Leserstimmen zu
I Saw a Man

Owen Sheers

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Dieses Buch lag einfach viel zu lange bei mir herum. Ich weiß nicht mehr genau wie lange, aber Tatsache ist, dass ich es schon viel früher hätte lesen sollen – »I Saw A Man« war nämlich ein richtiges gutes Buch! Nicht ganz das, was ich erwartet habe – irgendwie dachte ich das Buch würde mehr Richtung Thriller gehen, keine Ahnung weshalb, aber damit lag ich ja mal ordentlich daneben – und trotzdem war es irgendwie genau das, was ich von dem Buch wollte. Auf gewisse Art fand ich es ziemlich genial. Wie gesagt war »I Saw A Man« nicht ganz das, was ich erwartet hatte. Habe ich ein spannendes Buch erwartet? Ja. Habe ich das bekommen? Ebenfalls ja. Nur war die Spannung irgendwie ganz anders, als das, womit ich gerechnet habe. Wie gesagt dachte ich das Buch geht eher Richtung Thriller – ich glaube das liegt an dem Cover, das geht finde ich total in diese Richtung – und wer ein auf die typische Art actionreiches Buch erwartet, der wird hier enttäuscht sein. Wer wiederum auf der Suche nach einem Buch, das vor allem unterschwellig spannend ist und den Leser vor allem durch den einnehmenden Schreibstil in den Bann zieht, der liegt mit »I Saw A Man« genau richtig. Ich war selten von einem Buch derart schnell angefixt. Quasi von Seite eins steckt man direkt in der Geschichte drin und fragt sich, was eigentlich los ist. Der Schreibstil ist wie gesagt sehr einnehmend und sehr atmosphärisch. In gewisser Weise ist das Buch sehr simpel geschrieben, aber irgendwas hatte es eben auch an sich, dass mich immer unbedingt hat weiter lesen wollen. Vom Erzählstil hat mich das Buch fast ein wenig an »Was ich euch nicht erzählte« von Celeste Ng erinnert, das ich letztes Jahr gelesen habe und unglaublich toll fand. Seine Socken hinterließen auf den Terrakotta-Fliesen feuchte Abdrücke, die hinter ihm wieder verdunsteten, als wollte ein Wind seine Spuren verwischen. I Saw A Man, Owen Sheers, S. 13. Der Autor springt gerade zu Beginn sehr viel zwischen den Zeiten, später dann eher zwischen verschiedenen Perspektiven. Zwar sind diese Zeitsprünge wichtig und ich fand die Rückblenden auch wirklich interessant zu lesen, aber die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart waren manchmal schwer zu greifen. Ich habe manchmal etwas gebraucht, bis ich bei einem neuen Abschnitt verstanden habe, wer eigentlich gerade wann erzählt. Das ist allerdings nur ein kleiner Kritikpunkt, denn wie gesagt, insgesamt haben mir diese Rückblenden und die wechselnden Erzähler sehr gut gefallen. Zumal die Ereignisse aus der Vergangenheit so nahtlos mit dem was in der Gegenwart passiert verknüpft sind, das diese Art Michaels Geschichte zu erzählen mir einfach wahnsinnig gut gefallen hat. Ich war beeindruckt wie gut der Autor alle Szenen miteinander verbunden hat und wie das, was in der einen Szene passiert, erklärt, weshalb in der Gegenwart jetzt das und das geschieht. Dieses hin und her aus Vergangenheit und Gegenwart fühlte sich fast schon ein bisschen Schmetterling-Effekt mäßig an, so wie die Vergangenheit, beziehungsweise das, was passiert ist, sich in der Gegenwart widerspiegelt und zu neuen Ereignissen/Problemen führt. So gerne ich den Schreibstil und die Erzählweise aber auch mochte, manchmal wurde mir dann tatsächlich doch fast ein wenig viel herum philosophiert. Teilweise erstrecken sich über Seiten irgendwelche Gedankengänge, die mit dem Geschehen so wenig zu tun haben. Zwar fand ich diese Gedankengänge meist sehr spannend und irgendwie auch aufschlussreich, aber sie haben mich auch immer wieder etwas aus dem Lesefluss herausgeworfen. So spannend ich »I Saw A Man« letztendlich insgesamt fand, für mich hat sich das Buch ziemlich in zwei Teile gespalten. Während der ersten Hälfte des Buches weiß man noch nicht was passiert und fragt sich die ganze Zeit, was