Leserstimmen zu
I Saw a Man

Owen Sheers

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Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein Roman, der einen direkt von Anfang an in die Geschichte und Geschehnisse eintauchen lässt, der aber auch nicht immer einfach zu lesen ist. Storytechnisch möchte ich gar nichts mehr verraten. Denn zu viele Informationen gefährden in diesem Fall die Lektüre ;-) Leider kann der Roman nicht in vollen Zügen überzeugen, da er immer mal wieder an Schwung und an Spannung einbüßt, obwohl er das eigentlich gar nicht müsste. Der Schreibstil ist einerseits recht locker, andererseits aber auch schwerfällig. KLingt widersprüchlich, dennoch empfinde ich es so :-) Es wird viel Wert auf die Charaktere gelegt, um so die Bedeutung und Hauptthemen von Verlust, Schuld und Geheimnissen zu verdeutlichen und vergrößern. Alles in allem ein Drama, das nicht immer einfach zu verstehen ist, aber eine intensive Bedeutung hat. Fazit: Ein besonderes Buch, das durch seine Charaktere und internsive Story besticht.

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„I saw a man“ hat mich durch den Klappentext sofort angesprochen. Was befindet sich hinter der Tür? Was genau passiert im Haus, das die Protagonisten nicht mehr loslässt? Die Inhaltsangabe weckt große Erwartungen, doch leider kann der Roman nicht halten, was er verspricht. Es ist schwer, die Handlung zu kritisieren, ohne viel zu verraten. Für mich waren das „Ereignis“ und die daraus resultierenden Folgen zu schnell abgehandelt. Der eigentliche Fokus lag auf den Biografien der Protagonisten, sodass das der Einschnitt im Haus fast schon zur Nebensache wird. Immer dann, wenn es spannend wird, unterbricht Owen Sheers mit langen Rückblenden die Situation und schildert teilweise Momente, die nichts für die Handlung tun. So ist beispielsweise der Nebenstrang um den Soldaten Daniel für mich viel zu lang und detailliert. Zwar hat die Figur eine wichtige Rolle, dennoch hätte man sich diesen Einblick fast komplett sparen können. Fazit: Owen Sheers erzählt sehr gefühlvoll von tragischen Momenten, die den Menschen prägen und vom Schicksal in all seinen Facetten. „I saw a man“ ist eher ein Drama, als ein Thriller. Größtes Problem ist daher der Klappentext, der sicher die falschen Leser anspricht. Der Roman konnte mich leider nur bedingt fesseln und hat durch meine falschen Erwartungen eine große Enttäuschung hinterlassen, daher vergebe ich 2 von 5 Sternen.

