Leserstimmen zu
Unser wildes Blut

Wolfgang Schnellbächer, Nur Öneren

(5)
(3)
(3)
(0)
(0)

Das Jugendbuch "Unser wildes Blut" von Wolfgang Schnellbächer und Nur Öneren erschien 2016 im cbt Verlag in der Verlagsgruppe Pandom House GmbH. Haupterzähler in der Geschichte sind Alexander, welcher Christ ist und Ilhan, welcher Muslim ist. Die Kapitel wechseln sich immer wieder ab und erzählt die Liebesgeschichte von Alexander und Aysel, welche sich auf Grund der verschiedenen Kulturen eigentlich nicht lieben dürfen, Doch obwohl die Familie von Aysel alles macht, um sie von der nicht standesgemäßen Liebelei wegzubringen, sogar die Zwangseheschließung wird beschlossen, findet die Liebe von Alexander ihren steinigen und schwierigen Weg, welcher in einer dramatischen letzten Szene endet. Die Geschichte ist sehr liebevoll und charakterstark erzählt, man kann richtig mitfühlen mit Aysel, Alexander und auch mit ihrem Zwillingsbruder Ilhan. Denn die Kulturen, welche hier aufeinandertreffen sind nicht die einfachsten. Allein, wenn man daran denkt, dass Ilhan als Mann ein viel einfacheres Leben hat als seine Schwester. Die Kämpfe, welche ausgefochten werden müssen, um die Unbeflecktheit der Familie und von Aysel zu beschützen, kann man dank dieses Buches sehr gut nachvollziehen. Als Leserin dieses Buches, kann ich das Lesen nur empfehlen, denn viele Ungereimtheiten, welche vielleicht durch Medien aufkeimen, können durch dieses Buch vermindert werden. Ich gebe diesem Buch 5 Sterne und eine unbedingte Empfehlung zum Kauf.