der Klappentext denn nun damit meint, dass Michael Ereignisse in Gang setzt, die sein Leben und das der Nelson derart verändern. Kurz bevor das passiert, was im Klappentext eben angedeutet wird, war ich kurz davor die Geduld zu verlieren, weil ich einfach endlich wissen wollte, worum es in diesem Buch eigentlich geht. Und zugegeben, ich habe das was passiert so nicht kommen sehen. Es hat mich nicht so erschüttert oder schockiert wie ich erwartet habe und doch war es so einschneidend für die Geschichte, dass sich die zweite Hälfte des Buches ganz anders angefühlt hat als die erste. Für mich fiel die Spannung in der zweiten Hälfte etwas ab, was schade war, gerade gegen Ende habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Situation eskaliert. Und gewartet. Und gewartet. Wieder einmal war das Buch in der Hinsicht nicht das, womit ich gerechnet habe, aber je länger ich über das Ende nachdenke – insbesondere die letzten Seiten – desto stimmiger finde ich es.

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Ein gefährlicher Einsatz, ein Versehen, eine ganze Reihe von Opfern. Die Journalistin Caroline stirbt bei einem Auslandsdreh in Afghanistan durch eine amerikanische Rakete. Ihr Mann Michael kann den Verlust kaum ertragen, schon gar nicht im gemeinsamen Haus in Wales. In London hofft er sich ablenken und weiter an seinem aktuellen Buch arbeiten zu können. Seine neuen Nachbarn, Josh und Samantha mit den Töchtern Rachel und Lucy, schließen schnell mit ihm Freundschaft und kümmern sich um ihn in seiner Phase des Trauerns. Er wird zum fünften Familienmitglied und bewegt sich frei in ihrem Haus. Eines Nachmittags will er nur schnell einen Schraubenzieher abholen, den er Josh geliehen hatte. Seltsamerweise steht die Hintertür offen. Ein ungutes Gefühl zieht Michael in das Obergeschoss des scheinbar leeren Hauses. Ein Geräusch lässt ihn erst erschrecken und löst dann eine unheilvolle Kette von Ereignissen aus. Auf der anderen Seite des Atlantiks hadert ebenfalls ein Mann mit dem Schicksal und am Ende stehen gleich drei Männer vor der Frage, wie sie mit der Schuld, die sie auf sich geladen haben, leben sollen. Owen Sheers schafft es, den Leser zu fesseln und wirft ihn immer wieder neue Spuren und unerwartete Wendungen hin, die den Roman unzählige Male in eine völlig andere Richtung lenken. Seine Rahmenhandlung wird durch die Ereignisse des einen, unheilvollen Nachmittags im Juni bestimmt. In Zeitlupe bewegt sich Michael im Haus seiner Nachbarn, jeder Schritt wird unterbrochen von Erinnerungen an Caroline und die Erinnerungen eines anderen Mannes. Wenige Andeutungen lassen ahnen, was passieren wird, um dann die Katastrophe ein weiteres Mal zu verzögern. Auch der Ton wandelt sich, je nachdem wo wir uns befinden: im Haus herrscht äußerste Anspannung und die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt – dann wiederum sind wir mit Michael in der Trauer um seine Frau oder bei dem amerikanischen Soldaten und seinen Erinnerungen an den schlimmsten Tag seines Lebens. Hier wird der Ton ruhig und melancholisch nur um dann wieder an den neuen Tatort zurückzukehren. Das eigentliche Ereignis, auf das die Geschichte lange Zeit hinsteuert, ist dann doch ganz anders als erwartet und hat vor allem ungeahnte Folgen für die Zeit danach – hier kann Sheers sich wirklich von der Masse der Krimis absetzen. Mehr zu schreiben würde potenziellen Lesern nun den Spaß verderben, bleiben wir dabei: eine wirklich gute Idee auch hervorragend umgesetzt. Einzig das Ende fand ich einerseits recht knapp und zum anderen für das, was ihm vorher gelungen war, etwas zu dünn. Als Roman kategorisiert kann der Text jedoch mit erstaunlich viel Spannung punkten und darüber hinaus auch ganz wichtige Fragen nach Schuld und Verantwortung aufreißen. Vieles kam für mich unerwartet – wirklich ein Buch, das in vielerlei Hinsicht überraschen kann.

