Leserstimmen zu
Todesstiche

Nina Darnton

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Die ehemalige Schauspielerin Jennifer führt ein glückliches Familienleben in Philadelphia mit ihrem Ehemann Mark und den drei Kindern Emma, Lily und Eric, bis ein nächtlicher Anruf die heile Welt zusammenbrecht lässt: Die einundzwanzigjährige Emma, seit acht Monaten als Austauschstudentin im spanischen Sevilla, wurde in einen Mordfall verwickelt und in Haft genommen. Sofort fliegt Jennifer zu ihrer Tochter, während Mark später nachkommen will. Jennifer erfährt, dass in Emmas Wohnung ein junger Mann erstochen wurde. Laut Emmas Aussage wollte er sie vergewaltigen, ehe ein Passant von der Straße sich Zugang verschaffte und ihn in Notwehr tötete. Da Emmas Retter als Algerier Ärger mit den Behörden fürchtete, flüchtete er, ohne eine Aussage zu machen oder Kontaktdaten zu hinterlassen. Jennifer glaubt ihrer Tochter und hofft, dass mit Hilfe des spanischen Anwaltes José und dem Privatermittler Roberto bald alles geklärt und ausgestanden ist. Doch die Polizei entdeckt Widersprüche in Emmas Aussagen. Bald erfährt Jennifer, dass Emma in Spanien längst nicht das mustergültige Leben führte, das sie vorgab. Sie ist hin- und hergerissen, ob sie ihrer Tochter glauben soll ... Bewertung: Die Grundhandlung von Nina Darntons "Todesstiche" lässt unweigerlich an die realen Ereignissen um den Mordfall Meredith Kercher im italienischen Perugia denken. 2007 wurde die amerikanische Austauschstudentin Amanda Knox gemeinsam mit ihrem damaligen Freund Raffaele Sollecito des Mordes an Amandas WG-Partnerin Meredith beschuldigt, die in der Wohnung erstochen wurde. Während die italienischen Medien Knox als gefährliche Femme fatale stilisierten, erfuhr die Studentin seitens der heimischen Presse überwiegend deutliche Verteidigung. Nach einigem juristischen Hin und Her sowie fehlerhaften Ermittlungen wurden Knox und Sollecito mittlerweile letztinstanzlich freigesprochen, wenngleich die öffentliche Diskussion um den Fall und die Spekulationen über eine mögliche Beteiligung noch lange nicht abgeebbt sind. In Nina Darntons Roman dreht sich das Geschehen gleichfalls eine einundzwanzigjährige amerikanische Austauschstudentin, in deren Wohnung jemand erstochen wurde. Während die amerikanischen Medien Emmas Version vehement unterstützen, wird die junge Frau von italienischen Medien als promiskes Partygirl porträtiert. Freilich gibt es auch genug Unterschiede zum Kercher-Mordfall, sodass nur von einer losen Inspiration gesprochen werden kann und keinesfalls von einer belletristischen Adaption. Im Fokus steht hier, wie der Originaltitel "The perfect mother" verrät, zudem weniger Emma Lewis als vielmehr ihre Mutter Jennifer. Der Roman dreht sich einerseits um die Frage, ob Emma schuldig ist und ob sie verurteilt wird und andererseits darum, welche Sichtweise Jennifer einnimmt. Während Ehemann Mark sich rasch an frühere Verfehlungen Emmas erinnert und sie nicht per se für unschuldig hält, beharrt Jennifer sehr lange auf dieser Ansicht. Der Leser wiederum zieht seine eigenen Schlüsse, die nicht notwendigerweise mit Jennifers übereinstimmen. Die Stärke des Romans ist seine Spannung, die dazu einlädt, die knapp 300 Seiten an ein, zwei Tagen herunterzulesen. Durch den recht geradlinigen Verlauf, der keine besondere Konzentration erfordert, eignet sich "Todesstiche" etwa sehr gut als Lektüre für Bahnfahrten. Nachdem Emma ihre Version dargeboten hat, ergeben sich im Verlauf der nächsten Wochen immer wieder neue Ungereimtheiten, die allerdings nicht zwingend so eindeutig sind, dass Emma als Lügnerin überführt wäre. Ihre konkrete Rolle und der genaue Ablauf der Tatnacht sind dementsprechend sehr lange offen; das Hin und Her zwischen den Vorwürfen und entlastenden Erklärungen wird fesselnd dargeboten, der Unterhaltungsfaktor ist hoch. Gelungen ist zudem die Darstellung Sevillas; es fließen einige Informationen zur Stadt und ihrem Flair ein. Weniger überzeugend ist das Werk indessen in Sachen Charakterzeichnung. Weder Jennifer noch Emma sind sonderlich sympathisch. Anfangs ist es noch sehr verständlich, dass Jennifer fest an ihre Tochter glaubt; allerdings nervt diese Naivität nach einer Weile, nachdem einige Lügen und frühere Verfehlungen Emmas aufgetaucht sind und Jennifer ein wenig die Augen geöffnet haben sollten. Es wäre sicherlich reizvoller gewesen, wenn Emma dem Leser sympathisch wäre, damit man besser mit ihr mitfiebern kann. Sie präsentiert sich allerdings in erster Linie als verwöhnt und bockig, ihr Schicksal geht nicht wirklich ans Herz - phasenweise wünscht man ihr beinah, der Beteiligung überführt zu werden. Mark Lewis ist nicht unsympathisch, aber er bleibt blass und wirkt gleich bei seinem ersten Auftreten unrealistisch: Als er und Jennifer mitten in der Nacht von einer verstörten Emma in wenigen Sätzen über die Situation informiert werden, reagiert Jennifer angemessen geschockt, Mark dagegen so souverän und ruhig, dass es irritiert. Ein grundsätzlich interessanter Charakter ist der Privatermittler Roberto, der auf Jennifer eine sehr beruhigende Wirkung hat und ihr Hoffnung schenkt. Allerdings ist es eher unnötig, dass Jennifer bei allen Schwierigkeiten auch noch unangemessene Gefühle für ihn entwickelt. Fazit: Wenn man keine hohen Erwartungen in Sachen Charakterzeichnung hat, erwartet den Leser ein kurzweiliger und spannender Thriller, der zur schnellen Lektüre einlädt.