Lesen Sie weiter

"In einem Märchen ist immer alles einfach und klar. Man weiß, was das Gute und was das Böse ist. Wer richtig und wer falsch handelt." Ist nicht eine Liebesgeschichte wie ein schönes Märchen? Wenn zwei sich finden und lieben und zusammen leben, glücklich und zufrieden, bis an ihre Ende... Die Zwei, die sich gefunden haben, sind Alexander und Aysel. Jung sind sie, verliebt sind sie. Klingt großartig. Auf den ersten Blick. Allerdings wäre unsere Geschichte ja schon zu Ende, wenn es so einfach wäre. Ist es jedoch nicht. Denn Alexander ist Deutscher und Christ. Und Aysel trägt Kopftuch, sie ist Türkin und Muslima. Das muss an sich auch nicht problematisch sein. Aber Aysel lebt in einer traditionellen Familie, und dort wählen die Eltern die zukünftigen Partner für ihre Kinder aus. Spätestens jetzt dürfte jedem klar sein, dass ein Ehemann Partner auf keinen Fall Alexander heißen wird. Verkompliziert wird die Sache von Aysels Bruder. Ilhan. Er steht ihr besonders nahe, die beiden sind Zwillinge, geben sich gegenseitig Halt. Er kann ihr nicht wehtun, sie verurteilen oder verdammen. Weil es seine Aufgabe ist, für die Einhaltung der unbefleckten Ehre seiner Schwester und damit der Familie zu sorgen, ist der Konflikt unausweichlich. Nicht nur, dass es die eigenen Vorstellungen Alexander und Aysel nicht einfach machen, zueinander zu finden und beieinander zu bleiben. Der Weg ist zudem mit Stolpersteinen übersät, die von Aysels Familie gesetzt sind. Und Aysel, die sich sicher ist, dass ihre Eltern mit ihrer Lebenserfahrung das Beste wollen und im Sinne ihrer Kinder entscheiden, beugt sich de Willen der Familie und entsagt der Liebe. Denn würde sie sich anders entscheiden, würde eine Tür für immer und ewig zufallen. Und dann könnte sie diese Welt, in der ihre Familie lebt, nicht mehr betreten. Damit wären wir also weit entfernt von einem Märchen... Es ist keine neue Geschichte, die uns Nur Öneren und Wolfgang Schnellbächer in "Unser wildes Blut" erzählen. Aber sie tun es auf erfrischend ehrliche Art und Weise. Einfühlsam, offen und mit Sympathie für beide Seiten. Die Autoren lassen ihre Protagonisten mit viel Leidenschaft und Feuer für ihre Einstellungen eintreten und emotional agieren. Dabei decken sie Vorurteile und Missstände auf, legen Für und Wider dar, finden die richtigen Worte, ohne Partei zu ergreifen. Sie verdeutlichen den Zwiespalt zwischen Tradition und Moderne und zeigen auf, wie schwer es ist, sich von Prägungen zu lösen, ohne anerzogene Werte zu verleugnen und in einer Welt größter Versuchungen zu bestehen, in der es keine Regeln gibt, die Kummer und Verzweiflung zwischen den Menschen verhindern, wo jeder jeden betrügen und in den verzweifelten Wahnsinn treiben kann, ohne, dass irgendwer nur aufschaut. Ein schmaler Grad, einer, der nicht ohne Verletzungen von Gefühlen möglich ist. Auf diesem schmalen Grad wandelt Aysel nicht allein, auch Ilhan ist hin und hergerissen. Da ist einerseits die Tatsache, dass er Emilie, ein deutsches Mädchen für seine Zwecke "benutzt", zu der er sich gleichzeitig hingezogen fühlt, Sehnsucht verspürt. Anderseits ist er bereit, den Wünschen seiner Familie zu folgen und später eine muslimische Frau zu heiraten, eingedenk der Tatsache, dass er den leisen Schmerz bei den Gedanken an Emilie in eine kleine Nische seines Herzens verbannen muss. Obwohl die Autoren das Geschehen aus dem Blickwinkel von Ilhan und Alexander schildern, kommen die Ansichten von Aysel gut zum Ausdruck, wenngleich die Entwicklung ihrer Zuneigung zu Alexander etwas zu kurz geraten ist. In E-Mails und Briefen vermag sie es, Alexander und damit uns als Leser ihren Standpunkt näher zu bringen. So können wir nachvollziehbar, warum sie zweifelt und ihre Entscheidungen trifft. Zu guter Letzt ist hervorzuheben, dass es den Autoren mittels poetischer Sprache und anrührender Worten gelingt, die Geschichte von Alexander und Aysel zu einem Märchen zu machen, bei dem wir immer hoffen, dass es gut ausgeht. "Am Ende, dessen sind wir uns sicher, ist die Liebe das Kostbarste, was es gibt."