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Mein Interesse hat “ I Saw a Man“ geweckt, nachdem ich auf der Rückseite des Buches las, dass dieser Roman das Richtige sei für alle Fans von Ian McEwan und Donna Tartt. Zugegeben, ich habe von beiden Autoren bisher nur jeweils ein Buch gelesen, aber gerade der Schreibstil und die Art und Weise des Erzählens dieser beiden Bücher haben sich bei mir eingeprägt und haben deswegen auch hohe Erwartungen in Bezug auf „I Saw a Man“ geschürt. Protagonist ist Michael, der den tragischen Tod seiner Frau verarbeitet, die als Reporterin in Afghanistan unterwegs war und dort Opfer eines Drohnenangriffes wurde. Um mit seiner Trauer fertig zu werden, zieht Michael vom gemeinsamen Landsitz wieder nach London. Die Geschichte beginnt einige Monate später, als Michael das Haus seiner Nachbarn betritt, um einen verliehenen Schraubenzieher zurückzuholen. Er wundert sich darüber, dass die Tür offen steht, aber scheinbar niemand Zuhause ist und versucht zu ergründen, was im Nachbarshaus vor sich geht. Dabei wird in immer wiederkehrenden Rückblenden Michaels Vergangenheit aufgearbeitet und Michaels Persönlichkeit sowie die Entstehung der Freundschaft zwischen ihm und seinen Nachbarn illustriert. Die Geschichte wird extrem langsam aufgebaut; man spürt schon gleich zu Beginn, dass irgendetwas im Nachbarshaus nicht stimmt und wird dann mit zahlreichen Rückblenden in die Vergangenheit auf eine extreme Geduldsprobe gestellt, was die Spannung natürlich ins Unermessliche treibt. Um Spoiler zu vermeiden, möchte ich aber gar nicht mehr so sehr auf den inhaltlichen Aspekt des Buches eingehen und es bei diesen Ausführungen belassen. Das Buch ist Drama und Thriller in einem irgendwie, auch wenn vieles unausgesprochen zwischen den Zeilen stehen bleibt und das Tempo sehr gemächlich ist. Gleichzeitig ist es aber auch eine faszinierende und teilweise fast schon psychologische Auseinandersetzung mit dem Menschsein und hat mich teilweise sehr an „Everything I Never Told You“ von Celeste Ng erinnert, auch wenn die Geschichte eine ganz andere war. Besonders interessant und gelungen empfand ich Owen Sheers‘ Auseinandersetzung mit den Schuldgefühlen seiner Figuren und den moralischen Kämpfen, die sie innerlich austrugen. Das Buch lebt nicht nur von seiner Geschichte, sondern auch besonders von den Gedanken und Gefühlen seiner Protagonisten, der Trauer, dem Verlust und der schweren Last des eigenen Gewissens. Auch was den Schreibstil angeht, wurde ich vom Buchrücken nicht enttäuscht. Die Werke, die ich von Ian McEwan und Donna Tartt bisher las, haben sich nicht nur wegen ihrer einzigartigen und packenden Geschichte in mein Gedächtnis gebrannt, sondern auch wegen des einmaligen Schreibstils. Mir fällt es immer schwer, Schreibstile zu beschreiben und in Worte zu fassen, was mir besonders gut daran gefiel, aber Owen Sheers schreibt einerseits sehr detailliert und ausführlich, schafft es aber andererseits auch, komplizierte Gefühle und Gegebenheiten treffend in wenigen Sätzen wiederzugeben. Ich hatte viel Freude beim Lesen und war begeistert davon, wie angenehm und flüssig der Roman sich lesen ließ. Wer psychologische, sich langsam aufbauende und die Spannung steigernde Bücher mag, die sich intensiv mit den Figuren auseinandersetzen und dabei auch noch unheimlich gut geschrieben sind, der liegt mit „I Saw a Man“ sicher nicht falsch, denn das Buch bringt meiner Ansicht nach all dies mit. Ich vergebe 4 von 5 Sternen, weil mir manche Stellen und Beziehungen doch an Tiefe gefehlt haben, bzw. ich mir gewünscht habe, dass der Autor sich noch eingehender damit befasst hätte – alles in allem kann ich „I Saw a Man“ jedoch guten Gewissens und von ganzem Herzen empfehlen.

