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Leserstimmen (30)

Owen Sheers: I Saw a Man

I Saw a Man Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04669-7

Erschienen: 22.02.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Ein Gänsehaut-Buch, das mich noch lange beschäftigen wird

Von: Cocolinchen Datum : 28.01.2017

cocolinchenundkatti.blogspot.de/

I saw a man ist mir wirklich unter die Haut gegangen. Ich hätte beim Lesen des Klappentextes nicht für möglich gehalten, dass dieser Roman solche Emotionen bei mir auslösen könnte. Und doch ist es passiert. Ich war so gefesselt und bin es irgendwie immer noch.

Zusammen mit Michael stellt man sich wieder dem Alltag nach diesem einen Tag. Nach jenem Tag, an dem einem ein geliebter Mensch genommen worden ist. Und ich muss sagen, auch wenn der Protagonist ein Mann ist, habe ich mich hin und wieder in ihm erkennen können. Gerade in seiner Trauer. Er versucht das, was wohl oder übel nach dem Tod seiner Frau passieren muss. Er muss weitermachen, weiterleben und an jedem Tag wieder schmerzlich feststellen, in welchen Situationen ihm seine Frau fehlt. Nämlich in jeder. Alles erinnert einen an diesen Menschen und auch ein Ortswechsel kann daran nichts ändern. Die Toten ziehen mit uns um. Aber wann kann man als Hinterbliebener, was für ein grauenhaftes Wort, wieder weitermachen. Wann tut es nicht mehr weh? Wann erscheint allem nicht mehr alles lächerlich und grotesk?
Irgendwann scheint Michael diesem Punkt näher zu kommen und seine neuen Nachbarn könnten der Schlüssel zu einem neuen Glück sein. Er fängt wieder an am Leben teilzunehmen.

Teilweise hätte ich dieses Buch unter anderen Umständen vielleicht als langatmig empfunden, aber irgendwie weiß Owen Sheers, eine gewisse Spannung aufzubauen und am Leben zu erhalten.
Man betritt mit Michael das Haus seiner Nachbarn und weiß, er wird auf irgendetwas Schlimmes stoßen und man will eigentlich sofort erfahren, was denn nun in dem Haus passiert sein könnte. Ich hätte Michael manchmal am liebsten angestoßen und ihm gesagt, "los, geh schneller!", aber Sheers spannt seine Leser auf die Folter und das ist auch gut so!
Natürlich hatte ich gleich schon einen bestimmten Verdacht, aber ob sich der bestätigt hat, das will ich Euch nicht verraten! ;-)
Parallel zu Michaels Erkundung des Hauses wird erzählt, was mit Caroline passiert ist, wie er seine Nachbarn immer besser kennenlernt und was ihn bewegt.
Dieser Aufbau hat mir gut gefallen, auch wenn er mich manchmal wirklich Nerven gekostet hat, denn ich wollte einfach unbedingt wissen, was denn nun passiert ist. Ich habe aber durchgehalten und nicht vorgeblättert! ;-)

Ihr merkt also, mich hat I saw a man vollkommen überzeugen können.
Was auch ein wenig am Protagonisten selbst liegt. Michael hat eine ruhige und besonnene Art. Er ist erfolgreicher Autor und hat schon viel erlebt. Zu den schlimmsten Dingen gehört bisher der frühe Tod seiner Frau. Doch was dieser indirekt alles beeinflusst, hätte ich mir nicht träumen lassen.
Michael hat eine zurückhaltende Art und ist sehr pflichtbewusst. Man könnte ihn sogar als langweilig einstufen. Sein Nachbar Josh ist das komplette Gegenteil, aber trotzdem stimmt die Chemie zwischen den beiden. Michael bekommt einen Einblick in Josh's Familie und geht nach kurzer Zeit bei seinen Nachbarn ein und aus. Alles scheint vollkommen, fürs Erste jedenfalls.
Man spürt, dass Michael noch nicht richtig loslassen kann, aber dafür gibt es gute Gründe, denn eines Tages erreicht ihn ein Brief, der wieder alles aufwirbelt. Doch auch hier hat mir seine Reaktion gefallen.
Michael ist eben menschlich und würde im ersten Moment manchmal am liebsten ganz anders reagieren, so wie das bei fast jedem von uns ist. Doch dann besinnt er sich und handelt überlegt. Und macht auf diese Art und Weise teilweise auch seinen Frieden mit seiner Geschichte.
Genau in solchen Situationen habe ich mich in ihm wiedererkannt. Gerade Gefühle wie Wut und Trauer können einen im ersten Augenblick wahnsinnig machen. Man kann nicht klar denken und will so handeln, wie man es sonst niemals machen würde. Und genau die Dinge, die man sich in einem Moment, in dem man zum Platzen voll von Gefühlen ist, ausmalt, setzt man mit etwas Abstand zu diesen Gefühlen dann nicht um. Und das Interessanteste daran ist, dass einen das widererwartend nicht einmal berührt. Man lässt die wirren Pläne einfach fallen und allein das reicht, um einem das Gefühl von Frieden wiederzugeben. Ein Frieden mit sich selbst. Ich hätte Michael an dieser Stelle wahrscheinlich nicht so gut verstehen können, wenn ich so etwas nicht selbst erlebt hätte.

Allerdings kann ich nicht alle seiner Entscheidungen nachvollziehen und hätte im entscheidenden Moment anders reagiert. Denke ich jedenfalls!

Insgesamt ein Roman, der mich sehr bewegt und aufgewühlt hat. Es geht um Verlust, Trauer, Loslassen, Schuld und darum, wie sehr die Wahrheit das Leben so vieler Menschen beeinflussen kann, wenn sie verborgen bleibt. I saw a man regt zum Nachdenken an und ich bin sicher, dass sich der ein oder andere von Euch in diesem Roman auch wiedererkennen könnte.

Und ich wüsste wirklich gern, was aus Michael geworden ist.

I Saw a Man

Von: Miss.mesmerized Datum : 24.09.2016

miss-mesmerized.blogspot.de/

Ein gefährlicher Einsatz, ein Versehen, eine ganze Reihe von Opfern. Die Journalistin Caroline stirbt bei einem Auslandsdreh in Afghanistan durch eine amerikanische Rakete. Ihr Mann Michael kann den Verlust kaum ertragen, schon gar nicht im gemeinsamen Haus in Wales. In London hofft er sich ablenken und weiter an seinem aktuellen Buch arbeiten zu können. Seine neuen Nachbarn, Josh und Samantha mit den Töchtern Rachel und Lucy, schließen schnell mit ihm Freundschaft und kümmern sich um ihn in seiner Phase des Trauerns. Er wird zum fünften Familienmitglied und bewegt sich frei in ihrem Haus. Eines Nachmittags will er nur schnell einen Schraubenzieher abholen, den er Josh geliehen hatte. Seltsamerweise steht die Hintertür offen. Ein ungutes Gefühl zieht Michael in das Obergeschoss des scheinbar leeren Hauses. Ein Geräusch lässt ihn erst erschrecken und löst dann eine unheilvolle Kette von Ereignissen aus. Auf der anderen Seite des Atlantiks hadert ebenfalls ein Mann mit dem Schicksal und am Ende stehen gleich drei Männer vor der Frage, wie sie mit der Schuld, die sie auf sich geladen haben, leben sollen.

Owen Sheers schafft es, den Leser zu fesseln und wirft ihn immer wieder neue Spuren und unerwartete Wendungen hin, die den Roman unzählige Male in eine völlig andere Richtung lenken. Seine Rahmenhandlung wird durch die Ereignisse des einen, unheilvollen Nachmittags im Juni bestimmt. In Zeitlupe bewegt sich Michael im Haus seiner Nachbarn, jeder Schritt wird unterbrochen von Erinnerungen an Caroline und die Erinnerungen eines anderen Mannes. Wenige Andeutungen lassen ahnen, was passieren wird, um dann die Katastrophe ein weiteres Mal zu verzögern. Auch der Ton wandelt sich, je nachdem wo wir uns befinden: im Haus herrscht äußerste Anspannung und die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt – dann wiederum sind wir mit Michael in der Trauer um seine Frau oder bei dem amerikanischen Soldaten und seinen Erinnerungen an den schlimmsten Tag seines Lebens. Hier wird der Ton ruhig und melancholisch nur um dann wieder an den neuen Tatort zurückzukehren. Das eigentliche Ereignis, auf das die Geschichte lange Zeit hinsteuert, ist dann doch ganz anders als erwartet und hat vor allem ungeahnte Folgen für die Zeit danach – hier kann Sheers sich wirklich von der Masse der Krimis absetzen. Mehr zu schreiben würde potenziellen Lesern nun den Spaß verderben, bleiben wir dabei: eine wirklich gute Idee auch hervorragend umgesetzt. Einzig das Ende fand ich einerseits recht knapp und zum anderen für das, was ihm vorher gelungen war, etwas zu dünn.

