhahn tropft, plitsch, plitsch, plitsch, das Geräusch wird immer lauter plitsch, plitsch, plitsch, plitsch, aber ich kann nicht aufstehen und ihn abstellen, ich muss hier sitzen und warten, bis die Taubheit vorbeigeht, der Tremor, der Schwindel. Der leichte Geruch einer Duftkerze, die auf dem Rand der Badewanne steht, steigt mir in die Nase, ich habe vergessen, was so riecht, vielleicht Vanille? Zitrone? Amber?

Mein Herzschlag beruhigt sich langsam.

Fazit und Bewertung:

Die Wahrheit ist ein unblutiger Thriller, der emotional und sprachgewaltig als psychologisches Verwirrspiel die Seiten füllt. Ich empfehle ihn all denen, die sich nicht scheuen, von nur wenigen Figuren durch eine geheimnisvolle Handlung geführt zu werden, die hauptsächlich in atmosphärischer Dichte in den Köpfen der Protagonisten spielt.

Besonders spannend

Von: Petra Samani Datum : 26.09.2016

buchblinzler.blogspot.de/

Sieben Jahre ist es her, dass ihr Mann Philipp während einer Geschäftsreise in Südamerika spurlos verschwand, und Sarah mit ihrem Sohn Leo allein zurückblieb. Erst jetzt beginnt Sarah langsam, sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er nicht zurückkommt. Sie schneidet ihre langen Haare ab, lädt zum ersten Mal wieder Freunde zum Essen ein, kocht zum ersten Mal wieder mit Fleisch und erwägt, die Avancen eines Kollegen anzunehmen.
Genau in diesem Moment taucht ihr Mann wieder auf. Mit gemischten Gefühlen fährt Sarah zum Flughafen. Vor den Augen der Presse trifft sie auf ihren Mann – aber es ist nicht ihr Mann! Ein Fremder gibt sich als Philipp aus und bedroht sie. Wenn sie ihn verrät, wird sie ihr gesamtes, gutsituiertes Leben verlieren.
Sarah versucht trotzdem, Hilfe gegen den Fremden zu bekommen. Aber niemand glaubt ihr, dafür hat ihr vermeintlicher Ehemann gesorgt…
Für Melanie Raabes erstes Buch, „Die Falle“, hatte ich extra die Kategorie „Besonders spannend“ eingeführt, und auch dieses Buch ist wieder etwas ganz Besonderes.
Die Verzweiflung Sarahs, ihre Ausweglosigkeit, ihre Angst, ihren Sohn zu verlieren, werden beim Lesen greifbar. Die Spannung wird konstant hochgehalten, es gibt zahlreiche Wendungen, und das Ende ist – wow.

