Leserstimmen zu
I Saw a Man

Owen Sheers

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19,99 [D] € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis) Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04669-7 NEU Erschienen: 22.02.2016 Ein atemberaubendes Drama über die Last von Geheimnissen Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline, die als Journalistin bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben gekommen ist, erträgt Michael es nicht länger im gemeinsamen Heim in Wales. In dem Versuch, ein neues Leben zu beginnen, zieht er nach London, wo er auf die Nelsons trifft: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan, und aus einer Zufallsbekanntschaft wird schnell – allzu schnell? – eine intensive Freundschaft. Michael geht bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus, bis er eines Samstagnachmittags ihre Hintertür halb offen stehend vorfindet. In dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt, betritt er das augenscheinlich leere Haus ... und setzt damit eine Folge von Ereignissen in Gang, die ihrer aller Leben schlagartig und auf immer verändern wird. Ein tiefgreifender, packender Roman über Verlust, Schuld und die heimtückische Natur von Geheimnissen. Meine Meinung: Mich hatte der Klappentext total angesprochen und habe mich sehr gefreut, dass mir das Bloggerportal das Ebook zur Rezension zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank noch einmal dafür. Ich bin total gut in die Geschichte rein gekommen, der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Erst fing die Geschichte ja recht harmlos an, aber als es dann wirklich um das Geschehene ging, konnte ich es gar nicht abwarten, die ganze Geschichte zu erfahren. Ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet, war eine große Überraschung für mich. Dieses Buch befasst sich sehr stark mit den Themen Liebe, Freundschaft, Schuld und Verrat, es hatte einigen Tiefgang, was mir sehr gut gefallen hat. Ich glaube, diese Geschichte wird mir noch länger im Gedächtnis bleiben. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das Ende. Das ist aber wahrscheinlich einfach nur Geschmackssache. Mir haben die Charaktere insgesamt sehr gut gefallen, vor allem konnte ich mich gut in die Situation des Hauptprotagonisten Michael hinein versetzen. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich kann hier eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben, es war ein schöner Roman mit viel Tiefgang, der mir wohl länger im Gedächtnis bleibt. Ich möchte das Buch mit 4,5 Sternen bewerten.

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Ein Thriller der excellenten Art. Einmalig in der Wortwahl, mitreißend bis zum letzten Wort. Passt zum Weltthema Schuld und Sühne, ein Buch das jeder Literaturliebhaber mindestens einmal gelesen haben sollte.

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Meinung Nach dem Tod seiner Frau lebt Michael Turner recht zurückgezogen. Seine einzigen sozialen Kontakte sind seine Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson plus Töchter. Schnell, fast schon zu schnell, wird Michael mehr oder weniger Mitglied dieser Familie. Zumindest scheint er es so zu sehen. Als er an einem Nachmittag zu ihnen geht um sich seinen Schraubenzieher zurück zu holen, den er Joshua geliehen hat, trifft er sie nicht an. Allerdings steht die Hintertür offen und so spaziert Michael nach ein paar mal rufen hinein und macht sich auf die Suche nach besagtem Gegenstand. Würde ich bei meinen Nachbarn ins Haus marschieren wenn sie nicht da sind? Nicht, wenn nicht tatsächlich ein Notfall vorliegen würde. Auf der anderen Seite würde ich nämlich auch nicht wollen, dass jemand in meiner Abwesenheit durch mein Haus wandert - egal wie gut ich ihn/sie kenne. Und während Michael so durch das Haus wandert, die ein oder anderen Gedanken spinnt und Flashbacks durchlebt, passiert etwas, dass alles verändert. Wirklich alles. Owen Sheers macht es genau richtig. Bis zur Mitte des Buches bleibt der Leser völlig im Unklaren, was sich überhaupt ereignen wird. Was ist wohl vorgefallen? Hat es etwas mit Michael zu tun? Liegt es an den Nelsons? Mit diesem Gedanken flog ich geradewegs durch die Seiten. Immer wieder angepeitscht von dem "Ja was denn jetzt?"-Gedanken. Somit bleibt die Spannung extrem lang erhalten. Zwischendrin erfährt man unglaublich viel über Michaels Leben vor den Nelsons. Wie seine Frau gestorben ist, warum er sich so zurückgezogen hat und wie das mit den Nelsons ist. Ich hatte mir etwas komplett anderes unter diesem Buch vorgestellt. Ich kann nicht mal sagen was genau - aber nicht das, was es im Endeffekt ist. Bei "I saw a man" handelt es sich um ein Buch, dass das Wort 'Wahrheit' ganz genau beleuchtet. Was passiert, wenn man die Wahrheit sagt? Und was, wenn nicht? Wie wirken sich Lügen und Geheimnisse auf einen selbst und auch das Leben anderer aus? Wollen wir wirklich immer die Wahrheit wissen oder gibt es Momente, in denen wir hinterher denken "Hätte ich das doch bloß nicht gewusst!" ? Fazit Ein Buch, das mal etwas ganz anderes ist. Kein kurzweiliger Roman, kein Thriller, kein Horror, keine Liebesschnulze. Ein Buch bei dem wir uns selbst fragen: Wie würde ich reagieren? Schützt eine Lüge vielleicht nicht nur mich, sondern auch jemand anderen? Und was passiert, wenn ich die Wahrheit sage? Eine Leseempfehlung geht an alle, die mal etwas völlig anderes lesen und in sich selbst hineinhorchen wollen.