Als Roman kategorisiert kann der Text jedoch mit erstaunlich viel Spannung punkten und darüber hinaus auch ganz wichtige Fragen nach Schuld und Verantwortung aufreißen. Vieles kam für mich unerwartet – wirklich ein Buch, das in vielerlei Hinsicht überraschen kann.

Owen Sheers: "I Saw a Man"

Von: Liesa Datum : 08.09.2016

fruehlingsmaerchen.wordpress.com

Mein Interesse hat “ I Saw a Man“ geweckt, nachdem ich auf der Rückseite des Buches las, dass dieser Roman das Richtige sei für alle Fans von Ian McEwan und Donna Tartt. Zugegeben, ich habe von beiden Autoren bisher nur jeweils ein Buch gelesen, aber gerade der Schreibstil und die Art und Weise des Erzählens dieser beiden Bücher haben sich bei mir eingeprägt und haben deswegen auch hohe Erwartungen in Bezug auf „I Saw a Man“ geschürt. Protagonist ist Michael, der den tragischen Tod seiner Frau verarbeitet, die als Reporterin in Afghanistan unterwegs war und dort Opfer eines Drohnenangriffes wurde. Um mit seiner Trauer fertig zu werden, zieht Michael vom gemeinsamen Landsitz wieder nach London. Die Geschichte beginnt einige Monate später, als Michael das Haus seiner Nachbarn betritt, um einen verliehenen Schraubenzieher zurückzuholen. Er wundert sich darüber, dass die Tür offen steht, aber scheinbar niemand Zuhause ist und versucht zu ergründen, was im Nachbarshaus vor sich geht. Dabei wird in immer wiederkehrenden Rückblenden Michaels Vergangenheit aufgearbeitet und Michaels Persönlichkeit sowie die Entstehung der Freundschaft zwischen ihm und seinen Nachbarn illustriert.

Die Geschichte wird extrem langsam aufgebaut; man spürt schon gleich zu Beginn, dass irgendetwas im Nachbarshaus nicht stimmt und wird dann mit zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit auf eine extreme Geduldsprobe gestellt, was die Spannung natürlich ins Unermessliche treibt. Um Spoiler zu vermeiden, möchte ich aber gar nicht mehr so sehr auf den inhaltlichen Aspekt des Buches eingehen und es bei diesen Ausführungen belassen.

Das Buch ist Drama und Thriller in einem irgendwie, auch wenn vieles unausgesprochen zwischen den Zeilen stehen bleibt und das Tempo sehr gemächlich ist. Gleichzeitig ist es aber auch eine faszinierende und teilweise fast schon psychologische Auseinandersetzung mit dem Menschsein und hat mich teilweise sehr an „Everything I Never Told You“ von Celeste Ng erinnert, auch wenn die Geschichte eine ganz andere war. Besonders interessant und gelungen empfand ich Owen Sheers‘ Auseinandersetzung mit den Schuldgefühlen seiner Figuren und den moralischen Kämpfen, die sie innerlich austrugen. Das Buch lebt nicht nur von seiner Geschichte, sondern auch besonders von den Gedanken und Gefühlen seiner Protagonisten, der Trauer, dem Verlust und der schweren Last des eigenen Gewissens.

Auch was den Schreibstil angeht, wurde ich vom Buchrücken nicht enttäuscht. Die Werke, die ich von Ian McEwan und Donna Tartt bisher las, haben sich nicht nur wegen ihrer einzigartigen und packenden Geschichte in mein Gedächtnis gebrannt, sondern auch wegen des einmaligen Schreibstils. Mir fällt es immer schwer, Schreibstile zu beschreiben und in Worte zu fassen, was mir besonders gut daran gefiel, aber Owen Sheers schreibt einerseits sehr detailliert und ausführlich, schafft es aber andererseits auch, komplizierte Gefühle und Gegebenheiten treffend in wenigen Sätzen wiederzugeben. Ich hatte viel Freude beim Lesen und war begeistert davon, wie angenehm und flüssig der Roman sich lesen ließ.

Wer psychologische, sich langsam aufbauende und die Spannung steigernde Bücher mag, die sich intensiv mit den Figuren auseinandersetzen und dabei auch noch unheimlich gut geschrieben sind, der liegt mit „I Saw a Man“ sicher nicht falsch, denn das Buch bringt meiner Ansicht nach all dies mit. Ich vergebe 4 von 5 Sternen, weil mir manche Stellen und Beziehungen doch an Tiefe gefehlt haben, bzw. ich mir gewünscht habe, dass der Autor sich noch eingehender damit befasst hätte – alles in allem kann ich „I Saw a Man“ jedoch guten Gewissens und von ganzem Herzen empfehlen.

I saw a man...

Von: Caras Bücherwahn Datum : 16.08.2016

carasbuecherwahn.blogspot.de/

Meine Meinung:
Ich war vom Klappentext her sehr gespannt auf das Buch. Da es ein Roman ist habe ich natürlich nicht auf einen großen Thriller gehofft, aber durch die Beschreibung doch eine recht spannende Geschichte. Leider hat es sehr sehr lange gedauert, bis etwas ins rollen kam und selbst dann wollte die Geschichte nicht richtig starten. Der Schreibstil lässt sich zwar mehr oder weniger gut lesen, aber mir hat der rote Faden der Geschichte gefehlt. Der Stil der Geschichte hat mich etwas an "Bobby" von Eddie Joyce erinnert. Es gibt eine Story im jetzt und außen herum werden die Lebensgeschichten der einzelnen Personen komplett aufgerollt. Dadurch kommt die eigentliche Geschichte, deren Idee sehr gut ist, nicht wirklich in Gang. Insgesamt finde ich, dass es ein Roman ist mit einer guten Kern Idee, aber zu viel außen rum.

Bewertung: ♥♥♥

I saw a man, Owen Sheers

Von: Mia M. Datum : 21.07.2016

www.miasbuecherchaos.blogspot.de

Ein sehr tiefgründiger Roman der ein aktuelles Thema behandelt über das man sich selbst Gedanken macht.

Meine Meinung:

Ich hatte dem Buch erstmal gar nicht so viel Beachtung geschenkt, bis ich dann eine tolle Rezension dazu gelesen hatte. Ab da wusste ich das ich dieses Buch unbedingt lesen möchte.

Der Schreibstil...

... bleibt durchgehend flüssig und leicht. Er ist total spannend wie ein Thriller. Man kann sich leicht, viele Situationen bildlich vorstellen. Das Buch wird aus der Sicht von Michael, dem Protagonisten, erzählt. Die Sicht wechselt öfters die Zeiten. Michael berichtet aus der Gegenwart aber, auch aus seiner Vergangenheit.

Die Charaktere...

... mit Michael könnte ich mich nicht direkt anfreunden. Er war am Anfang etwas undurchschaubar und man lernt ihn erst nach und nach richtig kennen. Seine Handlungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Die Nebencharaktere waren in Ordnung und authentisch.

Die Handlung...

...ist strukturiert und nicht vorhersehbar. Der Autor behandelt ein aktuelles Thema sodass, man sich nach dem Lesen Gedanken darüber macht. Der Roman handelt über schicksalhafte Situationen im Leben.

Ein faszinierendes und cleveres Erzählgerüst

Von: Buchmagie Datum : 11.07.2016

https://m.facebook.com/buchmagie88





Michael Turner zieht nach dem schmerzhaften Tod seiner Frau von einem kleinen Cottage in Wales zurück nach London in die Stadt. Zu viele schmerzhafte Erinnerungen verweilen in dem Cottage an Caroline, die journalistischen Tätigkeiten in Pakistan nachging und bei einer Explosion ums Leben kam.
In London schließt Michael, durch einen puren Zufall, relativ schnell Freundschaft mit seinen Nachbarn Josh und Samantha Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen beiden Töchtern Rachel und Lucy direkt nebenan in einem Haus und schon bald geht Michael bei den Nelsons - wie selbstverständlich - ein und aus.
Doch an diesem Samstagnachmittag im Juni sollte sich ihr aller Leben schlagartig verändern. Denn an diesem Nachmittag betritt Michael das Haus der Nelsons durch die offene Hintertür mit einem äußerst unguten Gefühl. Es scheint nämlich niemand im Haus zu sein, doch warum stand dann die Hintertür auf? Das sieht den Nelsons gar nicht ähnlich...