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Rezension zu "Todesstiche" von Nina Darnton Klappentext : Der Anruf kommt mitten in der Nacht und bringt die heile Welt von Jennifer Lewis zum Einsturz. Ihre Tochter Emma, die sich als Austauschstudentin in Sevilla aufhält, sitzt in Untersuchungshaft, nachdem ein junger Mann in ihrer Wohnung brutal erstochen wurde. Emma erklärt, mit dem Mord nichts zu tun zu haben, und Jennifer reist sofort nach Spanien, um ihrer Tochter beizustehen. Doch je mehr sie dort über das Leben erfährt, das Emma führte, desto schmerzlicher wird ihr bewusst, wie wenig sie ihr eigenes Kind kennt. Belagert von der Presse und gefangen zwischen Hoffnung und Verzweiflung setzt Jennifer alles daran, Emma aus dem Gefängnis zu holen. Unterdessen wachsen die Zweifel an deren Version der Ereignisse ...(Quelle : Randomhouse Bloggerportal) Cover : Wer mich kennt, weiß, dass ich absoluter Fan von gelungenen Covern bin und normaler weise keine eigene Kategorie in meinen Rezis dafür einbaue, dennoch muss ich bei diesem Buch etwas näher auf das Cover eingehen, ebenso allerdings auch auf den Titel. Denn was dieses Buch mit Todesstichen zu tun hat, außer, dass ein junger Mann erstochen wurde oder mit Bienen, wie eine auf dem Cover gezeigt wird, ist mir bis jetzt ein Rätsel. Originaltitel des Buches lautet "the Perfect mother" , was bedeutend besser den Inhalt beschreibt. Und die Biene, tja, ich schüttele den Kopf und sage ganz ehrlich, lasst euch von der Biene nicht verwirren. Sie spielt weder die Hauptrolle, noch die Nebenrolle, noch habe ich nicht im entferntesten ein Insekt in diesem Buch erwähnt gefunden. Zum Aufbau : Dieses Buch ist ein absoluter Pageturner, er fängt ab Seite eins an. Sofort, mitten in der Nacht, wird der Leser ins Geschehen geworfen. Lernt Jennifer und ihren Mann Mark und die Tochter Emma kennen. Emma ruft verzweifelt aus Sevilla ihre Mutter an, die daraufhin den ersten Flug zu ihr nimmt, denn Emma wurde wegen Mordverdachtes verhaftet. Jennifer dachte immer sie sei die perfekte Mutter gewesen, hätte drei perfekte Kinder groß gezogen und ist mächtig stolz auf sich und die Kinder gewesen. Sie glaubt Emma jedes Wort, von vorn bis hinten. Doch als Mark in Sevilla ankommt, der übrigens Anwalt ist, merkt auch Jennifer langsam, dass die Geschichte von ihrer Tochter so nicht stimmen kann. Der Leser wird immer mehr in den Bann dieses Buches gezogen, es bleibt spannend. Gibt absolut nicht eine unspannende Seite. Alle Charaktere waren mir sehr sympathisch. Was mir gut gefallen hat : Die Geschichte bricht, wie schon gesagt, gleich mit der ersten Seite an. Es ist eine sehr durchdachte Geschichte, der Schreibstil einfach und flüssig lesbar. Nicht so gut gefallen hat mir : Das Cover, entschuldigt, aber für ein Cover, das absolut nicht zur Story passt und dann noch den irgendwie vollkommen aus der Luft gegriffenen Titel, muss ich einen Stern abziehen und lande somit bei 4 sehr sehr guten Sternen. Fazit : Ihr müsst das lesen!!