Lesen Sie weiter

Inhalt Alexander liebt seine Mitschülerin Aysel. Doch es ist eine Liebe, die nicht sein darf. Denn Aysel ist Muslimin und Alexander Christ. Die beiden haben keine Chance. Aysels Bruder Ilhan, der auf dieselbe Schule geht, wacht mit Argusaugen über die Ehre seiner Schwester. Aber so leicht gibt Alexander nicht auf. Als der Konflikt sich immer mehr zuspitzt und die ganze Schule in zwei Lager spaltet, soll Aysel plötzlich verheiratet werden. Den beiden Liebenden bleibt nur die Flucht. Doch Aysels Bruder ist ihnen dicht auf den Fersen. Quelle: cbt Meinung Aysel und Alex. Eine Muslimin und ein Christ und die verbotene Liebe. In "Unser wildes Blut" treffen zwei Kulturen aufeinander. Aysel ist eine Türkin und sehr behütet aufgewachsen. Sie trägt Kopftuch und ihre Familie ist an den türkischen Normen und Werten gebunden. Neben Yasin hat sie noch Ilhan, ihren Zwillingsbruder. Alex hingegen ist ein Deutscher. Er ist liberal erzogen und hat in vielen Ansichten seine Freiheit – auch in der Liebe. Er ist ein anständiger, guter Junge. Das zeigt sich in seinem Verhalten gegenüber Aysel. Er geht sanft und respektvoll mit ihr um. Obwohl vieles gegen die Liebe zwischen den Beiden spricht, steht er zu ihr und gibt sie nicht auf. Doch hat die Liebe überhaupt eine Chance? Die Geschichte ist in der dritten Person geschrieben und enthält viele kurze Kapitel. Der Schreibstil ist leicht gehalten und schön poetisch. Ich konnte fließend lesen. Die Perspektive wechselt zwischen Ilhan und Alex. Dadurch habe ich als Leser einen guten Eindruck in die Gedanken und Gefühle von Ilhan und Alex bekommen. Während Alex zu Beginn doch teils still und zurückhaltend wirkt, entwickelt er sich zu einem selbstbewussten, tapferen Mann, der für die Liebe kämpft. Auch Ilhan macht eine Entwicklung durch. Anfangs ist er locker, trinkt Alkohol und hat seinen Spaß. Doch als es um die Ehre seiner Schwester geht, steht er in einem Konflikt mit sich selbst. Zweifel, Angst und Wut zerstreuen sich in ihm. Es ist der Kampf mit sich selbst und der Auslöser für all das ist seine eigene Schwester Aysel. Obwohl es keine Perspektive von Aysel gibt, werden ihre Gedanken in Ilhans und vor allem in Alex' Perspektive ganz gut beleuchtet. Durch die tiefsinnigen Gespräche mit Alex wird ihre Sichtweise näher vorgestellt. Schließlich steht sie zwischen ihrer Familie und Alex. Doch für wen wird sie sich entscheiden? Die unterschiedliche Sichtweisen der beiden Kulturen sind in "Unser wildes Blut" durch Ilhan und Alex sehr gut dargestellt. Obwohl wir in einer modernen Gesellschaft leben, gibt es heutzutage dennoch Familien, die diese Sichtweise vertreten. Für viele Leser möge es vielleicht klischeebehaftet klingen, was alles in der Geschichte thematisiert wurde, aber es ist die Wahrheit. Das Autorenpaar hat es genau auf den Punkt gebracht. Schließlich kann ich noch hinzufügen, dass es ein brisantes Thema ist, welches in eine schöne, authentische Jugendgeschichte verpackt ist. Es ist dem Autorenpaar hervorragend gelungen. Fazit "Unser wildes Blut" ist eine tiefgründige Geschichte über zwei Kulturen, die aufeinander treffen. Sie ist poetisch erzählt und mit einer schönen, authentischen Liebesgeschichte beschmückt, die mich von der ersten Seite an gefesselt hat.