Anscheinend sind genau diese Geschichten so besonders und so faszinierend, von denen man es am Anfang überhaupt nicht erwartet hätte. Neugierig wurde ich auf "I saw a man" von Owen Sheers, ganz altmodisch und einfach, durch den Klappentext, weil der ziemlich clever formuliert wurde. Ein, mir bisher unbekannter, Protagonist, der das scheinbar leere Haus seiner Nachbarn und Freunde durch die offene Hintertür betritt und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die keiner mehr aufhalten kann. Das klingt natürlich erst einmal ziemlich spannend und mysteriös und das war es auch, da der Autor ziemlich lange den Leser im Unklaren darüber lässt, was in dem Haus der Nelsons vorgeht.
Was mich aber besonders an der Geschichte beeindruckt hat, war die Art und Weise des Erzählens. Absolut clever, unvorhersehbar und wahnsinnig spannend, hat Owen Sheers hier ein ganzes Erzählgerüst aufgebaut, bestehend aus Rückblicken in die Vergangenheit, parallelen Handlungssträngen und der eigentlichen präsenten Geschichte, die den Protagonisten Michael im Haus der Nelsons dokumentiert. Durch dieses Erzählgerüst, das ich auf diese Art und Weise noch nirgendwo anders gelesen habe, hat mich dieses Buch unglaublich fasziniert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Und ich meine sogar zu behaupten, dass ich möglicherweise eine andere Meinung zu dem Buch gehabt hätte, wenn die Erzählweise sich nicht genauso dargestellt hätte, wie es in "I saw a man" der Fall ist. Ob diese Meinung positiver oder negativer ausgefallen wäre, kann ich nicht sagen aber sie wäre anders gewesen.
Wer aber genau diese besonderen Arten des Erzählens mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Owen Sheers ist eine faszinierende und spannende Geschichte über die Last von Geheimnissen gelungen. Ein besonderes Buch, das mich auch Tage, nachdem ich die letzte Zeile gelesen habe, nicht mehr losgelassen hat. Man muss sich gewiss auf die Story einlassen aber wenn man das einmal getan hat, dann kann man dieses Buch nicht mehr weglegen.

Ein tragisches Ereignis verändert alles: „I saw a man“ von Owen Sheers

Von: Nika Datum : 28.06.2016

https://storiesonpaper.wordpress.com

„I saw a man“ hat mich durch den Klappentext sofort angesprochen. Was befindet sich hinter der Tür? Was genau passiert im Haus, das die Protagonisten nicht mehr loslässt? Die Inhaltsangabe weckt große Erwartungen, doch leider kann der Roman nicht halten, was er verspricht. Es ist schwer, die Handlung zu kritisieren, ohne viel zu verraten. Für mich waren das „Ereignis“ und die daraus resultierenden Folgen zu schnell abgehandelt. Der eigentliche Fokus lag auf den Biografien der Protagonisten, sodass das der Einschnitt im Haus fast schon zur Nebensache wird. Immer dann, wenn es spannend wird, unterbricht Owen Sheers mit langen Rückblenden die Situation und schildert teilweise Momente, die nichts für die Handlung tun. So ist beispielsweise der Nebenstrang um den Soldaten Daniel für mich viel zu lang und detailliert. Zwar hat die Figur eine wichtige Rolle, dennoch hätte man sich diesen Einblick fast komplett sparen können.

Fazit: Owen Sheers erzählt sehr gefühlvoll von tragischen Momenten, die den Menschen prägen und vom Schicksal in all seinen Facetten. „I saw a man“ ist eher ein Drama, als ein Thriller. Größtes Problem ist daher der Klappentext, der sicher die falschen Leser anspricht. Der Roman konnte mich leider nur bedingt fesseln und hat durch meine falschen Erwartungen eine große Enttäuschung hinterlassen, daher vergebe ich 2 von 5 Sternen.

Wie geht man mit Schuld um?

Von: Sommermaedel22 Datum : 26.06.2016

sommermaedchenswelt.de

Inhalt
Es war an einem Samstagnachmittag im Juni, als sich ihrer aller Leben komplett veränderte: schlagartig, nur wenige Minuten, nachdem Michael Turner das Haus der Nelson durch die Hintertür betreten hatte. In der Stille wirkte es als wäre niemand daheim.

„Ohne den Leser ist eine Geschichte weiter nichts als eine – da haben wir es wieder – Anhäufung von Gedanken auf einem Blatt Papier“ Seite 253

Meinung
Michael Turner ist Journalist und Schriftsteller, eigentlich mehr Schriftsteller, denn das ist sein größter Traum und er hat ihn sich verwirklicht. Er schreibt Bücher über reale Personen oder Sachen, die er erlebt hat und er besitzt die Kunst sich selbst aus den Büchern herauszuschreiben. In Amerika ist er sehr erfolgreich mit seinen Büchern, doch dann reizt es ihn dort nicht mehr und er kehrt nach Hause zurück, nach London. Dort beginnen wir. Michael lebt nach dem Tod seiner Frau, Caroline in einer kleinen Wohnung im Dachgeschoss. Als er dort einzieht lernt er seine Nachbarn kennen. Samantha und Josh Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen zwei Kindern neben an. Die Geschichte beginnt damit, dass Michael in das Haus seiner Nachbarn geht, weil die Hintertüre offensteht. Er möchte sich seinen Schraubenzieher wieder zurückholen, den er Josh geliehen hat. Als er in dem Haus steht bemerkt er das niemand daheim ist. Es kommt ihm unheimlich vor und anstatt wieder nach draußen zu gehen und die Polizei zu alarmieren oder Josh zu erreichen streunt er weiter durch das Haus auf der Suche nach dem Schraubenzieher. Das ist schon der erste Punkt, von vielen den ich nicht verstehen kann. Michael, kennt die Nelsons gerade mal 7 Monate. Keine besonders lange Zeit und schon geht er einfach in ihr Haus? Er klingelt nicht, nein er spaziert einfach hinein. Er ruft zwar nach Samantha und Josh, doch nachdem er keine Antwort bekommen hat geht er trotzdem einfach in das Haus hinein. Er streift seine Schuhe ab, weil diese voller Erde sind und er bemüht sich so wenig wie möglich anzufassen, da auch seine Hände voll damit sind. Er verhält sich wie ein Dieb oder Einbrecher. Während er durch das Haus streift lernen wir seine Frau Caroline kennen, wir erleben wie die zwei sich kennen lernen und verlieben, wie sie heiraten und ein Haus kaufen und wie alles mit einem Knopfdruck beendet wird. Wie er seine Frau verliert und in ein tiefes Loch fällt. Seine Frau stirbt bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer. Dann kommt neben dem Ehepaar Nelson noch eine weitere Person ins Spiel: Daniel McCullen, ein amerikanischer Pilot, der auch eine Familie besitzt. Am Anfang war ich etwas irritiert, er hatte für mich so gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun, aber nach und nach dämmert mir dann schon wieso er jetzt auch noch dazu kam und wieso seine Person eine noch große Rolle spielen wird. Micheal ist immer noch auf Streifzug durch das Haus seiner Nachbarn. Samantha und Josh sind liebevolle Eltern für ihre Kinder Rachel (6 Jahre) und Lucy (4 Jahre), doch in ihrer Ehe gibt es eine nicht zu verleugnende Spannung, die auch Michael nicht verborgen bleibt, dennoch möchte er mit beiden befreundet sein, denn von dieser Freundschaft profitieren sie alle drei. Dann passiert etwas absolut schreckliches und Michael reagiert wieder so wie ich es überhaupt nicht erwartet hätte. Er lässt mich fassungslos auf dem Sofa zurück und ich kann einfach nur noch den Kopf schütteln. Was bitte sollte das? Wieso reagiert er so? Um Himmelswillen! Er kommt auch später nicht wirklich zur Vernunft. Nein, er spielt ein Spiel und redet sich eine echt verdrehte Wahrheit ein.