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Jennifers Lewis` Tochter Emma hält sich als Austauschschülerin in Sevilla auf. Mitten in der Nacht bekommt Jennifer einen Anruf ihrer Tochter, dass sie sich in Untersuchungshaft befindet, weil sie einen Mord begangen haben soll, was diese allerdings vehement abstreitet. Jennifer macht sich sofort auf den Weg nach Spanien um ihrer Tochter beizustehen und zu helfen. Dort angekommen wachsen bald Zweifel an Emma`s Version und Jennifer muss nach und nach erkennen, dass sie sich in ihrer Tochter vielleicht doch geirrt hat! Oder nicht...? Als ich den Klappentext von "Todesstiche" gelesen habe, war es sofort um mich geschehen und ich musste dieses Buch einfach lesen. Jennifer Lewis hat ihr ganzes Leben ihren Kindern gewidmet und ihre vielversprechende Karriere auf Eis gelegt um voll und ganz Mutter zu sein. Mir kam es eher so vor, als hat sie sich selbst komplett aufgegeben, um ihren Kindern einfach alles zu ermöglichen. Natürlich ist Jennifer sehr stolz auf ihre Kinder, vor allem auf ihre Älteste Emma, die von allen nur gelobt wird, ein ganz toller und gerechtigkeitsliebender Mensch ist und nur die besten Noten hat. Vielmehr habe ich den Charakter Emma als verzogene und verwöhnte Göre in "Todesstiche" kennenlernen dürfen. Undankbar, verschlossen und verlogen. Doch wie es oft so ist, ist nichts so wie es scheint... Jennifer Lewis ist eine sehr engagierte Mutter, engagierter, als es vielleicht normal ist. Sie vergöttert ihre Kinder und ihr Mann, der Anwalt ist und arbeitet, hat so gut wie gar nichts in der Kindererziehung zu melden. Vielleicht zweifelt er gerade weil er vielmehr Abstand hat an der Geschichte seiner Tochter, was bei seiner Frau natürlich nicht gut ankommt. Viel mehr sieht sie das alles als einen persönlichen Angriff gegen sich selbst und leider ist sie in der Liebe ihrer Kinder so verbohrt, dass sie schlecht andere Meinungen zulassen kann. Jennifer engagiert einen Privatdetektiv, der ihr helfen soll, die Unschuld ihrer Tochter zu beweisen. Plötzlich lernt sie ihre Tochter ganz neu kennen und ihre heile Welt, die sie sich aufgebaut hat, gerät ins Wanken. "Todesstiche" hat mich von Seite eins an gefesselt und ich gebe zu, dass ich die Protagonistin Jennifer mit meinen eigenen Mutterqualitäten verglichen habe. Wenn man mal ganz tief in sich reinhört, wird man sicherlich einige Gemeinsamkeiten mit Jennifer finden. Natürlich liebt man sein Kind und natürlich will man seinem Kind glauben, nur war ich sehr erschrocken, dass Jennifer selbst das Offensichtliche mit fadenscheinigen Theorien zu erklären versucht. Was ist wirklich geschehen? Jennifer muss erkennen, dass sie ihre Tochter doch nicht so gut kennt, wie sie glaubt und die Wahrheit tut manchmal weh. Nina Darnton legt einen Roman vor, in dem der Leser selbst hin- und hergerissen ist und sich gut in Jennifer hineinversetzen kann. Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung Sevillas mit der ein oder anderen Hintergrundgeschichte zu Sehenswürdigkeiten der spanischen Stadt. An Spannung mangelt es der Geschichte um Jennifer und ihrer Familie bestimmt nicht und mich hat der Roman mehr als gefesselt, sodass es mir schwer fiel das Buch beiseite zu legen. Wenn man dann am Ende angelangt ist, setzt die Autorin nochmal einen drauf, was mir sehr gefallen hat! Gerne mehr davon und so gebe ich eine absoulte Leseempfehlung!

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