Lesen Sie weiter

Inhalt Alex liebt Aysel und Aysel liebt Alex, doch diese Liebe darf nicht sein, denn Alex ist Christ und Aysel ist Muslima. Der Versuch ihre Gefühle geheim zu halten, ja gar dagegen anzukämpfen scheitert und zwingt beide zu drastischen Entscheidungen. Meinung Ein Buch bzw. ein Thema, dass gerade jetzt wieder brandaktuell ist. Das Aufeinandertreffen von zwei Kulturen und Religionen, die unterschiedlicher nicht sein können. In „Unser wildes Blut“ geht es um eine junge Liebe, die entsteht, obwohl sie es nicht sollte, wächst und kämpfen muss, gegen Vorurteile, Traditionen und auch Hass. Die Geschichte rund um Alex und Aysel wird abwechselnd aus der Sicht von Alex und Ilhan, Aysels Bruder geschildert. Alex verkörpert den weltoffenen Christen, der sich zwar Sorgen macht, der aber auch nicht einsehen möchte, wieso diese Beziehung von Anfang an zum Scheitern verurteilt sein soll. Ilhan ist da etwas anders, er misst teilweise mit zweierlei Maß. Auf der einen Seite tut er alles dafür, damit seine Schwester unangetastet bleibt und durch ihr Verhalten nicht die Ehre der Familie beschmutzt, auf der anderen Seite behandelt er die deutschen Mädchen wie Auslegware. Etwas das man sich nehmen, benutzen und anschließend wegwerfen kann. Zwischen den Stühlen sitzt Aysel, die den sicheren Schoß der Familie nicht verlassen, eine gute Tochter und die Ehre nicht verletzten möchte, aber dennoch diese Gefühle für Alex entwickelt. Ich finde es schade, dass man von Aysel, durch die gewählten Perspektiven, nur durch Alex und teilweise auch von Ilhan erfährt und sie nicht wirklich selbst zu Wort kommt. Dennoch kommt Aysels innere Zerrissenheit, ihr Wunsch es allen Recht zu machen gut rüber. Auch Alex‘ positive und kämpferische Natur sowie Ilhans innerer Konflikt und seine daraus resultierenden Handlungen wirken sehr authentisch und gut durchdacht. Allgemein brilliert „Unser wildes Blut“ mit einer Geschichte, die einen in ihren Bann zieht, die einen fesselt und ja, eine Spannung hervorruft, die es in den Fingerspitzen kribbeln lässt. Dabei ist der Schreibstil der beiden Autoren schon fast poetisch. Nur Öneren und Wolfgang Schnellbächer haben wunderschöne Formulierungen und Metaphern ausgearbeitet, ihre Erzählweise ist wirklich etwas Besonders. Fazit Eine melancholisch angehauchte Geschichte über zwei Kulturen und eine Liebe, die allen Widrigkeiten zum Trotz entsteht.