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An einem Samstagnachmittag im Juni betritt Michael Turner das Haus seiner Nachbarn, Joshua und Samantha Nelson. Die Hintertür stand halb offen und Michael rief nach Josh und Sam aber niemand antwortete. Er nahm an, dass niemand da sei, was aber ungewöhnlich sei, wenn die Tür offen steht. Er streift seine Schuhe ab, die voll feuchter Erde sind, weil er im Garten gearbeitet hat. Auch seine Hände sind noch schmutzig, darum bemüht er sich nichts anzufassen. Michael blick sich um auf der Suche nach einer Erklärung, warum die Tür offen stand, wenn niemand zu Hause ist. Er kennt die Nelsons erst seit 7 Monaten doch nach dem ersten Kennenlernen, ist rasch eine enge Freundschaft entstanden. Er aß öfter bei den Nelsons zu Abend als bei sich zu Hause. Michael wusste, dass Samantha übers Wochenende zu ihrer Schwester gefahren ist und denkt, Josh und die beiden Töchter können nicht weit sein. Eigentlich wollte Michael nur seinen Schraubenzieher zurückholen, den er Josh vor zwei Tagen geliehen hatte. Im ersten Kapitel hat sich bereits für mich die erste Frage gestellt; würde ich das Haus meiner Nachbarn betreten, wenn sie auf mein Rufen an der offenen Tür nicht antworten? Meine Antwort war eindeutig nein, würde ich nicht. Wahrscheinlich würde ich die Tür schließen und wieder gehen, egal wie gut ich sie kenne. Doch Michael geht rein und denkt Josh und Samantha hätten sicher nichts dagegen, wenn er kurz schaut, ob er seinen Schraubenzieher irgendwo sieht. Ich kann gar nicht sagen, ob ich den Protagonisten wirklich mag. Er ist nicht unsympathisch, aber er trifft Entscheidungen, mit denen ich persönlich große Probleme habe. Die Familie Nelson ist auch keine Bilderbuch Familie. Man spürt die Spannung zwischen Josh und Sam und fragt sich, ob sie diese Ehe nur wegen ihrer Kinder aufrechterhalten die erst 6 (Rachel) und 4 (Lucy) Jahre alt sind. Es kommt dann noch jemand ins Spiel, ein amerikanischer Pilot namens Daniel McCullen, der ebenfalls Familie hat. Als er das erste Mal auftaucht, fragt man sich, was er mit der Geschichte überhaupt zu tun hat doch, wenn man erfährt, was er beruflich macht, kann man es sich denken. Zwischen den Kapiteln, wo Michael das Haus betritt und was er dort macht, wird erzählt, was bisher in seinem Leben passiert ist. Wie es dazu kam, dass er mit den Nelsons eine so enge Freundschaft geschlossen hat. Seine Frau wurde bei einem Drohnenangriff auf einen Talibanführer getötet. Sie waren noch nicht lange verheiratet und Michael leidet sehr unter dem Verlust. Je mehr man über die Nelsons und über Michael erfährt, umso mehr Verständnis hat man für diese, in meinen Augen eher ungewöhnliche Freundschaft. Und nun, als Michael sich in ihrem Haus befindet und denkt es ist niemand da, passiert etwas entsetzlich Furchtbares. Wie bereits erwähnt, hätte ich das Haus nicht betreten, und jetzt reagiert Michael wieder auf eine Art, die Kopfschütteln bei mir auslöst. Eigentlich war ich wirklich entsetzt. Mehr als eine Figur hat Schuld auf sich geladen. Daniel McCullen hat Befehle befolgt und könnte sich wohl damit ausreden, er wird aber am wenigsten mit seiner Schuld fertig und zerbricht fast daran. Das macht ihn eigentlich zum sympathischsten Charakter in dieser Geschichte. Michael verliert an Sympathie als er die Schuld, die er auf sich geladen hat, einem anderen zuschiebt. Es geht in diesem Buch sehr viel um Verlust und Trauer, aber es wird auch gelogen und betrogen. Drei Männer die Schuld auf sich geladen haben, und wie sie damit umgehen. Steht man dazu oder läuft man feige weg? Wie sehr frisst einen die Schuld auf? Vor allem, wenn man mit niemand darüber reden kann. Es ist schon eine Frage von »was wäre wenn?