Die verschwiegene Wahrheit ist wie ein riesiger Müllberg. Den kannst du zuschütten, so viel du willst, beim nächsten Regen kommt er wieder zum Vorschein. Seite 41

Jeder in diesem Buch hat Schuld auf sich geladen, zumindest die drei Männer. Irgendwie ist alles Schein. Jeder belügt, betrügt oder verbiegt sich die Wahrheit so, dass er gut da steht und es irgendwann wirklich zu seiner Wahrheit wird, an die er glaubt. Der einzige, der für mich vollkommen nachvollziehbar handelt ist Daniel. Er hat einen Befehl ausgeführt und ist deswegen, derjenige, der eine Schuld aufgeladen bekommen hat, weil er seine Pflicht erfüllt hat und seinem Land gedient hat. Michael Turner ist mir immer etwas suspekt und unsympathisch geblieben. Ein Charakter, in welchen ich mich so gar nicht hineinversetzen konnte. Auch Josh blieb mir immer ein bisschen fremd, aber noch lange nicht so wie Michael, denn er hat etwas in Gang gesetzt, was er nicht mehr stoppen kann, doch er hat zu jeder Zeit in der Hand etwas zu ändern, doch er ist nicht in der Lage sich das einzugestehen. Das Ende des Buches hat mich überrascht und irgendwie auch wieder nicht. Es wäre durchaus möglich, dass es so endet, es hätte aber auch anders ausgehen können. Hätte Michael es geschafft sich selbst die Wahrheit einzugestehen.

Fazit
In diesem Buch geht es um Trauer, Verlust und Schuld. Wie geht man mit Schuld um? Läuft man weg oder stellt man sich ihr mit aller Konsequenz?

Die Folgen eines Augenblicks

Von: Books and Biscuit Datum : 14.06.2016

booksandbiscuit.blogspot.de

Nach dem Tod seiner Ehefrau Caroline zieht Michael Turner nach London, um neu anzufangen. Mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons, freundet er sich schnell an. Mit Josh geht er joggen, mit Samantha kann er sich stundenlang unterhalten und die Kinder Lucy und Rachel mögen ihn ebenfalls. Bald schon besucht er sie regelmäßig, isst bei ihnen zu Abend und geht wie ein Familienmitglied ein und aus.

Doch ein Tag im Juni soll ihrer aller Leben verändern. Michael, der im Garten arbeitet, sieht dass die Hintertür der Nelsons offen steht. Im Haus selbst ist es still. Michael geht hinein, ruft nach Josh und Samantha, denkt an einen Einbruch. Vor dem Treppenabsatz überkommt ihn plötzlich ein seltsames Gefühl. Als ob Caroline hier wäre, oben, in einem der Schlafzimmer. Wie in Trance steigt er die Treppe hinein. Und das Unglück nimmt seinen Lauf.

I saw a man erzählt die dramatische Geschichte von drei Familien, deren Leben durch Schicksalsschläge miteinander verknüpft sind. Hätte Daniel nicht die Rakete gesteuert, die das Auto mit dem Terroristen abgeschossen hätte, wäre Caroline nicht gestorben. Wäre Caroline noch am Leben, hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt. Hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt, hätte sich jener Tag im Juni nie ereignet und ihr Leben hätte sich nicht so entwickelt, wie es das nun tut.

Der eigentliche Protagonist ist Michael, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt. Mal sind wir im Hier und Jetzt, mal erzählt er von seiner Zeit mit Caroline. Aber auch Daniel, der die Rakete gesteuert hat, und Josh, der ebenfalls Schuld an dem Unglück des Junitages trägt, gewähren uns immer wieder Einblicke in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

I saw a man ist ein ruhiges, nachdenkliches Drama. Ohne viel Action, Handlungsspannung oder emotionale Dialoge erzählt es von dem Welleneffekt, den ein einzelner schicksalshafter Moment auslösen kann. Es geht um das bedrückende Gewicht eines Geheimnisses, um den Drang, zu gestehen. Um das Gewissen, das gegen den Selbsterhaltungstrieb ankämpft. Um Moral gegen Angst. Es ist ein ruhiges Buch, und ein gutes.

Deutlich weniger spannend als erwartet

Von: Daniela U. Datum : 31.05.2016

www.literaturschock.de

Michaels Frau Caroline ist bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen. Sie war als Journalistin in Afghanistan unterwegs und wurde durch einen Drohnenangriff irrtümlich getötet.
Michael ist verzweifelt. In ihrem gemeinsamen Haus hält ihn nichts mehr und er zieht in eine Wohnung in London. Obwohl er eigentlich keinen Kontakt zu anderen Menschen sucht, freundet er sich mit der Familie Nelson, seinen Nachbarn, an. Josh, Samantha und ihre beiden kleinen Töchter bieten ihm Freundschaft ohne Vorbelastungen und er fühlt sich wohl in ihrem Kreis. Doch eines Tages geschieht etwas Schreckliches.

Soweit zur Handlung. Es gibt noch einen weiteren Handlungsstrang, der sich mit dem amerikanischen Soldaten Daniel McCullen beschäftigt, der die verhängnisvolle Drohne gesteuert hat.

Das Buch wird als „atemberaubendes Drama“ beschrieben. Drama gibt es auf jeden Fall genug, atemberaubend fand ich es allerdings gar nicht. Die Handlung verläuft ziemlich schleppend, daran ändern auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen nichts. Nachdem klar wurde, was genau im Haus der Nelsons passiert ist, fragte ich mich die ganze weitere Zeit, ob es das nun gewesen ist oder ob noch etwas kommt. Bis zu diesem Punkt baut sich noch eine gewisse Spannung auf, die dann aber ziemlich wirkungslos verpufft.

Geradezu mit dem Holzhammer zeigt der Autor, wie kleinste Entscheidungen und Zufälle das Leben ändern und beeinflussen können, sei es das eigene Leben, das von Menschen in der nächsten Nachbarschaft oder über Kontinente hinweg. Schuld und Verantwortung sind die großen Themen der Geschichte. Daraus hätte man so viel machen können, aber für mich ist es in diesem Buch nicht gelungen, ich habe irgendwann nur noch quergelesen, immer in der Hoffnung, dass noch etwas passiert, aber da kam nichts. Für mich daher leider eine Enttäuschung!

Andere Erwartungen

Von: zitrosch Datum : 23.05.2016

zitroschsleseland@blogspot.de

Michael "flieht" geradezu aus dem Haus, das er mit seiner Frau Caroline bewohnt hat. Sie war Auslandsjournalistin und starb bei einem Dreh in Afghanistan.
So bezieht er nun, mit seinem Schmerz und seiner Trauer, ein Apartment in Hampstead Heath/ London. Michaels neue Nachbarn sind die Nelsons, die ihn sofort freundlich willkommen heißen. In kurzer Zeit entsteht innige Freundschaft zwischen dem Witwer und dem Ehepaar Josh und Samantha.
Eines Tages dann entdeckt Michael, dass die Hintertür des Nachbarhauses offen steht. Doch er weiß sicher, dass Samantha verreist und Josh mit den beiden Töchtern unterwegs ist. Obwohl er ein ungutes Gefühl hat, betritt er dennoch das Haus. Es kann ja nichts schaden nach dem Rechten zu sehen. Außerdem kann er dann gleich nach seinem ausgeliehenen Schraubenzieher suchen. Josh hat sicher nichts dagegen. Mit diesen Gedanken betritt er das Haus seiner neuen Freunde. Den Schraubenzieher findet er auf den ersten Blick zwar nicht, doch setzt er mit dem Betreten der Wohnung ungeahnte Dinge in Gang.

Owen Sheers hat mit seinem Buch "I saw am man" einen Thriller geschrieben, dessen Aufbau ich zum einen so nicht erwartet habe und der mir auch zum anderen nicht gefallen hat.
Während des Lesens wartete ich mit Spannung auf die Stelle an der Michael das Haus der Nelsons betritt, die Treppe in den ersten Stock nimmt und... Ich dann endlich erfahren werde was passiert. Doch so schnell ging es leider nicht. Zunächst erfährt der Leser etwas über Michaels Vorgeschichte, dann wie er Caroline kennengelernt und sie schließlich heiratet haben. Weiter geht es mit der Vorstellung der Familie Nelson, die Beziehung des Ehepaares an sich sowie deren beruflichen Werdegang. Immer war ich noch nicht an der Stelle, an der es ja dann bestimmt furchtbar spannend werden sollte.
Seiten später betritt der Schriftsteller nun endlich die Treppe, geht nach oben und... es kommt erneut zu einem Rückblick in die Vergangenheit.
Was sich zum Schluss herauskristallisiert kommt unerwartet, das gebe ich zu. Auch der Aufbau der Geschichte mag an sich stimmig sein. Dennoch hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ich hatte während des Lesens sowohl eine Anspannung, ja geradezu eine Art Unruhe wann denn endlich der entscheidende Moment kommen würde, das ich mich weder auf die, sicherlich wichtigen, Hintergrundinformationen noch auf die kritischen Fragen wie "verrate ich die Person, wenn ich ihr Leben bis ins kleinste dokumentiere?" oder "ist es wirklich besser um jeden Preis die Wahrheit zu kennen?" konzentrieren konnte.