Lesen Sie weiter

Unser wildes Blut

Von: Hannah

10.04.2016

Unser wildes Blut Autoren: Wolfgang Schnellbächer& Nur ÖderenUnser wildes Blut.jpg Klappentext: Alexander liebt seine Mitschülerin Aysel. Doch es ist eine Liebe, die nicht sein darf. Denn Aysel ist Muslimin und Alexander Christ. Die beiden haben keine Chance. Aysels Bruder Ilhan, der auf dieselbe Schule geht, wacht mit Argusaugen über die Ehre seiner Schwester. Aber so leicht gibt Alexander nicht auf. Als der Konflikt sich immer mehr zuspitzt und die ganze Schule in zwei Lager spaltet, soll Aysel plötzlich verheiratet werden. Den beiden Liebenden bleibt nur die Flucht. Doch Aysels Bruder ist ihnen dicht auf den Fersen. »Zwei Welten, zwei Kulturen. Was mich an diesem Roman fasziniert hat, ist zum einen die wunderschöne, poetische Sprache. Zum anderen ist es den Autoren gelungen, Verständnis für beide Seiten zu wecken. Glaubwürdig und voller Tiefgang.« (Christine Fehér, Autorin von »Anders frei als du«) Cover&Erwartungen: Erstmal bekommt das Buch einen riesigen Pluspunkt für das umkitschige Cover. Klappentext und Gestaltung versprechen dem Leser eine realitätsgetreue und tiefgründige Liebesgeschichte, die sich nicht nur auf Klischees stützt. Auch den Titel fand ich in Bezug auf den Inhalt sehr passend gewählt, da dort von diesem oft und passend Gebrauch gemacht wird. Daher hat es mich sehr gefreut, dass ich das Buch rezensieren und lesen durfte. Schreibstil: Leider hat es lange gedauert, bis ich Zugang zu der Handlung und den Charakteren hatte. Der Schreibstil der beiden Autoren ist sehr speziell und eigentlich schon poetisch. Die beiden Autoren bewegen auf einem sehr schmalen Grad, da ihre Art die Gefühle der Jungen auszudrücken sehr ausführlich und dadurch meist auch etwas kitschig ist. Und an manchen Stellen war mir diese zu dominant, und ich hätte mir mehr Details zu der eigentlichen Handlungsabläufen gewünscht. Doch gerade durch diese Formulierungen schaffen sie es die Gefühlswelten der Charaktere detailreich widerzuspiegeln. Dadurch war es etwas mühsam das Buch zu lesen, und hat dementsprechend länger gedauert. Trotzdem hat mir dieser ungewöhnliche Stil gefallen, da er eine interessante Abwechslung zu den meist sehr einfach geschriebenen Jugendbüchern bietet. ,,Aber Aysel, unsere Liebe ist frei und nur darum ist sie mächtig und schön. Weil wir mit jedem Atemzug der Liebe spüren, dass sie echt und wahr und wahrhaftig bei uns ist. Selbst in den Momenten, in denen sie uns Schluchzen und Unglück bereitet, in den einsamen und verzweifelten Stunden, haben wir doch die Gewissheit, dass sie selbst gewählt ist. Und die süßen Momente schmecken umso süßer, sind umso kostbarer und erfüllender, denn in ihnen steckt das wirklich freie und tatsächliche Glück." Handlung: Was mir an der Handlung sehr gut gefallen hat wäre die unterschiedlichen Ebenen, auf denen sie sich abspielte. Zum einen ist das Buch aus zwei unterschiedlichen Sichten geschrieben, zum anderen spielt es in zwei unterschiedlichen Zeiten. Eigentlich wird die Handlung aus der Gegenwart erzählt, in der Alex sich in einem Versteck aufhält, während Ilhan sich in einem Zug befindet. Der Leser weiß nicht, was ihre Ziele und Pläne sind, da sie meist an die Vergangenheit zurückdenken und abwechselnd schildern, wie es zu dem kommen konnte, was geschehen ist. Dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen, da es sehr erfrischend und abwechslungsreich war. Leider etwas enttäuschend fand ich, dass man während des gesamten Buches so gut wie nichts über die eigendlichen Persönlichkeiten der Charaktere erfahren hat. So war es schwierig die Ursachen ihres Handelns nachvollziehen zu können, und man konnte sich wenig mit ihnen identifizieren. Die Handlung dreht sich zum größten Teil um die Verbindungen und Emotionen, die die einzelnen Personen bei den Anderen auslösen. Fazit: Ein berührender und realitätsgetreuer Liebesroman, der unseren Umgang miteinander infrage stellt. Auch wenn es weniger um die Charaktere an sich geht, und der Schreibstil sehr außergewöhnlich und ungewohnt ist, lohnt es sich das Buch in die Hand zu nehmen.