«, und ein kleines bisschen Schmetterlingsefffekt. Obwohl es sich hier nicht um einen Thriller handelt, steigt die Spannung stetig an. Trotzdem gibt es ein paar Stellen, die sich in die Länge ziehen. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sind ganz weit weg von Perfekt. Michaels Entscheidungen und Reaktionen sind nicht die Einzigen, die für mich ganz unmöglich sind. Eigentlich verstehe ich nur Daniel in dieser Folge tragischer Ereignisse. Zuerst dachte ich, dass das Ende mich nicht zufriedenstellt. Jetzt habe ich eine Nacht darüber geschlafen und finde, obwohl es etwas zu leise endet, passt es doch. Ein Buch, das leise anfängt und immer eindringlicher wird. Eine tragische Geschichte über Verlust und Trauer, lügen und betrügen, Schuld und wie man damit umgeht. Nach der Hälfte des Buches ist es schwer, mit dem Protagonisten Michael zu sympathisieren. Es ist durchaus denkbar und realistisch wie die Geschichte sich entwickelt, auch wenn ich für mich persönlich einige Entscheidungen für unmöglich halte. Ein Buch über das man sicherlich viel diskutieren kann.

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Drei Männer, drei Schicksale. Drei Männer, die Schuld auf sich laden und einen Weg finden müssen, mit ihrer Schuld weiter zu leben. Da ist Michael Turner, ein Schriftsteller, der gerade seine Frau verloren hat. Eine Journalistin, getötet bei einem Auslandseinsatz in Afghanistan. Dabei hatten sie einander doch noch gar nicht so lange. Da ist Josh Nelson, der nicht an seinem Platz war, als er hätte da sein müssen. Sein Geheimnis wird für immer eins bleiben müssen. Und da ist Daniel McCullen, ein Pilot, der mit seiner Arbeit und deren Konsequenzen so nicht mehr weiter leben kann. Owen Sheers schreibt seinen Roman so spannend wie einen Thriller. Kaum hatte ich “nur mal kurz reingeschaut”, so waren bereits die ersten 100 Seiten verflogen. Auch wenn anfangs nicht klar ist, wohin die Geschichte führen wird, so versteht es Sheers, den Leser bei der Stange zu halten. Nur langsam betreten wir mit Michael das Haus, immer wieder wird der Leser daraus entführt, um zu erfahren, was zuvor geschah. In Rückblenden lernen wir Michael und Caroline, Samantha und Josh kennen. Wir erfahren mehr über ihr Leben und wie sie einander kennenlernten. Erst nach mehr als der Hälfte des Romans erfahren wir, was Michael am Ende der Treppe erwartet und bis dahin wird es keine Sekunde langweilig. Der Schock sitzt tief und man fragt sich bis zum Schluss, wie das Ganze nur enden mag. Wie kann man mit einer großen Schuld, die Leben verändert, leben und überleben? Das Debüt Owen Sheers’ ist ein unglaublich eindringlich erzählter Roman mit lebendigen Bildern, die mir sicher noch lange im Kopf herumspuken werden. Er setzt sich mit aktuellen Themen auseinander, schockiert mit Details und berührt mit den Geschichten von Verzweiflung, Trauer und Ausweglosigkeit. Sein Schreibstil ist fesselnd und seine Sprache ausdrucksstark und gewandt. Dennoch handelt es sich trotz der angedeuteten Handlung (zuviel will man ja auch verraten) nicht um einen Thriller, wer dies erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Sheers’ Figuren überzeugen auf ganzer Linie und es ist faszinierend, mit welchen Strategien sie versuchen, das Leben nach Schicksalsschlägen wieder in den Griff zu bekommen. Zum Ende wendet der Autor einen kleinen überraschenden Kunstgriff an, der den aufmerksamen Leser verblüffen wird. Ein Buch, das ich ausdrücklich empfehlen kann und für dessen Auswahl ich mich herzlichst bei meinen “Buchschätzern” bedanke! © Tintenhain