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Ein sehr tiefgründiger Roman der ein aktuelles Thema behandelt über das man sich selbst Gedanken macht. Meine Meinung: Ich hatte dem Buch erstmal gar nicht so viel Beachtung geschenkt, bis ich dann eine tolle Rezension dazu gelesen hatte. Ab da wusste ich das ich dieses Buch unbedingt lesen möchte. Der Schreibstil... ... bleibt durchgehend flüssig und leicht. Er ist total spannend wie ein Thriller. Man kann sich leicht, viele Situationen bildlich vorstellen. Das Buch wird aus der Sicht von Michael, dem Protagonisten, erzählt. Die Sicht wechselt öfters die Zeiten. Michael berichtet aus der Gegenwart aber, auch aus seiner Vergangenheit. Die Charaktere... ... mit Michael könnte ich mich nicht direkt anfreunden. Er war am Anfang etwas undurchschaubar und man lernt ihn erst nach und nach richtig kennen. Seine Handlungen konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Die Nebencharaktere waren in Ordnung und authentisch. Die Handlung... ...ist strukturiert und nicht vorhersehbar. Der Autor behandelt ein aktuelles Thema sodass, man sich nach dem Lesen Gedanken darüber macht. Der Roman handelt über schicksalhafte Situationen im Leben.

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Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein Roman, der einen direkt von Anfang an in die Geschichte und Geschehnisse eintauchen lässt, der aber auch nicht immer einfach zu lesen ist. Storytechnisch möchte ich gar nichts mehr verraten. Denn zu viele Informationen gefährden in diesem Fall die Lektüre ;-) Leider kann der Roman nicht in vollen Zügen überzeugen, da er immer mal wieder an Schwung und an Spannung einbüßt, obwohl er das eigentlich gar nicht müsste. Der Schreibstil ist einerseits recht locker, andererseits aber auch schwerfällig. KLingt widersprüchlich, dennoch empfinde ich es so :-) Es wird viel Wert auf die Charaktere gelegt, um so die Bedeutung und Hauptthemen von Verlust, Schuld und Geheimnissen zu verdeutlichen und vergrößern. Alles in allem ein Drama, das nicht immer einfach zu verstehen ist, aber eine intensive Bedeutung hat. Fazit: Ein besonderes Buch, das durch seine Charaktere und internsive Story besticht.