Fazit:
Eine Geschichte mit unerwarteter Wendung, die es wert ist sich auf das kritische Hinterfragen sowie der Selbstreflexion zu konzentrieren.

hohe Erwartungen

Von: bücherliebe Datum : 22.05.2016

sarabuecherliebe.blogspot.de/

I saw a man von Owen Sheers




DVA Verlag
19,99 € gebunden


Inhalt
in atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen


Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.

Meine Meinung:
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde bitter enttäuscht. In I Saw a Man von Owen Sheers, geht es um den Schriftsteller Michael, der nach dem Tod seiner Frau, die als Journalisten in Pakistan zur falschen Zeit am falschen Ort war, versucht wieder ein normales Leben zu leben. Er zieht von New York nach London und freundet sich schnell mit den Nachbarn, den Nelsons an, so sehr, dass er bei ihnen ein und aus geht, als würden sie sich ein Leben lang kennen. Dann eines heißen Sommertages, sieht Michael, dass die Hintertür zum Haus seiner Nachbarn offen steht. Um nach dem Rechten zu schauen, betritt er das leer erscheinende Haus und löst damit eine Kettenreaktion aus, die ihr aller Leben verändert.
Das Buch hat unheimliche Längen und leider einen nicht wirklich logischen Aufbau, der durch den verwirrenden Schreibstil noch verschlimmert wird.
Rückblenden trugen ebenfalls zur Länge und Verwirrung beim Lesen bei.
Ich habe mir ein Buch mit fesselnder Spannung, Tiefgang und Tragik erwartet. Leider traf diese Erwartung für mich kaum zu.

3 von 5 Herzen
<3 <3 <3

I saw a man

Von: Hagendorn Konrad aus DOSSENHEIM Datum : 08.05.2016

Ein Thriller der excellenten Art. Einmalig in der Wortwahl, mitreißend bis zum letzten Wort. Passt zum Weltthema Schuld und Sühne, ein Buch das jeder Literaturliebhaber mindestens einmal gelesen haben sollte.

Ist die Wahrheit immer die beste Lösung?

Von: Franzy Datum : 21.04.2016

franzyliestundlebt.blogspot.de/

Meinung
Nach dem Tod seiner Frau lebt Michael Turner recht zurückgezogen. Seine einzigen sozialen Kontakte sind seine Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson plus Töchter. Schnell, fast schon zu schnell, wird Michael mehr oder weniger Mitglied dieser Familie. Zumindest scheint er es so zu sehen.
Als er an einem Nachmittag zu ihnen geht um sich seinen Schraubenzieher zurück zu holen, den er Joshua geliehen hat, trifft er sie nicht an. Allerdings steht die Hintertür offen und so spaziert Michael nach ein paar mal rufen hinein und macht sich auf die Suche nach besagtem Gegenstand.

Würde ich bei meinen Nachbarn ins Haus marschieren wenn sie nicht da sind?

Nicht, wenn nicht tatsächlich ein Notfall vorliegen würde. Auf der anderen Seite würde ich nämlich auch nicht wollen, dass jemand in meiner Abwesenheit durch mein Haus wandert - egal wie gut ich ihn/sie kenne.

Und während Michael so durch das Haus wandert, die ein oder anderen Gedanken spinnt und Flashbacks durchlebt, passiert etwas, dass alles verändert. Wirklich alles.

Owen Sheers macht es genau richtig. Bis zur Mitte des Buches bleibt der Leser völlig im Unklaren, was sich überhaupt ereignen wird. Was ist wohl vorgefallen? Hat es etwas mit Michael zu tun? Liegt es an den Nelsons? Mit diesem Gedanken flog ich geradewegs durch die Seiten. Immer wieder angepeitscht von dem "Ja was denn jetzt?"-Gedanken. Somit bleibt die Spannung extrem lang erhalten.

Zwischendrin erfährt man unglaublich viel über Michaels Leben vor den Nelsons. Wie seine Frau gestorben ist, warum er sich so zurückgezogen hat und wie das mit den Nelsons ist.

Ich hatte mir etwas komplett anderes unter diesem Buch vorgestellt. Ich kann nicht mal sagen was genau - aber nicht das, was es im Endeffekt ist.
Bei "I saw a man" handelt es sich um ein Buch, dass das Wort 'Wahrheit' ganz genau beleuchtet. Was passiert, wenn man die Wahrheit sagt? Und was, wenn nicht? Wie wirken sich Lügen und Geheimnisse auf einen selbst und auch das Leben anderer aus? Wollen wir wirklich immer die Wahrheit wissen oder gibt es Momente, in denen wir hinterher denken "Hätte ich das doch bloß nicht gewusst!" ?

Fazit
Ein Buch, das mal etwas ganz anderes ist. Kein kurzweiliger Roman, kein Thriller, kein Horror, keine Liebesschnulze. Ein Buch bei dem wir uns selbst fragen: Wie würde ich reagieren? Schützt eine Lüge vielleicht nicht nur mich, sondern auch jemand anderen? Und was passiert, wenn ich die Wahrheit sage?

Eine Leseempfehlung geht an alle, die mal etwas völlig anderes lesen und in sich selbst hineinhorchen wollen.

Spannend wie ein Thriller!

Von: Tintenhain Datum : 05.04.2016

www.tintenhain.wordpress.com

Drei Männer, drei Schicksale. Drei Männer, die Schuld auf sich laden und einen Weg finden müssen, mit ihrer Schuld weiter zu leben.
Da ist Michael Turner, ein Schriftsteller, der gerade seine Frau verloren hat. Eine Journalistin, getötet bei einem Auslandseinsatz in Afghanistan. Dabei hatten sie einander doch noch gar nicht so lange.
Da ist Josh Nelson, der nicht an seinem Platz war, als er hätte da sein müssen. Sein Geheimnis wird für immer eins bleiben müssen.
Und da ist Daniel McCullen, ein Pilot, der mit seiner Arbeit und deren Konsequenzen so nicht mehr weiter leben kann.

Owen Sheers schreibt seinen Roman so spannend wie einen Thriller. Kaum hatte ich “nur mal kurz reingeschaut”, so waren bereits die ersten 100 Seiten verflogen. Auch wenn anfangs nicht klar ist, wohin die Geschichte führen wird, so versteht es Sheers, den Leser bei der Stange zu halten. Nur langsam betreten wir mit Michael das Haus, immer wieder wird der Leser daraus entführt, um zu erfahren, was zuvor geschah. In Rückblenden lernen wir Michael und Caroline, Samantha und Josh kennen. Wir erfahren mehr über ihr Leben und wie sie einander kennenlernten. Erst nach mehr als der Hälfte des Romans erfahren wir, was Michael am Ende der Treppe erwartet und bis dahin wird es keine Sekunde langweilig.
Der Schock sitzt tief und man fragt sich bis zum Schluss, wie das Ganze nur enden mag. Wie kann man mit einer großen Schuld, die Leben verändert, leben und überleben?

Das Debüt Owen Sheers’ ist ein unglaublich eindringlich erzählter Roman mit lebendigen Bildern, die mir sicher noch lange im Kopf herumspuken werden. Er setzt sich mit aktuellen Themen auseinander, schockiert mit Details und berührt mit den Geschichten von Verzweiflung, Trauer und Ausweglosigkeit. Sein Schreibstil ist fesselnd und seine Sprache ausdrucksstark und gewandt. Dennoch handelt es sich trotz der angedeuteten Handlung (zuviel will man ja auch verraten) nicht um einen Thriller, wer dies erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein.

Sheers’ Figuren überzeugen auf ganzer Linie und es ist faszinierend, mit welchen Strategien sie versuchen, das Leben nach Schicksalsschlägen wieder in den Griff zu bekommen. Zum Ende wendet der Autor einen kleinen überraschenden Kunstgriff an, der den aufmerksamen Leser verblüffen wird.
Ein Buch, das ich ausdrücklich empfehlen kann und für dessen Auswahl ich mich herzlichst bei meinen “Buchschätzern” bedanke!

© Tintenhain

Authentisch, kritisch und brillant geschrieben: Absolut lesenswert!

Von: Buchherz Datum : 04.04.2016

https://buchherz.wordpress.com

Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline ist Michaels Leben komplett zusammengebrochen. Das frisch verheiratete Paar hatte sich gerade eine gemeinsame Zukunft aufgebaut, als die Journalistin Caroline bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben kommt. Michael erträgt es nicht mehr länger in ihrem gemeinsamen Haus in Wales, verkauft es und zieht nach London.