Lesen Sie weiter

Inhalt: Die Geschichte dreht sich um den 18 jährigen Alexander und seine Klassenkameradin Aysel, die beide in Heidelberg zur Schule gehen. Alexander liebt Aysel, doch ihre Liebe darf nicht sein, weil sie eine Muslimin ist und Alexander Christ. Die beiden haben keine Chance. Aysels Zwillingsbruder Ilhan wacht mit Argusaugen über die Ehre seiner Schwester. Und natürlich entgeht ihm auf Dauer nicht was Alexander und Aysel verbindet. Als der Konflikt sich immer weiter zuspitzt soll Aysel verheiratet werden. Da bleibt den beiden Liebenden nur die Flucht. Doch Aysels Familie ist nicht weit….. Rezension: Ein Thema, das sicherlich immer aktuell sein wird solange es verschiedene Glaubensrichtungen und unterschiedliche Herangehensweisen an das Leben gibt. Die beiden Autoren haben hier gekonnt den Konflikt zwischen Muslimen und Christen aufgenommen, der hier ein ganz anderes Bild einer Beziehung und Ehe beinhaltet. Das muss natürlich nicht zwangsläufig so heftig verlaufen wie in diesem Fall, denn es gibt auch hier strenger und weniger streng Gläubige. Dieser spezielle Fall zeigt eine ganz junge Liebe, die so völlig entgegen der Pläne geht, die Aysels Familie für sie hat. Doch wie reagiert eine streng gläubige Familie, wenn ihre Tochter droht Schande über sie zu bringen? Hier ist den beiden Autoren ein Spagat gelungen, wie ich es nur selten lesen durfte. Man spürt beim Lesen, dass die beiden wissen wovon sie sprechen und auch das Herzblut, das hier investiert wurde ist mit jeder Zeile spürbar. So ist zum Beispiel eine Stelle im Gedächtnis geblieben wo gesagt wird, dass türkische Paare duldsam zusammenbleiben egal wie furchtbar die Beziehung ist und deutsche Paare viel zu schnell los lassen und doch nur neue Angst und Not finden. Ich fand diese Beschreibung sehr interessant, spiegelt sie doch genau das wider, was hier den Konflikt so aufflammen lässt. Die Perspektive wechselt dabei zwischen Ilhan und Alexander jeweils in der dritten Person. Hier hat mir ab und an ein Kapitel für Aysel gefehlt, weil ihre Emotionen für mich beim Lesen ein wenig zu kurz kamen. Ab und an verstand ich nicht warum Aysel so oder so reagiert und da wäre es auch toll gewesen mal in Aysels Gedanken blicken zu können. Auch ist mir aufgefallen, dass die jungen Protagonisten sich sehr bildgewaltig und poetisch ausdrücken. Das empfand ich beim Lesen teilweise als zu abstrakt, da ich mir nicht vorstellen kann, dass ein junger Mensch in so poetischen Schleifen denkt ,auch wenn er eine höhere Schule besucht hat. Der Spannungsbogen entwickelt sich kontinuierlich weiter. Man weiß aus dem Prolog ja schon, dass Aysel und Alexander zusammen sind. Doch dann erfährt man die ganze Geschichte und dieser Bogen ist den Autoren sehr gut gelungen. Am Ende des Buches hätte ich mir einen Epilog gewünscht um vielleicht ein runderes Ende zu bekommen. Die Geschichte endete für mein Empfinden etwas zu plötzlich. Fazit: Spannender und authentischer Blick in die Konfliktwelt zwischen Muslimen und Christen. Nach diesem Buch beginnt man beide Seiten besser zu verstehen. Eine Leseempfehlung für alle, die gern auch mal tiefgründigere Bücher lesen, die danach auch noch lange nachhallen.