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Nach dem Tod seiner Ehefrau Caroline zieht Michael Turner nach London, um neu anzufangen. Mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons, freundet er sich schnell an. Mit Josh geht er joggen, mit Samantha kann er sich stundenlang unterhalten und die Kinder Lucy und Rachel mögen ihn ebenfalls. Bald schon besucht er sie regelmäßig, isst bei ihnen zu Abend und geht wie ein Familienmitglied ein und aus. Doch ein Tag im Juni soll ihrer aller Leben verändern. Michael, der im Garten arbeitet, sieht dass die Hintertür der Nelsons offen steht. Im Haus selbst ist es still. Michael geht hinein, ruft nach Josh und Samantha, denkt an einen Einbruch. Vor dem Treppenabsatz überkommt ihn plötzlich ein seltsames Gefühl. Als ob Caroline hier wäre, oben, in einem der Schlafzimmer. Wie in Trance steigt er die Treppe hinein. Und das Unglück nimmt seinen Lauf. I saw a man erzählt die dramatische Geschichte von drei Familien, deren Leben durch Schicksalsschläge miteinander verknüpft sind. Hätte Daniel nicht die Rakete gesteuert, die das Auto mit dem Terroristen abgeschossen hätte, wäre Caroline nicht gestorben. Wäre Caroline noch am Leben, hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt. Hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt, hätte sich jener Tag im Juni nie ereignet und ihr Leben hätte sich nicht so entwickelt, wie es das nun tut. Der eigentliche Protagonist ist Michael, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt. Mal sind wir im Hier und Jetzt, mal erzählt er von seiner Zeit mit Caroline. Aber auch Daniel, der die Rakete gesteuert hat, und Josh, der ebenfalls Schuld an dem Unglück des Junitages trägt, gewähren uns immer wieder Einblicke in ihr Leben und ihre Gedankenwelt. I saw a man ist ein ruhiges, nachdenkliches Drama. Ohne viel Action, Handlungsspannung oder emotionale Dialoge erzählt es von dem Welleneffekt, den ein einzelner schicksalshafter Moment auslösen kann. Es geht um das bedrückende Gewicht eines Geheimnisses, um den Drang, zu gestehen. Um das Gewissen, das gegen den Selbsterhaltungstrieb ankämpft. Um Moral gegen Angst. Es ist ein ruhiges Buch, und ein gutes.

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19,99 [D] € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04669-7 NEU Erschienen: 22.02.2016 Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen. Meine Meinung: Mich hatte der Klappentext total angesprochen und habe mich sehr gefreut, dass mir das Bloggerportal das Ebook zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank noch einmal dafür. Ich bin total gut in die Geschichte rein gekommen, der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Erst fing die Geschichte ja recht harmlos an, aber als es dann wirklich um das Geschehene ging, konnte ich es gar nicht abwarten, die ganze Geschichte zu erfahren. Ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet, war eine große Überraschung für mich. Dieses Buch befasst sich sehr stark mit den Themen Liebe, Freundschaft, Schuld und Verrat, es hatte einigen Tiefgang, was mir sehr gut gefallen hat. Ich glaube, diese Geschichte wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das Ende. Das ist aber wahrscheinlich einfach nur Geschmackssache. Mir haben die Charaktere insgesamt sehr gut gefallen, vor allem konnte ich mich gut in die Situation des Hauptprotagonisten Michael hinein versetzen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich kann hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben, es war ein schöner Roman mit viel Tiefgang, der mir wohl länger im Gedächtnis bleibt. Ich möchte das Buch mit 4,5 Sternen bewerten.