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Inhalt Es war an einem Samstagnachmittag im Juni, als sich ihrer aller Leben komplett veränderte: schlagartig, nur wenige Minuten, nachdem Michael Turner das Haus der Nelson durch die Hintertür betreten hatte. In der Stille wirkte es als wäre niemand daheim. „Ohne den Leser ist eine Geschichte weiter nichts als eine – da haben wir es wieder – Anhäufung von Gedanken auf einem Blatt Papier“ Seite 253 Meinung Michael Turner ist Journalist und Schriftsteller, eigentlich mehr Schriftsteller, denn das ist sein größter Traum und er hat ihn sich verwirklicht. Er schreibt Bücher über reale Personen oder Sachen, die er erlebt hat und er besitzt die Kunst sich selbst aus den Büchern herauszuschreiben. In Amerika ist er sehr erfolgreich mit seinen Büchern, doch dann reizt es ihn dort nicht mehr und er kehrt nach Hause zurück, nach London. Dort beginnen wir. Michael lebt nach dem Tod seiner Frau, Caroline in einer kleinen Wohnung im Dachgeschoss. Als er dort einzieht lernt er seine Nachbarn kennen. Samantha und Josh Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen zwei Kindern neben an. Die Geschichte beginnt damit, dass Michael in das Haus seiner Nachbarn geht, weil die Hintertüre offensteht. Er möchte sich seinen Schraubenzieher wieder zurückholen, den er Josh geliehen hat. Als er in dem Haus steht bemerkt er das niemand daheim ist. Es kommt ihm unheimlich vor und anstatt wieder nach draußen zu gehen und die Polizei zu alarmieren oder Josh zu erreichen streunt er weiter durch das Haus auf der Suche nach dem Schraubenzieher. Das ist schon der erste Punkt, von vielen den ich nicht verstehen kann. Michael, kennt die Nelsons gerade mal 7 Monate. Keine besonders lange Zeit und schon geht er einfach in ihr Haus? Er klingelt nicht, nein er spaziert einfach hinein. Er ruft zwar nach Samantha und Josh, doch nachdem er keine Antwort bekommen hat geht er trotzdem einfach in das Haus hinein. Er streift seine Schuhe ab, weil diese voller Erde sind und er bemüht sich so wenig wie möglich anzufassen, da auch seine Hände voll damit sind. Er verhält sich wie ein Dieb oder Einbrecher. Während er durch das Haus streift lernen wir seine Frau Caroline kennen, wir erleben wie die zwei sich kennen lernen und verlieben, wie sie heiraten und ein Haus kaufen und wie alles mit einem Knopfdruck beendet wird. Wie er seine Frau verliert und in ein tiefes Loch fällt. Seine Frau stirbt bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer. Dann kommt neben dem Ehepaar Nelson noch eine weitere Person ins Spiel: Daniel McCullen, ein amerikanischer Pilot, der auch eine Familie besitzt. Am Anfang war ich etwas irritiert, er hatte für mich so gar nichts mit dem Rest der Geschichte zu tun, aber nach und nach dämmert mir dann schon wieso er jetzt auch noch dazu kam und wieso seine Person eine noch große Rolle spielen wird. Micheal ist immer noch auf Streifzug durch das Haus seiner Nachbarn. Samantha und Josh sind liebevolle Eltern für ihre Kinder Rachel (6 Jahre) und Lucy (4 Jahre), doch in ihrer Ehe gibt es eine nicht zu verleugnende Spannung, die auch Michael nicht verborgen bleibt, dennoch möchte er mit beiden befreundet sein, denn von dieser Freundschaft profitieren sie alle drei. Dann passiert etwas absolut schreckliches und Michael reagiert wieder so wie ich es überhaupt nicht erwartet hätte. Er lässt mich fassungslos auf dem Sofa zurück und ich kann einfach nur noch den Kopf schütteln. Was bitte sollte das? Wieso reagiert er so? Um Himmelswillen! Er kommt auch später nicht wirklich zur Vernunft. Nein, er spielt ein Spiel und redet sich eine echt verdrehte Wahrheit ein. Die verschwiegene Wahrheit ist wie ein riesiger Müllberg. Den kannst du zuschütten, so viel du willst, beim nächsten Regen kommt er wieder zum Vorschein. Seite 41 Jeder in diesem Buch hat Schuld auf sich geladen, zumindest die drei Männer. Irgendwie ist alles Schein. Jeder belügt, betrügt oder verbiegt sich die Wahrheit so, dass er gut da steht und es irgendwann wirklich zu seiner Wahrheit wird, an die er glaubt. Der einzige, der für mich vollkommen nachvollziehbar handelt ist Daniel. Er hat einen Befehl ausgeführt und ist deswegen, derjenige, der eine Schuld aufgeladen bekommen hat, weil er seine Pflicht erfüllt hat und seinem Land gedient hat. Michael Turner ist mir immer etwas suspekt und unsympathisch geblieben. Ein Charakter, in welchen ich mich so gar nicht hineinversetzen konnte. Auch Josh blieb mir immer ein bisschen fremd, aber noch lange nicht so wie Michael, denn er hat etwas in Gang gesetzt, was er nicht mehr stoppen kann, doch er hat zu jeder Zeit in der Hand etwas zu ändern, doch er ist nicht in der Lage sich das einzugestehen. Das Ende des Buches hat mich überrascht und irgendwie auch wieder nicht. Es wäre durchaus möglich, dass es so endet, es hätte aber auch anders ausgehen können. Hätte Michael es geschafft sich selbst die Wahrheit einzugestehen. Fazit In diesem Buch geht es um Trauer, Verlust und Schuld. Wie geht man mit Schuld um? Läuft man weg oder stellt man sich ihr mit aller Konsequenz?