Dort möchte Michal ein ganz neues Leben beginnen. In seiner neuen Heimat trifft er auf die Nelsons: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan und schnell wird aus einer Zufallsbekanntschaft eine intensive Freundschaft. Vielleicht ein wenig zu schnell? Es ist für Michael schon zur Gewohnheit geworden bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus zu gehen. Doch eines Samstagnachmittags steht ihre Hintertür halb offen und Michael überkommt ein komisches Gefühl. Hier stimmt etwas nicht und er betritt sofort das augenscheinlich leere Haus. Damit verändert Michael ihrer aller Leben für immer.

Meine Meinung:

I Saw a Man ist ein brillanter Roman über die Auswirkungen schicksalhafter Momente im Leben. Das Buch zeigt den Umgang der betroffenen Personen mit ihren dramatisch veränderten Leben auf authentische Weise auf und zieht den Leser in die Gedankenwelt der Charaktere. Dabei behandelt und kritisiert der Autor ein aktuelles Thema, über welches man sich als Leser auch seine eigenen Gedanken macht.

Das Buch ist in einem herausragenden Schreibstil verfasst: Dieser ist hochwertig mit vielen bildhaften Vergleichen und bleibt dabei flüssig und leicht. Unglaublich viele Sätze aus dem Buch kann man als stimmungsvolle Zitate verwenden. Die Handlung wird in der dritten Person aus der Sicht des Hauptcharakters Michael berichtet und wechselt dabei oft die Zeiten. Michael erlebt seine Gegenwart im Haus seiner Nachbarn der Nelsons und springt dabei gleichzeitig immer wieder zurück in seine Vergangenheit. Dabei handelt es sich um verschiedene Zeitpunkte in der Vergangenheit, so dass der Leser sich immer erst einmal kurz zurechtfinden muss.

Durch diese wechselnden Zeiten erfährt der Leser erst nach und nach worum es in dem Buch überhaupt geht. Je mehr man über Michaels Vergangenheit mit seiner Ehefrau Caroline erfährt, desto klarer wird wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte. Dadurch wird eine unglaubliche Spannung in der Geschichte aufgebaut, die die man nur durchs Weiterlesen befriedigen kann.

Michael ist anfangs ein sehr undurchsichtiger Charakter, den man erst nach und nach kennen lernt. Mit seinen Reaktionen war ich nicht immer ganz einverstanden, was Michael einige Minuspunkte eingebracht hat. Aber er ist ein interessanter und authentischer Charakter mit einer traurigen Vorgeschichte, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Auch die Nebencharaktere wie Josh und Samantha haben ihre kleinen Schwächen, wodurch sie ebenfalls authentisch wirken.

Fazit:

I Saw a Man ist ein hervorragender Roman über ein aktuelles Thema und die authentischen Reaktionen der Betroffenen auf schicksalhafte Momente. Die Charaktere mit ihren Schwächen und Stärken verleihen dem Buch eine besondere Note. Mit seinem brillanten Schreibstil und Erzähltechnik zieht der Autor den Leser in einen Spannungsbann aus dem man nur durchs Weiterlesen entkommen kann. Ich bin unglaublich begeistert von dem Buch und kann es euch nur wärmstens empfehlen!

Lügennetz

Von: Gisela Simak aus Landshut Datum : 29.03.2016

lese-himmel.blogspot.de/2016/03/meine-meinung-zu-i-saw-man-von-owen.html

Zum Inhalt
Die Geschichte beginnt mit Michael Turner, der das Haus seiner Nachbarn betritt. Er möchte sich seinen Schraubenzieher für seinen Fechtdegen zurückholen. Michael ist verwundert, dass die Haustüre der Nelsons offen steht. Er überlegt ob er das Haus überhaupt betreten soll. Warum eigentlich nicht? Er ist doch mit der Familie Nelson dick befreundet. Bestimmt ist die offene Tür ein Versehen. Oder, ist etwas passiert?

Lange wusste ich nicht, wo diese Geschichte mich hinführen will. Mal spielt sie sich im Haus der Nelsons ab, mal erleben wir Rückblenden aus Michaels Leben. Seit Michael seine Frau bei einem Dreh in Afghanistan verloren hat, ist er nicht mehr der selbe Mensch. Frauen interessieren ihn nicht mehr. Die Journalistin Caroline war seine große Liebe. Er verlässt ihr gemeinsames Haus in Wales und beginnt einen Neuanfang in London. Dort hofft der Schriftsteller wieder neue Ideen für ein Buch zu bekommen.
Michael ist glücklich darüber, bei der Familie Nelson Anschluss gefunden zu haben. Der steinreiche Banker Josh, seine Frau Samantha und ihre zwei Töchter wachsen ihm schnell ans Herz. Er wird zu sämtliche Partys und Abendessen eingeladen. Mit Josh geht er regelmäßig joggen.

Meine Meinung

Die Ehe der Nelsons kam mir ziemlich frostig vor. Samantha konnte ihren Gästen keine aufrichtige Herzlichkeit entgegen bringen. Oft bekam Michael mit, wenn sich die beiden angifteten. Josh machte auf mich einen sehr einfältigen Eindruck. Überhaupt fand ich, dass die Freundschaft zu Michael zu schnell und innig war. Ich hatte das Gefühl, dass sie damit eine Leere füllen wollten.
Ein schreckliches Ereignis bringt abermals Michaels Leben ins Wanken.
Ich konnte Michael ein Stück weit verstehen. Oft dachte ich mir, bis zu einem bestimmten Punkt hätte ich genauso gehandelt. Aber, nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht weiter!!!
Michael erhält einen Brief, der ihn sehr aufwühlt. Er muss erst überlegen, ob er ihn beantwortet. Den Briefwechsel der entstand fand ich traurig und spannend.
Die Verlogenheit der Protagonisten raubt einem stellenweise den Atem. Nichts ist so, wie es den Anschein hat. Das Lügennetz verhindert die Aufklärung eines Falles.
Josh wurde auf raffinierte Weise aktiv. Das hätte ich ihm nicht zugetraut! Vor allem, die Entdeckung die er macht.

Fazit

Über dieses Buch fiel es mir sehr schwer, etwas zu schreiben. Nur ein Wort zuviel könnte die ganze Spannung rauben. Man sollte in die Geschichte eintauchen und keine Thriller-Erwartungen stellen. Diese hat man nach dem Klappentext gerne. Es handelt sich um eine Tragödie. Die Story ist auf eine sehr leise Weise spannend. Das Kopfkino stellte sich bei mir besonders nach dem Lesen ein. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten gut beschrieben. Das Verhalten der Nelsons und Michael fand ich völlig absurd. Bei einer echten Freundschaft wäre niemals so ein Lügennetz entstanden. Funkstille ja, was der Situation geschuldet wäre.

Ich empfehle jedem dieses Buch der

- gerne Bücher mit leisen Tönen liest,
- raffinierte Spannung zu schätzen weiß,
- in die seelischen Abgründe von Menschen blicken will,
- erleben will wie ein richtiges Lügennetz gesponnen wird,
- Belletristik vom Feinsten genießen will!

Für mich wieder ein neues Highlight 2016!

Danke Owen Sheers

Von mir eine absolute Empfehlung und 5 Sterne

Lügennetz

Von: Gisela Simak Datum : 29.03.2016

lese-himmel.blogspot.de/

Zum Inhalt
Die Geschichte beginnt mit Michael Turner, der das Haus seiner Nachbarn betritt. Er möchte sich seinen Schraubenzieher für seinen Fechtdegen zurückholen. Michael ist verwundert, dass die Haustüre der Nelsons offen steht. Er überlegt ob er das Haus überhaupt betreten soll. Warum eigentlich nicht? Er ist doch mit der Familie Nelson dick befreundet. Bestimmt ist die offene Tür ein Versehen. Oder, ist etwas passiert?

Lange wusste ich nicht, wo diese Geschichte mich hinführen will. Mal spielt sie sich im Haus der Nelsons ab, mal erleben wir Rückblenden aus Michaels Leben. Seit Michael seine Frau bei einem Dreh in Afghanistan verloren hat, ist er nicht mehr der selbe Mensch. Frauen interessieren ihn nicht mehr. Die Journalistin Caroline war seine große Liebe. Er verlässt ihr gemeinsames Haus in Wales und beginnt einen Neuanfang in London. Dort hofft der Schriftsteller wieder neue Ideen für ein Buch zu bekommen.
Michael ist glücklich darüber, bei der Familie Nelson Anschluss gefunden zu haben. Der steinreiche Banker Josh, seine Frau Samantha und ihre zwei Töchter wachsen ihm schnell ans Herz. Er wird zu sämtliche Partys und Abendessen eingeladen. Mit Josh geht er regelmäßig joggen.