Ein psychologisch ausgefeilter, grandios erzählter Thriller

Von: Claudia Bett Datum : 24.09.2016

www.claudiabett.com

Ich habe erst vor ein paar Monaten Melanie Raabes Roman "Die Falle" gelesen und war restlos begeistert. Es war zweifellos eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, weshalb ich dem Erscheinungstermin von "Die Wahrheit", dem zweiten Thriller der Erfolgsautorin, nun schon seit einigen Wochen sehnsüchtig entgegenfiebere. Wenn eine Autorin bereits ein so brillantes Buch vorgelegt hat, ist die Erwartungshaltung der Leserschaft natürlich entsprechend hoch und unweigerlich vergleicht man die beiden Bücher. Hätte ich "Die Falle" nicht gelesen und die Messlatte nicht derart hoch angesetzt, wäre ich nun sicherlich begeistert von "Die Wahrheit", aber verglichen mit "Die Falle", ist ihr zweites Buch leider ein wenig schwächer.
Zweifellos ist "Die Wahrheit" ein wirklich guter Thriller, der sprachlich und stilistisch wieder weit aus der Masse anderer Bücher dieses Genres herausragt und diesbezüglich sogar fast noch ausgereifter scheint als sein Vorgänger. Melanie Raabes Schreibstil ist innovativ, ihre Sprache eindringlich, metaphernreich, geradezu poetisch und entwickelt einen ungeheuren Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Außerdem stellt die Autorin auch in "Die Wahrheit" wieder ihr sensibles Einfühlungsvermögen in ihre Figuren unter Beweis. Sie nimmt sich sehr viel Zeit, ihre Hauptprotagonistin einzuführen und den Leser tief in Sarahs Gedanken- und Gefühlwelt eintauchen zu lassen. So lernt man Sarah zunächst als eine Frau kennen, die nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Mannes jahrelang zwischen Hoffen und Bangen schwankte, immer wieder an die glücklichen Tage ihrer Ehe zurückdenkt und sich fragt, ob ihr Mann doch noch am Leben ist. Doch nun ist sie an einem Punkt angelangt, an dem sie endlich wieder nach vorne blicken will und sich von der Vergangenheit zu befreien versucht. Ich konnte mich sehr gut in Sarah einfühlen, denn Melanie Raabe versteht es, Emotionen sehr anschaulich, authentisch und nachfühlbar zu schildern. Auch wenn in den ersten Kapiteln nicht viel passiert, war ich sofort von der Geschichte und dem Schicksal der Hauptprotagonistin gefangen.
Als Sarah mitgeteilt wird, dass ihr Mann noch am Leben ist, sie ihn vom Flughafen abholen will und zu ihrem Entsetzen feststellt, dass der Mann, der vorgibt, ihr verschollener Ehemann zu sein, gar nicht Philipp ist, nimmt die Erzählung rasant an Fahrt auf, denn nun beginnt ein verwirrendes und auch sehr beklemmendes Katz- und Mausspiel. Von nun an werden die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Sarah und dem Fremden erzählt. Da die Gedanken beider Protagonisten aus der Ich-Perspektive geschildert werden, man also beiden Charakteren gleichermaßen nahekommt, fiel es mir von Kapitel zu Kapitel schwerer, mich weiterhin mit Sarah zu identifizieren, denn je tiefer ich nun auch in die Sichtweise des Fremden vordrang, umso verwirrter war ich. Auch wenn die Kapitel, die aus der Perspektive des Fremden geschildert werden, voller kryptischer Anspielungen sind und keine Auskünfte über seine Identität oder seine Motive geben, wurde mir Sarah im weiteren Verlauf der Erzählung zunehmend suspekter, zumal ihr Handeln zuweilen recht wenig Sinn machte. Einerseits waren die Ängste, die sie durchlitt und die latente Gefahr, in der sie schwebt, seit der Fremde in ihrem Haus wohnt, deutlich spürbar und auch nachvollziehbar, aber andererseits hatte ich auch häufig den Eindruck, dass sie allmählich hysterisch wird, nicht das Unschuldslamm ist, das sie vorgibt zu sein, und nicht sie, sondern vielmehr der Fremde in Gefahr schwebt. Durch den ständigen Wechsel der Perspektive und geheimnisvolle Andeutungen wird die Spannung stets aufrechterhalten und der Leser immer tiefer in dieses Verwirrspiel hineingezogen, in dem er irgendwann nicht mehr weiß, wem er noch trauen kann. Durch die unzuverlässige Erzählweise werden die Geschehnisse, aber auch die Protagonisten immer wieder in ein anderes Licht gerückt, wodurch die Spannung kontinuierlich gesteigert wird. Man weiß eben nicht, wer der Fremde ist, was er im Schilde führt, aber man ahnt irgendwann auch, dass Sarah ein düsteres Geheimnis hütet und keineswegs nur Opfer ist.
Somit wird eine subtile psychologische Spannung aufgebaut, die sich über das ganze Buch hinweg hält, obwohl im Grunde eigentlich recht wenig passiert. Wer einen blutigen, brutalen oder temporeichen Thriller erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein, denn Melanie Raabe verzichtet auf brutale, actionreiche Szenen und blutige Details, sondern setzt vielmehr auf die pointierte Betrachtung menschlicher Abgründe und atmosphärische Dichte.
Bereits in "Die Falle" inszenierte die Autorin ein beklemmendes Verwirrspiel, das mit einem fulminanten Plot-Twist endete, aber gerade dies wollte Melanie Raabe in "Die Wahrheit" nun leider nicht gelingen. Ich kann das Ende hier natürlich nicht verraten, es ist durchaus schlüssig und überraschend, aber es ist vor allem deshalb so überraschend, weil es vollkommen banal ist. Ich mag es ja, wenn ich in einem Thriller immer wieder auf die falsche Fährte gelockt werde, aber ich habe mich am Ende dieses Buches regelrecht veräppelt gefühlt. Warum muss eine Geschichte, die so viel Potenzial hat und über mehr als 400 Seiten spannend und grandios erzählt wurde, am Ende so verpuffen?
Und so bleibt von einem wirklich packenden und großartig erzählten Thriller um Schuld und Verdrängung leider ein etwas fader Nachgeschmack.

Die Wahrheit

Von: Iris gasper Datum : 22.09.2016

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Sarah lebt mit ihrem achtjährigen Sohn Leo im Haus ihres vor sieben Jahren verschwundenen Ehemanns Philipp Petersen. Sie ist Lehrerin. Das große Vermögen ihres Mannes hat sie bisher nicht angerührt. Immer hat sie auf seine Rückkehr gehofft, nie verstanden wie es sein kann, dass ein Mensch auf eine Geschäftsreise geht und nicht zurückkommt und das, wo doch zwischen ihnen alles so perfekt war.

Nun steht Sarah kurz davor ihr Leben zu ändern. Eine neue Liebe zu einem Kollegen hat sich entwickelt und es scheint an der Zeit in ein neues Leben zu starten. Doch da erhält sie über das Auswärtige Amt die Nachricht, dass man ihren Mann gefunden hat und er nun nach langjähriger Gefangenschaft in die Heimat zurückkehren wird. Natürlich holt Sarah ihren Philipp am Flughafen ab, doch sie merkt sofort, dass hier etwas nicht stimmt. Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist ein Fremder. Sie ist verwirrt, reagiert verstört und vollkommen neben der Rolle. Ihre Versuche gegenüber den Beteiligten deutlich zu machen, dass dieser Mann ein Fremder ist, schlagen fehl.

Von diesem Mann im eigenen Haus fühlt Sarah sich fortan bedroht. Aufgrund seines Handelns jedoch erinnert sie sich auch wieder an Dinge aus ihrem Leben mit Philipp. Dinge, die zeigen, dass nicht alles so rosig war, wie es zunächst den Anschein hatte. Der Mann weiß viel, viel zu viel. Aber woher?

„Die Wahrheit“ ist der neue Roman der Autorin Melanie Rabe und eine Geschichte, die es in sich hat. Der Leser erhält hier abwechselnd aus der Sicht von Sarah und aus der Sicht des Fremden Informationen und ist hinsichtlich der Geschehnisse nicht weniger verwirrt als Sarah selbst. Mehr als einmal steht die Frage im Raum, ob Sarah Schuld auf sich geladen hat und dies nun gerächt werden soll. Aber das Was, das Wie und das Warum bleiben fraglich. Umso überraschender und auch überraschend realistisch kommt dann die Auflösung und die endgültige Wahrheit ans Licht. Für mich war das ein gelungenes Ende nach einer Geschichte voller Anspannung und Spannung.

Eine grandiose Lektüre, die man als Fan von Spannungsromanen gelesen haben sollte.

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