Leserstimmen zu
I Saw a Man

Owen Sheers

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„I saw a man“ hat mich durch den Klappentext sofort angesprochen. Was befindet sich hinter der Tür? Was genau passiert im Haus, das die Protagonisten nicht mehr loslässt? Die Inhaltsangabe weckt große Erwartungen, doch leider kann der Roman nicht halten, was er verspricht. Es ist schwer, die Handlung zu kritisieren, ohne viel zu verraten. Für mich waren das „Ereignis“ und die daraus resultierenden Folgen zu schnell abgehandelt. Der eigentliche Fokus lag auf den Biografien der Protagonisten, sodass das der Einschnitt im Haus fast schon zur Nebensache wird. Immer dann, wenn es spannend wird, unterbricht Owen Sheers mit langen Rückblenden die Situation und schildert teilweise Momente, die nichts für die Handlung tun. So ist beispielsweise der Nebenstrang um den Soldaten Daniel für mich viel zu lang und detailliert. Zwar hat die Figur eine wichtige Rolle, dennoch hätte man sich diesen Einblick fast komplett sparen können. Fazit: Owen Sheers erzählt sehr gefühlvoll von tragischen Momenten, die den Menschen prägen und vom Schicksal in all seinen Facetten. „I saw a man“ ist eher ein Drama, als ein Thriller. Größtes Problem ist daher der Klappentext, der sicher die falschen Leser anspricht. Der Roman konnte mich leider nur bedingt fesseln und hat durch meine falschen Erwartungen eine große Enttäuschung hinterlassen, daher vergebe ich 2 von 5 Sternen.

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Michael "flieht" geradezu aus dem Haus, das er mit seiner Frau Caroline bewohnt hat. Sie war Auslandsjournalistin und starb bei einem Dreh in Afghanistan. So bezieht er nun, mit seinem Schmerz und seiner Trauer, ein Apartment in Hampstead Heath/ London. Michaels neue Nachbarn sind die Nelsons, die ihn sofort freundlich willkommen heißen. In kurzer Zeit entsteht innige Freundschaft zwischen dem Witwer und dem Ehepaar Josh und Samantha. Eines Tages dann entdeckt Michael, dass die Hintertür des Nachbarhauses offen steht. Doch er weiß sicher, dass Samantha verreist und Josh mit den beiden Töchtern unterwegs ist. Obwohl er ein ungutes Gefühl hat, betritt er dennoch das Haus. Es kann ja nichts schaden nach dem Rechten zu sehen. Außerdem kann er dann gleich nach seinem ausgeliehenen Schraubenzieher suchen. Josh hat sicher nichts dagegen. Mit diesen Gedanken betritt er das Haus seiner neuen Freunde. Den Schraubenzieher findet er auf den ersten Blick zwar nicht, doch setzt er mit dem Betreten der Wohnung ungeahnte Dinge in Gang. Owen Sheers hat mit seinem Buch "I saw am man" einen Thriller geschrieben, dessen Aufbau ich zum einen so nicht erwartet habe und der mir auch zum anderen nicht gefallen hat. Während des Lesens wartete ich mit Spannung auf die Stelle an der Michael das Haus der Nelsons betritt, die Treppe in den ersten Stock nimmt und... Ich dann endlich erfahren werde was passiert. Doch so schnell ging es leider nicht. Zunächst erfährt der Leser etwas über Michaels Vorgeschichte, dann wie er Caroline kennengelernt und sie schließlich heiratet haben. Weiter geht es mit der Vorstellung der Familie Nelson, die Beziehung des Ehepaares an sich sowie deren beruflichen Werdegang. Immer war ich noch nicht an der Stelle, an der es ja dann bestimmt furchtbar spannend werden sollte. Seiten später betritt der Schriftsteller nun endlich die Treppe, geht nach oben und... es kommt erneut zu einem Rückblick in die Vergangenheit. Was sich zum Schluss herauskristallisiert kommt unerwartet, das gebe ich zu. Auch der Aufbau der Geschichte mag an sich stimmig sein. Dennoch hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ich hatte während des Lesens sowohl eine Anspannung, ja geradezu eine Art Unruhe wann denn endlich der entscheidende Moment kommen würde, das ich mich weder auf die, sicherlich wichtigen, Hintergrundinformationen noch auf die kritischen Fragen wie "verrate ich die Person, wenn ich ihr Leben bis ins kleinste dokumentiere?" oder "ist es wirklich besser um jeden Preis die Wahrheit zu kennen?" konzentrieren konnte. Fazit: Eine Geschichte mit unerwarteter Wendung, die es wert ist sich auf das kritische Hinterfragen sowie der Selbstreflexion zu konzentrieren.