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An einem Samstagnachmittag im Juni betritt Michael Turner das Haus seiner Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson. Die Hintertür stand halb offen und Michael rief nach Josh und Sam aber niemand antwortete. Er nahm an, dass niemand da sei, was aber ungewöhnlich sei, wenn die Tür offen steht. Er streift seine Schuhe ab, die voll feuchter Erde sind, weil er im Garten gearbeitet hat. Auch seine Hände sind noch schmutzig, darum bemüht er sich nichts anzufassen. Michael blick sich um auf der Suche nach einer Erklärung, warum die Tür offen stand, wenn niemand zu Hause ist. Er kennt die Nelsons erst seit 7 Monaten doch nach dem ersten Kennenlernen, ist rasch eine enge Freundschaft entstanden. Er aß öfter bei den Nelsons zu Abend als bei sich zu Hause. Michael wusste, dass Samantha übers Wochenende zu ihrer Schwester gefahren ist und denkt, Josh und die beiden Töchter können nicht weit sein. Eigentlich wollte Michael nur seinen Schraubenzieher zurückholen, den er Josh vor zwei Tagen geliehen hatte. Im ersten Kapitel hat sich bereits für mich die erste Frage gestellt; würde ich das Haus meiner Nachbarn betreten, wenn sie auf mein Rufen an der offenen Tür nicht antworten? Meine Antwort war eindeutig nein, würde ich nicht. Wahrscheinlich würde ich die Tür schließen und wieder gehen, egal wie gut ich sie kenne. Doch Michael geht rein und denkt Josh und Samantha hätten sicher nichts dagegen, wenn er kurz schaut, ob er seinen Schraubenzieher irgendwo sieht. Ich kann gar nicht sagen, ob ich den Protagonisten wirklich mag. Er ist nicht unsympathisch, aber er trifft Entscheidungen, mit denen ich persönlich große Probleme habe. Die Familie Nelson ist auch keine Bilderbuch Familie. Man spürt die Spannung zwischen Josh und Sam und fragt sich, ob sie diese Ehe nur wegen ihrer Kinder aufrechterhalten die erst 6 (Rachel) und 4 (Lucy) Jahre alt sind. Es kommt dann noch jemand ins Spiel, ein amerikanischer Pilot namens Daniel McCullen, der ebenfalls Familie hat. Als er das erste Mal auftaucht, fragt man sich, was er mit der Geschichte überhaupt zu tun hat doch, wenn man erfährt, was er beruflich macht, kann man es sich denken. Zwischen den Kapiteln, wo Michael das Haus betritt und was er dort macht, wird erzählt, was bisher in seinem Leben passiert ist. Wie es dazu kam, dass er mit den Nelsons eine so enge Freundschaft geschlossen hat. Seine Frau wurde bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer getötet. Sie waren noch nicht lange verheiratet und Michael leidet sehr unter dem Verlust. Je mehr man über die Nelsons und über Michael erfährt, umso mehr Verständnis hat man für diese, in meinen Augen eher ungewöhnliche Freundschaft. Und nun, als Michael sich in ihrem Haus befindet und denkt es ist niemand da, passiert etwas entsetzlich Furchtbares. Wie bereits erwähnt, hätte ich das Haus nicht betreten, und jetzt reagiert Michael wieder auf eine Art, die Kopfschütteln bei mir auslöst. Eigentlich war ich wirklich entsetzt. Mehr als eine Figur hat Schuld auf sich geladen. Daniel McCullen hat Befehle befolgt und könnte sich wohl damit ausreden, er wird aber am wenigsten mit seiner Schuld fertig und zerbricht fast daran. Das macht ihn eigentlich zum sympathischsten Charakter in dieser Geschichte. Michael verliert an Sympathie als er die Schuld, die er auf sich geladen hat, einem anderen zuschiebt. Es geht in diesem Buch sehr viel um Verlust und Trauer, aber es wird auch gelogen und betrogen. Drei Männer die Schuld auf sich geladen haben, und wie sie damit umgehen. Steht man dazu oder läuft man feige weg? Wie sehr frisst einen die Schuld auf? Vor allem, wenn man mit niemand darüber reden kann. Es ist schon eine Frage von »was wäre wenn?«, und ein kleines bisschen Schmetterlingsefffekt. Obwohl es sich hier nicht um einen Thriller handelt, steigt die Spannung stetig an. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, die sich in die Länge ziehen. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sind ganz weit weg von Perfekt. Michaels Entscheidungen und Reaktionen sind nicht die Einzigen, die für mich ganz unmöglich sind. Eigentlich verstehe ich nur Daniel in dieser Folge tragischer Ereignisse. Zuerst dachte ich, dass das Ende mich nicht zufriedenstellt. Jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen und finde, obwohl es etwas zu leise endet, passt es doch. Ein Buch, das leise anfängt und immer eindringlicher wird. Eine tragische Geschichte über Verlust und Trauer, lügen und betrügen, Schuld und wie man damit umgeht. Nach der Hälfte des Buches ist es schwer, mit dem Protagonisten Michael zu sympathisieren. Es ist durchaus denkbar und realistisch wie die Geschichte sich entwickelt, auch wenn ich für mich persönlich einige Entscheidungen für unmöglich halte. Ein Buch über das man sicherlich viel diskutieren kann.

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