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Nach dem tragischen Tod seiner Frau Caroline ist Michaels Leben komplett zusammengebrochen. Das frisch verheiratete Paar hatte sich gerade eine gemeinsame Zukunft aufgebaut, als die Journalistin Caroline bei einem Auslandsdreh in Afghanistan ums Leben kommt. Michael erträgt es nicht mehr länger in ihrem gemeinsamen Haus in Wales, verkauft es und zieht nach London. Dort möchte Michal ein ganz neues Leben beginnen. In seiner neuen Heimat trifft er auf die Nelsons: Josh, Samantha und ihre zwei Töchter wohnen im Haus nebenan und schnell wird aus einer Zufallsbekanntschaft eine intensive Freundschaft. Vielleicht ein wenig zu schnell? Es ist für Michael schon zur Gewohnheit geworden bei den Nelsons wie selbstverständlich ein und aus zu gehen. Doch eines Samstagnachmittags steht ihre Hintertür halb offen und Michael überkommt ein komisches Gefühl. Hier stimmt etwas nicht und er betritt sofort das augenscheinlich leere Haus. Damit verändert Michael ihrer aller Leben für immer. Meine Meinung: I Saw a Man ist ein brillanter Roman über die Auswirkungen schicksalhafter Momente im Leben. Das Buch zeigt den Umgang der betroffenen Personen mit ihren dramatisch veränderten Leben auf authentische Weise auf und zieht den Leser in die Gedankenwelt der Charaktere. Dabei behandelt und kritisiert der Autor ein aktuelles Thema, über welches man sich als Leser auch seine eigenen Gedanken macht. Das Buch ist in einem herausragenden Schreibstil verfasst: Dieser ist hochwertig mit vielen bildhaften Vergleichen und bleibt dabei flüssig und leicht. Unglaublich viele Sätze aus dem Buch kann man als stimmungsvolle Zitate verwenden. Die Handlung wird in der dritten Person aus der Sicht des Hauptcharakters Michael berichtet und wechselt dabei oft die Zeiten. Michael erlebt seine Gegenwart im Haus seiner Nachbarn der Nelsons und springt dabei gleichzeitig immer wieder zurück in seine Vergangenheit. Dabei handelt es sich um verschiedene Zeitpunkte in der Vergangenheit, so dass der Leser sich immer erst einmal kurz zurechtfinden muss. Durch diese wechselnden Zeiten erfährt der Leser erst nach und nach worum es in dem Buch überhaupt geht. Je mehr man über Michaels Vergangenheit mit seiner Ehefrau Caroline erfährt, desto klarer wird wie es zu der aktuellen Situation kommen konnte. Dadurch wird eine unglaubliche Spannung in der Geschichte aufgebaut, die die man nur durchs Weiterlesen befriedigen kann. Michael ist anfangs ein sehr undurchsichtiger Charakter, den man erst nach und nach kennen lernt. Mit seinen Reaktionen war ich nicht immer ganz einverstanden, was Michael einige Minuspunkte eingebracht hat. Aber er ist ein interessanter und authentischer Charakter mit einer traurigen Vorgeschichte, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Auch die Nebencharaktere wie Josh und Samantha haben ihre kleinen Schwächen, wodurch sie ebenfalls authentisch wirken. Fazit: I Saw a Man ist ein hervorragender Roman über ein aktuelles Thema und die authentischen Reaktionen der Betroffenen auf schicksalhafte Momente. Die Charaktere mit ihren Schwächen und Stärken verleihen dem Buch eine besondere Note. Mit seinem brillanten Schreibstil und Erzähltechnik zieht der Autor den Leser in einen Spannungsbann aus dem man nur durchs Weiterlesen entkommen kann. Ich bin unglaublich begeistert von dem Buch und kann es euch nur wärmstens empfehlen!