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Der Witwer

Von: wal.li

20.06.2016

Caroline Turner war Journalistin, ihr Anliegen war es, die Wahrheit zu erzählen. Ihren Wunsch nach Wahrheit bezahlt sie mit ihrem Leben. Zurück bleibt ihr Mann Michael, der ihren Tod lange nicht verwinden kann. Michael zieht nach London in eine beschauliche Nachbarschaft. Schnell findet er Kontakt zu den Nachbarn, der Familie Nelson. Josh, seine Frau und die beiden kleinen Töchter werden fast so etwas wie eine Ersatzfamilie. Bei ihnen findet Michael ein wenig Halt und Trost. Leider besteht dieses Idyll nicht sehr lange. Das Schicksal hält einen weiteren Schlag bereit. Welche extremen Veränderungen muss ein Mensch durchmachen, der einen geliebten Menschen plötzlich verliert. Die Lebensplanung wird durch den Verlust jäh angehalten, die Neuorientierung ist nicht möglich und auch nicht gewollt. Lediglich oberflächlich entsteht mit der Zeit wieder eine Art Normalität. Doch unter der Oberfläche brennt der Gedanke an den unerträglichen Verlust. Das Wissen um das Geschehen hilft nicht, macht es doch nur die Unsinnigkeit des Todes deutlich. Und die Auswirkungen reichen weit. Etwas, worüber man sich nie genug Gedanken machen kann, welche Auswirkungen hat das eigene Tun. Auf der anderen Seite darf man sich manchmal genau darüber keine Gedanken machen. Genau darum scheint es in diesem von Devid Striesow sehr eindringlich vorgetragenen Roman zu gehen. Der Autor gibt seinen Lesern einiges zu knacken, eine extreme Situation mündet schließlich in einer Katastrophe, an der niemand wirklich schuld ist. Oder ist wirklich niemand schuld. Was ist Ursache, was ist Wirkung. Zwei Welten, zwischen denen kaum ein Zusammenhang besteht. Nur leider ist es dem Autor nicht ganz gelungen, den Leser bzw. Hörer emotional zu packen. Keiner der Hauptakteure weckt tiefe Sympathie, am ehesten noch der Fernste handelt integer. Doch Gefühle und Handlungen, die einem eigentlich nahe gehen sollten, bleiben fern und kühl. Ist man möglicherweise durch gute Besprechungen neugierig auf dieses ungewöhnliche Buch geworden, könnte man eine kleine Enttäuschung erleben.