Meine Meinung

Die Ehe der Nelsons kam mir ziemlich frostig vor. Samantha konnte ihren Gästen keine aufrichtige Herzlichkeit entgegen bringen. Oft bekam Michael mit, wenn sich die beiden angifteten. Josh machte auf mich einen sehr einfältigen Eindruck. Überhaupt fand ich, dass die Freundschaft zu Michael zu schnell und innig war. Ich hatte das Gefühl, dass sie damit eine Leere füllen wollten.
Ein schreckliches Ereignis bringt abermals Michaels Leben ins Wanken.
Ich konnte Michael ein Stück weit verstehen. Oft dachte ich mir, bis zu einem bestimmten Punkt hätte ich genauso gehandelt. Aber, nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht weiter!!!
Michael erhält einen Brief, der ihn sehr aufwühlt. Er muss erst überlegen, ob er ihn beantwortet. Den Briefwechsel der entstand fand ich traurig und spannend.
Die Verlogenheit der Protagonisten raubt einem stellenweise den Atem. Nichts ist so, wie es den Anschein hat. Das Lügennetz verhindert die Aufklärung eines Falles.
Josh wurde auf raffinierte Weise aktiv. Das hätte ich ihm nicht zugetraut! Vor allem, die Entdeckung die er macht.

Fazit

Über dieses Buch fiel es mir sehr schwer, etwas zu schreiben. Nur ein Wort zuviel könnte die ganze Spannung rauben. Man sollte in die Geschichte eintauchen und keine Thriller-Erwartungen stellen. Diese hat man nach dem Klappentext gerne. Es handelt sich um eine Tragödie. Die Story ist auf eine sehr leise Weise spannend. Das Kopfkino stellte sich bei mir besonders nach dem Lesen ein. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten gut beschrieben. Das Verhalten der Nelsons und Michael fand ich völlig absurd. Bei einer echten Freundschaft wäre niemals so ein Lügennetz entstanden. Funkstille ja, was der Situation geschuldet wäre.

Ich empfehle jedem dieses Buch der

- gerne Bücher mit leisen Tönen liest,
- raffinierte Spannung zu schätzen weiß,
- in die seelischen Abgründe von Menschen blicken will,
- erleben will wie ein richtiges Lügennetz gesponnen wird,
- Belletristik vom Feinsten genießen will!

Für mich wieder ein neues Highlight 2016!

Danke Owen Sheers

Von mir eine absolute Empfehlung und 5 Sterne

Ein Buch, dass zu hohe Erwartungen weckt.

Von: Nico Datum : 23.03.2016

nico-wallmann.blogspot.de/

Hier haben wir mal wieder einen Kandidaten, der bei mir zu hohe Erwartungen geweckt, und mich am Ende leider enttäuscht hat. Was ich sehr schade finde. In I Saw a Man von Owen Sheers, geht es um den Schriftsteller Michael, der nach dem Tod seiner Frau, die als Journalisten in Pakistan zur falschen Zeit am falschen Ort war, versucht wieder ein normales Leben zu leben. Er zieht von New York nach London und freundet sich schnell mit den Nachbarn, den Nelsons an, so sehr, dass er bei ihnen ein und aus geht, als würden sie sich ein Leben lang kennen. Dann eines heißen Sommertages, sieht Michael, dass die Hintertür zum Haus seiner Nachbarn offen steht. Um nach dem Rechten zu schauen, betritt er das leer erscheinende Haus und löst damit eine Kettenreaktion aus, die ihr aller Leben verändert.


Ich gut einen Monat für diese 297 Seiten gebraucht, und das nicht, weil ich nicht wollte, dass das Buch so schnell zu Ende gelesen ist. Ich habe so lange gebraucht, da es sich meiner Meinung nach ziemlich zieht. Auch wenn die gut ersten 50 Seiten noch interessant und spannend zu lesen sind und man mitfiebert, was mit den Nelsons passiert ist und warum die Hintertür offen steht, was so normalerweise nie der Fall war, klang das alles vielversprechend. Doch leider konnte das Buch diese Spannung nicht aufrechterhalten und das zum Leid des Lesers, der verzweifelt nach Spannung sucht, mit der in diesem Buch ziemlich gespart wurde. Stattdessen werden einem Rückblenden zugeschmissen, wie es zu dem Tod von Michaels Frau gekommen war, wer daran schuld war und wie dieser Mensch sich fühlte. Rückblenden, die mich nicht gar nicht interessiert haben. Diese Rückblenden machten auf mich den Eindruck, als wären sie Lückenfüller, um der Geschichte eine passende Länge zu geben (damit sie nach etwas aussieht), aber das für mich wirkte es eher wie ein unnötig in die Länge gezogener Roman, den man gut um hundert Seiten kürzen und eine Novelle daraus hätte machen können. Aber auch der Schreibstil von Owen Sheers, war an manchen Stellen ganz schön ausschweifend. So sehr, dass man als Leser selbst die Gedanken schweifen lässt, sich nicht wirklich auf das Buch konzentriert und der Handlung so nicht folgen kann. Das war für mich zeitweilig zu viel des Guten, dass ich von dem Buch einen kleinen Abstand brauchte.

Das einzig positive an diesem Roman waren die wenigen Stellen, an denen endlich mal (nach gut 200 Seiten) etwas passiert. Mit dem, was in dem Haus der Nelsons, nach Michaels Eindringen, passiert, hatte ich gar nicht gerechnet. Ich dachte: »Ja endlich, jetzt kommt Schwung in die Bude!« Aber nichts da! Gleich danach verfällt der Roman wieder in sein Loch der ausschweifenden Beschreibungen von Gefühlen und Metaphern.

Im Großen und Ganzen gesehen ist I Saw a Man von Owen Sheers ein interessantes, mit Beschreibungen und Rückblenden vollgestopftes, Buch, mit einer interessanten Idee. Aber mit einer Umsetzung, die für meinen Geschmack, zu wünschen übrig lässt.
Auch erschließt sich mir der Titel I Saw a Man nicht ganz. Ich könnte hier ein wenig darüber rätseln, aber das würde unweigerlich zu Spoiler führen und das möchte ich nicht.

I saw a man

Von: Marius Datum : 22.03.2016

buch-haltung.com

Es ist dieser eine Moment, der ein ganzes Leben ändern kann – in Owen Sheers I saw a man sind es gleich zwei Männer, die einen so existenziellen Wendepunkt in ihrem Leben erfahren, sodass sie danach völlig aus der Bahn geworfen sind. Der englische Autor erzählt von Michael, der durch den Tod seiner Frau Caroline den Boden unter seinen Füßen verlor und nicht mehr an seine Erfolge als Schriftsteller anzuknüpfen vermag. Er wohnt in einem Häuschen in Hampstead Heath und ist mit seinen Nachbarn mehr als nur gut befreundet. Tagtäglich geht er bei ihnen aus und ein und zählt schon zum erweiterten Familienkreis, als ein Nachmittag alles ändert. Und zum anderen ist da noch Daniel, der als Drohnenpilot beim Militär seinen Sold verdient, und dessen Leben durch einen Wendepunkt mit dem von Michael verbunden werden wird.


I saw a man ist Owen Sheers Debüt. Wohlformuliert berichtet er von den Schicksalen Daniels und Michaels, blickt hinter die noblen Fassaden im Hampstead Heath und seziert die verschiedenen Lebenslügen, in die sich seine Protagonisten verstricken. Glaubte ich nach der Lektüre des Klappentextes an einen gehobenen Kriminalroman, so ist das Buch für mich nun doch eher im Genre der Gegenwartsliteratur einzuordnen.

Der Vergleich mit Donna Tartt und Ian McEwan, der durch die Medien gezogen wird, wenn man dem Klappentext trauen darf, ist etwas hochgegriffen. Zwar vermag das Buch durchaus zu fesseln und zu unterhalten, doch zur erzählerischen Brillanz von Kalibern wie Ian McEwan oder Anthony McCarten fehlt Owen Sheers in meinen Augen noch das Feintuning. So ist I saw a man erzählerisch nicht ganz austariert und hat eine leichte Unwucht, was aber nicht groß ins Gewicht fällt.