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Ein Mann durchstreift auf der Suche nach einem Schraubenzieher das verlassene Haus seiner Nachbarn und erschreckt dabei die wider Erwarten anwesende Tocher dermaßen, daß diese mit letaler Folge die Stufen hinunterstürzt, und hinterher zermartern sich alle das Gewissen an der Schuldfrage Und hier könnte diese Rezension auch schon wieder zu Ende sein, viel mehr an Handlung hat "I Saw A Man" nicht zu bieten. Wer also Wert auf raffinierte Wendungen legt, sollte besser einem anderen Titel den Vorzug geben. Und doch erzählt der Roman leise, behutsam seine Geschichte ... oder besser, eine Vielzahl von Geschichten. Michel Turner sucht vordergründig ein verliehenes Werkzeug, tatsächlich ist er jedoch auf der Suche nach weitaus mehr, nach seinem Leben. Jeden Gegenstand, der ihm ins Auge fällt, verbindet er mit einem Erlebnis, jeder Schritt auf dem knarrenden Boden führt ihn zugleich durch ein "Mienenfeld der Erinnerung". Der Leser erfährt von seiner Frau Caroline, ihrem idyllischen Zusammenleben in einem britischen Landhaus, ihrem Auftrag, für eine Reportage in ein Kriegsgebiet zu reisen, von der amerikanischen Drohne, die Tod und Zerstörung bringt. "Nach Todesfällen ändern Männer ihren Wohnort, Frauen ihr Äußeres", so heißt es später. Michael zieht nach London, freundet sich mit seinen neuen Nachbarn, den Nelsons an. Während sie in ihm den Hausfreund sehen, den Fremden, den man doch schon so lange zu kennen glaubt, daß man sich ihm anvertrauen kann, sucht er in ihrer Gesellschaft nach seiner verlorenen Geborgenheit. Doch letztendlich ist die Ehe für ihn "eine endliche Ressource, ein seltenes Erz, dessen Vorräte mit Carolines Tod versiegt waren." Michael erinnert sich an die obligaten britischen Teegesellschaften, in denen letztlich nur Selbstverliebtheit zelebriert wird. Seine Gedanken tragen ihn zu den Fechtstunden, die er nach seinem Verlust absolviert hat, "... als könne man Trauer ausschwitzen...". Und je weiter er in das Haus eindringt, desto klarer wird die Antwort auf die implizite Frage, mit welchem Selbstverständnis er sich in fremdem Eigentum bewegt: Weil es letztendlich die Symbolik ist, die zählt. Schließlich findet der Roman seine Zäsur, der Rahmen von Michaels Selbstsuche wird mit dem tödlichen Treppensturz gesprengt. Ab diesem Punkt wendet sich der Roman hin zu einer Geschichte dreier Männer, die durch den Tod eines Menschen Schuld auf sich geladen haben und auf unterschiedliche Weise damit umgehen. Michael Turner, die zentrale Figur, erschreckt durch seine (eigentlich unbefugte) Anwesenheit im Haus seiner Nachbarn deren Tochter, sodaß sie auf fatale Weise die Treppe hinunterstürzt. In seinem Bemühen, in seiner Rolle an diesem Unfall vor sich selbst zu bestehen, handelt er nach seinen beruflichen Fähigkeiten als Autor: Er schreibt die Geschichte des Hergangs neu, schreibt sich selbst aus der Geshichte heraus, erzählt sie so oft, bis sie zur Wahrheit wird. Diese seine verbale Macht wird im Zuge seiner Einvernahme als möglicher Zeuge bewußt. Die Wahrheit wird in dem Moment unumstößlich, in dem sie ausgesprochen, niedergeschrieben ist." Josh Nelson fühlt sich seinerseits am Unfall seiner Tochter mitverantwortlich, weil er seine Aufsichtspflicht zugunsten einer Liebschaft vernachlässigt hat. Nachdem er durch die Finanzkrise auch seinen Job bei Lehman Brothers verloren hat, geht seine Ehe in der Brüche, er entfremdet sich von seiner Familie und ertränkt seine Verbitterung in Alkohol. Schließlich verfolgt er besessen eine Spur und entdeckt als einziger Michaels wahre Geschichte. Major Daniel McCullen schließlich ist jener Drohnenpilot, der Caroline, Michels Frau getötet hat, die als Journalistin in einem Kriegsgebiet im Einsatz war. Daniel ist, von Las Vegas aus operierend, einer jener Soldaten, die nie einen Fuß auf ein Schlachtfeld setzen. Der Krieg ist für ihn ein Nine-to-Five-Job, die Kampfhandlungen zum Videospiel abstrahiert. Das Töten erfolgt per Knopfdruck, die Verantwortung wird an andere Stellen delegiert. Und doch empfindet Daniel das Bedürfnis, für seine Tat einzustehen. Er macht Michael ausfindig, sucht mit einem Brief nach der erlösenden Absolution. In der Hörbuchfassung führt der Schauspieler Dewid Striesow Striesow den Hörer wie einen guten Bekannten, dem er beiläufig kausalen Tratsch erzählt, durch die Geschichte. Durch geschickte Tempovariationen setzt er jedoch Akzente, indem er einzelne Bildfolgen in Zeitlupe ablaufen läßt. In quälender Langsamkeit muß etwa der Leser hilflos mit Michael zusehen, wie das Mädchen das Gleichgewicht verliert und in die Tiefe fällt. Persönliches Fazit Ein Roman, der wie ein sorgfältig entworfenes Gemälde wenig Dynamik und viel zu entdecken bietet.