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Nach dem Tod seiner Ehefrau Caroline zieht Michael Turner nach London, um neu anzufangen. Mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons, freundet er sich schnell an. Mit Josh geht er joggen, mit Samantha kann er sich stundenlang unterhalten und die Kinder Lucy und Rachel mögen ihn ebenfalls. Bald schon besucht er sie regelmäßig, isst bei ihnen zu Abend und geht wie ein Familienmitglied ein und aus. Doch ein Tag im Juni soll ihrer aller Leben verändern. Michael, der im Garten arbeitet, sieht dass die Hintertür der Nelsons offen steht. Im Haus selbst ist es still. Michael geht hinein, ruft nach Josh und Samantha, denkt an einen Einbruch. Vor dem Treppenabsatz überkommt ihn plötzlich ein seltsames Gefühl. Als ob Caroline hier wäre, oben, in einem der Schlafzimmer. Wie in Trance steigt er die Treppe hinein. Und das Unglück nimmt seinen Lauf. I saw a man erzählt die dramatische Geschichte von drei Familien, deren Leben durch Schicksalsschläge miteinander verknüpft sind. Hätte Daniel nicht die Rakete gesteuert, die das Auto mit dem Terroristen abgeschossen hätte, wäre Caroline nicht gestorben. Wäre Caroline noch am Leben, hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt. Hätte Michael die Nelsons nicht kennengelernt, hätte sich jener Tag im Juni nie ereignet und ihr Leben hätte sich nicht so entwickelt, wie es das nun tut. Der eigentliche Protagonist ist Michael, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit springt. Mal sind wir im Hier und Jetzt, mal erzählt er von seiner Zeit mit Caroline. Aber auch Daniel, der die Rakete gesteuert hat, und Josh, der ebenfalls Schuld an dem Unglück des Junitages trägt, gewähren uns immer wieder Einblicke in ihr Leben und ihre Gedankenwelt. I saw a man ist ein ruhiges, nachdenkliches Drama. Ohne viel Action, Handlungsspannung oder emotionale Dialoge erzählt es von dem Welleneffekt, den ein einzelner schicksalshafter Moment auslösen kann. Es geht um das bedrückende Gewicht eines Geheimnisses, um den Drang, zu gestehen. Um das Gewissen, das gegen den Selbsterhaltungstrieb ankämpft. Um Moral gegen Angst. Es ist ein ruhiges Buch, und ein gutes.

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Michaels Frau Caroline ist bei einem tragischen Unglück ums Leben gekommen. Sie war als Journalistin in Afghanistan unterwegs und wurde durch einen Drohnenangriff irrtümlich getötet. Michael ist verzweifelt. In ihrem gemeinsamen Haus hält ihn nichts mehr und er zieht in eine Wohnung in London. Obwohl er eigentlich keinen Kontakt zu anderen Menschen sucht, freundet er sich mit der Familie Nelson, seinen Nachbarn, an. Josh, Samantha und ihre beiden kleinen Töchter bieten ihm Freundschaft ohne Vorbelastungen und er fühlt sich wohl in ihrem Kreis. Doch eines Tages geschieht etwas Schreckliches. Soweit zur Handlung. Es gibt noch einen weiteren Handlungsstrang, der sich mit dem amerikanischen Soldaten Daniel McCullen beschäftigt, der die verhängnisvolle Drohne gesteuert hat. Das Buch wird als „atemberaubendes Drama“ beschrieben. Drama gibt es auf jeden Fall genug, atemberaubend fand ich es allerdings gar nicht. Die Handlung verläuft ziemlich schleppend, daran ändern auch die verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen nichts. Nachdem klar wurde, was genau im Haus der Nelsons passiert ist, fragte ich mich die ganze weitere Zeit, ob es das nun gewesen ist oder ob noch etwas kommt. Bis zu diesem Punkt baut sich noch eine gewisse Spannung auf, die dann aber ziemlich wirkungslos verpufft. Geradezu mit dem Holzhammer zeigt der Autor, wie kleinste Entscheidungen und Zufälle das Leben ändern und beeinflussen können, sei es das eigene Leben, das von Menschen in der nächsten Nachbarschaft oder über Kontinente hinweg. Schuld und Verantwortung sind die großen Themen der Geschichte. Daraus hätte man so viel machen können, aber für mich ist es in diesem Buch nicht gelungen, ich habe irgendwann nur noch quergelesen, immer in der Hoffnung, dass noch etwas passiert, aber da kam nichts. Für mich daher leider eine Enttäuschung!