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Hier haben wir mal wieder einen Kandidaten, der bei mir zu hohe Erwartungen geweckt, und mich am Ende leider enttäuscht hat. Was ich sehr schade finde. In I Saw a Man von Owen Sheers, geht es um den Schriftsteller Michael, der nach dem Tod seiner Frau, die als Journalisten in Pakistan zur falschen Zeit am falschen Ort war, versucht wieder ein normales Leben zu leben. Er zieht von New York nach London und freundet sich schnell mit den Nachbarn, den Nelsons an, so sehr, dass er bei ihnen ein und aus geht, als würden sie sich ein Leben lang kennen. Dann eines heißen Sommertages, sieht Michael, dass die Hintertür zum Haus seiner Nachbarn offen steht. Um nach dem Rechten zu schauen, betritt er das leer erscheinende Haus und löst damit eine Kettenreaktion aus, die ihr aller Leben verändert. Ich gut einen Monat für diese 297 Seiten gebraucht, und das nicht, weil ich nicht wollte, dass das Buch so schnell zu Ende gelesen ist. Ich habe so lange gebraucht, da es sich meiner Meinung nach ziemlich zieht. Auch wenn die gut ersten 50 Seiten noch interessant und spannend zu lesen sind und man mitfiebert, was mit den Nelsons passiert ist und warum die Hintertür offen steht, was so normalerweise nie der Fall war, klang das alles vielversprechend. Doch leider konnte das Buch diese Spannung nicht aufrechterhalten und das zum Leid des Lesers, der verzweifelt nach Spannung sucht, mit der in diesem Buch ziemlich gespart wurde. Stattdessen werden einem Rückblenden zugeschmissen, wie es zu dem Tod von Michaels Frau gekommen war, wer daran schuld war und wie dieser Mensch sich fühlte. Rückblenden, die mich nicht gar nicht interessiert haben. Diese Rückblenden machten auf mich den Eindruck, als wären sie Lückenfüller, um der Geschichte eine passende Länge zu geben (damit sie nach etwas aussieht), aber das für mich wirkte es eher wie ein unnötig in die Länge gezogener Roman, den man gut um hundert Seiten kürzen und eine Novelle daraus hätte machen können. Aber auch der Schreibstil von Owen Sheers, war an manchen Stellen ganz schön ausschweifend. So sehr, dass man als Leser selbst die Gedanken schweifen lässt, sich nicht wirklich auf das Buch konzentriert und der Handlung so nicht folgen kann. Das war für mich zeitweilig zu viel des Guten, dass ich von dem Buch einen kleinen Abstand brauchte. Das einzig positive an diesem Roman waren die wenigen Stellen, an denen endlich mal (nach gut 200 Seiten) etwas passiert. Mit dem, was in dem Haus der Nelsons, nach Michaels Eindringen, passiert, hatte ich gar nicht gerechnet. Ich dachte: »Ja endlich, jetzt kommt Schwung in die Bude!« Aber nichts da! Gleich danach verfällt der Roman wieder in sein Loch der ausschweifenden Beschreibungen von Gefühlen und Metaphern. Im Großen und Ganzen gesehen ist I Saw a Man von Owen Sheers ein interessantes, mit Beschreibungen und Rückblenden vollgestopftes, Buch, mit einer interessanten Idee. Aber mit einer Umsetzung, die für meinen Geschmack, zu wünschen übrig lässt. Auch erschließt sich mir der Titel I Saw a Man nicht ganz. Ich könnte hier ein wenig darüber rätseln, aber das würde unweigerlich zu Spoiler führen und das möchte ich nicht.

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