Insgesamt ein vielversprechendes Debüt eines jungen Autors, das noch auf mehr hoffen lässt!

Mysteriös, spannend und sehr aktuell

Von: Vanessas Bücherecke Datum : 17.03.2016

vanessasbuecherecke.wordpress.com

Inhalt aus dem Klappentext:
Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird.

Meinung:
Schon in der Verlagsvorschau viel mir dieses Buch ins Auge und die mysteriöse Inhaltsangabe machte mich einfach neugierig. Und so ging ich an dieses Buch heran, ohne eine Ahnung zu haben, wohin es mich führen wird.
Der Witwer Michael freundet sich nach seinem Umzug nach London mit seinen Nachbarn Samantha und Josh an. Schnell wird diese Bekanntschaft enger, Josh und Michael gehen zusammen joggen, Michael ist oft bei der Familie zu Gast und nimmt Anteil an den Sorgen, Ängsten und Bedürfnissen der Familie. Er selber verarbeitet immer noch den Verlust seiner Frau, die bei einem Auslandseinsatz als Journalistin ums Leben gekommen ist. An einem heißen Sommertag sieht Michael dann, dass die Hintertür bei Samantha und Josh offen ist. In Sorge, dass eingebrochen wurde oder jemand verletzt, betritt er das Haus. Die Folgen, die daraus resultieren, verändert das Leben aller Beteiligten. Mehr will ich auch nicht von der Handlung verraten, denn gerade dieses Unbekannte, was im Haus passieren mag, macht die Spannung in diesem Roman aus.
Michael war für mich lange Zeit ein recht schwierig zu fassender Charakter. Lange habe ich versucht herauszufinden, woran ich an ihm bin. Das hat natürlich einen Großteil der Spannung im Buch ausgemacht, mich aber auch oft an der Figur zweifeln lassen. Michaels Verhalten im Buch habe ich nicht immer nachvollziehen oder gar gutheißen können, ein interessanter Protagonist ist er trotzdem. Die Nebenfiguren sind ebenfalls gut ausgearbeitet, haben Schwächen und Stärken und wirken dadurch authentisch.
Der Autor hält die Spannung zur Frage, was im Haus vor sich geht, sehr lang hoch, denn nachdem Michael das Haus betritt, folgen immer wieder sehr lange Rückblicke auf die Vergangenheit und die Ereignisse, die letztendlich zum Gang in das Haus der Nachbarn geführt haben. Manchmal folgen weitere Rückblicke in den Rückblicken, was mich ab und zu beim Lesens verwirrt hat, da ich das Gefühl hatte, ein wenig den Faden verloren zu haben. Nach ein paar Sätzen hatte ich mich aber immer wieder einfinden können und konnte dem Handlungsstrang wieder problemloser folgen. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass ich mit dieser Thematik und den Ereignissen so nicht gerechnet habe und das Buch mich somit wirklich überrascht und auch geschockt hat. Der Autor spricht hier einige sehr aktuelle Themen an und zwingt seine Leser, sich damit auseinanderzusetzen. Die Kapitel sind insgesamt relativ lang gehalten. Erzählt wird der Roman in der dritten Person, wobei die Sichtweise hauptsächlich auf Michael gerichtet bleibt. Aber auch Josh und eine weitere Person, die ich hier noch nicht nennen möchte, geben Einblick in das große Ganze des Romans. Owen Sheers kann auf jeden Fall spannend schreiben und seine Szenen sind detailliert, aber nicht ausschweifend ausgearbeitet. Man erhält als Leser ein klares Bild über die Umgebung und die Ereignisse.

Fazit:
I Saw a Man hat sich auf jeden Fall ganz anders entwickelt, als ich es erwartet habe. Owen Sheers spricht hier sehr aktuelle Themen an und zwingt mit seiner gut durchdachten Story den Leser dazu, sich mit diesen Themen zu beschäftigen.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

Vielgliedriger Entwicklungsroman

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 17.03.2016

www.rezensions-seite.de

„Der Vorfall, der ihrer aller Leben veränderte, ereignete sich an einem Samstagnachmittag im Juni, kurz nachdem Michael Turner…...das Haus der Nelsons durch die Hintertür betreten hatte.

Die neuen und doch schon so vertrauten Nachbarn für Michael, der aus der Provinz, aus der „glücklichsten Zeit seines Lebens“ wieder nach London gezogen ist.
Nachdem die Liebe seines Lebens, mit er das Landhaus und das gemeinsame Leben darin wunderbar gestaltet hatte, während kriegerischer Unruhen in Pakistan getötet wurde. Als Reporterin gewohnt, an Brennpunkten der Welt zu arbeiten, wurde ihr Leben durch einen „Doppelschuss an Hellfire Rakten“ ausgelöscht.

Dennoch, der Schriftsteller Michael findet in Josh und Samantha, seinen Nachbarn, Rückhalt, soziales Leben, Vertrauen, geht dort ein und aus und ist auch den beiden Töchtern nach kurzer Zeit bereits vertraut.

Und langsam entfaltet sich vor den Augen des Lesers, der zwischendurch immer wieder Michael über die Schulter schaut, wie er das vermeintlich leere Haus der Nelsons auf der Suche nach einem Schraubenzieher durchstreift, die Lebensgeschichte, die Persönlichkeiten der beteiligten Personen.

Das Dabei der Tod seiner Frau Caroline nicht der einzige Todesfall sein wird, um den es geht, dass ihm völlig unbekannt noch ein Mann mit seiner Famlie durch sein Gewissen emotional untrennbar mit ihm verbunden ist, dass das Haus nicht wirklich leer zu sein scheint, sondern Michael eine Art Erscheinung (mit dramatischen Folgen) erleben wird, all dies legt Sheers sehr sorgfältig formuliert und sehr auf das Innenleben seiner Personen bezogen vor die Augen des Lesers.

Denn die ersten Eindrücke, die Fassaden, sind nicht das, was wirklich an Leben, Liebe, Sympathie, Schuld und anderem dahinter steht.

Wobei im Übrigen dieses „I saw an man“ zumindest für einen der Beteiligten umzuformulieren wäre in „i saw a woman“. Was allerdings erst später im Roman deutlich werden wird.,

Sehr breit und sehr ausführlich erläutert Sheen in ebenfalls sehr ruhiger Weise.

Eine Art der Darstellung, die der inneren Spannung des Lesers nicht immer Nahrung gibt. Ebenso, wie das, was wirklich in dem Haus geschehen wird, etwas ganz anderes sein wird, als man während der Lektüre zuvor vermuten würde.

„Schicksalhafte Begegnungen“ mit teils hoher Dramatik und furchtbaren Folgen, dies trifft als Kennzeichnung die verschlungenen Abläufe im Roman, die, bis auf einen Vorfall, wenig Überraschungen in den Raum setzen.

Insgesamt eine zwar sehr durchdachte, sehr präzise und treffende psychologische Studie und ein Nachzeichnung unverhoffter und doch mächtiger Entwicklungen in den Personen selbst, dabei aber nicht sonderlich fesselnd oder spannend in den Ereignissen

Mehr geht nicht!

Von: Dieter Harms aus Büdingen Datum : 02.03.2016

Das ist wohl das spannendste Buch, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.
Eine echte Konkurrenz zu z.B. Don Winslow oder Deon Meyer.
Bin auf weitere Bücher sehr gespannt.

!!!

Von: Tina Krauskopf aus 24534 Neumünster Datum : 22.02.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Krauskopf, Großflecken 32

Großartig

Von: Felsmann aus Köln Datum : 29.12.2015

Buchhandlung: Buchladen Neusser Straße

Eine packende Geschichte, bei der nicht nur die Frage, was Michael hinter der Tür seiner Nachbarn erwartet, für Spannung sorgt. Der Autor versteht es, den Effekt globaler Probleme im alltäglichen Leben seiner Protagonisten meisterhaft zu schildern. Besonders gekonnt sind die Passagen zum amerikanischen Drohnenkrieg.
Die Besondere Leistung Sheers' ist es jedoch, dass er seine Geschichte selbstreflexiv anlegt und im Roman die Frage aufwirft, ob ein (literarisches) Werk sich selbst genügt, oder ob es einen Leser benötigt, der es mit Sinn erfüllt. Das rückt auch das Ende der Geschichte in einen spannenden Deutungshorizont, denn auch wenn Michaels Geschichte scheinbar ungelesen bleibt, so hat der reale Leser sie doch schon nachvollzogen. Literatur als vermeintlich zweckfreies Moment wird hier zum performativen Akt. Ziemlich genialer Autor!