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Michael "flieht" geradezu aus dem Haus, das er mit seiner Frau Caroline bewohnt hat. Sie war Auslandsjournalistin und starb bei einem Dreh in Afghanistan. So bezieht er nun, mit seinem Schmerz und seiner Trauer, ein Apartment in Hampstead Heath/ London. Michaels neue Nachbarn sind die Nelsons, die ihn sofort freundlich willkommen heißen. In kurzer Zeit entsteht innige Freundschaft zwischen dem Witwer und dem Ehepaar Josh und Samantha. Eines Tages dann entdeckt Michael, dass die Hintertür des Nachbarhauses offen steht. Doch er weiß sicher, dass Samantha verreist und Josh mit den beiden Töchtern unterwegs ist. Obwohl er ein ungutes Gefühl hat, betritt er dennoch das Haus. Es kann ja nichts schaden nach dem Rechten zu sehen. Außerdem kann er dann gleich nach seinem ausgeliehenen Schraubenzieher suchen. Josh hat sicher nichts dagegen. Mit diesen Gedanken betritt er das Haus seiner neuen Freunde. Den Schraubenzieher findet er auf den ersten Blick zwar nicht, doch setzt er mit dem Betreten der Wohnung ungeahnte Dinge in Gang. Owen Sheers hat mit seinem Buch "I saw am man" einen Thriller geschrieben, dessen Aufbau ich zum einen so nicht erwartet habe und der mir auch zum anderen nicht gefallen hat. Während des Lesens wartete ich mit Spannung auf die Stelle an der Michael das Haus der Nelsons betritt, die Treppe in den ersten Stock nimmt und... Ich dann endlich erfahren werde was passiert. Doch so schnell ging es leider nicht. Zunächst erfährt der Leser etwas über Michaels Vorgeschichte, dann wie er Caroline kennengelernt und sie schließlich heiratet haben. Weiter geht es mit der Vorstellung der Familie Nelson, die Beziehung des Ehepaares an sich sowie deren beruflichen Werdegang. Immer war ich noch nicht an der Stelle, an der es ja dann bestimmt furchtbar spannend werden sollte. Seiten später betritt der Schriftsteller nun endlich die Treppe, geht nach oben und... es kommt erneut zu einem Rückblick in die Vergangenheit. Was sich zum Schluss herauskristallisiert kommt unerwartet, das gebe ich zu. Auch der Aufbau der Geschichte mag an sich stimmig sein. Dennoch hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Ich hatte während des Lesens sowohl eine Anspannung, ja geradezu eine Art Unruhe wann denn endlich der entscheidende Moment kommen würde, das ich mich weder auf die, sicherlich wichtigen, Hintergrundinformationen noch auf die kritischen Fragen wie "verrate ich die Person, wenn ich ihr Leben bis ins kleinste dokumentiere?" oder "ist es wirklich besser um jeden Preis die Wahrheit zu kennen?" konzentrieren konnte. Fazit: Eine Geschichte mit unerwarteter Wendung, die es wert ist sich auf das kritische Hinterfragen sowie der Selbstreflexion zu konzentrieren.

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I saw a man von Owen Sheers DVA Verlag 19,99 € gebunden Inhalt in atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Meine Meinung: Ich hatte sehr hohe Erwartungen an dieses Buch und wurde bitter enttäuscht. In I Saw a Man von Owen Sheers, geht es um den Schriftsteller Michael, der nach dem Tod seiner Frau, die als Journalisten in Pakistan zur falschen Zeit am falschen Ort war, versucht wieder ein normales Leben zu leben. Er zieht von New York nach London und freundet sich schnell mit den Nachbarn, den Nelsons an, so sehr, dass er bei ihnen ein und aus geht, als würden sie sich ein Leben lang kennen. Dann eines heißen Sommertages, sieht Michael, dass die Hintertür zum Haus seiner Nachbarn offen steht. Um nach dem Rechten zu schauen, betritt er das leer erscheinende Haus und löst damit eine Kettenreaktion aus, die ihr aller Leben verändert. Das Buch hat unheimliche Längen und leider einen nicht wirklich logischen Aufbau, der durch den verwirrenden Schreibstil noch verschlimmert wird. Rückblenden trugen ebenfalls zur Länge und Verwirrung beim Lesen bei. Ich habe mir ein Buch mit fesselnder Spannung, Tiefgang und Tragik erwartet. Leider traf diese Erwartung für mich kaum zu. 3 von 5 Herzen <3 <3 <3

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