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Zum Inhalt Die Geschichte beginnt mit Michael Turner, der das Haus seiner Nachbarn betritt. Er möchte sich seinen Schraubenzieher für seinen Fechtdegen zurückholen. Michael ist verwundert, dass die Haustüre der Nelsons offen steht. Er überlegt ob er das Haus überhaupt betreten soll. Warum eigentlich nicht? Er ist doch mit der Familie Nelson dick befreundet. Bestimmt ist die offene Tür ein Versehen. Oder, ist etwas passiert? Lange wusste ich nicht, wo diese Geschichte mich hinführen will. Mal spielt sie sich im Haus der Nelsons ab, mal erleben wir Rückblenden aus Michaels Leben. Seit Michael seine Frau bei einem Dreh in Afghanistan verloren hat, ist er nicht mehr der selbe Mensch. Frauen interessieren ihn nicht mehr. Die Journalistin Caroline war seine große Liebe. Er verlässt ihr gemeinsames Haus in Wales und beginnt einen Neuanfang in London. Dort hofft der Schriftsteller wieder neue Ideen für ein Buch zu bekommen. Michael ist glücklich darüber, bei der Familie Nelson Anschluss gefunden zu haben. Der steinreiche Banker Josh, seine Frau Samantha und ihre zwei Töchter wachsen ihm schnell ans Herz. Er wird zu sämtliche Partys und Abendessen eingeladen. Mit Josh geht er regelmäßig joggen. Meine Meinung Die Ehe der Nelsons kam mir ziemlich frostig vor. Samantha konnte ihren Gästen keine aufrichtige Herzlichkeit entgegen bringen. Oft bekam Michael mit, wenn sich die beiden angifteten. Josh machte auf mich einen sehr einfältigen Eindruck. Überhaupt fand ich, dass die Freundschaft zu Michael zu schnell und innig war. Ich hatte das Gefühl, dass sie damit eine Leere füllen wollten. Ein schreckliches Ereignis bringt abermals Michaels Leben ins Wanken. Ich konnte Michael ein Stück weit verstehen. Oft dachte ich mir, bis zu einem bestimmten Punkt hätte ich genauso gehandelt. Aber, nur bis zu einem bestimmten Punkt und nicht weiter!!! Michael erhält einen Brief, der ihn sehr aufwühlt. Er muss erst überlegen, ob er ihn beantwortet. Den Briefwechsel der entstand fand ich traurig und spannend. Die Verlogenheit der Protagonisten raubt einem stellenweise den Atem. Nichts ist so, wie es den Anschein hat. Das Lügennetz verhindert die Aufklärung eines Falles. Josh wurde auf raffinierte Weise aktiv. Das hätte ich ihm nicht zugetraut! Vor allem, die Entdeckung die er macht. Fazit Über dieses Buch fiel es mir sehr schwer, etwas zu schreiben. Nur ein Wort zuviel könnte die ganze Spannung rauben. Man sollte in die Geschichte eintauchen und keine Thriller-Erwartungen stellen. Diese hat man nach dem Klappentext gerne. Es handelt sich um eine Tragödie. Die Story ist auf eine sehr leise Weise spannend. Das Kopfkino stellte sich bei mir besonders nach dem Lesen ein. Der Schreibstil ist flüssig und die Protagonisten gut beschrieben. Das Verhalten der Nelsons und Michael fand ich völlig absurd. Bei einer echten Freundschaft wäre niemals so ein Lügennetz entstanden. Funkstille ja, was der Situation geschuldet wäre. Ich empfehle jedem dieses Buch der - gerne Bücher mit leisen Tönen liest, - raffinierte Spannung zu schätzen weiß, - in die seelischen Abgründe von Menschen blicken will, - erleben will wie ein richtiges Lügennetz gesponnen wird, - Belletristik vom Feinsten genießen will! Für mich wieder ein neues Highlight 2016! Danke Owen Sheers Von mir eine absolute Empfehlung und 5 Sterne

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