Lesen Sie weiter

Inhalt: Alexander hat sich verliebt in die Türkin Aysel und lernt wie umsichtig man bei einer Liebe zwischen den Kulturen sein muss und wie sehr man aufpassen muss um sie nicht zu verlieben. Ilhan mag Mädchen. Er ist der Zwillingsbruder von Aysel und will sie vor denjenigen schützen, die sie nur ausnutzen wollen. Ihre Ehre muss erhalten bleiben, sie muss rein sein für den Mann den sie mal heiraten soll. Bei sich selber nimmt er es allerdings nicht so genau. Er mag die freie Liebe der Deutschen, solange sie nicht für Aysel gilt... Meine Meinung: Unser wildes Blut behandelt ein Thema mit dem ich mich selbst als Jugendliche mal auseinander setzen musste. Es geht um die Liebe zwischen einer Muslime und einem Christ. Das man überhaupt solche Unterschiede macht finde ich persönlich schlimm. Aber Nachrichten zeigen regelmäßig das es noch so ist das die Ehre von türkischen Mädchen erhalten bleiben muss auch in Deutschland. Von Ehrenmorden hat jeder schon gehört und es gibt sie auch hier. Es gibt durchaus auch Türken die sich gut integrieren und deren Töchter genauso aufwachsen dürfen wie deutsche Mädchen. Doch das denke ich würde keine Geschichte geben. So schreibt das Autorenduo von Aysel, das türkische Mädchen, Alexander, den deutschen Jungen und Ilhan, der Zwillingsbruder von Aysel, aber auch von einer türkischen Clique die aus Jungs besteht und neutralen Personen wie Freunde und Mitschüler der drei Protagonisten. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Auch wenn es schon sehr tief geht und ein paar Diskussionen aufbranden in denen es um die verschiedenen Kulturen geht, wird es nie langweilig. Ganz im Gegenteil. Ich fand es sehr interessant. Die Figuren haben viel Tiefe und für ihr Alter empfinde ich sie als sehr reif. Alexander und Ilhan kommen in dem Buch im Wechsel zu Wort. Somit lesen wir nur über ihre Gefühle. Leider fehlt mir hier ein wenig die Sicht von Aysel auch wenn diese durch Briefe und Szenen schon gut vermittelt werden können. Ich denke trotzdem es wäre schöner gewesen noch mehr von ihr zu lesen, als über sie. Alexander ist 18 Jahre als und geht zur Schule. Er hat sich in Aysel verkuckt und weiß genau das es nicht alltäglich laufen wird. Er kennt schon vor dem zusammen kommen die Probleme die auf ihn zukommen können. Es gibt Barrieren, zunächst auch in seinem Kopf, später dann im Umfeld. Er macht auf mich einen sehr reifen und erwachsenen Eindruck. Ilhan ist da ganz anders. Er sieht quasi rot wenn es um die Ehre seiner Schwestern geht. Sie muss unberührt bleiben nicht nur um ihretwillen auch damit die Ehre der Familie nicht beschmutzt wird. Bei ihm selber ist das anders. Er darf Mädchen benutzen. Deutsche Mädchen wollen das ja so. Ich denke nicht das jeder Türke so denkt und weiß es eigentlich auch recht genau, doch hier in der Geschichte macht genau das den Zündstoff aus. Aysel ist sich ihrer Situation sehr bewusst. Sie ist so erzogen worden das sie nicht einfach einem Jungen hinterher rennt und sich auf ihn einlässt. Sie weiß sehr genau was ihre Familie von ihr verlangt und begehrt nur wenig auf. Am Ende sind es schon Klischees die hier in der Geschichte eine Rolle spielen. Sonst gäbe es diese Geschichte gar nicht. Ich finde die Geschichte für Jugendliche dennoch wichtig. Gerade die Jugendlichen die viel mit anderen Kulturen zu tun haben können sich mit Hilfe der Geschichte in den anderen hinein versetzen. Diese Geschichte ist nicht nur unterhaltsam sondern auch lehrreich.

Lesen Sie weiter

Inhalt: Alex verliebt sich in seine Mitschülerin Aysel. Doch diese Liebe darf nicht sein, denn sie ist eine Muslima und muss einen Muslimen heiraten - die Liebe zu einem „Deutschen“ wie Alex gilt als unrein. Als Aysels Zwillingsbruder Ilhan von der zaghaften Liebe zwischen den beiden erfährt, sieht er die Ehre seiner Schwester bedroht und beginnt, darum zu kämpfen. Die Liebe erscheint aussichtslos, doch Alex weigert sich aufzugeben ... Meine Meinung: Der Klappentext nimmt ein bisschen vorweg. Was das Buch besonders auszeichnet, ist, dass es mich unheimlich zum Nachdenken angeregt hat. In dem Buch werden beide Kulturen mehrfach kritisiert, sowohl die westliche als auch die islamische. Gerade als westlich erzogener Mensch stößt das Verhalten von Aysels Familie auf ein gewisses Unverständnis. Die Intoleranz gegenüber der Liebe zu anderen, die strikten Regeln und die radikale Art, gegen diese Liebe vorzugehen ... Umso unverständlicher hier auch die Doppelmoral, denn während die Clique um Ilhan einerseits alles tut, um die Ehre eines muslimischen Mädchens zu schützen, betrachten sie doch andererseits deutsche Mädchen als Beute und machen auch gerne mit ihnen rum. Auf der anderen Seite konnte ich teilweise aber auch die Kritik an unserer Kultur verstehen. Nicht alles, aber manches. Und so kreisten meine Gedanken auch, wenn ich nicht las, um die Frage, welche Werte richtig sind und ob man das überhaupt so genau sagen kann. Und wie man diese Kulturen in Einklang bringen kann. Die Charaktere habe ich als sehr vielschichtig und authentisch empfunden. Es gibt hier keine perfekten Charaktere, sie wirken lebensecht mit Ecken und Kanten. Der tiefgründigste Charakter von allen ist jedoch Ilhan. Auf der einen Seite vertritt er die Überzeugung, die Ehre seiner Schwester schützen zu müssen, er verachtet teilweise die deutsche Kultur und sieht Alex als seinen Feind. Er macht mit Emmelie rum und verachtet sie dafür. Doch auf der anderen Seite verbirgt sich in ihm auch nur ein verletzlicher Junge mit Schwächen. Im Verlauf des Buches gerät er immer mehr in einen Konflikt, einen Konflikt zwischen der Bestrafung seiner Schwester für die unreine Beziehung und der Liebe zu ihr, vor allem aber in einen Konflikt zwischen den Kulturen. Manchmal kommen im Zweifel, er fühlt sich von seiner Schwester verraten und wirkt in einigen Szenen geradezu verloren. Und so kam ich trotz allem, was er tat, was mir unverständlich erschien, nicht umhin, Sympathie, ja, manchmal fast Mitleid, für ihn zu empfinden. Was mir nur zeigt, wie sehr es den Autoren gelungen ist, einen vielschichtigen Charakter zu entwickeln. Dagegen wirken Alexander und Aysel fast schon blass. Doch auch Alex besitzt Ecken und Kanten. Einerseits ist er in Aysel verliebt und würde alles für sie tun, andererseits setzt er sich manchmal auch rücksichtslos über vieles hinweg, um diese Beziehung zu ermöglichen und ist somit definitiv nicht perfekt. Er entwickelt sich in dem Buch weiter, findet Stärke, seinen Willen durchzusetzen, nachdem er anfangs auch durchaus schwächere Momente hatte. Dennoch hätte ich mir gewünscht, noch ein bisschen mehr über ihn zu erfahren. Aysel steht in dem Konflikt zwischen ihrer Familie und der Anziehung zu Alex. Das Buch wird abwechselnd aus den Sichten von Ilhan und Alex erzählt, sodass man keinen direkten Einblick in ihre Gedankenswelt bekommt, dadurch ist man sich wie Alex und Ilhan nie sicher, was sie denkt. Ihr innerer Konflikt wurde sehr deutlich, doch auch hier hätte man mehr aus ihrem Charakter machen können. Über die Nebencharaktere erfährt man wenig, dennoch ist auch hier eine gewisse Vielschichtigkeit erahnbar. Zwischendurch gibt es immer mal kurze Episoden, die später geschehen, was durchaus eine gewisse Spannung weckt. Allerdings waren diese Zeitsprünge nicht ganz deutlich. Der Schreibstil selbst ist leicht poetisch und fesselnd, die Seiten flogen nur so vorbei. Am Anfang hätte man noch ein bisschen mehr Wert auf die Entwicklung der Liebesgeschichte legen können, dafür wurde im Mittelteil deutlich, wie sich alles langsam entwickelte und steigerte. Zum Ende hin wurde das Ganze dann aber wieder ziemlich hektisch und sprunghaft. Auf den letzten Seiten wurden die Gedanken aber wieder sehr schön verdeutlicht und das Ende enthält eine gewisse Symbolkraft. Fazit: Eine zum Nachdenken anregende Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen zwei Kulturen mit vielschichtigen, lebensechten, manchmal aber auch blassen Charakteren, die teilweise ein wenig sprunghaft war, bei der die Seiten aber letztendlich nur so dahinflogen

Lesen Sie weiter